Notorious Devils MC: Rough & Rugged

Ori­gi­nal­ti­tel: Rough & Rug­ged (No­to­rious De­vils Book 3)
Über­set­zer: Sven­ja Ohl­sen

Er­schie­nen: 11/2024
Serie: No­to­rious De­vils MC
Teil der Serie: 3

Genre: Motor­cy­cle Club Ro­mance

Er­hält­lich als:
pa­per­back & ebook

ISBN:
Print: 978-3-86495-712-3
ebook: 978-3-86495-713-0

Preis:
Print: 16,90 €[D]
ebook: 6,99 €[D]

Er­hält­lich bei u.a.:

und allen gän­gi­gen On­line­händ­lern und im Buch­han­del

Notorious Devils MC: Rough & Rugged


In­halts­an­ga­be

Du ge­hörst mir, dein Kör­per ge­hört mir und dein Herz auch, Hat­tie. Ich be­an­spru­che dich ganz für mich. Du kannst nichts da­ge­gen tun, ak­zep­tie­re es ein­fach – ak­zep­tie­re mich.

Hat­tie Mor­ris ist ein jun­ges Mäd­chen mit be­ruf­li­chen Träu­men und einer ro­man­ti­schen Fan­ta­sie, an der sie seit ihrem sech­zehn­ten Le­bens­jahr fest­hält.

"Dirty" John­ny Wil­li­ams, Mit­glied des No­to­rious De­vils MC, ist ein har­ter Mann mit dunk­ler Ver­gan­gen­heit und für seine Vor­lie­be für wil­den und schmut­zi­gen Sex be­rüch­tigt. Trotz­dem sehnt er sich ins­ge­heim nach je­mand ver­meint­lich Un­er­reich­ba­rem, der nur zu ihm al­lei­ne ge­hört.

In einer Nacht vor drei Jah­ren setz­te ein Kuss das Schick­sals­rad in Be­we­gung und ver­än­der­te Hat­ties und John­nys Leben. Zeit und Dis­tanz - und Hat­ties wach­sa­mer Bru­der - stan­den seit­dem zwi­schen ihnen, aber eine zu­fäl­li­ge er­neu­te Be­geg­nung macht es ihnen un­mög­lich, ein­an­der noch län­ger zu wi­der­ste­hen.

So un­er­fah­ren sie auch sein mag, eines weiß Hat­tie ganz genau: Wenn sie bei die­sem rauen und un­ge­schlif­fe­nen Mann nicht das Ri­si­ko ein­geht und ihm ihr Herz öff­net, wird sie nie er­fah­ren, ob Träu­me wirk­lich wahr wer­den kön­nen.

Zwei Men­schen, die aus grund­ver­schie­de­nen Wel­ten kom­men, aber ihre See­len er­ken­nen ein­an­der in der Dun­kel­heit. Ist ihre Liebe stark genug, um die Schat­ten aus John­nys Ver­gan­gen­heit zu über­win­den und die Träu­me einer ge­mein­sa­men Zu­kunft zu ver­wirk­li­chen?

In der rauen Welt des No­to­rious De­vils MC, wo Loya­li­tät, wilde Lei­den­schaft und Ge­fahr Hand in Hand gehen, wird jede Ent­schei­dung zur Her­aus­for­de­rung – und die Club­brü­der ris­kie­ren alles, um ihre Ehre und die­je­ni­gen, die sie lie­ben, zu be­schüt­zen.

Über die Au­to­rin

Als Ein­zel­kind muss­te Hay­ley Fai­man sich mit sich selbst be­schäf­ti­gen. Im Alter von sechs Jah­ren be­gann sie, Ge­schich­ten zu schrei­ben, und hörte nie wirk­lich damit auf. Die ge­bür­ti­ge Ka­li­for­nie­rin lern­te ihren heu­ti­gen Ehe­mann im Alter von sech­zehn Jah­ren ken­nen und hei­ra­te­te...

Wei­te­re Teile der No­to­rious De­vils MC Serie

Le­se­pro­be

Dirty John­ny

Ich biege um die Ecke auf dem Weg zu mei­nem Zim­mer, wo Se­ri­na und ir­gend­ein Mäd­chen von der Party auf mich war­ten. Der Flur ist dun­kel und leer. So soll­te es auch sein, denn nie­mand ist be­fugt, sich in der Nähe un­se­rer Wohn­räu­me auf­zu­hal­ten.
Der ein­zi­ge Grund, warum ich über­haupt zu die­sen gro­ßen Par­tys komme, sind die neuen Mäd­chen. Fri­sche Pus­sys brin­gen Spaß. Ab­wechs­lung ist die Würze des Le­bens.
„Bitte nicht“, höre ich eine weib­li­che Stim­me wim­mern.
Ich nä­he­re mich dem Ge­räusch und blei­be ste­hen. Ein Typ hat seine Hand um den Hals eines Mäd­chens ge­legt, und sie sieht...

...​aus, als wäre sie be­wusst­los.
Seine an­de­re Hand be­fin­det sich unter ihrem Rock und ich höre ihn stöh­nen. Es ist kei­ner mei­ner Brü­der. Tat­säch­lich habe ich ihn noch nie zuvor ge­se­hen. Sol­che Par­ty-Schma­rot­zer sind wirk­lich ner­vig. Sie ver­ur­sa­chen immer Ärger.
„Hey, Mann, du hast hier hin­ten nichts zu su­chen“, sage ich und tippe ihm auf die Schul­ter.
„Lass mich sie ein­fach fi­cken, dann haue ich ab“, blafft er, wäh­rend er den Kopf dreht. In sei­nen Augen steht der pure Wahn­sinn.
Ich bli­cke an ihm vor­bei zu dem Mäd­chen. Sie ist jung und hübsch und ganz an­ders ge­klei­det als die an­de­ren Club­mäd­chen.
Ich spüre es in mei­nem Bauch, wie er sich zu­sam­men­zieht – ich weiß, dass das hier falsch ist. „Geh von dem Mäd­chen weg“, be­feh­le ich.
„Ver­piss dich“, zischt er und wen­det sich von mir ab.
Ich nehme meine Waffe aus dem Schul­ter­half­ter und rich­te sie auf sei­nen Hin­ter­kopf. Dann beuge ich mich vor und grol­le ein wei­te­res Mal, er solle von hier ver­schwin­den.
„Ich habe bloß ein wenig Spaß mit einer dei­ner Huren, wo liegt das Pro­blem?“, fragt er und zuckt mit den Schul­tern. Dann lässt er das Mäd­chen los und wen­det sich zum Gehen. Ich sehe zu, wie sie wie ein Häuf­chen Elend auf dem Boden zu­sam­men­bricht.
„Was zum Teu­fel ist hier los?“, fragt Fury vom an­de­ren Ende des Flurs aus.
Kent­lee hat ihre Arme um seine Tail­le ge­schlun­gen und be­trach­tet die Szene mit einem Aus­druck des Ent­set­zens in ihrem Ge­sicht.
„Die­ses Arsch­loch woll­te ge­ra­de gehen“, ver­kün­de ich, wäh­rend meine Waffe immer noch auf den Kopf die­ses Wich­sers ge­rich­tet ist.
„Pro­s­pect“, brüllt Fury. Fast so­fort taucht einer un­se­rer neuen An­wär­ter auf. „Schaff die­sen Schma­rot­zer ver­dammt noch mal hier raus“, don­nert er.
Der Pro­s­pect packt den Kerl und zerrt ihn den Flur ent­lang. Ich be­hal­te sie im Auge, bis sie ver­schwun­den sind, dann ste­cke ich meine Waffe wie­der in den Half­ter.
Kent­lee rennt an mir vor­bei und geht in die Hocke, um das Mäd­chen auf den Rü­cken zu dre­hen. Sie keucht bei ihrem An­blick auf und zieht ihren Rock her­un­ter, bevor sie ihre Fin­ger auf die Puls­ader an ihrem Hals drückt.
„Sie lebt.“ Kent­lee seufzt er­leich­tert auf.
Mein Blick wan­dert über ihr Ge­sicht, an­schlie­ßend zu dem Mäd­chen auf dem Boden, und dann trifft mich die Er­kennt­nis wie ein Schlag.
Ich kenne sie.
Ich er­in­ne­re mich an sie. Ich habe von ihr ge­träumt. Hat­tie.
Ich lasse mich neben Kent­lee auf die Knie fal­len und drehe den Kopf des Mäd­chens zu mir hin.
„Hat er ihr weh­ge­tan?“, frage ich, ohne Hat­tie aus den Augen zu las­sen. Sie sieht ge­nau­so aus wie da­mals, jung und per­fekt.
„Meinst du, ob er sie ver­ge­wal­tigt hat?“, fragt Kent­lee.
„Ja.“ Meine Kehle scheint zu bren­nen, als ich ant­wor­te.
Ver­dammt.
„Ich glau­be nicht. Ich meine, sein Schwanz war nicht drau­ßen, aber ohne sie zu fra­gen oder nach­zu­se­hen, ob Blut zu sehen ist …“, er­klärt sie und bricht dann ab.
„Sieh nach“, for­de­re ich sie auf.
„Wo?“, flüs­tert Kent­lee und schaut über ihre Schul­ter zu Fury.
„Hier, jetzt“, würge ich her­vor, un­fä­hig, mei­nen Blick von Hat­ties Ge­sicht los­zu­rei­ßen.
„Mach schon, Baby Girl, ich sorge dafür, dass es nie­mand sieht“, sagt Fury.
„Es ist zu dun­kel“, ent­geg­net sie.
Ich hole mein Handy her­aus und schal­te das Licht für sie ein. Ich will nicht hin­se­hen. Ich kann nicht. Statt­des­sen kon­zen­trie­re ich mich auf Hat­ties Ge­sicht. Ihre run­den Wan­gen und ihr ver­letz­ter Hals. Ver­dammt.
„Ich glau­be nicht, dass er ihr mehr an­ge­tan hat. Ich meine, es ist nichts Nas­ses zu sehen und es gibt kein Blut“, flüs­tert Kent­lee, wäh­rend sie mir mein Handy zu­rück­gibt.
„Kennst du sie?“, fragt Fury, wäh­rend ich noch immer neben Hat­tie hocke.
„Vor drei Jah­ren habe ich sie an die­ser Tank­stel­le ge­fun­den. Er­in­nerst du dich, als ich den Tank­wart ge­tö­tet habe?“, ant­wor­te ich und ziehe eine Au­gen­braue hoch.
„Das ist das Mäd­chen, das er ver­ge­wal­ti­gen woll­te?“, hakt er nach.
„Ja“, er­wi­de­re ich ni­ckend.
„Was zum Teu­fel macht sie hier?“, fragt Fury ver­wun­dert.
„Keine ver­damm­te Ah­nung, aber ich küm­me­re mich darum. Und um sie.“
„Sag Be­scheid, wenn du etwas brauchst“, gibt Fury zu­rück, wäh­rend er sei­nen Arm um Kent­lees Tail­le legt.
Ge­mein­sam gehen sie davon.
Kent­lee dreht sich noch ein­mal um und sieht mich an, ihre Au­gen­brau­en sind vor Ver­wir­rung und Sorge ge­run­zelt. Ich bin si­cher, dass sie sich ge­nau­so große Sor­gen um das Mäd­chen macht wie ich.
Ich bücke mich, hebe Hat­tie hoch und wiege sie in mei­nen Armen. Dann nehme ich sie mit in mein Zim­mer und so­bald ich ein­tre­te, spüre ich, wie sie sich an mich drückt.
„Du bist es“, flüs­tert sie mit hei­se­rer Stim­me und Trä­nen in den Augen.
Sie er­in­nert sich an mich. Etwas regt sich in mei­nem Her­zen – ein Ge­fühl, das ich noch nie zuvor ver­spürt habe.
Ich un­ter­drü­cke es schnell.
„Wen hast du uns mit­ge­bracht?“, schnurrt Se­ri­na von ihrem Platz auf dem Boden aus.
Hat­ties Kopf wir­belt herum und sie schnappt nach Luft. Se­ri­na und das an­de­re Mäd­chen sind völ­lig nackt und knien auf mei­nem Boden. Hat­tie zap­pelt in mei­nen Armen, aber ich um­schlie­ße sie fes­ter, bevor ich die bei­den Mäd­chen auf­for­de­re zu gehen.
„Aber … aber ich brau­che dich“, jam­mert Se­ri­na.
„Ver­piss dich, du Hure“, rufe ich laut.
Ich rühre mich nicht von der Stel­le und halte ihrem Blick stand, wäh­rend das an­de­re Mäd­chen an mir vor­bei­rennt. Se­ri­na be­eilt sich nicht. Sie zieht ihr bil­li­ges Out­fit lang­sam wie­der an und schleicht sich dann lang­sam aus mei­nem Zim­mer. So­bald sie weg ist, drehe ich das Schloss um und lege Hat­tie dann so sanft wie mög­lich auf mein Bett.
„Es tut mir leid, dass ich dir schon wie­der den Abend ver­dor­ben habe“, krächzt sie.
„Du hast über­haupt nichts rui­niert. Wie bist du hier ge­lan­det?“, frage ich.
Als sie be­sorgt das Ge­sicht ver­zieht, wünsch­te ich, ich könn­te ein­fühl­sa­mer sein, aber ich weiß nicht wie. Alles, was mir ein­fällt, ist meine Hand an ihre volle Wange zu legen und in ihre feuch­ten Augen zu bli­cken, wäh­rend ich auf eine Ant­wort warte. Ihre ge­schwol­le­ne Un­ter­lip­pe zit­tert und ich fühle mich wie ein Arsch­loch, wäh­rend mein Schwanz gegen den Reiß­ver­schluss mei­ner Jeans drückt.
Ver­dammt, was würde ich dafür geben, zwi­schen die­sen Lip­pen zu ver­sin­ken, wäh­rend sie mir einen bläst.
„Ich wuss­te von nichts. Meine Freun­din hat mich mit hier­her ge­schleift, sie sagte, es sei eine Party“, ant­wor­tet sie kaum hör­bar.
Die Hei­ser­keit ihrer Stim­me macht mei­nen Schwanz noch här­ter, was so ver­dammt falsch ist, wenn man be­denkt, wieso sie so klingt.
„Bist du okay?“, frage ich und schaue auf sie herab. Ich muss eine rau­chen, sonst vö­ge­le ich sie gleich jetzt und hier.
„Mir geht es gut. Er hat mich an­ge­fasst, aber er ist nicht viel wei­ter als in mei­nen Slip ge­kom­men“, ver­si­chert sie leise mit roten Wan­gen.
Als ich sie an­se­he, komme ich mir vor wie ein ver­damm­ter Per­ver­ser. Sie sieht so jung aus und ich bin drei­ßig Jahre alt. Aber das Ab­ge­fuck­te daran ist – ich mag es, dass sie so jung aus­sieht. Mir war es bis­her immer scheiß­egal, wie eine Frau aus­sieht, in die ich mei­nen Schwanz ver­sen­ke, so­lan­ge sie eben eine Frau ist.
Aber Hat­tie, sie sieht so un­schul­dig aus, so ver­letz­lich, so zer­brech­lich und so ver­dammt rein. Ich will sie rui­nie­ren und alle er­denk­li­chen schmut­zi­gen Dinge mit ihr an­stel­len.
Ich will sie zum Wei­nen, ja sogar zum Bet­teln brin­gen und sie kom­plett ver­ein­nah­men.
Sie ge­hört mir.
Ich will sie ganz und gar für mich haben.
Ich stehe auf und gehe zu mei­ner Kom­mo­de, grei­fe mir eine Zi­ga­ret­te aus der Pa­ckung und ver­su­che, meine Ner­ven zu be­ru­hi­gen – und mei­nen ver­damm­ten, schmer­zen­den Stän­der noch dazu.
„Tut mir leid, dass du dich schon wie­der mit mir ab­ge­ben musst. Jetzt bin ich neun­zehn und mache dir immer noch Ärger“, flüs­tert sie.
„Deine Freun­din hätte dich nicht mit­brin­gen sol­len. Du soll­test nicht hier sein. Die­ser Ort ist nichts für Mäd­chen wie dich“, er­klä­re ich, wäh­rend ich an mei­ner Zi­ga­ret­te ziehe und spüre, wie das Ni­ko­tin mich leicht be­rauscht.
Ich soll­te hier nicht rau­chen, nicht in ihrer Ge­gen­wart, aber ich brau­che es jetzt, um mich selbst im Griff zu be­hal­ten.
„Mäd­chen wie ich?“, fragt sie und stützt sich auf ihre Ell­bo­gen.
Mein Blick wan­dert von ihrem Ge­sicht zu ihren klei­nen, fes­ten Brüs­ten, und ver­dammt, ich will sie schme­cken. Ich will sie mit mei­nem Sper­ma be­sprit­zen. Ich will sie darin er­trän­ken. Ich räus­pe­re mich und ver­su­che, wie­der etwas Blut in mein Ge­hirn vor­drin­gen zu las­sen.
„Gute Mäd­chen. Mäd­chen, die hüb­sche klei­ne Spit­zen­klei­der mit blau­en High Heels zu einer Bi­ker-Par­ty tra­gen. Mäd­chen, die ihre Tit­ten nicht zur Schau stel­len und nicht hier sind, um sich zur Old Lady hoch­zu­fi­cken. Mäd­chen wie du eben.“

 

Hat­tie

Ich blinz­le zu ihm auf, dem na­men­lo­sen Mann, der mich jetzt schon zwei­mal vor se­xu­el­lem Miss­brauch ge­ret­tet hat. Ich habe ge­ra­de ge­hört, wie er er­klärt hat, warum ein Mäd­chen wie ich nicht hier in sei­nem Club­haus sein soll­te. Er hat recht, aber ich weiß nicht, ob ich ihm die Ge­nug­tu­ung geben werde, das ein­zu­ge­ste­hen.
„Ich wuss­te nicht, dass wir hier­her­fah­ren. Ich wuss­te le­dig­lich, dass ir­gend­wo eine Party steigt“, gebe ich zu.
Ich be­ob­ach­te, wie sich seine Augen ver­en­gen, bevor er noch ein­mal an sei­ner Zi­ga­ret­te zieht. Nor­ma­ler­wei­se finde ich Rau­chen total wi­der­lich, aber in die­sem Mo­ment ist es ver­dammt sexy. Ich atme etwas schnel­ler, als seine Lip­pen die Zi­ga­ret­te los­las­sen und eine Rauch­wol­ke auf­steigt.
„Du hät­test gleich wie­der um­keh­ren sol­len, als du vor die­sen Toren an­ge­hal­ten hast“, sagt er.
„Das hätte ich, aber ich bin nicht ge­fah­ren“, flüs­te­re ich so leise wie mög­lich. Meine Stim­me ist hei­ser und mein Hals tut weh. „Es tut mir leid, dass ich dir schon wie­der den Abend ver­dor­ben habe“, füge ich er­neut hinzu.
Meine Wan­gen wer­den heiß, als ich an die bei­den nack­ten Frau­en denke, die auf ihn ge­war­tet haben. „Die zwei Schlam­pen sind un­wich­tig“, sagt er läs­sig, wäh­rend er noch ein­mal an sei­ner Zi­ga­ret­te zieht.
„Trotz­dem tut es mir leid“, gebe ich zu­rück.
„Mit wem ist deine Freun­din da?“, fragt er.
„Wie heißt du?“, ant­wor­te ich mit einer Ge­gen­fra­ge.
Seine Augen blit­zen auf, ich kann nicht genau sagen, wieso, dann lä­chelt er. Ich sehe zu, wie er seine Zi­ga­ret­te aus­drückt und dann wie­der zu mir zu­rück schlen­dert und sich auf das Bett setzt. Er fi­xiert mich mit sei­nem Blick. Seine Augen sind die ganze Zeit auf mich ge­rich­tet, als gäbe es nichts Wich­ti­ge­res auf der Welt als mich.
„John­ny“, raunt er schließ­lich, wäh­rend er mit sei­ner Hand mein Ge­sicht be­rührt.
Ich atme scharf ein, als er mit sei­nen Fin­gern von mei­ner Schlä­fe über die Seite mei­nes Ge­sichts bis zu mei­nen Lip­pen wan­dert.
„John­ny“, sage ich ge­dämpft gegen seine Fin­ger.
Er riecht nach Ni­ko­tin und Bier, Leder und Öl. Die Kom­bi­na­ti­on über­for­dert meine Sinne und aus ir­gend­ei­nem Grund atme ich da­durch etwas schwe­rer.
„Hat­tie“, stöhnt er.
Meine Brust­war­zen ver­stei­fen sich so­fort auf­grund sei­ner rauen Stim­me, dem süßen Klang und dem lei­sen Flüs­tern mei­nes Na­mens. Ich öffne mei­nen Mund, um etwas zu sagen, ob­wohl ich nicht weiß, was. Viel­leicht, um ihn zu bit­ten, mich zu küs­sen oder mich zu neh­men – ich weiß es nicht. Aber er kommt mir zuvor.
„Du musst gehen“, sagt er.
„Ich glau­be nicht, dass ich das will“, gebe ich zu und lege meine Hand um sein Hand­ge­lenk.
„Ich bin kein guter Mann“, er­wi­dert er, wäh­rend sein Blick auf mir ruht.
„Ich glau­be nicht, dass mir das etwas aus­macht“, ant­wor­te ich, wäh­rend ich ihn an­se­he und mich nach sei­nen Lip­pen auf mei­nen sehne. Es ist drei Jahre her, aber ich habe nicht ver­ges­sen, wie sie sich an­füh­len.
„Wenn ich dich ficke, ist das eine ein­ma­li­ge Sache. Es wird nicht lang­sam oder ro­man­tisch sein. Es wird ver­dammt schmut­zig zu­ge­hen und du wirst dich wahr­schein­lich wäh­rend­des­sen und da­nach er­nied­rigt füh­len. Ich glau­be nicht, dass du damit ein­ver­stan­den sein wür­dest. Du bist zu gut dafür – zu un­schul­dig und zu … süß“, ver­kün­det er.
Seine Worte sol­len wohl hart klin­gen, aber die Art, wie er mich an­sieht, wie er mir in die Augen starrt, zeigt, dass er es nicht so meint. Nicht wirk­lich. Er sagt es, um mir Angst zu ma­chen.
Ich habe keine Zwei­fel, dass er grob und schmut­zig sein wird, aber ich denke, so ist er ein­fach. Ich glau­be nicht, dass er mich da­nach ein­fach weg­wirft, nicht, wenn er sich nach drei Jah­ren noch an mei­nen Namen und unser kur­zes Auf­ein­an­der­tref­fen er­in­nert.
Ich muss einen blei­ben­den Ein­druck hin­ter­las­sen haben, so wie er bei mir.
„Ich komme schon klar. Fick mich“, sage ich tap­fer, wäh­rend ich mich auf­set­ze.
„Nein, du musst nach Hause zu­rück zu Daddy“, ent­geg­net er knapp.
Ich blinz­le. Ich habe die­sem Kerl ge­ra­de an­ge­bo­ten, mit mir zu ma­chen, was er will, in dem Wis­sen, dass er nicht zim­per­lich sein wird und dass ich an­schlie­ßend wohl nie wie­der etwas von ihm hören werde. Trotz­dem lehnt er mich ab und wird auch noch her­ab­las­send?
„Ich bin er­wach­sen. Ich lebe al­lein, ohne einen Daddy, der sich um mich küm­mert“, zi­sche ich und schaue ihm in die Augen.
Braun. Wie die sü­ßes­te Scho­ko­la­de.
„Ich bin nicht das, was du willst, Hat­tie. Steh auf, ich brin­ge dich nach Hause“, er­wi­dert er, bevor er sich er­hebt.
Ich blei­be stumm. Was gibt es da noch zu sagen? Ich habe ihm mei­nen Kör­per an­ge­bo­ten und er hat mich ab­ge­wie­sen, mehr­mals. Ich stehe auf und strei­che mei­nen Rock glatt, bevor ich ihm folge.
So­bald wir sein Zim­mer ver­las­sen haben, dreht er sich um und for­dert mich auf, in sei­ner Nähe zu blei­ben. Ich tue, worum er mich bit­tet, und ge­mein­sam gehen wir durch die Men­schen­men­ge, die fei­ert, rum­macht, trinkt und sich prü­gelt. Ich mache mir nicht die Mühe, nach Willa zu su­chen. Sie ist ir­gend­wo mit Rob­bie und schert sich wahr­schein­lich einen Dreck um mich.
Als wir drau­ßen an­kom­men, ent­de­cke ich den gro­ßen, gut aus­se­hen­den Mann, der mit mir ge­spro­chen hat, bevor der Ver­rück­te mich ge­packt hat. Er sitzt al­lein an einem Tisch. Ich schaue zu ihm hin­über und er nickt mir zu. Ich mache einen Schritt in seine Rich­tung, um ihm dafür zu dan­ken, dass er zu­min­dest ver­sucht hat, mich von der Party weg­zu­brin­gen, als ich spüre, wie sich John­nys Hand um mei­nen Ober­arm legt.
„Wo willst du hin?“, knurrt er.
„Ich will mich bei dem Mann be­dan­ken. Er hat ver­sucht, mich von der Party weg­zu­brin­gen, bevor mich der an­de­re Kerl ge­schnappt hat“, er­klä­re ich.
„Du brauchst ihm für gar nichts zu dan­ken“, er­wi­dert John­ny.
Ich schie­be seine Hand von mei­nem Arm und igno­rie­re ihn, wäh­rend ich auf den gut aus­se­hen­den Frem­den zu­ge­he. Als ich vor ihm stehe, brei­tet sich ein blen­dend schö­nes Lä­cheln auf sei­nem Ge­sicht aus.
„Alles in Ord­nung bei dir? Ich habe ge­hört, was pas­siert ist. Die haben den Kerl win­del­weich ge­prü­gelt“, schil­dert er mir la­chend.
„Mir geht es gut. Ich woll­te mich nur für dei­nen Ver­such be­dan­ken“, sage ich hei­ser.
„Du machst ihn ganz schön ei­fer­süch­tig, klei­nes Mäd­chen. Du soll­test bes­ser auf­pas­sen. Wo Rauch ist, ist auch Feuer, wenn es um ihn geht“, gibt er zu­rück und deu­tet mit einem Ni­cken hin­ter mich.
Ich schaue mich nicht um, wo John­ny uns si­cher an­starrt. Statt­des­sen zucke ich mit den Schul­tern, was ihn noch brei­ter lä­cheln lässt.
„Ich bin an­schei­nend nichts für ihn“, sage ich de­pri­miert.
„Wenn er dir das ge­sagt hat, dann hat er dich an­ge­lo­gen – viel­leicht auch sich selbst“, ent­geg­net der Frem­de und nimmt einen Schluck von sei­nem Bier.
„Na ja, trotz­dem danke“, gebe ich zu­rück, ohne zu wis­sen, wie ich auf seine Worte re­agie­ren soll.
Ich wünsch­te, John­ny würde etwas an mir lie­gen, ich wünsch­te, er fände mich at­trak­tiv. Ich finde ihn um­wer­fend und stel­le mir schon seit Jah­ren seine Lip­pen auf mei­nen vor. Aber er will mich nicht, und im Mo­ment bin ich ein­fach nur dank­bar, dass er be­reit ist, mich nach Hause zu brin­gen.
„Bist du fer­tig?“, fragt John­ny, als er an meine Seite stapft.
„Ja“, ant­wor­te ich seuf­zend.
„Wir neh­men mein Auto, komm schon“, sagt er mür­risch.
Ich winke dem an­de­ren Mann knapp zu und folge John­ny zu einem gro­ßen, me­tal­le­nen La­ger­haus. Dort sehe ich meh­re­re Autos, Pick-ups und SUVs, die in einer Reihe ge­parkt sind.
„Un­se­re Kä­fi­ge“, ver­kün­det John­ny, wäh­rend er zu einem alten schwar­zen Mus­cle-Car geht.
„Wo sind eure Mo­tor­rä­der?“, frage ich. Ich ziehe am Griff und öffne die Tür für mich.
„Vorne ge­parkt. Wir be­nut­zen die hier nur im Win­ter oder wenn wir müs­sen“, er­klärt er, wäh­rend er sich ans Steu­er setzt.
Ich schnal­le mich an, wäh­rend er den Motor star­tet, und dann rast er mit einem lau­ten Knat­tern vom Park­platz. „Wo wohnst du?“, fragt er mich brüsk, so­dass ich wegen der Schär­fe sei­nes Tons leicht zu­sam­men­zu­cke.
„Sagle“, flüs­te­re ich.
„Ohne Scheiß?“, er­wi­dert er und wen­det sich mir über­rascht zu.
„Es ist weit, ich weiß. Wenn du mich am Stadt­rand oder auf hal­ber Stre­cke ab­set­zen willst, kann ich mei­nen Bru­der an­ru­fen, damit er mich ab­holt, wenn er seine Schicht be­en­det hat“, gebe ich klein­laut zu­rück.
„Das würde dem Idio­ten wohl ge­fal­len. Ich brin­ge dich nach Hause.“
Für den Rest der Fahrt spre­chen wir kein Wort mehr mit­ein­an­der. John­ny spielt an dem Radio herum und wech­selt ge­fühlt hun­dert­mal den Sen­der, bevor wir das Orts­schild pas­siert haben.
Ich gebe ihm leise An­wei­sun­gen zu mei­nem Apart­ment­kom­plex, und als wir an­kom­men, parkt er und stellt den Motor ab.
Er sagt nichts und ich auch nicht. Er sitzt da und starrt etwa fünf Mi­nu­ten lang aus der Wind­schutz­schei­be, bevor er end­lich spricht.
„Ich kann dich nicht wie­der­se­hen, Hat­tie. Nicht, weil ich dich nicht will, son­dern weil ich dich zu sehr will. Ich will dich ver­der­ben, dich be­nut­zen, dich se­xu­ell er­nied­ri­gen und ver­dammt schmut­zi­ge Dinge mit dir an­stel­len. Dann will ich in dich ein­drin­gen und dich an mich bin­den, indem ich dich schwän­ge­re, damit ich dich für immer für mich al­lein habe – und mit dir ma­chen kann, was ich will. Ich bin kei­ner von den Guten. Das war ich nie und werde es auch nie sein. Jetzt geh, bevor ich dich in deine Woh­nung brin­ge, dich erst ver- und dann ent­füh­re.“
Als er mit sei­ner Rede fer­tig ist, geht mein Atem schwer und mein Hös­chen ist feucht. Genau das will ich. Ich will das Ge­fühl haben, je­man­dem zu ge­hö­ren, ge­braucht zu wer­den und ge­wollt zu sein. Bei der Er­nied­ri­gung und der Ba­by-Sa­che bin ich mir nicht so si­cher, aber den Rest – den will ich.
„Du willst mich?“, frage ich und schaue zu ihm hin­über.
John­ny sieht mich an, und ich be­ob­ach­te, wie seine Augen und sein Ge­sicht wei­cher wer­den, dann be­rührt er meine Wange mit sei­ner rauen Hand­flä­che.
„Ja, Prin­zes­sin. Egal, wie falsch es ist, ich will dich, seit du sech­zehn bist“, ant­wor­tet er.
„Ich bin nicht mehr sech­zehn“, ver­kün­de ich, bevor ich über den Sitz klet­te­re, um mich auf sei­nen Schoß zu set­zen.
Es ist der kühns­te Schritt, den ich je ge­macht habe. Er bringt mich dazu, mutig und kühn zu sein, für ihn. Er legt den Kopf in den Na­cken und wir schau­en uns in die Augen.
Er ist so rau – mit sei­nen star­ken, mar­kan­ten Zügen –, aber hin­ter sei­nen Augen brennt ein mir un­be­kann­tes Feuer.
Ich möch­te die­sen Mann ken­nen­ler­nen, den Mann hin­ter der har­ten Scha­le.
„Du spielst mit dem Feuer, klei­nes Mäd­chen. Ver­stehst du nicht, dass ich dich nicht nur fi­cken, son­dern ver­der­ben werde?“, fragt er und wie­der­holt sich er­neut.
„Mach schmut­zi­ge Dinge mit mir, John­ny. Fick mich dre­ckig, gib mich nie wie­der her“, flüs­te­re ich.
Er schüt­telt den Kopf. Doch dann ist es, als würde seine Wil­lens­kraft in sich zu­sam­men­fal­len. Er legt eine Hand um mei­nen Hin­ter­kopf und dreht seine Fin­ger in mei­nem Haar, wäh­rend seine Lip­pen auf meine tref­fen.
Ich stöh­ne und öffne mei­nen Mund. Als seine Zunge in mich glei­tet, gebe ich mich ihm hin. Ich lasse mich ganz und gar von ihm füh­ren, wäh­rend er meine Haare fest im Griff hat und mit sei­ner an­de­ren Hand mei­nen Rü­cken um­schließt. Er schmeckt so gut, wäh­rend seine Lip­pen, Zähne und Zunge mich völ­lig ver­schlin­gen.
Ich wiege meine Hüf­ten gegen seine harte Länge und stöh­ne ein wei­te­res Mal.
Doch plötz­lich schreie ich auf und zucke zu­sam­men, als ich höre, wie je­mand gegen die Au­to­schei­be klopft.
Ent­setzt bli­cke ich nach drau­ßen zu der Ge­stalt vor der Fens­ter­schei­be.

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.