Federzirkel: Bittersüße Hingabe

Erschienen: 06/2015
Buchtyp: Novelle
Serie: Federzirkel
Teil der Serie: 2

Genre: Soft-SM / BDSM

Location: England

Seitenanzahl: 136


Erhältlich als:
paperback & ebook

ISBN:
Print: 978-3-86495-171-8
ebook: 978-3-86495-172-5

Preis:
Print: 7,90 €[D]
ebook: 2,49 €[D]

Erhältlich bei u.a.:

und allen gängigen Onlinehändlern und im Buchhandel

Federzirkel: Bittersüße Hingabe


Inhaltsangabe

Kate Martin hat ihre nächsten Jahre genau geplant, und in ihnen ist kein Mann vorgesehen. Schon gar keiner, der nicht nur ihr Herz, sondern auch ihren Po zum Glühen bringt!
Doch genau das geschieht nach einer wilden Nacht mit Roger Black, einem der Maestros des Federzirkels. "Einmal ist genug", beschließt Kate. Doch sie hat nicht mit Rogers Hartnäckigkeit gerechnet, der mehr als verzaubert von dem wilden Lockenkopf ist. Er nimmt die Jagd auf, und ein wildes Spiel der bittersüßen Hingabe beginnt.

Teil 2 der Federzirkel-Reihe.

Über die Autorin

Linda Mignani wurde in Kirkcaldy (Schottland) geboren und lebt glücklich verheiratet im Ruhrgebiet. Schreiben und Malen zählen zu ihren Leidenschaften und beides hat erstaunlich viel gemeinsam. Frauenuntypisch besitzt sie nur eine Handtasche aber unzählige Turnschuhe und noch mehr Wanderschuhe, die...

Weitere Teile der Federzirkel Serie

Leseprobe

Roger überquerte die Straße und lief die drei Stufen hoch, die in das Backsteingebäude führten, in dem sich die Praxis befand. Kaum öffnete er die Tür, waberte der typische, zahnärztliche Geruch um ihn herum, von dem er keine Ahnung hatte, was genau ihn verursachte. Das reichte, um seinen Herzschlag zu beschleunigen.
Kristen lächelte ihm zu, sobald er eintrat. Die Rothaarige war Dr Waylands Nichte und hatte die Rezeption fest im Griff. Ihre Haare funkelten bei jeder Bewegung, allerdings war dies nicht ihre echte Farbe, jedoch stand sie ihr besser als das aschblond.
„Guten Morgen, Mr Black. Pünktlich wie immer.“ Sie...

...wertete Verspätungen als einen persönlichen Affront.
„Guten Morgen, Kristen. Kann ich sofort ins Behandlungszimmer?“
„Ja, Raum zwei. Aber es gibt ein kleines Problem. Mein Onkel liegt mit einer Grippe im Bett. Doch wir haben eine neue Ärztin, Dr Kate Martin. Ich hoffe, es macht Ihnen nichts aus, sich von ihr behandeln zu lassen.“
Eine Ärztin?
„Sie wird in ein paar Jahren die Praxis übernehmen. Sie sind bei ihr in guten Händen.“
„Kein Problem. Raum zwei?“
Sie nickte. „Helen ist sofort bei Ihnen, und Dr Martin ist gleich mit der Behandlung des Patienten fertig.“
Roger wandte sich nach rechts und betrat den Behandlungsraum, der sich frisch gestrichen in einem zarten Gelb präsentierte, und auch der cremefarbene Behandlungsstuhl war neu. An der Wand hing ein Bild von einem Sonnenblumenfeld. Allerdings befürchtete er, dass die beruhigende Farbgestaltung bei vielen Patienten vergeblich war. Roger setzte sich und zuckte zusammen, da der Bohrer aus dem Nebenraum ertönte.
Er hasste das!
Sekunden später kam Helen in den Raum. Die Kleine raubte ihm die eigene Nervosität, da sie sich vor ihm fürchtete und es nicht verbergen konnte.
Er mochte das!
Sie war Anfang zwanzig und trug das braune Haar zu einem Zopf gebunden.
„Guten Morgen, Mr Black.“
„Helen! Sie sehen bezaubernd aus. Haben Sie eine neue Brille?“
Sie starrte ihn an, als hätte er ihr befohlen, sich auszuziehen. Er wusste, dass seine Beobachtungsgabe auf viele Menschen einschüchternd wirkte. Ihm entging selten etwas, allerdings war dieses Attribut eine Grundvoraussetzung, um ein Maestro im Federzirkel zu sein. Sie waren ausreichend geschult worden und wiederholten das Training ständig. Das Wohlergehen des devoten Parts hatte immer oberste Priorität, ausnahmslos, auch wenn er sich die Seele aus dem Leib schrie und kurzfristig anderer Meinung war. Aber die kleinsten Hinweise konnten den Unterschied zwischen einer erfüllenden oder einer höllischen Session bedeuten. Ein angerichteter Schaden ließ sich meistens nur schwer reparieren und manchmal gelang es nie, die zerstörten Teile zusammenzufügen, egal, wie sehr man sich bemühte. Wenn der devote Part das Vertrauen verlor, war das fatal. Das Gleiche galt auch für die dominante Seite. Es gab nichts Schlimmeres als eine lügende Sub, die dem Top eine Scharade vorspielte oder es zumindest versuchte.
„Mein Freund hat nicht bemerkt, dass sie neu ist.“ Die leise Stimme von Helen riss ihn aus den Gedanken.
„Dann ist er nicht aufmerksam genug.“
Er sah in ihren Augen, dass die Beziehung sie nicht glücklich machte, aber sie war zu unerfahren, um es zu erkennen. Der Junge würde ihr das Herz brechen. Sie griff nach einem der Papiertücher und befestigte einen Clip daran, der an einer Kette hing. Ihre Hände verrieten deutlich ihre Verunsicherung.
„Darf ich?“ Sie stand inzwischen neben ihm, legte das Tuch auf seine Brust, führte die Kette hinter seinem Kopf durch und fixierte nach drei Anläufen die zweite Klemme. Roger verkniff sich das Schmunzeln. Ein Geräusch an der Tür weckte seine Aufmerksamkeit.
Wow!
Eine Elfe verweilte im Türrahmen und starrte ihn an, als würde sein Anblick ihr den Boden unter den Füßen wegreißen. Im ersten Moment hielt er sie für eine neue Assistentin, doch er korrigierte seinen Eindruck im selben Augenblick.
Dr Kate Martin!
Ihr zierlicher Körper steckte in einer saphirblauen Tunika aus Baumwollstoff und einer Jeans, und der dunkle wilde Lockenkopf war ein Indiz auf die feurige Person, die ihn trug. Sie verharrte direkt an der Türschwelle, sobald sich ihre Blicke trafen und nicht mehr trennten. Roger fühlte sich, als prallte er erst gegen eine Betonwand, um anschließend benommen vor ihr zu stehen, während er nichts anderes wahrnahm als Kate. Niemals zuvor hatte er Ähnliches gefühlt. Sie war nicht nur zierlich, sondern auch klein, und in ihrem ovalen Gesicht gab es weder harte Kanten noch hohe Wangenknochen.
Es war Kate, die sich zuerst aus der Starre befreite. Sie öffnete den Mund und leckte mit der Zunge über ihre rosarote Unterlippe, ehe sie ihn anlächelte.
Grübchen! Natürlich hatte sie Grübchen.
„Guten Morgen, Mr Black“, sagte sie, als sie näher kam.
Ihre Stimme war melodisch, wenn auch ein wenig atemlos. Er schätzte sie auf Anfang dreißig. Sie versuchte, ihre Reaktion auf ihn durch Professionalität zu kaschieren, doch dazu war es längst zu spät. Ihre Finger zitterten leicht, als sie ihm die Hand reichte. Er musste sich zwingen, sie nicht festzuhalten, sondern loszulassen, ehe es lächerlich wirkte. Anschließend fasste sie in ihr Haar, korrigierte sich allerdings, als sie bemerkte, was sie tat, um ihre Nervosität zu überspielen. Er sah deutlich, dass ihre Reaktion auf ihn ebenso stark war wie seine auf sie. Wenn Kate in den Federzirkel gekommen wäre, hätte er sie vom Fleck weg über seine Schulter geworfen und verschleppt, versucht, sie für sich zu gewinnen, sodass sie ihm genug vertraute, dass er sie über seine Knie legen durfte, um das beste Spanking seines Lebens auszuteilen.
Du weißt doch gar nicht, ob sie devot ist und einen glühenden Arsch mag!
Jemanden ohne Lust am Schmerz den Po zu versohlen, war auch für den dominanten Part unbefriedigend, es sei denn, er war ein Sadist ohne Moral oder es musste sein, weil die Sub es herausforderte. Roger merkte, dass er auf ihre Hände schielte. Kate trug keinen Ring. Das schloss zumindest einen Ehemann aus.
„Haben Sie irgendwelche Probleme, Mr Black?“
Er brauchte ein paar Sekunden, ehe er den Satz in seinem Gehirn zu einem logischen Gebilde zusammensetzte. „Nein, keine Probleme. Ich komme nur zur Kontrolle.“
Sie zog sich den um ihren Hals hängenden Mundschutz über, schlüpfte in ein Paar chirurgische Handschuhe, betätigte einen Schalter, sodass der Stuhl ihn in eine waagerechte Position zwang, und ihre Augen strahlten dabei eine gewisse Genugtuung aus. Ihm wäre es lieber, wenn es umgekehrt wäre. Er konnte sich nicht helfen, aber er stellte sich vor, wie sie nackt, hilflos und bebend vor ihm lag.
Seit wann dachte er mit seinem Schwanz? Denn genau das tat er. Was war los mit ihm? Normalerweise war er der Herr der Lage und zog Frauen nicht in Gedanken aus, sondern setzte es in die Tat um. Selbstverständlich nur bei einer zuvor vereinbarten Session im Federzirkel oder in seinem Schlafzimmer.
Ganz schön arrogant, Roger Black!
Devote Frauen mögen kein Zögern, du nervige Stimme aus dem Off. Es verunsichert sie auf eine negative Weise.
Sie schaltete das Licht über dem Stuhl ein, beugte sich zu ihm herab und erneut fesselten sich ihre Blicke aneinander. Ihre Augen waren samtig braun, eingerahmt von perfekten Augenbrauen sowie dunklen Wimpern. Seine Fantasie brannte mit ihm durch, weil er sich vorstellte, wie Tränen sie benetzten und anschließend hinuntertropften. Sie hatte eine leicht gebräunte Haut, die eventuell auf indische Wurzeln hindeutete.
Helen fasste nach dem Sauger, und das zerstörte den beinahe paralysierten Zustand, in dem Doc und Patient steckten.
„Aufmachen, Mr Black.“ In Kates Stimme klang ein Hauch von Belustigung, aber auch Entschlossenheit. In einer Session wäre es interessant herauszufinden, wie weit ihre Selbstsicherheit reichte, ob sie sich zuerst sträubte, bis sie sich unterwarf, sodass er ihr die herrlichsten Dinge antun könnte, die sie erfüllt und gesättigt zurückließen. Ob sie es ihm erlauben würde?
„Da ist eine ganz kleine Stelle mit Karies. Das kann ich gleich behandeln. Möchten Sie eine Spritze?“
„Nein.“
„Tapfer.“
Er vermutete, dass sie hinter dem Mundschutz breit grinste. Ihre Augen taten es auf jeden Fall.
Sie griff nach dem garstigen Bohrer. Ehe sein Verstand sich aus den Überlegungen löste, entwickelte seine Hand gemeinsam mit seinem Gehirn ein Eigenleben und er fasste nach ihrem Handgelenk. Weiche Haut, unter der ein rasender Puls steckte. „Wenn Sie mir wehtun, Kate, dann muss ich Sie übers Knie legen.“
Verfluchte Scheiße! Wenn sie ihm jetzt eine knallte, würde es ihm recht geschehen. Doch da er ihr immer noch in diese entzückenden Augen starrte, sah er es! Die Vorstellung machte sie an, bevor ihre Vernunft einsetzte und ihr zuraunte, dass sich dieses Szenario ganz und gar nicht gehörte.
Helen hörte auf zu atmen und es hätte ihn nicht gewundert, wenn sie aus dem Raum geflüchtet wäre. Gespannt wartete er auf Kates Reaktion.
„Seine Zahnärztin derart zu bedrohen, ist nicht gerade ein geschickter Schachzug, Mr Black.“ Verunsicherung verdrängte den samtigen Ausdruck in ihren Augen, und im Federzirkel wäre jetzt der perfekte Augenblick, sie für ihre herausfordernde Aussage zu bestrafen – ausgiebig, lang anhaltend, hart und zart, genau abgestimmt auf ihre Bedürfnisse. Das war seine Lieblingskombination – sich abwechselnde entzückte Seufzer und entsetzte Schreie, die auch heftiger ausfallen durften.
„Mund weit auf!“
Allerdings hielt sie in diesem Raum die Zügel fest in der Hand, keinesfalls er. Widerstrebend tat er es, und ihm verblieb nur zu hoffen, dass sie für seine freche Bemerkung keine furchtbare Rache nahm. Wie hatte er das nur sagen können! Noch nie waren ihm unangebrachtere Silben über die Lippen geblubbert. Sie musste ihn für einen durchgeknallten grapschenden Lüstling halten und doch war da dieser Funke in ihrem Blick gewesen. Er ahnte, dass dieser verletzliche Funke unter den richtigen Händen zu einem Steppenbrand entbrennen könnte.
Zu seiner grenzenlosen Erleichterung war Kate professionell, sodass er nur die Wärme ihres Körpers spürte, keinen Schmerz. Sie arbeitete hervorragend und strahlte während der Behandlung eine beruhigende Selbstsicherheit aus.
Er musste diese Frau unbedingt wiedersehen!
Er musste sie haben!
„Sie können sich den Mund ausspülen, Mr Black. Wir sehen uns in sechs Monaten wieder.“ Sie nickte ihm noch zu und verließ nicht nur beinahe fluchtartig das Behandlungszimmer - es war tatsächlich eine Flucht.
Sechs Monate! Wenn es nach ihm ginge, würde es keine sechs Stunden dauern, ehe er sie in die Finger bekam. Helen drückte auf den Knopf, um den Stuhl in eine aufrechte Position zu bringen. Er griff nach dem Becher und die Kleine starrte ihn regungslos an. Roger spülte sich den Mund aus und grinste sie an. „Sie können mir jetzt das Papiertuch abnehmen.“
„Sofort, Mr Black.“
In ihrer Hektik riss sie das Papier beinahe entzwei. Er stand auf, verabschiedete sich und lief zur Rezeption. Kristen lächelte ihn nicht nur an, sie schien ein Kichern zu unterdrücken. Wahrscheinlich hatte sie bemerkt, wie Kate aus dem Raum gerannt war.
Es gab keine geschickte Art, um an die Informationen zu kommen, die er wollte, also rückte er am besten direkt mit der Sprache raus. Roger lehnte sich leicht über die Theke und zwinkerte ihr verschwörerisch zu.
„Ist Dr Martin liiert?“
„Sie Schlingel.“ Kristen blinzelte betont übertrieben. „Kate hat nicht einmal einen Freund, sondern nur ihre Arbeit im Kopf. Sie hat heute, weil Freitag ist, um 16 Uhr Feierabend und fährt einen roten gepimpten Twingo mit schwarzen Streifen, der auf dem Mitarbeiterparkplatz an der Seite des Hauses steht. Wenn Sie mich fragen, braucht sie ein bisschen Abwechslung. Einen Flirt, aus dem auch etwas Ernstes werden darf. Aber von mir wissen Sie es nicht.“
Das waren sehr ausgiebige Informationen. Aber Kristen mochte ihn seit ihrer ersten Begegnung und flirtete gerne mit ihm. Auf beiden Seiten war es freundschaftlich, denn sie war glücklich verheiratet.
„Danke, Kristen.“ Beschwingt verließ er die Praxis, fischte sein Smartphone aus der Tasche und rief John an. Es war Zeit, heute einen Tag Urlaub zu nehmen und vielleicht um 16 Uhr die größte Abfuhr seines Lebens zu kassieren.