Haven Brotherhood: Wild & Sweet

Originaltitel: Wild & Sweet
Übersetzer: Nina Bellem

Erschienen: 02/2019
Serie: Haven Brotherhood
Teil der Serie: 2

Genre: Contemporary Romance
Zusätzlich: Dominanz & Unterwerfung

Location: USA


Erhältlich als:
paperback & ebook

ISBN:
Print: 978-3-86495-326-2
ebook: 978-3-86495-327-9

Preis:
Print: 14,90 €[D]
ebook: 6,99 €[D]

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Haven Brotherhood: Wild & Sweet


Inhaltsangabe

Hart leben, härter f*cken und ausschließlich den eigenen Regeln folgen: Dies sind die drei Prinzipien, an die sich die sechs Männer der Haven-Bruderschaft stets halten. Sie weigern sich, den Erwartungen der Gesellschaft zu entsprechen, und nehmen sich stattdessen, was und wen sie wollen.

Zeke Dugan ist kein Mann, der den bequemen Weg wählt. Als Unfallchirurg mag er einen Eid geleistet haben, aber er hat keine Skrupel, seine medizinischen Kenntnisse auch außerhalb des Krankenhauses zum Vorteil seiner Familie einzusetzen.
All das ändert sich, als die schüchterne Gabrielle in sein Leben stolpert.

Motoren sind der Mechanikerin Gabrielle lieber als Männer. Nicht immer war ihr Leben so ruhig und wohlgeordnet, aber nun gibt ihr die Einsamkeit inneren Frieden. Als ein Einbruch in der Nachbarschaft sie dazu zwingt, ihr Schneckenhaus zu verlassen, hätte sie nie erwartet, dass ausgerechnet ein gefährlicher, großspuriger Unfallchirurg mehr als ihre äußeren Wunden heilt.

Zeke hält sich an keinerlei Regeln, und ist trotzdem genau das, was Gabrielle in ihrem Leben braucht. Er gibt ihr den wilden und kompromisslosen Schutz eines Mannes, der sein Eigentum brandmarkt und bewacht. Niemand darf Gabrielle verletzen – auch wenn er dadurch ausgerechnet die Männer, die sein Leben gerettet haben, in Gefahr bringt …

 

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Über die Autorin

Die aus Oklahoma stammende Mutter zweier hübscher Töchtern ist attestierte Liebesromansüchtige. Ihr bisheriger Lebenslauf spiegelt ihre Leidenschaft für alles Neue wider: Rhenna Morgan arbeitete u.a. als Immobilienmaklerin, Projektmanagerin sowie beim Radio.

Wie bei den meisten Frauen ist ihr Alltag von morgens...

Weitere Teile der Haven Brotherhood Serie

Leseprobe

 

XXL-Leseprobe bei Book2Look

In einer weiten Kurve auf der alten Straße glitten die Scheinwerfer des Camaro über das Straßenschild direkt vor ihnen, auf das die Worte Elk Run gemalt waren. Elk Run erinnerte Zeke – ganz anders als die schicken Tore aus Stein und Eisen, die so typisch für die teure Wohngegend weiter die Straße runter waren – an öffentliche Campingplätze und Bundesstaatsgrenzen neben dem Highway.
Sie waren gerade erst ins Viertel eingebogen, als sie auch schon die blauen und roten Warnleuchten der Ambulanz und der Polizeiautos aufleuchten sahen, die sich im Innern...

...des Camaro spiegelten.
„Verdammt.“ Danny beugte sich ein wenig vor. „Sie hat mir nicht gesagt, dass es so schlimm ist.“
„Sieht wahrscheinlich schlimmer aus, als es ist.“ Zeke parkte den Wagen am Bordstein, in der Nähe des Krankenwagens, und die Scheinwerfer von Jace’ Silverado zeigten, dass er hinter ihnen zum Stehen kam. „Warum gehst du nicht schon mal rein und siehst nach Gabe, und ich finde derweil heraus, was die Sanitäter wissen? Wir treffen uns dann drinnen.“
Er hatte den Wagen kaum ausgemacht, als Danny bereits herausgesprungen war, die Motorhaube umrundet hatte und in Richtung Hauseingang gelaufen war. Zeke nahm seine Tasche aus dem Kofferraum und ging dann zu den beiden Sanitätern, bevor sie den Rückwärtsgang einlegen konnten. „Hat Gabrielle irgendeine Form der Behandlung akzeptiert?“
„Sorry, Mann. Wir können ohne Freigabe nicht darüber sprechen.“
„Richtig. Lass es mich anders formulieren. Ich bin Arzt und ein Freund der Familie. Wie hat sie sich benommen?“
Der Fahrer blickte zu seinem Partner herüber, der sofort mit den Achseln zuckte, als wollte er sagen, dass er keine Ahnung habe. Der Fahrer sah wieder zu Zeke. „Du übernimmst die Verantwortung?“
„Absolut.“
Der Mann schnaubte und rieb sich über den Kopf. „Sie ist ziemlich dickköpfig. Hat sich nicht von uns untersuchen lassen, aber so, wie sie die Arme um den Oberkörper geschlungen hatte, und angesichts ihrer flachen Atmung würde ich sagen, sie hat Prellungen davongetragen sowie angebrochene oder gebrochene Rippen.“
„Sonst noch irgendetwas? Fokus? Schwindel? Pupillen?“
„Soweit wir das sagen können, sah alles okay aus. Wir sind so lange geblieben, wie unser Boss uns gelassen hat, aber wenn sie keine Hilfe will, gibt es für uns keinen Grund zu bleiben.“
Zeke nickte beiden zu, winkte und trat dann zurück, damit sie rausfahren konnten. „Danke. Ich weiß das zu schätzen.“
Jace und Axel schlenderten zu ihm, aber nur Jace sprach: „Was denkst du?“
„Wenn wir wirklich so kurz davorstehen, Danny zu einem Bruder zu ernennen, wie ich annehme, dann sollten wir ihn auch wie einen Bruder behandeln.“
Axel grinste, schob eine Hand in seine Designer-Anzugshose und ging auf die Gruppe von Cops zu, die sich vor dem Haus versammelt hatten. „Dann sollten wir die Kontrolle übernehmen.“
Jace lachte leise und schlenderte neben ihm her. Eine Millisekunde lang empfand Zeke Mitleid mit Rockwalls Polizeikräften. Die Gründer der Haven-Bruderschaft waren berüchtigt dafür, auch den besten Polizisten noch ordentlich Feuer unter dem Hintern zu machen. In weniger als fünf Minuten würde ihnen diese Truppe dort aus der Hand fressen.
Zeke lief die Stufen bis zur Haustür hinauf, wo ein uniformierter Polizei-Azubi Wache stand. Bevor der Junge auch nur widersprechen konnte, war Zeke schon durch die offene Tür geschlüpft und stand im Wohnzimmer. Nach zwei Schritten blieb er wie erstarrt stehen.
Die Frau neben Danny hatte den Kopf gesenkt, ihr Haar hing ihr ins Gesicht, doch der Unterschied zwischen ihnen war auch ohne ihre Gesichtszüge sehen zu können so deutlich wie zwischen Tag und Nacht. Danny war ebenso groß wie Zeke, knapp eins neunzig, aber Gabe konnte kaum größer sein als eins fünfzig. Und sie war zierlich. Eine honigblonde Elfe, die sich hinter einer rauen Schale aus verwaschenen Jeans, einem Flanellhemd und Stiefeln mit Stahlkappen verbarg.
Dannys sich überschlagende Stimme riss Zeke aus seiner überraschten Vernebelung. „Was zum Teufel meinen Sie damit, dass es nichts gibt, was Sie tun können? Sie ist verletzt. Sie hat Ihnen eine Beschreibung gegeben. Finden Sie den Scheißkerl und lassen Sie ihn bluten.“
Bevor der Cop noch auf die Idee kommen konnte, die Handschellen an seinem Gürtel zum Einsatz zu bringen, ging Zeke dazwischen. „Hey, Danny. Warum lässt du mich nicht mal nach deiner Schwester sehen?“ Er streckte dem Cop, der neben Gabes anderer Seite stand, die Hand entgegen, öffnete den Mund, um noch etwas zu sagen, und hätte dabei fast seine verdammte Zunge verschluckt.
Oh ja. Gabe war eine echte Elfe mit blassblauen Augen, einem herzförmigen Gesicht und einem vollen Schmollmund. Kein Mann wäre in der Lage, ihren Mund anzusehen und nicht davon kosten zu wollen.
„Ich bin Dr. Dugan.“ Er zwang sich, seine Aufmerksamkeit von Gabe zu lösen und sich auf den genervten Cop zu konzentrieren. „Ich bin ein Freund der Familie. Ich denke, sobald wir sichergestellt haben, dass es Gabe gut geht, können sich alle wieder beruhigen. Sie haben alles von ihr, was Sie für den Moment brauchen?“
Der Cop schüttelte die ihm angebotene Hand und nickte, wobei in seinen müden Augen mehr als nur ein wenig Erleichterung zu sehen war. „Was uns jetzt noch fehlt, können wir auch morgen erfragen.“ Er warf einen kurzen Blick in Dannys Richtung und schenkte Gabe ein angespanntes Lächeln. „Falls Ihnen noch irgendetwas einfällt, zögern Sie nicht, die Nummer anzurufen, die ich Ihnen gegeben habe.“
Sie zeigte nicht, ob sie das schnelle Verschwinden des Cops oder irgendetwas von dem, was er gesagt hatte, mitbekommen hatte, denn ihr Blick blieb auf Zeke gerichtet. Ihr Atem ging eindeutig flach, und sie hatte keine Sekunde lang den Arm, den sie um ihren Oberkörper geschlungen hatte, gelockert. Den anderen Arm hielt sie fest an ihre Seite gepresst. Es war nicht besonders hell im Zimmer, aber ihre Pupillen sahen normal aus.
Sie schob sich hinter Danny und sog in einem kurzen, scharfen Keuchen die Luft ein. „Es geht mir gut.“
Gott, sie war süß. Wie ein in die Enge getriebenes wildes Kätzchen, das sich nicht entscheiden kann, ob es zum nächsten Versteck rennen oder die Krallen ausfahren soll. Auch wenn sie ihm stechende Blicke zuwarf, konnte er kaum mehr tun, als ein leises Lachen zu unterdrücken. „Die Notärzte haben gesagt, dass du ihnen das ebenfalls erzählt hast. Das Problem ist, dass dein Bruder bereit ist, auf eine Gruppe von Männern mit Polizeimarken loszugehen, weil er sich Sorgen um dich macht. Es ist sehr wahrscheinlich, dass er diese Scheiße sein lässt, wenn jemand, der weiß, wovon er redet, diese Entscheidung trifft.“
„Um Gottes willen, Gabe“, sagte Danny, „Zeke ist Notarzt. Er ist den ganzen Weg bis hier rausgefahren, also lass ihn wenigstens einen Blick auf dich werfen.“
Der Arm, den sie um ihren Oberkörper geschlungen hatte, versteifte sich, und obwohl es nur eine kleine Bewegung gewesen war, zuckte sie zusammen. Es war kein gutes Zeichen, wenn ihr bereits so eine kleine Bewegung Schmerzen verursachte.
„Gib mir fünf Minuten“, sagte er. „Vielleicht hast du recht und es ist wirklich nur eine Zerrung. Wenn das der Fall ist, kannst du deine Wut an Danny auslassen, weil er so ein Drama veranstaltet hat.“
Sie biss sich auf die Unterlippe, und sein Magen zog sich zusammen, als hätte ihm jemand einen Schlag dorthin verpasst.
Es war echt komisch. Unter normalen Umständen war seine Geduld größer als die der meisten dickköpfigen Patienten, aber jetzt, wo er vor ihr stand, brannte sich eine fast schon tödliche Spannung in seine Muskeln. Als würde er sein ganzes verdammtes Leben auf einem Fiberglaskabel balancieren und könnte jederzeit in die Hölle stürzen oder in den Himmel schweben, je nachdem, wie ihre Antwort ausfiel.
Ihr Blick wanderte von Danny zu Zeke. „Fünf Minuten.“
Wow, Danny hatte nicht übertrieben. Man konnte durch Gabes Verhalten wirklich einen falschen Eindruck gewinnen, aber die Angst in ihren Augen sagte ihm, dass diese fünf Minuten schon mehr waren, als sie normalerweise an Zeit mit Fremden verkraften konnte.
„Fünf Minuten“, bestätigte er. Er brauchte dafür eigentlich nur drei, aber er würde diesen Extrabonus nicht ausschlagen. In der Zeit konnte er herausfinden, wie er den Sprung von einem Fremden zu jemandem, der es wert war, das wilde und süße Kätzchen aus seiner Ecke zu locken, schaffen konnte.

Gabe musste völlig den Verstand verloren haben. Wenn sie sagte, sie würde es fünf Minuten in der Nähe von Dannys Freund aushalten, ohne wie eine komplette Idiotin zu wirken, konnte sie genauso gut behaupten, dass sie vor zehntausend Menschen einen Stepptanz aufführen konnte. Wäre er irgendein stinknormaler Durchschnittstyp, würde es vielleicht sogar funktionieren, aber dieser Typ - dieser Doktor - war zu schön, um es in Worte fassen zu können. Olivfarbene Haut, sturmgraue Augen und dunkle, schokoladenfarbene Haare, die kurz geschnitten waren wie bei einem dieser GQ-Models, aber dennoch lang genug, dass eine Frau mit ihren Fingern hindurchfahren konnte.
Oder sich daran festklammern konnte, während er sie mit diesen unglaublichen Lippen küsste.
Danny schlenderte zu dem breiten Fenster, das die Vorderseite des Wohnzimmers einnahm. Mittlerweile stand davor nur noch ein Polizeiwagen, aber die roten und blauen Lichter auf dem Dach leuchteten unvermindert weiter. „Ich gehe rüber zu Mrs. Wallabys Haus, um sicherzugehen, dass es abgeschlossen ist.“
„Nein.“ Sie drehte sich herum, um ihn aufzuhalten, und ein scharfer Stich bohrte sich direkt in ihre Brust. Sie kniff die Augen zusammen, hielt den Atem an und betete, dass der Schmerz ein wenig schneller verebben würde als die letzten zwei Male, als sie sich so unglücklich bewegt hatte. Gabe war nicht dumm. Diese Verletzung war viel schlimmer als alles, was sie bisher erlebt hatte, und wenn sie nicht die astronomische Rechnung gesehen hätte, die Mr. Decker von weiter die Straße herunter nach seinem Herzinfarkt erhalten hatte, hätte sie sich von den Sanitätern vielleicht sogar untersuchen lassen.
Große, starke Hände legten sich auf ihre Schultern. Aber es waren nicht Dannys. Sie öffnete die Augen und bekam hautnah die volle Ladung von Zekes persönlicher Zuneigung ab. Das war mal ein effektives Schmerzmittel. Ihr ganzer verdammter Körper schnurrte leise, nahm alles an ihm in sich auf, trotz des stechenden Schmerzes. Man konnte nicht wirklich sagen, dass er einen Bart hatte. Eher gut getrimmte Morgenstoppeln, die seinen starken, kantigen Kiefer betonten. Seine Nase ließ sie an plündernde Wikinger denken, und seine Lippen aus der Nähe zu sehen, brachte sie dazu, nicht mehr klar denken zu können.
Zeke löste den Griff um ihre Schultern und fuhr mit seinen großen Händen ihre Oberarme hinauf. „Jetzt etwas besser?“
Besser war ein dehnbarer Begriff, aber sie dachte nicht mehr an den Schmerz. Sie war zu hundert Prozent auf die Wärme seiner Berührung fokussiert, die durch ihr weiches Flanellhemd drang. „Ja.“
„Gut.“ Er sah über ihre Schulter hinweg zu Danny. „Warum bleibst du für den Moment nicht bei uns? Axel und Jace haben da draußen alles unter Kontrolle.“
„Ja, Mann. Absolut. Was immer sie braucht.“
Zeke musterte sie noch eine Sekunde länger, ließ ihre Arme los und wandte den Kopf dann zu den Zimmern, die sich hinter ihm, den Flur hinab, befanden. „Was hältst du davon, wenn wir dich an einem Ort untersuchen, wo wir nicht Gefahr laufen, Publikum zu haben?“
Er drehte sich um und ging voraus, bevor sie auch nur dazu kam, etwas dagegen zu sagen. Vorsichtig, um ihren Oberkörper zu schonen, folgte sie ihm den Flur hinab. Danny war dabei an ihrer Seite, seine feste Hand an ihrem Rücken. Das Lampenfieber, das sie immer ergriff, wenn sie unter fremden Menschen war, war nicht überraschend, nachdem sie schon seit Jahren damit zu kämpfen hatte, aber ihre Reaktion auf Zeke war anders. Selbst Jimmy Franklin in der High School hatte nicht diesen Effekt auf sie gehabt, und er hatte ihren Verstand genug durcheinandergebracht, um sie dazu zu überreden zu können, ihre Jungfräulichkeit auf dem Rücksitz des Hondas seiner Mutter aufzugeben.
Zeke Dugan war ein ganz anderes Kaliber. Alles an ihm war forsch und kraftvoll. Selbst die Art, wie er Aufmerksamkeit auf sich zog. Für einen Arzt war er ziemlich leger angezogen, seine verwaschene Jeans schmiegte sich um schmale Hüften und seine Kehrseite verführte dazu, sie einfach zu packen. Sein blassblaues T-Shirt war ebenfalls nichts Besonderes, aber es lag auf eine Weise an seinem Oberkörper an, die schlanke, definierte Muskeln darunter versprach. Alles an ihm strahlte Selbstbewusstsein aus. Ein Mann, dem es nichts ausmachte, die Kontrolle zu übernehmen, selbst in einer fremden Umgebung.
Jetzt, wo sein mächtiger prüfender Blick sie nicht mehr gefangen hielt, wanderten ihre Gedanken zurück zu Zekes Kommentar, und das beschissene Komitee, das sich immer zu Wort meldete, wenn sie in eine unvertraute oder stressige Situation kam, marschierte schnurstracks zu seiner Kanzel.
Du kennst diesen Mann nicht.
Unbekannt bedeutet unsicher.
Zu viele Menschen, und sie sehen dich alle an.
Verurteilen dich.
Sie versuchte, den singenden Chor zu ignorieren, und murmelte Danny zu: „Wer sind Axel und Jace? Ich will nicht, dass sie in Mrs. Wallabys Haus gehen.“
„Es sind Freunde.“ Danny unterbrach seinen lockeren Gang nicht. „Gute Menschen. Wenn Mrs. Wallaby hier wäre, würde sie Axel innerhalb von fünf Minuten hereingebeten und ihm Schokoladenkuchen serviert haben, also lass es gut sein.“
Für ihn war es einfach, so etwas zu sagen. Er war nicht derjenige, dem ihre Nachbarin das Haus anvertraut hatte, und sie konnte es sich nicht leisten, einen der wenigen Menschen zu enttäuschen, mit denen sie reden konnte. Mrs. Wallaby war seit Jahren das für sie, was einer Mutter am nächsten kam.
Anstatt links abzubiegen, in Dannys Zimmer, betrat Zeke ihres, schaltete das Licht an und blieb neben der Tür stehen. Er deutete auf das Bett. „Willst du sitzen oder stehen?“
„Stehen“, sagte sie. „Bitte“, fügte sie ungeschickt hinzu. Yep. Sie würde auf keinen Fall mit diesem Mann in die Nähe eines Bettes gehen. Sie erinnerte sich nicht einmal mehr an die einfachsten Manieren, geschweige denn wusste sie noch, wie man ein Gespräch führte, und er war nicht einmal in Reichweite. Und hatte er einen ausländischen Akzent? Zuerst hatte sie gedacht, dass er wie jemand von der Ostküste klang, aber eine Sekunde lang hatten seine Worte fast eine südeuropäische Anmutung.
„Kein Problem.“ Er schloss die Tür, als befände er sich in einem Untersuchungsraum anstatt in ihrem privaten Rückzugsort. „Danny, kannst du die Vorhänge zuziehen?“
Er ist nur hier, um deinem Bruder einen Gefallen zu tun.
Ein Mann wie er wäre ohnehin niemals an dir interessiert.
Wenn du ihn zu nah an dich heranlässt, wird er dein wahres Ich sehen.
Bevor sie in Panik ausbrechen und wegrennen konnte, stand er vor ihr und der Ausdruck auf seinem Gesicht war absolut professionell. Seine langen, starken Finger umfingen seitlich ihr Gesicht und drehten ihren Kopf von einer Seite zur anderen, dann hoch und runter, um zu sehen, ob sie sich bewegen konnte. „Danny hat gesagt, du bist hingefallen?“
Sie versuchte, die negativen Gedanken in ihrem Kopf zum Schweigen zu bringen, und nickte, auch wenn ihr sein fester Griff nicht viel Bewegungsfreiheit ließ. „Wer immer dort gewesen ist, hat mich gestoßen.“
„Bist du auf dem Boden aufgekommen?“
„Nein, auf dem Couchtisch.“
„Dieses Ding?“, fragte Danny. „Ich habe Betonblöcke gesehen, die nachgiebiger waren.“
Der Witz ließ Zeke grinsen, und die Benommenheit, mit der Gabe ohnehin schon zu kämpfen hatte, wurde mit einem Mal sehr viel stärker.
„Ziemlich robustes Ding, hm?“ Er untersuchte ihre Augen. „Hast du dir den Kopf angeschlagen?“
„Ich glaube nicht.“
„Nicht einmal das Bewusstsein verloren?“
„Nein.“
„Schwindel?“
„Zählt es, dass ich nicht atmen konnte?“
Es klang rauer, als sie beabsichtigt hatte, und sie ließ ihr Gesicht völlig ausdruckslos werden in dem Versuch, das zu überspielen.
Ihr abweisender Gesichtsausdruck brachte ihr allerdings nicht den gewünschten Abstand ein wie damals, wenn sie ihn in der High School eingesetzt hatte. Im Gegenteil, Zeke nagelte sie mit einem brennend heißen Lächeln fest. Ihr Herz machte einen so heftigen Sprung, dass ihre schmerzenden Rippen noch einmal so richtig was zu tun bekamen.
„Ja, das zählt.“
„Okay, dann wurde mir auch schwindelig.“ Siehst du? Gar nicht so schlimm. Sie hatte seine Fragen beantwortet und er hielt sie nur für eine kranke Bitch. Gar nicht so übel, wenn man die Umstände bedachte. Bis zu dem Punkt, an dem er ihr aufgeknöpftes Flanellhemd ergriff und es ihr über die Schultern streifen wollte.
Gabe zuckte zurück und keuchte angesichts der plötzlichen Bewegung. Ihren Arm schlang sie enger um ihre Brust.
Zeke erstarrte, hielt ihr Hemd aber weiter fest. Seine Stimme war tief und ruhig. Professionell und beruhigend. „Ich muss es mir ansehen, gatinha. Danny ist hier. Du bist sicher.“
Gott, sie war eine Idiotin. Natürlich war es nichts Intimes. Er war ein Doktor und machte diesen Mist jeden Tag. Zur Hölle, nach diesem Abend würde sie ihn wahrscheinlich nie wiedersehen. Sie nickte und konzentrierte sich auf die Wand. Die Farben ihrer letzten Kunstprojekte, die sie in ihre unzähligen Fototafeln gesteckt hatte, verschwammen ineinander. Hellrosafarbene Blumen, strahlend blauer Himmel und saftig grünes Gras. „Mein Name ist Gabe, nicht gatinha.“
„Ich weiß, wie dein Name lautet.“ Sie konnte das Lächeln in seiner Stimme hören, sogar ohne aufsehen zu müssen.
„Wer ist dann gatinha?“ Das weiche Flanell rutschte über ihre Schultern und ihre Arme hinab, wobei es eine Gänsehaut auf ihr hinterließ. Der Stoff rauschte in einen luftigen Haufen auf dem Bett hinter ihr zusammen.
„Nicht wer, sondern was. Versuch es herauszufinden, während ich mir deine Rippen ansehe.“ Er brachte sie dazu, den Arm sinken zu lassen, den sie wieder um ihren Bauch geschlungen hatte, und hob den Saum ihres Tanktops an. Die Baumwolle kitzelte ihr bloßes Fleisch, während er sie hochzog, und sein Atem wanderte leicht und neckend über ihren Bauch, als er neben ihr in die Hocke ging.
Sie versuchte, sich abzuschotten, sich vorzustellen, dass sie irgendwo anders wäre, aber sein Duft war einfach überall. Kein nasenbetäubendes Eau de Cologne, wie einige Männer es gerne benutzten, sondern nur ein Hauch von etwas Sommerlichem und Warmem. Wie ein sehr teures Duschgel mit einer wirklich starken, aber dennoch sinnlichen darunterliegenden Note.
Er drückte auf eine Stelle an ihrer Seite und sie zischte. „Bist du hier aufgekommen?“
Trotz des schmerzenden Kontakts brannten ihre Wangen, als hätte jemand eine Fackel gegen ihr Gesicht gehalten, und ihr Herz flatterte in einem unkontrollierbaren Rhythmus. „Ich glaube ja.“
„Das wird mit Sicherheit ein paar ziemlich hübsche blaue Flecken geben.“ Er richtete sich wieder auf und stand aufrecht neben ihrer unverletzten Seite, legte eine Hand auf ihr Brustbein und die andere direkt gegenüber auf ihre Wirbelsäule. „Ich drücke meine Hände zusammen, und dann zeigst du mir, wo es wehtut, okay?“
Sie nickte, fast schon begierig auf etwas, was sie von all den Empfindungen ablenken würde, die auf sie einprasselten. Binnen einer Sekunde änderte sich das aber wieder, denn der langsame Druck zwischen seinen Händen schickte einen brutalen Stich durch ihre Brust hindurch. Sie deutete auf die Stelle, an der es schmerzte. „Hier.“
Sofort ließ er sie los, trat einen Schritt zurück und griff nach der teuer aussehenden Kuriertasche, die er mitgebracht hatte. Das Stethoskop, das er daraus hervorzog, ließ eine Welle der Erleichterung durch sie hindurchschwappen. Das kannte sie. Er steckte die Ohroliven in die Ohren, kam näher und legte die flache Scheibe auf ihr Herz. „Atme ganz normal.“
Genau, als wäre irgendetwas in ihrem Leben in der letzten Stunde normal gewesen. Seit sie auf dem Couchtisch gelandet war, war Atmen zur reinen Glückssache geworden. Neben ihm fiel es ihr noch einmal doppelt so schwer.
Er verlagerte das Gewicht und ließ die Scheibe auf ihrem Rücken unter ihr Tanktop wandern. „Tief einatmen.“
Sie schüttelte den Kopf. „Das tut weh.“
Seine Hand auf ihrer Schulter drückte sie tröstend. „Versuch es einfach.“
Der Versuch fiel nicht besonders beeindrucken aus und sandte eine weitere Welle aus Schmerz durch ihren Torso.
Er trat zurück, legte sich das Stethoskop um den Nacken, ließ seinen Blick ihre Schultern und Arme entlangwandern und runzelte dann die Stirn. „Ist dir kalt?“
Sie verspürte eher eine gehörige Reizüberflutung und das verzweifelte Verlangen nach einem Bier. „Ein wenig.“
Er nahm ihr Flanellhemd vom Bett und hielt es so vor sie, dass sie hineinschlüpfen konnte, ohne ihre Rippen zu sehr zu malträtieren. Während er ihr dabei half, es höher über ihre Schultern zu ziehen, drehte er sie herum, bis sie auf das Fußende des Bettes sah, setzte sich auf die Bettkante, sodass er auf Augenhöhe mit ihr war, und verschränkte seine Hände locker zwischen seinen gespreizten Beinen. „Ich bin mir zu neunundneunzig Prozent sicher, dass du zwei, vielleicht sogar drei angebrochene Rippen hast. Wenn ich damit richtig liege, wird die Behandlung nicht allzu aufwendig sein, und du könntest dich auch zu Hause auskurieren. Das Problem ist, dass ich mir Sorgen wegen deiner Atmung mache. Gebrochene Rippen sind nicht besonders gefährlich, aber wenn sie die Lunge punktieren, können sie zu einem echten Problem werden.“
Danny kam zu ihr und fuhr mit der Hand ihren Rücken hinab. „Woher wissen wir, ob das passiert ist oder nicht?“
„Ich brauche ein Röntgenbild.“
„Kein Krankenhaus.“ Sie sah Danny neben sich wütend an. „Ich habe gerade erst alle Rechnungen abbezahlt, und ich werde keine neuen Schulden machen, wenn ich mich selbst darum kümmern kann.“
„Ich sagte, dass du deine Rippen zu Hause auskurieren kannst“, entgegnete Zeke. „Die Lungen sind eine ganz andere Sache. Wir sprechen hier nicht davon, dass du einfach nur ein paar Wochen unruhig schlafen wirst, sondern dass du möglicherweise nie wieder aufwachen wirst.“ Er fokussierte Danny. „Sie muss geröntgt werden.“
Danny trat zurück und deutete zur Tür. „Okay, gehen wir.“
„Nein.“
„Gabe, sei kein Vollidiot“, sagte Danny. „Es geht nur ums Röntgen, nicht um eine verfickte Transplantation.“
„Ach ja? Das letzte Mal, als wir ein Krankenhaus betreten haben, ist Dad nie wieder herausgekommen.“ Sie presste die Lippen fest aufeinander und wandte das Gesicht ab. Großartig. Jetzt war sie auch noch eine Irre und ein Weichei.
Wärme und der köstliche Druck von Zekes Fingern umschmeichelte ihr Handgelenk. „Was, wenn ich dir sage, dass es einen Ort gibt, an den ich dich bringen kann und wo es dich keinen Cent kosten wird? Einen Ort, an dem sich keine Horde von Menschen aufhält?“
„So etwas wie eine Notaufnahme?“
„So etwas in der Art, aber ohne all die Menschenmassen. Wir röntgen dich, finden heraus, was los ist, und sehen dann, wie wir weiter verfahren. Aber vertrau mir, Verletzungen der Lungen sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen. Wir sollten da auf Nummer sicher gehen.“
Ein festes, wenn auch höfliches Klopfen ertönte an der Tür. Danny öffnete sie, ließ die Hand aber weiter auf dem Knauf und zog sie nur etwa einen halben Meter weit auf. Der Goliath-ähnliche Körper ihres Bruders versperrte ihr die Sicht auf wen auch immer hinter der Tür. „Hey, Jace.“
Aus dem Flur ertönte eine tiefe, grollende Stimme. „Wir ziehen ab. Beckett schickt ein Team vorbei, dass das Wallaby-Haus unter die Lupe nimmt.“
„Wer ist Beckett?“ Sie rückte näher an Danny heran, um das Gesicht zu sehen, das zu der Stimme gehörte.
Danny trat gleichzeitig beiseite und gab den Blick auf einen weiteren wahnsinnig heißen Kerl frei, der sich mit einer Hand am Türrahmen abstützte. Das war also Jace. Danny hatte seinen Namen schon ein- oder zweimal erwähnt, aber sie hätte nie gedacht, dass er so aussah. Er war nicht auf die GQ-Weise heiß, wie Zeke. Er war mehr auf eine altmodische Rockstar-Weise heiß, mit seinen schulterlangen dunklen Haaren und der Kombination aus Bart und Schnurrbart. Sie würde darauf wetten, dass sich in seiner Garage mindestens eine getunte Harley befand, die zu seinen verwaschenen Jeans und seiner abgetragenen Lederjacke passte. Er hatte sogar die schmutzig-grollende Stimme und den sündigen, abwägenden Blick, die zu dem Image gehörten. „Wie sieht es aus, Süße?“
Gabe senkte den Kopf und klammerte sich mit dem Blick an ihre robusten Stiefel, als wären sie ihre Rettungsleine.
„Ich glaube, zwei oder drei ihrer Rippen sind angeknackst“, antwortete Zeke an ihrer Stelle, „aber ich muss sie röntgen, um einen Pneumothorax ausschließen zu können.“
In dem winzigen Zimmer breitete sich Stille aus. Sie musste nicht erst aufsehen, um zu wissen, dass eine Menge stummer Machos sie musterten.
Zeke unterbrach die Stille, in dem er mit fester Stimme sagte: „Ich will sie zum Sanctuary bringen.“
Das erregte ihre Aufmerksamkeit. Sie hob gerade noch rechtzeitig den Kopf, um zu sehen, wie Jace’ Grinsen verblasste.
Jace musterte sie, blickte eine Sekunde lang zu Danny und konzentrierte sich dann auf Zeke. „Bist du dir sicher?“
„Was ist das Sanctuary?“, fragte sie.
Zeke blieb weiter auf Jace fokussiert. „Es wäre zu gefährlich, sie nicht zu untersuchen, und sie fühlt sich an öffentlichen Orten nicht wohl.“
Lustig, dass er sich auf das echte Problem konzentrierte anstatt darauf, dass sie auf die medizinische Behandlung wegen der Kosten verzichtete. Sein Verständnis und seine Sorge um sie hätten sie trösten sollen, aber die Tatsache, dass er erkannt hatte, was für ein Freak sie war, gab ihr das Gefühl, noch dümmer zu sein als angenommen. „Es geht mir gut.“
Jace zog einen Zahnstocher aus seiner Hosentasche, schob ihn sich unter die Zunge und ließ seinen Blick von Kopf bis Fuß über Gabe wandern. „Süße, wenn mein Bruder bereit ist, seinen Arsch dort hinauszuschieben und dich zum Sanctuary zu bringen, dann bezweifle ich, dass seine Diagnose lautet, es geht dir gut.“ Er nickte Zeke zu, und hinter seinem intensiven Blick, der ihr einen Schauer das Rückgrat hinabschickte, lag eine unausgesprochene und undefinierbare Botschaft. Er drehte sich um und lief den Flur hinab. „Sammeln wir Axel ein und fahren los.“

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