Das purpurne Hemdchen

Er­schie­nen: 06/2017

Genre: Con­tem­pora­ry Ro­mance
Zu­sätz­lich: Va­nil­la

Lo­ca­ti­on: Ham­burg


Er­hält­lich als:
pa­per­back & ebook

ISBN:
Print: 978-3-86495-310-1
ebook: 978-3-86495-311-8

Preis:
Print: 12,90 €[D]
ebook: 6,99 €[D]

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und allen gän­gi­gen On­line­händ­lern und im Buch­han­del

Das purpurne Hemdchen


In­halts­an­ga­be

Ihrer Angst hat Sina den Namen Mi­mo­sen­sumpf­kuh ge­ge­ben und flir­ten­den Män­nern ge­gen­über be­zeich­net sie sich läs­sig lä­chelnd als fri­gi­de, um sie wir­kungs­voll ab­zu­schre­cken. Auch sonst zeigt sie sich cool in ihrem neuen Leben in Ham­burg. Nur der eben­so sou­ve­rä­ne wie heiße Fo­to­graf Sam er­kennt die Panik unter ihrer Maske der Selbst­si­cher­heit.

"Fri­gi­di­tät? Das ist meine Lieb­lings­her­aus­for­de­rung", lau­tet seine la­pi­da­re Ant­wort auf ihre Ab­fuhr.

Sein mes­ser­schar­fer Blick, ge­paart mit den vor Ver­gnü­gen zu­cken­den Mund­win­keln, las­sen die Schmet­ter­lin­ge in ihrem Bauch Ach­ter­bahn fah­ren. Er ver­führt sie zu hei­ßem Sex, doch mehr lässt Sina nicht zu. Sie ist sich si­cher, wenn Sam ihre Ver­gan­gen­heit kennt, wird er sie ver­ach­ten, denn pur­pur­ne Reiz­wä­sche reicht nicht, um glück­lich zu wer­den ...

Über die Au­to­rin

Sa­ra-Ma­ria Lukas (alias Sa­bi­ne Bruns) war ge­bür­ti­ge Bre­me­rin und lebte mit ihrem Part­ner und di­ver­sen Vier­bei­nern in einem win­zi­gen Dorf zwi­schen Ham­burg und Bre­men. Die Ver­bun­den­heit zur Natur, sowie die Liebe zum Meer und der nord­deut­schen Le­bens­art be­stimm­ten ihren All­tag...

Wei­te­re Bü­cher der Au­to­rin

Le­se­pro­be

XXL-Le­se­pro­be bei Boo­k2­Look

Das Bild vor ihren Augen und ihre Re­ak­ti­on kom­men wie ein plötz­li­cher glei­ßen­der Blitz, im wahrs­ten Sinne des Wor­tes aus dem Nichts.
Da ist die­ser Typ, der, halb auf der Stra­ße ste­hend, ge­beugt fo­to­gra­fiert, und das Auto, das sich von hin­ten nä­hert und di­rekt auf ihn zu­rast.
„Vor­sicht!” Sina greift mit der frei­en Hand zu, ohne zu über­le­gen. Sie er­wischt ihn am Ober­arm und sein El­len­bo­gen schleu­dert seit­lich gegen ihre Rip­pen. Sie ver­liert das Gleich­ge­wicht und fällt rück­wärts. Un­mit­tel­bar dar­auf folgt ein leich­ter Remp­ler eines Pas­san­ten von der an­de­ren Seite, wo­durch sie halb ge­dreht nach...

...​vorn ge­sto­ßen wird. Sie lan­det mit der Brust auf einem mus­ku­lö­sen, fla­chen Bauch und mit der Hand di­rekt auf einer war­men, aus­ge­präg­ten Aus­buch­tung einer Jeans. Alles geht so schnell, dass ihre Re­fle­xe nicht re­agie­ren, sie stößt nicht mal einen Schrei aus. Um sie herum duf­tet es plötz­lich un­glaub­lich mas­ku­lin, sehr herb, viel­leicht nach Holz und Moos, ge­mixt mit einer süß­lich- bit­te­ren Nu­an­ce. Sie saugt die aro­ma­ti­sier­te Luft ein, dreht ir­ri­tiert den Kopf und starrt gegen einen Män­ner­arm in einer di­cken Jeans­ja­cke, der wie ein Pfahl ge­ra­de in Rich­tung Him­mel auf­ragt. Ihr Blick folgt ihm hin­auf, und sie er­kennt in sei­ner Hand eine die­ser teu­ren Spie­gel­re­flex­ka­me­ras, wie Fo­to­gra­fen und Jour­na­lis­ten sie be­nut­zen.
„Fuck”, stößt eine raue, tiefe Stim­me nah an ihrem Ohr aus. Schlag­ar­tig ka­piert Sina, dass sie auf dem Brust­korb des Man­nes liegt, den sie ge­ra­de von der Stra­ße ge­zerrt und der den Arm hoch­ge­ris­sen hat, um die Ka­me­ra vor einem Auf­prall zu schüt­zen. Zu allem Über­fluss fasst ihre Hand in etwas War­mes, Kleb­ri­ges, Di­ckes auf rauem, feuch­tem Jeans­stoff über einem Ding zwi­schen sei­nen Bei­nen, was ist … wieso … WAS?! Jeder Mus­kel in ihrem Kör­per spannt sich au­gen­blick­lich an, und sie stram­pelt plan­los hek­tisch herum, bis der Typ sei­nen Ober­kör­per auf­rich­tet und sie dabei mit an­hebt. Ihre Füße fin­den Halt und sie rap­pelt sich un­ge­lenk auf. Eine Se­kun­de spä­ter steht er auch und sie weicht er­schro­cken einen Schritt zu­rück. Er ist min­des­tens zehn, nein, ge­fühl­te zwan­zig Zen­ti­me­ter grö­ßer als sie und seine Sta­tur wirkt be­ein­dru­ckend kräf­tig. Er ist schlank und seine lan­gen, mus­ku­lö­sen Beine ste­cken in einer aus­geb­li­che­nen Jeans.
„Kannst du nicht auf­pas­sen?”, don­nert seine Stim­me über ihr und ihr Blick zuckt hoch. Sie sieht im Strahl der La­ter­ne nur die Hälf­te sei­nes Ge­sich­tes. Der Rest liegt im Schat­ten. Zu er­ken­nen sind schwar­ze, mi­li­tä­risch kurze Haare, dich­te Au­gen­brau­en und eine miss­mu­tig ge­kraus­te Stirn. In sei­nen dunk­len, be­droh­lich zu­sam­men­ge­zo­ge­nen Augen glit­zert das ge­spie­gel­te Licht der Leucht­re­kla­men. Schma­le Wan­gen und ge­schwun­ge­nen Lip­pen be­to­nen den kräf­ti­gen Un­ter­kie­fer und das aus­ge­präg­te Kinn. Ein Drei­ta­ge­bart und die gro­ben Schat­ten durch den Licht­ein­fall geben dem Ge­sicht einen her­ben, be­droh­li­chen Aus­druck. Seine Ge­stalt wirkt auf Sina be­ängs­ti­gend do­mi­nant und gleich­zei­tig ver­wir­rend an­zie­hend. An­schei­nend er­war­tet er keine Ant­wort, denn er schenkt seine volle Auf­merk­sam­keit sei­ner Ka­me­ra. Nach­dem er sie von allen Sei­ten be­gut­ach­tet und ein paar Knöp­fe ge­drückt hat, knurrt er ein kaum ver­ständ­li­ches „Funk­tio­niert. Glück ge­habt”.
Ihre Wahr­neh­mung wird ab­ge­lenkt. Sie hat wohl in einer un­be­wuss­ten Schreck­be­we­gung die Hand an den Mund ge­legt, aber was klebt da so? Sie dreht die Hand­flä­che und starrt auf glibbe­ri­ge, röt­li­che Soße.
„So eine Schei­ße!”, flucht der Typ, der in die­sem Mo­ment an­schei­nend auch be­merkt, dass etwas Wi­der­li­ches zwi­schen sei­nen Len­den pappt.
„Keine Schei­ße, nur Soße”, rutscht es Sina tro­cken her­aus, die so­eben Curry auf ihren Lip­pen schmeckt und be­greift, dass ihre Hand im Sturz die Cur­ry­wurst auf sei­nem Schwanz zer­quetscht hat. Oh je. Bla­ma­ge in Per­fek­ti­on.
„Nach vorn gu­cken soll hel­fen”, knurrt er ge­nervt, und erst, als Sina auf­fällt, dass er deut­lich an­ge­pisst in ihre Rich­tung starrt, wird ihr klar, dass er sie an­ge­spro­chen hat.
„Wie bitte?”
„Augen auf beim Gehen, Mädel, hat deine Mutti dir das nicht bei­ge­bracht?”
„Ich?” Per­plex starrt sie zu ihm auf.
„Nein, die zehn­tau­send an­de­ren hier.” Er schnaubt tro­cken. „Ja! Du! Wer sonst woll­te mich ge­ra­de über den Hau­fen ren­nen?”
„Ich habe dir das Leben ge­ret­tet, du Spin­ner! Und das da”, sie zeigt auf sei­nen Penis, „war mein Abend­es­sen!” Ihre Stim­me bebt vor Ent­rüs­tung.
„Willst du es ab­schle­cken?”, fragt er süf­fi­sant grin­send.
Au­gen­blick­lich glüht ihr Ge­sicht. Der Mist­kerl grinst immer noch so frech. Er ver­arscht sie! Was bil­det die­ser ar­ro­gan­te Schnö­sel sich ei­gent­lich ein?
„Statt mich hier blöd an­zu­ma­chen, wäre eine Ent­schul­di­gung an­ge­bracht! Wenn ich dich nicht zu­rück­ge­zo­gen hätte, sä­ßest du jetzt im Fahr­stuhl auf dem Weg in die ewi­gen Jagd­grün­de”, faucht sie, ohne über die Worte nach­zu­den­ken, bevor sie sie aus ihrem Mund flut­schen lässt.
Er stutzt. „Wieso das denn?”
„Weil ein Auto dich fast er­wischt hätte, Ar… äh … Blöd­mann.”
Ir­ri­tiert dreht er sich halb und be­trach­tet den Platz, auf dem er ge­stan­den hat, als sie ihn weg­zog. Dann schüt­telt er den Kopf. „Du spinnst. Da kann kein Auto kom­men.”
„Na­tür­lich! Ich hab’s doch ge­se­hen! Meinst du, ich fasse Affen wie dich zum Spaß an?”, keift sie und um­klam­mert ganz au­to­ma­tisch mit der rech­ten Hand die linke Faust, ver­mut­lich weil ihr Un­ter­be­wusst­sein sie davon ab­hal­ten will, auf ihn ein­zu­schla­gen. Viel­leicht ist sie aber auch ein­fach nur furcht­bar ner­vös. Das Ketch­up quillt zwi­schen den Fin­gern her­aus und ver­ur­sacht ein lei­ses Schmat­zen.
Er ver­dreht die Augen, hängt die Ka­me­ra über die Schul­ter, greift mit bei­den Hän­den an ihre Ober­ar­me und dreht sie rup­pig um. „Da! Siehst du das? Das nennt man Ab­sper­rung. Hier fährt kei­ner.”
Ach du Schei­ße. Tat­säch­lich. Aus ihrem Blick­win­kel waren die zwei Pfäh­le und das Bau­stel­len­git­ter wohl nicht zu sehen ge­we­sen. Er hat recht. Er war nicht in Ge­fahr ge­we­sen. Das Auto hätte in jedem Fall einen Bogen ge­macht.
„Oh.”
„Ja, oh”, ahmt er sie iro­nisch nach. „Fuck!”
„Das ist noch lange kein Grund, mich so an­zu­mot­zen. Schließ­lich habe ich es nur gut ge­meint!”
„Du hast fast meine teu­ers­te Ka­me­ra zer­stört und …”, er sieht ge­nervt stöh­nend an sich hinab, „ganz ein­deu­tig meine Hose ver­saut.”
Sina presst vor lau­ter Zorn und Scham die Lip­pen fest auf­ein­an­der. Sie hat sich ge­ra­de bla­miert, okay, ja. Kann pas­sie­ren, oder? Des­we­gen muss die­ser Typ sich nicht wie das ar­ro­gan­tes­te Arsch­loch des Jahr­hun­derts auf­füh­ren.
Sein Blick scheint ihr Ge­sicht zu se­zie­ren und ihr Wut­pe­gel steigt. Der soll sie nicht so an­star­ren!
Als könn­te er ihre Ge­dan­ken lesen und würde sich dar­über amü­sie­ren, ver­zieht sich sein Mund zu einem fre­chen Jungsgrin­sen, wäh­rend er ne­ckisch den Kopf zur Seite neigt.
Von einer Se­kun­de zur an­de­ren ist alle Be­droh­lich­keit aus sei­ner Miene ver­schwun­den, und ohne ir­gend­ei­ne Vor­war­nung jagt ein glü­hend hei­ßer Schau­er durch Sinas Kör­per, di­rekt in ihre Ge­schlechts­or­ga­ne. Sehn­süch­ti­ges Sum­men setzt in ihnen ein. Wie hyp­no­ti­siert starrt sie in die­ses völ­lig ver­wan­del­te Ge­sicht, das plötz­lich eine ma­gi­sche An­zie­hungs­kraft aus­strahlt.
„Du woll­test mich echt ret­ten?”, holt seine Stim­me sie in die Wirk­lich­keit zu­rück.
„Ga­ran­tiert zum letz­ten Mal”, grum­melt sie un­si­cher.
Er zwin­kert. „Bevor du mich er­würgst, nach­dem ich deine Ret­tung über­lebt habe, schla­ge ich vor, wir schlie­ßen einen Waf­fen­still­stand, okay?” Er zieht ein Päck­chen Ta­schen­tü­cher aus der Jacke. „Bitte, be­dien dich.”
Sina schluckt. Das völ­lig un­er­war­te­te Schmet­ter­lings­flat­tern in ihrem Bauch bringt sie aus dem Kon­zept. Seine weich ge­schwun­ge­nen Lip­pen unter der un­wi­der­steh­lich ero­ti­schen Nase zie­hen ihren Blick an wie eine Scho­ko­la­den­sah­ne­tor­te im Schau­fens­ter einer Kon­di­to­rei. Ero­ti­sche Nase? Oh Gott! Was geht in ihrem Kopf vor?
Sie zwingt sich, die Schul­tern nach hin­ten zu drü­cken und das Kinn selbst­be­wusst vor­zu­re­cken. Das elen­de Zit­tern ihrer Fin­ger, als sie nach einem Ta­schen­tuch grei­fen will, kann sie lei­der nicht ver­ber­gen.
Er zieht das Päck­chen zu­rück. „Warte, du hast das Zeug ja über­all kle­ben. So ver­saust du mit einem Griff gleich die ganze Pa­ckung.” Er sieht sich kurz um und schiebt sie zwei Schrit­te nach links, di­rekt unter eine Stra­ßen­la­ter­ne, an der auch ein Müll­korb be­fes­tigt ist. Dann zupft er eins der Pa­pier­tü­cher her­aus und schüt­telt es auf. „Zeig her.”
Ver­wirrt be­ob­ach­tet sie, wie er vor­sich­tig die rote Soße von ihren Fin­gern wischt und das be­schmier­te Ta­schen­tuch weg­schmeißt. Unter der La­ter­ne ist es hell und sie kann alles sehen. Seine Hände sind groß und wir­ken kräf­tig. Seh­nen und Adern zie­hen sich deut­lich struk­tu­riert über die Hand­rü­cken. Win­zi­ge schwar­ze Här­chen be­de­cken die Haut. Er ist einen hal­ben Schritt nä­her­ge­tre­ten und sein un­wi­der­steh­li­cher Duft lullt sie wie­der ein. Was ist das? Ra­sier­was­ser? Män­ner­par­füm? Oder eine Seife?
Ihre Fin­ger sind halb­wegs sau­ber und sie hebt das Ge­sicht. Er lä­chelt. Au­gen­blick­lich glü­hen ihre Wan­gen und trotz­dem muss sie ihn wei­ter an­star­ren. Diese schö­nen Lip­pen. Die­ses Lä­cheln! Es fühlt sich an, als wür­den warme Son­nen­strah­len in ihren Brust­korb ein­drin­gen. Was ist das bloß?
Wäh­rend seine Mund­win­kel amü­siert zu­cken, wan­dert sein Blick ein­deu­tig neu­gie­rig über ihr Ge­sicht. Re­flex­ar­tig will sie zu­rück­tre­ten.
„Warte”, mur­melt er, nimmt ein neues Ta­schen­tuch und hebt die an­de­re Hand. Er schiebt vor­sich­tig ein paar Haar­sträh­nen zu­rück, um ihr Kinn und ihre Wan­gen ab­zu­wi­schen. Sina steht wie zu einer Salz­säu­le er­starrt re­gungs­los da. Seine Fin­ger sind warm und seine Be­we­gun­gen sanft. Ihre Brust­war­zen zie­hen sich zu­sam­men, sie möch­te sich an ihn schmie­gen und … sie wird feucht. Oh Gott! Un­will­kür­lich spannt sie die Ober­schen­kel­mus­keln an und muss sich zwin­gen, nicht die Beine zu­sam­men­zu­knei­fen. Nach­her denkt er noch, sie müss­te drin­gend Pipi ma­chen.
Er senkt die Hände und schmun­zelt mit Blick auf ihren Mund. „Süß. Mit und ohne Ketch­up.” Seine Mimik und die tiefe, raue Stim­me wir­ken amü­siert, aber nicht ge­mein, eher warm­her­zig, fast zärt­lich. Ihr Herz klopft schnel­ler. Mag er sie etwa?
Nein. Sie run­zelt un­zu­frie­den die Stirn. Ver­dammt, wo ist ihr Ver­stand ge­blie­ben? Ist sie denn so ein dum­mes Land­ei, dass sie sich beim ers­ten Lä­cheln eines sexy Typen, dem ga­ran­tiert rei­hen­wei­se Frau­en hin­ter­her­lau­fen, was völ­lig Be­scheu­er­tes ein­bil­det? Der Mist­kerl ver­spot­tet sie doch nur, weil sie ge­ra­de kei­nen in­tel­li­gen­ten, son­dern einen total dümm­li­chen Ge­sichts­aus­druck zur Schau stellt. Das ist die Rea­li­tät! Sie starrt ihn an wie ein pu­ber­tie­ren­der Teen­ager einen Su­per­star. Ver­mut­lich pas­siert es ihm täg­lich, dass Frau­en ihn so an­schmach­ten. So, wie er aus­sieht. Ver­dammt, sie macht sich ge­ra­de so was von lä­cher­lich. Ver­flix­te Ge­fühls­du­se­lei! Ent­schie­den tritt sie einen hal­ben Schritt zu­rück. „Danke.” Ihre Stim­me klingt rau. Auch das noch!
„Gern ge­sche­hen.” Er dreht sich etwas in Rich­tung La­ter­ne und wischt die deut­li­che Pe­nis­aus­buch­tung zwi­schen sei­nen Bei­nen, so gut es geht, sau­ber.
Sie kann nicht auf­hö­ren, genau dort hin­zu­star­ren. Es ist zum Ver­rückt­wer­den. Erst, als er das letz­te Ta­schen­tuch im Müll­ei­mer ent­sorgt und das Ge­sicht wie­der ihr zu­wen­det, er­wacht sie aus die­ser selt­sa­men Tran­ce. Was tut sie? Warum steht sie hier noch rum? Sie soll­te jetzt wirk­lich …
Er zwin­kert. „Lass uns was trin­ken gehen. Ich lade dich ein, weil du mein Leben ret­ten woll­test.”
„Was?” Ver­blüfft glotzt sie zu ihm auf.
Er ver­dreht die Augen. „Das ist keine blöde An­ma­che. Ich schwö­re.”
„Ähm … nein. Ich muss wei­ter. Danke.”
Er ver­zieht das Ge­sicht wie ein Kind, dem das frisch ge­kauf­te Soft­eis aus der Hand ge­rutscht ist. Ha! Das ist der Schön­ling wohl nicht ge­wohnt, dass eine Frau mal Nein sagt. Un­will­kür­lich gluckst Sina und beißt sich schnell auf die Lippe, damit er sie nicht für völ­lig be­scheu­ert hält.
Er guckt wie­der ernst, aber seine Mund­win­kel zu­cken, wäh­rend er sich zu ihr hin­ab­beugt. „Du hast dein Leben für mich ris­kiert und ich war lei­der un­freund­lich, bitte lass mich das aus­mer­zen”, flüs­tert er dicht an ihrem Ohr, als ginge es um ein Staats­ge­heim­nis. Seine Duft­wol­ke hüllt sie kurz ein und in ihrer Klit pu­ckert es auf­dring­lich. Als er sich wie­der­auf­rich­tet, kann sie sich ge­ra­de so davon ab­hal­ten, ihre Nase nach oben zu stre­cken, um den Ge­ruch noch wei­ter ein­zu­sau­gen.
„Ich hab gar nichts für dich ris­kiert”, stößt sie rüder als nötig her­vor.
Er zwin­kert. „Doch, das hast du. Gib mir die Chan­ce, es wie­der­gut­zu­ma­chen. Bitte.”
Sie kann mit der Si­tua­ti­on nicht um­ge­hen. Nur weil ein Typ sie an­lacht, tropft sie ihr Hös­chen voll! Das ist nicht zu fas­sen! Sie muss jetzt un­be­dingt ver­schwin­den, um sich nicht noch schlim­mer zu bla­mie­ren. En­er­gisch drückt sie die Schul­tern nach hin­ten. „Nicht nötig.”
Er lä­chelt, in­ten­siv, ir­gend­wie ma­gisch, und sie kann nicht an­ders als zu­rück­zu­lä­cheln. Ver­flix­te Hor­mo­ne. Flir­tet er etwa mit ihr? Hilfe!
„Ich war ja auch nicht ge­ra­de freund­lich”, er­wi­dert sie has­tig und zwingt sich, den Blick ab­zu­wen­den.
„Umso mehr ein Grund, sich jetzt nett ken­nen­zu­ler­nen. Au­ßer­dem möch­te ich dich un­be­dingt in mei­nem Stu­dio fo­to­gra­fie­ren. Du hast ein fas­zi­nie­ren­des Ge­sicht. Ich bin Sa­mu­el, für Freun­de Sam.”
Ihr Herz klopft hart in der Brust. Nein, das geht nicht. Das ist zu viel.
„Ich kann nicht”, stößt sie etwas zu schrill aus. „Tut mir leid. Ich … ähm … bin ver­ab­re­det.”
„Fuck, jetzt hast du mich falsch ver­stan­den. Kein Por­no­scheiß, dein Ge­sicht! Ich bin ein se­riö­ser Fo­to­graf. Ehr­lich.”
„Nein.” Sie schüt­telt wild den Kopf.
„Lass uns zu­sam­men einen Kaf­fee trin­ken. Bitte. Nur einen Kaf­fee!”
„Viel­leicht ein an­der­mal”, krächzt sie und dreht sich um. „Ich … ich muss jetzt …”
Ihre Füße lau­fen los, ohne das mit ihrem Kopf ab­zu­stim­men.
„Hey! Wie heißt du? Wie finde ich dich? Nun warte doch, ich geb dir we­nigs­tens meine Karte”, ruft er, aber sie kann nicht mehr blei­ben. Ihre Beine ren­nen ein­fach wei­ter. Schnell weg, bloß weg.

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