Notorious Devils MC: Rough & Rowdy

Ori­gi­nal­ti­tel: Rough & Rowdy (No­to­rious De­vils Book 1)
Über­set­zer: J.M. Meyer

Er­schie­nen: 08/2024
Serie: No­to­rious De­vils MC
Teil der Serie: 1

Genre: Con­tem­pora­ry Ro­mance, Motor­cy­cle Club Ro­mance
Zu­sätz­lich: Se­cret Baby / Un­wan­ted Pregnan­cy

Er­hält­lich als:
pa­per­back & ebook

ISBN:
Print: 978-3-86495-698-0
ebook: 978-3-86495-699-7

Preis:
Print: 16,90 €[D]
ebook: 6,99 €[D]

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Notorious Devils MC: Rough & Rowdy


In­halts­an­ga­be

Kent­lee John­son war schon immer ein bra­ves und net­tes Mäd­chen mit guten Ab­sich­ten und ein­fa­chen Träu­men.

Pier­ce "Fury" Du­hart ist der ge­bo­re­ne Out­law und er lebt und atmet für sei­nen Mo­tor­rad­club, den No­to­rious De­vils MC.

Als sie sich zu­fäl­lig be­geg­nen, spürt Kent­lee, dass es keine kluge Ent­schei­dung ist, sich mit dem Prä­si­den­ten des in der gan­zen Stadt ge­fürch­te­ten Mo­tor­rad­clubs ein­zu­las­sen. Aber Fury weiß, was er will, und Kent­lee ist eine un­wi­der­steh­li­che Sü­ßig­keit, die er zu gerne ver­na­schen würde.

Kent­lee wirft ihre Be­den­ken für eine Nacht über Bord und lässt sich auf Furys An­nä­he­rungs­ver­su­che ein - aber eine Kost­pro­be des rauen und un­ge­ho­bel­ten Man­nes reicht aus, um ihre Welt, ihr Leben und ihre ge­sam­te Zu­kunft auf den Kopf zu stel­len ...

Der No­to­rious De­vils MC ist be­rüch­tigt für seine Wild­heit und die Loya­li­tät der Club­brü­der. Mit fes­seln­den Cha­rak­te­ren, viel Spice und einer mit­rei­ßen­den Hand­lung ent­führt euch Hay­ley Fai­man in eine Welt vol­ler Ge­fah­ren und Ver­lo­ckun­gen. Taucht ein in die düs­te­re At­mo­sphä­re des Mo­tor­rad­clubs und macht euch be­reit für eine wilde Fahrt mit dem No­to­rious De­vils MC!

Über die Au­to­rin

Als Ein­zel­kind muss­te Hay­ley Fai­man sich mit sich selbst be­schäf­ti­gen. Im Alter von sechs Jah­ren be­gann sie, Ge­schich­ten zu schrei­ben, und hörte nie wirk­lich damit auf. Die ge­bür­ti­ge Ka­li­for­nie­rin lern­te ihren heu­ti­gen Ehe­mann im Alter von sech­zehn Jah­ren ken­nen und hei­ra­te­te...

Wei­te­re Teile der No­to­rious De­vils MC Serie

Le­se­pro­be

Kent­lee

Den gan­zen Sonn­tag über blei­be ich zu­hau­se. Am Mon­tag­mor­gen bin ich noch ge­nau­so durch den Wind, wie nach mei­nem Auf­ein­an­der­tref­fen mit Fury.
Was ist das über­haupt für ein Name? Fury?
Viel­leicht soll­te ich wirk­lich öfter aus­ge­hen.
Für die Ar­beit ziehe ich mir eine hell­graue Hose und ein wei­ßes, bie­de­res Ober­teil an. Mein Out­fit wird von schwar­zen Pumps ab­ge­run­det. Ob­wohl es ein wun­der­schö­ner Mor­gen ist, öffne ich nicht das Ver­deck mei­nes Ca­bri­os, damit meine Haare nach der Fahrt ins Büro nicht aus­se­hen, als wäre ich in einen Hur­ri­kan ge­ra­ten.
„Spä­ter kommt ein Kunde von mir vor­bei, um...

...​diesen Ver­trag zu un­ter­schrei­ben. Stell si­cher, dass du ihm eine Kopie aus­hän­digst. Ich nehme mir heute frei, da ich am Sams­tag dei­nen Job er­le­di­gen muss­te“, ver­kün­det mein Chef, Tommy Wal­ker.
Ich sehe ihm dabei zu, wie er das Büro ver­lässt und nach rechts in Rich­tung des Park­plat­zes ab­biegt. Er war nicht ein­mal drei­ßig Mi­nu­ten hier, ehe er sich für den Rest des Tages ver­krü­melt hat.
„Er ist bloß ge­frus­tet, weil er nie zum Stich kommt“, meint Marcy, eine der Mak­le­rin­nen, la­chend.
Ich rich­te mich auf, nehme den Ver­trag, den Tommy mir auf den Tisch ge­pfef­fert hat, an mich und lege ihn zur Seite.
„Das sind mir zu viele De­tails am Mor­gen“, ent­geg­ne ich und schal­te mei­nen PC ein.
„Seine Frau und ich sind Freun­din­nen. Ich kenne alle schmut­zi­gen De­tails, Lie­bes“, flö­tet sie, wor­auf­hin ich den Kopf schütt­le.
Tommy ist at­trak­tiv für einen Mann Mitte vier­zig, und seine Ehe­frau ist wun­der­schön. Al­ler­dings haben die Zwei drei klei­ne Kin­der, die in kur­zen Ab­stän­den hin­ter­ein­an­der ge­bo­ren wur­den. Ich glau­be, dass seine Frau sehr er­schöpft sein muss, da Tommy jeden Abend in der Woche bis spät in die Nacht im Büro bleibt … und ar­bei­tet.
Keine Ah­nung, was er hier in Wahr­heit immer so lange tut. Ver­mut­lich hat er eine Af­fä­re. Si­cher weiß ich das nicht, weil ich mich aus sei­nen An­ge­le­gen­hei­ten raus­hal­te. Er be­zahlt mich pünkt­lich und so­lan­ge keine kon­kre­ten Be­wei­se vor­lie­gen, blei­ben meine Lip­pen ver­sie­gelt.
Ich weiß, wie es sich an­fühlt, be­tro­gen zu wer­den. Das wün­sche ich nie­man­dem. Au­ßer­dem ist es in der Regel so, dass die Opfer einem nicht glau­ben, so­lan­ge man nichts vor­zu­wei­sen hat.
Ich selbst woll­te auf kei­nen hören. Auch dann nicht, als Brent­lee mir sagte, Jason sei ein Idiot und ich solle ihn ver­las­sen. Erst als ich sei­nen Be­trug mit ei­ge­nen Augen ge­se­hen habe, konn­te ich es glau­ben.
Er hielt sich in einer Bar in der Nähe des Büros auf, ob­wohl er ei­gent­lich zu Hause sein soll­te, um sei­ner kran­ken Mut­ter zu hel­fen. Ich glaub­te ihm alles, was er sagte, weil ich eine ver­trau­ens­se­li­ge Idio­tin war.
Ich ver­dre­he die Augen und habe post­wen­dend ein schlech­tes Ge­wis­sen, weil ich auch nur einen Ge­dan­ken an Jason ver­schwen­det habe. Ge­liebt habe ich ihn nie, aber nichts­des­to­trotz schmerzt der Ver­rat noch immer. Selbst Mo­na­te da­nach.
Als ich höre, dass un­se­re Tür bim­melt, schlie­ße ich schnell den Face­book-News­feed auf mei­nem Rech­ner und hebe den Blick, um den Kun­den zu be­grü­ßen.
Mit einem Mal werde ich ganz blass und meine At­mung gerät ins Sto­cken.
„Na, wenn das nicht die klei­ne Kent­lee John­son ist“, höre ich eine raue Stim­me sagen.
Glei­cher­ma­ßen scho­ckiert und ehr­fürch­tig sehe ich zu ihm auf. Ich be­ob­ach­te ihn dabei, wie er auf mich zu­kommt. Ich star­re ihn wie eine Diät­ma­chen­de an, die einem Kell­ner dabei zu­sieht, wie er einen rie­si­gen Scho­ko­la­den­ku­chen ser­viert.
Hung­rig.
Nein, ver­zeh­rend.
Aus­ge­hun­gert.
„Wie … wie hast du mich ge­fun­den?“, stamm­le ich, wor­auf er erst grinst und mir dann zu­zwin­kert.
„Ich bin hier, um einen Ver­trag zu un­ter­schrei­ben. Du, Süße, bist bloß ein glück­li­cher Zu­fall“, ent­geg­net er.
Ich nehme die Do­ku­men­te, die Tommy mir auf den Tisch ge­knallt hat, in die Hand und durch­su­che sie nach sei­nem Namen.
„Du bist Pier­ce Du­hart?“, hake ich über­rascht nach.
Er nickt. „Ver­ra­te aber nie­man­dem mei­nen rich­ti­gen Namen“, brummt er und nimmt mir die Pa­pie­re aus der Hand, um sie sich durch­zu­le­sen.
„Wieso nicht? Würde das dei­nem guten Ruf scha­den?“, er­kun­di­ge ich mich un­schul­dig.
Er hält einen Mo­ment lang inne, sieht mich an und lacht. Es ist ein ech­tes La­chen, aus dem Bauch her­aus. Es ist un­glaub­lich tief, sexy und schön. Mit leicht ge­öff­ne­tem Mund star­re ich ihn an.
„So in der Art, Dar­ling.“ Noch immer vor sich hin grin­send, liest er sich den Ver­trag durch, eher er ihn un­ter­zeich­net.
„So, das hät­ten wir. Sonst noch etwas?“, will er wis­sen.
Lä­chelnd nehme ich ihm die Do­ku­men­te wie­der ab. „Ich muss nur noch eine Kopie an­fer­ti­gen. Ich bin gleich wie­der da.“ Ich stehe auf und eile zum Ko­pie­rer, wo ich die Pa­pie­re in den Ein­zug lege und ver­su­che, wie­der zu Atem zu kom­men.
Bevor ich ihm den Ver­trag zu­rück­ge­be, pro­bie­re ich, mich zu be­ru­hi­gen. Das ist gar nicht so leicht, wäh­rend der raus­te und zu­gleich at­trak­tivs­te Mann, dem ich je be­geg­net bin, mich mit sei­nen Bli­cken ver­folgt und mich ein­ge­hend mus­tert.
„Du bist am Sams­tag nicht mehr vor­bei­ge­kom­men“, flüs­tert er fast und legt eine Hand um meine.
Ich möch­te ihm die Do­ku­men­te über­ge­ben, doch er zieht mich ganz plötz­lich zu sich heran. Im Hand­um­dre­hen lie­gen die Fin­ger sei­ner frei­en Hand auf mei­nem un­te­ren Rü­cken und meine Brüs­te wer­den gegen sei­nen Ober­kör­per ge­drückt – gegen seine stein­har­ten Brust­mus­keln.
Es war ein hin­ter­lis­ti­ger Über­griff, von dem ich ganz be­nom­men und ver­wirrt bin. Gleich­zei­tig bin ich so er­regt, dass ich fast ver­sucht bin, ihn genau hier und jetzt an­zu­fas­sen.
„Ich … ich war be­schäf­tigt?“, sage ich.
Es klingt eher wie eine Frage als eine Ant­wort, was mei­ner Aus­re­de völ­lig den Wind aus den Se­geln nimmt.
„Du hat­test Schiss, Baby“, sagt er leise.
Wie sexy.
„Nun … ja“, gebe ich zu.
Als er den Kopf zu mir her­un­ter neigt, wird sein Grin­sen noch eine Spur brei­ter. Für den Bruch­teil einer Se­kun­de rech­ne ich damit, dass er mich küs­sen wird, doch er bringt seine Lip­pen bloß mei­nem Ohr ganz nah. Er lässt sie über meine Haut strei­fen, was mir einen Schau­er über den Rü­cken jagt.
„Ich will dich, Kent­lee“, raunt er mir zu.
Und so schmel­ze ich förm­lich auf der Stel­le dahin.
Er gibt mich frei, nimmt seine Pa­pie­re an sich, dreht sich um und ver­lässt das Büro, ohne sich noch ein­mal zu mir um­zu­dre­hen.
Wie an­ge­wur­zelt blei­be ich auf mei­nem Platz ste­hen, völ­lig be­nom­men und durch­ein­an­der, und be­ob­ach­te, wie sein per­fek­ter, wohl­ge­form­ter Hin­tern durch die Tür stol­ziert.
Ich star­re ihm hin­ter­her. Meine Lip­pen bil­den ein stum­mes O. Ich bin über­rascht, er­regt und scho­ckiert wegen dem, was ge­ra­de pas­siert ist.
„Das war ver­dammt heiß. Was läuft da zwi­schen euch bei­den?“, will Marcy von ihrem Büro aus wis­sen.
„Er will mich“, wis­pe­re ich er­staunt.
„Die­ser Kerl wird dich bei le­ben­di­gem Leib auf­fres­sen, Baby“, ent­geg­net sie la­chend.
Ich ver­su­che, mich wie­der mei­ner Ar­beit zu wid­men, kann mich aber nicht kon­zen­trie­ren. Immer wie­der muss ich an seine Hand den­ken, die auf mei­nem Rü­cken lag, und wie er mich gegen sich ge­drückt hat.
Als mein Te­le­fon bim­melt, mache ich kei­ner­lei An­stal­ten ran­zu­ge­hen. Zum Glück ist Tommy nicht im Büro und Marcy nimmt das Ge­spräch ent­ge­gen. Meine Ge­dan­ken krei­sen pau­sen­los um Fury.
Was ich bei ihm ge­fühlt habe.
Wie viel mehr ich von ihm will.
Was ich nicht tun soll­te.
Wie egal mir das ist.
Auf dem Weg nach Hause ist er noch immer der Mit­tel­punkt mei­ner Ge­dan­ken. Seine Worte hall­ten in mei­nem Kopf wider, auf Dau­er­schlei­fe: Ich will dich, Kent­lee.
Noch nie hat ein Mann zu mir ge­sagt, dass er mich will. Zu­min­dest nicht so, wie Fury es mich hat wis­sen las­sen. Das sorgt dafür, dass ich ihn nur noch mehr will.
Am liebs­ten würde ich zu ihm fah­ren und ihn an­fle­hen, mich zu neh­men, mich zu be­nut­zen, auch wenn es nur für eine Nacht ist. Ich bin zwar nicht diese Art Mäd­chen, doch für Fury möch­te ich es sein – nur ein ein­zi­ges Mal.
Der Rest der Woche ver­geht ver­gleichs­wei­se lang­wei­lig. Wie jede an­de­re Woche auch. Abends zeige ich un­se­ren Kun­den ein paar Woh­nun­gen und Häu­ser. Und nun, da es Sams­tag­abend ist, ist das Letz­te, was ich tun will, mit Brent­lee und ihren Freun­din­nen in einen Club zu gehen.
Wenn ich ehr­lich bin, würde ich mich lie­ber in mei­nem Bett ver­krie­chen und schla­fen. Ich möch­te von Fury träu­men, von sei­nen ge­flüs­ter­ten Wor­ten, und so tun, als wür­den sie real wer­den.
Ich habe ihn seit­her nicht wie­der­ge­se­hen, also hat er sich wahr­schein­lich nur einen dum­men Scherz er­laubt, aber ver­dammt, es tat so gut, sich be­gehrt zu füh­len.
Nach­dem ich mich ge­duscht und fer­tig ge­macht habe, klopft es auch schon an mei­ner Woh­nungs­tür. Als ich öffne, bin ich nicht über­rascht, Brent­lee und ihr Ge­fol­ge auf mei­ner Ve­ran­da ste­hen zu sehen.
Sie sehen aus wie Vier­lin­ge.
Ihre Haare sind al­le­samt lang, braun und ge­glät­tet. Ihr Ma­ke-up ist viel zu dick auf­ge­tra­gen, um sie älter er­schei­nen zu las­sen, und sie tra­gen al­le­samt knap­pe, rote Mi­ni­klei­der.
Mir muss die Nach­richt zum Dress­code durch die Lap­pen ge­gan­gen sein.
Ich öffne die Tür etwas wei­ter, um sie her­ein­zu­las­sen und ge­wäh­re damit der Bande Zu­tritt zu mei­nem Reich – sogar Missy.
„Sag nicht, du hast es ver­ges­sen“, mault Brent­lee und zieht an mir vor­bei.
„Nein. Ich komme ge­ra­de aus der Du­sche. In zehn Mi­nu­ten bin ich start­klar.“
Missy schnappt nach Luft. „In zehn Mi­nu­ten? Wie soll das gehen?“
„Ich bin eben schnell.“
„Wie willst du mit uns um die Häu­ser zie­hen, wenn du wie eine Pen­ne­rin aus­siehst? Ich hab es dir doch ge­sagt, Brent. Ich hab’s dir ver­dammt noch mal ge­sagt“, kreischt Missy.
Ich muss mir meine Fin­ger­nä­gel in die Hand­flä­chen boh­ren, um die Fas­sung zu wah­ren und ihr nicht in ihr ma­ger­süch­ti­ges Ge­sicht zu schla­gen.
Ich schal­te Musik ein, die die Mä­dels hören kön­nen, wäh­rend ich mich um­zie­he. Brent­lee folgt mir in den Schlaf­be­reich und be­ginnt damit, mei­nen Klei­der­schrank zu durch­fors­ten.
„Ich wuss­te, dass du nichts Pas­sen­des da hast“, sagt sie, eher zu sich selbst als zu mir, wäh­rend ich meine Haare käme.
„Ich woll­te das schwar­ze Kleid an­zie­hen“, ver­kün­de ich.
„Du soll­test lie­ber das hier tra­gen“, ent­geg­net Brent­lee und reicht mir einen Stoff­fet­zen.
Ich er­in­ne­re mich nicht an das Teil. Ich nehme das Kleid an mich und halte es hoch, dann schnap­pe ich nach Luft. Der Stoff ist dehn­bar, eng­an­lie­gend und tief­blau. Das Kleid ist viel zu kurz, um über­haupt als sol­ches durch­zu­ge­hen. Es ist eher ein län­ge­res Ober­teil.
Au­ßer­dem ist es rü­cken­frei, und der Aus­schnitt ist viel zu tief.
Das ganze ver­damm­te Kleid be­steht ein­zig und al­lein aus dehn­ba­rem Elast­han und ist quasi durch­sich­tig. Ich schütt­le den Kopf, doch Brent­lee hebt eine Hand in die Höhe, um mich zum Schwei­gen zu ver­don­nern.
„Trägst du es mir zu­lie­be, bitte? Die an­de­ren Mä­dels woll­ten un­be­dingt etwas Rotes an­zie­hen, aber ich weiß, dass du die Farbe nicht aus­ste­hen kannst. Das hier ist so­zu­sa­gen eine Art Kom­pro­miss. Komm schon, das wird lus­tig“, sagt sie, wor­auf­hin ich seuf­zend in das haut­enge Teil schlüp­fe.
Der ein­zi­ge Mensch, für den ich je­mals ein enges, viel zu frei­zü­gi­ges Kleid an­zie­hen würde, ist meine Schwes­ter. Und ich hasse es.
Ich bin mir si­cher, dass man jede Delle und Wöl­bung sehen kann, die ich habe. Und dann wäre da noch die Tat­sa­che, dass ich nicht ein­mal einen BH tra­gen kann.
Da ich erst drei­und­zwan­zig Jahre alt bin, hän­gen meine Mä­dels noch nicht, aber weil sie groß und vor allem echt sind, hat die Schwer­kraft den­noch einen Ein­fluss auf sie. Ich mag den Push-up-Ef­fekt und die Un­ter­stüt­zung, die ein BH zu bie­ten hat und fühle mich nicht wohl damit, kei­nen in der Öf­fent­lich­keit zu tra­gen.
„Ich liebe es. Du siehst fan­tas­tisch aus, Kent. Ich wünsch­te, ich hätte dei­nen Hin­tern“, meint meine Schwes­ter la­chend. Ich werfe einen Blick über meine Schul­ter und be­trach­te mei­nen kaum be­deck­ten Po.
Ich kann nicht fas­sen, dass ich so of­fen­her­zig das Haus ver­las­sen werde. Was meine Kla­mot­ten be­trifft, bin ich kei­nes­wegs prüde. Mir ge­fällt es nur nicht, zu viel Haut zu zei­gen. Die Auf­merk­sam­keit, die so etwas mit sich zie­hen kann, ist mir ein­fach nicht ge­heu­er.
„Brin­gen wir es ein­fach hin­ter uns“, brum­me ich, schnap­pe mir meine Hand­ta­sche und schlüp­fe in meine High Heels.
Ich hätte mein ei­ge­nes Auto neh­men sol­len, denke ich bei mir, als wir zu dem ein­zi­gen, win­zi­gen Club der Stadt fah­ren.
Die Mä­dels grö­len und be­we­gen sich zu der wohl wi­der­lichs­ten Pop­mu­sik der Welt. Ich liebe Musik, aber das hier ist to­ta­ler Müll.
Wenn wir den Club er­reicht haben, wer­den meine Ohren si­cher­lich blu­ten. Im Grun­de ist es gar kein rich­ti­ger Club, so wie man sie aus Groß­städ­ten kennt, son­dern eine Bar, in der Musik vom iPod des Bar­kee­pers ab­ge­spielt wird.
Nach­dem wir den Laden be­tre­ten haben, steue­re ich di­rekt auf die Theke zu. Ich brau­che einen Drink, und zwar schnell. Der Bar­mann heißt An­t­ho­ny. Wir ken­nen uns, seit­dem wir sechs sind, da wir zu­sam­men zur Schu­le ge­gan­gen sind. Als er mir zu­zwin­kert, wäh­rend er mir mei­nen Wodka mit Spri­te reicht, zucke ich in­ner­lich zu­sam­men.
An­t­ho­ny ist ein net­ter Kerl, aber wenn einen je­mand von der Kind­heit an bis ins Er­wach­se­nen­al­ter be­glei­tet, fällt es schwer, ihn als etwas an­de­res als einen Freund zu sehen.
„Hübsch wie immer, Kent­lee. Deine Schwes­ter hei­ra­tet also?“, er­kun­digt er sich und deu­tet mit einem Ni­cken auf Brent­lee.
Sie und Missy kip­pen einen Shot hin­un­ter und schwin­gen die Hüf­ten in ihren viel zu knap­pen Klei­dern. Ich bin mir si­cher, dass Scot­ty keine Ah­nung davon hat, was sie heute trägt.
„Äh, ja. Wie ist sie ei­gent­lich an Al­ko­hol ge­kom­men? Sie ist noch keine ein­und­zwan­zig“, sage ich.
An­t­ho­ny zuckt mit den Schul­tern. „Brent ist etwas Be­son­de­res, das weißt du doch. Au­ßer­dem ist sie schon bald eine ver­hei­ra­te­te Frau. Lass sie doch we­nigs­tens vor­her ein biss­chen Spaß haben“, meint er, wes­halb ich ihm einen miss­traui­schen Blick zu­wer­fe.
Bevor ich dazu komme, ihn zu fra­gen, was so be­son­ders an Brent sein soll, spüre ich, wie eine warme Hand mei­nen Hin­tern drückt. Ich drehe mich um und stehe einem Frem­den ge­gen­über. Er muss un­ge­fähr in mei­nem Alter sein, ist deut­lich grö­ßer als ich, und so be­trun­ken, dass er kaum noch ste­hen kann.
„Fuck, du hast aber einen gro­ßen Arsch, Baby. Wie wäre es, wenn du mit mir aufs Klo kommst und ihn mir zeigst?“, lallt er. Meine Augen wei­ten sich.
„Wie wäre es, wenn du dich ver­pisst, Arsch­loch?“, for­dert die raue Stim­me, von der ich in den letz­ten Tagen un­un­ter­bro­chen ge­träumt habe.
Rechts neben dem Wi­der­ling er­bli­cke ich Fury. Nun ver­ste­he ich, wie er zu sei­nem Spitz­na­men ge­kom­men ist – Wut. Er scheint ir­gend­wie noch grö­ßer zu sein als noch vor ein paar Tagen.
Sein Brust­korb ist auf­ge­bläht und er hat die Hände so fest zu Fäus­ten ge­ballt, dass seine Knö­chel weiß her­vor­tre­ten. Sein Kie­fer ist an­ge­spannt und bär­ti­ger als neu­lich.
Er ist ver­dammt heiß.
Noch hei­ßer als ich ihn mir vor­ge­stellt habe. Ich hätte nie ge­dacht, dass er noch an­zie­hen­der auf mich wir­ken könn­te, aber dem ist so. Sein Ge­sicht ist rot vor Wut. Er sieht aus, als würde er jeden Mo­ment ex­plo­die­ren.
„Was geht dich das an, Mann? Sie steht hier herum, der fette Arsch lugt unter ihrem Kleid her­vor, was soll ich tun?“, fragt der be­sof­fe­ne Idiot und wankt dabei.
Bevor ich über­haupt ver­ste­he, was ge­sche­hen ist, fällt der Pen­ner flach auf den Rü­cken. Ich bli­cke auf ihn herab und schließ­lich wie­der zu Fury auf, des­sen Ge­sichts­far­be von Hell­rot zu Dun­kel­rot ge­wech­selt hat.
„Du hast ihn ge­schla­gen“, stel­le ich das Of­fen­sicht­li­che fest. Fury nickt ein­mal, dann rich­tet er seine Auf­merk­sam­keit wie­der auf das Arsch­loch. „Danke“, murm­le ich.
Ich traue mich nicht, mei­nen Blick von sei­nen stahl­grau­en Augen ab­zu­wen­den. Fury blin­zelt ein­mal, dann zu­cken seine Lip­pen. Plötz­lich schießt seine Hand vor und er zieht mich an seine Brust.
„Was zum Teu­fel machst du hier mit nichts wei­ter als so einem Fum­mel am Leib?“, keucht er, wäh­rend sich seine Fin­ger in mei­nen un­te­ren Rü­cken gra­ben. Di­rekt ober­halb mei­nes Pos. Seine Be­rüh­rung lässt mich er­schau­ern.
„Wir fei­ern den Jung­ge­sel­lin­nen­ab­schied mei­ner Schwes­ter. Sie hat mir die­ses Kleid re­gel­recht auf­ge­zwun­gen“, ver­tei­di­ge ich mich im Flüs­ter­ton.
Furys Augen zie­hen mich in den Bann – eben­so wie sein kurz­ge­scho­re­ner Bart. Al­lein die Vor­stel­lung, seine Ge­sichts­be­haa­rung über meine Haut strei­fen zu spü­ren, ver­setzt mich in Schock­star­re.
Ich will ihn.
Ich will, dass er mit sei­nem Bart über mei­nen Kör­per streicht.
Ich sehe ihm dabei zu, wie er den Kopf dreht und mei­ner Schwes­ter und ihren Freun­din­nen einen Blick zu­wirft, bevor er wie­der mich an­sieht.
Ich rech­ne damit, dass er mich los­lässt, um sich zu den Vier­lin­gen zu ge­sel­len, denn sie sind al­le­samt grö­ßer, schlan­ker und jün­ger als ich. Ganz zu schwei­gen davon, dass sie ver­dammt per­fekt aus­se­hen.
„Gro­ßer Gott, eins die­ser Kin­der hei­ra­tet?“, brummt er, wes­halb ich la­chen muss.
„Die Größ­te der Grup­pe. Das ist meine Schwes­ter. Sie ist neun­zehn.“
Er nickt ein­mal, ehe er mit sei­nem Kinn kurz meine Nase be­rührt. Dann bringt er seine Lip­pen dicht an mein Ohr. „Lass die Mä­dels links lie­gen und häng heute Abend mit mir und mei­nen Jungs ab“, raunt er mir zu, wobei sein war­mer Atem über mein Ohr streift.
Ich schlu­cke.
Ich schaue zum Tisch mei­ner Schwes­ter hin­über. Die Grup­pe merkt nicht ein­mal, dass ich nicht bei ihnen bin. Sie ki­chern und la­chen und schüt­ten sich einen hin­ter die Binde. Ich weiß, dass sie mich nur ein­ge­la­den haben, damit ich mich nicht außen vor fühle. Al­ler­dings haben wir kaum Ge­mein­sam­kei­ten.
Ich liebe meine Schwes­ter, aber sie ist mo­men­tan im Hoch­zeits­wahn und alles dreht sich nur um Scot­ty. Da ist mo­men­tan wenig Platz für mich. Und Fury lässt mich wie­der etwas füh­len.
Wahr­schein­lich soll­te ich mich nicht so sehr nach sei­ner Nähe seh­nen. Mir ist klar, dass er mich ver­mut­lich bloß aus­nut­zen wird, aber ir­gend­et­was in mir schreit da­nach, die­sen stäh­ler­nen Augen und die­sen köst­li­chen Lip­pen eine Chan­ce zu geben.
„Okay, ein­ver­stan­den“, er­wi­de­re ich.
Grin­send tritt er einen Schritt zu­rück, seine Hand liegt noch immer auf mei­nem Rü­cken. Ich wende mich dem Tisch mei­ner Schwes­ter zu und be­mer­ke, dass sich ihre Augen beim An­blick von Furys Fin­gern auf mei­nem Kör­per wei­ten. Sie lä­chelt mich an und reckt einen Dau­men in die Höhe.
Ich ver­dre­he die Augen. Na­tür­lich ver­steht sie es, dass ich die Grup­pe für einen Kerl im Stich lasse. Schließ­lich hat sie so etwas schon eine Mil­li­on Mal selbst getan. Als sie noch jün­ger war, wegen ihres ers­ten fes­ten Freun­des, und spä­ter un­zäh­li­ge Male für na­men­lo­se Jungs.
Ich soll­te mir nicht den Kopf dar­über zer­bre­chen, meine Schwes­ter sit­zen zu las­sen, und den­noch kann ich nicht an­ders.
Furys An­we­sen­heit lässt mich Dinge füh­len, die ich noch nie zuvor ge­spürt habe. Ich bin zu neu­gie­rig auf ihn, als dass ich mir Ge­dan­ken über etwas an­de­res ma­chen könn­te. Er ist ge­fähr­lich, älter als ich und ver­dammt sexy.
Ich möch­te all meine Vor­sicht in den Wind schla­gen und mei­nem Ver­lan­gen nach­ge­ben.
Ich will mei­nen Kopf aus­schal­ten und ein­fach her­aus­fin­den, was pas­sie­ren wird.


Fury führt mich in den hin­te­ren Teil der Bar. Mir fällt auf, dass seine Trup­pe, die von neu­lich, auch jetzt zu­ge­gen ist. Sie hän­gen mit ein paar mir un­be­kann­ten Jungs sowie einer Hand­voll Mäd­chen ab, die er­schre­ckend ähn­lich wie ich ge­klei­det sind – sie tra­gen viel zu knap­pe Out­fits.
Wäh­rend Fury mich zu einem frei­en Stuhl di­ri­giert, schweigt er. Nach­dem er Platz ge­nom­men hat, zieht er mich auf sei­nen Schoß. Ich komme mir äu­ßerst un­be­hol­fen vor und ver­su­che, den Groß­teil mei­nes Ge­wichts von sei­nen brei­ten Ober­schen­keln fern­zu­hal­ten.
Einen kur­zen Mo­ment lässt er das zu, doch dann sorgt er dafür, dass ich mich voll­ends auf sei­nen Bei­nen nie­der­las­se. Als sich meine Hüfte gegen sei­nen Schritt schmiegt, schlingt er einen Arm um meine Tail­le und hält mich fest.
„Ich bin viel zu schwer“, be­schwe­re ich mich.
La­chend knufft er mir in die Seite. „Du bist ver­dammt per­fekt, Kent­lee“, ent­geg­net er und knab­bert an mei­nem Ohr­läpp­chen.
All­mäh­lich be­gin­ne ich, mich in sei­nem Griff zu ent­span­nen.
Ver­dammt per­fekt.
Das hat noch nie je­mand zu mir ge­sagt, und es ge­fällt mir.
„Hey, Kent­lee. Tritt deine Schwes­ter wirk­lich vor den Trau­al­tar?“, er­kun­digt sich ein Typ, den ich aus der Schu­le kenne.
Ich kann mich nicht mehr an sei­nen Namen er­in­nern, da wir nie in den­sel­ben Krei­sen ver­kehrt haben. Er ge­hör­te zu den be­lieb­ten Jungs. Das weiß ich noch. Er hing stän­dig mit Brent­lees Freun­den ab.
„Ja, in sechs Mo­na­ten.“
„Ich hätte nie ge­dacht, dass sie mal sess­haft wer­den würde“, meint er ach­sel­zu­ckend und wid­met sich wie­der der Frau, die eine Art Bra­let­te als Ober­teil und einen Mi­ni­rock trägt.
„Bist du be­reit dazu, dich wie deine Schwes­ter nie­der­zu­las­sen?“, will Fury wis­sen, wäh­rend er mit sei­nem Dau­men feste Krei­se auf mei­ner Hüfte malt.
„Um sess­haft wer­den zu kön­nen, müss­te ich erst ein­mal auf Dates gehen“, ge­ste­he ich ihm.
Er lacht hin­ter mir auf, sein hei­ßer Atem streicht dabei über meine emp­find­li­che Haut. „Ich wette, die Män­ner ren­nen dir die Bude ein“, flüs­tert er mir zu und haucht mir an­schlie­ßend einen Kuss auf den Hals. Seine Bart­stop­peln krat­zen dabei über meine Haut, und ich liebe es.
„Nein, tun sie nicht.“
„Lass mich dich heute Abend nach Hause brin­gen, damit ich dir zei­gen kann, wie ich für dich emp­fin­de“, mur­melt er gegen mei­nen Hals. Mit sei­nen Lip­pen lieb­kost er mich dort, dann wan­dert er hin­un­ter zu mei­ner Schul­ter.
Ich soll­te das An­ge­bot aus­schla­gen. Das soll­te ich wirk­lich, wirk­lich. Ich hatte noch nie einen One-Night-Stand, und hätte auch nie ge­glaubt, dass das je eine Op­ti­on sein würde … aber Fury weckt in mir die Lust, un­an­stän­dig zu sein.
Er ist sexy und er will mich. Er hat es mir ge­sagt, und nun zeigt er es mir sogar.
Noch nie hat sich ein Mann mir ge­gen­über so ver­hal­ten – rüh­rend und zärt­lich. Fury lieb­kost mich vor sei­nen Jungs, und das im­po­niert mir.
Ich soll­te mich nicht so ge­schmei­chelt füh­len.
Wahr­schein­lich spielt er bloß ein Spiel, es ist bloß ein Mit­tel zum Zweck, um in mein Hös­chen zu kom­men – aber ich will es mit­spie­len, ich will ihn.
Ich möch­te un­ar­tig sein, nur ein ein­zi­ges Mal. Ich möch­te von einem Mann be­gehrt wer­den. Eine Se­kun­de lang ver­su­che ich, mir aus­zu­re­den, ihm zu er­lau­ben, mich nach Hause zu fah­ren. Schließ­lich ist er mir fremd. Er ist Mit­glied in einem ge­fähr­li­chen Bi­ker­club.
Er ist böse, sehr böse.
Und doch will ich ihn. Alles von ihm – ganz gleich, wie ich es be­kom­men kann.
„Ein­ver­stan­den“, stim­me ich zitt­rig zu.
Fury ver­liert keine Zeit. Er springt so­fort auf und reckt sei­nen Leu­ten zum Ab­schied das Kinn ent­ge­gen. Ein paar von ihnen zwin­kern ihm zu, und die Jungs, die ich aus der Schu­le kenne, bli­cken völ­lig ent­setzt drein, als wir uns ge­mein­sam auf den Weg zum Aus­gang ma­chen.
Als wir uns mei­ner Schwes­ter nä­hern, schaue ich zu ihr. Ich be­ob­ach­te, wie sie sich zur Musik wiegt und mir lä­chelnd einen Dau­men nach oben zeigt. Sie ist be­trun­ken und of­fen­sicht­lich glück­lich dar­über, dass ich gleich flach­ge­legt werde.
Drau­ßen an­ge­kom­men, eilt Fury zu sei­nem Mo­tor­rad und schwingt sei­nen kräf­ti­gen, brei­ten Ober­schen­kel über den Sitz der Ma­schi­ne.
Ent­setzt be­trach­te ich das Bike. Wie zum Teu­fel soll ich in die­sem haut­engen Fum­mel und den hohen Ha­cken bei ihm mit­fah­ren?
Oh nein. Auf gar kei­nen Fall – das kommt gar nicht in die Tüte.
„Alles in Ord­nung, Babe?“, er­kun­digt er sich.
„Nein. Ich kann nicht bei dir mit­fah­ren. Und, brau­chen wir gar keine Helme?“
„In Idaho herrscht keine Helm­pflicht. Spring auf. Stell deine Füße auf die dafür vor­ge­se­he­nen Ras­ten und halte dich an mir fest, Süße.“ Er grinst mir zu.
Vom Fleck weg be­schlie­ße ich, dass ich alles tun werde, was er von mir ver­langt, wenn er mich nur wei­ter so an­lä­chelt.
Er ist so un­glaub­lich schön dabei.
Ich mache, was er ge­sagt hat, und pro­bie­re, mei­nen Hin­tern be­deckt zu hal­ten, wäh­rend ich meine Füße auf die Ras­ten des Mo­tor­rads stel­le. Dann teile ich ihm den Weg zu mei­ner Woh­nung mit. Kurz dar­auf fah­ren wir auch schon los.
Ich weiß, dass ich mich an sei­ner mus­ku­lö­sen Tail­le fest­klam­me­re, als hinge mein Leben davon ab, aber ich kann ein­fach nicht an­ders. Es ist ver­dammt be­ängs­ti­gend, sich ohne den Schutz einer Ka­ros­sie­re an ihn zu schmie­gen.
Al­ler­dings ist es auch auf­re­gend und span­nend.
Auf sei­nem Bauch kann ich harte Wöl­bun­gen spü­ren – Mus­keln über Mus­keln. In freu­di­ger Er­war­tung drü­cke ich meine Schen­kel fes­ter an ihn, da ich all das in we­ni­gen Au­gen­bli­cken ohne Kla­mot­ten sehen werde.
Viel zu schnell er­rei­chen wir meine Ein­fahrt. Fury parkt seine Ma­schi­ne neben mei­nem Cama­ro. Er steigt von sei­nem Bike, was ich ihm gleich­tue und dabei mein Kleid her­un­ter­zie­he.
„Hat­test du Spaß?“, fragt er und zieht eine Au­gen­braue in die Höhe.
„Ja, den hatte ich.“ Als er seine Hand um meine Tail­le legt und mich zu sich zieht, läch­le ich breit.
„Es hat sich gut an­ge­fühlt, dich hin­ter mir sit­zen zu haben, Klei­nes.“ Sein Ge­sichts­aus­druck wirkt ernst, sein Blick ist auf mich kon­zen­triert.
Auf­grund des Ko­se­na­mens – Klei­nes – wird mir ganz warm ums Herz. Ich bin be­stimmt knall­rot und grin­se dümm­lich vor mich hin, da ich nicht weiß, was ich dar­auf er­wi­dern soll.
„Komm doch mit rein“, biete ich ihm schließ­lich an.
Ni­ckend folgt er mir in mein Apart­ment. „Nette Bude, Babe“, merkt er an und schließt die Haus­tür hin­ter uns ab.
„Ich habe so etwas noch nie ge­macht“, ge­ste­he ich ihm.
Blin­zelnd mus­tert er mich. „Was genau? Sex?“
„Nein, ich meine, ich hatte schon Sex, aber noch nie mit je­man­dem, den ich kaum kenne. Nur wenn ich in einer Be­zie­hung war. Ei­gent­lich war es bloß ein Kerl, mit dem ich ge­schla­fen habe, und ich bin mir ziem­lich si­cher, dass er schlecht im Bett war, denn ich hatte kei­nen Spaß mit ihm“, plau­de­re ich mun­ter drauf los und bin kaum dazu in der Lage, mein Ge­plap­per zu stop­pen.
Fury kom­men­tiert meine Aus­sa­ge nicht. Statt­des­sen tritt er zwei Schrit­te auf mich zu, legt eine Hand in mei­nen Na­cken und küsst mich. Seine Lip­pen füh­len sich warm, weich und fest zu­gleich an.
Nach einem kur­zen Mo­ment ver­schmel­zen wir mit­ein­an­der.
Als er seine Zunge zwi­schen meine ge­öff­ne­ten Lip­pen glei­ten lässt, stöh­ne ich auf und öffne mei­nen Mund noch etwas wei­ter für ihn. Zeit­gleich lege ich meine Hände auf seine Brust und klam­me­re mich an der wei­chen Baum­wol­le sei­nes Shirts fest.
Ohne Zeit zu ver­lie­ren, lässt Fury seine Fin­ger tie­fer wan­dern. Er legt sie auf meine Po­ba­cken, wäh­rend seine Zunge tief in mei­nen Mund glei­tet.
Stöh­nend reibe ich meine schmer­zen­den Brüs­te an sei­ner Brust. Mir ist be­wusst, dass er meine stei­fen Nip­pel spü­ren kann, aber das ist mir egal.
Ich brau­che Er­leich­te­rung. Ich brau­che ihn.
Ich habe mich noch nie so sehr nach etwas ge­sehnt, wie in die­sem Au­gen­blick.
Fury keucht eben­falls auf und legt seine Hände, so­bald er den Kuss be­en­det hat, um meine Ober­schen­kel.
„Ver­damm­te Schei­ße“, knurrt er.
„Bitte“, flehe ich.
Meine Lip­pen sind von un­se­rem Kuss be­reits ge­schwol­len und mein Kör­per lechzt nach sei­nen Be­rüh­run­gen, ver­zehrt sich nach einem Hö­he­punkt.
Fury blickt auf mich herab und es kommt mir so vor, als würde etwas in ihm zer­bre­chen.
Wort­los hebt er mich hoch. Er trägt mich.
Über­rascht schnap­pe ich nach Luft und bin zu scho­ckiert, um ihm zu sagen, dass er auf­hö­ren und mich wie­der her­un­ter­las­sen soll. Alles, was ich in sei­nen Augen sehe, ist Ver­lan­gen, purer Hun­ger. Als ich die Arme um sei­nen Na­cken lege, um an Halt zu ge­win­nen, fällt mir auf, dass ich zit­te­re.
„Wo ist dein Schlaf­zim­mer?“, ver­langt er zu wis­sen.
Ich deute mit einem Ni­cken auf eine ge­schlos­se­ne Tür im hin­te­ren Teil der Woh­nung.
Fury geht mit mir auf den Armen zum Schlaf­be­reich, stößt die Tür mit dem Fuß auf, tritt ein und setzt mich auf der Bett­kan­te ab. An­schlie­ßend weicht er einen Schritt zu­rück.
Ner­vös kaue ich auf mei­ner Un­ter­lip­pe. Fury legt seine Fin­ger auf mei­nen Mund, stoppt das Ge­bei­ße und zeich­net mit den Fin­ger­spit­zen die Kon­tu­ren mei­ner Lip­pen nach.
„Die­ser Mund ist himm­lisch, Kent­lee“, brummt er. „Ich will deine Lip­pen um mei­nen Schwanz herum spü­ren, Baby. Ist das ein Pro­blem für dich?“
Auf­grund sei­ner Worte wer­den meine Augen ganz groß. „Ich … ich … ich habe noch nie …“, stamm­le ich un­be­hol­fen.
„Dann wer­den wir so lange damit war­ten, bis du mir ver­traust.“ Er zuckt mit den Schul­tern.
Ich kann nicht glau­ben, dass er nicht ver­sucht, mich zu über­re­den. Gott weiß, wie oft Jason es pro­biert hat, aber ich konn­te es ein­fach nie für ihn tun. Es hat sich nicht rich­tig an­ge­fühlt.

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