Hard & Love: Cheer up, Marie!

Er­schie­nen: 06/2022
Serie: Hard & Love
Teil der Serie: 7

Genre: Con­tem­pora­ry Ro­mance, Soft-SM / BDSM

Lo­ca­ti­on: Nord­deutsch­land, Ham­burg


Er­hält­lich als:
pa­per­back & ebook

ISBN:
Print: 978-3-86495-554-9
ebook: 978-3-86495-555-6

Preis:
Print: 16,90 €[D]
ebook: 6,99 €[D]

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Hard & Love: Cheer up, Marie!


In­halts­an­ga­be

Marie ist am Ende. Ihr Mann hat eine an­de­re, ihre Toch­ter gibt ihr die Schuld daran, und auf ihre Job-Be­wer­bun­gen ha­gelt es Ab­sa­gen.
Ihre Ju­gend­freun­din Cat will sie auf­mun­tern und schenkt ihr ein Wo­chen­en­de in einem ex­klu­si­ven BDSM-Club. Dort trifft Marie einen do­mi­nan­ten Mann, der ihr an­bie­tet, sie in die Freu­den der Un­ter­wer­fung ein­zu­wei­hen. Seine Bli­cke we­cken die Schmet­ter­lin­ge in ihrem Bauch, sie lässt sich auf eine Nacht mit ihm ein und lebt ihre ge­heims­ten Träu­me aus.
Eine Woche spä­ter ruft Cat an: Ein Ge­schäfts­part­ner ihres Schwa­gers Ste­ven Car­ter hat einen Job für Marie.
Marie ist glück­lich, doch dann ist ihr neuer Chef aus­ge­rech­net der Mann, mit dem sie im BDSM-Club eine Ses­si­on hatte. Und zu allem Über­fluss ent­puppt sich ihr Ex als bru­ta­ler Schlä­ger.

Über die Au­to­rin

Sa­ra-Ma­ria Lukas (alias Sa­bi­ne Bruns) war ge­bür­ti­ge Bre­me­rin und lebte mit ihrem Part­ner und di­ver­sen Vier­bei­nern in einem win­zi­gen Dorf zwi­schen Ham­burg und Bre­men. Die Ver­bun­den­heit zur Natur, sowie die Liebe zum Meer und der nord­deut­schen Le­bens­art be­stimm­ten ihren All­tag...

Wei­te­re Teile der Hard & Love Serie

Le­se­pro­be

An die­sem Abend er­reich­te Jan den Club fast eine Stun­de spä­ter als ge­wöhn­lich. Sein Magen knurr­te be­reits aus­drück­lich mür­risch, als er end­lich vor dem wun­der­schön ge­stal­te­ten, manns­ho­hen Ein­gangs­tor des Clubs an­hielt und auf den Knopf der Sprech­an­la­ge drück­te.
Ein Un­fall­stau war schuld ge­we­sen. Im­mer­hin würde er es ge­ra­de noch pünkt­lich zum Essen ins Re­stau­rant schaf­fen.
Als er end­lich sei­nen Wagen ge­parkt hatte und mit lan­gen Schrit­ten in die Lobby lief, grüß­te er Tom im Vor­bei­ge­hen mit einem schnel­len Win­ken. „Ich gehe di­rekt hoch zum Essen und hole nach­her mei­nen Schlüs­sel.“
„Mach das, ich glau­be, Stine hat ge­ra­de die Suppe...

...​serviert.“
Jan er­reich­te das ge­müt­li­che Re­stau­rant des Clubs, aus dem ihm be­reits ein herr­li­cher Duft nach Spei­sen und Ge­wür­zen ent­ge­gen­schwapp­te. Sein Magen brach­te sich au­gen­blick­lich laut er­neut in Er­in­ne­rung.
Eine recht klei­ne Grup­pe hatte sich an die­sem Abend zu­sam­men­ge­fun­den und es war nur noch sein re­ser­vier­ter Platz mit Ge­deck am Tisch frei. Neu­gie­rig scann­te er die Frau da­ne­ben. Ihr Ge­sicht war ihm fremd. Das muss­te die Neue sein.
Nett, dach­te er. So­weit er es auf den ers­ten Blick er­ken­nen konn­te, hatte sie eine gut pro­por­tio­nier­te Figur, nicht zu dünn und mit an­ge­neh­men Run­dun­gen, ge­nau­so wie er es moch­te. Ihr rund­li­ches Ge­sicht mit einem aus­ge­präg­ten Kinn wurde von blon­den schul­ter­lan­gen Haa­ren ein­ge­rahmt und ihre Wan­gen wie­sen einen Hauch von Röte auf. Ihre Augen, deren Farbe er nicht er­ken­nen konn­te, schie­nen im Schein der Ker­zen, die auf der Tafel stan­den, zu glit­zern. Sie wirk­te ent­spannt und fröh­lich. Ja, der erste Ein­druck ge­fiel ihm.
Die Neue saß Do­re­en ge­gen­über und plau­der­te an­ge­regt mit ihr und einem schwu­len Paar, dem Jan be­reits ei­ni­ge Male im Club be­geg­net war. Be­son­ders zu­rück­hal­tend oder gar schüch­tern schien sie nicht zu sein. Wie an­ge­nehm.
Er stell­te seine Rei­se­ta­sche an der Wand ab und schlen­der­te durch den Raum zu sei­nem Platz. Mit einem läs­si­gen Klop­fen mit der ge­schlos­se­nen Faust auf die Tisch­plat­te be­grüß­te er die an­de­ren Gäste. „Hallo al­ler­seits.“
Alle sahen auf, nick­ten ihm zu und mur­mel­ten Be­grü­ßungs­flos­keln. Do­re­en strahl­te. „Sir James! Du hast es doch noch ge­schafft. Wie schön!“
Jan wink­te ab. „Blö­der Stau auf der A7.“
„Är­ge­re dich nicht, du hast nichts ver­passt.“
Sein Blick glitt auf die Neue, die of­fen­sicht­lich neu­gie­rig zu ihm auf­sah.
„Das ist Macy“, stell­te Do­re­en vor. „Macy, das ist Sir James, einer un­se­rer liebs­ten und er­fah­rens­ten Stamm­kun­den.“
Die Klei­ne schenk­te ihm ein freund­li­ches, aber bei­läu­fi­ges „Hi“.
Ent­we­der hatte ihr noch nie­mand er­klärt, was das Sir vor sei­nem Namen be­deu­te­te, oder es be­ein­druck­te sie nicht. Viel­leicht in­ter­pre­tier­te er aber auch in ihre Be­grü­ßung viel zu viel hin­ein, was wohl am wahr­schein­lichs­ten war.
Sie in­ter­es­sier­te ihn, ver­mut­lich weil sie so gleich­gül­tig auf ihn re­agier­te. Ja, sie mach­te ihn neu­gie­rig. Es würde Spaß ma­chen, sie ein wenig zu rei­zen. Mal schau­en, ob er sie mit Bli­cken oder Wor­ten in Ver­le­gen­heit brin­gen könn­te. Bei dem Ge­dan­ken zuck­te sein Schwanz.
Er ließ sich auf dem Stuhl neben ihr nie­der.
Je­mand trat neben sei­nem Platz an den Tisch heran und stell­te eine Tasse Suppe vor ihm ab. Mhm … Wäh­rend er sich vor­beug­te, zog er tief die Luft ein. Was für ein herr­li­ches Aroma. Beim an­schlie­ßen­den Zu­rück­leh­nen dreh­te er sich halb, um zu sehen, wer ihn be­dien­te. Es war Stine, eine junge Stu­den­tin, die seit ei­ni­ger Zeit an den Wo­chen­en­den in der Küche aus­half.
„Hey, Stin­chen. Schön, dich mal wie­der zu sehen.“
Sie lä­chel­te. „Hi, Sir James, auch schön, dich mal wie­der zu sehen.“ Sie zwin­ker­te und warf dabei einen schnel­len, aber deut­lich ziel­ge­rich­te­ten Blick auf den Rü­cken der Neuen am Tisch. „Ich wün­sche einen guten Ap­pe­tit.“
Jan ver­stand den Wink und lach­te. „Danke dir.“
„Gern ge­sche­hen. Ich freue mich, dass du da bist. Hier ist dein Zim­mer­schlüs­sel. Tom hat ihn mir eben mit­ge­ge­ben.“ Sie trat vor, klap­per­te kurz damit und ließ ihn dann hin­ter sei­nem Tel­ler auf den Tisch fal­len.
„Und warum erst jetzt? Ser­vie­re­rin­nen be­we­gen sich im Lauf­schritt, Schnucki, ob du das wohl noch mal lernst?“, frag­te er über­trie­ben an­züg­lich, streck­te die Hand nach hin­ten und drück­te frech ihre Po­ba­cke.
„Mein Arsch ist schon ver­ge­ben, Süßer, und mein Ar­beits­tem­po be­stim­me immer noch ich.“
„Scheiß Eman­ze“, knurr­te er und ließ seine Hand grob auf die ge­ra­de be­tatsch­te Stel­le klat­schen, was sie dazu ani­mier­te, einen lei­sen Schrei aus­zu­sto­ßen.
Neben ihm riss die Neue ihre Augen auf und Jan muss­te sich ein Grin­sen ver­knei­fen. Macy hatte ja keine Ah­nung, dass es sich bei der Frot­ze­lei zwi­schen Stine und ihm um ein ver­gnüg­li­ches Ri­tu­al, eine Art Run­ning Gag, han­del­te, mit dem sie sich und an­de­re Gäste bei jeder Be­geg­nung un­ter­hiel­ten.
Er dreh­te Macy das Ge­sicht zu, um sie di­rekt an­zu­se­hen. Ihre Bli­cke tra­fen sich und er zwin­ker­te. „Alles klar, Klei­ne?“
Au­gen­blick­lich mu­tier­te die röt­li­che Fär­bung ihrer Wan­gen zu einem sat­ten Dun­kel­rot und sie senk­te den Kopf.
Wie süß. Der Abend ver­sprach, kurz­wei­lig zu wer­den.

*

Was war das denn für ein ar­ro­gan­tes Arsch­loch? Als der Neu­an­kömm­ling her­ein­ge­kom­men war, hatte Ma­ries Herz an­ge­sichts sei­ner Er­schei­nung einen Hüp­fer ge­macht. Er war groß und schlank, be­weg­te sich sport­lich flie­ßend, und die kur­zen blon­den Haare, die leicht ge­wellt und etwas wirr den Kopf be­deck­ten, un­ter­stütz­ten den ju­gend­lich fre­chen Aus­druck sei­ner Mimik. Sein Ge­sicht war eher läng­lich und die Kon­tu­ren des glatt ra­sier­ten Kinns aus­ge­prägt, doch die ge­schwun­ge­nen Lip­pen re­la­ti­vier­ten die da­durch ent­ste­hen­de Härte. Er wirk­te wie ein fröh­li­cher, un­kom­pli­zier­ter Typ, den Marie mögen könn­te. Al­ler­dings wurde die­ser erste Ein­druck zu­nich­te­ge­macht, als er der­ma­ßen über­heb­lich mit der jun­gen Frau sprach.
Sie be­fan­den sich zwar in einem SM-Club, aber sie saßen am Tisch, um zu essen. Dies war ja keine Ses­si­on. Sie war eine An­ge­stell­te, die ihn be­dien­te, und er be­nahm sich un­höf­lich wie ein ar­ro­gan­ter Chau­vi. Wi­der­lich!
Ent­täuscht wand­te sie sich ab. Das war mal wie­der ty­pisch. So­bald ein Kerl gut aus­sah und wuss­te, dass er auf Frau­en an­zie­hend wirk­te, war er zu­gleich ein her­ab­las­sen­des Arsch­loch. Nein, die­ser Knabe war keine Op­ti­on für ein auf­re­gen­des Aben­teu­er. Marie hatte zwar die Nei­gung, sich einem Mann beim Sex un­ter­ord­nen zu wol­len, aber auch wenn es nur um Sex ging, war ge­gen­sei­ti­ger Re­spekt un­um­gäng­lich für sie. Nie­mals würde sie sich aus­la­chen oder so acht­los be­han­deln las­sen. Dann lie­ber nur Blüm­chen­sex auf Au­gen­hö­he.
„Na­tür­lich“, er­wi­der­te sie kühl und wid­me­te sich ihrer Suppe, ohne ihn eines wei­te­ren Bli­ckes zu wür­di­gen.
„Henry, dreh die Hei­zung auf, meine Nach­ba­rin macht einen un­ter­kühl­ten Ein­druck“, hörte sie neben sich die viel zu an­ge­nehm klin­gen­de Män­ner­stim­me von Mr. Ar­ro­gant und ihr Kopf zuck­te hoch. WIE BITTE???
Ihr Gast­ge­ber beug­te sich zu ihr hin­über. „Tat­säch­lich, Macy? Ist dir kalt?“ Er legte seine Hand auf ihren Arm und sie zog ihn är­ger­lich weg. „Nein, na­tür­lich nicht. Ich weiß nicht, wie mein über­aus char­man­ter Tisch­nach­bar auf die Idee kommt“, sie lä­chel­te süf­fi­sant, „wo er doch so viel woh­li­ge Wärme aus­strahlt.“
Der Chau­vi räus­per­te sich. „Hast du ein Pro­blem mit mir, Klei­ne?“, frag­te er äu­ßer­lich ge­las­sen, ohne sie an­zu­se­hen.
„Kei­nes­wegs. Aber bitte nenn mich nicht Klei­ne, okay? Ich bin seit ei­ni­gen Jah­ren eine er­wach­se­ne Frau und mein Name ist Macy.“
„Mein Name ist SIR James, und ich bin es ge­wohnt, ge­siezt zu wer­den, so­lan­ge ich einer Sub nicht das Du an­bie­te.“
Marie schnaub­te. „Na, was für ein Glück, dass ich nicht deine Sub bin.“
Er hob lang­sam den Kopf, ver­zog keine Miene und seine Pu­pil­len schos­sen spit­ze Pfei­le in ihre Rich­tung. „Du weißt aber schon, wo du dich hier be­fin­dest?“
Glaub­te er, sie würde jetzt ängst­lich zit­ternd vor ihm auf die Knie fal­len? So ein Spin­ner!
Sie wich sei­nem Blick nicht aus. „So­viel ich weiß, be­su­che ich ge­ra­de einen Club für er­wach­se­ne, eman­zi­pier­te und gleich­be­rech­tig­te Gäste. Viel­leicht hast eher du nicht ver­stan­den, worum es bei den ver­schie­de­nen ero­ti­schen Spiel­ar­ten geht?“
„Ich bin do­mi­nant und er­war­te, dass sich eine Frau mir ge­gen­über devot und un­ter­wür­fig gibt. Dafür komme ich hier­her und be­zah­le mei­nen Mit­glieds­bei­trag.“ Er seufz­te. „Wenn man heut­zu­ta­ge schon im All­tag stän­dig von eman­zi­pier­ten, ober­schlau­en Zi­cken um­ge­ben ist, möch­te man we­nigs­tens in einem SM-Club höf­li­che und ge­fü­gi­ge Frau­en um sich haben.“
Marie starr­te ihn an wie einen fünf­köp­fi­gen Hund. Der ver­arsch­te sie doch.
Nein, er blieb tat­säch­lich voll­kom­men ernst und ließ sei­nen Blick deut­lich ab­schät­zend an ihrem Kör­per hin­un­ter­wan­dern. „Henry, bist du si­cher, dass die Dame hier bei uns das fin­det, was sie sucht?“
Was für ein Arsch­loch! Kopf­schüt­telnd wid­me­te sich Marie wie­der ihrer Suppe. Sie würde sich doch von so einem blö­den Heini nicht den Abend ver­der­ben las­sen!
Ge­gen­über er­tön­te ein hel­les Gluck­sen. „Lass dich nicht ver­äp­peln, Macy.“
Marie sah auf und Do­re­en zwin­ker­te ihr fröh­lich zu. Ihr Blick glitt nach links und rechts. Henry grins­te, bei ihrem Nach­barn zuck­ten ver­rä­te­risch die Wan­gen­mus­keln und auch die an­de­ren Gäste be­gan­nen, zu ki­chern.
„O Mann!“ Sie lehn­te sich dra­ma­tisch stöh­nend zu­rück. „Okay, rein­ge­fal­len. Ich hoffe, es hat euch Spaß ge­macht.“
Alle lach­ten.
Ihr Tisch­nach­bar legte den Arm um sie und drück­te ihre Schul­ter. „Danke für den net­ten Wort­wech­sel.“
Macy nahm sei­nen Duft nach Ra­sier­was­ser und Mann wahr, der sie plötz­lich ein­hüll­te und für einen Mo­ment auf an­ge­neh­me Weise ver­wirr­te. „Bitte. Äh … Gern ge­sche­hen.“

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