Wenn es dunkel wird im Märchenwald: Der Froschkönig

Er­schie­nen: 11/2017
Buch­typ: No­vel­le
Serie: Wenn es dun­kel wird im Mär­chen­wald

Genre: Fan­ta­sy Ro­mance
Zu­sätz­lich: Con­tem­pora­ry, Va­nil­la

Lo­ca­ti­on: Frei­zeit­park


Er­hält­lich als:
pa­per­back & ebook

ISBN:
Print: 978-3-86495-285-2
ebook: 978-3-86495-345-3

Preis:
Print: 19,90 €[D]
ebook: 2,99 €[D]

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Wenn es dunkel wird im Märchenwald: Der Froschkönig


In­halts­an­ga­be

Ein ma­ro­der Frei­zeit­park wird re­no­viert und Li­te­ra­tur­stu­dent Max zieht auf die Bau­stel­le, um die ver­nach­läs­sig­te Ecke mit den Mär­chen­fi­gu­ren wie­der auf Vor­der­mann zu brin­gen. Ihm fällt auf, dass die Prin­zes­sin aus dem Frosch­kö­nig-Mär­chen nicht den ihm be­kann­ten Dar­stel­lun­gen ent­spricht, und so be­schließt Max, Nach­for­schun­gen über den Er­schaf­fer der Fi­gu­ren an­zu­stel­len. 
Er nimmt die gol­de­ne Kugel der Prin­zes­sin mit sich – und fällt aus allen Wol­ken, als diese plötz­lich leib­haf­tig vor ihm auf­taucht und ihr Ei­gen­tum zu­rück­ver­langt! 
Doch so ein­fach macht Max es der süßen Prin­zes­sin nicht – ge­treu dem Mär­chen stellt er sinn­li­che Be­din­gun­gen an die Rück­ga­be der Kugel …

Auch als Ge­samt­aus­ga­be mit vier wei­te­ren Mär­chen-Ad­ap­tio­nen unter dem Titel "Wenn es dun­kel wird im Mär­chen­wald ... 3" er­hält­lich. 

Über die Au­to­rin

Die im ma­le­ri­schen Fran­ken le­ben­de Au­to­rin be­geis­ter­te sich schon früh für das Schrei­ben. Aber erst ihre zwei er­wach­se­nen Kin­der haben sie dazu er­mu­tigt, den Schritt zum fer­ti­gen Buch zu gehen. Ihre Lei­den­schaft ist die Er­schaf­fung von tief­grün­di­gen Cha­rak­te­ren, die sie...

Wei­te­re Teile der Wenn es dun­kel wird im Mär­chen­wald Serie

Le­se­pro­be

Max pack­te seine Bü­cher aus und besah kri­tisch den stau­bi­gen, wack­li­gen Tisch in der klei­nen Hütte, die er für die Zeit sei­nes Auf­ent­hal­tes be­woh­nen würde. Bevor er sich häus­lich ein­rich­ten konn­te, war wohl erst put­zen an­ge­sagt. Er blick­te sich su­chend in dem ver­nach­läs­sig­ten Räum­chen um, konn­te aber beim bes­ten Wil­len nichts dafür Ge­eig­ne­tes ent­de­cken. Der ein­zi­ge Stoff­fet­zen lag auf der schma­len Prit­sche und er­schien ihm nicht ge­ra­de ver­trau­en­er­we­ckend. Da hing ganz be­stimmt genau die­sel­be Menge an jah­re­lang an­ge­sam­mel­tem Staub darin wie auf jeder an­de­ren Ober­flä­che. Zu dumm, dass er bei der Ein­füh­rung in sei­nen neuen Ne­ben­job nicht in das In­ne­re...

...​des wind­schie­fen Bret­ter­häus­chens ge­schaut hatte.

Dann hätte er ge­wusst, dass er hier erst mal klar Schiff ma­chen müss­te. Er öff­ne­te die Tür zum Bad, um einen Blick zu ris­kie­ren, und at­me­te er­leich­tert auf. Man hatte ihm ge­sagt, dass das Häus­chen noch re­no­viert wurde, und auch wenn man es eher als Nass­zel­le be­zeich­nen konn­te, das Bad war na­gel­neu. An­schei­nend waren sie bis­her nur nicht wei­ter­ge­kom­men. Seuf­zend steck­te Max seine Bü­cher zu­rück in den Ruck­sack, an­gel­te sich den gro­ßen, ros­ti­gen Schlüs­sel­bund von der mit Spin­nen­net­zen über­zo­ge­nen Wand und mach­te sich auf den Weg zu sei­ner ers­ten Runde.

Die hin­te­re Ecke des Frei­zeit­parks würde in den nächs­ten vier Wo­chen sein Zu­hau­se sein.

Als er vor ein paar Tagen mit dem Park­wäch­ter, Herrn Zan­der, über die un­ge­pfleg­ten Wege ge­lau­fen war, hatte die Sonne ge­schie­nen. In ihren Strah­len hatte diese ver­ges­se­ne Ecke des Parks her­un­ter­ge­kom­men und arm­se­lig ge­wirkt. Im Zeit­al­ter von Spie­le­kon­so­len und 3D-Fil­men be­stand kein Be­darf mehr an Sze­nen aus der Mär­chen­welt, denn die einst­mals lie­be­voll ge­stal­te­ten Pup­pen und Ge­bäu­de be­weg­ten sich nicht. Weit und breit kein Hauch von Ac­tion. So ge­rie­ten die Ku­lis­sen und ar­ran­gier­ten Aus­schnit­te aus den Mär­chen­bü­chern die­ser Welt lang­sam in Ver­ges­sen­heit.

Die Wege wur­den un­eben und holp­rig, Un­kraut wu­cher­te über die Blu­men­bee­te, und zwi­schen den Ästen der Bäume spann­ten sich ge­nau­so viele Spin­nen­net­ze wie in sei­ner Un­ter­kunft.

Nun aber, in der Däm­me­rung, als nach und nach die Lich­ter der Not­be­leuch­tung an­gin­gen, bekam der Mär­chen­wald einen un­heim­li­chen Touch. Schat­ten husch­ten über die von den Fi­gu­ren ab­blät­tern­de Farbe, das ver­welk­te Laub am Boden ra­schel­te unter den Trip­pel­schrit­ten von klei­nen Wald­be­woh­nern, und Max hätte schwö­ren kön­nen, dass ge­ra­de eine Fle­der­maus über sei­nen Kopf ge­flo­gen war. Der Li­te­ra­tur­stu­dent fühl­te, wie sich seine Na­cken­haa­re auf­stell­ten.

»Nun hör auf, rum­zu­spin­nen! Wenn dich deine Kum­pel sehen könn­ten, wür­den sie einen Hei­den­spaß an dei­nem Muf­fen­sau­sen haben. Geh deine Runde ab! Was soll hier schon sein?«

Na super, jetzt sprach er be­reits laut mit sich selbst! Wie ein Hund, der sich im Dunk­len Mut zu­bell­te, um seine ei­ge­ne Angst zu ver­trei­ben. Ein biss­chen lä­cher­lich kam Max sich al­ler­dings vor, nach all den Hor­ror­fil­men, die er mit sei­nen Freun­den schon ge­se­hen und meist für wit­zig be­fun­den hatte. Er schüt­tel­te die leich­te Be­klem­mung ab und rich­te­te seine Auf­merk­sam­keit auf die ver­wahr­los­ten Ku­lis­sen.

Jede Szene war von einem nied­ri­gen ei­ser­nen Zaun um­ge­ben, der aber nur ver­ein­zelt der wild­wu­chern­den Natur Ein­halt gebot. Kaum ein Schild­chen war noch les­bar, und so muss­te man sich das dar­ge­stell­te Mär­chen aus den vor­han­de­nen Fi­gu­ren und Ge­bäu­den zu­sam­men­rei­men. Max wun­der­te sich nicht, dass Rot­käpp­chen die erste Wahl der Er­bau­er ge­we­sen war. Er wäre im Vor­feld jede Wette dar­auf ein­ge­gan­gen, denn in Deutsch­land führ­te es die Liste der Mär­chen un­an­ge­foch­ten an. Ge­folgt von Schnee­witt­chen und Dorn­rös­chen ent­sprach das erste Drit­tel den heu­ti­gen Vor­lie­ben der Men­schen, wenn es um Fa­beln und Le­gen­den ging. Al­ler­dings hat­ten sich in deren Köp­fen eher die Dis­ney-Ver­sio­nen ein­ge­nis­tet.

Es war doch eine kluge Idee ge­we­sen, das an­ti­quiert wir­ken­de Klemm­brett in­klu­si­ve Stift und Pa­pier mit­zu­neh­men, denn so konn­te er sich schon den ers­ten Ver­bes­se­rungs­vor­schlag no­tie­ren. Der In­ha­ber des Frei­zeit­parks be­zahl­te ihn gut dafür, die Mär­chen­ecke dem heu­ti­gen Ge­schmack der zah­len­den Be­su­cher an­zu­pas­sen. Auch wenn er selbst mehr die ur­sprüng­li­chen Ver­sio­nen der Mär­chen be­vor­zug­te, die klei­nen Gäste wür­den si­cher lie­ber die ihnen be­kann­ten Ge­stal­ten sehen. Nach den Fa­vo­ri­ten teil­te sich der Pfad in einen Rund­weg, des­sen Mitte auf den ers­ten Blick keine Fi­gu­ren ent­hielt, wenn man mal von der ver­fal­le­nen Schloss­rui­ne unter wild wu­chern­dem Efeu absah. Knie­ho­he Brenn­nes­seln ver­deck­ten eine an­schei­nend ziem­lich nied­ri­ge Szene. Da auch das Schild am Zaun zu ver­wit­tert war, um das da­zu­ge­hö­ri­ge Mär­chen zu ent­zif­fern, schwang sich Max kurz ent­schlos­sen ein­fach dar­über und stapf­te durch das Un­kraut.

Die Ku­lis­sen, die er bis­her ge­se­hen hatte, waren be­reits mit­leid­er­re­gend ge­we­sen, doch diese hier topp­te alles.

Erst als er di­rekt bei den Fi­gu­ren stand, er­kann­te er die Ge­schich­te, die sie dar­stel­len soll­ten - den Frosch­kö­nig. Das Ar­ran­ge­ment war wirk­lich in einem be­dau­erns­wer­ten Zu­stand. Da würde sein be­schei­de­nes Klemm­brett nicht weit rei­chen, um alle er­for­der­li­chen Re­no­vie­rungs­maß­nah­men zu er­fas­sen. Weg­rei­ßen und kom­plett neu bauen wäre wahr­schein­lich ein­fa­cher. Sein li­te­ra­tur­lie­ben­des Herz fühl­te ein schmerz­haf­tes Ste­chen, denn er fand es scha­de, dass die schö­ne Kunst des Mär­chen­er­zäh­lens lang­sam aus­starb. Nur mit Mühe konn­te man den Rand des Brun­nens noch er­ra­ten, da die meis­ten Stei­ne zer­brö­ckelt und mit Moos be­wach­sen zwi­schen den Brenn­nes­seln kaum zu sehen waren. Die Was­ser­ober­flä­che der Zis­ter­ne be­stand aus einer schlei­mig aus­se­hen­den Schicht aus ver­welk­ten Pflan­zen­res­ten, toten In­sek­ten und Plas­tik­müll. Die einst am Rand knien­de Prin­zes­sin lag, halb unter Laub­hau­fen be­gra­ben, auf dem Rü­cken. Wer auch immer sie vor lan­ger Zeit an­ge­fer­tigt hatte, er hatte sie in Zart­ro­sa ge­klei­det und ganz si­cher nicht ge­ahnt, dass sie ein­mal so schmut­zig sein würde.

Um den Frosch­kö­nig zu fin­den, muss­te sich Max dem Schmerz der Nes­seln stel­len. Er ar­bei­te­te sich rei­ßend und zie­hend durch die wi­der­spens­ti­gen Pflan­zen­sch­lin­gen, bis er end­lich die schwach schim­mern­de gol­de­ne Farbe einer Krone er­kann­te. Als er die Figur zu fas­sen bekam, rutsch­ten seine Fin­ger von der Ober­flä­che ab, da den Frosch, des­sen lange Zunge trau­rig über den ehe­ma­li­gen Brun­nen­rand hing, eine dicke, schmie­ri­ge Al­gen­schicht über­zog.

Der Tüm­pel stank der­art, dass Max die Luft an­hielt, wäh­rend er sich den Ärmel hoch­krem­pel­te, um im Brack­was­ser nach der Kugel zu su­chen, die sich im Brun­nen be­fin­den müss­te. Seine Fin­ger glit­ten über Dinge am Boden, über deren Natur er gar nicht näher nach­den­ken woll­te. Als seine Lun­gen nach Sau­er­stoff ver­lang­ten, weil er schon zu lange die Luft an­hielt, um dem Ge­stank zu ent­ge­hen, dreh­te der Stu­dent den Kopf zur Seite, um wie­der atmen zu kön­nen. Dabei fiel sein Blick genau zwi­schen die an­ge­win­kel­ten Beine der Prin­zes­sin. Das dünne Ende der Frosch­zun­ge lag nur we­ni­ge Zen­ti­me­ter davon ent­fernt am Boden und ganz plötz­lich muss­te Max grin­sen.

»Du Fer­kel«, dach­te er sich, »bis zum Hals in Schei­ße ste­cken, aber an Sex den­ken!« Solch fri­vo­le Ge­dan­ken be­kommt man, wenn man zu­guns­ten eines schnel­len Stu­di­ums auf eine Freun­din ver­zich­te­te. Wie lange war es her, dass er eine flach­ge­legt hatte? Of­fen­sicht­lich viel zu lang, so­dass er jetzt schon Hal­lu­zi­na­tio­nen beim An­blick einer Puppe bekam.

Das Kleid einer Prin­zes­sin wäre nie­mals so kurz, dass er mü­he­los die Stel­le be­trach­ten konn­te, an der sich ihre Schen­kel tra­fen. Sie hatte auch kein Hös­chen be­kom­men, und Max war sich si­cher, dass er le­bens­echt ge­form­te Scham­lip­pen er­kann­te. Er kniff ver­stört die Augen zu­sam­men, um das Bild los­zu­wer­den, schüt­tel­te den Kopf und ris­kier­te einen neuen Blick. »Hol mich der Geier!«

Ob­wohl es zu­neh­mend düs­te­rer wurde, sah er le­ben­dig rosig schim­mern­de Haut­fal­ten, eine zarte Knos­pe, und das dunk­le­re Rund soll­te mit Si­cher­heit eine …

Seine Fin­ger im Was­ser be­ka­men etwas Ku­gel­för­mi­ges zu fas­sen, krall­ten sich darum und im sel­ben Mo­ment zog eine ge­wal­ti­ge Kraft an ihm. Max ver­such­te noch, sich an den mor­schen Stei­nen fest­zu­hal­ten, aber sie gaben unter sei­nen Hän­den nach. Mit einem sat­ten Schmat­zen fiel er kopf­über in die stin­ki­ge Brühe.

Weil er in sei­nem Schre­cken den Mund ge­öff­net hatte, drang ihm der wi­der­li­che Mo­rast auf die Zunge. Er setz­te sich has­tig auf und spuck­te das Zeug, so schnell er konn­te, wie­der aus. Der glit­schi­ge Un­ter­grund ließ ihn mehr­mals weg­rut­schen, ehe er end­lich si­cher auf die Füße kam. Dabei hatte er die ganze Zeit die Kugel nicht aus der Hand ge­las­sen. Selt­sa­mer­wei­se er­strahl­te sie ma­kel­los sau­ber, gol­den, glit­zernd, als wäre sie ge­ra­de frisch po­liert wor­den. Max klet­ter­te aus dem nied­ri­gen Be­cken, des­sen In­halt ihn un­wil­lig schmat­zend frei­gab. Er schüt­tel­te sich den gröbs­ten Dreck vom Kopf und pack­te die Kugel fes­ter.

»Du­schen wäre jetzt super«, riet er sich selbst und stapf­te durch das Un­kraut zu sei­ner Un­ter­kunft.

Seine Schu­he streif­te er schon vor der Tür ab und di­rekt da­hin­ter den Rest sei­ner muf­feln­den Kla­mot­ten. Er besah sich kurz das Häuf­chen und be­schloss, es gar nicht erst mit Wa­schen zu ver­su­chen. Die Teile soll­ten bes­ser gleich in den Müll wan­dern. Unter sei­nen Füßen hatte sich trotz­dem eine Schmutz­was­ser­la­che ge­bil­det, des­halb hin­ter­ließ er grau­brau­ne Ab­drü­cke auf sei­nem Weg ins Bad.

Das Was­ser in der Du­sche war heiß und sein groß­zü­gig ver­teil­tes Dusch­gel be­sei­tig­te den furcht­ba­ren Ge­ruch. Max stand ei­ni­ge Mi­nu­ten nur re­gungs­los da und ge­noss das warme auf ihn her­ab­pras­seln­de Nass. Die bil­li­gen Kunst­stoff­wän­de der Dusch­ka­bi­ne be­gan­nen so­fort zu be­schla­gen, und das heiße Was­ser füll­te das klei­ne Bad mit fei­nem Nebel. Schließ­lich öff­ne­te Max seine bis­her ge­schlos­se­nen Augen, wusch sich gründ­lich die Haare und mein­te, als er sie an­schlie­ßend zu­rück­strich, eine Be­we­gung au­ßer­halb der Du­sche wahr­zu­neh­men.

Er blin­zel­te. »Ich muss wohl wirk­lich kurz zu wenig Sau­er­stoff be­kom­men haben, und wer weiß, was sich da alles im Tüm­pel ge­sam­melt hat«, dach­te er, doch die Sil­hou­et­te im Nebel blieb.

Die Tür der Du­sche wurde plötz­lich auf­ge­scho­ben, und Max glaub­te, den Ver­stand ver­lo­ren zu haben. Vor ihm stand die Prin­zes­sin aus der Mär­chen­ku­lis­se. In Men­schen­grö­ße, mit ihrem schmut­zi­gen, kur­zen Kleid­chen und rosig schim­mern­der Haut.

»Was zum Hen­ker …? Wel­ches Gift habe ich denn im Brun­nen ge­schluckt?« Hal­lu­zi­na­tio­nen aus Schlaf­man­gel waren nichts Neues für Max, aber die hier war un­heim­lich. Zu allem Über­fluss be­gann das Traum­bild sogar noch zu spre­chen.

»Gift? Ich weiß von kei­nem Gift, je­doch hast du etwas, das mir ge­hört!«

Da nütz­ten ihm kein Schüt­teln, kein Blin­zeln und auch kein Knei­fen. Sie stand tat­säch­lich hier und ihre Stim­me klang be­fehls­ge­wohnt und for­dernd. Fas­zi­niert hing Max an den erd­beer­far­be­nen Lip­pen, und der Ge­dan­ke, den ver­mu­te­ten Ge­schmack zu über­prü­fen, roll­te aus sei­nem Kopf di­rekt in seine Len­den.

Als sie sich ihrer Wir­kung auf ihn be­wusst­wur­de, form­te die Er­schei­nung den Mund zu einem gro­ßen O. Zarte, aber dich­te gol­de­ne Wim­pern senk­ten sich über ihre blau­en Augen, wäh­rend sie ver­le­gen den Blick nach unten rich­te­te. Doch dabei of­fen­bar­te sich ihr das ganze Aus­maß sei­ner un­aus­ge­spro­che­nen Wün­sche.

Un­will­kür­lich muss­te Max grin­sen. Wenn schon feuch­te Träu­me, dann rich­tig! Er griff sich die Kugel, die er auf der schma­len Ab­la­ge in der Ecke der Du­sche plat­ziert hatte, und hielt sie vor ihr ge­kräu­sel­tes Näs­chen. »Du sprichst nicht zu­fäl­lig von die­sem Spiel­zeug?«

Sie schnapp­te gie­rig da­nach und er konn­te ge­ra­de recht­zei­tig seine Hand zu­rück­zie­hen.

»Gib sie mir wie­der!«, fauch­te sie ihn an.

»Wieso soll­te ich? Was be­kom­me ich dafür?«, ent­geg­ne­te er und be­ob­ach­te­te zu­frie­den, wie sich ihre Wan­gen rö­te­ten. Schließ­lich kam ihr Blick, in dem ein klei­nes zor­ni­ges Erd­be­ben fla­cker­te, zu sei­nem Ge­sicht zu­rück.

»Der Dank dei­ner Prin­zes­sin gilt dir wohl nicht viel?«

Max muss­te sich das Schmun­zeln ver­knei­fen, denn unter dem zor­ni­gen Erd­be­ben hatte er er­freut das Auf­blit­zen von Glut ge­se­hen. »Mei­ner Prin­zes­sin? Ich bin mein ei­ge­ner Herr, ich brau­che keine Ho­heit über mir.« Er senk­te die Stim­me. »Was ich ge­brau­chen könn­te, wäre Hilfe! Wasch mir den Rü­cken, dann denke ich viel­leicht dar­über nach!«

Der Erd­beer­mund ver­zog sich zu einem em­pör­ten Auf­schnau­ben. »Du bist ja von Sin­nen! Bin ich eine Magd, die einem edlen Herrn zu Diens­ten sein muss? Ge­wiss nicht!«

Die Il­lu­si­on wurde zu­neh­mend per­fek­ter, denn die Klei­ne sprach sogar, wie es sich für eine wasch­ech­te Prin­zes­sin ge­hör­te. Apro­pos wasch­echt, Max un­ter­leg­te seine Stim­me mit einem küh­len Ton­fall, wäh­rend er ihr ent­schlos­sen den nas­sen Schwamm in die Hand drück­te. »Ich weiß nicht, woher du kommst. Aus mei­ner be­ne­bel­ten Ein­bil­dung oder aus einer an­de­ren Zeit, und es ist mir auch egal. Das ist meine Zeit, meine Du­sche und ich bin schmut­zig. Dein kö­nig­li­ches Getue kannst du dir für einen an­de­ren auf­he­ben. Du willst etwas von mir? Dann tu ge­fäl­ligst, was ich von dir ver­lan­ge! Los jetzt!«

Er dreh­te ihr den Rü­cken zu, ohne dabei die Kugel aus der Hand zu legen. Dass sie flin­ke Fin­ger hatte, war ihm schon auf­ge­fal­len, und genau diese Fin­ger press­ten nun den Schwamm gegen seine Schul­ter­blät­ter und rub­bel­ten zor­nig hin und her. So hatte er sich das nicht vor­ge­stellt.

»Mit ein wenig mehr Ge­fühl, wenn ich bit­ten darf! Ich bin kein Pferd, das du strie­geln musst.«

»Für­wahr, das seid Ihr nicht. Ein Pferd ist ein edles Ge­schöpf, Ihr hin­ge­gen seid ein Schur­ke, der meine Not­la­ge scham­los aus­nutzt.«

Sieh an, sie hatte ihn mit einem halb­wegs re­spekt­vol­len Ihr an­ge­spro­chen. Max ris­kier­te einen schnel­len Blick über seine Schul­ter. Die klei­ne Ho­heit hatte ihre Un­ter­lip­pe zwi­schen die Zähne ge­zo­gen, eine schma­le Falte des Un­wil­lens bil­de­te sich auf ihrer Stirn, aber ihre Be­we­gun­gen wur­den sanf­ter, krei­sen­der. Sie be­merk­te sei­nen Blick und stock­te kurz. »Bes­ser so?«

Max konn­te nur ni­cken. Da sie jetzt so nahe bei ihm stand, hatte der Dusch­strahl sie er­fasst und ihr Kleid durch­nässt. Es sah zwar immer noch er­bar­mungs­los her­un­ter­ge­kom­men aus, aber es kleb­te nun an ihrem Kör­per und wurde zu­neh­mend durch­sich­ti­ger. Die ehe­mals feine Spit­ze am Aus­schnitt war schmut­zig braun, lenk­te seine Auf­merk­sam­keit je­doch di­rekt auf die zwei er­ha­be­nen Knos­pen, die sich hart an den Stoff press­ten. Ein Schnau­ben ent­wich Max, weil er so­fort über­leg­te, wie es sich an­füh­len würde, an ihnen zu sau­gen. Ver­dammt! Wel­cher Trot­tel hatte einer Prin­zes­sin so ein alles an­de­re als un­schul­di­ges Kleid­chen ver­passt? Wo waren das Mie­der, die Schnü­re, der dicke Bro­kat? Sein Ge­hirn woll­te sich eine Notiz ma­chen, nach dem Er­schaf­fer der Pup­pen zu for­schen, sein Schwanz hatte an­de­re Prio­ri­tä­ten. Er ge­wann an Härte, stell­te sich auf, und der hüb­sche Erd­beer­mund form­te sich er­neut zu einem gro­ßen, ver­lo­cken­den Rund.

Max dreh­te sich voll­ends zu ihr um, so­dass ihre zar­ten Fin­ger nun über seine Brust glit­ten. Es fühl­te sich mehr als gut an, als sie den Schwamm dort krei­sen ließ. Er sah auf sie hin­un­ter, ent­deck­te ihr hef­ti­ger wer­den­des Atmen und eben­so die hell­ro­ten Fle­cken auf ihrem De­kol­leté. Sie brei­te­ten sich aus, schie­nen den Was­ser­trop­fen zu fol­gen, die zwi­schen ihren Brüs­ten hin­ab­lie­fen. Plötz­lich mach­te es ziem­lich laut Pflatsch. Sie hatte den voll­ge­so­ge­nen Schwamm ein­fach fal­len las­sen, strich nun mit ihren Hand­flä­chen über sei­nen Brust­korb. Seine Mus­keln spann­ten sich deut­lich an.

Ihre klei­ne Zun­gen­spit­ze flitz­te kurz über ihre Lip­pen, bevor sie, fast un­hör­bar durch das Ge­räusch des Was­sers, flüs­ter­te: »Seid ihr ein Rit­ter, ein Kämp­fer? Für wel­chen König strei­tet Ihr mit die­ser Kraft?«

Noch nie war Max so glück­lich über sein Abo im Fit­ness­stu­dio ge­we­sen wie bei die­ser Frage. »Ich bin kein Krie­ger, Süße! Eher ein Ge­lehr­ter in der Aus­bil­dung, wenn dir das etwas sagt.«

Sie dreh­te wei­ter ihre tas­ten­den Krei­se über sei­nen Ober­kör­per, warf ihm dabei al­ler­dings einen kur­zen Blick zu. Dafür muss­te sie den Kopf leicht heben und Max sah genau auf ihren klei­nen Mund. Sein ei­ge­ner wurde erst tro­cken, dann über­feucht, weil seine Zunge un­be­dingt die Ihre ken­nen­ler­nen woll­te. Max be­merk­te, wie seine Selbst­be­herr­schung Stück für Stück brö­ckel­te. Als ob das nicht schon genug wäre, fühl­te er ihre Hände über sei­nen Bauch immer tie­fer tas­ten. Ihre Schul­tern hoben und senk­ten sich mit jedem Atem­zug einen Takt schnel­ler.

»Ihr seid ein Stu­dio­so? In mei­nes Va­ters Reich sind das dünne Männ­lein, die jeder Wind­hauch um­pus­ten könn­te. Ihr hin­ge­gen wirkt auf mich, als wür­det Ihr dem stärks­ten Sturm trot­zen.«

Das hielt Max zwar für über­trie­ben, er war nur ein Frei­zeit­sport­ler, der ab und zu seine an­ge­stau­te En­er­gie an Han­teln und Ge­rä­ten ab­ar­bei­te­te. Hier und jetzt sam­mel­te sich al­ler­dings eine ganz an­de­re Art von En­er­gie in ihm. Ihre neu­gie­ri­gen Fin­ger streif­ten be­reits über seine Leis­ten und wür­den jeden Mo­ment auf sei­nen Penis tref­fen. Sie trat noch ein wenig näher an ihn heran, schob tat­säch­lich eine Hand über seine Schwanz­wur­zel, und Max schloss für eine Se­kun­de die Augen. Er hörte ihr Atmen, spür­te ihre Nip­pel an sei­nem Kör­per, als sie sich gegen ihn lehn­te. Sie legte eine Hand an seine Seite, er­kun­de­te mit der an­de­ren die Länge sei­nes Schaf­tes. Eine leich­te Dre­hung brach­te sie beide auf dem sei­fi­gen Boden der Du­sche fast ins Rut­schen, und nur des­halb er­kann­te Max ihren Ver­such, hin­ter sei­nem Rü­cken nach der gol­de­nen Kugel zu grei­fen.

»Na warte, du klei­nes Biest«, dach­te er sich und tat so, als hätte er es nicht be­merkt. Die Ho­heit war also bei Wei­tem nicht so un­schul­dig, wie sie ihm vor­spie­len woll­te. Sie hatte sich durch das Wa­ckeln etwas er­schro­cken, und Max nutz­te die Ge­le­gen­heit, sie in die Ecke zu drän­gen, so, als woll­te er nur ver­hin­dern, dass sie fiel und sich weht­at. Das Kleid war ihr von einer Schul­ter ge­rutscht, ent­blöß­te eine ihrer wohl­ge­form­ten Brüs­te. Max senk­te den Kopf, schloss seine Lip­pen um die zarte Knos­pe und ern­te­te dafür ein lei­ses Keu­chen. Er leck­te über die er­reg­te Brust­war­ze, saug­te daran und zog ihr dabei das Kleid auch über die zwei­te Schul­ter nach unten. Der nasse Stoff fiel mit einem ähn­li­chen Ge­räusch wie der Schwamm zu Boden und sein Mund wan­der­te nun küs­send zur nächs­ten Brust. Zu­frie­den spür­te er sie zit­tern. Sie krall­te eine Hand in seine Haare, die an­de­re tas­te­te sich er­neut zu sei­nem Schwanz. Ein gie­ri­ges Grol­len kam aus sei­ner Kehle. Er hob den Kopf und sah sie an.

»Mir scheint, wir hät­ten einen Weg ge­fun­den, wie du dir dein Spiel­zeug wie­der­ho­len kannst. Und tu gar nicht erst em­pört, die Un­schulds­ma­sche zieht bei mir nicht mehr.«

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