Inhaltsangabe
Als Star-Left-Winger der Pittsburgh Titans blüht Atlas Karolak auf dem Eis auf, hält sein Privatleben jedoch bewusst unkompliziert. Das ändert sich schlagartig, als eine Tragödie ihn in eine unerwartete Partnerschaft zwingt – eine Partnerschaft, die seine Geduld auf die Probe stellt, sein Herz herausfordert und alles infrage stellt, was er über Liebe und Familie zu wissen glaubte.
Profihockey zu spielen war nicht nur ein Traum – es war der einzige, der je zählte. Mein ganzes Leben habe ich für diese Karriere gearbeitet, und jetzt, da ich für die Pittsburgh Titans spiele, bin ich genau dort, wo ich immer sein wollte. Mein Leben fühlt sich vollständig an.
Den Krebstod meines besten Freundes verkrafte ich schlechter, als ich es je erwartet hätte. Und während ich noch versuche zu begreifen, wie ich Abschied nehmen soll, trifft mich der nächste Schlag – denn er hat mich und Maddie St. James als gemeinsame Vormunde seiner Tochter eingesetzt.
Maddie und ich … wir sind keine Freunde. Wir sind kaum mehr als flüchtige Bekannte. Wenn ich Öl bin, ist sie Wasser. Aber für ein kleines Mädchen, das ohnehin schon zu viel verloren hat, müssen wir einen neutralen Umgang miteinander finden und herausfinden, wie wir gemeinsam Eltern sein können.
Sind wir dazu fähig? Das würde ich gern glauben. Haben wir panische Angst? Ohne jeden Zweifel. Können wir unsere Unterschiede beiseiteschieben und zusammenarbeiten? Ehrlich gesagt – das hängt vom jeweiligen Tag ab. Doch als aus Stress gestohlene Blicke werden und daraus gemeinsame Nächte, die wir nicht mehr rückgängig machen können, wird unsere Zweckgemeinschaft plötzlich sehr viel komplizierter.
Denn was als Pflicht begann, fühlt sich langsam verdächtig nach „Für immer“ an.
Teil 19 der erfolgreichen Pittsburgh Titans-Eishockey-Serie von New York Times Bestsellerautorin Sawyer Bennett.
Leseprobe
Atlas
Ich stehe wieder vor der Tür zu Grays Wohnung – genau wie bei meinem Besuch vor drei Wochen. Damals hat Maddie mir geöffnet und mich ins Schlafzimmer geführt, in dem Gray auf mich wartete. Er war zwar gebrechlich, aber am Leben. Hat geatmet. Trotz seiner Schmerzen hat er mich angelächelt.
Nun ist er tot.
Der Anruf kam heute Morgen, keine halbe Stunde nachdem das Teamflugzeug in Boston gelandet war. Wir befinden uns mitten in einer einwöchigen Auswärtsserie, die gestern Abend mit dem fantastischen Sieg gegen die Phantoms begonnen hat.
Als ich ihre Nummer auf dem Display sah, wusste ich sofort Bescheid. Ich saß neben Lucky im Bus vom Flughafen zum Teamhotel und flüsterte: „Scheiße.“
Lucky sah mich besorgt an, sagte aber nichts, weil ich das Gespräch entgegennahm. Es war das schlimmste Telefonat meines Lebens. Als Maddie mir sagte, dass er tot war, brach ihre Stimme, und obwohl wir gewusst hatten, dass es so kommen würde, traf es uns wie ein Cross-Check in die Rippen.
Die letzten Stunden sind verschwommen, wie in Nebel gehüllt. Kurz nachdem der Bus das Teamhotel erreicht hatte, rief ich ein Uber, um zum Airport zurückzufahren und nach Chicago zu fliegen. Unser Manager, Callum Derringer, wusste von Gray und hatte diesen Anruf genau wie ich erwartet. Es war eine schwierige Entscheidung, da wir uns in der letzten Woche der regulären Saison befinden und die erste Runde der Play-offs nächste Woche beginnt.
Aber Callum zögerte nicht, als ich ihn bat, nach Chicago fliegen zu dürfen. Das liegt auch daran, dass wir uns den ersten Platz gesichert haben und ich für die verbleibenden Spiele nicht mehr so wichtig bin. Er sagte, ich solle mir die Zeit nehmen, die ich brauche, und mir keine Sorgen um die letzten beiden Spiele machen. Rein technisch gesehen muss ich erst in fünf Tagen wieder in Pittsburgh sein, aber kein noch so freier Terminkalender erleichtert mir diesen Gang.
Ich klopfe leise an. Nach ein paar Augenblicken öffnet sie sich, und Maddie steht da. Sie hat Grayce auf der Hüfte, und ich bin überrascht von der Erleichterung, die mich überkommt, als ich sehe, dass sie das Baby hält. Das bedeutet, dass ich keinen unfassbar unbeholfenen Umarmungsversuch unternehmen muss, denn Herzlichkeit und Zärtlichkeit waren noch nie unser Ding. Ich weiß nicht, ob wir einander abgesehen von einem kurzen Händedruck, als wir uns vor Jahren zum ersten Mal begegnet sind, je berührt haben.
Aber was mich innehalten lässt, ist ihr Gesichtsausdruck. Trauer – unverfälscht und ungefiltert. Ihre Miene spiegelt meinen eigenen Schmerz wider, der irgendwo hinter der Rüstung verborgen ist, die ich auf und neben dem Eis trage.
Maddie tritt schweigend zurück, eine stille Einladung, und ich folge ihr ins Wohnzimmer. Sie lässt sich mit Grayce, die fröhlich brabbelt und nach Maddies Haaren greift, auf die Couch sinken.
Die Unschuld im Verhalten der Kleinen schmerzt unsagbar. Sie hat keinen Schimmer, dass sich ihre gesamte Welt verändert hat, ahnt nicht, was sie verloren hat.
Maddie starrt Grayce an, hält ihre winzigen Hände fest und macht alberne Geräusche. Sie ignoriert mich komplett.
„Alles in Ordnung?“, erkundige ich mich schließlich. Die Worte klingen auch für meine Ohren schwer und unzureichend.
Maddie schüttelt den Kopf. „Nein“, flüstert sie, den Blick auf das Baby gerichtet, was mich überrascht, da sie normalerweise keine solche Verwundbarkeit zeigt. Maddie lebt hinter einer Mauer aus emotionsunterdrückendem Beton. Dann, nach einer kurzen Pause, hebt sie den Blick. „Bei dir?“
„Ich habe das Gefühl, dass nichts mehr je so sein wird wie zuvor“, gebe ich zu. Meine Ehrlichkeit überrascht mich, aber was bringt es, zu lügen? Vermutlich werde ich diese Frau nach diesem Besuch nie wiedersehen.
Es herrscht eine schwere, unangenehme Stille zwischen uns, nur unterbrochen durch Grayces Babygeplapper.
Schließlich finde ich den Mut zu fragen: „Wie … ist es …“ Die Worte bleiben mir im Hals stecken.
„Wie es passiert ist?“, beendet sie meinen Satz unverblümt, ihre blauen Augen blitzen kurz vor Zorn auf, bevor sie sich wieder Grayce zuwendet, die nach einer von Maddies Creolen greift. Sie löst sanft die Fingerchen des Babys, und ich glaube zuerst, sie werde die Frage ignorieren, aber dann überbrückt ihre sanfte Stimme den Raum zwischen uns. „Ich weiß es nicht. Als ich hineinging, um ihm sein Morphium zu geben, lag er ganz still da. Ich wusste sofort, dass er tot war. Er sah so friedlich aus, und ich hätte dafür dankbar sein sollen, aber das war ich nicht. Ich war wütend, dass der Tod ihn mir genommen hat.“
Mir auch, denke ich, aber ich weiß, dass Maddie das nicht hören will oder muss. „Was wird mit dem Begräbnis?“
„Es wird keine Beerdigung geben“, sagt Maddie tonlos. „Gray wollte keine. Er sagte, es gäbe niemanden, der wichtig genug wäre, um die Kosten und Mühen zu rechtfertigen. Vielleicht ein paar Kollegen, aber“ – sie sieht mir in die Augen – „die einzigen Menschen, die ihm etwas bedeuteten, waren Grayce, du und ich.“
Diese Verfügung schockiert mich nicht. Gray hatte keine richtige Familie mehr. Nur die drei Menschen, die in diesem Raum sitzen, und obwohl er eine Handvoll entfernter Bekannter und Kollegen hatte, die er ganz gern mochte, waren diese Beziehungen irgendwie verkümmert, nachdem er Vater geworden war, da er seine ganze Energie auf seine Tochter konzentriert hatte.
„Er hat einen Brief hinterlassen.“ Maddie stellt Grayce auf ihre Oberschenkel, damit sie auf ihren Füßchen stehen kann. „Er sagte, wir sollten ihn gemeinsam lesen, wenn er gegangen ist.“
Das klingt beunruhigend. „Einen Brief?“
„Ja … das ist dieses Stück Papier, auf das Menschen ihre Gedanken schreiben und dann …“
„Ich weiß, was ein Brief ist“, brumme ich.
„Gut.“ Sie steht vom Sofa auf, kommt auf mich zu und reicht mir das Baby. „Halt sie gut fest, während ich ihn hole.“
Ich erstarre. „Wie bitte?“
„Nimm Grayce“, wiederholt sie. „Der Brief ist in seinem Safe, und ich brauche beide Hände.“
„Ich halte das für keine gute Idee“, stottere ich und strecke die Handflächen aus, als wollte ich sie abwehren. Grayce gurgelt nur und rudert in ihrem Strampler mit den Pandabären darauf mit den Füßen.
„Verdammt noch mal, Atlas“, blafft Maddie und drückt mir das Kind tatsächlich in die Arme. „Grayce beißt nicht. Ich glaube mich zu erinnern: Du hast sie schon einmal gehalten.“
„Einmal“, antworte ich, während ich Grayce unwillkürlich festhalte, „und das war direkt nach ihrer Geburt, als sie sich noch nicht so viel bewegt hat.“
„Du schaffst das schon“, sagt Maddie gedehnt und macht auf dem Absatz kehrt.
Meine Hände fühlen sich derb und ungeschickt an. Ich habe keine Erfahrung mit Babys, und als ich Grayce kurz nach ihrer Geburt im Arm hielt, war das so verdammt unangenehm, dass ich mir schwor, das nie wieder zu tun. Gray hat mich bei meinen Besuchen nie dazu gedrängt, und ich habe auch nicht danach gefragt. Wir waren beide zufrieden damit, dass ich sie nur ansah und sie manchmal einen meiner Finger umklammern ließ.
Grayce schaut mich mit großen Augen an, Sabber glänzt auf ihrem Kinn. Mir dreht sich der Magen um. Was, wenn sie anfängt zu weinen? Oder, Gott bewahre, sich übergeben muss? Ich halte sie von mir weg, ihre braunen Augen, die genau wie die Grays aussehen, starren mich fragend an. Ich starre zurück und wünschte, Maddie würde sich verdammt noch mal beeilen.
Ich recke den Hals und schaue den Flur hinunter. Warum dauert das denn so lange?
Panik überfällt mich. Ich nehme sie voller Angst, ich könnte sie fallen lassen, ein bisschen anders, aber Grayce brabbelt nur fröhlich vor sich hin. Sie streckt ihre pummeligen Fingerchen aus, um sich am Band meiner Kapuzenjacke festzuhalten. Ihr Gesicht ist vor Konzentration verkniffen. Dann richtet sie den Blick auf mich und sieht mich so ernst an, dass es aussieht, als wolle sie mit mir kommunizieren. Grayce produziert eine Speichelblase und sagt etwas, das wie „Da“ klingt.
Hat sie „Dad“ gesagt? Weiß sie, dass Gray tot ist? Weiß sie überhaupt, dass er krank war? Keine Ahnung, welche Rolle Grayce in den letzten Tagen ihres Vaters gespielt hat. Ich möchte Maddie all das fragen, aber ich bin mir nicht sicher, ob sie mir Auskunft geben würde, zumal ich mich sogar davor scheue, das Kind zu halten.
Nach wenigen Augenblicken entspannen sich meine Schultern, weil Grayce sich nicht zu unruhig verhält. Sie ist viel schwerer als beim letzten Mal, als ich sie gehalten habe, weshalb ich sie auf meinen Unterarm lege. Wärmer ist sie auch. Ein lebender Teil Grays, und seltsamerweise lindert das den Schmerz ein wenig.
„Wer ist ein süßes Baby?“, flüstere ich fast zu mir selbst. „Wer hat beim Verteilen der Goldigkeit ziemlich oft hier geschrien?“
Sie plappert vor sich hin und grinst, und … das bringt mich zum Lächeln.
Ich muss an Gray denken – daran, wie er sich seiner Vaterrolle gestellt hat. Ein One-Night-Stand führte zu einer Schwangerschaft, und obwohl er und Grayces Mutter nie eine Beziehung eingegangen sind, war er an jedem Schritt beteiligt. Sie einigten sich auf gemeinsames Sorgerecht und Unterhalt, und Gray war so glücklich, Vater zu werden. Doch dann starb Grayces Mutter bei der Geburt, und das stellte seine Welt auf den Kopf. Der Mann hat sich nie beschwert, nie Ausflüchte gesucht. Er war einfach von da an Vater, und zwar ein verdammt guter. Ein besserer, als ich es je hätte sein können, und ich habe ihm klar gemacht, dass ich stolz auf ihn war.
„Ich werde dafür sorgen, dass du weißt, wie großartig dein Vater war“, flüstere ich und streiche mit einem Finger über ihr Händchen. „Er war der Beste.“
Maddie taucht wieder auf und hat einen Umschlag in der Hand. Sie bleibt in der Tür stehen und lächelt leicht über meine ungelenke Haltung. „Willst du tauschen? Brief gegen Baby?“
„Bitte“, brumme ich verzweifelter, als ich zugeben möchte.
Sie nimmt mir Grayce ab, und ich nehme das Kuvert entgegen, das plötzlich viel schwerer ist als das Baby. „Weißt du schon, was darin steht?“, frage ich, während ich mich auf einen der Stühle setze.
Maddie schüttelt den Kopf und lässt sich auf die Kante der Couch nieder. „Ich weiß nur, dass er wollte, dass wir ihn zusammen lesen, und wir das so schnell wie möglich tun sollten.“
„Wahrscheinlich, um uns zu sagen, wir sollten nett zueinander sein“, murre ich.
„Was nicht nötig wäre, wenn du nicht die meiste Zeit so ein Idiot wärst“, antwortet sie, und ich weiß nicht, ob sie scherzt. „Lies ruhig.“
Ich schiebe einen Finger unter die Lasche, um das Siegel zu brechen, falte das Papier auseinander und sehe, dass es ein handschriftlicher Brief von Gray ist. Ich räuspere mich.
Liebe Maddie, lieber Atlas,
wenn ihr das lest, bin ich nicht mehr bei euch, und ich kann mir vorstellen, dass ihr einander düster anstarrt und nicht wisst, was ihr tun sollt. Ich werde keine Zeit damit verschwenden, euch zu sagen, dass ich jetzt an einem besseren Ort bin, denn ich habe in Wahrheit keine Ahnung, was nach dem Tod passiert. Das Einzige, dessen ich mir sicher bin, ist mein unerschütterlicher Glaube daran, dass ihr beide ohne mich weitermachen werdet. Ich will, dass ihr wisst, dass ich am Ende keine Angst hatte.
Es schnürt mir die Kehle zu, eine unbewusste Furcht macht sich in mir breit. Zu wissen, dass er keine Angst hatte, ist ein Trost, aber ich verspüre eine bedrohliche Welle meiner eigenen Sterblichkeit. Bis zu diesem Augenblick habe ich nie viel darüber nachgedacht. Ich schüttle die düsteren Gedanken ab und fahre fort:
Ihr seid meine besten Freunde. Ein Mann kann kein größeres Glück haben, als euch beide an seiner Seite zu haben, in guten wie in schlechten Zeiten.
Atlas … Du bist seit unserem fünften Lebensjahr mein Wingman. Du warst nicht nur ein Freund, sondern mein Bruder. Maddie … Du warst die Schwester, die ich nie hatte, und ich bedauere lediglich, dass ich Dich nicht schon früher kennengelernt habe.
Ich weiß, Du hast bereits zugestimmt, Grayce aufzunehmen …
Ich hebe abrupt den Kopf und sehe Maddie an. Darauf war ich nicht vorbereitet, aber andererseits habe ich mir diese Fragen auch nie gestellt. Doch es ergibt Sinn. Gray hat keine Familie, und die von Grayces Mutter hat kein großes Interesse an dem Baby gezeigt.
Maddie starrt mich entschlossen an und nickt dann in Richtung des Briefs in meinen Händen, also lese ich weiter vor.
Ich muss Dir nicht sagen, wie viel es mir bedeutet, zu wissen, dass Grayce in deiner liebevollen Obhut aufwachsen wird. Du wirst die beste Mutter sein, die man sich vorstellen kann, und ich hoffe, dass Grayce einmal genauso sein wird wie Du.
Aber Du schaffst das nicht allein. Nimm es mir nicht übel, aber Grayce braucht mehr als nur eine Person, die versucht, ihren Vater zu ersetzen. Sie braucht jedes Quäntchen Liebe und Unterstützung, die sie bekommen kann. An dieser Stelle kommst Du ins Spiel, Atlas.
Mir dreht sich der Magen um, und ich schaue zu Maddie hinüber, der beinahe die Augen aus den Höhlen treten. Sie hatte davon auch keine Ahnung.
Jeder Instinkt in mir sagt mir, ich solle den Brief zurück in sein Kuvert stecken und ihn ignorieren, aber ich weiß auch, dass ich mich selbst nicht mehr im Spiegel ansehen könnte, wenn ich das täte.
Ich brauche Deine Hilfe. Du musst Maddie bei der Erziehung meiner Tochter unterstützen. Nicht nur als Onkel oder Ersatzvater, sondern als ihr Dad. Ich möchte, dass Du ihr Vater bist. Sie braucht Deine ruhige Hand, Deinen starken Willen, Dein Herz. Alles, was Dich ausmacht – das ist es, was ich mir für sie wünsche. Ich kann ihr das nicht mehr geben, aber Du kannst es.
Wir sind keine leiblichen Geschwister, aber durch all unsere gemeinsamen Lebenserfahrungen bist Du mein Wahl-Bruder. Ich vertraue Dir bedingungslos und weiß, dass Du für Grayce da sein wirst, auch wenn es schwer wird. Deshalb habe ich bis nach meinem Tod gewartet, um Dich darum zu bitten: damit Du nicht mit mir darüber streiten kannst. Ich weiß, Du wirst jetzt nicht Nein sagen.
Alle juristischen Angelegenheiten sind geregelt. Die Unterlagen sind in meinem Schließfach. Alles ist für die Vormundschaft und die Adoption vorbereitet. Ich wollte es euch einfach machen, denn das Leben ist schon kompliziert genug.
Passt auf sie auf – und aufeinander. Bitte enttäuscht mich nicht.
Gray
P. S.: Seid nett zueinander.
Ich senke den Brief. Meine Kehle ist wie zugeschnürt. Maddies Augen glänzen feucht, sie starrt Grayce an.
„Wusstest du davon?“, frage ich heiser. Mein Mund ist so trocken, dass ich kaum sprechen kann.
Maddie schüttelt den Kopf. Dann sieht sie mich an. Ich sehe immer noch die Trauer in ihrem Blick, aber auch einen Hauch von Wut. Ihr passt das genauso wenig wie mir. „Ich brauche deine Hilfe nicht“, stellt sie klar. „Auch wenn Gray das anders gesehen hat.“
Starke Worte von einer nach außen starken Frau. Aber ich kenne sie nicht und vertraue ihr nicht. Gray hat augenscheinlich Pläne mit Maddie besprochen, darunter auch, dass sie Grayces Mutter werden sollte. Aber er hat mit mir nicht über diese verrückte Idee geredet, dass ich mich einbringen soll. Vielleicht geht es dabei um Geld? Er weiß, dass ich die Mittel habe, seiner Tochter alles zu geben, was sie sich je wünschen könnte.
Aber dahinter muss mehr stecken. Wenn es nur um Geld ginge, hätte er mich auch nur darum gebeten.
Nein, Gray schien zu glauben, ich sei für das Wohlergehen seiner Tochter notwendig, und das muss ich respektieren.
Damit stellt sich die Frage: Soll ich seinen Wunsch akzeptieren? Soll ich mein Leben auf den Kopf stellen, um ungeplant die Vaterrolle zu übernehmen? Sicher, irgendwann werde ich heiraten und Kinder haben, aber dafür bin ich eigentlich noch nicht bereit.
Ich lege den Brief weg und sinke in den Stuhl zurück. Gott, wie konnte alles so schwierig werden? Das ganze Ausmaß dessen, was ich verloren habe und was Gray mir auferlegt hat, lastet schwer auf mir.
„Keine Ahnung, wie ich damit umgehen soll.“ Ich muss das einfach loswerden. Auf ein solches Ausmaß von Verantwortung kann ich mich nicht einlassen, ohne gründlich darüber nachzudenken und Innenschau zu betreiben.
„Wie gesagt, ich brauche deine …“
„Das habe ich kapiert“, unterbreche ich sie. „Du bist unabhängig, stark, selbstsicher, verfügst über alle Eigenschaften, die eine großartige Mutter ausmachen. Aber nichts für ungut, ich vertraue Gray, nicht dir, und er wollte, dass ich mich einbringe.“
Ihr Blick wird hart, was mir ein wenig Angst macht, doch sie drückt Grayce sanft an sich. „Nun, nichts für ungut, aber ich traue dir auch nicht.“
„Aber Gray hast du vertraut, oder?“
Sie starrt mich stumm an.
Ich stehe von der Couch auf. „Maddie, ich brauche etwas Abstand. Aber ich komme wieder.“
Maddie antwortet nicht, erhebt sich aber ebenfalls und setzt Grayce auf ihre Hüfte. Die Kleine schmiegt den Kopf an sie, und Maddie fragt: „Hast du Hunger? Ich ahne Apfelmus in deiner Zukunft.“
Tja, ich ahne eine Menge Ärger in meiner Zukunft. Ich brauche objektiven Rat, und zwar sofort.
Maddie
Der Himmel ist grau und düster, und am Horizont zieht ein Sturm auf, der perfekt zu meiner Stimmung passt. Mein bester Freund ist tot, und nun beginne ich ein völlig neues Leben als Vormund – oder besser: als Mutter – eines wunderschönen kleinen Mädchens. Sie sitzt in ihrem Laufstall auf der anderen Seite des Raumes und knabbert an einer vollgesabberten Plastikgiraffe, während ich im Schneidersitz auf dem Boden in Grays Büro hocke.
Als Gray starb, war ich mental so gut vorbereitet, wie ich nur sein konnte. Ich hatte bereits vorweg angefangen zu trauern, wenn es das überhaupt gibt. Es war letztlich nur eine Frage der Zeit gewesen, und ich empfand sogar einen Augenblick der Erleichterung, als sein Leiden – und, seien wir ehrlich, auch meines – vorbei war.
Ich bin auch darauf vorbereitet, für Grayce die ganze Welt zu sein. Als Gray die Diagnose erhielt und wir noch nicht wussten, wie schlimm es wirklich war, bat er mich, sie zu mir zu nehmen.
„Wenn ich sterbe“, hatte er gesagt.
Ich unterbrach ihn mit einem strengen Blick. „Du wirst nicht sterben.“
„Falls ich sterbe“, korrigierte er sich. „Wirst du dich um Grayce kümmern?“
Ich wollte nicht über solche Dinge reden. Meine ganze Energie konzentrierte sich darauf, wie ich ihn heilen könnte. Aber er bedrängte mich, und schließlich versprach ich: „Natürlich werde ich mich um sie kümmern.“
Danach besprachen wir das wochenlang. Gray verbrachte alle seine klaren Augenblicke damit, mir zu erzählen, was er sich für Grayce wünschte. Er nahm sogar Videos auf, die ich ihr zu bestimmten Meilensteinen zeigen sollte. Zu jedem Geburtstag, bis sie sechzehn wurde, Ratschläge zum Autofahren, zum Schulabschluss, zum College und natürlich zur Hochzeit. In all diesen Unterhaltungen und Planungen hat er mir kein einziges Mal zu verstehen gegeben, dass er Atlas einbeziehen wollte.
Ja, ich verstehe, wie sehr er diesen großen Trottel liebt. Sie haben eine lange gemeinsame Geschichte, und ich weiß, dass Gray Atlas wie einen Bruder sah und umgekehrt. Aber er hat nie infrage gestellt, dass ich Grayce allein großziehen kann. Es gab kein Anzeichen dafür, dass er dachte, ich bräuchte Atlas.
Dieser Brief kam für mich völlig überraschend. Ich bin immer noch fassungslos und versuche, diese komplizierte Lage zu verarbeiten, denn ich habe keine Ahnung, was Atlas tun wird. Er hat mir heute Morgen jedoch eine SMS geschickt, um mir mitzuteilen, dass er vorbeikommen werde, um darüber zu sprechen.
Um einen Überblick über die chaotische Situation zu bekommen, habe ich beschlossen, heute alle zur Bewältigung der Folgen von Grays Tod nötigen Unterlagen durchzugehen. Wie immer ist alles ordentlich sortiert, mit farbcodierten Ordnern und beschrifteten Heftern. Er hat in den letzten Wochen alles mit mir durchgesehen.
Gray hatte ein Treuhandkonto für Grayce eingerichtet und genau festgelegt, wie ich seinen Nachlass für sie verwenden soll. Die Lebensversicherungsunterlagen sind ordentlich abgeheftet, die Arztrechnungen liegen in einem anderen Stapel.
In einem versiegelten Umschlag befinden sich die Vormundschaftspapiere, in denen festgelegt ist, wer für seine Tochter verantwortlich sein würde.
Ich öffne ihn und überfliege die Seiten.
Zwei Sätze – einer, in dem wir beide als gleichberechtigte Vormünder aufgeführt sind, und ein zweiter, in dem er mir die alleinige Vormundschaft überträgt, falls Atlas sich entscheiden sollte, die Aufgabe nicht zu übernehmen.
Dieser Gedanke schnürt mir die Kehle zu. Wusste Gray, dass Atlas das vielleicht nicht wollen würde? Hatte er mit einer Absage gerechnet? Oder wollte er nur sicherstellen, dass ich nicht an juristischen Formalitäten scheitere, falls Atlas Nein sagt?
Wie auch immer, Gray scheint an alles gedacht zu haben. Es gibt keine Regelungslücken, keine unbeantworteten Fragen. Dafür hat er gesorgt.
Dennoch bleibt eine Frage offen … Warum Atlas?
Ich kenne die Antwort. Er ist erfolgreich und verdient in einer Saison mehr Geld, als ich in meinem ganzen Leben erarbeiten werde. Aber Geld ist doch nicht alles! Ich bin vielleicht Sozialarbeiterin, die Coupons ausschneidet und Sonderangebote einkauft, aber ich kann eine verdammt gute Mutter sein, auch mit kleinem Budget. Grayce braucht kein Luxusleben. Sie braucht Liebe, Beständigkeit und jemanden, der nicht davonläuft, wenn es schwierig wird.
Erneut blättere ich den Stapel durch, meine Sicht verschwimmt. Trauer brennt hinter meinen Augen, aber darunter liegt die schärfere Klinge des Zorns. Weil Gray mir dieses unmögliche Chaos hinterlassen hat, weil Atlas den Brief wie ein Todesurteil für sich selbst statt wie eine Rettungsleine für Grayce ansieht und weil ich in Grays Augen nicht gut genug bin.
Ich wische mir die Tränen weg und zwinge mich, praktisch zu denken. Ich brauche eine Sterbeurkunde, ehe ich Versicherungsansprüche geltend machen kann, und muss eine Todesanzeige schreiben. Dieser Gedanke lässt mich zusammenbrechen.
Ein lautes Klopfen an der Haustür lässt mich zusammenzucken. Grayce quietscht fröhlich in ihrem Laufstall, als wüsste sie, wer da kommt. Mein Herz schlägt schneller, gleichermaßen aus Angst und … einem Gefühl, das ich nicht benennen kann.
Ich erhebe mich vom Boden und streichle Grayce über den Kopf, als ich an ihr vorbeigehe. „Bin gleich wieder da.“
Sie gurrt und produziert eine Spuckeblase.
Im Flur atme ich tief durch und zwinge mich, freundlich zu sein und meine Wut zu unterdrücken. Ich verbiete mir strikt, Atlas meine Trauer zu zeigen. Diese Verletzlichkeit geht ihn nichts an.
Ich öffne die Tür, und da steht Atlas Karolak. Kurzes, dunkles Haar, Seitenscheitel, seltsam scharf und ordentlich. Haselnussbraune Augen, die je nach Lichteinfall zwischen Grün und Gold changieren. Er ist groß, knapp 1,90 m, und gebaut wie ein Profisportler – breite Schultern, kräftige Brust, Oberschenkel, die die Nähte seiner Jeans auf die Probe stellen.
Es ärgert mich, wie attraktiv er ist. Wirklich beeindruckend. Die Art von Mann, die alle Blicke auf sich zieht, wenn er einen Raum betritt, und er schreitet einher, als wüsste er das. Nun, er schreitet nicht wirklich, sondern tritt mit absoluter Selbstsicherheit auf, aber ich hasse es, dass ich selbst in meiner Trauer, selbst in meiner Wut bemerke, wie anziehend er ist.
„Ich bin wieder da“, sagt er mit tiefer, rauer Stimme. Wenn ein Mann, der so heiß ist wie er, so beschissen aussehen kann, dann nach dem Tod seines besten Freundes. Er ist blass, seine Augen sind trüb vor Trauer.
„Hey“, antworte ich und trete zurück, um ihn einzulassen, obwohl ein Teil von mir sich wünscht, ich könnte die Tür zuschlagen und ihn aus dieser ganzen Sache heraushalten.
„Wo ist Grayce?“, fragt er.
„Hinten.“ Ich drehe mich um und gehe in Grays Büro, wohl wissend, dass Atlas mir folgen wird.
Als wir eintreten, richtet sich Grayce in ihrem Laufstall auf und lacht, als hätte sie gerade ihr Lieblingsspielzeug gesehen. Sie stützt sich mit beiden Händen an der Gitterwand ab und steht mit wackeligen Knien auf.
Atlas bleibt stehen. „Augenblick mal … das kann sie schon? Allein aufstehen?“
In seiner Stimme liegt echtes Erstaunen, und trotz allem erwärmt mich ein Anflug von Stolz. „Ja. Seit etwa einer Woche zieht sie sich am Gitter hoch. Es wird nicht mehr lange dauern, und sie macht ihre ersten Schritte.“
Er geht langsam zu ihr und kauert sich hin, sodass er auf Augenhöhe mit ihr ist. Sie strahlt und greift nach seinem Finger, als er ihn ihr hinhält. Grayce lächelt und hüpft auf ihren kleinen Beinen.
„Stark wie ihr Vater“, brummt Atlas, und sein Gesichtsausdruck wird weicher. Es tut mir weh, das zu sehen. „Weißt du, dein Vater hat mal versucht, mich huckepack durch die Nachbarschaft zu tragen, als wir zehn waren. Wir haben es nicht einmal einen Block weit geschafft, bevor wir beide auf der Straße lagen. Aufgeschürfte Knie, Schürfwunden – das volle Programm eben. Er hat trotzdem geschworen, er sei stark genug. Das hast du wohl von ihm geerbt.“
Grayce plappert Atlas nach, als würde sie jedes Wort seiner Geschichte verstehen. Es schnürt mir die Brust zusammen. Gott, was sie alles verloren hat!
Was wir alles verloren haben.
Ich räuspere mich, muss den Bann brechen. „Hast du mittlerweile eine Entscheidung getroffen?“
Atlas schaut mich über die Schulter hinweg an. Jegliche Sanftheit verschwindet, als er sich vom Boden erhebt. „Nein.“
„Wann wirst du sie treffen?“ Meine Frage klingt schärfer als beabsichtigt, doch ich bereue es nicht.
„Bald“, antwortet er. „Ich muss vorher noch etwas erledigen. Mein Flugzeug startet in vier Stunden.“
Er fliegt weg? „Wohin willst du?“
„Ich muss mit einem Freund reden, um mir Klarheit zu verschaffen“, entgegnet er zögernd. „Morgen bin ich zurück.“
Daraufhin lasse ich mich in den Sessel sinken und ziehe einen Stapel Papiere auf meinen Schoß. „Gut, tu, was du nicht lassen kannst. Ich habe hier genug zu tun, um mich beschäftigt zu halten.“
„Brauchst du irgendwelche Hilfe?“
„Nein.“ Mein Tonfall ist schroff. „Gray war sehr organisiert. Ich komme klar.“
Er bleibt trotzdem neben mir stehen, wirkt dabei unbeholfen und zu groß für den Raum. Ich bin so genervt, dass meine Haut kribbelt. „Willst du dich nützlich machen?“, brumme ich, ohne ihn anzusehen. „Hilf mir bei der Todesanzeige.“
„Der Todesanzeige?“, fragt er leise.
„Ja, das ist diese schriftliche Mitteilung …“
„Schon klar, ich weiß, was das ist“, unterbricht er mich brüsk.
Ich drücke mir die Nasenwurzel und atme tief durch, während Grays Worte „Seid nett zueinander“ in meinem Kopf nachhallen. Dann öffne ich die Augen und sehe Atlas so höflich und kontrolliert an, wie ich nur kann. „Ich würde mich über deine Hilfe sehr freuen. Du weißt Dinge über seine Kindheit, die ich nicht weiß.“
Es schmerzt mich verdammt noch mal, zuzugeben, dass ich etwas von ihm brauche. Dass ich nicht alles über Gray weiß, während er alles über mich wusste.
„Gut“, sagt er sanft. Vielleicht spürt er, wie zerbrechlich ich mich fühle. „Ich helfe dir gerne dabei.“
Ich logge mich in Grays Computer ein, und Atlas stellt sich hinter mich, so nah, dass ich sein Duschgel rieche. Meine Finger schweben über der Tastatur.
„Was schreiben wir also?“, frage ich.
Atlas beugt sich ein wenig vor und verschränkt die Arme. „Fang mit den Grundaussagen an. Gray Donovan, siebenundzwanzig, geliebter Vater …“
Es schnürt mir wieder die Kehle zu, aber ich tippe die ersten Zeilen und füge dann hinzu: „Er hinterlässt seine Tochter Grayce …“
„Sowie seine engsten Freunde“, ergänzt Atlas. „Das würde er sich wünschen. Wir beide waren seine Familie.“
Ich nicke, tippe unsere Namen und setze Atlas’ an die erste Stelle. „Er arbeitete als Buchhalter und liebte Eishockey, Angeln …“
„Und Videospiele“, unterbricht mich Atlas mit einem leichten Lächeln.
Ich drehe mich um und ziehe die Augenbrauen hoch. „Echt?“
Er zuckt die Achseln. „Wir sind manchmal die halbe Nacht wach geblieben und haben Call of Duty gespielt. Er war ein Tier.“
Das entlockt mir ein leises, aber echtes Lachen. „Das hätte ich nicht gedacht. Ich dachte immer, er würde in seiner Freizeit lesen oder ESPN schauen.“
„Das hat er auch“, bestätigt Atlas und sieht Grays Tochter an. Sein Blick ist wieder ganz weich. „Aber er hat auch stundenlang über sie geredet. Er hat mir mindestens zwanzig Fotos pro Tag geschickt und damit geprahlt, wie schlau sie ist.“
Ich schaue wieder auf den Monitor und blinzele heftig. „Er hat mir mal erzählt, dass sein stolzester Moment war, als sie endlich durchgeschlafen hat. Er sagte, das sei besser als jeder Lottogewinn.“
Wir schweigen einen Augenblick lang, nur das Klackern der Tasten erfüllt den Raum.
Schließlich sagt Atlas: „Wir beide kannten wohl ganz unterschiedliche Seiten von ihm.“
„Ja“, flüstere ich. „Das stimmt.“
Er tritt dichter hinter mich und senkt die Stimme. „Erzähl mir etwas über ihn, das ich nicht weiß.“
Ich schaue überrascht zu ihm auf. „Was denn zum Beispiel?“
„Irgendetwas“, antwortet er mit einem Achselzucken. „Eben etwas, das ich nicht weiß. Etwas, wovon er mir nie erzählt hat.“
Ich lasse die Hände in den Schoß sinken. „Er hat Grayce jeden Abend vor dem Zubettgehen etwas vorgesungen. Völlig schief, schrecklich. Die Hälfte der Zeit hat er die Texte improvisiert, weil er die richtigen nicht kannte. Ihr war das egal, und es hat immer geklappt. Sie ist jedes Mal sofort eingeschlafen.“
Atlas lacht leise. „Das hat er mir nie erzählt, aber er hat immer geschworen, er hätte eine gute Singstimme.“
„Dann hat er gelogen“, entgegne ich, und ein flüchtiges Lächeln huscht über mein Gesicht. „Aber es war trotzdem irgendwie süß.“
Atlas beugt sich näher zu mir, ich spüre seine Körperwärme in meinem Rücken. „Danke, dass du mir das erzählt hast.“
Ich schlucke schwer und sehe erneut blinzelnd auf den Monitor. „Du bist dran.“












