Bis aufs Blut
von Eva Indra

Erschienen: 01/2005

Genre: Contemporary Romance, Romantic Thrill

Location: Italien, Prag

Seitenanzahl: 200 (Übergröße)


Erhältlich als:
paperback & ebook

ISBN:
Print: 978-3-93828-100-0
ebook: 978-3-86495-082-7

Preis:
Print: 16,90 €[D]
ebook: 6,99 €[D]

Erhältlich bei u.a.:

und allen gängigen Onlinehändlern und im Buchhandel

Bis aufs Blut


Inhaltsangabe

Anna glaubt, ihren bedeutend älteren Lebensgefährten Leonard in einem Anfall von Eifersucht getötet zu haben und flieht - doch vorher nimmt sie noch ein wertvolles Buch aus seinem Besitz mit, von welchem es laut Leonard nur ein einziges Exemplar auf der Welt gibt. Mit diesem Buch will sie ihr künftiges Leben finanzieren und so schickt sie es an ihre beste Freundin nach Wien.
Während ihrer verzweifelten Flucht vor der Polizei trifft sie im Zug auf den attraktiven Berufsspieler Alex, Leonards Sohn, der ebenfalls auf der Suche nach dem Buch ist. Er heftet sich an Annas Fersen und ein Katz-und-Maus-Spiel zwischen den beiden beginnt.
Der Auftakt einer abenteuerlichen und erotischen Jagd von Italien bis nach Prag ...

Über die Autorin

Eva Indra wurde 1969 in Wien geboren. Nach dem Abitur absolvierte sie eine Ausbildung zur Hotelkauffrau. Ihre darauf folgende Tätigkeit als Catering Manager einer Airline ermöglichte ihr, ihre Reiselust auszuleben. Kaum heimgekehrt, zog sie von Wien nach London, wo sie...

Weitere Bücher der Autorin

Leseprobe

„Alex, hör mir mal zu! Mir ist es eigentlich ganz gleich, um was es hier geht, aber bevor du hier einfach abhaust ...“, schrie Lisa Alex an.
Alex hörte ihr unfreiwillig zu, denn er war am Packen. Er packte schnell und es war nur zu offensichtlich, dass ihn Lisas Streit-Monolog nicht im Geringsten interessierte.
„ ... na schön, du willst es nicht anders! Ich will ... Ich will, dass du mir die Reparatur der Eingangstüre bezahlst! Ja wirklich, ich finde ...“, drohte Lisa und ihre Worte überschlugen sich dabei.
Alex griff wortlos zu seiner Brieftasche, nahm das Bündel Geld, dass...

...er im Kasino gewonnen oder sollte man sagen geschenkt bekommen hatte, heraus und reichte Lisa 10.000 Schillinge in bar. Verdutzt nahm sie es entgegen und betrachtete es eine Weile.
„ ... warum hast du soviel Bargeld bei dir? Hast du eine Bank ausgeraubt? Ich wusste von Anfang an, dass du ein Krimineller ...“, meckerte Lisa weiter.
„Du! ... Du weißt gar nichts! Meiner Meinung nach bist du nur eine frustrierte, unbefriedigte ... frigide Frau ... ohne Humor noch dazu ...“, fiel Alex ihr ins Wort und verließ mit seiner Tasche das Gästezimmer.
„Was???? Was bildest du dir eigentlich ein! Ich bin weder frustriert noch unbefriedigt ... Ganz im Gegenteil, ich habe erst gestern ...“, verteidigte sich Lisa empört.
„Das muss aber ein Schlappschwanz gewesen sein, dass du immer noch ...“, sagte Alex und machte eine letzte kontrollierende Runde in der Wohnung, um sicherzugehen, dass er nichts vergessen hatte.
Lisa jagte ihm tollwütig hinterher. Ihr Gesicht war mittlerweile knallrot geworden. Kleine Haarsträhnchen hatten sich unwillkürlich aus dem sonst so makellosen gebundenen Knoten gelöst und ihr Blick war dem einer Epileptikerin gleich.
„ ... ich ... ich fasse es nicht, dass du ...“, stotterte Lisa, ohne die richtigen Worte finden zu können.
„Lass dich doch mal ordentlich durchficken! Dann geht’s dir besser, glaub’ mir!“, schlug Alex vor und warf einen prüfenden Blick in Lisas Schlafzimmer.
„Ha! Das hättest du wohl gern! Möchtest wahrscheinlich auch noch dabei sein, damit du dich daran aufgeilen kannst, du ... du ...“
„Mmmh!“, schnurrte Alex. „Ja, dagegen hätte ich sicherlich nichts! Aber wenn du willst, erledige ich das auch gleich selbst ... Das willst du doch eigentlich! Deshalb regst du dich so über mich auf! So ist es doch, nicht wahr?“, konterte Alex und griff Lisa grob beim Handgelenk.
„Hilfe!“, schrie Lisa hysterisch! Anna! Anna, der will mich ...“, rief sie aus voller Kehle, aber ihre Worte sollten umgehend verstummen, denn Alex hatte sie leidenschaftlich auf ihren Mund geküsst.
Hatte sie Lisa um Hilfe schreien hören?, dachte sich Anna, als sie die Dusche abgestellt hatte. Sie lauschte. Doch sie hörte keine Schreie, hörte eigentlich überhaupt nichts. Hab’ mich wahrscheinlich geirrt!, dachte Anna weiter und trocknete sich sorgfältig ab. Immer noch über ihr zukünftiges Leben sinnierend, cremte sie ihren makellosen Körper ein, kämmte ihr Haar und nahm verstohlen einen Spritzer von Lisas Parfüm. Sie würde es nicht merken, man roch sein eigenes Parfüm nämlich nie selbst. Mit einem Badetuch um den Körper gewickelt trat sie aus dem Bad heraus und wunderte sich immer noch über die Stille, die nun in der Wohnung herrschte. War Alex schon fort?
Anna schritt umgehend in die Küche. Keine Menschenseele. Dann ins Wohnzimmer. Dort war auch niemand vorzufinden. Sie warf einen Blick in Lisas Schlafzimmer. Ihr Schritt erstarrte in der Bewegung. Ihr Herz blieb stehen. Ihr Mund war der Sprache und der Lautfähigkeit nicht imstande und ihr Blick war auf dem großen Doppelbett einfach regungslos hängen geblieben und versuchte die Bilder an die anderen Organe weiterzugeben. Aber es kam nicht dazu. Anna blieb versteinert stehen, ihre Muskeln verkrampften sich und ließen vom Handtuch los, das federleicht und leise zu Boden fiel.
Alex und Lisa schienen sie vollkommen zu ignorieren oder schlimmer noch, hatten sie ihre Anwesenheit gar nicht erst bemerkt? Welch ein prägnanter Moment im Leben einer Frau! War dies der Augenblick, in dem man einfach reagiert wie es die eigene Natur verlangt? Man tötet, man weint, man stürmt aus dem Zimmer? Annas Gefühle fuhren mit ihr Achterbahn! Hatte sie nicht erst vor ein paar Tagen genau diese Emotion mit sich durchgehen lassen? Hatte sie nicht gerade eben erst aus Eifersucht gemordet? Sollte sie gar zur Massenmörderin werden? Sie sah schon die Schlagzeilen! „Massenmörderin wieder zugeschlagen! Tötet aus Eifersucht ihre beste Freundin und ihren Geliebten“! Was sollte sie tun? Komisch, aber sie wusste es wirklich nicht! Nicht einmal Tränen kullerten diesmal an ihren Wangen herab, selbst diese ließen sie gerade jetzt im Stich!
Handlungsunfähig ließ sie die Bilder vor sich abziehen. Es wäre ein drittklassiger Film gewesen: Die Handlung einfach, der Höhepunkt kalkulierbar und das Ende ... wahrscheinlich weder theatralisch noch weltbewegend, hätte sie nicht ...
Hätte sie nicht die beiden Hauptdarsteller so gut gekannt. Dadurch wurden aus diesen Bildern Emotionen und aus diesen Emotionen wiederum Gedanken. Anna ließ sich unvermutet fallen in diesen Cocktail aus Bildern, Emotionen und Gedanken, der sich unverhofft zu einem Aphrodisiakum verwandelt hatte. Ein Liebeselixier, das Anna nun zur Voyeurin gemacht hatte. Ein agiler Männerkörper verkeilt in weit gespreizte Beine, nackte, feuchte Schenkel mit zuckenden Muskeln, rhythmische kreisende Bewegungen, tiefe Atemzüge, speichelgetränkte Zungenküsse, ein hochgeschobenes Sommerkleid, eine nur bis zu den Knien abgestreifte schwarze Hose, Stöckelschuhe, ein zerrissener Slip, ein heruntergezogener BH, eine freigelegte Brustwarze, lange wellige Haare auf weißen Laken ... und dann ... dann dieser eindringliche Blick, der eben noch lustverzerrt starr auf Anna hängen blieb.
Ihre Augen hatten sich getroffen!
Entsetzt schlug Lisa ihre Augenlider nieder. Es war nur für einen Augenblick gewesen, doch als sie sie wieder öffnete, stand Anna nackt vor ihr. Neue Bilder, nein, vergessene, verdrängte Bilder durchfluteten Annas Gedanken. Bilder aus ihrer gemeinsamen Jugend: Zärtlich berührt hatten sie einander, wissbegierig ihre keimenden Brüste bewundert, ihre Finger in die Scheide der anderen gesteckt, bevor sie, unwissend was kommen würde, gemeinsam zu ihrem ersten Orgasmus gelangten. Diese Metapher, die vergessen schien, war mit einmal und einer immensen Wucht aus der Versenkung hervorgerufen worden und hatte Anna dazu getrieben, augenblicklich ihre Hand auf Lisas Brust zu legen.
Ein Sinnesreiz der Lust. Wie ein Blitz fuhr er in ihren Leib, ohne ihn je verlassen zu wollen. Es war eine egoistische, aber zugleich mitteilsame Begierde, die in ihrem Körper brodelte, den sie nun wie in Trance an Lisas Körper schmiegte.

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