Dark Tango

Erschienen: 05/2015

Genre: Dark Erotica
Zusätzlich: Dominanz & Unterwerfung
Seitenanzahl: 268


Erhältlich als:
paperback & ebook

ISBN:
Print: 978-3-86495-131-2
ebook: 978-3-86495-132-9

Preis:
Print: 12,90 €[D]
ebook: 6,99 €[D]

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Dark Tango


Inhaltsangabe

Kann eine Liebe, geboren in der Dunkelheit, im Licht überleben?
Audrey Summers möchte bei einer Party frische Luft schnappen. Doch im Garten versinkt die Welt im Nichts und sie wacht gefesselt in einem fremden Bett auf. Ihr Entführer behauptet, dass sie ihm für drei Monate gehört, und er hat die Papiere, um es zu belegen. Er fordert sein Recht auf ihren Körper und ihre Seele ein, auf eine Weise, die ihre kühnsten Träume und schlimmsten Albträume weit in den Schatten stellt.
Sie will ihn hassen …
Sie kann ihm nicht entkommen …
Jayce Rivers hat spezielle Bedürfnisse, abtrünnige finstere Begierden, die den Rahmen des Legalen sprengen. In Audrey sieht er sein perfektes Gegenstück und erkennt zu spät, dass sie beide in eine Falle getappt sind.
Er will sie nicht lieben …
Er kann sie nicht gehen lassen …
Allerdings haben ihre Gegner die Macht der Liebe unterschätzt.

Über die Autorin

Linda Mignani wurde in Kirkcaldy (Schottland) geboren und lebt glücklich verheiratet im Ruhrgebiet. Schreiben und Malen zählen zu ihren Leidenschaften und beides hat erstaunlich viel gemeinsam. Frauenuntypisch besitzt sie nur eine Handtasche aber unzählige Turnschuhe und noch mehr Wanderschuhe, die...

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Leseprobe

Wumm! Wumm! Wumm!
Das Atomkraftwerk eines Kopfschmerzes, eines, das kurz vor der Kernschmelze stand, pochte in Audreys Schädel, während ihr Verstand versuchte, sich aus der watteartigen Klebrigkeit in ihrem Gehirn zu befreien. Zuerst wirbelte sie umher, steckte anschließend in einem Vakuum, donnerte aus großer Höhe zurück in ihren Körper und von jetzt auf gleich erinnerte sie sich an die letzten Minuten auf der Party.
An den seltsamen Kellner und an seine Worte!
Sie öffnete die Lider und wollte sie im selben Moment mit ihrer Handfläche abdecken, da das Licht sich wie Splitter in ihre Pupillen bohrte. Doch Audrey konnte den...

...Arm nicht richtig bewegen. Er war zwar nicht ganz starr, aber sie schaffte es nicht, ihr Handgelenk an ihre Stirn zu bekommen, da etwas sie daran hinderte. Panisch kämpfte sie gegen die Lethargie an. Ihre Augen brauchten lange, um sich zu fokussieren, während sie vergeblich an beiden Handgelenken zerrte.
„Nicht! Du tust dir nur selbst weh.“
Auf der Stelle erkannte sie die Stimme. Er war es! Wie ein Schlag in den Magen hieb die Erkenntnis auf sie ein. Mit ganzer Kraft versuchte sie sich zu befreien und schrie vor Zorn auf, wobei gleichzeitig eine lähmende Angst sie zu verschlucken drohte, weil auch ihre Fußgelenke gefesselt waren. Endlich hörte das Schimmern auf und der Raum nahm an Konturen zu. Sie starrte auf eine weiß gestrichene trapezförmige Holzdecke mit offen liegenden Balken, während sie für einen Augenblick fassungslos innehielt. Sie drehte ihren Kopf zur Seite und sah ihn an, den vermeintlichen Kellner, der ihr eine Droge in den Drink getan hatte.
Wieso?
„Du!“ Die Absurdität ihrer Situation torpedierte ihren Intellekt. Das alles machte keinen Sinn! Ein ungewollter Schrei brach aus ihrer Kehle und sie bäumte sich auf, obwohl auch das nichts brachte, außer, dass das Zimmer sich erneut um sie drehte.
„Du wirkst erstaunt, als hättest du nicht mit deiner Entführung gerechnet“, sagte er mit sanfter Stimme, als wollte er sie beruhigen.
Nichts auf dieser Welt würde das schaffen.
„Binde mich sofort los!“
Bitte, lass das nicht wahr sein.
„Erst wenn du dich beruhigt hast. Bis dahin bleibst du gefesselt.“ Er trug keinen Smoking mehr, sondern ein dunkelblaues Longsleeve und Jeans. Sein Outfit verstärkte die siedende raubtierhafte Ausstrahlung, die sie bereits auf der Party bei ihm bemerkt hatte. Sie steigerte ihre Bemühungen, und er reagierte nicht darauf, wurde stattdessen immer ruhiger, als wäre er der verdammte Hundeflüsterer. Wenn er gleich noch „Schhh“ rief …
Er beobachtete sie, als wäre sie ein Versuchskaninchen in seinem Labor. Er hatte sie nicht mit Seilen an das Bett gefesselt, sondern mit gepolsterten Manschetten. Er war gut vorbereitet auf sie.
Nein! Nein! Nein!
Inzwischen schrie sie aus voller Kehle, kämpfte mit ihrer ganzen Kraft, die so lächerlich war, während er gelassen neben dem Bett auf einem Stuhl saß und scheinbar nicht auf ihren Ausbruch reagierte. Das Einzige, was sie erreichte, war, dass sie ermüdete, nicht nur ihre Muskeln, sondern auch mental. Und es war noch viel schlimmer! Ihre Gegenwehr machte ihn an, das sah sie mittlerweile deutlich in seinen gierig funkelnden Augen. Allerdings gab er seinen perversen Gelüsten noch nicht nach.
Ihr Geschrei erstarb mit einem Schluchzen und sie lag ermattet auf der Matratze. Scheiße! Als ihre Rage und die Unwirklichkeit nachließen, fiel Verzweiflung über sie her, biss sich in ihrem Herzen fest und schabte über ihr Bewusstsein.
Sie brach nicht lautstark in Tränen aus, stattdessen quollen diese unter ihren Lidern hervor, tropften ihre Wangen hinunter, während sie keinen Ton von sich gab, und schienen sie genauso zu verhöhnen wie ihr Entführer.
„So ist es besser, Lioness. Kämpfe nicht gegen die Fesseln an, bewahre dir deine Stärke, damit du sie später gegen mich einsetzen kannst. Du hast Rückgrat und das hat mich vom ersten Moment angezogen, sobald ich dich im Liberia erblickt habe.“
Er musste verrückt sein! Von welchem Rückgrat sprach er? Liberia? Was sollte das sein? Sie hatte allein und verloren in diesem scheiß Club Push-Up gestanden und sich mental zurück nach Florida gewünscht. Ob Trish ihr Verschwinden bemerkt und die Polizei alarmiert hatte? Wahrscheinlich dachte sie, dass Audrey nach Hause gefahren war, weil sie sich gelangweilt hatte.
Er riss ein Papiertuch aus einer Box, die neben dem Bett stand, und tupfte ihr über die Wangen, obwohl sie versuchte, seiner Berührung auszuweichen. Doch er beachtete ihre Gegenwehr nicht.
Warum hatte er ausgerechnet sie ausgesucht? Was hatte sie getan, um seine Aufmerksamkeit zu erregen? Ihre Tränen drohten sie zu ersticken, wobei der Kloß in ihrem Hals immer weiter anwuchs, bis er ebenso schmerzte wie ihre Lungenflügel, aus denen sich die Atemzüge brennend befreiten.
„Du bist wahnsinnig!“ Ihre Stimme klang fremd in ihren Ohren, als wäre sie verwundet.
Er beugte sich über sie und sie wollte ihn nicht ansehen, nicht den Blick des Monsters treffen, das Entsetzliches mit ihr vorhatte. Seine starken, langen Finger umfassten ihr Kinn. Er tat es nicht grob, sondern beinahe zärtlich.
„Sieh mich an, Audrey.“
Er kennt meinen Namen! Und er hat sich nicht vermummt!
Fest presste sie die Lider zu, als könnte sie sich so aus seinem Bann befreien, doch es war vergeblich. Sein Halt änderte sich mit ihrem albernen Widerstand, der nur ihr wehtat, aber nicht ihm. Sein Griff wurde unbarmherziger.
„Du wirst erkennen, dass es dir nicht gut bekommt, einen Befehl von mir zu missachten“, flüsterte er in einer Tonlage, so düster wie die finsterste Nacht.
Audrey wollte ihn ignorieren, sich der Macht, die er über sie ausübte, widersetzen, doch sie schaffte es nicht. Ihr Herzschlag beschleunigte sich und ihre Lider flatterten auf. Er fickte schon jetzt mit ihrem Verstand herum. Sie ahnte, dass es nicht das Einzige war, mit dem er herumficken wollte. Die blauen Tiefen verschlangen sie, und sie spürte, dass ihre Tränen versiegten. Sie konnte sich seiner Ausstrahlung nicht entziehen und auch nicht dem Hunger in seinem Blick, den sie bereits im PushUp bemerkt hatte. Doch nun wusste sie, dass es keine Fehlinterpretation ihrerseits gewesen war.
Er wollte sie!
Und er hatte sie bekommen!
Was, wenn er sie erst folterte, anschließend vergewaltigte und danach umbrachte?
„Audrey, du weißt, dass ich dir wehtun werde, allerdings füge ich dir keine bleibenden Schäden zu. Ich erinnere dich dieses eine Mal an unseren Vertrag, da du dich etwas zu sehr in deine Rolle hineinsteigerst. Du siehst mich an, als würdest du glauben, dass ich dich umbringen will. Du wirst zwar ein paar Tode in meinen Armen sterben, aber ich versichere dir, dass es nicht der endgültige sein wird.“
Das Gesagte erschien wie ein Kauderwelsch! Es waren englische Worte mit einem leicht britischen Akzent, die aus seinem Mund blubberten, und doch waren sie in einer fremden Sprache, deren Sinn sich ihr entzog.
Was für ein Vertrag?
Sie konnte sich nicht von ihm losreißen, weder mental noch körperlich. Und das Allerschlimmste war, dass sie nicht nur ahnte, sondern genau wusste, dass er nicht wahnsinnig war. Er war bei klarem Verstand und würde es bleiben, egal, was er ihr antat. Was immer er auch vorhatte, er verlor nie die Beherrschung. Seine Körperhaltung sprach eine eindeutige Botschaft. Nach einer empfundenen Ewigkeit löste er den Griff, schob ihr stattdessen die Hand unter den Nacken, um ihren Kopf anzuheben. Mit der freien Hand nahm er einen Becher von der neben dem Bett stehenden Truhe.
„Ich weiß, dass du dich schlecht fühlst, durcheinander bist und die Nachwirkungen der Droge dich beeinträchtigen. Trink, dann geht es dir besser. Du warst sehr lange bewusstlos, länger als ich es beabsichtigt habe.“
„Soll ich dir deine Besorgnis etwa abkaufen?“
Sie musste die klare Flüssigkeit mit purem Argwohn betrachten, denn er führte den durchsichtigen Becher an die eigenen Lippen und trank ihn zur Hälfte leer. Sie wollte dennoch nichts von ihm annehmen – ein Zuckerstück von ihrem Kerkermeister zu akzeptieren, erschien ihr wie ein Verrat, mit dem sie nicht leben konnte.
Wenn da nicht der Durst wäre sowie der Stahl, der ihr von seiner Seite aus entgegenschlug.
Du wirst erkennen, dass es dir nicht gut bekommt, einen Befehl von mir zu missachten.
Wie ein nicht enden wollendes garstiges Echo überschlug sich dieser Satz in ihrem Kopf. Würde er sie misshandeln, sollte sie nichts trinken, wie er es verlangt hatte? Ihr Magen hüpfte nicht nur bei dieser Vorstellung, er tanzte einen wilden Tango. Bedächtig hielt er ihr das Wasser an die Lippen, während seine Augen tatsächlich die Farbe von Stahl annahmen. Er kippte den Becher und sie redete sich ein, dass ihr nichts anderes übrig blieb, als einen Schluck zu nehmen.
„Langsam, Sweetheart.“
Sweetheart!
Doch da die unglaublich guttuende Flüssigkeit ihre Kehle hinablief, konnte sie ihm keinen Fluch entgegenzischen. Vielleicht war das auch besser, wenn sie die möglichen schmerzhaften Konsequenzen in Betracht zog, die er offenbar im Sinn hatte. Er hatte recht gehabt, das Wasser verbesserte ihren körperlichen Zustand. Allerdings klärte es darüber hinaus ihren Verstand, der begann, ihre Situation zu analysieren. Ganz oben auf der Liste stand eine Flucht. Er hatte sie nicht in einen dunklen, nassen Keller verfrachtet, wo er sie wie ein Tier gefangen hielt. Stattdessen war der Raum warm und gemütlich eingerichtet, wie ein Foto aus Schöner Wohnen.
Gemütlich!
Die Wände und die hohe Decke mit den offen liegenden Balken waren weiß gestrichen. Vor dem Fenster hingen blutrote Vorhänge und der Inneneinrichter war dieser Farbkombination treu geblieben, sogar bei dem Gemälde, das gegenüber des Bettes hing und ein helles Landhaus im Schnee mit Akzenten in Rot zeigte. Ein wunderschöner Quilt lag über dem Sessel, der vorm Fenster stand.
Sie konnte durch den Vorhang nichts erkennen, aber vermutete, dass es draußen dunkel war. Wie lange war sie bewusstlos gewesen? Sie könnte ihn fragen, jedoch traute sie sich nicht.
Er hielt noch immer ihren Nacken und die liebevolle Geste wirkte makaber in Kombination mit den Fesseln sowie seinen Absichten, die er nicht verbarg. Er wollte, dass sie ihm ansah, wie sehr er sie wollte.
„Mein Name ist Jayce Rivers.“
Nein! Nein! Nein!
War es nicht so, dass der Entführer sein Opfer nur über alles informierte, wenn es keine Gelegenheit mehr bekam, um einem Dritten all die Geheimnisse zu verraten? Sie war dem Tod geweiht.
Er zog seine Hand von ihrem schweißgetränkten Nacken. Sie hatte noch die Kleidung an, die sie auf der Party getragen hatte. Der Stoff klebte ihr am Leib. Nur die Stiefel hatte er ihr ausgezogen.
Er hätte dich auch nackt ausziehen können, um sich an dir zu vergehen, während du bewusstlos warst.
Aber anscheinend wollte er, dass sie bei vollem Verstand war, ehe er mit der Folter begann. Vielleicht unterlag er einem Irrtum und hatte die falsche Frau entführt. Es könnte um eine Lösegeldforderung gehen. Der Funke Hoffnung erstarb, denn schließlich wusste er genau, wer sie war. Außerdem machte dieser Mann keine Fehler.
„Du hast bestimmt Kopfschmerzen. Möchtest du ein Schmerzmittel?“
Der Schmerz war so heftig, dass sie beinahe Ja gesagt hätte. Und falls er ihr doch eine weitere Droge unterjubelte?
„Du wirst mir vertrauen müssen. Es ist hoch dosiertes Ibuprofen. Mach den Mund auf.“
Wie ein gehorsames Lamm tat sie, was er verlangte, und spülte die Tablette mit dem Wasser hinunter, das er an ihre Lippen hielt.
„Wenn du mir versprichst, brav zu sein, binde ich dich los. Allerdings nehme ich dich beim Wort, Lioness. Lügen oder Ungehorsamkeiten ziehen Konsequenzen nach sich, die vielleicht nicht immer schmerzhaft sind, aber dadurch nicht weniger intensiv auf dich einwirken.“
Ihr lief ein Schaudern über den Körper, eines von der Sorte, das sie nicht näher analysieren wollte, da sie Angst vor der Antwort verspürte. Sie ahnte, dass er von ihr bekommen würde, was er auch verlangte, weil er raffinierte Methoden beherrschte, um alles aus ihr herauszukitzeln.
„Nun, Audrey. Soll ich deine Fesseln lösen, die dich an das Bett binden? Wirst du ein liebes Mädchen sein?“
Die dich an das Bett binden, aber nicht die unsichtbaren Fesseln, die dich an mich binden.
Jayce war durchtrainiert, das strahlte sein Körper eindeutig aus, und sie vermutete, dass er sie innerhalb eines Wimpernschlags überwältigen könnte, wenn er es denn wollte. Fesseln brauchte er nicht, um sie als seine Gefangene zu markieren.
Sie verstaute die ganzen Informationen, um sie später zu zerpflücken. Jetzt musste sie erst einmal herausfinden, wo sie war, und dann konnte sie ihre Flucht planen. Sie würde mitspielen, damit sie ihre Freiheit erlangen konnte.

Jayce konnte kaum glauben, wie sehr die Kleine in ihre Rolle geschlüpft war. Es wirkte so verflucht echt! Als wüsste sie nicht, wer er war, was er mit ihr vorhatte, und welcherart ihre Spiele sein würden. Zuerst hatte er gedacht, dass die Drogen nachwirkten und ihre Handlungsweisen beeinflussten. Doch das war nicht der Grund. Bereits im PushUp war sie anders gewesen als die Frau, die er im Liberia gesehen hatte.
Aber ihre gewaltige Anziehungskraft auf ihn konnte er nicht verleugnen. Mit Mühe hielt er seine körperlichen Reaktionen in Schach, denn zunächst mussten die Mittel aus ihrem Blutkreislauf verschwinden, bis er sich das erste Mal mit ihr vergnügen durfte. Dazu würde er sie auch an das Bett fesseln, natürlich würde sie dann nackt sein. Wenn er es nicht besser wüsste, könnte er denken, dass sie Fluchtgedanken hegte. Und wie sie geweint hatte!
Ihre Tränen hatten ihn hart gemacht, etwas, worauf er nicht stolz war. Allerdings waren sie köstlich gewesen. Und wie sie gegen die Fesseln angekämpft hatte! Er hatte auf ihren Widerstand gehofft, denn ihr diesen auszutreiben, bis sie ihm hilflos ausgeliefert war und unter seinen Händen bebte, war eine mehr als verführerische Vorstellung.
Ihre grünblauen Augen starrten ihn erst hochmütig und unnachgiebig an, doch er sah auch Furcht in ihnen, die verflucht realistisch wirkte. Ob sie insgeheim mit einem anderen Szenario gerechnet hatte und jetzt schockiert war, dass er ihr Arrangement ernst nahm?
„Ich werde … brav sein“, sagte sie betont ruhig, wobei sie es dennoch schaffte, ihm das Wort brav förmlich entgegenzuspucken.
Er würde sie ungern bestrafen, solange Audrey in diesem Zustand war, doch wenn sie ihn dazu zwang, hegte er keine Bedenken, es zu tun, schließlich hatte er sie gewarnt. Jayce umfasste mit einer Hand ihren Unterschenkel und verkniff sich das Grinsen, weil er merkte, wie sehr sie ihre Muskeln anspannte, um nicht vor ihm zurückzuschrecken. Und wie sie ihn anstarrte! Als befürchtete sie, dass er sie mit Haut und Haaren verschlingen wollte. Er gab gern zu, dass ihre Sorgen nicht von der Hand zu weisen waren. Im Grunde genommen war es das, wonach es ihn gierte, mit einer Intensität, die sich minütlich stärker in ihm ausbreitete.
Bereits als Teenager hatte er bemerkt, dass er nicht davon träumte, die heulende Jungfrau vorm Drachen zu retten, um sie wohlbehalten an ihre Eltern zurückzugeben. Er wollte die sich sträubende, windende und unwillige Beute stehlen, um sie übers Knie zu legen, wo er ihr den Arsch dermaßen lange versohlte, bis ihre Tränen von ernsthafter Natur waren und sie alles tun würde, nur damit er aufhörte.
Er löste die Schnalle des Leders von ihrem rechten Bein, schob die Leggings ein bisschen nach oben, um ihre Haut zu inspizieren, und stellte zufrieden fest, dass sie nicht aufgeschürft war. Audrey sollte nicht bereits am ersten Tag ihrer Gefangenschaft Verletzungen davontragen, die nicht von seiner Handfläche auf ihrem Arsch herrührten. Er wartete einen Moment, bis er sich dem linken Bein widmete. Doch sie machte keine Anstalten, ihn zu treten. Nachdem er ihr zweites Gelenk befreit hatte, setzte er sich auf die Bettkante.
„So ein gutes Mädchen.“
Sie sagte zwar nichts mit ihrem Mund, aber ihr Blick vierteilte ihn. Jayce stützte sich mit den Händen neben ihrem Kopf ab und blieb genau außerhalb ihrer Reichweite, falls sie auf die blöde Idee kam, mit dem Kopf nach oben zu schnellen.
„Weißt du eigentlich, wie sehr ich mich darauf freue, dich zu erkunden, bis du mich anbettelst, dich zu erlösen? Die Erfahrung des Schmerzes mit dir zu teilen? Dir deine Tränen von der Haut zu lecken?“
Ihre vormals bleichen Wangen glühten nach seinen Worten und er wusste, dass er ihre Fantasie nicht nur angeregt hatte, sie lief auf Hochtouren. Und ihr gefiel nicht, wohin ihr Kopfkino sie führte. Er umfasste ihre Schultern und presste sie in die Matratze, beugte sich herab, bis er beinahe ihre Lippen mit seinen berührte.
„Und du wirst nackt sein, während ich es tue.“
Er hörte, wie sie schluckte, nach einer Erwiderung suchte, aber keine fand. Jayce meinte fast, ihren rasenden Herzschlag zu hören.
„Bitte …“ Dann besann seine kleine Löwin sich eines Besseren und presste die Lippen so fest aufeinander, dass sie eine Linie bildeten.
„Das ist ein Wort, das mir überaus gut gefällt, Lioness. Du wirst es noch oft sagen, schreien, murmeln und flüstern. Du wirst mich anbetteln.“
Wenn ihr Blick wirklich schneiden könnte, hätte sie sich nicht mehr mit Vierteln zufriedengegeben. Jayce löste die erste Manschette, nahm ihre kleine Hand in seine und küsste sie auf die Innenseite ihres Gelenkes. Jetzt spürte er, wie sehr ihr Herz raste. Das war nicht gespielt. Bedächtig entfernte er die letzte Fessel, umfasste sie an den Schultern und half ihr in eine sitzende Position.
„Ich möchte, dass du duschst, danach anziehst, was ich für dich aufs Bett lege, und dann zu mir runterkommst. Du brauchst Nahrung und Flüssigkeit, ehe ich dich so behandeln kann, wie ich es gern möchte.“
Sie rührte sich nicht von der Stelle.
„Möchtest du, dass ich dich ausziehe und dich wasche? Jeden Millimeter deines Körpers erkunde, mit meinen Händen, meinen Lippen und meiner Zunge?“
Ihre Atmung entsprach inzwischen der eines Bergläufers, der eine Steigung hinaufsprintete. „Das kannst du doch nicht ernst meinen. Wenn du mich jetzt gehen lässt, braucht niemand zu erfahren, dass du mich in diese scheiß Hütte verschleppt hast!“
Er sah ihr deutlich an, dass ihr Zorn und ihre Angst in einem Wettstreit lagen. Jayce hatte für beides das richtige Rezept. Er packte sie an den Fußknöcheln, registrierte zufrieden ihren erschrockenen Aufschrei und zog sie mit einem Ruck an den Rand des Bettes. Leggings waren ungemein praktisch. Ehe ihr in den Sinn kam, ihn zu treten, hielt er die Hose in den Händen. Sie trug ein weißes Spitzenhöschen und ihre Schamlippen sowie ihr Venushügel schimmerten durch den durchsichtigen Stoff.
„Du bist rasiert. Das spart mir Arbeit.“
„Wage es nicht …“