Carolina Cold Fury-Team: Garrett

Ori­gi­nal­ti­tel: Gar­rett: A Cold Fury Ho­ckey Novel
Über­set­zer: Oli­ver Hoff­mann

Er­schie­nen: 12/2023
Serie: Ca­ro­li­na Cold Fu­ry-Team
Teil der Serie: 2

Genre: Con­tem­pora­ry Ro­mance, Sport Ro­mance

Lo­ca­ti­on: USA, Ca­ro­li­na, Ral­eigh


Er­hält­lich als:
pa­per­back & ebook

ISBN:
Print: 978-3-86495-652-2
ebook: 978-3-86495-653-9

Preis:
Print: 16,90 €[D]
ebook: 6,99 €[D]

Er­hält­lich bei u.a.:

und allen gän­gi­gen On­line­händ­lern und im Buch­han­del

Carolina Cold Fury-Team: Garrett


In­halts­an­ga­be

Gar­rett Sa­mu­el­son, Star­spie­ler des Ca­ro­li­na Cold Fury Eis­ho­ckey-Teams, will nichts aus­las­sen. Egal, ob er Eis­ho­ckey spielt, mit Freun­den ab­hängt oder mit einem neuen hei­ßen Date am Arm über den roten Tep­pich läuft, er ge­nießt das Leben in vol­len Zügen. Oli­via Case ist genau sein Typ: selbst­be­wusst, sexy, klug ... seine nächs­te Af­fä­re. Aber je mehr er ihr nach­stellt, desto mehr gibt Gar­rett eine Seite von sich preis, die an­de­re Frau­en nor­ma­ler­wei­se nicht zu sehen be­kom­men.

Oli­via hat ein Ge­heim­nis. Wäh­rend Gar­rett nur für sei­nen nächs­ten Ner­ven­kit­zel lebt, ist Oli­via nicht si­cher, ob sie den nächs­ten Tag er­le­ben darf. Sie be­fin­det sich wegen einer schwe­ren Er­kran­kung in Be­hand­lung und hat ei­gent­lich keine Zeit für eine lo­cke­re Be­zie­hung - schon gar nicht mit einem sünd­haft hei­ßen Frau­en­hel­den, der kein Nein als Ant­wort gel­ten lässt. Doch mit einer un­ge­wis­sen Zu­kunft vor Augen be­schließt Oli­via, dass es an der Zeit ist, die ei­ge­nen Re­geln zu bre­chen.

Als sie den wah­ren Gar­rett ken­nen­lernt, kann Oli­via nicht an­ders, als sich in ihn zu ver­lie­ben ... Hals über Kopf zu ver­lie­ben. Oli­via will nicht, dass Gar­rett sich ihr ge­gen­über ver­ant­wort­lich oder gar ver­pflich­tet fühlt und kann nicht glau­ben, dass der ehe­ma­li­ge Play­boy be­reit ist, sich für eine kran­ke und mög­li­cher­wei­se ster­ben­de Frau zu än­dern.

Die Wahr­heit zu ent­hül­len, würde be­deu­ten, alles zu ris­kie­ren - aber du kannst nicht punk­ten, ohne harte Schlä­ge ein­zu­ste­cken.

Die New York Times-Best­sel­ler­au­to­rin Sa­wy­er Ben­nett be­tritt die Eis­flä­che mit die­ser emo­tio­na­len Ge­schich­te über einen Play­boy-Sport­ler, des­sen Er­folgs­weg zu einer schö­nen Frau führt, die alles zu ver­lie­ren hat.

Über die Au­to­rin

Seit ihrem De­büt­ro­man im Jahr 2013 hat Sa­wy­er Ben­nett zahl­rei­che Bü­cher von New Adult bis Ero­tic Ro­mance ver­öf­fent­licht und es wie­der­holt auf die Best­sel­ler­lis­ten der New York Times und USA Today ge­schafft.
Sa­wy­er nutzt ihre Er­fah­run­gen als ehe­ma­li­ge Straf­ver­tei­di­ge­rin in...

Wei­te­re Teile der Ca­ro­li­na Cold Fu­ry-Team Serie

Le­se­pro­be

Oli­via

Das Klop­fen an mei­ner Woh­nungs­tür lässt mich auf­schre­cken, und ich bin er­leich­tert, dass es mich aus mei­nen Er­in­ne­run­gen an das, was heute pas­siert ist, reißt. Ich freue mich dar­auf, Gar­rett zu sehen, denn ich hoffe, er lässt mich wie bei den ers­ten bei­den Malen ver­ges­sen, dass ich krank bin. Ein letz­ter Blick in den Spie­gel – die Frau, die mich an­sieht, wirkt nicht, als hätte sie Krebs, und ich fühle mich ganz gut … ir­gend­wie. Ich meine, ab­ge­se­hen von einer ge­wis­sen Mü­dig­keit, die mich hier und da über­fällt, ein paar nächt­li­chen Schweiß­aus­brü­chen und einem Lymph­kno­ten im Hals, der leicht ge­schwol­len...

...​ist, geht es mir kör­per­lich gut.
Für den Au­gen­blick.
Aber wie lange noch?
Ich lege schnell das sil­ber­ne Arm­band an, das mir meine Mut­ter letz­tes Jahr zu Weih­nach­ten ge­schenkt hat, und ver­las­se mein Schlaf­zim­mer. Meine Woh­nung ist ein kom­pak­tes Zwei­zim­mer­apart­ment, aber es bie­tet mehr als genug Platz für mich, und ich habe es mit be­que­men Mö­beln, hel­len Kunst­wer­ken und meh­re­ren Topf­pflan­zen aus­ge­stat­tet.
Ich atme tief durch, öffne die Tür und sehe einen fast zwei Meter gro­ßen, gut­aus­se­hen­den Eis­ho­ckey­spie­ler, der mich an­starrt. Mit einer Hand stützt er sich an den Tür­stock, die an­de­re steckt läs­sig in der Vor­der­ta­sche sei­ner Jeans. Er trägt ein schwar­zes Har­ley-Da­vid­son-T-Shirt, und ich sehe eine Tä­to­wie­rung, die wie eine Amsel aus­sieht, auf der Un­ter­sei­te des Arms, den er über den Kopf ge­ho­ben hat.
„Keine Zöpfe“, sagt er ent­täuscht, wäh­rend sein Blick mich mus­tert. „Aber das T-Shirt ge­fällt mir sehr“, fügt er hinzu, wäh­rend er den Schrift­zug auf mei­ner Brust liest. „Bitte sag mir, dass du wirk­lich Irin bist.“
Ich lache und trete einen Schritt zu­rück, um ihn in meine Woh­nung zu las­sen, damit ich meine Hand­ta­sche holen kann. „Ich habe viel­leicht ein paar iri­sche Vor­fah­ren.“
„Gott sei Dank für klei­ne Wun­der“, lacht er, und für einen kur­zen, ver­rück­ten und schil­lern­den Au­gen­blick wün­sche ich mir, er würde mich hier und jetzt küs­sen. Er tut es nicht, son­dern lässt sei­nen Blick über meine Woh­nung schwei­fen.
„Deine Woh­nung ist wirk­lich schön. Ich mag all die Pflan­zen, die du hast.“
„Ich habe einen grü­nen Dau­men, also dach­te ich mir, ich könn­te das Beste dar­aus ma­chen“, ent­geg­ne ich, wäh­rend ich mir meine Ta­sche um­hän­ge.
„Hey!“ Gar­rett kommt auf mich zu und be­trach­tet mein Hand­ge­lenk. Er nimmt meine Hand, hebt mei­nen Arm hoch und be­trach­tet das sil­ber­ne Arm­band, das ich ge­ra­de erst an­ge­legt habe. „Woher hast du das denn? Es ist wun­der­schön.“
„Meine Mut­ter hat es für mich ge­macht. Sie ent­wirft Schmuck in ihrer Frei­zeit, wenn sie nicht ge­ra­de ar­bei­tet“, er­zäh­le ich und star­re auf die sil­ber­nen Glie­der mit den zar­ten Ran­ken und Blät­tern, an denen klei­ne lila Trau­ben hän­gen.
„Meine Schwes­ter würde sich über so etwas freu­en. Kann ich eins von dei­ner Mut­ter kau­fen?“
Lä­chelnd stre­cke ich einen Fin­ger aus und fahre damit sanft über eines der Glie­der. „Das ist ein Uni­kat, aber ich bin si­cher, sie kann etwas Ähn­li­ches an­fer­ti­gen.“
„Was macht deine Mut­ter außer Schmuck zu ent­wer­fen?“
Ich lache leise. „Sie ist eine Mas­sa­ge­the­ra­peu­tin. Zu­min­dest im Au­gen­blick. Sie wech­selt ihre Be­ru­fe wie die Jah­res­zei­ten.“
Gar­rett lä­chelt und dreht meine Hand in sei­ner, um den Rest des Arm­bands zu sehen, zuckt aber zu­sam­men, als er mein Hand­ge­lenk sieht.
„Mein Gott, Oli­via. Was ist denn da pas­siert?“, fragt er, wäh­rend er auf den tief­vio­let­ten, münz­gro­ßen Blut­er­guss starrt. Er sieht ab­scheu­lich aus, und es ist mir pein­lich, dass er ihn ge­se­hen hat.
Vor­sich­tig löse ich meine Hand aus sei­ner, drehe mein Hand­ge­lenk weg und ant­wor­te: „Ich bin nur mit dem Was­ser­hahn im Bad zu­sam­men­ge­sto­ßen. Ist nicht wei­ter schlimm. Tut nicht mal weh.“
„Das sieht aber aus, als würde es höl­lisch weh­tun. Ich hatte auch schon sol­che blau­en Fle­cken, nach­dem ich einen Schlag­schuss ab­be­kom­men habe, und ich kann dir sagen, die tun höl­lisch weh.“
Dr. Yoff­man hat heute an­ge­merkt, ich be­kä­me leicht blaue Fle­cken. Er un­ter­such­te den dunk­len Fleck an mei­nem Hand­ge­lenk und einen wei­te­ren an mei­ner Hüfte, wo ich mich prak­tisch nur an der Ecke mei­ner Kom­mo­de ge­sto­ßen hatte. Yoff­man sagte, er habe den Ver­dacht, dass ich an­ämisch sei, aber die Blut­un­ter­su­chung würde das zei­gen.
„Es tut nicht weh“, be­har­re ich, wäh­rend ich zur Tür gehe. Als ich sie er­rei­che, grei­fe ich nach dem Knauf und drehe mich zu Gar­rett um. „Sieht nur un­schön aus. Also, was steht auf dem Pro­gramm?“
Gar­rett folgt mir, tritt dann wirk­lich dicht an mich heran und drückt mich mit dem Rü­cken gegen die Tür, bis ich ge­zwun­gen bin, den Tür­knauf los­zu­las­sen, und meine Schul­ter­blät­ter das kühle Holz be­rüh­ren. Er sperrt mich ein, indem er die Hand­flä­chen neben mei­nen Kopf stützt und auf mich her­un­ter­schaut. „Nun … du hast ge­sagt, du magst schmut­zi­ge Witze, da dach­te ich, wir könn­ten uns eine Come­dy­show an­se­hen, wenn dir das recht ist.“
Ich kann mir ein Grin­sen nicht ver­knei­fen. „Klingt toll. Ich war noch nie in einer.“
„Aus­ge­zeich­net“, sagt er, wäh­rend sein Blick auf meine Lip­pen fällt. „Aber ich denke, wir soll­ten das Date rich­tig be­gin­nen, meinst du nicht?“
„Oh, ja?“, frage ich hei­ser und mein Kör­per spannt sich vor Er­war­tung an. „Was hast du dir denn vor­ge­stellt?“
„Ich denke, wir soll­ten dei­nen iri­schen Wur­zeln Tri­but zol­len“, brummt er, wäh­rend er sich nä­hert und seine Lip­pen knapp über mei­nen schwe­ben.
„Die haben sich in letz­ter Zeit ver­nach­läs­sigt ge­fühlt“, stim­me ich flüs­ternd zu und fahre mir mit der Zunge über die Un­ter­lip­pe, die be­reits vor Vor­freu­de krib­belt.
Gar­rett presst den Mund auf mei­nen und ich öffne lang­sam die Lip­pen. Er schmeckt nach Zimt und Minze, und ich zö­ge­re keine Se­kun­de und schie­be die Zunge in sei­nen Mund, um seine zu strei­cheln. So­fort lege ich die Hände um sei­nen Hals, und mit einem leich­ten Grol­len in der Brust um­schlingt er meine Tail­le, um mich an sich zu zie­hen. Er küsst mich innig … ero­tisch, und das Blut pocht in mei­nem Kopf. Un­se­re Zun­gen spie­len mit­ein­an­der, und ich muss um die Kon­trol­le über mei­nen Kör­per kämp­fen, um mich nicht hef­tig gegen ihn zu pres­sen. Un­se­re Köpfe nei­gen sich un­will­kür­lich zu­ein­an­der, um mehr Kon­takt zu er­mög­li­chen … mehr Ein­drin­gen.
Mund, Lip­pen, Zähne, Zunge. Ich grei­fe in sein Haar, er gräbt die Fin­ger in meine Tail­le. O mein Gott, was für ein Kuss, und plötz­lich möch­te ich ihn ins Schlaf­zim­mer zer­ren und ver­lan­gen, dass er wei­ter­macht. Im Au­gen­blick schei­nen alle Pre­dig­ten Stevies von vor­hin eine ver­dammt gute Idee zu sein.
Be­dau­ernd zieht Gar­rett sich mit einem Seuf­zer zu­rück, aber nicht ohne mir in die Un­ter­lip­pe zu bei­ßen. Er packt sie mit den Zäh­nen, stöhnt leise, so­dass meine feuch­te Haut vi­briert, und lässt sie dann los. An­ge­neh­me Na­del­sti­che hu­schen über den Be­reich, den er ge­ra­de noch zwi­schen den Zäh­nen hatte, und ich lasse wi­der­wil­lig sein Haar los.
Gar­rett tritt einen Schritt zu­rück, sein Ge­sicht ist ge­rö­tet, sein Blick brennt, und ich wette, ein Spie­gel würde zei­gen, dass ich auch so aus­se­he.
„Das war … ähm …“, setze ich an, doch dann feh­len mir die Worte, denn ich weiß nicht, wie ich die­sen Kuss be­schrei­ben soll. So etwas habe ich noch nie ge­fühlt und ganz si­cher habe ich noch nie ein Date auf diese Weise be­gon­nen.
„Ja“, stimmt er mit einem Lä­cheln zu. „Ich freue mich jetzt schon dar­auf, das wie­der zu tun.“
Ich weiß nicht, was mich dazu treibt. Viel­leicht ist es die End­lich­keit mei­nes Le­bens oder die Tat­sa­che, dass Stevie einen schreck­li­chen Ein­fluss auf mich hat, aber ich plat­ze her­aus: „Oder viel­leicht mehr.“
Gar­retts Blick ver­än­dert sich in­ner­halb einer Na­no­se­kun­de von heiß zu glü­hend. Er starrt mich einen Au­gen­blick lang an, dann tritt er näher. Mein Herz fühlt sich an, als würde es ex­plo­die­ren, als er sagt: „Ich werde dir alles geben, was du willst. Du musst nur da­nach fra­gen.“
Bleibt also die Frage … werde ich ihn bit­ten, mir am Ende des Dates nur einen Kuss zu geben, oder werde ich ihn bit­ten, über Nacht zu blei­ben?

Gar­rett

Es ist ein stän­di­ger Kampf, und ver­flucht … er ist mir noch nie so schwer­ge­fal­len.
Ich hatte Mühe, nicht mit einem Dau­er­stän­der her­um­zu­ren­nen und meine Hände bei mir zu be­hal­ten.
Die ganze Nacht habe ich mit mir selbst ge­kämpft und mei­nem Kör­per streng ge­sagt, er solle sich ver­dammt noch mal be­herr­schen.
Prak­tisch un­mög­lich, wenn ich in der Ge­sell­schaft der, wie ich jetzt fest­stel­le, hei­ßes­ten Frau bin, die ich je im Leben ge­se­hen habe. Ich fühle mich ein­deu­tig kör­per­lich zu ihr hin­ge­zo­gen. Das war mir von dem Mo­ment an klar, als ich sie auf der Party ge­se­hen habe. Mein ers­ter Ge­dan­ke – denn hey, ich bin ein Kerl – war, dass ich sie die ganze Nacht lang fi­cken woll­te.
Jetzt denke ich ein biss­chen an­ders und habe das Ge­fühl, dass eine Nacht viel­leicht nicht reicht. Ich habe bis­her nur ihren Erd­beer-Lip­g­loss ge­schmeckt, als wir uns küss­ten, aber ir­gend­et­was sagt mir, dass ein Mal nicht genug sein wird.
Nicht mit so einer Frau.
Einer Frau, die wäh­rend der Come­dy­show, die wir be­such­ten, so sehr ge­lacht hat, dass ihr die Luft weg­blieb, und die sogar ein­mal so laut schnaub­te, dass der Co­me­di­an sie dar­auf an­sprach. Sie hat sich ge­krümmt vor La­chen und so hys­te­risch ge­wie­hert, dass ich Angst hatte, sie würde sich in die Hose ma­chen.
Einer Frau, die einem Ob­dach­lo­sen einen Fünf­dol­lar­schein in die schrun­di­ge Hand ge­steckt hat, an dem wir auf der Stra­ße vor­bei­ka­men, als wir den Come­dy Club ver­lie­ßen.
Einer Frau, die sich dann sanft bei mir un­ter­ge­hakt hat, als wir durch die In­nen­stadt von Ral­eigh lie­fen, auf der Suche nach einer ru­hi­gen Bar, in der wir etwas trin­ken konn­ten.
Und schon gar nicht mit der Frau, die mir jetzt ge­gen­über­sitzt, wäh­rend wir an un­se­ren Bie­ren nip­pen, und die auf­merk­sam jedem Wort zu­hört, das ich sage. Die klare und manch­mal wit­zi­ge Kom­men­ta­re ab­gibt und so süß lacht, dass ich glau­be, sie wäre mit Zu­cker über­zo­gen und in Honig ge­taucht.
Ja … es war den gan­zen Abend über schwie­rig, sie nicht ein­fach zu um­ar­men und zu sehen, ob ich den un­fass­li­chen Kuss vom An­fang des Dates wie­der­ho­len kann. Ein Teil von mir möch­te den Abend jetzt be­en­den, nur damit ich sie heim­brin­gen und einen Gu­te-Nacht-Kuss er­gat­tern kann. Aber der über­wie­gen­de Teil von mir will nicht, dass die­ser Abend jetzt schon endet. Ich möch­te hier in die­ser Bar sit­zen und mich wei­ter mit ihr un­ter­hal­ten, bis die Sonne auf­geht, denn zum ers­ten Mal in mei­nem Leben ge­nie­ße ich die Ge­sell­schaft mei­nes Dates.
Es ist sehr un­wahr­schein­lich, dass ich in ihrem Bett lan­den werde, und ehr­lich ge­sagt ist das im Au­gen­blick auch nicht mein Ziel. Es ist ein sehn­li­cher Wunsch … aber kein Ziel. Das wich­tigs­te Er­eig­nis, das wahr­schein­lich ein­tre­ten wird, ist, dass ich mich von ihr vor ihrer Woh­nungs­tür ver­ab­schie­den werde, wahr­schein­lich nach einem hei­ßen Kuss, und dabei werde ich sie wie­der um ein Date bit­ten.
Ja, das ist ein ex­trem gro­ßes Er­eig­nis, denn Mr One-Night-Stand wird um ein zwei­tes Date bit­ten, und ich bin ver­dammt ner­vös, weil ich nicht weiß, ob das, was ich ihr heute Abend von mir ge­zeigt habe, dazu führt, dass sie mich wie­der­se­hen will. Ich bin es ge­wohnt, eine Frau zu einem guten Essen ein­zu­la­den und den Abend mit einem oder zwei Or­gas­men ab­zu­schlie­ßen. Manch­mal blei­be ich sogar die ganze Nacht, um noch ein biss­chen zu ku­scheln, ein biss­chen im Bett zu reden und viel­leicht sogar noch einen Or­gas­mus zu haben. Aber dann bin ich weg und sie ist ver­ges­sen. Ich mache mir keine Il­lu­sio­nen … ich bin si­cher, dass ich ge­nau­so schnell ver­ges­sen bin, denn Frau­en wol­len mehr, als ich zu bie­ten habe, und wenn ich sie hin­ter mir ge­las­sen habe, sind sie si­cher bald wie­der auf der Suche nach dem Mann, der ihnen geben kann, was sie wirk­lich brau­chen.
Oli­via dreht ihr zar­tes Hand­ge­lenk und schaut auf ihre Uhr. „Es ist schon spät. Wir soll­ten für heute Schluss ma­chen.“
Nein, möch­te ich sie an­schrei­en, aber ich läch­le und nicke ihr zu. „Ja … ich habe mor­gen früh Mann­schafts­trai­ning und dann ein Team-Work­out.“
Oli­via steht auf und ich tue es ihr gleich. Sie hängt sich ihre Hand­ta­sche über die Schul­ter. „Trai­nierst du jeden Tag?“
Ich stre­cke die Hand aus und nehme ihre, und es wird mir warm ums Herz, als sie wie selbst­ver­ständ­lich die Fin­ger mit mei­nen ver­schränkt. „Ja, diese und die nächs­te Woche, dazu ein paar Trai­nings­spie­le. Dann haben wir noch ein paar Vor­be­rei­tungs­spie­le, ehe die re­gu­lä­re Sai­son be­ginnt.“
„Bist du auf­ge­regt?“, fragt sie, als ich sie durch die Bar ins Freie führe.
„Ja“, ant­wor­te ich schmun­zelnd. „Ich hasse die Som­mer­pau­se. Ich kann es kaum er­war­ten, wie­der im Wett­be­werb zu ste­hen. Das ist wie eine Droge.“
„Ich liebe die Lei­den­schaft in dei­ner Stim­me, wenn du über Eis­ho­ckey sprichst“, sin­niert sie, wäh­rend wir Rich­tung Park­haus gehen. „Man merkt, wie viel es dir be­deu­tet.“
Ihre Worte be­rüh­ren mich zu­tiefst … die An­er­ken­nung, die sie mei­ner Liebe zum Sport zollt. Die meis­ten Leute den­ken, es ginge Pro­fi­sport­lern nur ums Geld, und um ganz ehr­lich zu sein … man ver­dient ver­dammt gut, und mein Sport­ler­ge­halt er­nährt mich und meine Fa­mi­lie auf eine Weise, wie es keine an­de­re Kar­rie­re könn­te. Aber das ist nicht der Grund, warum ich Eis­ho­ckey spie­le. Ich tue es für den Sieg, für den Ner­ven­kit­zel, für die Fans und für meine Mann­schafts­ka­me­ra­den. Es gibt kein grö­ße­res Hoch­ge­fühl – nicht ein­mal der ex­plo­sivs­te Or­gas­mus könn­te je mit dem Ge­fühl mit­hal­ten, wenn meine Mann­schaft ein Spiel ge­winnt.
Es gibt nichts Bes­se­res.
„Was ist deine Lei­den­schaft?“, er­kun­di­ge ich mich, als wir das Park­haus be­tre­ten und die Trep­pe in den drit­ten Stock neh­men. Ich ver­lang­sa­me mei­nen lang­bei­ni­gen Schritt ein wenig, denn Oli­via scheint nicht mit­hal­ten zu kön­nen.
„Ich liebe mei­nen Beruf. Es ist nicht das, was ich mir vor­ge­stellt habe, als ich aus dem Col­le­ge kam, aber trotz­dem. Ich liebe meine Freun­de. Es ist ein klei­ner Kreis, aber ohne sie wäre ich nichts, und meine Mut­ter liegt mir sehr am Her­zen. Wir ste­hen ein­an­der sehr nahe, aber sie lebt in Ore­gon, und ich sehe sie nicht so oft, wie ich gerne würde.“
„Was ist mit dei­nem Vater?“, hake ich nach, als wir die zwei­te Etage er­rei­chen.
„Keine Ah­nung, wo er ist. Er ist eine Art Frei­geist … wan­dert durchs Land. Meine El­tern haben sich vor ei­ni­gen Jah­ren ge­trennt.“
„Aber sie haben sich nicht schei­den las­sen?“
Oli­via lacht. „Ähm … weil sie nicht ver­hei­ra­tet sind. Die bei­den glau­ben nicht an die Ehe. Sie sind beide so etwas wie un­rei­fe Hip­pies, die auf freie Liebe und viel Gras schwö­ren.“
„Machst du Witze?“, frage ich er­staunt. Meine El­tern sind seit fast drei­ßig Jah­ren glück­lich ver­hei­ra­tet, und ob­wohl ich mein Play­boy-Da­sein in vol­len Zügen ge­nie­ße, glau­be ich, dass ich tief im In­ne­ren die Un­ver­letz­lich­keit der Ehe immer re­spek­tiert habe. Ich bin nicht si­cher, ob ich selbst je hei­ra­ten werde, aber vor­stel­len könn­te ich es mir.
Oli­via lacht und hält dann kurz inne, um tief durch­zu­at­men. „Kein Scherz, und meine Mut­ter ist eine Wucht. Sie trägt diese flie­ßen­den Kaf­ta­ne und flicht sich fri­sche Blu­men ins Haar, hört den gan­zen Tag The Mamas and the Papas und redet ver­träumt über freie Liebe.“
La­chend sage ich: „Aber deine Mut­ter ist doch gar nicht aus die­ser Ge­ne­ra­ti­on. Sie ist so jung, dass sie De­pe­che Mode hören soll­te, wäh­rend sie Schul­ter­pols­ter und Stul­pen trägt.“
„Du rennst of­fe­ne Türen ein“, ant­wor­tet Oli­via, nach­dem sie wie­der zu Atem ge­kom­men ist.
„Du scheinst ein wenig außer Atem zu sein“, necke ich sie. „Viel­leicht hät­ten wir den Fahr­stuhl neh­men sol­len.“
Sie klopft mir nicht ge­ra­de sanft auf den Arm und er­wi­dert: „Nicht alle von uns kön­nen Welt­klas­se-Ath­le­ten sein. Aber es geht mir gut.“
Sie macht einen Schritt auf die nächs­te Trep­pe zu, aber ich beuge mich hin­un­ter und nehme sie in die Arme. Oli­via stößt einen er­stick­ten Schrei aus, aber ich bin hoch­er­freut, als sie die Arme um mei­nen Hals schlingt.
„Wie wäre es, wenn ich dich ein Stück trage?“ Eine mei­ner Hände ruht ganz nah an ihrer Brust und die an­de­re be­rührt ihr Bein knapp un­ter­halb des Saums ihrer Shorts. Das Ge­fühl ihrer Haut an mei­nen Fin­ger­spit­zen ist er­staun­lich, und ich be­we­ge die Fin­ger ein wenig, um sie enger an mich zu drü­cken.
Oli­via lacht und ent­geg­net: „Wie rit­ter­lich.“
Ich jogge die ver­blei­ben­den Stu­fen hin­auf, und als ich die obers­te Trep­pe er­rei­che, setze ich sie sanft ab. Ihr Kör­per glei­tet an mei­nem ent­lang, und ich er­schau­de­re fast, so elek­tri­sie­rend ist die­ses Ge­fühl.
Oli­via holt tief Luft, legt die Hände auf meine Brust und sieht durch ihre dich­ten Wim­pern zu mir auf. „Danke für den Trans­port.“
„Je­der­zeit“, murm­le ich zu­rück und hebe un­will­kür­lich die Hand, um an ihrem Kinn ent­lang­zu­strei­chen.
Ich be­ob­ach­te fas­zi­niert, wie sie die Augen schließt und ein win­zi­ges Lä­cheln diese vol­len Lip­pen um­spielt. So­fort beuge ich mich hin­un­ter und strei­che mit mei­nem Mund über ihren, der sich auf der Stel­le öff­net.
Ich lasse die Fin­ger zu ihrem Hin­ter­kopf glei­ten, um­fas­se ihn und ziehe ihr Ge­sicht nach vorn, bis un­se­re Lip­pen sich tref­fen. Ein lei­ses Stöh­nen der Zu­stim­mung ent­fährt Oli­via, und das ist alles, was ich brau­che, um meine Zunge in ihren Mund zu schie­ben, damit ich sie so küs­sen kann, wie ich es mir den gan­zen Abend vor­ge­stellt habe.
Gott … bes­ser als vor­hin, denn sie schmiegt sich an mei­nen Kör­per, presst ihre wei­chen Kur­ven an mich, und ich kann den Blut­strom in meine Len­den nicht mehr zu­rück­hal­ten. Wäh­rend eine Hand ihren Kopf fest im Griff hält, wan­dert meine an­de­re zu ihrem un­te­ren Rü­cken, wo ich meine Fin­ger in das Fleisch am Po­an­satz drü­cke, um sie näher an mich her­an­zu­zie­hen.
So­fort durch­fährt mich sie­dend heiße Lust, als sie sich gegen mei­nen Schwanz presst, und ich stöh­ne in ihren Mund. Sie ver­schlingt mein Stöh­nen, lieb­kost mit ihrer Zunge wild meine. Als sie ihre Hüf­ten gegen mich presst, wer­den meine Knie weich und ich muss sie fest durch­drü­cken.
Das Ge­räusch von Füßen, die die Trep­pe her­auf­stamp­fen, dringt in mein Ge­hirn ein, und just als eine Grup­pe von Leu­ten um den un­te­ren Trep­pen­ab­satz kommt und in un­se­re Rich­tung läuft, löse ich meine Lip­pen von Oli­vi­as.
Ich lasse aber nicht von ihr ab, son­dern ziehe sie näher an mich heran, wäh­rend wir von der Tür weg­ge­hen und die Leute vor­bei­las­sen. Oli­vi­as Brust drückt sich an mich, und ihr schnel­les Heben und Sen­ken lässt mich wis­sen, dass sie von die­sem zwei­ten, noch in­ten­si­ve­ren Kuss ge­nau­so er­regt ist wie ich.
Als die Leute vor­bei­ge­hen, höre ich je­man­den flüs­tern: „Hei­li­ge Schei­ße … das ist Gar­rett Sa­mu­el­son.“
Oli­via senkt die Stirn auf meine Brust und lacht leise und ich küsse sie schnell auf den Kopf.
„Komm“, murm­le ich und drü­cke die Lip­pen auf ihr wei­ches Haar. „Ich brin­ge dich nach Hause.“
Oli­via nickt und zieht sich von mir zu­rück, lässt die Hand sin­ken, um meine wie­der zu neh­men. Sie schenkt mir ein zitt­ri­ges Lä­cheln, und ich weiß, dass das, das ich ihr als Ant­wort schen­ke, vol­ler Un­si­cher­heit ist.
Denn wie soll das wei­ter­ge­hen, ver­dammt?
Vor Oli­vi­as Woh­nung halte ich an und schal­te den Motor aus. Die Stil­le ist oh­ren­be­täu­bend im Ver­gleich zu un­se­rem Ge­plän­kel auf der Fahrt von Ral­eigh zu­rück nach Cha­pel Hill. Eine lo­cke­re, leich­te Un­ter­hal­tung, weil wir auf kei­nen Fall über den Kuss spre­chen woll­ten. Die ner­vö­se An­span­nung zwi­schen uns ist spür­bar.
Ich habe mehr über Oli­vi­as Mut­ter Ma­rya­na er­fah­ren, sie scheint ein wah­res Pracht­stück zu sein. Oli­via sagte, ihre Mut­ter sei eine Tag­träu­me­rin und lebe die Hälf­te der Zeit im La-La-Land, aber sie sei die beste Mut­ter der Welt. Ihre Stim­me klang weh­mü­tig, als sie über sie sprach, und ein biss­chen trau­rig … Ich nehme an, das liegt daran, dass sie sie ver­misst.
Sie frag­te mich nach mei­ner Fa­mi­lie, und es ist nicht schwer, über sie zu spre­chen, denn ich ver­mis­se sie auch sehr. Ich stam­me aus einer klei­nen Stadt in der Nähe von Min­nea­po­lis. Meine El­tern, Randy und Jes­si­ca Sa­mu­el­son, ver­kör­pern alles, was den Mitt­le­ren Wes­ten aus­macht. Sie sind freund­lich, offen und legen Wert auf tra­di­tio­nel­le Fa­mi­li­en­wer­te. Da­heim gab es jeden Abend ein tol­les Fa­mi­li­en­es­sen, weil meine Mut­ter Haus­frau und eine her­vor­ra­gen­de Kö­chin war und gut mit Geld um­ge­hen konn­te. Mein Vater er­zähl­te uns alles über sei­nen Ar­beits­tag in einer Fa­brik, die klei­ne Au­to­tei­le her­stell­te, und meine Ge­schwis­ter und ich be­rich­te­ten von un­se­rem Schul­tag. Wir hat­ten nicht viel, aber das schien nie eine große Rolle zu spie­len.
„Wir sind da“, sage ich zö­gernd und lege die Hand auf den Tür­griff, völ­lig un­si­cher, wo wir ste­hen.
„Ja“, stimmt sie leise zu.
Ich stei­ge aus und gehe ums Auto herum, um die Tür zu öff­nen. Sie streckt ein lan­ges nack­tes Bein her­aus und ich schlu­cke schwer. Bil­der von mir, wie ich mit der Zunge über ihre glat­te Haut strei­che, über­fal­len mich, und ich schütt­le den Kopf. Als ich ihr meine Hand an­bie­te, nimmt sie sie und lässt sich von mir aus dem Wagen hel­fen. Ich schlie­ße die Tür und wir gehen die Trep­pe zu ihrer Woh­nung hin­auf.
Sie lässt mich kurz los, um in ihrer Hand­ta­sche nach dem Schlüs­sel zu kra­men. Nach­dem sie die Tür ge­öff­net hat, wen­det sie sich mir zu und fragt: „Willst du auf eine Tasse Kaf­fee oder so rein­kom­men?“
Zu mei­ner Über­ra­schung sage ich: „Ich soll­te bes­ser gehen. Ich habe, wie ge­sagt, mor­gen früh Trai­ning …“
Oli­via stürzt sich auf mich, ihre bei­den Hände um­fas­sen mein Ge­sicht. Sie stellt sich auf die Ze­hen­spit­zen und zieht mich gleich­zei­tig zu sich her­un­ter. Ihre Lip­pen tref­fen feu­rig auf meine, und ich hebe die Hände, um mei­ner­seits ihr Ge­sicht zu um­fas­sen.
Der Kuss ist wie ein Blitz, der mich von innen her­aus er­leuch­tet, und mein gan­zer Kör­per ver­krampft sich vor Be­gier­de nach die­ser Frau. Ich schie­be sie zu­rück in ihre Woh­nung, wobei sich un­se­re Hände nur noch ver­zwei­fel­ter an­ein­an­der­klam­mern. Als wir durch die Tür sind, trete ich sie zu, drehe Oli­via zu mir herum und stoße sie da­ge­gen. Dort­hin, wo unser ers­ter Kuss be­gon­nen hat.
Ich löse mei­nen Mund von ihrem, neige den Kopf und lasse meine Lip­pen über ihr Kinn und dann hin­un­ter zu ihrem Hals glei­ten. Sie er­bebt und ich stöh­ne wegen ihrer Re­ak­ti­on.
So un­sag­bar heiß.

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