Fessele mich, führe mich, liebe mich

Erschienen: 04/2019

Genre: Soft-SM / BDSM
Zusätzlich: Contemporary

Location: Dresden, Deutschland

Seitenanzahl: 284


Erhältlich als:
paperback & ebook

ISBN:
Print: 978-3-86495-395-8
ebook: 978-3-86495-396-5

Preis:
Print: 13,90 €[D]
ebook: 6,99 €[D]

Erhältlich bei u.a.:

und allen gängigen Onlinehändlern und im Buchhandel

Fessele mich, führe mich, liebe mich


Inhaltsangabe

Karina ist Abteilungsleiterin in einem großen Konzern. Sie hat es aufgrund ihrer Position schwer, sich gegen ihre missgünstigen Kollegen durchzusetzen und ist sehr misstrauisch. Als der charmante und attraktive Thomas ihre Nähe sucht, kann sie sich nicht vorstellen, dass sich ein Traummann wie er in eine gewöhnliche Frau wie sie verlieben könnte. Aber das tut er, und er führt Karina in die für sie neue und faszinierende Welt des BDSM ein.

Thomas ist dominant und sadistisch veranlagt. Er erkennt in Karina den passenden Gegenpol zu seinen Neigungen und verliebt sich in sie. Mit viel Fingerspitzengefühl und Sensibilität begleitet er sie auf ihrem ganz persönlichen Weg zur Erfüllung ihrer devoten Fantasien.

Hinweis: Dieser Roman ist eine umfangreich überarbeitete und auf Romanlänge erweiterte Neufassung der Novelle „Führungspositionen“ aus dem Jahr 2014.

Über die Autorin

Sara-Maria Lukas, Jahrgang 1962, sagt "Moin" statt "Guten Tag". Unter dem Pseudonym verbirgt sich eine gebürtige Bremerin, die seit vielen Jahren in einem klitzekleinen Dorf zwischen Elbe und Weser wohnt. Sie liebt das raue Klima der Nordseeküste nicht nur, wenn...

Weitere Bücher der Autorin

Leseprobe

 

XXL-Leseprobe bei Book2Look

Karina

Er steht vor mir und grinst. Dieser arrogante Arsch.
Schnell trete ich zur Seite, weg aus seiner Nähe.
„Du hältst mich für ein arrogantes Arschloch, nicht wahr?“, fragt er lässig.
Kann der Typ Gedanken lesen? Ich spüre, dass ich knallrot anlaufe. „Du benimmst dich ja auch so“, erwidere ich und zwinge mich dazu, seinem durchdringenden Blick nicht auszuweichen.
Er macht einen Schritt auf mich zu. „Du bist unsicher, weil du mich noch nicht kennst. Du bist grundsätzlich Fremden gegenüber schüchtern, aber weil man dir in deiner Kindheit eingebläut hat, dass...

...Schüchternheit nicht richtig ist, versteckst du sie hinter Härte und Arroganz. Stimmt’s? Woher ich das weiß? Ich habe mich ausgiebig mit Psychologie beschäftigt und deine Körpersprache ist eindeutig. Dieses Verhalten ist dir in Fleisch und Blut übergegangen, sodass du dein wahres Wesen nicht mehr zeigen kannst. Sag mir einfach, wenn ich mich täusche.“ Er lächelt.
Das ist pure Provokation und macht mich viel wütender, als sie es sollte. Warum prallen seine Worte nicht wirkungslos an mir ab? Er ist doch bloß ein arroganter, in sich selbst verliebter Typ, der Blödsinn redet. Trotzdem kocht die Wut in mir, als hätte jemand ein Streichholz an trockenes Stroh gehalten. Der unbeherrschte Zorn bestimmt mein Denken und Handeln, ohne dass ich es kontrollieren kann.
„Du spinnst doch total!“ Ich will raus hier. Keine Sekunde länger bleibe ich bei diesem Widerling. Ich hetze zur Wohnungstür und reiße an der Klinke. Abgeschlossen.
Er schlendert etwas näher, lehnt sich an die Kante eines Sideboards und verschränkt die Arme vor der Brust. Sein Blick ist durchdringend. „Ich wette, du sitzt nachts vor dem Computer und suchst nach BDSM, Fesseln und Peitschen, betrachtest Bilder, liest Storys und befriedigst dich dabei mit den Fingern.“
„Es geht dich einen Scheißdreck an, was ich nachts mache. Schließ sofort auf. Ich will gehen.“
„Willst du wirklich gehen? Ich glaube, du bist nur zu feige, dich mit mir und deinen Gefühlen für mich auseinanderzusetzen.“
„Wie kann man nur so eingebildet sein? Ich wollte nicht in deine Wohnung und jetzt will ich definitiv nicht länger bleiben. Also schließ diese verdammte Tür auf.“
Ich zittere und balle die Fäuste vor Wut, um es vor ihm zu verbergen. Zum Glück kommt er nicht näher.
„Keine Angst, wenn du wirklich gehen willst, bringe ich dich gleich nach Hause. Aber hör mir vorher noch kurz zu.“
Er wartet.
„Was denn?“, frage ich schließlich gereizt, um das hier endlich hinter mich zu bringen.
„Ich habe sadistische Neigungen“, erzählt er so gelassen, als ginge es um das Wetter. „Ich mag es, wenn eine Frau erobert und besiegt werden will. Erschrick bitte nicht, normalerweise rede ich über meine Neigungen erst, wenn eine Frau mich bereits besser kennengelernt hat. Bei dir mache ich eine Ausnahme, weil ich glaube, dass du dich genau danach sehnst.“
Seine Worte treffen wie elektrische Schläge direkt in meinen Bauch. Schlagartig pulsiert es in meiner Klit und ich werde feucht. Alle meine heimlichen Fantasien erwachen wie ein Feuerwerk an Silvester zum Leben. Wie kann er so was von mir wissen? Wieso weiß dieser Mann, wovon ich träume? Mein Gesicht glüht. Bestimmt laufe ich gerade knallrot an. So eine Scheiße! Bloß raus hier!
„Schließ auf.“ Ich hoffe, meine Stimme klingt fest und selbstbewusst.
„Habe ich den Nagel auf den Kopf getroffen? Du musst keine Angst haben. Weder vor mir noch vor unseren zueinander passenden Neigungen.“
Ich sehe ihm entschlossen in die Augen. „Du irrst dich.“
Er lächelt. „Du bist in mein Auto gestiegen und hast dich mitnehmen lassen, ohne mir deine Adresse zu sagen. Du wolltest, dass ich dich bei mir behalte.“
„Nein. Ich habe nur vergessen, dir meine Adresse zu sagen.“
„Du hast dich im Fahrstuhl mir anvertraut.“
„Was hätte ich denn sonst tun sollen? Du hast mich überrumpelt!“
Er nickt. „Das stimmt und es war nicht richtig. Ich habe aus dem Gefühl heraus impulsiv gehandelt, ohne nachzudenken. Das mache ich leider manchmal. Aber sei trotzdem ehrlich zu dir selbst. Wie hat es sich angefühlt?“
Er grinst nicht. Er hat seinen Fehler zugegeben und sieht mich sehr ernst an.
Ich habe mich an ihm festgeklammert und … ich habe mich beschützt gefühlt. Ich schlucke. Meine Lippen sind trocken. Ich starre ihn an, kann den Blick nicht senken. Das ist seltsam, denn ich starre normalerweise immer Löcher in den Fußboden, wenn ich unsicher bin, aber jetzt ist irgendetwas anders, ganz anders. Es ist, als würden unsere Augen stumm miteinander kommunizieren, und das Pulsieren zwischen meinen Beinen wird immer aufdringlicher.
Jetzt kommt er auf mich zu. Mein Herz klopft bis zum Hals. Dicht vor mir bleibt er stehen. Seine Augen sind noch dunkler als sonst. Er legt eine Hand hauchzart an meinen Hals und streicht mit dem Daumen über meine Wange. Ich will zurückweichen. Ich muss zurückweichen, aber mein Körper weigert sich, meinem Verstand zu gehorchen. Meine Füße fühlen sich wie einzementiert an. Ich bleibe stocksteif stehen.
„Ich kann dir geben, wonach du dich sehnst, aber nur, wenn du es mir erlaubst.“ Er küsst mich ganz sanft auf meine zusammengepressten Lippen. „Denk darüber nach. Ich lege den Schlüssel hier auf den Schrank und gehe für zehn Minuten in mein Arbeitszimmer. Wenn ich wiederkomme und du hast die Tür geöffnet, helfe ich dir, den Fahrstuhl zu überstehen, fahre dich nach Hause und dieses Gespräch hat nie stattgefunden.“
Er küsst mich ein zweites Mal so sanft, lässt mich los und geht. Ich sehe ihm nach. Er öffnet eine Tür und dreht sich noch einmal kurz zu mir um, bevor sie mit einem leisen Klick hinter ihm ins Schloss fällt.
Es ist still. Der Schlüssel liegt auf dem Sideboard. Ich gehe hin, greife danach und wende mich zur Tür. Doch bevor ich ihn in das Schloss stecke, zögere ich. Meine Hand zittert. Seine Worte wiederholen sich wie ein Echo in meinem Kopf, und in meinem Herzen tobt ein Kampf. Will ich wirklich gehen?

 


Thomas

Die Mauer in ihrem Kopf bröckelt. Ich konnte es in ihrer Mimik sehen, denn bevor ich die Tür zu meinem Arbeitszimmer hinter mir geschlossen habe, habe ich noch einmal in ihre Richtung gesehen. Ich liebe ihre dunkelgrünen Augen. Man findet darin ihre Seele, und ich möchte hineinsehen, wenn sie mir hilflos ausgeliefert ist. Ich bin überzeugt, sie wird die richtige Entscheidung treffen, aber sie braucht jetzt etwas Zeit, um über meine Worte nachzudenken. Also setze ich mich entspannt in meinen Schreibtischsessel und genieße die Vorfreude auf die nächsten Stunden. Meine Fantasie lässt wunderschöne Bilder von verschwitzter Haut, wirren Haaren, unsicheren Blicken und feuchten Schamlippen in meinem Kopf entstehen.

Die zehn Minuten sind um. Kein Laut ist aus dem Wohnzimmer zu hören, als ich die Tür öffne.
Karina sitzt auf dem Fußboden. Sie lehnt an der Wohnungstür, hat die Beine eng an den Körper gezogen und mit den Armen umschlungen. Sie guckt mich nicht an.
Ich schlendere näher und entdecke das Zittern ihrer Unterlippe. Sie zieht den Kopf noch tiefer zwischen die Schultern und hat die Lippen fest zusammengepresst. Ein Wangenmuskel zuckt. Was für ein Anblick. Ich bleibe stehen, um ihn einen Moment lang zu genießen und in meinem Kopf abzuspeichern. Sie ist unsicher, hat sich aber am Ende dazu überwunden, zu bleiben. Sie vertraut mir. Vielleicht ist dies der Beginn einer wundervollen Liebesgeschichte.
Sie scheint zu erwarten, dass ich wie ein Tier über sie herfalle. Ich kann ein Lächeln nicht unterdrücken, aber sie sieht es nicht, weil sie zu feige ist, mir in die Augen zu sehen. Stattdessen starrt sie weiter auf den Boden.
Normalerweise würde ich mich jetzt gemütlich mit ihr zusammensetzen und sie behutsam über ihre Vorlieben und sexuellen Fantasien ausfragen – wie es sich gehört, wenn sich eine Frau zum ersten Mal einem Mann unterwerfen möchte. Aber sie wird nicht reden. Also was kann ich tun? Ich gönne mir das Vergnügen, den gemeinen, arroganten Sadisten in mir zu Wort kommen zu lassen, und der sagt kalt lächelnd: fesseln, schlagen und ihren inneren Widerstand brechen. Die Versuchung ist groß, immerhin hat Karina ihr Bleiben ihre Bereitschaft, sich zu unterwerfen, signalisiert. Aber nein, natürlich gebe ich ihr nicht nach, denn Karina weiß ja noch gar nicht, auf was sie sich einlässt. Nur dumme, rohe Ignoranten würden so etwas tun. Ab sofort hat sich der Sadist in mir wieder der Vernunft zu unterwerfen. Ich habe eine andere nette Idee. Sie soll sich selbst auspowern, damit sie sich anschließend schnell hingeben kann, wenn ich sie dazu zwinge. Vergnügt greife ich ihre Hände, ziehe sie hoch und nehme sie fest in den Arm. Einen Moment lang ist sie ganz steif, dann atmet sie aus und lässt die Stirn gegen meine Brust sinken.
„Atme mal tief durch, Karina. Es wird nichts geschehen, was du nicht willst, und ich verspreche, du wirst alles, was ich tue, genießen.“
„Woher willst du das wissen?“
„Du hast keine Ahnung, wie BDSM funktioniert.“ Leise lachend massiere ich sanft kreisend ihren angespannten Rücken. „Indem ich auf dich achte und mit dir rede, und nun entspann dich.“ Ich spüre, dass ihr Körper weicher wird. Gut. Ich drücke ihr einen Kuss auf die Stirn und lasse sie los. „Komm mit“, sage ich mit einem Zwinkern, nehme ihre Hand und führe sie in meinen Fitnessraum.
Neugierig und vermutlich auch etwas irritiert sieht sie sich um.
„Zieh die Jacke und die Schuhe aus.“ Sie starrt mich ungläubig an. „Ausziehen“, wiederhole ich, während ich selbst mein Jackett ausziehe und anschließend die Ärmel meines Hemdes ein Stück hochkrempele. „Jacke und Schuhe! Komm schon!“
Sie gehorcht endlich und ich schiebe sie auf die große Judomatte.
Dann greife ich nach den Boxhandschuhen. „Heb deine Hände!“
Sie lässt sich die Dinger überstülpen. Wieder dieser fragende, zweifelnde Blick unter hochgezogenen Augenbrauen, und ich muss grinsen. „Du darfst mich fertigmachen. Schlag zu. Reagier dich ab.“
Sie bewegt sich keinen Zentimeter.
Einladend breite ich vor ihr die Arme aus. „Los, box mich, volle Kraft, keine Hemmungen!“
Sie schüttelt den Kopf. „Ich kann so was nicht.“
„Denk an heute Nachmittag.“ Ich sehe ihr tief in die Augen. „Die Konferenz. Jetzt kannst du tun, was du da schon wolltest, als ich dich angesehen habe.“
Sie gluckst. „Ich wollte dir den Aktenordner an den Kopf schmeißen.“
Mit durchdringendem Blick mustere ich sie. „Ah, ja? Dann hast du jetzt die Chance, mich fertigzumachen. Oder ich greife an … und dann versohle ich dir den Hintern, dass du drei Tage lang nicht sitzen kannst.“
Das Glucksen gefriert, und ich muss die Zähne zusammenbeißen, um nicht laut zu lachen. „Ich meine das ernst“, drohe ich, gehe auf sie zu und stoße mit den Fingern gegen ihren Arm.
Sie weicht aus, ich folge ihr. „Ich werde dich packen und auf die Matte schmeißen. Dann werde ich dir die Hose runterziehen und meine Hand auf deinen Arsch klatschen lassen, bis du schreist.“
Sie boxt zaghaft gegen meine Brust, flüchtet dann aber weiter zurück. Gelassen folge ich ihr. Jetzt steht sie mit dem Rücken zur Wand. Als ich grinsend nach ihr greife, rastet sie endlich aus, schmeißt sich nach vorn und prügelt auf mich ein. Ich heize sie weiter an. „Mehr kannst du nicht? Schwach. Nicht mal boxen kann dieses verklemmte hässliche Entlein.“
Sie hechelt, dann stöhnt, nein, grunzt sie bei jedem Schlag, ja, langsam wird sie richtig gut. Immer wieder reize ich sie, kneife in ihren Arm, lache sie aus und sie lässt endlich ihre Aggressionen raus. Inzwischen hat sie bereits ein rotes Gesicht und Schweiß tropft von ihrer Stirn.
Sie streckt mir das Kinn entgegen. „Arsch“, flüstert sie. „Du widerlicher Arsch.“
Ich lache. Sie provoziert mich. Wie nett.
„Was? Wie hast du mich genannt? Schätzchen, du willst wohl ganz sicher sein, dass ich dich heute tatsächlich noch übers Knie lege.“ Ich ziehe spielerisch an einer ihrer Haarsträhnen.
Die Wut in ihr explodiert, die letzten Schranken ihrer Selbstbeherrschung fallen. Sie stürzt sich auf mich, schreit: „Du arroganter, widerlicher Ochse!“, und trommelt mit beiden Fäusten gegen meine Brust. Ich warte, bis ihre Kräfte nachlassen, dann greife ich zu, packe ihr rechtes Handgelenk, drehe sie blitzschnell, stelle ihr ein Bein und werfe sie sanft auf die Matte. Ich fange den Schwung mit dem Arm ab, sie soll sich ja nicht wehtun, und drehe ihr das Handgelenk auf den Rücken. Als sie merkt, dass sie mir wehrlos ausgeliefert ist, gibt sie sofort jegliche Gegenwehr auf.
Einen langen Moment genießen wir beide die Situation. Ich streiche ihr die Haare aus dem Gesicht, vergewissere mich, dass ich ihre Gefühle richtig einschätze. Ihre Atmung wird ruhiger, kein Zittern, keine Panik im Blick. Alles okay, das Spiel kann weitergehen. Wir haben noch keine Safewords abgemacht, also stelle ich sie ganz direkt vor die Wahl. „Entschuldige dich für den Arsch oder ich versohle dir wirklich den Po.“
Sie bäumt sich auf, die Lippen fest zusammengepresst.
„Entschuldige dich, dann lasse ich dich los. Oder sag mir, was du willst. Bleibst du stumm, gehe ich davon aus, dass du gezüchtigt werden möchtest“, sage ich langsam und eindringlich, dicht an ihrem Ohr. Sie soll wissen, dass sie die Wahl hat.
Trotzig bäumt sie sich auf, obwohl sie durch den verdrehten Arm definitiv chancenlos ist. Sie will, dass ich die Zäune und Mauern in ihrem Kopf endlich einreiße.

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Ok