Federzirkel: Bittersüßer Schmerz

Erschienen: 05/2014
Serie: Federzirkel
Teil der Serie: 1

Genre: Soft-SM / BDSM

Location: England

Seitenanzahl: 104 (Übergröße)


Erhältlich als:
paperback & ebook

ISBN:
Print: 978-3-86495-121-3
ebook: 978-3-86495-122-0

Preis:
Print: 7,90 €[D]
ebook: 2,49 €[D]

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Federzirkel: Bittersüßer Schmerz


Inhaltsangabe

Iris Lexington ist Steuerprüferin und springt für eine Kollegin ein, die sich weigert, jemals wieder einen Fuß in einen Sündenpfuhl namens Federzirkel zu setzen. Iris übernimmt den Auftrag und will die Bücher bis zur letzten Ziffer prüfen.
Allerdings ahnt sie sie bereits nach ihrer Ankunft im Federzirkel, dass sie diejenige sein wird, die durchleuchtet wird ... Denn statt auf Steuersünder, trifft sie auf die Inhaber eines exklusiven BDSM-Clubs - und Tom Barber nimmt Iris auseinander, bis er auch ihr verstecktestes süßestes Geheimnis aufgedeckt hat.
Iris ist wild entschlossen, dem dominanten Mann nicht zu verfallen. Ein Vorhaben, das von Anfang an zum Scheitern verurteilt ist …

Teil 1 der Federzirkel-Reihe.

Über die Autorin

Linda Mignani wurde in Kirkcaldy (Schottland) geboren und lebt glücklich verheiratet im Ruhrgebiet. Schreiben und Malen zählen zu ihren Leidenschaften und beides hat erstaunlich viel gemeinsam. Frauenuntypisch besitzt sie nur eine Handtasche aber unzählige Turnschuhe und noch mehr Wanderschuhe, die...

Weitere Teile der Federzirkel Serie

Leseprobe

Tom trat sehr nah an das wunderschöne Wesen heran, das versuchte, wie ein Stock vor ihm zu verharren, um bloß keine Reaktion zu zeigen, und wild entschlossen erschien, die Ausstrahlung einer Hexe zu verströmen, die Männer ungekocht zum Frühstück verspeiste, mit Eiern angerichtet auf einem Dessertteller. Als ob sie das frostige Verhalten beibehalten könnte, wenn er es darauf anlegte. Tom durchschaute ihre Fassade. Er würde sie zu gern nach nebenan in den Dungeon verschleppen, um sie dort in die höchste Ekstase zu versetzen, bis sie schlichtweg vergaß, wozu sie hergekommen war. Sie trug die brünetten Haare schulterlang – eine perfekte...

...Länge, um sie um seine Hand zu wickeln. Das ovale Gesicht mit den blauen Augen strahlte Ablehnung aus, doch da brannte ein Feuer in den Tiefen ihrer Iriden, das anderes erahnen ließ. Tom kannte dieses kühle Verhalten, das aus Unsicherheit bei sehr attraktiven Frauen herrührte. Sie verbarrikadierten sich hinter einer eisigen Mauer, unterdrückten ihre Gefühle, bis sie kalt und feindselig erschienen, willensstark und unnahbar. Er konnte diesen Schutzmechanismus durchaus verstehen, denn viele Männer erachteten sie als Jagdtrophäen, und er vermutete, dass Iris bereits eine Anzahl von solchen Arschlöchern durchlitten hatte. Ihre Seele war verwundet und sie war zu stur, um es zuzugeben. Wäre die Kleine von gestern erneut aufgetaucht, hätte es ihm Freude gemacht, sie ein wenig zu verunsichern, doch er hätte sie nicht übers Knie legen wollen.
Iris dagegen … Sie war eine starke Frau und diese zierten seinen Schoß am besten, wenn sie mental gegen ihn ankämpften, solange sie darüber lagen, nur um ihm schlussendlich zu geben, worauf er abgezielt hatte. Er argwöhnte, dass diese wunderschöne Blume mit dem passenden Namen Iris niemals eine Berührung mit BDSM gehabt hatte, jedoch vermutete er, dass sie unter dem Schmerz und der Dominanz aufblühen würde, die er ihr schenken könnte. Es juckte ihm bereits in den Fingern, oder vielmehr auf der Handfläche, ihr all das angedeihen zu lassen, wovon sie nicht ahnte, dass sie es brauchte. Einmal loslassen, bis alles unwichtig wurde, außer die eigenen Bedürfnisse. Sie presste ihre Lippen aufeinander, die ihn in der Farbe an samtige Rosenblätter erinnerten, bis sie ihre Weichheit verloren. Ihre Haut würde sich ebenso zart anfühlen und er wusste einfach, dass ihr Arsch sich auf die verführerischste Weise verfärben würde, sobald seine Handflache auf ihre Rundungen aufprallte. Ihre Hautfarbe war ein milchiges helles Braun und ihre blauen Augen wie zwei spiegelglatte Bergseen, die unter einem perfekten Sommertag erleuchteten. Sie trat beinah hastig vor ihm zurück und ihr Blick versprach ihm Gegenwehr. Oh ja! Die kleine rosenzarte Iris wusste weder, wen sie herausforderte, noch dass sie in einem BDSM-Club gelandet war. Sein Jagdinstinkt brannte lichterloh.
Sie griff nach der Notebook-Tasche, die John auf den Schreibtisch gelegt hatte. „Ist hier mein Arbeitsplatz?“, fragte sie betont frostig.
Tom unterdrückte ein Grinsen, denn ginge es nach ihm, würde er die Hitze in ihr freilegen, die sich unter dem eisigen Tau versteckte, und dieser Tau würde ihre Pussy perfekt benetzen. Schade, dass sie nicht als Sub in den Club gekommen war, dann könnte er sie ohne Umschweife übers Knie legen, zumal die Signale, die sie, wenn auch unbewusst, aussandte, eindeutig sexueller Natur waren. Sie schüttelte ihr Haar und leckte sich die Lippen. Manchmal gab es diese Anziehungskraft von der ersten Sekunde an. Und diese Sekunde stand seit mehreren Minuten neben ihm.
„Ja.“ Er deutete auf die Klarsichtfolien, in denen die Belege vorsortiert lagen. John erlaubte keine Schluderei in der Buchführung. „Dort finden Sie alle Schriftstücke. Sollte etwas fehlen, werde ich mich bemühen, das Fehlende schnellstmöglich aufzuspüren.“ Tom lächelte sie an, doch Iris ließ sich nicht dazu hinreißen, die Mundwinkel nach oben zu verziehen, ihre rutschten in die entgegengesetzte Richtung, während eine senkrechte Falte zwischen ihren Augenbrauen entstand.
„Eine chaotische Loseblattsammlung.“ Sie runzelte missbilligend die Stirn, sodass es Tom in den Fingern juckte, ihr die Kostümjacke von den Schultern zu reißen, sie nach hinten zu drängen, bis sie die Wand erreichte, und dort würde er sie küssen. Stattdessen trat auch er von ihr zurück. Das Spiel war eröffnet und es war Zeit, den ersten Zug auf seinem Spielbrett auszuführen, mit der entzückendsten Figur, die er sich vorstellen konnte.
„Möchten Sie etwas trinken oder essen?“ Iris war ein wenig bleich um die Nase, sodass er vermutete, dass sie nicht gefrühstückt hatte.
„Ein Tee wäre nett.“
Tom schwor, dass er ihren Blick auf seinem Hintern spürte, als er aus dem Raum lief. Auch er hatte einen Effekt auf Frauen und er liebte seine Wirkung. Das Leben war so viel leichter, wenn man sich akzeptierte, wie man war. Für Männer war das in der Regel einfacher. Die meisten Frauen führten einen ständigen Kampf gegen sich selbst. Seit Ewigkeiten hatte er nicht mehr auf eine Frau reagiert, wie er es bei Iris tat. Er musste sie haben und er würde sie bekommen.
Tom schlenderte in die Küche der Sullivans. Die vanillefarbigen Möbel hatten er und Miles angefertigt. Eigentlich war es ein Jammer, dass sie alle Singles waren. Diesem Haus fehlte eine feminine Handschrift. Tom wohnte nicht ständig im Federzirkel, war aber oft hier und hatte ein eigenes Zimmer. Sie arbeiteten häufig bis in die späten Abendstunden auf den Baustellen und da war es vorteilhaft, wenn sie gemeinsam anreisten. Außerdem hasste er es, allein zu essen. Er lächelte wehmütig, als er daran dachte, wie sie lange nach einem Namen für ihren Club gesucht hatten und es war Miles‘ Vorschlag gewesen. Bevor Johns und Deans Vater ihn adoptiert hatte, war er im Kinderheim missbraucht worden. Als Kind hatte er Federn gesammelt, die er in einem Kreis um sich ausgebreitet hatte, in der irrigen Annahme, dass ihm in diesem Zirkel nichts geschehen konnte. Dennoch hatte ihm dieser Ort eine mentale Sicherheit geboten, um nicht den Verstand zu verlieren. Der Federzirkel war sowohl für den dominanten als auch den submissiven Part ein Ort, an dem sie geschützt ihrem Kink nachgehen konnten. Es gab strenge Regeln, einen Verhaltenskodex, und auf dem Boden herumkriechende erniedrigte Subbies suchte man bei ihnen vergeblich.
Tom bereitete eine Kanne Tee zu und plante gut gelaunt seine Falle. Er stapelte ein paar French Toasts, die vom Frühstück übrig geblieben waren, auf zwei Teller, legte noch Erdbeeren und Weintrauben dazu und stellte die Kanne und Tassen auf das Tablett. Auf dem Weg in das Arbeitszimmer öffnete er die Flügeltür des Dungeons und merkte selbst, dass er breit grinste.
Iris sah nicht einmal hoch, als er das Tablett auf dem Couchtisch deponierte. Sie tat so, als wäre sie in ihrer Arbeit versunken. Doch er bemerkte das kaum sichtbare Anspannen ihrer Muskeln. Ob die Kleine devot war? Er vermutete schon, denn starke Frauen waren oft überraschend anschmiegsam in ihren Herzen und waren manchmal die devotesten, liebten es, sich im Bett einem Mann hinzugeben, der ihnen alles gab, was sie wollten, und sich dabei einen Scheißdreck um den Anstand scherten. Aber leicht war es nicht für sie, zu ihren Neigungen zu stehen. Der erste Stritt gestaltete sich stets als der schwierigste.
„Zeit für eine Pause.“ Er deutete einladend auf die dunkelbraune Ledercouch mit den cremefarbenen Kissen.
Er sah den Zwiespalt auf ihrem Gesicht, als sie sich endlich dazu bequemte, ihn anzusehen. Sie war so durchschaubar und er schenkte ihr ein warmes Lächeln. Erst wenn sie über seinen Knien lag, war es Zeit für den Maestro sowie seine Handfläche auf ihrem Arsch.

Sie hatte wirklich Hunger und ihr war sogar ein wenig schlecht. Es konnte nicht schaden, freundlicher zu sein. Den unnachgiebigen Eisblock zu spielen, war anstrengend und unbefriedigend. Wahrscheinlich bildete sie sich die gegenseitige Anziehungskraft nur ein und Tom Barber hatte es mit Sicherheit nicht nötig, auf Trophäenjagd zu gehen, weil er die heißeste Trophäe war, auf die sie jemals ihre Augen gerichtet hatte.
Sie ging hinüber zur Sitzgruppe und fühlte seinen durchdringenden Blick bei jedem zurückgelegten Zentimeter auf ihrem Körper. Zum Glück trug sie keine High Heels, die für sie während der Arbeit einen High Hell darstellten, denn dann wäre sie wahrscheinlich gestolpert und auf der Nase gelandet. Tom wartete, bis sie sich hingesetzt hatte, ganz wie ein Gentleman, dabei war gentle kein Attribut, das sie mit ihm in Verbindung brachte. Nein, Sanftheit kam bei ihm kombiniert mit Stahl und Selbstsicherheit, weil er sich offensichtlich äußerst wohl in seiner Haut fühlte – einer Haut, die sie zu gern berühren würde. Entgegen ihrer Befürchtung setzte er sich nicht neben sie, sondern nahm ihr gegenüber auf dem zweiten Sofa Platz. Doch jetzt konnte er sie mustern und er tat genau das. Zur Hölle! Sie war nicht Moira, daher starrte sie ihm direkt in die Augen, was sich als außerordentlich dumme Idee erwies, da sie drohte, unter der Intensität zu verbrennen. Iris griff nach der Tasse und trank einen Schluck des vorzüglichen Tees, wobei sie erfolglos versuchte, Tom zu ignorieren. Sie brauchte ihre gesamte Willensanstrengung, um nicht ständig zu ihm zu sehen. Der French Toast lockte sie und erinnerte sie an das ausgelassene Frühstück.
„Lass es dir schmecken.“ Er nahm sich einen der beiden Teller und biss in eine der gezuckerten Brotscheiben hinein. Der Zucker blieb an seinen Lippen kleben und erweckte in ihr das Bedürfnis, jeden einzelnen Krümel abzulecken. Er hatte sie einfach geduzt, aber vielleicht war es ihm rausgerutscht.
„Mundet der Tee?“
„Ein wenig bitter.“
„Wirklich?“
Sie hatte auf einmal Mühe, die Tasse in den Händen zu halten, stellte sie ab und nahm sich stattdessen eine Erdbeere. Sie schmeckte süß und säuerlich, genau richtig. Zum Teufel damit! Ihr Hunger war einfach zu groß, daher griff sie nach dem Teller und es war ihr egal, ob er sie für verfressen hielt. Sie aß die vier Scheiben auf und ließ nicht eine einzige von den Weintrauben oder den Beeren zurück. Jetzt fühlte sie sich besser, hatte ihre Sinne wieder beisammen und würde die Steuerprüfung wie ein Profi hinter sich bringen. Am besten ignorierte sie Sexy-Tom. Ihr Entschluss hielt bis zu dem Augenblick, als er sich vorbeugte und mit dem Daumen über ihre Unterlippe strich. Die Geste war so frech und weitaus schlimmer war es, dass sie über seinen Daumen leckte, ehe ihr bewusst wurde, was sie da eigentlich tat. Pures Feuer schlug ihr aus seinen Augen entgegen, sodass sie das Gefühl bekam, sie würden seinen Schwanz lecken. Scheiße! Sie war verloren. Wenn er so weitermachte mit dieser ganz und gar nicht subtilen Art der Verführung, würde sie mit ihm nackt und schwitzend auf diesem Sofa landen, noch ehe der Tag um war. Und dass er genau die gleichen Gedankengänge verfolgte wie sie, verbarg Tom erst gar nicht. Er zog seine Hand zurück.
Sie wünschte sich, er würde sie einfach hier und jetzt auf der Couch nehmen, ohne sich darum zu kümmern, ob sie es wollte oder nicht. Doch er lächelte sie nur unergründlich an. Dann räumte er die Teller auf das Tablett und verließ den Raum. Iris schloss kurz die Augen, während sie versuchte, ihre Libido in den Keller ihrer Gefühlswelt zu verfrachten, allerdings gelang es ihr ebenso wenig, wie ihn als grauenvoll zu erachten.
Iris strich ihren Rock glatt, nahm die Teetasse und ging hinüber zum Schreibtisch. Sie sah starr auf den Bildschirm mit den verschwimmenden Zahlen. Zu ihrem Verdruss sprang sie vor Schreck beinahe von der Sitzfläche, weil Tom plötzlich hinter ihr stand und sich über sie beugte, sodass sie die Wärme seines Körpers zwar nicht direkt fühlte, sie ihr jedoch bewusst wurde. Und wie gut er roch, ganz leicht nach Sandelholz! Einfach alles an diesem Mann zog sie an. Sie musste dem auf der Stelle ein Ende bereiten.
„Und, schon eine Sünde aufgedeckt, Iris?“
Der Tee schwappte ihr beinahe über die Hände und sie stellte ihn auf den Tisch.
„Ich weiß nicht, was das hier werden soll, Mr Barber, aber ich bin nicht an einem Flirt interessiert und würde Sie bitten, ein wenig Abstand zu halten.“
„Würdest du das?“
„Ich kann mich nicht erinnern, dass ich Ihnen erlaubt habe, mich zu duzen“, würgte sie in dem schnippischsten Tonfall, den sie beherrschte, hervor. Sie war so verunsichert, ein Umstand, der ihre Wut steigerte.
Anstatt vor ihr zurückzuweichen, überbrückte er den letzten Zentimeter, der ihn davon trennte, sie zu berühren. Überdeutlich spürte sie ihn, nicht nur an den Stellen, an denen er sie berührte. Irgendwie strömte der Bereich an ihrer Schulter auf ihren restlichen Körper aus. Wieso zum Teufel reagierte sie auf diese lustvolle Weise auf diesen unverschämt selbstsicheren Kerl? Ob er dominant im Bett war? Nicht diese Art von Selbstsüchtigkeit, die viele Männer bewiesen, weil sie nur an das eigene Vergnügen dachten, sondern die Art von Dominanz, die es ihm erlaubte, mit einer Frau zu machen, was er für richtig erachtete, bis sie sich vor Verlangen unter ihm rekelte, der Lust dabei verspürte, seiner Partnerin welche zu verschaffen, und für den eine Klitoris kein unbekanntes Territorium darstellte.
Er ignorierte ihren Ausbruch, beugte sich weiter herab, sodass sie damit rechnete, dass seine Lippen ihren Nacken streifen würden. Stattdessen nahm er einen tiefen Atemzug. „Du riechst höchst unwiderstehlich, Iris. Geh mit mir aus. Ich würde dich gern zum Abendessen einladen. Bitte.“
Das Bitte hörte sich wie ein ruhig ausgesprochener Befehl an.
„Nein, ich kann nicht mit Klienten ausgehen.“
„Du müsstest doch mit der Prüfung schnell fertig sein.“
Er hatte recht, sie würde nicht einmal die Woche brauchen, mit der sie gerechnet hatte. Die Inhaber von In Love with Vintage und diesem ominösen Federzirkel hatten alles fein säuberlich dokumentiert und belegt. Sie war fast mit den Seiten der Baufirma durch.
„Falls du darauf aus bist, mich ins Bett zu bekommen, vergiss es.“ Auch ihr rutschte das Du über die Lippen.
Er war mittlerweile so nah an ihrem Ohr, dass sein Atem ihre Haut kitzelte. „Ins Bett? Wie langweilig. Wenn ich dich zum Schreien bringe, wird es nicht auf einer Matratze sein und mit Sicherheit nicht in einer Stellung, die du bis jetzt praktiziert hast.“
Dieser unverschämte Barbar! Was für eine Frechheit!
„Während ich mich mit deinem Körper und deinem Verstand beschäftige, wirst du deine Schönheit vergessen, Iris. Denn genau sie steht dir im Weg.“
Ihr Mund war staubtrocken. Wie war es möglich, dass dieser Mann sie dermaßen durchschaute? Er war ihr unheimlich und zur gleichen Zeit reizte er sie wie eine verbotene Frucht.
Ihr Blick schweifte über den Bildschirm, als suchte sie Halt bei den Zahlen, und da erweckten die Posten: Handschellen, Ledermanschetten, Peitschen und Gerten ihre Aufmerksamkeit. Was? Doch sie vermochte sich nicht darauf zu konzentrieren, weil er ihr gesamtes Augenmerk hatte.
„Zum letzten Mal, ich bin nicht interessiert.“
„Das war eine Lüge und deiner unwürdig.“
Da war ein Klang in seiner Stimme, der ihr wie eine unausgesprochene Warnung in den Magen fuhr und ihre Nerven in Aufruhr versetzte. Auf diese forsche Weise hatte bis jetzt noch kein Mann mit ihr geflirtet, daher wusste sie nicht, wie sie damit umgehen sollte. Sein unbeirrtes Vorgehen machte ihr Angst, denn sie fand es heiß und ihr Körper reagierte mit verwirrenden Signalen. Er war beinahe arrogant und sie ahnte, dass sobald er sich etwas in den Kopf gesetzt hatte, er nicht eher Ruhe gab, bis er es bekam. Und er wollte sie, das spürte Iris mit jeder Faser ihres Leibes. Ganz leicht berührten seine Lippen ihren Nacken und sie erschauderte unter dem sinnlichen Gefühl, stärker, als die sanfte Berührung es rechtfertigte. Der zarte Kontakt mit ihrer Haut beschleunigte ihren Herzschlag.
„Möchtest du immer noch an dieser Lüge festhalten, Iris? Deine Reaktion ist mir nicht verborgen geblieben. Was würde dein Körper wohl mit dir anstellen, sobald ich dich richtig anfasse, mir nehme, was dermaßen verführerisch auf die leichteste Stimulanz reagiert?“
„Du bist unverschämt. Ich …“
Sie kam nicht mehr dazu, den Satz zu beenden, denn er umfasste ihre Kehle, der Halt genauso sanft, wie es sein Mund auf ihrer verräterischen Haut gewesen war.
„Ich spüre deinen Puls, der rast und flattert, höre wie gehetzt du atmest, fühle, dass du zur selben Zeit zitterst und schwitzt. Und wenn ich wollte, dann könnte ich dich jetzt küssen, um dich zu schmecken.“ Sein Daumen streichelte ihre Halsschlagader. „Und ich könnte viel weitergehen.“ Er kontrollierte sie mit seiner Stimme, die sie so sehr in den Bann zog, dass sie weder sprechen noch sich gegen ihn zur Wehr setzen konnte. Am allerschlimmsten war, dass sie unerschütterlich wusste, dass dieser Mann ihr alles zu geben vermochte, wonach sie sich bereits so schrecklich lange, unentdeckt von sich selbst, sehnte.