Federzirkel: Feuertango

Erschienen: 03/2014
Serie: Federzirkel
Teil der Serie: 7

Genre: Soft-SM / BDSM

Location: England

Seitenanzahl: 240 (Übergröße)

Buchtrailer: Ansehen

Erhältlich als:
paperback & ebook

ISBN:
Print: 978-3-86495-088-9
ebook: 978-3-86495-089-6

Preis:
Print: 14,90 €[D]
ebook: 6,99 €[D]

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Federzirkel: Feuertango


Inhaltsangabe

Nach einer desaströsen BDSM-Erfahrung schwört Alexis White, dass dies ihr einziger Ausflug in die Welt der Dominanz und Unterwerfung gewesen ist.
Doch dann rettet Keith Logan sie, als sie in einem Kletterpark verunglückt. Zwischen ihnen sprühen vom ersten Moment an Funken und der geheimnisvolle Mann lässt sie nicht darüber im Unklaren, dass er nur an einer Partnerschaft mit einer devoten Frau interessiert ist, die sich von ihm gerne den Po erhitzen lässt. Ist Alexis mutig genug, ihm in die Welt des süßen Lustschmerzes zu folgen?
Nachdem Keith sich Hals über Kopf in Alexis verliebt hat, findet er heraus, dass sie nicht die Frau ist, die sie vorgibt zu sein ...

Über die Autorin

Linda Mignani wurde in Kirkcaldy (Schottland) geboren und lebt glücklich verheiratet im Ruhrgebiet. Schreiben und Malen zählen zu ihren Leidenschaften und beides hat erstaunlich viel gemeinsam. Frauenuntypisch besitzt sie nur eine Handtasche aber unzählige Turnschuhe und noch mehr Wanderschuhe, die...

Weitere Teile der Federzirkel Serie

Leseprobe

Alexis rannte in ihrer Wohnung hin und her, vermochte nicht stillzustehen. Sie musste sich beruhigen! Nicht Satan kam zu Besuch, sondern Keith. Ihr Leben hing nicht von ihm ab, und er plante nicht, sie am heutigen Abend übers Knie zu legen, das hatte er bei ihrem gestrigen Telefonat deutlich gesagt. Sie gab zu, dass sie unzählige Male beschlossen hatte, ihre Verabredung abzusagen und Keith zu vergessen. Doch stattdessen hatte sie jede Sekunde an ihn gedacht, und der bloße Gedanke, ihn niemals wiederzusehen, schmerzte unglaublich.
Sie schmunzelte, weil Keith bei ihrem Anruf befürchtet hatte, dass sie absagen würde. Das hatte er...

...ihr gestanden. Das warme Gefühl, das sie des Öfteren befiel, wenn sie an ihn dachte, schlug auch jetzt zu, sodass ihr Körper glühte. Anscheinend ließ sie ihn nicht kalt.
Prüfend wanderte ihr Blick über den gedeckten Tisch, jedoch gab es nichts zu beanstanden. Dennoch zupfte sie an der hellgrünen Tischdecke, verschob eine der Lilienblüten und diskutierte mit sich selbst, ob pastellgrüne Kerzen nicht besser gepasst hätten als die weißen, die den silbernen Kerzenhalter zierten. Die Vorspeise stand bereits auf dem Tisch, und sie hoffte, dass Keith gefüllte Champignons und Rucola mochte.
Du hast dich Hals über Kopf in Keith verliebt! Sie fühlte sich so leicht, so beschwingt und hübsch, aber auch unglaublich nervös. Sie zuckte beim Geräusch des Türgongs zusammen, ermahnte sich, die Treppe langsam herabzusteigen. Sie sparte sich einen prüfenden Blick in den Spiegel, denn ihr Bild müsste auf der Oberfläche eingebrannt sein, so oft, wie sie sich in der letzten Stunde betrachtete hatte. Trotz der eigenen Ermahnungen sprintete sie die Stufen hinunter und riss die Tür auf. Und da stand Keith. Ihr Herz machte seltsame Dinge, sobald er sie anlächelte. Er trug einen saphirblauen Longsleeve und Jeans, sah zum Umfallen sexy aus und hielt einen Strauß Frühlingsblumen in der Hand, die nicht aus einem Laden stammten. Er hatte ihr Blumen gepflückt! Am liebsten hätte sie ihre Nase in dem duftenden Bouquet vergraben.
„Alexis“, sagte er mit einer Stimme, die pure Verführung war. Seine braunen Augen leuchteten, und ihm gefielen offensichtlich der enge cremefarbene Rock und das Shirt aus Jersey. Sie war barfuß, etwas, das Trevor gehasst hatte, doch sie liebte es, ohne Schuhe herumzulaufen.
Er drapierte eine Handfläche um ihren Nacken, beugte sich herab, und seine Lippen streiften ihre. Er roch nach Seife und Keith. Ihre Haut prickelte, und sie war sich sicher, dass er ihren Herzschlag spüren konnte, denn dieser schlug ihr bis zum Hals. „Du siehst bezaubernd aus. Aber ich würde gerne reinkommen“, sagte er amüsiert. War dieser Mann wirklich dazu imstande, einer Frau den Po so lange lustvoll zu versohlen, bis sie weinte? Schwer vorstellbar in diesem Moment.
„Komm rein.“
Er nahm seine Hand fort, und als sie vor ihm die Treppe hochlief, meinte sie, seinen Blick auf ihrem Hinterteil zu spüren, auf ihren Beinen, sogar auf den Füßen. Würde er ihre Wohnung zu beengt finden? Sich innerlich darüber lustig machen, dass ihre Möbel günstig gewesen waren?
Sobald sie oben ankamen, löste sich seine Aufmerksamkeit von ihr, und er betrachtete ihr Wohnzimmer. „Dein Zuhause ist genau so, wie ich es mir vorgestellt habe, lebendig, farbenfroh und unglaublich gemütlich.“
„Wirklich?“, platzte es aus ihr.
Auf einmal änderte sich seine Körperhaltung, ohne dass er sich sichtbar bewegte. Er wirkte einschüchternd. Jetzt konnte sie sich durchaus vorstellen, dass er sie packte und sie trotz ihrer Proteste über seine Knie legte. Er trat sehr dicht an sie heran, dicht genug, dass sie die Wärme seines Körpers spürte. „Ich lüge selten, Alexis.“
Sie starrte auf seinen breiten Brustkorb, während er sich nicht rührte, sie allerdings dagegen ankämpfte, nicht vor Aufregung von einem Fuß auf den anderen zu hüpfen.
„Ich hole eine Vase“, blubberte es aus ihrem Mund, denn sie hielt die Anspannung nicht mehr aus. Wenn das so ein Masterding war, die Nervosität einer Sub einfach durch Stille zu steigern, dann war es ihm bereits jetzt hervorragend gelungen. Ehe sie davonschießen konnte wie ein Pfeil von einem Bogen, legte er eine schwere Hand auf ihre Schulter. Es reichte, um sie erneut erstarren zu lassen.
„Mache ich dich nervös, Alexis?“, fragte er todernst.
Zu gut erinnerte sie sich an das letzte Mal, als er die Frage gestellt hatte.
„Ein wenig.“
„Ich wiederhole mich, doch was passiert mit Subs, die einen Teil der Wahrheit verschweigen?“
„Sie werden bestraft“, hauchte sie. Und in dem Moment, als die Worte ihren Mund verließen, spürte sie, dass Feuchtigkeit ihren Slip benetzte, weil er sie indirekt als Sub bezeichnet hatte, ein Indiz, dass er es ernst meinte.
„Ja, das werden sie“, antwortete er in einem Tonfall, der sie hart schlucken ließ, weil sie erwartete, dass er den Worten Taten folgen ließ. „Hol die Vase, Cara.“
Ihre Schulter fühlte sich eigenartig kalt an, als er seine Hand fortnahm. Sie lief hinüber in den Küchenbereich, auf Beinen, die sie kaum trugen. Versetzte das Wissen, dass er ein Master war, sie in diesen hochgradig panisch erregten Zustand? Als würde sie urplötzlich einem schwarzen Panther in einem Dschungel gegenüberstehen und ihm wider jegliche Vernunft über das seidige Fell streicheln. Sie öffnete einen der oberen Schränke und spürte seinen Atem, der über ihren Nacken fächerte. Sie hatte sich die Haare hochgesteckt. Keith war ihr unbemerkt gefolgt.
Er legte den Strauß auf die Arbeitsfläche. „Deine Hände zittern. Lass mich das machen.“ Er presste sich an ihre Rückseite und nahm die Glasvase aus dem Schrank. Sie hätte sie fallen lassen.
„Die Blumen sind wunderschön.“
„Ja, genau wie du. Ich habe sie aus Mrs Taylors Garten, einer Kundin von uns. Sie passen zu dir, sind genauso zart und inspirierend wie meine Gastgeberin.“ Sein Magen knurrte laut.
Verflucht! Sie war eine miese Gastgeberin. Keith hatte den ganzen Tag körperlich gearbeitet, musste halb verhungert sein, und sie dachte an Sex! Er trat von ihr zurück. Sie drehte sich um, und sein breites Grinsen verdeutlichte ihr, dass er sie neckte, sie mit Absicht verunsicherte. Sie vermochte sich nicht auszumalen, wie es sein würde, wenn er nicht als Gast in ihrer Wohnung wäre, sondern als Master mit der Intention, sie mit Lustschmerz zu verführen. Doch das würde heute nicht geschehen, dennoch änderte es nichts an ihrem Zustand. Keith füllte die Vase mit Wasser, stellte anschließend die Blumen hinein. „Soll ich sie auf den Esstisch stellen?“
Sie nickte, da sie ihrer Stimme nicht traute. Alexis folgte ihm zurück in den Wohnbereich, und diesmal war sie es, die sich damit vergnügte, eine sexy Rückseite zu betrachten.
„Gefällt dir der Anblick?“ Er stellte die Vase auf den Tisch und drehte sich zu ihr.
Wenn er auf diese Weise weitermachte, würde sie dehydriert sein, bis der Abend vorüber war. Sein Blick wirkte teuflisch, etwas, das ihr gefiel und sie überaus erregte.
„Entzückend.“
„Entzückend?“ Er lachte. Sie liebte den Klang dieses Lautes.
„Setz dich.“ Sie deutete auf einen der gepolsterten Stühle.
„Ladys first.“ Er zog ihr den Stuhl zurecht, ließ es sich nicht nehmen, mit den Lippen über ihren Hals zu streifen, sobald sie sich hingesetzt hatte. Das Prickeln glich mittlerweile Elektrizität, die kreuz und quer durch ihren Körper summte. Keith nahm gegenüber von ihr Platz. Er hob sein Wasserglas an. „Auf einen schönen Abend.“
Sie tat es ihm gleich und stürzte den Inhalt hinunter wie ein Pferd, das gerade die Sahara durchquert hatte. Seine Mundwinkel zuckten. Während der Vorspeise unterhielten sie sich über ihre Arbeit, wo sie zur Schule gegangen waren. Alexis hielt an ihrem Lügengebäude fest und zählte Schulen in England auf, die sie niemals besucht hatte. Obwohl die Lügen ihr leicht von den Lippen schlüpften, widerstrebte es ihr, Keith anzulügen. Doch es ging nicht anders.
Keith verschlang sowohl die Vorspeise als auch das Hauptgericht, das aus mallorquinischen Kartoffeln mit Salzkruste und Huhn bestand, mit einem Appetit, der jede Köchin glücklich machte. Erst nach dem Dessert brachte er das Thema auf, das sie herbeisehnte und dennoch fürchtete.

Keith hatte Alexis während des Essens zappeln lassen. Ihre roten Wangen zeigten deutlich ihren aufgewühlten Zustand, den er mit voller Absicht herbeigeführt hatte. Er hatte sich verliebt! Die Erinnerung an ihren Anruf, den Moment, als er ihre Nummer im Display gesehen und er gefürchtet hatte, dass sie nur anrief, um ihn zum Teufel zu jagen, verursachte auch jetzt noch ein eisiges Gefühl. Dabei war es ihr nur genauso ergangen wie ihm, nur dass er sie nicht hatte bedrängen wollen. Er hatte jede Minute mit der Versuchung gekämpft, sie anzurufen.
Alexis war zweifelsfrei devot, doch eine devote Veranlagung reichte nicht unbedingt für eine Partnerschaft mit einem Master aus. Schmerz war das intimste Gefühl und ließ den submissiven Part nackt und verletzlich zurück, ein Zustand, mit dem nicht jeder umgehen konnte. Es war Zeit, ihrer Neugierde Rechnung zu tragen.
„Was erwartest du von mir?“
Verwundert sah sie ihn an, während sie an ihrem Shirt herumzupfte. Er beugte sich vor und nahm ihre rechte Hand in seine, blickte auf ihr Handgelenk, auf dem noch die Abschürfungen zu sehen waren. Keith zwang einen neutralen Ausdruck auf sein Gesicht, doch es machte ihn noch immer zornig, dass Trevor Alexis wehgetan hatte, sein Vergnügen offensichtlich an erster Stelle stand und danach sehr lange nichts mehr.
„Ich verstehe nicht.“ Sie runzelte ihre Stirn.
„Wenn du dich in meine Hände begibst, was soll ich dir antun?“
„Mich schlagen?“ Sie presste die Lippen aufeinander. „Das hört sich furchtbar an und ist nicht wahr.“
Keith atmete innerlich auf. Alexis war auf dem richtigen Weg.
„Ich möchte, dass du mich in einen Zustand bringst, bei dem ich mich fallen lassen kann, alles um mich herum vergesse, nur noch spüre, weil ich dir vertrauen kann.“ Sie griff nach dem Wasserglas und leerte auch dieses in mehreren Schlucken. „Vertrauen – das ist, was ich am meisten möchte.“
Keith beugte sich weiter vor, verkniff sich ein lautes Lachen, denn diese Antwort war perfekt. Vertrauen war der einzige Schlüssel zum Erfolg. „Wie sieht es mit Schmerz aus? Auf einer Skala von eins bis zehn, wie sehr erregt dich die Vorstellung, dass ich dir Pein zufüge, die uns beide höchst zufriedenstellt?“
Sie antwortete nicht sofort, sah ihm aber direkt in die Augen, während sie überlegte. Doch er bemerkte all die kleinen Anzeichen, dass ihre Wangen noch stärker erröteten, ihre Handfläche nass wurde, ihre Nippel sich verhärteten und sie sich nervös über die Unterlippe leckte.
„Zehn“, wisperte sie.
„Und wie sehr ängstigt dich die Vorstellung, dass ich deinen hübschen Arsch mit Hitze überziehen könnte, bis du in Tränen aufgelöst über meinen Knien liegst und ich einen Orgasmus von dir einfordere, noch während ein Flammenmeer auf deiner zarten Haut wütet, du zudem der Meinung bist, du könntest in dem Zustand gar keinen bekommen?“ Beurteilte er ihren Gesichtsausdruck, müsste sie eine Zwölf brüllen.
Sie schluckte so hart, dass er es sah, sammelte Speichel in ihrem Mund, damit sie antworten konnte. Keith spürte, dass sein Schwanz anschwoll bei der Vorstellung, ihr genau das jetzt anzutun. Doch er musste sich beherrschen.
„Angst?“ Sie schluckte erneut. „Diese Angst erregt mich so sehr, dass ich kaum noch klar denken kann.“ Die Kleine testete seine Selbstbeherrschung. Mittlerweile sah sie ihn mit offener unbewusster Gier an. Sie war zu unerfahren und schüchtern, um es absichtlich zu tun.
„Weißt du, was ein Safeword ist?“
„Ja.“
„Verstehst du die Bedeutung, die dahintersteckt? Wie kostbar diese Sicherungsleine ist? Dass sie mit Bedacht behandelt werden muss? Auch, dass ich dich bestrafen werde, solltest du dein Wort nicht sagen, wenn es erforderlich ist?“ Er hob die Hand, da sie erschreckt Luft holte. „Ich bin ein erfahrener Master und gehe in den ersten Sessions nicht zu weit, sodass du langsam lernen kannst, wie sehr du mir, aber vor allem dir selbst, vertrauen kannst. Denn Vertrauen ist von beiden Seiten nötig. Ich muss wissen, mit wem ich es zu tun habe.“
„Ich verstehe.“
„Du wirst nicht immer bereitwillig akzeptieren, was ich dir antue. Du kannst deine Bedenken äußern, und das erwarte ich auch von dir. Ich werde sie zumindest abwägen. Doch solltest du dein Safeword rufen, höre ich sofort auf mit dem, was ich mache. Da gibt es kein Zögern auf meiner Seite.“
Sie lächelte zaghaft. „Hat denn eine deiner Subs jemals das Wort gesagt?“
„Nein.“
Und das erschreckte die kleine Alexis außerordentlich, da sie ahnte, dass er es ihr nicht leicht machen würde, das zeigten ihm ihre Hände deutlich, die sie kaum still halten konnte.
„Hast du Fragen, Cara?“
„Wie nenne ich dich währenddessen?“
„Während einer Session: Master. Die meisten Subs mögen den Titel, weil es sie mental in die richtige Stimmung versetzt.“
Ihre Pupillen weiteten sich bei der Vorstellung, ihn so zu nennen.
„Und ist es das, was wir haben werden? Eine reine BDSM-Beziehung?“ Enttäuschung huschte über ihr Gesicht.
„Nein, Alexis. Ich möchte eine Beziehung mit dir, die über das Sexuelle hinausgeht. Master bin ich nur bei einer Session, ansonsten bevorzuge ich Keith. Ich hoffe, dass du beides oft zu mir sagst.“
Sie überraschte ihn, denn sie sprang auf, setzte sich auf seinen Schoß, umklammerte seinen Nacken und presste ihre niedliche Nase in seine Halsbeuge. „Du hättest mir das Herz gebrochen, Keith Logan, wenn du mich nur als Spielzeug gewollt hättest. Ich habe mich in dich verliebt, und das ist mir noch niemals so schnell passiert. Jede Sekunde musste ich an dich denken. Sogar dein Geruch hat mich ständig umschwebt.“
Keith legte die Arme um sie, und sein Herz hätte vor Freude ein Lied geschmettert, wenn es das gekonnt hätte. „Mir geht es genauso.“ Er begnügte sich mit einem Kuss, während sie mit ihrem sexy Arsch auf seiner Erektion herumrutschte, einem Arsch, der bald glühend heiß sein würde.