Maksim

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Teil der Serie: 1
Originaltitel: Maksim: The Korolov Bratva Book One
Übersetzung: Sandra Martin
Location: –
Buchtyp: Roman
Veröffentlichung: 06/2026
Preis eBook: 7,99 € (D)
Preis Print: 16,90 € (D)
ISBN eBook: 978-3-86495-854-0
ISBN Print: 978-3-86495-853-3
Inhaltsangabe

Wegen meiner Art zu sprechen urteilen die Leute über mich, kaum dass ich den Mund öffne. Trotz meiner Größe und meiner Muskeln halten sie mich für schwach. Das haben sie schon immer.

Selbst mein eigener Vater hat mich als Erben übergangen – zugunsten meines unehelichen Bruders. Für ihn war mein Stottern ein Makel, der mich ungeeignet machte, die Familie zu führen.

Doch hinter meiner Totenkopf-Maske bin ich alles andere als schwach. Frauen begehren mich. Männer fürchten mich.

Während sich die Machtverhältnisse in meiner Familie verschieben, bleibt mir keine Wahl: Ich muss meine Sprachstörung endlich in den Griff bekommen. Deshalb suche ich eine der besten Logopädinnen an der Ostküste auf. Dr. Sarah Whitfield wirkt kontrolliert, kühl und vollkommen unnahbar.

Doch die gute Doktorin verbirgt ein dunkles Verlangen: Sie liebt Primal Play. Sie sehnt sich danach, gejagt zu werden. Gefangen zu sein. Die Kontrolle zu verlieren. Am Wochenende legt sie ihre Fassade ab und taucht genau in diese Welt ein.

Was sie nicht weiß: Ihr geheimnisvoller Primal-Play-Partner „The Beast“ und ihr neuer Patient Maksim sind ein und dieselbe Person.

Diesmal ist es kein Spiel.

Denn ich werde sie mir holen.

Und sie gehört mir.

Ein düsteres Mafia-Romance-Spin-off aus der Welt der Irish Rogues von New-York-Times-Bestsellerautorin Katie Ashley.

Sarah

Ich drehte mich vor dem Spiegel nach links und rechts und musterte kritisch mein Outfit. Während bei manchen Jagden schlichte Abendgarderobe angesagt war, folgten andere einem bestimmten Motto. An diesem Wochenende lautete es: Ritter und ihre schöne Beute. Dabei musste die Beute nicht zwangsläufig die klassische Jungfer sein. Die Geschlechterverteilung war fließend. Und so mancher Ritter würde sich heute als Frau entpuppen.
Aufgrund des Mottos trug ich nun ein hellblaues Kleid mit silbrigem Schimmer. Es mutete geradezu ätherisch an und wäre auch auf einer Cosplay-Party zu Herr der Ringe oder Game of Thrones nicht fehl am Platz gewesen. Zu einer normalen Party hätte ich selbstverständlich einen Slip oder zumindest einen String angezogen, doch bei der Jagd war Unterwäsche untersagt.
Meine Haare hatte ich offengelassen, denn ich liebte das Gefühl, wenn im Eifer des Gefechts fest daran gezogen wurde. Nur ein paar Strähnen hatte ich zu einer kunstvollen Krone geflochten und mit filigranen Blumen verziert. Meinen Arm zierte das farbige Band, das mich als Beute für diese Nacht auswies.
Zufrieden mit meinem Spiegelbild, griff ich nach dem Glas auf der Marmorablage im Badezimmer. Ich nahm einen großen Schluck und genoss das holzige Aroma auf meiner Zunge. Ich stimmte mich gern mit einem Glas Wein auf die Jagd ein.
Der Alkohol half mir, meine Nervosität zu lindern, die jedes Mal aufkam, wenn ich zu angestrengt darüber nachdachte. Denn rein logisch betrachtet würde ich gleich Sex mit einem völlig Fremden haben, dessen Gesicht mir die ganze Nacht über verborgen bleiben würde.
Als ein lautes Klopfen ertönte, stellte ich mein Glas ab und eilte zur Tür. Ich riss sie auf und blickte in die Gesichter zweier verdammt attraktiver Ritter. Mit Archies blondem Haar und blauen Augen und Hudsons dunklem Haar und dunklen Augen verkörperten sie das Beste aus beiden Welten und würden heute jemandes Fantasie lebendig werden lassen.
Während Hudson leise durch die Zähne pfiff, wackelte Archie mit den Augenbrauen. „Verdammt, Sarah, du siehst zum Anbeißen aus“, sinnierte er.
„Ich wollte gerade dasselbe sagen“, erwiderte ich mit einem breiten Grinsen. „Ihr beide seht absolut fickbar aus.“
„Ein Jammer, dass wir nicht im selben Team spielen, nicht wahr?“, scherzte Hudson.
Ich lachte. „Das beklage ich jedes Mal aufs Neue, wenn ich ein wirklich schreckliches Date mit einem heterosexuellen Mann hinter mir habe.“
„Wir könnten zwar eine Lavendelehe eingehen, aber würdest du dich ernsthaft mit zwei Huren wie uns einlassen?“, scherzte Archie.
Ich legte meine Hände an ihre Wangen und sah Archie an. „Oh Liebling, ich bin ein Ritt, den ihr beide nicht überleben würdet.“
Hudson warf den Kopf zurück und lachte schallend, während Archie plötzlich ungewöhnlich ernst wurde. Er schmiegte sein Gesicht in meine Handfläche und schenkte mir ein Lächeln. „Selbst wenn ich glaubte, dir gewachsen zu sein, würde ich das, was wir haben, niemals durch Sex ruinieren, Liebes.“
Ich beugte mich vor, um ihm einen flüchtigen Kuss auf die Lippen zu drücken. „Ich empfinde genauso.“
Archie grinste und verpasste mir einen kräftigen Klaps auf den Hintern. „Na gut, genug mit dem emotionalen Mist. Suchen wir uns jemanden zum Vögeln.“
Hudson verdrehte die Augen. „Du bist ja so ein Poet.“
Als wir uns in Bewegung setzten, entfuhr mir ein nervöses Lachen. Scheinbar hatte ich noch nicht genügend Wein getrunken, wenn ich noch immer derart aufgeregt war.
Während wir die große Treppe hinabstiegen, bewunderte ich den riesigen Kristallleuchter über unseren Köpfen. „Ich kann gar nicht glauben, wie vornehm dieses Anwesen ist“, bemerkte ich ehrfürchtig.
Hudson grinste amüsiert. „Oh Liebling, du weißt erst, was echte Pracht bedeutet, wenn du das Anwesen von Archies Eltern in Exeter gesehen hast.“
„Es ist unglaublich protzig“, pflichtete Archie ihm bei.
„Dann ist die Sache geritzt“, erwiderte ich. „Beim nächsten Mal begleite ich euch.“
Da die beiden ständig versuchten, mich zu mehr Reisen zu überreden, erntete ich ein eifriges Nicken. In Wahrheit wollten sie mich vor allem dazu bewegen, meine Verpflichtungen auch einmal hinter mir zu lassen. Doch das war viel leichter gesagt als getan.
Einige Gäste versammelten sich in einem Raum, der wie eine Bibliothek anmutete, während andere in einem Salon verschwanden. Der Großteil der maskierten und kostümierten Menge strömte jedoch in die riesige Eingangshalle, die mit Marmorböden und -wänden bestach. Als ein Kellner mit einem Silbertablett an mir vorbeiglitt, griff ich nach einem Glas Champagner. Hudson und Archie folgten meinem Beispiel.
Eine prickelnde, erotische Energie lag in der Luft. Die Art, die einem die Härchen auf den Armen und im Nacken aufstellen lässt. Zugleich verspürte ich ein begieriges Ziehen im Unterleib. Ich wusste, dass mein Verlangen erst gestillt werden würde, wenn mein maskierter Ritter mich endlich für sich beanspruchte.
Hudson wandte sich mit einem verführerischen Lächeln an Archie. „Ich glaube, es ist an der Zeit, dass ich mich auf die Suche nach unserer Beute mache.“
Archie und Hudson liebten es, ihre Beute gemeinsam zu erlegen, wobei sie sich damit abwechselten, das Objekt ihrer Begierde auszuwählen.
Mit einem spielerischen Klaps auf Hudsons Hintern sagte Archie: „Such uns einen richtigen Leckerbissen aus.“
„Mit Vergnügen.“
Hudson verschwand in der Menge, während ich mit Archie zurückblieb. Obwohl mich etliche Raubtiere hungrig musterten und mein Band beäugten, sprach keiner von ihnen mich an. Nach einigen Minuten dieser seltsamen Zurückhaltung begann ich zu glauben, dass etwas mit meinem Aussehen nicht stimmte.
Ich wollte Archie gerade um seine Meinung bitten, als er hörbar nach Luft schnappte. „Verdammte Scheiße, er ist es.“
Während ich mit den Augen hektisch den Raum absuchte, fragte ich: „Wer?“
„Das Biest.“
Ich blinzelte ihn an. „Wie bitte?“
Archie beugte sich vor und flüsterte mir ins Ohr: „Der Hüne dort drüben im Schatten.“
So unauffällig wie möglich verengte ich die Augen und spähte in die dunklen Ecken der riesigen Halle. Als ich ihn schließlich erblickte, schien jedes Molekül in meinem Körper zu erstarren. Ein heftiges Zittern durchlief mich, während mein Verstand Signale feuerte und ein elektrisierendes Summen direkt in meinen Unterleib sandte.
Obwohl sein Gesicht hinter einer silbernen Totenkopfmaske verborgen war, die im Licht schimmerte, musste er das vollkommenste Exemplar eines Mannes sein, das ich je gesehen hatte. Anstelle der typischen Ritterrüstung hatte er sich für ein Streicher-Kostüm im Stile Aragorns aus Der Herr der Ringe entschieden. Der lange schwarze Umhang und die tief gezogene Kapuze verliehen ihm eine geheimnisvolle Aura und eine unbändige Anziehungskraft.
Pechschwarzes Haar quoll unter der Kapuze hervor und fiel über den Rand seiner Maske. Beim Anblick der seidigen Strähnen juckte es mir förmlich in den Fingern, danach zu greifen und daran zu ziehen. Eine mehrfarbige Tätowierung, die an seinem Unterkiefer ansetzte, verlief in Wirbeln über seinen Hals und verschwand unter dem Kragen seiner Tunika. Obwohl er von wuchtigen antiken Möbeln umgeben war, wirkte er mit seinem prallen Bizeps, den kraftvollen Oberschenkeln und der muskulösen Brust riesig.
„Du hast recht, er ist ein wahrer Hüne“, keuchte ich.
„Er könnte mich mit einer Hand durch den Raum schleudern“, bemerkte Archie.
Obwohl Archie selbst muskulös war, zweifelte ich keine Sekunde an der Wahrhaftigkeit seiner Worte. Männer mit einer solchen Statur sah man normalerweise nur beim Militär – oder bei Profi-Wrestlings.
Archie zog eine Augenbraue in die Höhe. „Verstehst du jetzt, warum er in der Jagdszene eine Legende ist?“
„Oh, ich bestreite ja gar nicht, dass er der beeindruckendste Mann ist, dem ich je begegnet bin – sowohl innerhalb als auch außerhalb der Jagdszene.“
„Ich habe das Gefühl, da schwebt noch ein ‚Aber‘ im Raum, das du nicht aussprichst.“
Ich führte mein Champagnerglas an die Lippen und grinste. „Es ist eher so, dass mir bisher nicht bewusst war, dass es in dieser Welt so etwas wie prominente Raubtiere gibt“, sinnierte ich.
Archie warf mir einen vielsagenden Blick zu. „Ich meine es ernst. Wir sprechen hier von einem Kerl, über den ich in fünf Jahren in dieser Szene nichts als Gerüchte gehört habe. Ich hielt ihn ehrlich gesagt für eine urbane Jagdlegende.“
Mit einem Schnauben fragte ich: „Wie kommt es, dass du ihm bisher nie begegnet bist?“
„Er scheint Veranstaltungen in Pennsylvania zu meiden.“ Archie beugte sich vor und flüsterte mir ins Ohr. „Man munkelt, er sei ein Politiker oder jemand, der unerkannt bleiben will. Deshalb hält er sich von der Region fern.“
„Ich schätze, sein Erscheinen heute Abend widerlegt diese Theorie.“
Archie schürzte nachdenklich die Lippen. „Stimmt.“
„Vielleicht steckt ja gar nichts Anzügliches dahinter“, schlug ich vor. „Vielleicht will er einfach nicht dort scheißen, wo er isst?“
„Das ist auch eine Möglichkeit“, räumte Archie ein.
„Weißt du wenigstens, welche Beute er bevorzugt?“, fragte ich.
„Leider hetero, ohne bi-neugierige Tendenzen, soweit ich gehört habe“, schmollte Archie.
„Das ist tragisch.“
„Ja, in der Tat.“ Mit einem Augenzwinkern sagte Archie: „Verdammt, allein bei seinem Anblick ist mein Mund wie ausgetrocknet. Ich hole mir noch ein Glas Champagner.“
Ich kicherte, was mir eigentlich gar nicht ähnlich sah. Das war ein deutliches Zeichen, dass der Alkohol bereits Wirkung zeigte und ich für den Rest des Abends darauf verzichten sollte. Dennoch bat ich: „Bring mir auch eins mit.“
Er verbeugte sich. „Sehr wohl, meine Dame.“
Mir entfuhr ein wenig damenhaftes Schnauben. Ich war kaum allein, da tauchte Hudson an meiner Seite auf und schwenkte triumphierend ein grünes Band in seiner Hand. „Ah, wie ich sehe, hast du deine Beute also gefunden.“
„Archie wird ihn lieben.“ Nachdem er seinen Whiskey in einem Zug geleert hatte, fixierte er das Band, das noch immer an meinem Handgelenk baumelte. Stirnrunzelnd fragte er: „Warum hast du deins eigentlich noch?“
In einem Versuch, meine Unsicherheit zu überspielen, zuckte ich nur mit den Schultern. „Niemand hat mich darum gebeten.“
„Dann müssen sie alle blind sein.“
„Vielleicht haftet der Duft der Unterschicht an mir“, scherzte ich.
„Blödsinn“, erwiderte Hudson. Er ließ den Blick durch die Eingangshalle schweifen. „Wo ist eigentlich Archie?“
„Er holt sich noch ein Glas Champagner, nachdem er das Biest gerade leibhaftig gesehen hat.“
Hudson riss die Augen auf. „Heilige Scheiße. Er ist wirklich hier?“
„Es stimmt also, dass er ein Promi ist? Ich dachte schon, Archie würde maßlos übertreiben“, erwiderte ich.
„Von wegen Promi. Er ist eine verdammte Legende.“
Ich hob abwehrend die Hände. „Glaub mir, es ist ganz offensichtlich, woher sein legendärer Status rührt.“
„Oh, es geht nicht nur um sein Aussehen“, erklärte Hudson. „Angeblich fickt er wie ein Tier.“
Unwillkürlich ließ ich den Blick wieder zu dem Mann in der Ecke wandern. Allein bei der Vorstellung, von ihm genommen zu werden, wurde ich feucht.
In diesem Moment kehrte Archie zurück und drückte mir eine Champagnerflöte in die Hand. „Seht jetzt bloß nicht hin“, raunte er, „aber das Biest setzt sich gerade in Bewegung.“
Sofort warf ich einen Blick in die Ecke und Archie stöhnte auf. „Ich sagte: Sieh nicht hin.“
Wieder einmal entfuhr mir ein lästiges Kichern. „Oje, tut mir leid.“
Hudson lachte leise und nahm mir das Champagnerglas aus der Hand. „Ich bin mir ziemlich sicher, dass du den nicht brauchst.“
„Verdammte Scheiße. Er kommt auf uns zu“, bemerkte ich.
Bei meinen Worten blickten sowohl Hudson als auch Archie in Richtung des Biests. Während dieser sich mit geschmeidigen Schritten durch den Raum bewegte, trat ihm eine spärlich bekleidete Frau in den Weg. Sie blickte zu ihm auf und ließ ihr Band vor seinen Augen baumeln.
Ich sog scharf die Luft ein, als mich eine Welle purer Besitzgier überkam. Mehr als alles andere auf dieser Welt wollte ich verhindern, dass er ihr Band nahm. Ich wollte ihn für mich.
Unbedingt.
Schamlos.
Als er lediglich den Kopf schüttelte, atmete ich erleichtert auf. Er ließ sie einfach stehen und schritt weiter durch die Menge. Als klar wurde, dass er zielstrebig auf unsere kleine Gruppe zusteuerte, durchlief mich ein Kribbeln.
„Gütiger Gott, kommt er zu uns?“, zischte Archie.
Hudson schüttelte langsam den Kopf. „Er ist nicht hinter uns her, Liebling.“
Verdammt.
Er kam auf mich zu.
Mein Herz hämmerte wild in meiner Brust, während ich beobachtete, wie das Biest die Distanz zwischen uns überbrückte. Während meine Brust sich heftig hob und senkte, löste sich jeder vernünftige Gedanke in Nichts auf. Noch nie hatte ich bei einer Jagd so instinktiv auf einen Mann reagiert. Ich kannte Begierde, Vorfreude und Sehnsucht.
Doch nichts davon war vergleichbar mit diesem bewusstseinsverändernden und verzehrenden Verlangen, das mich in diesem Moment übermannte.
Die Welt um mich herum kam zum Stillstand, als er sich schließlich vor mir aufbaute. In diesem Augenblick schien sich die gesamte Menge in Luft aufzulösen. Es gab nur noch uns beide, gefangen in einem Sturm aus purem Verlangen.
„Hallo“, schnurrte seine mechanisch verzerrte Stimme und jagte mir einen heißen Schauer durch den Körper, direkt in meinen Unterleib.
Kurzzeitig war ich wie gelähmt und bekam keinen Ton heraus. Ich starrte ihn nur ungläubig an. Erst als Hudson mich unauffällig anstupste, fand ich meine Stimme wieder. „Hallo“, flüsterte ich fast tonlos.
Er warf einen Blick auf mein Handgelenk, an dem mein blaues Band befestigt war. „Gib mir dein Band“, befahl er.
Seine bloße Präsenz versetzte mich derart in Aufruhr, dass ich Mühe hatte, mich in meine Rolle einzufinden. „So sollte ein Ritter aber nicht mit einer Dame sprechen“, erwiderte ich mit einem spielerischen Lächeln.
Das Biest legte den Kopf schief. Quälend langsam verstrichen die Sekunden, bevor er schließlich raunte: „Willst du wie eine Dame gefickt werden oder wie meine Hure?“
„Heilige Scheiße“, murmelte Hudson hinter mir.
Ich schluckte schwer und kämpfte darum, meinen Atem zu beruhigen. „Wie deine Hure.“
„Braves Mädchen.“
Diese Worte, untermalt von dem sinnlichen Schnurren seiner mechanischen Stimme, trafen mich an meiner empfindsamsten Stelle und ließen die Muskeln in meinem Unterleib beben.
Mit einer flinken Handbewegung forderte das Biest: „Jetzt gib mir dein Band.“
Mit zitternden Fingern versuchte ich, das seidige Material von meinem Handgelenk zu lösen. In meiner Aufregung zog ich zu fest daran und verknotete den Stoff. „Scheiße“, zischte ich, während ich vor Scham hochrot anlief. Ich hätte es ihm nicht verübeln können, wenn er seine Meinung geändert hätte. Ich hatte mich bereits als vorlaute Göre entlarvt und stellte mich nun wie ein hoffnungsloser Tollpatsch an.
Als er mit seinen großen Händen mein Handgelenk umfasste, stockte mir der Atem. Seine Berührung brannte wie Feuer auf meiner Haut. Trotz der massiven, tätowierten Finger löste er die Knoten mit beunruhigender Präzision. Ich blickte zu ihm auf und starrte in die dunklen, seelenlosen Augen seiner Maske. „Danke, Sir.“
„Gern geschehen.“
Nachdem ich ihm das Band gereicht hatte, beugte er sich vor. Seine Maske streifte mein Ohr, als er flüsterte: „Bist du schon feucht für mich?“
„Ja, Sir.“ Ich lehnte mich zurück und betrachtete seine Maske. „Es rinnt mir bereits die Schenkel hinunter.“
Er legte seine große Hand an meine Wange. „Warte nur, bis ich dich ficke. Dann wirst du uns beide mit deinem Honig durchnässen.“
Mein Gott. War das real? Stand hier tatsächlich die fleischgewordene Perfektion vor mir – meine dunkelste Fantasie, zum Leben erwacht –, um mir den härtesten Fick meines Lebens zu bescheren? Bei dem Gedanken entfuhr mir unwillkürlich ein Wimmern.
Obwohl ich für gewöhnlich der Inbegriff von Disziplin und Geduld war, schockierte ich mich selbst, als ich hauchte: „Bitte, Sir.“
„Bitte was?“
Mein Herz hämmerte gegen meine Rippen wie die Flügel eines Kolibris. Ich leckte mir über die trockenen Lippen. „Jage mich.“
Ein leises Lachen drang durch seine Maske. „Die Jagd hat noch nicht begonnen.“
Ich reckte trotzig das Kinn und entgegnete: „Aber du bist das Biest. Du kannst tun, was du willst.“
Mit der Kuppe seines Daumens strich er über meine Unterlippe. „So verlockend das auch ist, möchte ich die anderen Raubtiere nicht noch mehr verärgern, als ich es bereits getan habe. “
Ich runzelte die Stirn. „Was hast du getan?“
„Nichts, worüber du dir den Kopf zerbrechen musst“, antwortete er.
Als ich mit der Zungenspitze über seinen Daumen fuhr, durchlief ihn ein sichtliches Schaudern. „Du machst es mir gerade verdammt schwer, mich nicht wie ein fordernder Mistkerl aufzuführen.“
„Darf ich einen Moment lang offen sein?“
„Da du meine Neugier geweckt hast, ja“, erwiderte er.
„Ich übe gern einen schlechten Einfluss aus.“
„Ach wirklich, озорная девочка?“, raunte er.
Ich schnappte nach Luft. „Gerade als ich dachte, ich würde jeden Moment explodieren, sprichst du auch noch in einer Fremdsprache mit mir.“
„Findest du das sexy?“
Ein nervöses Lachen entfuhr mir. „Es wäre wohl verdammt schwer, eine Frau zu finden, die das nicht unglaublich sexy fände.“
„Du wärst überrascht“, entgegnete er und beugte sich zu mir vor. „Vor allem, wenn sie herausfinden, dass es Russisch ist.“
„Ich hätte auch auf etwas Slawisches getippt.“
„Tatsächlich?“
Ich nickte. „Ich habe mehrere Patienten aus dieser Region behandelt.“
VERDAMMT. Hatte ich tatsächlich meinen Beruf preisgegeben, während ich schamlos mit einem Fremden flirtete?
„Bist du Krankenschwester?“
Da ich noch nicht vollständig in meiner Rolle versunken war, erlaubte ich der frechen Göre in mir, die Oberhand über meine unterwürfige Seite zu gewinnen. Ich reckte das Kinn und erwiderte herausfordernd: „Warum hast du mich nicht gefragt, ob ich Ärztin bin?“
Er lachte leise. „Ich wollte nicht sexistisch sein, sondern habe dir lediglich einen Ausweg geboten, für den Fall, dass du zu viel verraten hast.“
„Oh“, murmelte ich.
Plötzlich schien sich etwas in ihm zu verändern. Seine fast entspannte und spielerische Art war schlagartig verflogen und wich einer autoritären Aura. „Ich bin zwar kein Frauenfeind, aber ich bin trotzdem ein Dom. Wenn du meine Spielpartnerin sein wirst, solltest du wissen, dass ich keine Gören ficke.“
„Es tut mir leid, Sir.“
„Gut. Entschuldige mich bitte kurz.“
Kaum war er gegangen, schienen meine Knochen und Muskeln zu Brei zu werden, und ich sackte zur Seite. Ich warf einen Blick über die Schulter und sah, dass Hudson und Archie respektvoll Abstand gehalten hatten. In den Gesichtern der beiden spiegelte sich pure Fassungslosigkeit.
Mit den Lippen formte ich lautlos die Worte „Oh mein Gott“. Beide nickten mir zu. Dann drehte ich mich wieder um und beobachtete, wie das Biest auf der anderen Seite des Raumes mit einem Mann sprach. Dieser nickte lediglich, dann wandte sich das Biest wieder mir zu.
Bevor er mich erreichen konnte, ertönte über uns ein Glockenschlag. Ein aufgeregtes Raunen ging durch die Menge.
Dies war das Signal.
Die Jagd würde früher beginnen als geplant. Und das nur, weil das Biest es verlangt hatte.
Maksim

Ich brannte darauf, Sarah nachzujagen, doch mein harter Schwanz, der schmerzhaft gegen meine Hose drückte, hielt mich davon ab. Zu mehr als einem energischen Gang war ich nicht fähig, als ich das Feld hinter der Villa überquerte. Noch nie war ich zu Beginn einer Jagd derart erregt gewesen. Normalerweise brachten mich erst die Hetzjagd und schließlich das Ergreifen meiner Beute in Wallung.
Doch diesmal war ich bereits halb steif gewesen, bevor ich die Eingangshalle überhaupt durchquert hatte, um zu ihr zu gelangen. Ich hatte ungeduldig auf ihre Ankunft gewartet. Während ich in der Ecke an meinem Wodka genippt hatte, hatte ich die Bänder von drei Frauen abgelehnt. Dann war Sarah endlich erschienen, und ich war bei Weitem nicht der Einzige gewesen, der von ihr Notiz genommen hatte.
Andere Raubtiere hatten sie gierig beäugt und sie förmlich mit ihren Blicken ausgezogen. Zu gern wären sie zu ihr gegangen, um nicht nur ihr Band, sondern auch ihren atemberaubenden Körper für sich zu beanspruchen, doch sie waren wie angewurzelt stehengeblieben.
Ich hatte die Lippen an meinem Glas zu einem Lächeln verzogen, als mir die Warnung in den Sinn gekommen war, die ich den Rittern bereits am frühen Abend per Textmitteilung geschickt hatte:
Die umwerfende Brünette mit dem hellblauen Band ist tabu.
Sie gehörte mir. Ausschließlich mir.
Zweifellos hatte ich mit meiner Nachricht viele der Ritter verärgert. Es war praktisch unerhört, dass ein Raubtier seine Beute für sich beanspruchte, noch bevor die Jagd überhaupt begonnen hatte. Aber ich war das verdammte Biest, und ich konnte tun, was immer ich wollte.
Und ich wollte Sarah ganz für mich allein.
Deshalb hatte ich persönlich dafür gesorgt, dass Sarah ein blaues Band trug. Abgesehen von einem Schild mit der Aufschrift „Eigentum des Biests“ war das der einfachste Weg gewesen, meinen Anspruch geltend zu machen.
Schon der Anblick ihrer prallen Brüste, die aus dem tiefen Ausschnitt ihres Kleides hervorquollen, hatte meinen Schaft sofort anschwellen lassen. Obwohl ich in diesem Moment nichts sehnlicher wollte, als sie auf der Stelle zu nehmen, hatte ich mich zur Geduld gezwungen.
Doch das bloße Beobachten wurde irgendwann zur Qual. Ich gierte danach, ihren Duft einzuatmen, den Klang ihrer Stimme zu hören und meine Hände endlich über ihren Körper gleiten zu lassen.
Schließlich hatte ich den Raum durchquert, um mit ihr zu sprechen, was uns zu diesem Moment geführt hatte. Nun jagte ich sie in die Wälder rund um das Anwesen. Als Sarah den Waldrand erreichte, verschwand sie in dem Sektor, der mit der Farbe ihres Bandes markiert war. Die meisten Teilnehmer solcher Veranstaltungen hatten zwar kein Problem damit, anderen beim Sex zuzusehen, doch die abgesteckten Reviere waren trotzdem hilfreich. Das Rascheln des Laubs unter ihren Füßen war Musik in meinen Ohren.
Während ich tiefer in den abgesperrten Bereich vordrang, sah ich mich wachsam um. Dann schloss ich die Augen und konzentrierte mich ganz auf mein Gehör. Als ich links von mir das verräterische Knacken von Zweigen vernahm, folgte ich dem Geräusch.
Sarah konnte nur bis zu einem bestimmten Punkt gelangen. Den Sektor zu verlassen, wäre ein Verstoß gegen die Spielregeln. Ich erinnerte mich an eine aufsässige Sub, die genau diesen Fehler begangen hatte. Danach hatte ich sie stundenlang zappeln lassen, bevor ich sie schließlich zum Höhepunkt gebracht hatte. Ich nahm an, sie hatte ihre Lektion gelernt.
Ich hoffte, dass ich bei Sarah nicht zu solchen Mitteln greifen musste.
Nun … wenn ich es mir recht überlegte, vielleicht doch.
Plötzlich war es still. Während aus der Ferne die Schreie und Rufe der anderen an mein Ohr drangen, war in meiner unmittelbaren Nähe kein Laut zu vernehmen. Das konnte nur eines bedeuten.
Sarah hatte beschlossen, sich zu verstecken.
„Komm raus, komm raus, meine Beute!“, rief ich mit bebender Stimme.
Als die Stille anhielt, krümmte ich die Finger und trat einen Schritt nach links. Dabei setzte ich behutsam einen Fuß vor den anderen, um Sarah nicht aufzuschrecken. Erneut schloss ich die Augen und lauschte.
Ich erstarrte, als mir ihr blumiger Duft in die Nase stieg.
„Dummes Küken. Weißt du denn nicht, dass man bei einer Jagd kein Parfüm tragen sollte?“
Ein verräterisches Keuchen zu meiner Rechten ließ mich aufhorchen. Ich stürmte durch das Gebüsch. Als etwas Blaues vor mir aufblitzte, machte ich einen Satz und packte Sarah am Arm. Ihr entwich ein Quietschen, als ich sie an meine Brust riss. „Hab dich.“
Sie versuchte noch, sich aus meinem Griff zu winden, doch es war zwecklos. Auf keinen Fall würde sie mir entkommen. Ich drehte sie in meinen Armen und starrte auf sie herab. „Halt still.“
Sie wurde augenblicklich reglos. Während sie zu mir aufblickte, befahl ich: „Rühr dich nicht vom Fleck.“
„Ja, Sir.“
Dann griff ich in die Tasche meiner Tunika und holte mehrere kleine Lichter hervor. Während manche Raubtiere die Dunkelheit liebten, zog ich es vor, meine Beute zu sehen.
Die Lust in ihrem Gesicht.
Den Saft ihrer Erregung an meinen Fingern und an meinem Schwanz.
Ihre Pussy, aus der mein Sperma troff.
Nachdem ich die scheibenförmigen Strahler um uns herum platziert hatte, kehrte ich zu Sarah zurück. „Jetzt kann ich dich sehen.“
Sie hielt den Kopf gehorsam gesenkt. Ich legte eine Hand an ihre Kehle und ließ meinen Daumen an ihrer Halsschlagader auf und ab gleiten. Ihr Puls raste spürbar.
„Gehörst du mir? Kann ich mit dir anstellen, was mir beliebt?“
„Ja, Sir“, keuchte sie.
„Dann geh auf die Knie“, befahl ich.
Ohne den Blick von mir abzuwenden, sank Sarah anmutig ins Gras, wobei ihr Kleid sich fächerförmig um sie bauschte. Als sie nach dem Bund meiner Hose griff, schlug ich ihre Hand beiseite. Überrascht runzelte sie die Stirn. „Habe ich dich angewiesen, meinen Schwanz auszupacken?“
„Nein, Sir.“
„Ich will, dass du mir zeigst, wie feucht du bist.“
Sie riss die Augen auf, doch sie gehorchte. Mit einer Hand raffte sie den Saum ihres Kleides und schob die andere zwischen ihre Schenkel. Als sie mit den Fingern durch ihre Spalte fuhr, wurde ihr Körper von einem heftigen Schauer erfasst.
Ich beugte mich vor und riss ihre Hand weg. „Nur ich bereite dir Lust.“
„Ja, Sir“, antwortete sie mit bebender Stimme.

Katie Ashley
Katie Ashley ist eine New York Times- und USA Today-Bestsellerautorin und lebt in der Nähe von Atlanta, Georgia. Zusammen mit ihrer Tochter Olivia ist sie Frauchen von Belle und Elsa, zwei Hunden, die sie aus dem Tierschutz übernommen hat. Katie Ashley ist süchtig nach Pinterest, der TV-Serie „Golden Girls“, Shakespeare, Harry Potter und Star Wars.
Katie Ashley
Katie Ashley ist eine New York Times- und USA Today-Bestsellerautorin und lebt in der Nähe von Atlanta, Georgia. Zusammen mit ihrer Tochter Olivia ist sie Frauchen von Belle und Elsa, zwei Hunden, die sie aus dem Tierschutz übernommen hat. Katie Ashley ist süchtig nach Pinterest, der TV-Serie „Golden Girls“, Shakespeare, Harry Potter und Star Wars.

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