Fedora: Im Harem des Prinzen
von Mona Vara

Er­schie­nen: 09/2014

Genre: His­to­ri­cal Ro­mance
Sei­ten­an­zahl: 208 (Über­grö­ße)


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Print: 978-3-86495-127-5
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Fedora: Im Harem des Prinzen


In­halts­an­ga­be

Fe­do­ra, eine rot­haa­ri­ge junge By­zan­ti­ne­rin, wird auf dem Skla­ven­markt von Ibra­him al-Fa­dal, dem Sohn des We­sirs, ge­kauft. Als sie ihn hef­tig zu­rück­weist (und er sogar ei­ni­ge Bart­haa­re dabei lässt), hat sie ihr Leben ver­wirkt und soll unter dem Beil des Scharf­rich­ters lan­den. Prinz Ahmed, der Lieb­lings­sohn des Ka­li­fen, ret­tet ihr das Leben und nimmt sie in sei­nen Harem auf. Fe­do­ra je­doch er­weist sich tu­gend­haf­ter als er er­war­tet hatte, und so sucht er mit reiz­vol­len Spie­len ihren Wi­der­stand zu über­win­den und ihre Liebe zu ge­win­nen ...

Ein ero­ti­scher Lie­bes­ro­man aus 1001 Nacht.

Über die Au­to­rin

Mona Vara schrieb jah­re­lang er­folg­reich ero­ti­sche Lie­bes­ro­ma­ne. Das  Wich­tigs­te beim Schrei­ben war für sie, Fi­gu­ren zum Leben zu er­we­cken, ihnen ganz spe­zi­fi­sche Ei­gen­schaf­ten und Cha­rak­te­re zu geben und ihre Ge­füh­le und Er­leb­nis­se auf eine Art aus­zu­drü­cken, die sie nicht nur...

Wei­te­re Bü­cher der Au­to­rin

Le­se­pro­be

Fe­do­ra war die ganze Nacht wach ge­we­sen. Selbst wenn die Schmer­zen und die klei­nen Nager, die un­auf­hör­lich in Be­we­gung waren, sie hät­ten schla­fen las­sen, so waren da immer noch die Angst und das Grau­en vor dem, was sie er­war­te­te. Sie zuck­te zu­sam­men, als schwe­re Schrit­te er­tön­ten, dann wurde die Tür auf­ge­sto­ßen und die bei­den Män­ner, die sie schon hier­her ge­schleppt hat­ten, fass­ten sie und zerr­ten sie hin­aus. Sie ge­lang­ten über einen Gang di­rekt auf einen gro­ßen Hof, der ver­mut­lich re­gel­mä­ßig für Be­stra­fun­gen oder Hin­rich­tun­gen ver­wen­det wurde. Fe­do­ra sah Ei­sen­ket­ten an den Mau­ern, selt­sa­me, um­ge­kehrt lie­gen­de Bänke, deren Beine hin­auf­rag­ten, ein...

...​Becken mit glü­hen­den Koh­len und einen kräf­ti­gen Mann, der eine Peit­sche in der Hand hielt.
Man führ­te sie zur Wand hin, dann legte einer der Män­ner die Ket­ten um ihre Hand­ge­len­ke und zog an, bis sie fast auf den Ze­hen­spit­zen stand. Je­mand riss ihr mit einem Ruck das oh­ne­hin schon zer­ris­se­ne Ge­wand vom Kör­per, so­dass sie nackt war. Aber das war ihr selt­sam gleich­gül­tig. Was sie er­war­te­te, ließ alle Scham im Keim er­sti­cken.
Fe­do­ra biss die Zähne zu­sam­men, um gegen das Zit­tern, das sie er­grif­fen hatte, an­zu­kämp­fen. Sie hatte Angst, schreck­li­che Angst vor dem, was ihr jetzt be­vor­stand, und sie be­te­te um ge­nü­gend Kraft, um den an­de­ren ge­gen­über nicht ihre Schwä­che zu zei­gen. Als sie den Hof be­tre­ten hatte, war ihr nicht ver­bor­gen ge­blie­ben, dass Ibra­him auf der an­de­ren Seite an einem Fens­ter stand. Er woll­te ver­mut­lich zu­se­hen, wie man das Ur­teil an ihr voll­streck­te, aber sie würde ihm nicht die Ge­nug­tu­ung geben, sie um Gnade fle­hen zu hören.
Noch ge­schah nichts. Fe­do­ra war­te­te auf den ers­ten Schlag, aber er kam nicht. Sie wand­te vor­sich­tig den Kopf. Ibra­him stand immer noch dort und trotz der Ent­fer­nung konn­te sie den Hass in sei­nen Augen sehen. Plötz­lich klatsch­te er in die Hände und im sel­ben Mo­ment, so, als hätte er nur dar­auf ge­war­tet, ließ der Hen­ker die Peit­sche auf ihren Rü­cken knal­len.
Sie stöhn­te auf, hatte sich je­doch so­fort wie­der in der Ge­walt. Der nächs­te Hieb kam we­ni­ger un­er­war­tet, aber nicht min­der schmerz­haft. Dann folg­te einer nach dem an­de­ren. Sie zähl­te mit. Je län­ger sie durch­hielt ohne in Ohn­macht zu fal­len, desto schnel­ler konn­te sie die Er­lö­sung durch das Schwert er­war­ten.
Plötz­lich, mit­ten in das Pfei­fen der Peit­sche und das Klat­schen auf ihrer Haut, er­tön­te eine schar­fe, be­feh­len­de Stim­me über den Hof. Der Hen­ker hielt ein. Es waren erst vier­zehn Schlä­ge, die sie er­hal­ten hatte. Noch un­zäh­li­ge mehr, bis sie end­lich der Gnade des Todes teil­haf­tig wer­den konn­te. Stun­den von Qual und Schmer­zen stan­den ihr noch bevor und sie woll­te nichts, als sie so schnell wie mög­lich hin­ter sich brin­gen, um das Un­ver­meid­li­che nicht hin­aus­zu­zö­gern.
Sie war­te­te, aber der nächs­te Schlag kam nicht. War das eine Teu­fe­lei von Ibra­him? Woll­te er ihr ein wenig Er­ho­lung gön­nen, um ihr die Schlä­ge dann umso be­wuss­ter zu ma­chen?
Da war seine Stim­me. Sie klang laut und wü­tend, brach je­doch ab­rupt ab. Durch das Rau­schen in ihren Ohren hörte sie Schrit­te, die sich nä­her­ten, wie­der diese be­feh­len­de dunk­le Stim­me, und dann wurde sie los­ge­bun­den. Sie soll­ten aber nicht auf­hö­ren, sie soll­ten wei­ter­ma­chen, es vor­über gehen las­sen. Der Tod war ihr oh­ne­hin ge­wiss. Keine wei­te­ren, hin­aus­ge­zö­ger­ten Qua­len mehr…
„Nicht“, sie klam­mer­te sich an der Kette fest, um nicht zu­sam­men­zu­sa­cken, „ich will nicht …“
Zwei kräf­ti­ge Arme pack­ten sie, hoben sie hoch, be­rühr­ten dabei die of­fe­nen Strie­men auf ihrem Rü­cken. Sie press­te die Zähne zu­sam­men, bis sie knirsch­ten, um kei­nen Laut von sich zu geben. Vor ihren Augen tan­zen rote und schwar­ze Krei­se und sie konn­te nicht sehen, wohin man sich brach­te, fühl­te nur, dass sie län­ge­re Zeit ge­tra­gen wurde. Ein leich­tes Schau­keln, Schla­gen von Was­ser, Be­feh­le, Worte, die, ob­wohl mit lei­ser Stim­me ge­spro­chen, in ihren Ohren dröhn­ten, dann ver­lor sie das Be­wusst­sein.
Sie er­wach­te erst wie­der, als sie mit ver­blüf­fen­der Vor­sicht und Zart­heit ab­ge­setzt wurde, sanf­te Hände fass­ten nach ihr, eine be­ru­hi­gen­de Stim­me sprach auf sie ein und ob­wohl sie deren Worte nicht ver­stand, gab sie nach, ließ sich mit dem Ge­sicht nach unten auf ein wei­ches Lager bet­ten. Je­mand mach­te sich an ihrem Rü­cken zu schaf­fen, es brann­te ein wenig, aber die Schmer­zen waren er­träg­lich, und lang­sam fand sie sich wie­der in der Lage, ihre Um­ge­bung wahr­zu­neh­men und dar­über nach­zu­den­ken, was ge­sche­hen war.
Man hatte sie aus einem un­be­kann­ten Grund nicht mehr in die klei­ne fens­ter­lo­se Kam­mer ge­bracht, in der sie die ver­gan­ge­ne Nacht ver­bracht hatte, son­dern in einen hel­len, freund­li­chen Raum. Die Fens­ter waren ver­git­tert, aber die Git­ter be­stan­den aus kost­ba­ren Schnit­ze­rei­en, die das grel­le Ta­ges­licht und die sen­gen­de Hitze dämpf­ten und das In­ne­re in ein an­ge­neh­mes Däm­mer­licht tauch­ten. In der Mitte des Rau­mes be­fand sich ein klei­nes Be­cken mit einem Spring­brun­nen, aus dem leise Was­ser plät­scher­te und mit jedem Luft­zug, der von den Fens­tern her­ein­weh­te, einen küh­len Hauch mit sich brach­te.
Sie ver­such­te den Kopf zu heben, ob­wohl die An­stren­gung die Schmer­zen wie­der stär­ker wer­den lie­ßen, aber eine ru­hi­ge Stim­me hielt sie davon ab.
„Du bist jetzt in Si­cher­heit. Bleib nur ruhig lie­gen, es wird dir nichts ge­sche­hen.“
Fe­do­ra wand­te lang­sam den Kopf nach der Spre­che­rin. Es war eine Frau mitt­le­ren Al­ters, mit hel­lem Haar und blau­en Augen. Sie sprach Grie­chisch, die Spra­che ihrer by­zan­ti­ni­schen Hei­mat.
„Wo …“ Sie konn­te kaum spre­chen, weil ihre auf­ge­sprun­ge­ne Lippe schmerz­te und ihr Mund tro­cken war.
„Prinz Ahmed ist hin­zu­ge­kom­men, als Ibra­hims Män­ner dich peitsch­ten. Er hat ihnen Ein­halt ge­bo­ten und be­foh­len, dass man dich hier­her bringt. Ich nehme an, er wird dich dem Sohn des We­sirs ab­kau­fen.“
Der Raum um Fe­do­ra schien sich zu dre­hen. Die Schmer­zen in ihrem Rü­cken wur­den stär­ker und ihre po­chen­den Lip­pen woll­ten ihr kaum ge­hor­chen. „W... wes­halb soll­te … er …“
„Sprich jetzt nicht“, sagte die an­de­re be­ru­hi­gend. „Es wird alles gut. Prinz Ahmed ist nicht der Mann, der zu­sieht, wie man eine Frau zu Tode peitscht. Auch nicht wenn es sich um eine Skla­vin han­delt. Hier“, sie half ihr, sich ein wenig her­um­zu­dre­hen und hielt ihr den Kopf, wäh­rend sie ihr einen Be­cher an die Lip­pen setz­te. „Trink das, das wird die Schmer­zen lin­dern und dich schla­fen las­sen. Und wenn du auf­wachst, wird es dir bes­ser gehen. Dann werde ich dir alles er­zäh­len. Und nun trink.“
Fe­do­ra schluck­te ge­hor­sam und fühl­te fast un­mit­tel­bar dar­auf eine woh­li­ge Wärme durch ihren Kör­per flie­ßen. Ihre Glie­der und ihr Kopf wur­den selt­sam leicht, die Angst ver­schwand und dann ver­sank alles um sie herum.

Als sie er­wach­te, saß die an­de­re wie­der neben ihr, strich ihr zart übers Haar und lä­chel­te sie an. „Nun, wie geht es dir heute?“
Fe­do­ra woll­te sich auf­set­zen, aber ein bren­nen­der Schmerz im Rü­cken hin­der­te sie daran.
„Nicht! Nicht so schnell. Du kannst schon auf­ste­hen, aber lang­sam! Wir wol­len doch nicht, dass die Strie­men auf­plat­zen. Sie sol­len gut ver­hei­len, damit deine Haut wie­der glatt und weich wird.“ Sie lach­te leise, „Prinz Ahmed soll doch einen schö­nen Kör­per auf sein Lager be­kom­men, nicht wahr?“
Fe­do­ra sah sich um. Dann war es doch kein Traum ge­we­sen: der be­hag­li­che Raum um sie herum, die ge­schnitz­ten Fens­ter­lä­den, das Be­cken mit dem Brun­nen in der Mitte und die wei­chen Kis­sen, die über­all ver­teilt auf dem Boden lagen. Sie selbst ruhte auf sei­di­gen De­cken, ihr Ober­kör­per war un­be­klei­det und un­will­kür­lich be­deck­te sie ihre nack­ten Brüs­te mit den Hän­den.
„Du musst dich hier nicht schä­men“, lach­te die an­de­re. „Aber es ist bes­ser, wenn man die Wun­den frei lässt. Sie sol­len atmen kön­nen, dann geht der Hei­lungs­pro­zess schnel­ler vor sich. Du siehst ganz schreck­lich aus, aber das wird alles ver­hei­len.“ Sie besah sie mit­lei­dig. „Hat er dich auch mit der Faust ge­schla­gen?“
Fe­do­ra nick­te und tas­te­te mit dem Fin­ger nach ihrer Lippe. Sie war ge­schwol­len und schmerz­te noch ein wenig. „Wie lange … habe ich ge­schla­fen?“
„Die Sonne ist zwei­mal un­ter­ge­gan­gen“, er­hielt sie zur Ant­wort und die Frau, ihrem Ge­wand nach zu schlie­ßen eine der Die­ne­rin­nen, griff nach einem Be­cher. „Hier, das ist Milch, von der zar­tes­ten Kuh im Be­sitz des Prin­zen. Sie wird dir gut tun.“
Fe­do­ra fass­te den Be­cher mit bei­den Hän­den und trank gie­rig davon. Die Milch schmeck­te frisch und süß und sie war er­staunt, wie kühl sie war. Sie war hung­rig und durs­tig zu­gleich und konn­te ihre Ret­tung kaum fas­sen. Aber… war sie denn wirk­lich ge­ret­tet? War sie nicht dem einen Teu­fel ent­gan­gen und dem an­de­ren in die Hände ge­fal­len? Was hatte diese Frau ge­sagt? Sie hatte von einem Prin­zen ge­spro­chen … Ahmed … Ja, das war der Name ge­we­sen, den sie ge­nannt hatte.
Als sie den Be­cher bis zum letz­ten Trop­fen ge­leert hatte, sah sie die Die­ne­rin fra­gend an. „Und jetzt sag mir, wo ich bin. Und wes­halb. Und wer du bist.“
„Wo du bist, habe ich dir schon ge­sagt: du bist im Pa­last von Prinz Ahmed, der dich Ibra­him al-Fa­dal, dem Sohn des We­sirs, ab­ge­kauft hat. Und ich selbst bin Ha­ya­na, eine Die­ne­rin.“
„Du sprichst meine Spra­che und siehst gar nicht aus wie eine Ara­be­rin.“
„Das bin ich auch nicht – zu­min­dest wurde ich in un­weit von Kon­stan­ti­no­pel ge­bo­ren. Als Kind ver­kauf­te mich mein Vater je­doch an einen Händ­ler, weil wir arm waren und er noch vier wei­te­re Töch­ter hatte, ohne Mög­lich­keit, sie an einen Mann zu ver­hei­ra­ten. Und dann lan­de­te ich hier, im Pa­last des Ka­li­fen, als Die­ne­rin von Dana­nir, die da­mals noch seine Lieb­lings­kon­ku­bi­ne war, dann je­doch seine Gat­tin wurde. Da ich Grie­chisch, also deine Spra­che spre­che, hat Prinz Ahmed seine Mut­ter ge­be­ten, mich in sei­nen Pa­last neh­men zu dür­fen. Für deine Be­treu­ung, bis du selbst genug Ara­bisch sprichst um zu ver­ste­hen und dich ver­ständ­lich zu ma­chen.“
„Wes­halb soll­te der Prinz mir sol­che Freund­lich­keit er­wei­sen?“ frag­te Fe­do­ra miss­trau­isch.
Ha­ya­na zuck­te mit den Ach­seln, „Der Prinz ist zu allen sei­nen Frau­en freund­lich. Er be­han­delt sie alle gut und sie lie­ben ihn dafür und beten ihn an. Du wirst ihn dem­nächst sehen. Er ist heute früh ver­reist, aber er wird bald wie­der­kom­men, und noch bevor der Mond das zwei­te Mal voll ist, wirst du ihm deine Dank­bar­keit für deine Ret­tung zu Füßen legen kön­nen.“

In den fol­gen­den Wo­chen blieb Fe­do­ra meist sich selbst über­las­sen. Le­dig­lich Ha­ya­na war um sie und ei­ni­ge Mäd­chen, die sie be­dien­ten, ihre Wün­sche er­füll­ten und sie mit einer Be­hag­lich­keit um­ga­ben, die sie nicht ein­mal im Hause ihres Va­ters ge­kannt hatte.
Ihre Lippe war ge­sun­det und die dunk­len, blut­un­ter­lau­fe­nen Fle­cken auf ihrem Kör­per ver­schwan­den. Auch ihr Rü­cken war schon bald fast völ­lig ver­heilt und nur ge­le­gent­lich ein klei­nes Zie­hen er­in­ner­te sie daran, dass sie nahe davor ge­we­sen war, auf Be­fehl eines hass­er­füll­ten Man­nes halb zu Tode ge­peitscht und dann ge­köpft zu wer­den. Sie wuss­te zwar nicht was sie von ihrem neuen Be­sit­zer er­war­ten durf­te, da die­ser je­doch vor­erst ver­reist war, ge­lang es ihr, jeden Ge­dan­ken an ihn weg­zu­schie­ben und statt­des­sen die sie um­ge­ben­de Pracht zu ge­nie­ßen, die ih­res­glei­chen wohl nir­gend­wo fand.
Auch im Harem von Ibra­him al-Fa­dal war es präch­tig ge­we­sen, aber ganz an­ders als hier. Auf­dring­lich hatte Fe­do­ra dort die grel­len Mus­ter, die mit Edel­stei­nen über­la­de­nen Tep­pi­che und Vor­hän­ge emp­fun­den, und die prot­zi­ge Zur­schau­stel­lung von Reich­tum ver­ach­tet. Hier je­doch lagen und hin­gen über­all Tep­pi­che, die Fe­do­ra al­lei­ne durch ihre feine Ar­beit und au­ßer­ge­wöhn­li­che Schön­heit ent­zück­ten, und auf denen Vögel, Pfer­de, Blu­men und geo­me­tri­sche Mus­ter zu sehen waren. Ha­ya­na er­klär­te ihr, dass die Tep­pi­che in die­sen Ge­mä­chern nicht we­ni­ger kost­bar waren als jene, auf denen die Frau­en des Ka­li­fen selbst saßen, und dass der Prinz, ob­gleich weit­aus we­ni­ger ver­schwen­de­risch als seine Brü­der, sich gerne mit wirk­lich schö­nen Din­gen umgab. Zart schim­mern­de Vor­hän­ge teil­ten das Ge­mach, schirm­ten ihre Schlaf­stel­le vom üb­ri­gen Raum ab, be­weg­ten sich im leich­ten Luft­zug und lie­ßen zarte Glöck­chen er­klin­gen, die Fe­do­ra an En­gels­läu­ten er­in­ner­ten. Ihr Bett be­stand nur aus einer wei­chen Ma­trat­ze, die mit Fe­dern ge­füllt und küh­ler Seide über­zo­gen war. In die­sem Be­reich des Rau­mes stand auch eine Truhe, die so groß war, dass Fe­do­ra sogar dar­auf hätte schla­fen kön­nen, und die neben zwei an­de­ren, klei­ne­ren, Klei­der be­inhal­te­te, die jede Frau in Ent­zü­cken ver­set­zen muss­ten.
Rund um das Be­cken in der Mitte jenes Rau­mes, in dem sie sich tags­über auf­hielt, gab es Ge­fä­ße in denen die schöns­ten und sel­tens­ten Blu­men blüh­ten, deren Far­ben und Duft ihr Herz er­freu­ten, eben­so wie der er­fri­schen­de Brun­nen, an dem sie gerne saß, ihre Hände unter das kühle Was­ser hal­tend und vor sich hin­träu­mend. Das war aber noch bei wei­tem nicht alles. Zwi­schen zwei schlan­ken Säu­len führ­te ein Tor­bo­gen in einen Gar­ten, der ein Wun­der an Schön­heit war. Die Blu­men in den Bee­ten waren farb­lich so ge­setzt, dass sie Zei­chen bil­de­ten – Prinz Ah­meds Lieb­lings­ge­dich­te, wie Ha­ya­na ihr er­zähl­te, die der Schrift­kun­di­ge von den Bee­ten ab­le­sen konn­te. Mit Halb­edel­stei­nen ein­ge­fass­te Was­ser­be­cken, in denen man die Bäume und Sträu­cher sich spie­geln sehen konn­te, luden zum Ver­wei­len ein, und dann war da noch ein klei­ner Bach, der quer durch den Gar­ten und durch einen zau­ber­haf­ten Pa­vil­lon floss, der genau in der Mitte des Gar­tens stand. Das Schöns­te waren für Fe­do­ra je­doch die Rosen, die um eben die­sen Pa­vil­lon ge­pflanzt waren und einen Duft ver­ström­ten, der be­rau­schen­der war als all die exo­ti­schen Ge­rü­che, mit denen die Frau­en in Ibra­hims Harem sich par­fü­miert hat­ten.
Na­tür­lich war ihr der Weg aus ihren Ge­mä­chern hin­aus ver­sperrt. Nicht al­lei­ne durch die ge­schnitz­ten Türen, die sich hin­ter gold­be­stick­ten Vor­hän­gen ver­bar­gen, son­dern auch durch zwei kräf­ti­ge Eu­nu­chen, die jeden außer den Die­ne­rin­nen davon ab­hiel­ten, die Räume zu be­tre­ten, und sie selbst, sich dar­aus zu ent­fer­nen. Aber wohin hätte sie sich schon wen­den sol­len, selbst wenn sie aus ihrem gol­de­nen Ge­fäng­nis ent­wich? Sie hatte keine Freun­de in der Stadt und da war wohl nie­mand, der einer ent­lau­fe­nen Skla­vin hel­fen würde. Sie würde nur al­lei­ne durch die Stra­ßen die­ser un­be­kann­ten Stadt irren und sich am Ende wohl sehr schnell wie­der in den Hän­den eines Skla­ven­händ­lers und eines noch schlim­me­ren Men­schen fin­den.
Ha­ya­na, die als Die­ne­rin nicht immer an den Pa­last ge­bun­den war, er­zähl­te ihr von Bag­dad, der mär­chen­haf­ten Stadt des Ka­li­fen, die über zwan­zig Pa­läs­te be­her­berg­te, die nicht we­ni­ger präch­tig sein soll­ten als jener, in dem sie sich nun be­fand. In die­ser Stadt stand auch der be­rühm­te Pa­last der Ewi­gen Se­lig­keit, den der Vater des le­gen­dä­ren Harun al-Ra­schid am Ufer des Ti­gris hatte er­bau­en las­sen, und der das Zen­trum des Rei­ches war. Er um­fass­te nicht nur die Pri­vat­ge­mä­cher des Ka­li­fen und sei­nes Ha­rems, son­dern es gab auch reich aus­ge­stat­te­te Au­di­enz- und Emp­fangs­sä­le sowie Räume für die Wür­den­trä­ger und Se­kre­tä­re des Rei­ches. Auch sie selbst war darin un­ter­ge­bracht ge­we­sen, und zwar in jenem Teil des Pa­las­tes, der dem Wesir und sei­ner Fa­mi­lie zur Ver­fü­gung stand. So­lan­ge, bis Ibra­him sie hatte töten wol­len und Prinz Ahmed, der zu­fäl­lig hin­zu­ge­kom­men war, sie in sei­nen ei­ge­nen Pa­last hatte brin­gen las­sen, der auf der an­de­ren Seite des Ti­gris lag.
Ha­ya­na er­zähl­te nur wenig von den an­de­ren Frau­en im Harem des Prin­zen, die weit­aus we­ni­ger große Räume zur Ver­fü­gung hat­ten, wäh­rend Fe­do­ra in Ge­mä­chern lebte, die sonst nur einer Ehe­frau oder Lieb­lings­kon­ku­bi­ne zu­stan­den. „Der Prinz muss gro­ßes Wohl­ge­fal­len an dir haben, dass er dir eine der­ar­ti­ge Be­vor­zu­gung zu­kom­men lässt“, sagte sie eines Tages.
„Wie kann er denn Wohl­ge­fal­len an mir ge­fun­den haben?“ frag­te Fe­do­ra stirn­run­zelnd. „Er kennt mich doch nicht, hat mich nie ge­se­hen.“
Die Die­ne­rin zuck­te mit den Ach­seln. „Das darfst du mich nicht fra­gen. Aber Prinz Ahmed ist nicht der Mann, der nicht wüss­te, was er tut.“

Eines Abends kam Ha­ya­na her­ein, „Der Prinz will dich be­su­chen. Du musst dich um­klei­den.“
„Was will er von mir?“ frag­te Fe­do­ra er­schro­cken. Der Mo­ment, dem sie mit Ban­gen ent­ge­gen­ge­se­hen hatte, war ge­kom­men. Die­ser Prinz Ahmed hatte ihr zwar das Leben ge­ret­tet, aber zwei­fel­los nur, um selbst seine sün­di­ge Lust an ihr zu be­frie­di­gen. Und dass er das woll­te, stand nach Ha­ya­nas Wor­ten außer Zwei­fel. Je­doch al­lei­ne schon der Ge­dan­ke, einer die­ser gott­lo­sen Frem­den könn­te ihren Kör­per in Be­sitz neh­men und sich all jene Rech­te an­ma­ßen, die nur einem Gat­ten zu­stan­den, er­füll­te Fe­do­ra mit Ab­scheu und Schre­cken zu­gleich. Die Er­in­ne­rung an den Sohn des We­sirs, an seine der­ben Hände, seine wuls­ti­gen Lip­pen, sein wi­der­li­ches La­chen und an sei­nen stin­ken­den Atem hatte sie bis in ihre Träu­me ver­folgt, und in ihrer Ein­bil­dung hatte sie sich von ihrem Le­bens­ret­ter ein Bild ge­macht, das jenem Ibra­hims glich wie ein Ei dem an­de­ren. Wie konn­te er auch an­ders sein? Ein Mann, der sich einen Harem hielt! Der einen fal­schen Gott an­be­te­te und zu den Fein­den ge­hör­te, die schon seit vie­len Jah­ren ver­such­ten, By­zanz zu er­obern, und in vie­len Land­stri­chen be­reits Städ­te ge­plün­dert und ihre Be­woh­ner in die Skla­ve­rei ge­führt hat­ten!
„Was er will? Dich sehen, na­tür­lich! Willst du ihm denn nicht deine Ehr­er­bie­tung und Dank­bar­keit er­wei­sen?“ frag­te Ha­ya­na er­staunt.
„Dank­bar­keit? Dafür, dass er mich von einer Skla­ve­rei in die an­de­re ge­bracht hat? Hätte er mich nur mir selbst über­las­sen, dann wäre ich jetzt schon tot!“
„Das würde dir schon bald Leid tun“, ent­geg­ne­te Ha­ya­na kopf­schüt­telnd. „Au­ßer­dem ist der Prinz weit an­ders als der Sohn des We­sirs. Er ist viel schö­ner an­zu­se­hen. Jede Skla­vin am Hof des Ka­li­fen würde sich ihm mit Freu­den hin­ge­ben. Au­ßer­dem ist er sehr klug und gütig, nicht so ein Tier wie der an­de­re, Ibra­him.“
„Ich will ihn den­noch nicht emp­fan­gen!“
„Du hast gar keine Wahl.“ Ha­ya­na klatsch­te in die Hände und so­fort lie­fen ei­ni­ge Mäd­chen her­ein, die Fe­do­ra gegen ihren Wil­len aus­klei­de­ten, sie mehr oder we­ni­ger sanft in das große Be­cken schubs­ten, sie wu­schen, ab­trock­ne­ten, mit duf­ten­den Ölen salb­ten und sie dann in kost­ba­re, aber durch­sich­ti­ge Sei­den­ge­wän­der hüll­ten.
Fe­do­ra, die bald schon ein­ge­se­hen hatte, dass sie sich mit Wi­der­stand nur lä­cher­lich ge­macht hätte, ließ alles über sich er­ge­hen, ihre Lip­pen fest auf­ein­an­der­ge­presst und die Augen bren­nend vor un­ge­wein­ten Trä­nen der De­mü­ti­gung. Noch vor fast sie­ben Wo­chen war es ihr eben­so er­gan­gen, bevor man sie in Ibra­hims Ge­mä­cher ge­schleppt hatte. Aber was dann ge­kom­men war, war noch viel schlim­mer ge­we­sen, und sie wuss­te, dass sie auch jetzt nichts an­de­res er­war­ten würde. Und am Ende würde sie wie­der nackt an­ge­ket­tet sein, wäh­rend einer der Eu­nu­chen die Peit­sche schwang und der Hen­ker schon da­hin­ter mit dem Beil auf sie war­te­te. All der Lob­ge­sang, den Ha­ya­na in den ver­gan­ge­nen Tagen auf die­sen Prin­zen Ahmed an­ge­stimmt hatte, konn­te sie nicht ir­re­füh­ren, was sei­nen un­zwei­fel­haft ver­dor­be­nen Cha­rak­ter be­traf.
Plötz­lich hörte sie von drau­ßen eine be­feh­len­de Stim­me. Je­mand nä­her­te sich. Ha­ya­na scheuch­te die Mäd­chen hin­aus und dann stand Fe­do­ra al­lei­ne mit­ten im Raum, vor Auf­re­gung be­bend. Einen kur­zen Au­gen­blick lang dach­te sie an Flucht, aber das wäre sinn­los ge­we­sen - der ein­zi­ge Weg, der ihr offen stand, war jener in den Gar­ten, und die­ser war von Mau­ern um­ge­ben, die sie nicht über­win­den konn­te.
Der Vor­hang, der den Ein­gang ver­deck­te, wurde zur Seite ge­scho­ben und ein Mann trat ein. Er blieb nach we­ni­gen Schrit­ten ste­hen und blick­te zu Fe­do­ra her­über, die bei sei­nem Ein­tritt stolz den Kopf zu­rück­ge­wor­fen hatte, fest ent­schlos­sen keine Angst zu zei­gen, und ihn dabei nicht we­ni­ger prü­fend ansah als er sie.
Sie war ver­blüfft. Das war nicht der Mann, den sie er­war­tet oder ge­fürch­tet hatte. Kein Wüst­ling wie der an­de­re, der ihr auf den ers­ten Blick Ab­scheu ein­flöß­te.
Der Prinz moch­te so um die drei­ßig Jahre alt sein, also kaum jün­ger als Ibra­him, sah je­doch voll­kom­men an­ders aus. Er war schlank und hoch­ge­wach­sen, seine Haut hell­braun, wie von der Sonne ver­brannt, und sein dunk­ler Bart war kurz­ge­schnit­ten, ließ die Wan­gen frei und be­deck­te nur das Kinn und die Ober­lip­pe. Er war auch nicht so präch­tig ge­klei­det und mit Edel­stei­nen be­han­gen, son­dern fast schlicht, auch wenn der dun­kel­blaue Man­tel, den er über einem fast bo­den­lan­gen hel­len Ge­wand trug, zwei­fel­los aus einem kost­ba­ren Stoff ge­fer­tigt und mit einer schma­len, gold­be­stick­ten Borte um­ran­det war. Um den Leib trug er eine Schär­pe in der­sel­ben Farbe und als ein­zi­gen Schmuck eine Ru­bin­na­del, mit der sein Tur­ban­tuch fest­ge­steckt war, und die wohl ein Sym­bol sei­ner Macht dar­stell­te.
Fe­do­ra hatte, noch bevor er ein­ge­tre­ten war, rasch nach einem gro­ßen, fein ge­ar­bei­te­ten Woll­tuch ge­grif­fen und es sich um den Kör­per ge­wi­ckelt, so­dass sie von den Schul­tern bis zu den Knien be­deckt war. Sol­cher­art vor sei­nen Bli­cken weit­aus bes­ser ge­schützt als in dem durch­sich­ti­gen Stoff, fühl­te sie sich si­che­rer und sah ihrem neuen Be­sit­zer auf­recht ent­ge­gen, als er seine Mus­te­rung end­lich be­en­det zu haben schien und lang­sam auf sie zukam. Sein Blick ruhte un­ver­wandt auf ihr und sie fühl­te eine selt­sa­me Un­ru­he in ihr auf­stei­gen, als sie in seine Augen blick­te. Sie waren über­ra­schend hell und klar und es lag eine Freund­lich­keit darin, die sie nicht er­war­tet hatte.
„Wie ich sehe, hast du dich schon er­holt.“
Sie lausch­te sei­ner an­ge­neh­men, dunk­len Stim­me nach, die ihr ver­traut er­schien. Es war die­sel­be Stim­me, die sie schon im Hof von Ibra­hims Pa­last ver­nom­men hatte, kurz bevor sie los­ge­bun­den und hier­her ge­bracht wor­den war. Zu ihrer Über­ra­schung sprach er Grie­chisch und das auf eine Weise, die nicht er­ken­nen ließ, dass diese Spra­che ihm je­mals fremd ge­we­sen wäre. „Man sagte mir, dass ich Euch mein Leben schul­de“, er­wi­der­te sie end­lich mit einer Stim­me, die nicht ihr zu ge­hö­ren schien.
Ein amü­sier­tes Auf­blit­zen in den hel­len Augen als er sah, wie sie das Tuch krampf­haft vor dem Kör­per zu­sam­men­hielt, und dann blieb sein Blick an ihrem Haar hän­gen, das Ha­ya­na ge­kämmt hatte, bis es glänz­te, und mit ge­üb­ter Hand le­dig­lich ei­ni­ge Per­len­schnü­re hin­ein­ge­wun­den hatte, so­dass die vol­len roten Lo­cken frei über ihre Schul­tern und ihren Rü­cken fie­len.
„Ich habe schon Frau­en mit rotem Haar ge­se­hen“, sagte er, ohne auf ihre Worte ein­zu­ge­hen, „aber die meis­ten be­nutz­ten Mit­tel um es zu fär­ben. Dei­nes je­doch ist echt, von der Natur ge­schaf­fen wie eine Flam­me.“ Er hob die Hand, woll­te es be­rüh­ren, aber Fe­do­ra mach­te einen Schritt zur Seite.
Sie sah ihn fest an und schlug auch nicht die Augen nie­der, als sein Blick er­staunt auf ihr ruhte. Of­fen­bar hatte er nicht er­war­tet, dass die neue Skla­vin ihm nicht so­fort zu Füßen oder in seine Arme fiel.
„Wer­det Ihr mir sagen, was Ihr mit mir zu tun ge­denkt? Ha­ya­na, die Ihr mir freund­li­cher­wei­se als Die­ne­rin schick­tet, hat mir er­zählt, dass Ihr mich Ibra­him al-Fa­dal ab­ge­kauft habt. Wenn Ihr nun Eure Güte auch noch ver­grö­ßern wollt, so gebt mir die Mög­lich­keit, mich aber­mals frei­zu­kau­fen. In mei­ner Hei­mat, Kon­stan­ti­no­pel, gibt es Per­so­nen, denen mein Leben und meine Frei­heit viel Gold wert sind. … Es wäre ge­wiss nicht zu Eurem Scha­den.“ Sie wuss­te, dass die mos­le­mi­schen Trup­pen wenn sie by­zan­ti­ni­sche Städ­te an­grif­fen, wenig Tote zu­rück­lie­ßen, son­dern es vor­zo­gen, Ge­fan­ge­ne zu ma­chen, die sie dann ent­we­der selbst als Skla­ven ver­kauf­ten oder gegen Lö­se­geld wie­der frei­ga­ben. Zwei­fel­los war dies ein An­ge­bot, das dem Mann vor ihr eben­falls zu­sa­gen würde.
„Das Gold die­ser Leute in­ter­es­siert mich nicht“, er­wi­der­te der Prinz zu Fe­do­ras Ärger gleich­gül­tig. „Ich habe dich Ibra­him ab­ge­kauft, weil mir dein rotes Haar ge­fällt. Wenn ich dich jetzt wie­der gehen lasse – was habe ich davon? Gold habe ich selbst genug, aber eine Frau mit so leuch­tend rotem Haar und einer so wei­ßen Haut be­kom­me ich nicht so leicht wie­der.“
„Ich bin aber gegen mei­nen Wil­len hier“, hielt sie ihm ent­ge­gen. „Ich wurde ge­raubt und ver­schleppt und ich habe nicht die ge­rings­te Ab­sicht, den Rest mei­nes Le­bens in einem Harem zu ver­brin­gen.“
Be­lus­ti­gung trat in seine hell­brau­nen Augen. „Du hast keine Ab­sicht. So?“ Er brei­te­te die Arme aus und sah sich um, „Geht dir hier etwas ab? Wer­den deine Wün­sche nicht er­füllt? Be­han­delt man dich schlecht?“
„Nein“, gab Fe­do­ra wi­der­wil­lig zu. „Im Ge­gen­teil.“ Sie konn­te sich wahr­lich nicht be­kla­gen. Die Die­ne­rin­nen be­eil­ten sich, jedem ihrer Winke zu fol­gen, und Ha­ya­na, die eine ge­wis­se Zu­nei­gung zu ihr ge­fasst zu haben schien, umgab sie sogar mit einer müt­ter­li­chen Sorge, die ihr gut tat.
„Wes­halb bist du dann un­zu­frie­den?“ Er klang er­staunt.
„Weil ich nicht frei­wil­lig hier bin!“ er­wi­der­te Fe­do­ra un­ge­dul­dig.
„Ver­mut­lich nicht“, kam es un­be­ein­druckt zu­rück.
„Wes­halb lässt Ihr mich dann nicht gehen?!“
„Ganz ein­fach: weil ich nicht will.“ Der Prinz klang er­hei­tert und in sei­nen Augen, die sie ein­ge­hend mus­ter­ten, lag ein Lä­cheln. Im Ge­gen­satz zu Ibra­him hatte sie selt­sa­mer­wei­se nicht die ge­rings­te Angst vor ihm, aber es stör­te sie, dass er sie und ihre Worte nicht ernst zu neh­men schien. „Au­ßer­dem bin ich sol­che Reden nicht ge­wöhnt“, sprach er in einem nach­sich­ti­gen Ton wei­ter. „Es ziemt sich nicht für eine Skla­vin, in die­ser Art mit ihrem Ge­bie­ter zu spre­chen. Ich habe einen hohen Preis für dich be­zahlt und be­sit­ze dich nun. Du wirst dich schnel­ler damit ab­fin­den als du jetzt denkst.“ Er sah sich um und nahm dann auf ei­ni­gen Kis­sen neben dem Was­ser­be­cken Platz, wobei er neben sich deu­te­te. „Komm, setz dich zu mir und lass uns reden.“
Fe­do­ra blieb etwas ent­fernt von ihm ste­hen und sah miss­trau­isch auf ihn hin­un­ter. „Ich habe be­reits alles ge­sagt, was es zu sagen gibt!“
„Wie un­freund­lich. Meine an­de­ren Frau­en sind we­sent­lich ent­ge­gen­kom­men­der und wett­ei­fern darin, mir zu ge­fal­len. Du hät­test es doch viel schlech­ter tref­fen kön­nen – wes­halb be­mühst du dich nicht um ein wenig Lie­bens­wür­dig­keit? Ihr By­zan­ti­ne­rin­nen seid doch sonst nicht so prüde.“
Fe­do­ra dreh­te den Kopf weg.
„Aber viel­leicht lang­weilst du dich ja auch hier. Ha­ya­na hat mir er­zählt, dass du ver­sucht hast, die Zei­chen auf den Tep­pi­chen und in den Blu­men im Gar­ten zu lesen. Soll ich dir viel­leicht einen Leh­rer schi­cken, der dir bei­bringt, wie man un­se­re Spra­che liest und schreibt? Mög­li­cher­wei­se ge­fällt es dir hier dann bes­ser?“
Fe­do­ra press­te die Lip­pen zu­sam­men und starr­te un­ver­wandt auf den leise plät­schern­den Spring­brun­nen. Die Freund­lich­keit die­ses Man­nes ver­un­si­cher­te sie. Wes­halb be­müh­te er sich so um ihr Wohl­er­ge­hen?
„Bei uns misst man den Wert einer Skla­vin nach ihren Küns­ten und ihrem Kön­nen“, sprach er wei­ter, nach­dem er ei­ni­ge Zeit ver­geb­lich auf Ant­wort ge­war­tet hatte. „Lass mich sehen, ob ich es be­dau­ern muss, einen so hohen Preis für dich be­zahlt zu haben. Dein Haar ist zwar schön, ist aber doch hof­fent­lich nicht alles, was du zu bie­ten hast.“
Fe­do­ra wand­te sich ihm er­schro­cken zu und zog un­will­kür­lich das Tuch fes­ter vor der Brust zu­sam­men.
Prinz Ahmed lach­te, dass seine wei­ßen Zähne blitz­ten. „Das mein­te ich nicht! Ich möch­te nicht, dass du dich aus­ziehst oder schon heute meine Lust be­frie­digst. Noch nicht … ich habe Zeit ... Nein, ich will, dass du tanzt.“
Ihre Hände san­ken herab. „Tan­zen?“ frag­te sie ver­blüfft.
„Ge­wiss. Ibra­him wird dich wohl nicht nur dei­ner äu­ße­ren Schön­heit wegen er­wor­ben haben. Du musst doch noch an­de­re Fä­hig­kei­ten be­sit­zen!“
Fe­do­ra hob hoch­mü­tig die Au­gen­brau­en. „Wozu?“
„Du kannst also nicht tan­zen“, stell­te er tro­cken fest. „Kannst du sin­gen?“
Sie schüt­tel­te lang­sam den Kopf.
„Dann bist du viel­leicht eine Dich­te­rin?“
„Nein.“
„Oder bist du etwa eine Kö­ni­gin der Lie­bes­küns­te?“
Fe­do­ra schwieg, merk­te je­doch, wie sie er­rö­te­te.
„Auch nicht“, sagte Ahmed, trau­rig den Kopf schüt­telnd. „Was mag Ibra­him nur an dir ge­fun­den haben?“
„Ich habe ihn nicht ge­be­ten, mich zu kau­fen!“ fuhr Fe­do­ra auf. „So wenig wie ich Euch ge­be­ten habe, mich ihm ab­zu­kau­fen!“
„Hm.“ Ahmed strich sich nach­denk­lich über den Bart. „Dann habe ich wohl viel Geld für nichts aus­ge­ge­ben.“ Er seufz­te, „Kannst du und weißt du denn gar nichts?“
„Wohl nichts, was für Euch von In­ter­es­se sein könn­te“, er­wi­der­te Fe­do­ra, in der plötz­lich der Wunsch hoch­stieg, ihn zu be­ein­dru­cken. „Da­heim al­ler­dings habe ich den Lauf der Ge­stir­ne stu­diert und die Geo­me­trie und Arith­me­tik der grie­chi­schen Ge­lehr­ten er­lernt.“
„Tat­säch­lich?“ Er mus­ter­te sie mit neu­er­wach­tem In­ter­es­se. „Ich selbst hatte einen Leh­rer, der aus Kon­stan­ti­no­pel stamm­te und lange Jahre hier un­ter­rich­te­te, bevor er wie­der heim­kehr­te. Hast du viel­leicht schon von den as­tro­no­mi­schen Ta­feln ge­hört, die mein Vater zu­sam­men­stel­len ließ?“
„Nein, aber mein Vater ist selbst ein gro­ßer Ge­lehr­ter“, er­wi­der­te sie stolz. „Alles, was ich weiß, habe ich von ihm. Er hat mir sogar die Sid­dhan­tas, das große Werk über die Ster­nen­kun­de, ge­ge­ben und es mir er­klärt.“
In Ah­meds Blick ver­än­der­te sich etwas, eine ge­wis­se Span­nung trat in seine Augen. „Die Sid­dhan­tas, diese Samm­lung as­tro­no­mi­schen Wis­sens, kenne ich, man hat zu Leb­zei­ten des gro­ßen Harun al-Ra­schid be­gon­nen, sie zu über­set­zen. Aber sie waren sehr schwie­rig zu ver­ste­hen, daher hat er be­foh­len, dass un­se­re Ge­lehr­ten bei euch ler­nen und eure zu uns kom­men, um unser Wis­sen aus­zu­tau­schen und zu be­rei­chern.“ Er beug­te sich ein wenig vor, „Wir haben dabei auch viel von eurer Dicht­kunst ken­nen ge­lernt und die an­de­rer Völ­ker. Kannst du mir viel­leicht Verse zi­tie­ren, die man in dei­ner Hei­mat kennt? Wir lie­ben die Kunst der Poe­sie und we­ni­ges er­freut uns mehr als kluge, wohl­ge­setz­te Worte.“
„Ihr wür­det sie nicht ver­ste­hen“, er­wi­der­te Fe­do­ra mit leich­tem Hoch­mut in der Stim­me. Sie woll­te nicht zu­ge­ben, wie sehr sie die­ser Mann vor ihr be­ein­druck­te, auch wenn er sich über sie lus­tig mach­te.
„Ver­su­che es doch ein­fach.“ Seine Stim­me klang un­ver­än­dert freund­lich und nach­sich­tig.
Sie zö­ger­te, dann rich­te­te sie ihren Blick auf den leise plät­schern­den Brun­nen. Viele Ge­dich­te waren in ihrem Kopf, die sie immer wie­der ge­le­sen hatte, weil auch sie die Dicht­kunst lieb­te. Es waren viele Lie­bes­ver­se dar­un­ter, aber sie hü­te­te sich, einen davon zu zi­tie­ren, son­dern ent­schied sich für ein Ge­dicht über das Wer­den und Ver­ge­hen und die Zeit, das sie immer am meis­ten be­ein­druckt hatte. Es be­stand aus fünf Stro­phen, die Fe­do­ra, nach den ers­ten Wor­ten völ­lig in den Ver­sen und der Er­in­ne­rung auf­ge­hend und ihre Um­ge­bung dabei völ­lig ver­ges­send, mit der glei­chen In­nig­keit wie­der­gab, in der sie es immer ge­le­sen hatte. Erst als sie ge­en­det hatte, wurde sie sich ihres Zu­hö­rers wie­der be­wusst, der sie ge­bannt ansah. Etwas in sei­nen Zügen hatte sich ver­än­dert und die Be­lus­ti­gung war aus sei­nen Augen ver­schwun­den.
„Das war sehr schön“, sagte er schließ­lich. „Aber ich kenne die­ses Ge­dicht. Es stammt nicht aus dei­ner Hei­mat, son­dern aus einem Land, das ferne im Osten liegt. Ara­bi­sche Ge­lehr­te haben es schon vor vie­len Jah­ren in un­se­re Spra­che über­tra­gen. Es ist eines mei­ner Lieb­lings­ge­dich­te, auch wenn ich es noch nie mit sol­chem Ge­fühl re­zi­tie­ren hörte.“ Er mus­ter­te sie ge­dan­ken­voll, „Ich hatte Un­recht, was dich be­traf, meine schö­ne By­zan­ti­ne­rin. Al­lein schon die­ses Ge­dich­tes wegen und der Freu­de, die du mir dabei ge­schenkt hast, wäre kein Preis, den ich Ibra­him für dich be­zahlt habe, zu hoch. Ich bin froh, dich in mei­nem Harem zu haben. Wir wer­den uns noch oft über all diese Dinge, und auch die Sid­dhan­tas, un­ter­hal­ten.“
Als er sich erhob und auf sie zu kam, brauch­te Fe­do­ra ihren gan­zen Mut, um ste­hen zu blei­ben und ihm ruhig ent­ge­gen zu sehen. Er trat dicht zu ihr hin. „Ibra­him hat es falsch an­ge­fan­gen mit dir. Er ist zu grob und denkt zu ein­fach. Er ver­steht es nicht, mehr von einer Frau zu wol­len als ihren Kör­per. Erst der Be­sitz ihres gan­zen We­sens, ihres Geis­tes und am Ende ihre frei­wil­li­ge Hin­ga­be ma­chen die wahre Lust der Liebe aus.“ Er streck­te bei die­sen Wor­ten seine Hand nach ihr aus und strich spie­le­risch über ihren Ober­arm, aber Fe­do­ra trat einen Schritt zu­rück.
„Ich mag es nicht, von Euch be­rührt zu wer­den“, sagte sie är­ger­lich.
Sie hatte kaum aus­ge­spro­chen, als es auch schon in den hel­len Augen auf­blitz­te. Und bevor sie noch aus­wei­chen konn­te, hatte er sie ge­packt und hielt ihre Hand­ge­len­ke fest. „Du hast gar keine Wahl, meine un­ge­hor­sa­me By­zan­ti­ne­rin. Und wenn ich dich Ibra­him nicht ab­ge­kauft hätte, wäre die­ser be­wun­de­rungs­wür­di­ge Kör­per schon längst ein Fraß für die Geier. Und die­ser wi­der­spens­ti­ge Kopf würde wahr­schein­lich schon zu Ibra­hims Ge­nug­tu­ung auf einem Pfahl ste­cken, zur Ab­schre­ckung für an­de­re auf­säs­si­ge Skla­vin­nen.“
„Bes­ser der Tod als die Schan­de“, press­te sie her­vor, immer noch das un­wür­di­ge Schau­spiel vor Augen, das Ibra­him und seine Frau­en ihr ge­bo­ten hat­ten.
„Bist du wirk­lich die­ser Mei­nung? Ist es dir wirk­lich so furcht­bar, in mei­nem Harem zu leben, schö­ne Klei­der und Schmuck zu tra­gen und er­le­se­ne Köst­lich­kei­ten vor­ge­setzt zu be­kom­men, dass du den Tod vor­ziehst?“
„Ihr habt mich ge­kauft“, zisch­te sie ihn an, wäh­rend sie ver­such­te, sich zu be­frei­en, „aber Ihr wer­det mich nicht be­sit­zen! Nie­mals!“
„Nie­mals ist eine lange Zeit“, er­wi­der­te er er­hei­tert, „aber ich denke, du wirst deine Mei­nung noch än­dern. Es wird au­ßer­dem reiz­voll für mich sein, dei­nen Wi­der­stand zu über­win­den.“ Er dreh­te ihr bei die­sen Wor­ten die Hand­ge­len­ke auf den Rü­cken und zog sie an sich, so­dass sie in sei­nen Armen lag und sei­nen Atem auf ihrem Ge­sicht spür­te. Sie wand­te den Kopf zur Seite und ver­such­te, sich nach hin­ten, von ihm weg, zu leh­nen. Er hielt sie fest, ohne ihr dabei im Ge­rings­ten weh­zu­tun, und sie emp­fand eine be­un­ru­hi­gen­de Schwä­che, als er sie noch enger an sich press­te. Noch nie war sie einem Mann so nahe ge­we­sen und sie stell­te vol­ler Ver­wir­rung fest, wie der Druck sei­nes Kör­pers auf ihren Brüs­ten, ihrem Bauch, seine Schen­keln auf den ihren, frem­de Ge­füh­le in ihr auf­stei­gen lie­ßen und Wün­sche er­weck­ten, die sie bis­her nie ge­kannt hatte.
„Meine Mut­ter stammt von den Her­ren der Wüste ab“, sprach Ahmed wei­ter. „Sie wurde als jun­ges Mäd­chen ge­raubt und kam in den Harem des Ka­li­fen von Bag­dad. Als ich älter wurde, hat mein Vater mir ge­stat­tet, zu rei­sen, um die Welt ken­nen zu ler­nen und mein Wis­sen über sie zu meh­ren. Dabei kam ich auch zu dem Be­dui­nen-Stamm mei­ner Mut­ter. Ich traf mei­nen Groß­va­ter und lebte ei­ni­ge Zeit mit ihm und sei­ner Fa­mi­lie. Er schenk­te mir ein Pferd, eine Stute. Ein wil­des, schö­nes Tier mit einem lan­gen Schweif, der in der Sonne glänz­te wie rotes Gold – fast so wie dein Haar. Sie war zart, aber un­ge­bär­dig und sie ge­horch­te nur mei­nem Groß­va­ter. Als er sie mir zum Ge­schenk mach­te, trat sie und biss nach mir und warf mich ab. Bis ich sie zähm­te und sie mich auf ihrem Rü­cken dul­de­te. Wenn ich des Mor­gens er­wach­te, er­war­te­te sie mich schon vor dem Zelt in dem ich schlief, und am Abend führ­te mich mein letz­ter Gang zu ihr.“
„Habt Ihr sie ge­schla­gen, damit sie Euch ge­hor­che?“ frag­te Fe­do­ra, den selt­sa­men Zau­ber, der sich über sie legte, ge­walt­sam ab­schüt­telnd.
„Nie­mals. Ein stol­zes Tier darf man nicht schla­gen, sonst zieht man sich nur sei­nen Hass zu. Nein, ich habe sie mit Liebe ge­zähmt. Mit Ge­duld. So wie ich auch dich zäh­men werde, meine wilde Stute.“
„Ich bin kein Pferd!“
„Umso mehr Freu­de werde ich daran haben …“ Seine Stim­me klang be­lus­tigt.
„Und ich lasse mich nicht ab­rich­ten!“
„Ein Pferd muss aus frei­em Wil­len ge­hor­chen und sei­nen Her­ren lie­ben, dann trägt es ihn durch alle Ge­fah­ren.“ Er brach­te sei­nen Mund dicht an ihr Ohr, sein Atem strich über ihr Ge­sicht wie eine kör­per­li­che Be­rüh­rung und Fe­do­ra fühl­te, wie ihr Wi­der­stand gegen ihn schwand, ihr Kör­per nach­gie­big wurde und sie dem Druck sei­ner Arme nach­gab. Sie at­me­te zit­ternd ein, sich sei­ner Nähe so sehr be­wusst, dass sie ver­mein­te, ein lei­ses Knis­tern auf ihrer Haut zu füh­len. „Ich werde dich zäh­men, meine wilde, frei­heits­lie­ben­de Stute. Ganz lang­sam, be­däch­tig und ge­dul­dig. Dich an meine Hand ge­wöh­nen, bis du frei­wil­lig zu mir kommst und mir folgst, wohin immer ich gehe. Man bin­det eine Frau nicht durch Fes­seln, son­dern indem man eine Sehn­sucht in ihr er­weckt, die nur durch ihren Liebs­ten und durch sonst nichts be­frie­digt wer­den kann.“
Er ließ sie so un­ver­mit­telt los, dass sie tau­mel­te, und wand­te sich zum Gehen. Kurz bevor er den Raum ver­ließ, sah er sich noch ein­mal um. „Ver­stehst du dich auf die Kunst des Schach­spiels?“ Seine Stim­me, so­eben noch ein­dring­lich und ver­füh­re­risch, klang nun wie­der ruhig und hei­ter.
Fe­do­ra brauch­te ei­ni­ge Mo­men­te, um sich wie­der zu fan­gen. Sie emp­fand ihre plötz­li­che Frei­heit als un­an­ge­nehm und es be­un­ru­hig­te sie, dass ihr die Wärme sei­nes Kör­pers fehl­te. „Man … man hat es mich be­reits als Kind ge­lehrt“, er­wi­der­te sie ver­wirrt.
Der Prinz nick­te lä­chelnd, „Gut, ich spie­le näm­lich sehr gerne.“
Fe­do­ra at­me­te er­leich­tert auf als der Vor­hang hin­ter ihm zu­rück­fiel und sank mit zit­tern­den Knien auf ein Kis­sen.