Contract: Fesseln der Verführung

Erschienen: 12/2014
Serie: Contract
Teil der Serie: 1

Genre: Contemporary Romance
Zusätzlich: Millionärsromanze

Location: USA, New York

Seitenanzahl: 316


Erhältlich als:
paperback & ebook

ISBN:
Print: 978-3-86495-104-6
ebook: 978-3-86495-105-3

Preis:
Print: 12,90 €[D]
ebook: 6,99 €[D]

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Contract: Fesseln der Verführung


Inhaltsangabe

Nicholas Cole bekommt immer das, was er will. Das erfährt die bezaubernde Nia Sterling am eigenen Leib, als sie in einer Notlage ausgerechnet ihn um Hilfe bitten muss. Als Gegenleistung fordert der erfolgsverwöhnte Unternehmer Nias absolute Hingabe und Unterwerfung – und heiratet sie.
Rasch entwickelt Nia immer tiefere Gefühle für Nick, doch seine enge Verbindung zur betörend schönen PR-Expertin Yuno Newman verunsichert sie zutiefst. Wird sie Nick am Ende an diese gefährliche Frau verlieren?
Dunkle Begierden und verzehrende Eifersucht bestimmen von nun an ihr Leben und lassen sie nicht zur Ruhe kommen ...

Über die Autorin

Die Autorin wurde 1977 in einer schwäbischen Kleinstadt geboren und lebt heute glücklich mit Mann und Kind in einem idyllischen Dörfchen nahe der Donau. Lange Jahre arbeitete sie als Erstkraft in der Parfümerie einer Einzelhandelskette. Ein Beruf, den sie für...

Weitere Teile der Contract Serie

Leseprobe

Ich hatte nicht den Hauch einer Ahnung, wie lange ich eingenickt war, aber als ich langsam aus dem Schlaf zurück in die Wirklichkeit fand, spürte ich die Anwesenheit einer weiteren Person im Zimmer. Die tiefen, ruhigen Atemzüge hinter meinem Rücken mussten zu einem Mann gehören und da Greg mich schon früher nie in meinem Zimmer aufgesucht hatte und erst recht nicht abgewartet hätte, bis ich von allein wieder aufwachte, musste ich davon ausgehen, dass mir jemand anderes Löcher in den Rücken starrte.
Bei dieser Vorstellung stellten sich mir die Nackenhaare auf, die Anspannung nahm immer weiter zu, dehnte sich aus,...

...bis mir die Kehle eng wurde. Was zum Teufel sollte ich jetzt machen? So tun, als würde ich noch schlafen und darauf hoffen, dass mein ungebetener Besucher gelangweilt die Flucht ergriff?
„Du kannst dich ruhig umdrehen, Nia. Ich weiß, dass du wach bist.“
Okay, das hätte ich mir doch eigentlich denken können! Zum zweiten Mal an diesem Abend zeichnete ich mich durch übermäßige Naivität aus und das ärgerte mich maßlos.
Wie ein Pfeil schnellte ich nach oben, die Augen wie spitze kleine Dolche auf Nicholas Coles selbstgefälliges Gesicht gerichtet. Eine Frechheit, was er sich erlaubte!
„Ich glaube, ich träume!“, entfuhr es mir ungehalten. Ich musste wohl nicht extra erwähnen, dass diese Aussage nichts Erfreutes an sich hatte.
Er grinste über meinen ungläubigen Kommentar und tat so, als wäre es völlig normal, sich in mein Schlafzimmer zu schleichen und mich wie ein notgeiler Spanner ins Visier zu nehmen. Auf einmal verformten sich seine Lippen zu einem belustigten Schmunzeln, ich folgte seinem Blick und entdeckte, dass sich das Kleid mit den aufreizenden Seitenschlitzen hoffnungslos um meine Oberschenkel verheddert hatte.
„Verdammt …“ Mit beiden Händen zerrte ich den nach oben gerutschten Saum wieder nach unten und musste sein leises Lachen ertragen.
„Hören Sie auf zu lachen, das ist nicht lustig“, schimpfte ich aufgebracht. Noch ein paar Zentimeter höher und er hätte einen wunderbaren Blick auf mein Höschen genießen können. Das Ding verdiente den Namen Unterwäsche eigentlich gar nicht. Es war klein, schwarz und praktisch durchsichtig.
„Meinetwegen brauchen Sie sich nicht so bedeckt zu halten, Ms.Sterling. Mein Schamgefühl ist nicht besonders ausgeprägt.“
„Ach nein, darauf wäre ich von allein nie gekommen“, murmelte ich entnervt und sandte ihm einen bitterbösen Blick quer durchs Zimmer. „Tun Sie mir bitte einen Gefallen und erlösen Sie mich von Ihrer unerträglichen Anwesenheit.“
Er zuckte nicht mal zusammen, als ich mich so deutlich äußerte.
„Warum so abweisend, Nia? Ich finde Ihre Gesellschaft ziemlich …“, er lachte glucksend in sich hinein, ehe er den Satz beendete, „… anregend.“
Sofort starrte ich auf den Punkt zwischen seinen Beinen, doch er hielt seine Hände zu einem Trichter geformt direkt davor und versperrte mir die Sicht. Wie unpraktisch. Trotzdem löste allein die Vermutung, er könnte erregt sein, eine Flut unanständiger Gedanken in mir aus. Verzweifelt versuchte ich, das Gespräch in eine weniger schlüpfrige Richtung zu lenken.
„Was haben Sie hier drin zu suchen? Ich kann mich nicht erinnern, Sie eingeladen zu haben oder habt ihr Kanadier eine andere Vorstellung von Anstand?“
Anstatt zu antworten, stellte er mir einfach eine Gegenfrage. „Hast du gewusst, dass dein Mund leicht geöffnet ist, wenn du schläfst? Das wirkt äußert anregend auf einen Mann, der dich begehrt.“ Er atmete hörbar ein, eine helle Flamme loderte in seinen Augen, als er sich ein klein wenig nach vorn beugte und seine Unterarme auf seinen Schenkeln abstützte.
Ich war so perplex, dass es mich nicht mal störte, dass er mich auf einmal duzte. Ich sparte mir eine Rüge. Über die üblichen Förmlichkeiten waren wir ohnehin längst hinaus. Ein wohliger Schauer überlief mich, als er weitersprach. „Manche Männer würden töten, um von diesen süßen Lippen zu kosten. Ich träume jede Nacht von ihnen. Willst du wissen was?“
Sein sinnlicher Mund verzog sich zu einem erfahrenen Lächeln und ich atmete scharf ein, als er sich plötzlich zurücklehnte. Durch die nun freie Sicht sah ich überdeutlich die sich abzeichnende Erektion unter seiner Hose. Oh mein Gott, der Anblick konnte eine sexuell ausgehungerte Frau schon in Ekstase versetzen, dabei wollte ich unter gar keinen Umständen Sex mit ihm, aber wenn er so dasaß und mir das Werkzeug dazu so verführerisch präsentierte, wie sollte man da nicht schwach werden?
Ich brauchte einen Moment, um mich zu sammeln, um meine lüsternen Fantasien niederzukämpfen. Furchtbar schwer, solange sein forschender Blick meinen Verstand lahmlegte, als könnte er jeden meiner Gedanken lesen, jedes Gefühl in mir nachempfinden. In seiner Gegenwart fühlte ich mich gläsern, leicht durchschaubar.
„Ich will nichts von Ihren dreckigen Gedanken hören. Sie sollten jetzt gehen, denn tun Sie es nicht, dann …“
„Was passiert dann? Zeigst du mich dann wegen Belästigung an?“
Auch wenn er dieses Mal nicht so offen grinste wie sonst, konnte ich das Lächeln heraushören. Beleidigt verschränkte ich die Arme vor der Brust. Er nahm mich überhaupt nicht ernst.
„Vielleicht tue ich das tatsächlich, damit Sie endlich kapieren, was mit Männern geschieht, die ein Nein nicht akzeptieren können.“
Nick blieb angesichts dieser Drohung völlig gelassen. Er seufzte, als hätte er es mit einem ungeduldigen Kind zu tun und nicht mit einer erwachsenen Frau. Um ehrlich zu sein, fühlte ich mich gerade nicht sehr selbstbewusst, eher schüchtern. Ich spielte die Spröde ja nur, denn in Wahrheit wäre ich ihm liebend gern auf den Schoß gehüpft.
In Momenten wie diesen empfand ich beinahe Dankbarkeit Gray gegenüber. Sein mieses Verhalten und die unschönen Folgen schützten mich effektiv vor Schürzenjägern wie Nicholas Cole. Ich tappte nicht mehr blauäugig in ihre Arme, war vorsichtiger geworden und nahm es billigend in Kauf, dass meine Unnahbarkeit auch Männer traf, die es sogar ehrlich mit mir meinten. Hauptsache, ich wurde nicht mehr verletzt, und was Nicholas Cole anging, konnte ich nicht vorsichtig genug sein. Mit ihm zu schlafen, würde mich sicher in andere Sphären katapultieren und gleichzeitig meiner Psyche den Rest geben, sobald er mir den Laufpass gab.
Ich hatte geradezu panische Angst davor, was das mit meinem Herzen anstellen würde, sollte ich so unvorsichtig sein und ihn an mich heranlassen. Diese Panik beherrschte jeden meiner Gedanken und Nicholas merkte sofort, dass er bei mir nicht weiterkam. Ein scharfer Ton schlich sich in seinen nächsten Satz, nicht unfreundlich, aber bissig genug, um mir Unbehagen zu bereiten, weil ich nicht auf seine drängenden Fragen antworten wollte.
„Wieso kämpfst du so gegen mich an, Nia? Ist das für dich so was wie ein Vorspiel?“, mutmaßte er. „Törnt es dich an, mich zappeln zu lassen“, fuhr er fort und strich sich nachdenklich übers Kinn, „oder willst du mich mit dieser Hinhaltetaktik richtig geil auf dich machen?“
Ein knappes Lächeln beherrschte für einen Moment sein ausdrucksvolles Mienenspiel, seine Augen verdunkelten sich sichtbar. „Glaub mir, Liebes, das ist reine Zeitverschwendung. Ich kann seit unserer ersten Begegnung nur noch daran denken, dich zu besitzen. Ich brauche wirklich keine zusätzliche Motivation mehr.“
Meine Kehle zog sich zusammen, ich konnte kaum noch atmen. Besitzen. Natürlich. Er gab sich nicht mit simplem Sex zufrieden, er wollte mich ganz und gar vereinnahmen. Hatte er mich nicht mal ganz uncharmant als Trophäe betitelt?
Eigentlich überraschten mich seine Motive nicht. Nick besaß die Mentalität und Entschlusskraft eines Eroberers, er strebte rücksichtlos danach, alles zu vereinnahmen, was er begehrte, und war gleichzeitig freigiebig genug, um seine schamlosen Wünsche und Gedanken mit mir zu teilen. Aber er gewährte nur oberflächliche Intimität, rein aufs Körperliche bezogen. Gefühlsmäßig hielt er immer einen gewissen Abstand, als hätte er Angst davor, ich könnte ansonsten zu tief in seine Seele hineinschauen. Und die war rabenschwarz, teuflisch und sooo sexy …
Nur in einem Punkt konnte er mich nicht täuschen und das war das Einzige, was mich noch davor bewahrte, mich seiner berechnenden Lust hinzugeben. Männer wie er benutzten Frauen rein zu ihrem Vergnügen, danach warfen sie sie weg wie einen Gebrauchsgegenstand und widmeten sich den wirklich wichtigen Dingen. Oder dem, was sie als wichtig erachteten.
„Sie denken nur ans Ficken, Cole“, klagte ich grob und verzog missbilligend den Mund, weil er keine Skrupel hatte, das zuzugeben.
„Was ist so schlimm daran? Wenn beide damit einverstanden sind, gibt es nichts Schöneres.“
Prinzipiell teilte ich seine Meinung, nur konnte ich das nicht zugeben, ohne ihm zusätzliche Munition in die Hand zu drücken. „Das ist wirklich erbärmlich. Denken Sie nicht, dass es zwischen Mann und Frau mehr geben sollte als rein körperliche Anziehung?“
Weil du dich ja auf rein geistiger Ebene zu ihm hingezogen fühlst …
„Ich bitte dich, du willst mir doch nicht ernsthaft erzählen, du hättest jeden Mann geliebt, mit dem du im Bett warst. Ehrlich gesagt verstehe ich nicht, warum du mich so verurteilst. Es stimmt, ich will mit dir schlafen und spreche es ganz offen und ehrlich aus.“ Eine steile Falte bildete sich über seiner Nasenwurzel, was seine wachsende Ungeduld deutlich machte. „Spiel hier bitte nicht die prüde Jungfrau. Warum gibst du nicht einfach zu, dass du scharf auf mich bist. Damit wäre uns beiden geholfen.“
Er war ja so was von eingebildet! In seinem Denken schien die Möglichkeit, dass ich ihn nicht wollte, gar nicht zu existieren.
„Sie überschätzen Ihre Anziehungskraft, Mr. Cole.“
„Ich glaube eher, du hast Angst, deinen Gefühlen nachzugeben“, konterte er umgehend. „Dabei könnten wir eine Menge Spaß miteinander haben.“
„Wollen Sie etwa andeuten, sobald ich mit Ihnen geschlafen habe, wäre ich Sie endlich los?“, spöttelte ich und tat überrascht. Wieder zeigte er dieses unwillige Stirnrunzeln und ich gewann mein Selbstbewusstsein zurück. Selbst wenn ich eigentlich keine Chance hatte, ihm verbal das Heft aus der Hand zu nehmen, bestärke mich sein irritierter Gesichtsausdruck darin, ihm weiter Kontra zu geben. Ich spitzte ein wenig die Lippen und tat ich so, als würde ich angestrengt überlegen. „Hm, also ich muss zugeben, die Vorstellung, Sie nie wieder in meiner Nähe ertragen zu müssen, wäre mir dieses Opfer beinahe wert.“
Würde er jetzt entnervt aufgeben und sich bei seiner fiesen PR-Expertin ausheulen? Natürlich nicht. Ein wenig ernüchtert musste ich sein unverfrorenes Grinsen ertragen.
„Du kannst ganz schön austeilen, wenn man dich reizt, Liebes. Das gefällt mir“, antwortete er erheitert. Anstatt sich wie ein geprügelter Hund zurückzuziehen, genoss er unseren Schlagabtausch, und langsam dämmerte mir, dass es ein fataler Fehler gewesen war, diesen Mann auch nur für eine Sekunde zu unterschätzen. Seine Reaktionen blieben nach wie vor unberechenbar, er selbst stellte sich in einem Maße als besitzergreifend heraus, dass es fast schon an Kontrollsucht grenzte.
Gleichzeitig gab es keinen aufregenderen Mann auf der Welt, jede Minute in seiner Gesellschaft versetzte meinen Körper in Hochstimmung, ich fühlte mich lebendig und kostbar, weil er so viel Zeit darauf verwendete, mich ins Bett zu kriegen. Wie viele Frauen vor mir – abgesehen von Yuno Newman selbstverständlich – hatten es geschafft, so viel Raum in seinem Leben einzunehmen? Machte mich das nicht automatisch zu etwas Besonderem?
Halt, was denkst du denn da? Alarmiert begriff ich, auf was für gefährlichem Terrain ich mich gerade bewegte, ohne es beeinflussen zu können.
„Du siehst aus, als würdest du am liebsten davonlaufen, dabei könnten wir einander so guttun“, raunte er mir vom Sessel aus zu. Mit leicht gespreizten Beinen saß er da, ein lockendes Lächeln auf seinem feingeschnittenen Mund. Der Typ war die pure Verführung und in meinem Kopf formte sich ein betörend erotisches Bild. Ich wollte, dass er aufstand, zu mir ans Bett trat und mich an meinen Fußknöcheln zu sich heranzog, um es mir dann mit dem Mund zu besorgen. Beinahe jede Nacht wurde ich von solchen Träumen geplagt, ich wachte oft schweißgebadet auf, keuchend, bis zur Unerträglichkeit erregt, weil er mich selbst im Schlaf heimsuchte.
„Mir reichts jetzt“, stieß ich hervor und meinte damit mich selbst und meine total wechselnden Stimmungen. In der einen Sekunde wollte ich ihn loswerden, in der nächsten sehnte ich mich danach, von ihm genommen zu werden.
Da ich mich in meiner sitzenden Position eindeutig im Nachteil befand, schwang ich die Beine über den Bettrand und stand schwungvoll auf. Gleich darauf musste ich feststellen, wie wenig sich die Mischung aus Champagner und Schmerzmittel vertrug, auch mein kleines Nickerchen vorhin hatte die Wirkung nicht komplett aufgehoben und mir wurde schwarz vor Augen. Das ganze Zimmer drehte sich, das Geräusch meiner eigenen schweren Atemzüge, die sich mühsam aus meinen Lungen herauspressten, wurde von dem Dröhnen in meinen Ohren übertönt. Schwankend griff ich ins Leere, um nicht zu fallen, als sich kräftige Finger um meine Oberarme schlossen und mich davor bewahrten. Nick hatte sich blitzschnell an meine Seite begeben und stand dicht vor mir.
„Sachte, sachte …“ Er lachte leise. „Ich weiß ja, dass ich umwerfend bin, aber du brauchst nicht gleich zu Boden zu gehen.“
Mir war schlecht, der einzige Grund, warum ich ihm für diese arrogante Bemerkung keine Ohrfeige verpasste. „Sehr witzig, Mr. Cole, selten so gelacht.“ Diesen sarkastischen Kommentar brachte ich noch über die Lippen, bevor das flaue Gefühl in meinem Bauch wieder stärker wurde. Ich kam mir vor wie ein praller Luftballon, aus dem langsam die Luft entwich, solange, bis nichts mehr übrig blieb außer einem schlabbrigen Etwas. Ein Scheißgefühl!
„Kannst du wieder allein stehen?“
Seine autoritäre Stimme jagte mir einen köstlichen Schauer über den Rücken. Selbst wenn meine ganze Welt Kopf stand und sich alles um mich drehte, schaffte er es, jeden meiner Sinne zu reizen. Dieser Mann würde noch mein Untergang sein. Ganz bestimmt.
„Es geht schon wieder“, behauptete ich mehr oder weniger zuversichtlich. Prompt sackten mir die Knie weg. „Ja, das sehe ich“, erwiderte er trocken und zog mich dichter an seine Brust. Ich klammerte mich an ihn, brauchte seinen Halt und seine Fürsorge und wartete, das Gesicht in sein Hemd gedrückt, auf das Nachlassen des Schwindelgefühls.
Nicholas kommentierte das zur Abwechslung mal nicht, wofür ich ihm wirklich dankbar war. Gleichzeitig versuchte ich zu verdrängen, wie verdammt wohl ich mich in seinen Armen fühlte. Besänftigt von meiner plötzlichen Nachgiebigkeit strich er mir immer wieder übers Haar, der herrlich frische Duft seines Aftershaves kitzelte meine Nase. Er roch so verdammt gut, ich wollte mehr davon, viel mehr, und dass ich sozusagen in den Armen meines Feindes lag, ignorierte ich ganz einfach.
„So ist es gut. Atme tief durch, dann gehts dir gleich besser.“
Seine Obhut löste Dinge in mir aus, die nichts mit körperlicher Begierde zu tun hatten. Seufzend kuschelte ich mich näher an ihn heran und war froh, dass der Schwindelanfall mir eine so praktische Ausrede bot, um ihm nahe zu sein.
Nur für ein paar Sekunden …
Die dehnten sich aus, weil ich nicht genug davon bekommen konnte, seinen durchtrainierten Körper an meinem zu fühlen. Seine Finger lösten sich von meinen Armen, glitten abwärts und legten sich auf meine Hüften. Diese besitzergreifende Geste ging mir unter die Haut, ich wurde mit jeder Sekunde empfänglicher für die sexuellen Signale, die er permanent aussandte. Nick umfasste vorsichtig mein Kinn und schob es nach oben, bis ich ihm in die berückend schönen Augen schauen konnte. Sie ruhten auf meinen Mund. Hungrig, entschlossen.
Er will mich küssen …
Aufregung erfasste mich. Wollte ich das auch?
Natürlich willst du es, du möchtest noch ganz andere Sachen mit ihm anstellen.
Unruhig leckte ich mir über die Lippen, obwohl diese Geste eine einzige Provokation für ihn sein musste. Und tatsächlich, er sog scharf die Luft in die Lungen, ein Laut, der mir direkt in den Unterleib fuhr. „Ich würde dich jetzt gerne küssen“, murmelte er leise. Seine Finger berührten spielerisch meine Kehle, ich bog ohne das geringste Zeichen von Gegenwehr den Hals zurück, um die Zärtlichkeit voll zu genießen, und fragte mich bang, wann und wo mich meine Selbstbeherrschung im Stich gelassen hatte.
Ich schloss meine Augen, um der zügellosen Wildheit seines Blickes zu entgehen. Gleich, gleich würde er mich küssen und ich würde es zulassen. Oh Gott …
„Wieso schließt du die Augen? Hast du Angst vor mir?“
Sofort suchte ich wieder den Augenkontakt, ich schüttelte den Kopf. „Nein, ich habe keine Angst.“
Furcht war sicher nicht der Hauptbeweggrund, weshalb ich davor zurückscheute, ihm meinen Körper zu schenken. Außer der Angst, wieder belogen und betrogen zu werden, weckte Nicholas Cole auch eine längst verloren geglaubte Seite in mir. Diejenige, die noch an Romantik und die große Liebe glaubte, dabei gab es niemanden auf der Welt, der weniger geeignet schien. Nick wollte Sex, er wollte Spaß … und das alles nur für einen begrenzten Zeitraum.
„Schau mich bitte an, Nia.“
Gehorsam hob ich meinen Kopf. Seine Augen glänzten wie geschmolzener Stahl, unfassbar schön, tiefgründig und doch von bodenloser Tiefe. Als würden sie mit mir sprechen, mich mit erotischen Versprechungen anlocken. Alles in mir streckte sich Nick sehnsüchtig entgegen.
„Verrätst du mir, was dir gerade durch den Kopf geht?“
Seine neugierige Frage brachte mich in Erklärungsnot und wie immer, wenn ich nicht wusste, was ich tun oder sagen sollte, wurde ich unnötig ruppig.
„Dass du mir mit deinen ständigen Annäherungsversuchen tierisch auf die Nerven gehst.“
Er packte mich am Nacken und schob sein Gesicht dicht vor meines. „Du wirst mich nicht los, indem du mich beleidigst, Nia. Ich will dich und ich werde dich bekommen. Verlass dich darauf.“
Mir ging der Arsch auf Grundeis. Nick wirkte dermaßen entschlossen, dass mir nun doch ein wenig mulmig wurde. „Du setzt dich einfach über meine Wünsche hinweg. Denkst du nicht, ich würde mit dir schlafen, wenn ich es wirklich wollte? Warum kannst du ein Nein nicht akzeptieren?“
„Weil ich spüre, dass du dir etwas vormachst. Du willst mich und ich werde diese verdammte Mauer, die du um dich hochgezogen hast, einfach einreißen und dir beweisen, dass du nichts zu verlieren hast. Ich bin gut im Bett, Nia. Du würdest keine Sekunde davon bereuen.“
Wie hypnotisiert lauschte ich seinen Worten, saugte sie förmlich auf und genoss das Gefühl seiner weichen Lippen, die hin und wieder über meine strichen. „Ich will fühlen, wie du vor Lust zerspringst, wenn ich in dir bin“, raunte er leidenschaftlich. „Ich muss einfach wissen, wie es sich anfühlt, wenn du kommst, und ich schwöre dir, ich werde niemals Ruhe geben, bevor ich es herausgefunden habe. Niemals, hörst du …“
Wow. Das war eine klare Ansage. Schamlos. Die reinste Gehirnwäsche. Ein unglaubliches Schwächegefühl lähmte meine Muskeln, sonst hätte ich ihn bestimmt daran gehindert, mit seiner Hand zwischen unsere Körper zu gleiten und sie auf meinem Bauch abzulegen. Mein Körper spannte sich reflexartig an, in meinen Lenden zuckte es unkontrolliert. Mein eigener Körper entwickelte sich zu meinem größten Feind.
„Das ist ein hübscher Anhänger, den du da trägst. Woher hast du ihn?“, fragte er unvermittelt.
Der abrupte Themenwechsel verwirrte mich. Die schlichte Kette, die zwischen meinen Brüsten ruhte, war ein Geschenk meiner Mutter gewesen, ich nahm sie niemals ab, noch nicht einmal beim Duschen. Nick berührte mit seiner anderen Hand zart die Oberfläche mit einer Fingerkuppe, ganz sanft und vorsichtig.
„Meine Mutter hat mir den Anhänger geschenkt, nur wenige Wochen vor ihrem Tod.“
Er schien ehrliches Mitgefühl für mich zu empfinden. „Das tut mir sehr leid für dich, Nia. Es ist immer schlimm, einen Menschen zu verlieren, der einem viel bedeutet.“
Das war nicht nur eine tröstende Phrase, die er da zum Besten gab. Ich wurde das Gefühl nicht los, dass er ziemlich gut nachfühlen konnte, wie beschissen es einem in so einer Situation ging. Wen hatte er verloren?
„Sie starb bei einem Autounfall“, erzählte ich weiter, obwohl er gar nicht danach gefragt hatte. Ich spürte aber, dass er es gerne wissen wollte, und aus irgendeinem Grund hatte ich das Bedürfnis, ihm davon zu erzählen. Ich spulte die Ereignisse rund um den Unfall ab, als wäre es der Mitschnitt eines Tonbands, um ja keine Emotionen aufkommen zu lassen. „Ein Wagen hat versucht, einen LKW zu überholen, doch er hat es nicht mehr rechtzeitig auf seine Fahrbahn geschafft. Mom ist ihm ausgewichen und dabei ist sie mit dem Wagen von der Straße abgekommen. Der Kerl lebt, sie ist tot. Ende der Geschichte.“
Ich konnte nicht verhindern, dass meine Stimme beim letzten Teil bebte. Ihr Tod war so unendlich sinnlos gewesen. Vermeidbar. Hätte der Mann sein Zuhause nur nicht zu spät verlassen, hätte er es nicht so eilig gehabt, noch rechtzeitig seinen Termin wahrzunehmen …
Nicks Hand legte sich zart auf meine Wange und ich hob meinen Blick zu seinem empor. Seine Miene zeigte Betroffenheit, Mitgefühl. Er war also doch kein gewissenloses Monster, sondern besaß ein Herz. „Es tut mir leid, dass du deine Mutter verloren hast. Das war bestimmt hart für dich und deine Schwester.“
Oh Gott, ich spürte, wie ich anfing, mich ihm zu öffnen.
„Was ist denn mit deinen Eltern. Leben sie noch?“, fragte ich, um von mir abzulenken.
„Meine Familie ist nicht wichtig“, wehrte er entschieden ab und wich meinem Blick aus.
Oha, da hatte ich wohl in das berühmte Wespennest gestochen. Es war sicher kein Zufall, dass über sein Privatleben nur das Nötigste bekannt war. Seine Frauengeschichten in der Klatschpresse waren in meinen Augen schon eher Imagepflege, um ihm den Ruf eines Mannes zu verleihen, der zwar Sex mochte, aber bitte keine Beziehung. Doch den privaten, den echten Nicholas Cole kannte keiner und ich würde ihn sicher auch nicht kennenlernen. Ich war nur die nächste auf seiner „Die-möchte-ich-gerne-ficken“-Liste. Aber hatten wir nicht alle unsere Geheimnisse, eine Achillesferse, die wir niemandem anvertrauen wollten?
Ich vermutete, dass er seine Familie verloren hatte. Möglicherweise sogar schon als Jugendlicher, was auch sein privates und finanzielles Engagement für Safe Our Childs erklären würde. Auch dort wurden laut dem Internetauftritt der Organisation viele Kinder und Jugendliche betreut, die nur einen oder sogar gar keinen Elternteil mehr hatten.
„Lass uns nicht mehr über die Vergangenheit reden, Nia. Manchmal muss man sie vergessen und an schönere Dinge denken.“
Die reife Sinnlichkeit seiner Stimme ließ mich bis in die Zehenspitzen erbeben.
„Was denn für Dinge?“, fragte ich ohne nachzudenken. Die Faszination, die ich seit dem ersten Moment für ihn empfunden hatte, packte mich erneut mit all meinen Sinnen und ich ließ zu, dass er seinen Finger leicht in den Spalt zwischen meinen Brüsten schob.
„Ich werde es dir zeigen …“ Leidenschaftlich presste er die Lippen auf meine Stirn. Ich wehrte ihn nicht ab, kein Nein kam über meine Lippen, sondern nur ein erstickter Laut, als ich ein Wimmern unterdrückte.
„Kannst du fühlen, wie sehr ich dich will, Nia?“, flüsterte er mir zu. Seine Hände umfassten nun besitzergreifend meinen Hintern, seine Finger pressten sich tief in mein Fleisch und hoben mich seiner mächtigen Erektion entgegen, die sich erregend hart an mein Zentrum schmiegte. „Bitte hör auf damit …“, bat ich ohne großen Nachdruck. Dieser Mann machte mich ganz schwach und unterwürfig.
„Ich kann nicht aufhören, Nia. Ich muss dich einfach haben.“ Seine Stimme klang ganz rau vor unterdrückter Begierde. „Was kann ich tun, damit du mir vertraust?“
„Ich werde dir niemals vertrauen“, versicherte ich im Brustton der Überzeugung, zumindest was das anging, war ich mich sicher. Sein ungeduldiges Seufzen empfand ich schon fast als Genugtuung. Wann hatte sich dieser Mann das letzte Mal anstrengen müssen, um eine Frau zu kriegen? Bestimmt erinnerte er sich nicht einmal daran. Jetzt musste ich mich nur noch selbst davon überzeugen, wie dumm es wäre, sich auf ihn einzulassen, und nicht daran zu denken, wie leidenschaftlich der Sex mit ihm wäre.
Schweißtreibend bis zur Erschöpfung, schmutzig und ohne Tabus. Er würde alles von mir fordern, mich an meine körperlichen Grenzen führen und mich tiefer befriedigen als jeder Mann zuvor. Sollte ich es wagen und wenigstens ein einziges Mal meine Lust und damit sein Ego zu befriedigen? Laut Yuno ging es ihm um nichts anderes.
„Ist deine Freundin nicht eifersüchtig, wenn du dich im Schlafzimmer einer anderen Frau aufhältst?“
Mokant hob er eine Augenbraue. „Freundin? Da weißt du aber mehr als ich.“
„Ich spreche von deiner Public-Relations-Expertin“, erklärte ich unbeirrt. „Willst du allen Ernstes behaupten, du hättest rein beruflich mit ihr zu tun?“
Sofort verschloss sich seine Miene, das Thema war ihm sichtlich unangenehm. „Nun?“, hakte ich hartnäckig nach. Nicks Körper straffte sich, als müsste er sich gegen etwas wappnen. „Ich kenne sie schon sehr lange. Mit uns beiden hat sie nichts zu tun.“
Was für eine aussagekräftige Antwort. Genau wie Yuno wich auch er einer eindeutigen Stellungnahme aus, und dass ich nicht herausfinden konnte, in welcher Weise die beiden verbandelt waren, störte mich gewaltig. Allerdings nicht so sehr wie die Tatsache, dass ich tatsächlich eifersüchtig war. Allein die Vorstellung, wie er sich mit ihr auf seidenen Laken wälzte, verursachte mir Magenschmerzen.
„Ist das alles, was du dazu zu sagen hast?“, warf ich ungläubig ein.
„Ich weiß nicht, was du gehört hast, aber du solltest nichts auf Gerüchte geben. Abgesehen davon werde ich mit dir nicht über Yuno sprechen. Und das ist mein letztes Wort in der Angelegenheit.“
So ein eingebildeter Affe! Stinkwütend setzte ich dazu an, ihm ordentlich meine Meinung zu sagen, doch ich unterschätzte Nicks Reaktionsschnelligkeit. Er küsste mich einfach, bevor auch nur ein Wort über meine Lippen kommen konnte. Hart, kompromisslos, voller Leidenschaft. Zuerst hielt ich meinen Mund fest geschlossen, doch als er anfing, verführerisch meine Unterlippe zu liebkosen, konnte ich gar nicht anders, als mich von der feuchten Hitze seines Mundes erobern zu lassen.
Er stieß mit den Hüften gegen meine, ich stöhnte auf. Eine Nachlässigkeit, die er sofort ausnutzte, indem er mit der samtigen Länge seiner Zunge in mich eindrang. Sein erotischer Überfall bescherte mir weiche Knie, gierig glitten meine Hände unter sein Jackett, spürten die wahnsinnige Hitze, die sein Körper ausstrahlte.
Sein Mund löste sich von meinem. „Warte …“, raunte er drängend und schüttelte sich ungeduldig die Jacke von den breiten Schultern. Ohne auch nur eine Sekunde darüber nachzudenken, was ich da eigentlich machte, legte ich aufstöhnend eine Hand an seinen Nacken und stellte mich wie eine Primaballerina auf die Zehenspitzen, um seinen Mund wieder zurück auf meinen zu ziehen. Ich war wie entfesselt, wollte ihm einfach nur nahe sein und spürte beglückt, wie sich seine Arme um meinen Körper wanden. Sein Kuss wurde intensiver, feuchter, erregender. Ich merkte kaum, dass wir auf mein Bett zutaumelten, erst als meine Kniekehlen Widerstand spürten und ich einen Augenblick später auf der weichen Matratze landete, registrierte ich erschrocken, in was für eine Lage ich mich da hineinmanövriert hatte.
Schweratmend lag er über mir, sein Daumen zog gemächliche Kreise um meinen steifen Nippel, der sich steil unter meinem Kleid abzeichnete. „Ich bin so verdammt scharf auf dich, du hast keine Ahnung wie sehr.“
Mein Brustkorb bewegte sich schnell auf und ab. Innerhalb weniger Sekunden hatte er meine Mauern überwunden und nun lag ich unter ihm, von einem Gefühl blanker Lust erfüllt. Seine klaren Augen fixierten mich, er senkte den Kopf und tupfte eine Reihe heißer Küsse auf meinen Hals. Nun verlor ich endgültig jeden Bezug zur Wirklichkeit.
Ich bog mich ihm sehnend entgegen und spürte, wie er meinen Kopf mit sanfter Gewalt nach hinten zwang. Seine langen Finger lagen beherrschend auf meiner Kehle, ehe sie liebkosend abwärts fuhren, direkt auf mein Dekolleté zu. Sein Mund fand in der Zwischenzeit die kleine Mulde unter meinem Hals.
„Du bist so empfindsam“, murmelte er und wanderte weiter zu meinem Ohrläppchen, das er sanft zwischen seinen Zähnen einklemmte. Das sanfte Nagen erregte mich unerträglich, ich hob suchend die Hüften und rieb mich an seiner Erektion. Noch nie war es einem Mann gelungen, eine so alles verzehrende Lust in mir zu wecken, nicht mal Gray hatte das geschafft, und kaum ließ ich den Gedanken an ihn zu, erfasste mich Panik. Mit ihm hatte es auch so anfangen. Die gleiche Faszination, ein ähnlich starkes körperliches Begehren und am Ende hatte ich mich verliebt.
Unterdessen glitt Nicks Hand an meinem nackten Schenkel entlang und mein erster Impuls, ihn abzuwehren, ließ sofort wieder nach. Das fühlte sich so unglaublich gut an.
„So weich …“
Sein heiseres Raunen hüllte mich ein, ich zerfloss förmlich vor Wonne, was meinen Verstand endgültig aushebelte. „Ich würde dich am liebsten beißen“, ergänzte er und dann machte er seine süße Drohung einfach wahr. Ich hinderte ihn nicht daran und zuckte lustvoll zusammen, als er seine weißen Zähne scharf und fest in meine helle Haut grub. Sein Biss tat überhaupt nicht weh, er löste nur die intensivste Erregung in mir aus, die ich jemals empfunden hatte.
„Sag meinen Namen, ich will hören, wie du ihn aussprichst.“
Tu es nicht, gib ihm nicht noch mehr Macht über dich …
Seine Hand unter meinem Kleid schloss sich fest um die glatte Rundung meines Hinterns. Ich fühlte den Druck seiner Finger überdeutlich und konnte mich nur schwer davon abhalten, sie weiter nach vorn zu schieben. Direkt auf meine bebende Pussy, die sich im Inneren so verdammt leer anfühlte. Unser Zusammensein entwickelte sich langsam zur reinsten Folter. Schon ein paar Liebkosungen reichten aus, um mir zu wünschen, er würde mir einfach den Slip zerreißen, um mich dort zu berühren, wo ich ihn am dringendsten brauchte.
„Sag … meinen … Namen“, befahl er erneut und klang dabei so angestrengt, dass ich seine Stimme kaum wiedererkannte. Dass er mich so sehr begehrte, rührte etwas in mir an, das ich nicht mehr kontrollieren konnte. Ich schrie seinen Namen heraus, es glich einer Befreiung. „Nick, oh Gott …“
„Oh ja, genau so, Liebes“, ächzte er und endlich folgte er meinem unausgesprochenen Wunsch und umfasste meinen Schamhügel. Mit dem Daumen streichelte er bedächtig über die feine Seide des Slips. Eine lächerlich dünne Barriere für einen zu allem entschlossenen Mann. Er überwand sie problemlos und glitt mit den Fingerspitzen darunter. Gott, ich war so froh, dass ich mich schon seit Jahren von allen Härchen befreite, so konnte ich seine Berührung voll genießen, als er mit den Fingerkuppen meinen Schamhügel reizte.
Nur mein feuchtes Zentrum sparte er aus, er kam nicht mal in die Nähe meiner pochenden Klitoris und meiner Schamlippen, obwohl ich meine Beine einladend spreizte und ihm damit erlaubte, mich noch intimer zu erforschen. Es kam mir so vor, als wollte er sich diesen speziellen Genuss so lange wie möglich versagen, um ihn dann umso intensiver zu genießen. Dass er mich damit quälte, schien ihm egal zu sein, er schien eine geradezu sadistische Freude daran zu haben, meine bebende Pussy zu necken, ohne meinen Hunger zu stillen.
Dafür sparte er nicht an Komplimenten. „So glatt und samtig ... ich wette, du bist schon ganz nass für mich. Nicht wahr, Liebes?“
Seine hypnotische Stimme machte mich gefügig, doch statt sich um meine zuckende Scham zu kümmern, verlegte er seine Aufmerksamkeit auf meinen Oberkörper. Ich wehrte mich nicht, als er mir das Kleid soweit herunterstreifte, um meinen Busen zu entblößen.
„Herrlich, einfach wunderschön …“, hauchte er und neigte sich wie berauscht tiefer über meine Brust. Beim Sprechen wehte sein Atem sanft über die empfindliche Spitze. Nick wartete noch einen köstlichen Moment lang, ehe er sie mit seinem Mund bedeckte. Sein sanftes Saugen sandte pulsierende Stromstöße durch meine Adern, dieses süchtig machende Gefühl breitete sich bis in meinen Unterleib aus und ich stöhnte gegen meinen Willen laut auf.
Der Laut schien ihn nur noch mehr anzustacheln. Entschlossen zerrte er mein Oberteil komplett herunter, widmete sich nun auch meiner anderen Brust. Er fuhr mit der Zunge über die weiche Haut und leckte die Warze, während er sich endlich meiner Pussy widmete, die er nun mit intensiven Streicheleinheiten vorbereitete. Immer wieder umrundete er die geschwollene Perle und benutzte meine eigene Feuchtigkeit als Gleitmittel, um sich an meine Öffnung heranzutasten.
Er ächzte vor Zufriedenheit, als er mit einem Finger tief in mich eindrang. Mühelos schob er sich in mich hinein, dann wieder hinaus, um gleich darauf wieder zurückzukehren. Oh Gott, das war unbeschreiblich, ich biss die Zähne zusammen, um meine Lust nicht durch das ganze Zimmer zu brüllen, und spürte, wie er mein Inneres erforschte und noch einen zweiten Finger zur Hilfe nahm, um mich zu weiten.
Den Kopf fest gegen die Matratze gepresst, überließ ich mich ohne Protest seinen erfahrenen Liebkosungen und es dauerte nicht lang, ehe er diesen ganz besonderen Punkt fand, den Gray immer mit regelmäßiger Selbstverständlichkeit übersehen hatte.
Nick erfühlte meinen G-Punkt instinktiv und rieb daran. Himmel, ich stand kurz vor einem unglaublichen Orgasmus. Seine Finger in mir, sein Mund auf meiner Brust, dazu noch das Gewicht seines Körpers. All das spielte zusammen, damit sich meine Vagina gierig um ihn zusammenzog. Sie zuckte um seine Finger, als wollte sie das Saugen seiner Lippen imitieren. Ich trieb in einem Meer reinster Lust und ertrank in meinen Gefühlen, die mich mal sanft und dann wieder voller Wucht gegen das Ufer schleuderten.
„Ich wusste, du kannst mir nicht widerstehen. Keine kann das …“
Mit diesen zwei Sätzen machte er alles kaputt, sie werteten unser Zusammensein ab, machten eine triviale Sache daraus. Für Nick war das hier nichts Besonderes, sondern nur ein weiterer Triumpf in seinem Leben. Meine Erregung flaute rasant ab, mein Verstand fing wieder an zu arbeiten und warnte mich inständig davor, mich weiter in seinem verführerischen Netz zu verstricken.
Nick spürte wohl, dass etwas nicht stimmte, und versuchte, mich mit einem heißen Kuss zu besänftigen. Doch dieses Mal schmeckte sein Mund nicht süß, sondern nach Bitterkeit und nach Enttäuschung. Wütend schnappte ich nach seiner Unterlippe, biss zu und schmeckte sein Blut. Irgendwie fühlte ich mich verdammt gut bei dem Gedanken, ihm wehgetan zu haben, als er fluchend zurückzuckte.
„Verdammte Hölle, was sollte denn das?“
Wäre ich nicht so ungeheuer aufgebracht gewesen, hätte mir das beängstigende Lodern in seinen diamantenen Augen ganz schönen Respekt eingejagt.
„Ich will, dass du deine verdammten Finger aus mir nimmst und dann verschwindest! Ich bin deine Spielchen leid.“
Sein vor Adrenalin bebender Oberkörper ragte beeindruckend über mir auf, er beugte sich stoßweise atmend über meinen Mund.
„Ich bin nicht derjenige, der spielt, sondern du. Verflucht, du kannst nicht so weit gehen und dann einen Rückzieher machen. Du willst es doch auch, du bist total feucht.“
Unbelehrbar, wie es Männer in seiner Position und mit seinem Hintergrund nun mal waren, versuchte er, sich über meinen Widerstand hinwegzusetzen, indem er mich wieder küsste. Herrgott, natürlich war ich immer noch scharf auf ihn, doch der Preis für ein paar heiße Nächte, bevor er mich für die nächste Schönheit abservierte, war mir zu hoch. Um mich am Ende nicht doch einwickeln zu lassen, weil ich ihn trotz aller Vernunft maßlos begehrte, zog ich ruckartig das Knie nach oben und trat ihm fest in die Weichteile …