Federzirkel: Feuerperlen

Erschienen: 01/2013
Serie: Federzirkel
Teil der Serie: 6

Genre: Soft-SM / BDSM

Location: England

Seitenanzahl: 204 (Übergröße)


Erhältlich als:
paperback & ebook

ISBN:
Print: 978-3-86495-033-9
ebook: 978-3-86495-034-6

Preis:
Print: 14,90 €[D]
ebook: 6,99 €[D]

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Federzirkel: Feuerperlen


Inhaltsangabe

Bei dem Versuch, sich in ein Dominastudio einzuschleichen, fliegt Hazel auf. Sie gibt an, eine Autorin auf Buchrecherche zu sein.
Anstatt sie wegen Hausfriedensbruchs zu verklagen, reicht die wütende Domina sie an das Sadasia weiter. Dort wird Hazel unter die Obhut von Master Sean gestellt. Sie willigt ein, bei ihm ein vierwöchiges Sub-Training zu durchlaufen, um am eigenen Leib zu erfahren, was es bedeutet, devot zu sein.
Schon bei der ersten Lektion erfährt sie schmerz- und lustvoll, dass Master Sean seinen Titel nicht zu Unrecht trägt - er nimmt sich, was er will, gibt ihr mehr, als sie jemals erhalten wollte.
Doch Hazel verfolgt ganz andere Ziele. Sie ist auf der Suche nach gefährlichen Dominanten, die ihre Freundin Grace in den Tod trieben. Während Master Sean mit jeder Session tiefer in Hazel vordringt, befürchtet Hazel, dass er etwas mit dem Selbstmord von Grace zu tun hat. Warum sonst verbietet er ihr, die Kellerräume des Sadasias aufzusuchen?
Hazel findet sich in einem Strudel des Lustschmerzes wieder, aus dem es scheinbar kein Entrinnen gibt ...

Über die Autorin

Linda Mignani wurde in Kirkcaldy (Schottland) geboren und lebt glücklich verheiratet im Ruhrgebiet. Schreiben und Malen zählen zu ihren Leidenschaften und beides hat erstaunlich viel gemeinsam. Frauenuntypisch besitzt sie nur eine Handtasche aber unzählige Turnschuhe und noch mehr Wanderschuhe, die...

Weitere Teile der Federzirkel Serie

Leseprobe

Sean spürte nicht nur die Belustigung seines Partners Keith, diese stand dem Kerl breit ins Gesicht geschrieben. Keith grinste, sodass er einem Schiffbrüchigen ähnelte, auf dessen Insel eine nackte Frau angespült wurde, die unter dem Arm drei Familienpizzen sowie obendrein eine Gerte trug und auf deren üppigem Hinterteil eine „Spank me!“-Tätowierung prangte. Mit seinen einsachtzig war Keith kleiner als Sean, jedoch verfügte er über die Statur eines Suffolk Punches, einer englischen Kaltblutpferderasse, und der Gewandtheit eines Leoparden. Lässig lehnte Keith mit verschränkten Armen an der Wand.
Sean warf ihm einen dunklen Blick zu, verspürte den Wunsch, eine schüchterne Subbie vor...

...sich zu haben, die wusste, wann es vorteilhaft war, die Klappe zu halten. Keith wackelte vergnügt mit den Augenbrauen.
„Was ist los, Master Sean, Lust mir für mein ungebührliches Verhalten den Popo zu versohlen?“
„Nur wenn du dir vorher den flauschigen Arsch epilierst.“ Ein tiefes Seufzen entschlüpfte Sean, denn unerbittlich nagte die Erkenntnis an ihm, dass er sich mehr auf die Spezialaufgabe freute, als gut für ihn war. Die Inhaber des Federzirkels, die Sullivan-Brüder, hatten ihm den Gefallen abgerungen, schließlich liebte er Herausforderungen, und diese versprach eine originelle Verlockung. Der Stress der vorherigen Monate forderte seinen Tribut. Der letzte harte Einsatz zerrte noch immer an seinen Nerven. Zudem unterwanderten gefährliche Dominante die BDSM-Szene, veranstalteten ein risikoreiches abartiges Spiel und nahmen es wohlwollend in Kauf, ihre Opfer zerstört zurückzulassen. Es wäre eine Erholung, sich mit einer angenehmen Tätigkeit zu beschäftigen, ein Puzzle aufzudecken, das ihm Freude bereitete.
Manchmal stellte es eine Seuche dar, dass er und Keith sich in- und auswendig kannten. Keith bedeutete ihm viel, er war nicht nur seine rechte Hand im Sadasia, sie besaßen zudem ein langjähriges Vertrauensverhältnis, anders ging es nicht bei einer Spezialeinheit. Nachdem sie den Terrorschauplätzen nach außen hin den Rücken zugekehrt hatten, eröffneten sie eine Gartenbaufirma, Roses and More, und das Sadasia, einen privaten BDSM-Club. Ab und zu erledigten sie ein paar Sonderaufträge, entledigten sich des Unkrauts dieser Welt auf eine besondere Weise, während sie woanders Rosenbüsche pflanzten.
Sean platzierte sich hinter dem Schreibtisch und legte sein einschüchterndes Mastergesicht auf. Keith quittierte es mit einem amüsierten Schnauben.
Sobald die Sullivans mit der kleinen Sub eintrafen, würde Keith genauso bedrohlich wirken wie er. Hazel Brandon tat ihm ein wenig leid.
Normalerweise behandelten sie eine unerfahrene Sub mit Nachsicht sowie einem freundlichen Gesicht, ließen sie anfangs einen Hauch von Dominanz spüren, bis sie Vertrauen fasste, aufgeschlossen für weitergehende Maßnahmen war. Schmerz und Lust waren ein schmaler Grat, zu leicht konnte man in den Abgrund stürzen oder die Sub gnadenlos hinunterstoßen.
Dieser Fall strotzte vor Ungereimtheiten. Ihnen war eine angebliche Autorin ins Netz gegangen, die sich ins Chili, ein befreundetes Dominastudio, eingeschlichen hatte, mit dem Ziel, Material für ein Buch zu sammeln, das auf die Gefahren und die Genüsse in SM-Beziehungen hinwies. Sie versuchte tatsächlich, durch ein Kellerfenster zu klettern, blieb stecken und landete obendrein mitten in einer Session von Mistress Sarah, die noch nicht entschieden hatte, ob sie sich über den Vorfall köstlich amüsierte oder Erzürnung überwog.
Das mit dem Manuskript hatte Hazel zumindest bei dem Verhör mit John Sullivan behauptet, der ihr das mit den Recherchen nicht glaubte, doch zurzeit nicht die Energie besaß, selbst hinter ihre wahren Beweggründe zu kommen. Wahrscheinlich wusste John, dass Sean eine angenehme Ablenkung benötigte.
Der Federzirkel hatte die angebliche Autorin nicht nur festgesetzt, sondern gelangte auch zu der Erkenntnis, dass die ganze Geschichte zum Himmel stank und Hazel Brandons Motive einen triftigen Hintergrund hatten. Sie wirkte verzweifelt. John, der oberste Maestro des Federzirkels, vermochte hilflosen Frauen nicht zu widerstehen, daher hatte er Hazel das Angebot unterbreitet, sie in das Sadasia einzuführen und unter die Obhut von Sean zu stellen. Sie war so klug oder so dumm, die Offerte anzunehmen. Hazel würde als neue Sub im Sadasia ein intensives Programm durchlaufen, um ein gut recherchiertes Manuskript bei ihrem Verlag abgeben zu können. Das hatte John mit ihr vereinbart, in dem Wissen, dass sie log.
Allerdings kannte der Verleger sie nicht. Er hatte nicht gelogen, als Sean bei ihm aufgetaucht war. Der Kerl hatte ihn angesehen, als ob der Grinch persönlich vor ihm in Erscheinung getreten wäre, bewaffnet mit einem Filetiermesser.
Sean klappte die Kladde auf, die ihr Dossier enthielt und überflog den Bogen. Das Wort „nein“, in einer angenehmen klaren Handschrift, sprang ihm fast bei jeder Frage entgegen.
Laut den Unterlagen besaß sie weder eine ausgeprägte devote Ader noch hatte sie jemals daran gedacht, dass jemand sie anal fickte. Lügen über Lügen, die ihm eine Menge Spielraum gewährten. Lustvoller Schmerz war ihr fremd. John hatte ihm mitgeteilt, dass sie ihre Neigung mit allen Mitteln verleugnete, angeblich nur auf die Auswirkungen hinweisen wollte, die Lustschmerz mit sich brachte. John hatte ihn angelächelt wie ein Schaf, das von einem Vampir gebissen wurde und sich gerade in ein Geschöpf der Nacht verwandelte.
„Du wirst sie hart und gleichzeitig sanft anpacken müssen, es sollte dir leichtfallen, schließlich beherrschst du das Spiel perfekt … Master Sean."
Wo waren die Zeiten hin, als ihn niemand einschätzen konnte? Es war ein Fluch, sich mit erfahrenen Dominanten abzugeben, die selbst ihn durchschauten. Keith räusperte sich und ähnelte einer dämonischen Version von Shrek. Bei der Frage, ob sie sich ein Spanking vorstellen könnte, hatte sie „nur mit der Hand“ daneben geschrieben.
Unerfahrene Subbies unterschätzten die Pein, die eine Handfläche auszulösen vermochte, ebenso den psychischen Aspekt der Furcht, die starke Erregung hervorrief, sofern der Master das Handwerk beherrschte.
Ein Klopfen an der Tür kündigte ihren Besuch an. Sean konnte es kaum erwarten, das Projekt Hazel in Angriff zu nehmen. John und Dean lieferten sie persönlich im Sadasia ab. Die dunklen Brüder schenkten ihm ein tiefschwarzes Grinsen.
Das mitleiderregende Ding trug zwar keine Fesseln, doch die Sullivans umfassten ihre Arme und schleppten sie halb in den Raum. Sie versuchte, den Griff zu sprengen, der Rücken war kerzengerade, und sie hatte ein wundervolles Blitzen in den Augen.
Eine Kämpferin.
Als sie Sean ansah, wich ihr die restliche Farbe aus dem Gesicht. Vielleicht übertrieb er es. Sie sollte nicht aus Angst zusammenbrechen, noch ehe er sie berührte. Und anfassen würde er sie, bis sie zitternd vor, unter und auf ihm lag, vor ihm kniete, ihm den roten Arsch entgegenreckte, die Scham nass und geschwollen vor Begierde.
Eine kleine kurvige Herausforderung, mit schulterlangen Haaren in einem Mokkaton und Augen in der Schattierung von gutem Brandy. Mit Mühe unterdrückte er ein Schmunzeln, da ihre üppige Weichheit ihm zusagte, was die Sullivans wussten. Dann das pralle Gesäß, es juckte ihn in den Fingern, seine Zeichnung auf ihm zu hinterlassen. Sie benötigte kein „Spank me!“-Tattoo, ihr Hinterteil war geschaffen für einen Master.
Er konnte es kaum abwarten, sie nackt zu sehen, die Fülle der Brüste in den Handflächen zu wiegen, während sie ihre Lust bekämpfte. Ein Master zu sein, beinhaltete eine Reihe von Vorteilen; sie würde sich seinen Befehlen nicht widersetzen können. Das würde sie nur schaffen, wenn sie auf der Stelle aufgab und das Arrangement beendete.
Und das würde sie nicht, das Funkeln in ihren Augen zeigte es ihm deutlich, jedoch besaß sie nicht den Hauch einer Chance, gegen ihn zu bestehen. Zudem stand ihr klar ins Gesicht geschrieben, dass sie ein Geheimnis hütete, ein Geheimnis, das ihr zusetzte, so sehr, dass sie sich auf den Deal eingelassen hatte, vier Wochen ein intensives Training von ihm zu erhalten.
Jetzt musste er herausfinden, was ihre wahren Gründe waren.

Hazel war froh, dass die teuflischen Brüder sie hielten, sonst wäre sie allen Versuchen zum Trotz zurückgewichen, als Sean sich aufrichtete und seine Präsenz sie gnadenlos packte, gleich einem Hurrikan. Der Typ war genauso groß wie die Sullivans und überragte sie selbst deutlich.
Warum konnte es nicht die dunkelhaarige übergroße und hohe Riesentruhe sein, die mit verschränkten Armen an der Wand lehnte? Er erschien bedrohlich genug.
Sean sah ihr direkt in die Augen, blaue Intensität, die sie auf der Stelle verunsicherte. Ein Master, wie die anderen drei Kerle. Bei ihm wirkte es schlimmer. Dean und John glichen Panthern, Sean dagegen war ein Tiger, ebenso gefährlich, leise, tödlich. Man bemerkte die Gefahr erst, wenn sie über das Opfer hereinbrach. Sie fühlte sich gleich einem Hauskätzchen, mit kleinen Krallen und winzigen Zähnchen. Die Raubkatze würde sich auf sie stürzen, sie überwältigen, zerpflücken, anschließend neu zusammensetzen, so wie es ihr passte.
Und sie dumme Ziege stimmte dieser Mission freiwillig zu. Gerade dämmerte ihr die Erkenntnis, dass es sich als eine Mission Impossible herausstellen könnte, denn sie war mit Sicherheit kein Ethan Hunt, nicht einmal ein 007, höchstens ein 00-Agent.
Sie akzeptierte einen Tango mit dem Teufel, diese Gewissheit beschleunigte ihren Herzschlag, welcher ohnehin einen Cha-Cha-Cha in ihrer Brust hinlegte.
Reiß dich zusammen.
Informationen über die Besitzer des Sadasia herauszufinden, könnte sie auf die Spur der Perversen lenken, die zum Tod von Grace geführt hatten. Die BDSM-Szene war schwer zu knacken, ein Eindringen in die privaten Clubs stellte fast eine Unmöglichkeit dar. Sie hüteten ihre Privatsphäre und ihre Geheimnisse mit scharfen Augen. Sie glaubte kaum, dass es ihr gelungen war.
Zu ihrem Entsetzen lösten John und Dean ihren Griff, sodass sie die ganze Willenskraft hervorkramen musste, um nicht zu rennen, bis sie eine Klippe erreichte, von der sie sich herunterstürzen konnte.
Kein Kerl sollte sich auf diese Art bewegen dürfen, wie ein Gladiator, der zum Angriff ausholte, bei dem sie einen Crashtest-Dummy repräsentierte.
Wenn sie nur vorher gewusst hätte, was Sean Carrigan für eine Ausstrahlung besaß, dann hätte sie niemals zugestimmt.
Doch nun stand sie hier, und es war zu spät, um einen Rückzieher zu wagen. Sie würde keine erneute Chance bekommen.
Er ragte vor ihr auf, genau in dem perfekten Abstand, dass er sie mustern konnte, sie sich nackt fühlte, seelisch entblößt, zugleich erhitzt. Ihre Begegnung mit Sean würde nicht unpersönlich bleiben, sondern sich verdammt persönlich gestalten. Die Gewissheit wirkte gleich einer heißen Dusche, bei der die Wassertropfen über ihre Haut prickelten und sich nicht abkühlten. Er würde sie bestrafen. Ihr blieb nur übrig, sich ihm zu unterwerfen. Erst in diesem Moment erfasste sie die Erkenntnis in ganzer Tragweite. Master Sean war kein Schokodrops, stattdessen eine nachtschwarze gefährliche Versuchung.
Gehörte er zu den Ratten, die Grace die Entsetzlichkeiten angetan hatten?
Die Männer tauschten eine kurze Begrüßung aus. Die hohe Truhe hieß Keith, er schenkte ihr ein Lächeln, das einem Hengst ähnelte, bevor er eine Stute jagte, die er besteigen wollte.
Bei den Heiligen!
Sie starrte auf die unglaubliche breite Brust ihres Gegenübers, dessen Oberkörper in einem engen dunkelblauen T-Shirt steckte und einen Kontrast zu den dunkelbraunen Haaren bot, die er kurz geschnitten trug.
„Wir hören voneinander, Maestros.“
Mit äußerster Willensanstrengung unterdrückte sie den Impuls, sich an Johns Bein zu klammern, ihn um Gnade anzuflehen. Die Sullivans ließen sie allein mit dem Kerl und der Truhe. Sie setzte einen Schritt zurück, als Sean die Hand hob, um sie zu berühren. Der Ausdruck in seinen Augen verwandelte sich in eine stählerne Härte.
„Das ist verboten, Sub.“ Betont langsam streichelte er ihre Wange, die Fingerspitzen rau und kraftvoll. „Tust du das noch einmal, bestrafe ich dich. Ich erwarte deine Zugänglichkeit, dein Entgegenkommen, deine bereitwillige Unterwerfung.“
Sie hegte keinen Zweifel, dass er nicht den Hauch eines Skrupels besaß, die Vereinbarung durchzuziehen. Im Gegensatz zu der Entschlossenheit in seiner Mimik, war die Berührung unendlich sanft, beruhigend.
„Du willigst freiwillig ein, ein vierwöchiges Subtraining von mir zu erhalten?“
„Ja.“
„Das heißt: Ja, Master Sean.“ Er sah sie abwartend an, und sie wiederholte widerwillig das Gewünschte. „Diesen Tonfall möchte ich nicht mehr bei dir hören. Es sei denn, du legst es darauf an, den Stock zu spüren.“
Am liebsten hätte sie ihm gegen das Schienbein getreten, ihm den Inhalt der Wasserflasche, die auf dem Schreibtisch stand, über den Kopf geschüttet, diesem arroganten Wüstling.
„Versuch es ruhig.“
Konnte der Typ Gedanken lesen?
Die Silben weigerten sich erneut, ihre Kehle zu verlassen, ihre Stimmbänder waren plötzlich wie eingefroren. Die Kerle wollten sie bestimmt nur einschüchtern. Im Geist nahm sie die Position des schlummernden Bären ein, die sie immer beruhigte. Was sollten sie ihr schon antun?
Der Bär warf ihr einen Blick zu, ehe er davonrannte, als ob ein T-Rex vor ihm auftauchte. Selbst ihr Yoga ließ sie im Stich.
Keith stieß sich von der Wand ab und blieb hinter ihr stehen. Sie spürte seine Körperwärme, den Atem auf ihrem Nacken, bevor er sie mit den Lippen berührte.
Berührungen gehören dazu. Stell dich nicht an.
Sie wäre dennoch zur Seite gewichen, aber sie fand sich in seiner stahlharten Umklammerung wieder.
„Fass mich nicht an, du Wombat.“ Sie biss sich auf die Zunge, zuckte innerlich zusammen, denn Panik drohte sie zu übermannen.
Schlag mir nicht ins Gesicht.
Sean hob tatsächlich die Hand, und sie schloss die Lider, doch es war kein Hieb, der sie traf, stattdessen umfasste er ihren Nacken und küsste sie leicht auf den Mund.
Geschockt öffnete sie die Augen.
Keith machte ein Geräusch, das sie nicht deuten konnte, sich aber wie ein unterdrücktes Lachen anhörte. Sean lächelte sie an, es war das angsteinflößendste Lächeln, das sie jemals erblickt hatte.
„Entschuldige dich bei Master Keith.“
Sie wollte es nicht tun, aber die Silben sprudelten ihr von den Lippen. „Es tut mir leid … Master Keith.“ Die Worte klangen sogar in den eigenen Ohren panikerfüllt.
„Du weißt, warum du an diesem Ort bist?“
„Ja, Master Sean.“ Wie albern, jemanden auf diese Weise zu betiteln.
„Das bezweifle ich.“ Belustigt zog er die Augenbrauen hoch. „Deine Angaben zur Verhütung entsprechen der Wahrheit?“
Sie nickte, schob noch ein „Ja, Master“ hinterher. Anscheinend war der Small Talk erledigt.
„Zieh dich aus.“
Einfach so? Sie hatte damit gerechnet, es in der Theorie durchgespielt. John hatte ihr gesagt, dass zugängliche Nacktheit von ihr erwartet wurde. Dennoch stand sie wie erstarrt und bemerkte irritiert, dass seine Stimme sie in den Bann zog. Sie war so dominant, so maskulin, gerade mit genügend Schärfe, um sie in den Gehorsam zu zwingen. Es erweckte ihren Trotz, jedoch ahnte sie, das Gefühl auszuleben, bekäme sie schmerzvoll zu spüren.
Sie besaß eine Reihe Bücher, die sich mit dem Thema BDSM beschäftigten. Jedes Mal, wenn sie eine Bestrafungsszene gelesen hatte, masturbierte sie, stellte sich vor, wie es sein würde. Doch keine Lektüre hatte sie auf Master Sean Carrigan vorbereitet.
Er folgte mit der Fingerspitze dem Ausschnitt ihres engen Shirts. Sie spürte es überdeutlich. „Dir scheint deine demütige Veranlagung Schwierigkeiten zu bereiten. Oder ersehnst du dir eine theoretische Recherche herbei? Hat Maestro John sich nicht klar genug ausgedrückt?“ Das Lächeln verschwand von seinem Gesicht. „Entweder gehorchst du mir auf der Stelle oder du gehst.“
Alles, nur das nicht. Dann wäre die Tür auf immer verschlossen. John hatte ihr die Details erläutert. Hitze überfiel sie bei der Erinnerung. John hatte sie auf seinen Schoß gezogen, ihre zitternden Hände in seinen gehalten und ihr ausführlich dargelegt, was genau Zugänglichkeit bedeutete. Auch ihre Züchtigung hatte er beschrieben und behauptet, Master Sean würde sicherstellen, dass sie es genoss.
So ein Unsinn. Aber da hatte sie noch gedacht, dass John und Dean die dominantesten Kerle seien, die jemals das Licht der Sonne erblickt hatten.
Was für ein fataler Irrtum.
„Dir steht eine Bestrafung bevor, die du gerade erweiterst.“ Er beugte sich vor, bis sein Atem ihr Haar streifte. „Oder möchtest du, dass wir dich ausziehen? In diesem Fall wird es kein erotisches Spanking, sondern nur ein Spanking. Vielleicht genießt deine devote Ader genau diese Art von Behandlung.“
Sie konnte das, sie musste es tun, dennoch stand sie wie angewurzelt.
„Ich bin nicht devot.“
Beide Männer schnaubten.
„Du willst uns erzählen, du besitzt dominante Veranlagungen?“
Woher sollte sie es wissen? Sie hatte bis jetzt ausschließlich Vanillabeziehungen mit leichten Orgasmen gehabt, wenn sie überhaupt einen erreichte. Mit BDSM hatte sie sich erst beschäftigt, als Grace in die Szene eingetaucht war, sich grundlegend verändert hatte, bis jemand ihr Dinge angetan hatte, die nichts mit Safe, Sane und Consensual gemeinsam hatten.
Keith trat vor Hazel, und Sean setzte einen Schritt zurück.
„Wir haben mit Mistress Sarah vereinbart, dass du bestraft wirst für dein unerlaubtes Eindringen in ihr Studio, für die Drohungen, die du ausgestoßen hast.“
Die Erinnerung an den Vorfall erweckte in ihr Übelkeit. Wie peinlich, und dieser arme Kerl in der Sträflingsuniform, der auf dem Boden lag, während Mistress Sarah …
Erschaudernd beendete sie die Gedanken. Wenn Sean so etwas mit ihr tun würde …
Allein daran zu denken, raubte ihr den Mut.
Unvermittelt umschloss seine starke große Hand ihren Nacken. „Sei froh, Süße, dass sie deine Züchtigung nicht persönlich ausführt. Deine Befürchtungen, dass wir dir das Gleiche antun, was Mistress Sarah ihrem Sklaven angetan hat, sind unbegründet.“
„Gott sei Dank!“
Die Männer grinsten, es stahl ihnen nicht die maskuline Ausstrahlung.
Wie war sie in diesen Schlamassel geraten?
Es gab kein Entrinnen, daher brachte sie es am besten hinter sich. Schließlich war es nur Schmerz, und sie weigerte sich, ihm mehr zu geben. Er würde sie nicht dazu kriegen, dass sie ihn genoss und sich in einen bebenden Haufen verwandelte, der seine Berührung herbeisehnte.
Oh Jesus. Sie glaubte den eigenen Worten nicht.
Sie packte den Saum des Shirts und zog den dunkelroten Stoff über den Kopf, verfluchte ihre zitternden Hände. Sie ging oft in die Sauna, duschte in der Gemeinschaftsdusche des Fitnessstudios. Nackt vor Unbekannten zu stehen, war ihr nicht fremd. Doch genau das stellte den Knackpunkt dar. Sean und auch Keith wirkten nicht fremd, sondern viel zu vertraut.
Sie griff nach dem Verschluss des BHs.
„Nein, zuerst die Jeans, Dolcezza.“ Er betonte das Kosewort auf eine Weise, die ihr wie Honig über das Bewusstsein floss.
Sie streifte die flachen Schuhe von den Füßen und schlüpfte ungelenk aus ihrer Lieblingsjeans. Sean stützte sie an den Schultern.
„Langsam, kleine Sub. Auf den Knien wirst du dich schnell genug wiederfinden. Den Rest ziehe ich dir aus.“
Sie schluckte die zornige Antwort hinunter, noch immer die Androhung der Strafe im Ohr. Sie war nicht devot, verzweifelt klammerte sie sich an diesen Gedanken.
Bist du wohl.
Bin ich nicht, ich bin nur hier, um etwas über Grace herauszufinden.
Lügnerin! Sean heizt dich auf wie ein Heizstrahler.
Sie richtete sich auf und traf seinen Blick, der sie erregte. Hazel spürte es deutlich. Sie würden ihre Figur kritisieren, mit dem Busen, der nichts mit einem starren Silikonbusen gemein hatte, anfangen, sobald sie ihr den BH ausgezogen hätten. Das würde dem Zauber, den er auf sie ausübte, einen Dämpfer erteilen.
Hazel mochte ihren Busen und die weiblichen Formen. Doch die meisten Dates, mit denen sie sich in letzter Zeit getroffen hatte, bevorzugten dünne Frauen, selbst wenn sie gierig auf Hazels Oberweite starrten. Wahrscheinlich, da sie kaum etwas aßen, im Restaurant nicht viel kosteten und den Kerlen Heulattacken ersparten, weil sie in jedem Schuhgeschäft problemlos nicht nur ein Paar Stiefel fanden, sondern eine Horde. Hazel liebte es zu kochen und zu essen, am liebsten gemeinsam mit einem Mann.
Sean überraschte sie, denn er wirkte, als wüsste er ihre Kurven zu schätzen. Vielleicht, weil sie mehr Polsterung bei einer Züchtigung besaß und er härter zuschlagen durfte.
Sie verbat sich, weiter darüber nachzudenken wie es wäre, Schmerz von ihm zu erfahren, sonst würde sie noch in Tränen ausbrechen. Hazel Brandon weinte nicht vor anderen, unter keinen Umständen. Dies war ihr Motto.
Sie schwankte, und Sean hielt sie einen Moment. Selbst sein Geruch erschien angenehm. Konnte er nicht müffeln? Dann hätte sie ein Mittel, das ihr half, mental gegen ihn anzukämpfen. Aber nein, er roch rein wie frischer Schnee, der sanft auf den Boden rieselte.
Was für ein irrsinniger Vergleich!
Master Sean glich mehr einer Naturkatastrophe als tanzenden Flocken. Mit sicheren Bewegungen löste Sean den Verschluss und zog ihr den weißen Spitzen-BH vom Körper, lächelte sie an, folgte mit warmen Fingerspitzen den Konturen ihrer Schlüsselbeine. Hazel widerstand der Versuchung, die Arme über dem Busen zu kreuzen, jedoch die Röte, die sich ihrer bemächtigte, zeigte allzu deutlich, dass sie Scham verspürte.
Sean ging vor ihr in die Hocke und umfasste ihre Hüften, bevor er äußerst langsam das Spitzenhöschen nach unten zog. Sie spürte seinen Atem auf ihrem blank rasierten Geschlecht. Der Augenblick wirkte unendlich intim, schlimmer noch, weil sie Lust empfand, die sich ihrer unerbittlich bemächtigte.
Die ganze Situation war unglaublich intensiv. Moderne unabhängige Frauen willigten nicht freiwillig ein, in diese Lage zu geraten. Und doch hatte Hazel vom ersten Moment an, als Grace ihr von ihrer devoten Seite erzählte hatte, von Kerlen geträumt, die keinerlei Hemmungen besaßen, sie in den Gehorsam zu zwingen. Sich ohne Skrupel zu nehmen, was sie begehrten.
Sean trat einen Schritt zurück, um sie zu mustern. Die Stille im Raum presste auf sie nieder, bis sie Hazel zu ersticken drohte. Die Hitze in den Blicken fühlte sie bis in die Zehenspitzen, denn sie streichelte ihre Haut, gleich einer seidigen Berührung. Seidenflammen erwarteten sie, ein zutreffender Vergleich.
„Großartige Brüste und ein Arsch geschaffen für ein Spanking. Perfekt. Du hast einen wunderschönen Körper, gerundet auf eine Weise, die ich bevorzuge.“
Kein unangenehmer Geruch, keine Beleidigungen. Sie gaben ihr nichts, um gegen diese Wirkung, die sie auf sie ausübten, anzukämpfen.
„Entspanne dich.“ Sean legte die Handfläche auf ihren rechten Busen und massierte ihn zärtlich.
Sie wollte es nicht als angenehm empfinden, doch ihrem Leib gefiel zu gut, was er tat. Und das Bewusstsein, dass sie ihm für vier Wochen gehörte, verunsicherte sie, weil es sie schrecklich erregte.
„Deine Nippel sind bereit, schmerzvolle Lust zu erfahren.“
„Ich hasse Schmerz.“
Er kniff in die pulsierende Brustwarze und raubte ihr ein Stöhnen. „Ich lasse dir diesen Schwindel durchgehen, denn noch weißt du es nicht besser.“ Er lächelte, und diesmal war es ein warmes Lächeln.
Instinktiv lehnte sie sich in die Berührung, zerschmolz unter seiner Ausstrahlung. Sie war eine Schneeflocke, landete verloren auf seiner Oberfläche, und er absorbierte sie. „Deine Unerfahrenheit bewahrt dich vor einer Ausdehnung der Strafe für dieses Vergehen, aber dass du devot bist, erkennt ein Dominanter auf den ersten Blick. Ich verabscheue nichts so sehr wie eine Lüge.“
Musste er ausgerechnet den Finger in ihre Schwächen bohren?
Er ließ die pochende Spitze nicht los, stattdessen zupfte und zwirbelte er sie, bis sie sich gezwungen sah, sich an ihm festzuhalten.
„Als ich dir das Höschen über den hübschen prallen Arsch gezogen habe, konnte ich deine Lust riechen. Deine Pussy ist klatschnass.“
Was bildete der Kerl sich ein! Wieso sagte er etwas dermaßen Verruchtes?
Er warf lachend den Kopf zurück.
Das Schlimme war, dass er recht hatte, die Situation erregte sie ungeheuerlich, wie eine Entführungsfantasie, bei der man zuerst selbst die Regie führte, dann jedoch zu der Erkenntnis gelangte, dass jemand anderes das Zepter übernahm, mehr mit einem anstellte, als die eigene Fantasie hergab.
„Bestehst du darauf, dass du dominant wärst, lieber die Gerte schwingst, als sie auf der Haut zu spüren?“
Er vermittelte ihr das Gefühl, sie tappte mitten in eine Falle, aus der es kein Entkommen gab. Sean bediente einen Knopf auf dem Telefon, und eine dunkle Stimme meldete sich durch die Freisprechanlage.
„Master Carl, ist Sub Lacy bestraft worden?“
Der Master verneinte, und Hazel lief es eiskalt den Rücken entlang.
„Bitte bring sie her.“
Wieso nur drohten ihre Beine erneut nachzugeben? Sean fasste nach ihr, hielt sie mit heißen kräftigen Händen an der Taille fest und zog sie an seinen Körper, sodass ihre Brüste sich gegen ihn pressten.
Er streichelte über die Konturen ihrer Rückseite und umfasste die Pobacken. Sie erstarrte unter der Intimität, denn sie spürte sie überdeutlich, die Rauheit der Handflächen, die starken langen Finger, die Kraft, die in ihm steckte, gewürzt mit Dominanz, die auf sie einprasselte wie Hagelkörner auf nackte Haut. Prüfte er die Beschaffenheit ihres Hinterns, um zu analysieren, was er mit ihr anstellen konnte?
Dieselben Hände würden sie bald züchtigen, ihr Pein zufügen, bis sie zerbrach.
Oder bis du vor Lust schreist.
Wenn er mit leichten Berührungen bis in die Abgründe ihres Bewusstseins drang, wie sollte sie unbeteiligt und emotionslos bleiben, sobald er richtig loslegte, sie peitschte, sie bestrafte, sie zum Orgasmus zwang. Hazel realisierte, dass ihr Plan ihr entglitt, sie reagierte bereits jetzt mit all ihren Sinnen. Dabei hatte er ihr kaum etwas angetan. Sie holte tief Luft und versuchte, das Ziel zu erkennen, sie musste durchhalten, nur so konnte sie Grace rächen und Bonsai, ihren geliebten Hund. Sie durfte nicht nach den ersten Minuten versagen.
Falls sie die vier Wochen nicht durchstand, wäre ihr Eindringen in die exklusive BDSM-Welt versperrt. Nicht nur, dass sie herausfinden wollte, ob das Sadasia Grace misshandelt und an Hazels Entführung beteiligt gewesen war, obendrein würde sie ein Training erhalten, das ihr den Weg in andere Studios erleichterte. Wie ein Zeugnis würde es ihr den Weg ebnen.
Ihr war zum Heulen zumute, und sie wünschte sich, sie könnte ihren Kummer hinausbrüllen, sich Sean anvertrauen. Sie verabscheute es, zu lügen.
Er legte zwei Finger unter ihr Kinn und hob es sanft an, blickte ihr lange in die Augen. Er sah direkt in sie hinein, sie wusste es, ahnte, dass sie hoffnungslos verloren war. Er durfte einfach nicht zu den Monstern gehören, die die Grausamkeiten getan hatten.
Sie biss sich auf die Zunge, um das unwiderstehliche Verlangen zu unterdrücken, ihm entgegenzubrüllen, warum sie wirklich hier war. Dass nicht nur sie sich in Gefahr befand, sondern auch er, falls das Sadasia unschuldig war, ebenso wie der Federzirkel. Aber sie musste erst mehr über ihn herausfinden, bevor sie ihm vertraute. Grace war naiv gewesen, leichtgläubig und sorglos, und das hatte ihr den Tod eingebracht.
Der Moment verstrich ungenutzt, denn ein Klopfen an der Tür riss sie aus der Starre. Sean trat von ihr zurück, hinterließ ein eigenartiges Gefühl der Leere. Grace hatte ihr von dem Band erzählt, eine unsichtbare Verknüpfung, die den demütigen und den dominanten Partner mental vernetzte. Es stimmte.
Ein unheimlich wirkender glatzköpfiger Kerl trieb eine kleine Blondine vor sich her. Hazel versuchte, gelassen zu bleiben, zu wirken, als ob ihre Nacktheit eine alltägliche Situation darstellte. Lacy sah nicht in ihre Richtung, der Dominante hegte in dieser Hinsicht keinerlei Hemmungen.
Er musterte sie gleich einer Ware, die in einem Schaufenster stand. Sie warf ihm einen „Du Arschloch“-Blick zu. Er leckte sich über die Lippen, und sein Ausdruck verwandelte sich in einen Gletscher. Unvermittelt ragte er vor ihr auf, packte ihr Kinn in einem schmerzhaften Griff. Hilfe suchend sah sie zu Sean, krümmte sich innerlich zusammen, als die Erkenntnis auf sie donnerte, dass Sean kein weißer Ritter war, der ihr zu Hilfe eilen würde. Er war ein dunkler Dämon, daran beteiligt, die prüde Jungfrau in ein Werkzeug der Lust zu wandeln. Hatte sie nicht immer ein Faible für die bösen, interessanten Charaktere gehabt? Master Sean schenkte ihr eine unbeteiligte Mimik, doch sie meinte, für einen Sekundenbruchteil Wärme in den Tiefen seiner Pupillen zu entdecken.
„Einen Master auf diese Weise anzufunkeln, zieht Schmerz nach sich, Sub. Solltest du mich erneut derart ansehen, frage ich Master Sean, ob ich dich auf die Strafbank legen darf, um dir die Frechheiten auszutreiben.“
Sie stieß einen Atemzug aus, spürte förmlich, dass sie erbleichte. Master Carl sah sie abwartend an.
„Es tut mir leid, Master Carl.“
Seine Augen wurden weich. „Dir ist verziehen, unerfahrene Sub Hazel.“
Gott verdammt, sie war keine Sub.
Lacy setzte sich in Bewegung, wirkte, als ob man sie zum Schafott führte. Hazel vermochte es ihr nicht zu verdenken.
Erst jetzt realisierte sie, was für Utensilien den Raum beherrschten: ein Strafbock, ein Sessel, der ungewöhnlich erschien, sowie verschiedene Ringe, die in den Wänden eingelassen waren. Selbst der Schreibtisch verwandelte sich in ein bedrohliches Instrument, und über den Holztisch dachte sie am besten nicht nach, denn ihn zierten Fesselvorrichtungen. Der Gedanke, hilflos zu sein, gefesselt, gespreizt, offen für alles, was Master Sean ihr antun wollte, erregte sie viel zu sehr. Das war nicht richtig.
Abermals ließen ihre Beine sie im Stich. Diesmal stützte Keith sie.
Die Blonde trug einen kurzen schwarzen Kimono und die Haare hochgesteckt. Sie sank anmutig vor Sean auf die Knie, den Blick zu Boden gesenkt, während ein Beben den schlanken Leib erfasste. Hazel würde lieber sterben, als sich auf diese Weise zu benehmen; unterwürfig und kriecherisch. Keith schob sie neben Sean, sodass sie Lacy ins Gesicht sehen konnte.
Sean hielt ihr die Hand hin, und Hazel weigerte sich, es zu glauben, doch Lacy küsste den Handrücken mit einer Selbstverständlichkeit, die sie erschütterte.
„Sieh mich an, Sub Lacy.“
Mit Tränen gefüllte grünblaue Augen sahen hoch.
Sean umfasste das zitternde Kinn; die Geste wirkte streng und nachsichtig zugleich.
„Bitte bestrafe mich, Master Sean.“
„Warum verdienst du eine Strafe?“
Lacy schluckte, und die Handflächen, die auf den gespreizten Beinen lagen, verkrampften sich.
„Ich habe Dominus Marc mit Absicht angerempelt, um seine Aufmerksamkeit zu erlangen. Dabei hat er seinen Kaffee verschüttet.“ Sie sah zu Boden, nur um mit einem kämpferischen Blitzen erneut hochzusehen.
„Und weiter.“
Mit nacktem Arsch auf einem zugefrorenen See zu sitzen, versprach mehr Wärme als die Stimme von Sean.
„Er hat mich gepackt, und ich habe ihn gebissen.“
Hazel wäre beinahe in Lachen ausgebrochen. Sie vermutete, es wäre ihr nicht gut bekommen. Lacys Schultern verspannten, dann funkelte sie Sean an, und Hazel erkannte in den Augen starke Erregung. Hazel fasste es nicht, sie schien sich auf den Schmerz zu freuen. Zudem wirkte sie alles andere als unterwürfig, obwohl sie da auf den Knien hockte und sich respektvoll benahm. Aber ihr Blick zeigte die wahren Gedanken. Lacy war eine Rebellin, der es deutlich erkennbar großen Spaß bereitete, die Rolle einer Sklavin einzunehmen. Grace war gebrochen gewesen, nachdem sie in den Fängen der Monster gelandet war.
Lacy war keine zerstörte Persönlichkeit, sondern ein Wildfang, verpackt in eine devote Hülle.
Carl presste die Lippen zusammen und sah nicht mehr halb so finster aus, denn offensichtlich hatte er Mühe, nicht in Lachen auszubrechen. Keith schmunzelte und sah liebevoll auf Lacy hinunter.
Carl blinzelte Hazel zu, ehe er sein Mastergesicht auflegte. Vielleicht versteckten sich Menschen in ihnen.
Sean zog Lacy auf die Füße. „Leg den Kimono ab und beuge dich über den Strafbock. Wir haben heute eine neue Dominante in unserer Mitte, die gern die Gerte schwingen möchte.“
Nicht eine Silbe des Protestes kam aus Lacys Mund. Sie sah Hazel kaum an.
Spöttisch grinsend drehte Sean sich Hazel zu, um ihr eine schwarze Gerte zu reichen.
Seine Worte fühlten sich wie ein Hieb in den Magen an.
„Spinnst du?“
Seine Pupillen verengten sich, steigerten die bedrohliche Ausstrahlung, die selbst eine Kampfemanze aus den Achtzigerjahren kreischend in die Flucht geschlagen hätte.
Ehe sie wusste, was sie tat, verschränkte sie die Hände hinter dem Rücken, wich zitternd vor ihm zurück, bis sie auf die Truhe traf, die ihr den Weg abschnitt. Hoffentlich schlug er sie nicht für die Respektlosigkeit.
„Verzeih mir, Master Sean.“ Ihre Stimme glich einem weinerlichen Witz.
„Du reitest dich immer tiefer in die Bestrafung, kleine Sub.“ Keith hörte sich zufrieden an. Er freute sich darauf, was Sean mit ihr anstellen würde. Ob er auch Hand anlegen würde? Sie beäugte die Pranken in der Größe von Tennisschlägern, die sie hielten.
Sean zog eine Augenbraue nach oben. „Angst vor der eigenen Courage? Wolltest du nicht deine dominante Seite erkunden?“
Sie starrte auf den hübschen Po der Devoten. Niemand auf dieser Welt könnte sie dazu bewegen, die Frau zu züchtigen, egal, ob Lacy es herbeisehnte. Hazel kämpfte gegen den Griff von Keith an, und ein unglaublich harter Schlag entflammte ihren Po.
„Hey!“ Sie drehte sich um, erstarrte unter der Haltung des Masters. Master Keiths Ausdruck erinnerte sie an einen Löwen, kurz bevor er auf seine Löwin sprang, ihr ins Genick biss, um sie für sich zu beanspruchen. Beinahe wäre sie auf die Knie gesunken, um sich zu entschuldigen.
Was war los mit ihr?
„Der Gedanke, Lacy zu dominieren, scheint dir nicht zu gefallen.“ Sean umrundete sie, blieb vor ihr stehen, um sie spöttisch zu mustern. „Vielleicht gefällt es dir besser, zuzusehen.“ Seine gesamte Haltung versprach Gefahr. „Dominus Carl, da die Disziplinierung hart ausfällt, reichst du mir bitte ein Paddel und nimmst auch eins.“ Er grinste gemein. „Wir wärmen sie gemeinsam auf.“
Hazel hatte nur noch im Sinn zu flüchten. Ehe sie die Gelegenheit bekam, es in die Tat umzusetzen, fand sie sich erneut in Keiths Armen wieder, der sie mit dem Rücken zu sich an den kräftigen Oberkörper presste, nicht davor zurückschreckte, mit ihren Nippeln zu spielen, sie fürchterlich verführerisch zu zupfen. Er zwang mit den Füßen ihre Beine auseinander, sichtlich amüsiert von ihrer Gegenwehr.
„Reiz mich nicht, Hazel, sonst könnte ich mich versucht sehen, deine Pussy zu untersuchen, die im Gegensatz zu dir meine Bemühungen zu würdigen weiß, sich nicht verstellt, sondern gierig darauf wartet, dass wir sie berühren.“
Sie sank zusammen, zu schwach, um gegen ihn zu bestehen. Ihr Herz schien zu überlegen, ob es aus ihrer Brust springen oder in ihre Zehen plumpsen sollte. Sie wollte das nicht beobachten, und dennoch spürte sie eine schreckliche Erregung, weil Lacy sich freiwillig über den Strafbock legte, der Züchtigung mit weitaus weniger Entsetzen entgegensah als sie selbst.
Die Männer umfassten zwei handbreite lederne Paddel und bearbeiteten abwechselnd den emporgestreckten Po. Die ersten Treffer führten sie nicht hart aus, dann nahmen sie an Schärfe zu, bis der Po glühend rot leuchtete. Sie schlugen unglaublich präzise zu. Lacy erduldete die Pein mit einer unfassbaren Anmut. Sie drehte sich nicht weg, schrie nicht und atmete gleichmäßig im Rhythmus der klatschenden Geräusche. Hazel sah die Feuchtigkeit, die Lacys Scham benetzte, die geschwollenen Labien, die darauf warteten, Stimulation zu erfahren. Sie genoss, was die Master ihr antaten. Genau wie Grace es ihr beschrieben hatte.
Der Geruch von Sex lag im Raum, eine erotische Atmosphäre, die sie nicht zu ignorieren vermochte.
Das musste jetzt reichen. Die rote Haut zeigte klar, dass der Schmerz bereits jetzt unerträglich sein musste.
Sean wandte sich Hazel zu, betrachtete sie, als ob er abschätzen wollte, wie viel sie aushielt, ob ihr die Szene nicht zu nah ging.
„Wir haben sie aufgewärmt, damit die Schläge der Gerte sie nicht schwer verletzen.“
Nein! Das durften sie nicht tun.
Sie streichelten den Po des willigen Opfers, und Sean packte in Lacys Haare, um den Kopf hochzuziehen. Intensiv musterte er sie, bevor er mit einem sadistischen Grinsen das Schlaginstrument ergriff.
Hazel war bewusst, dass Master Sean verantwortungsbewusst handelte, er hatte den Schauplatz unter Kontrolle, schien genau zu wissen, wie weit er gehen durfte. Immer wieder überprüfte er Lacy, berührte sie mit den Händen, als ob er mit ihr über einen schmalen Pfad an einer Steilküste entlangrannte, dabei sicherstellte, dass weder sie noch er in den Abgrund stürzten, stattdessen den wilden und gefährlichen Lauf mit allen Sinnen genossen.
Sosehr Hazel es von sich verlangte, die Lider zu schließen, wenigstens das Visuelle auszublenden, sie schaffte es nicht, und am schlimmsten war die Feuchtigkeit, die inzwischen die Innenseiten ihrer Oberschenkel nicht nur benetzte, sondern an ihnen hinunterlief. Hoffentlich wurde Keiths Jeans nicht nass, doch sie traute sich nicht, sich von ihm zu lösen, zu beschämend wirkte ihre offensichtliche Begierde. Falls er sie dort berührte, würde er merken, wie geil sie wirklich war.
Der Stock sauste auf den Po, bis rote Striemen ihn zierten, Lacy laut stöhnte, dann schrie, schlussendlich in Tränen ausbrach.
Hazel verspürte den Wunsch, Sean, dem miesen Schwein, die Faust ins Gesicht zu rammen.
Was, wenn er ihr das Gleiche antat? Nie im Leben könnte sie stillhalten wie Lacy, es genießen wie die Sub. Denn dass die Devote jeden Schlag der schrecklichen Pein zum Trotz genoss, war klar zu sehen.
Unvermittelt hörte Sean auf, streichelte die Rundungen, wartete, gab Lacy Zeit, sich zu sammeln. Er half Lacy auf die Füße, und sie warf ihm die Arme um den Hals. Ein Benehmen, das im Chili streng verboten war. Mistress Sarah hätte einen eiskalten Wutanfall bekommen, falls einer der Sklaven es gewagt hätte. Sie schaffte es, immer distanziert und frostig zu wirken, selbst wenn sie offensichtlich zornig war. Sie hatte Hazel gezwungen, die gesamte Session anzusehen, die sich vollkommen von dieser unterschied. Sean und keiner der anderen Master verhöhnten Lacy, lachten sie aus oder wiesen sie zurück, nicht ein beleidigendes Wort hatten sie gesagt. Sie sorgten sich um sie, Zuneigung schimmerte durch die Dominanz. Das verunsicherte Hazel immens, denn es drang in sie vor, wo sie Master Sean nicht an sich heranlassen wollte. Vielleicht hatte sie Glück und er würde Master Carl ihre Bestrafung durchführen lassen. Bei ihm besaß sie wenigstens den Hauch einer Chance, dagegenzuhalten.
„Es tut mir leid, Master Sean.“
Tröstend umarmte er Lacy. Wie konnte er nur, nachdem er ihr das angetan hatte! Doch Lacy beruhigte sich sichtlich. Die Augen strahlten. Das tränenüberströmte Gesicht sah Sean bettelnd an.
Er schenkte der Blonden ein warmes Lächeln, und sie sank vor ihm auf das Parkett, während er sie sanft an den Schultern hielt.
„Danke für die Strafe, Master Sean, Master Carl.“
Master Carl reinigte den Strafbock, der Hazel gleichzeitig erschreckte und reizte. Sie würde darauf Platz nehmen, darüber liegen, so lange Master Sean ihr die Frechheiten aus dem Leib trieb, sie über den Klippenpfad jagte, mit unbarmherziger Härte, sie womöglich dazu zwang, die Gefahr zu umarmen.
Sean nickte Carl zu, der die kleine Sub hochhob, ihr etwas zuflüsterte, und mit Keith im Schlepptau ließen sie Hazel allein mit Master Sean.
Sie befahl ihren Füßen, bewegungslos zu verharren, keine weitere Schwäche zu zeigen.
Er sollte bloß nicht glauben, dass sie sich vor ihm auf den Boden warf, um ihn darum zu bitten, sie zu spanken. Das konnte er sich abschminken.
Sie drückte den Rücken durch, und die pure Belustigung, die ihr entgegenschlug, weckte Zorn ihn ihr.
„Du wirst es lernen, Sub.“
Diese Gewissheit in der Stimme raubte ihr den letzten Rest an Vernunft. Niemals hatte jemand diese Wirkung auf sie ausgeübt.
Er blieb hinter ihr stehen, und sie rechnete damit, dass er sie mit Gewalt auf die Knie zwang, jedoch tat er es nicht. „Zeit für deine Bestrafung.“
Sie schluckte den Klumpen Angst hinunter, der schnurstracks in ihren Magen plumpste, sich ausbreitete, sodass sie fast von allein auf den Boden gefallen wäre.
Der Bock wirkte größer, als sie auf ihn zutrat, bis er ihr ganzes Bewusstsein einnahm. Sie legte sich auf die Querseite und Stille donnerte ihr entgegen.
Wieso fing er nicht einfach an?
„Nein, Hazel, ich führe das Spanking hier aus.“
Sie richtete sich langsam auf, erfasste entsetzt, dass er breit grinsend auf dem Thronsessel saß. Das pure Vergnügen, gepaart mit sexueller Spannung, stand ihm klar auf die maskulinen Gesichtszüge geschrieben.
Er plante, sie übers Knie zu legen!
Das erschien viel schlimmer als der Bock, war es doch intimer, ungleich verführerischer.
Abwartend hob er die rechte Braue. Hazel spürte jeden Schritt, den sie auf ihn zulief, wie einen Tornado in der Seele.
Er wollte sie bestrafen, ihr wehtun, sie zerbrechen, bis sie bereute, was sie getan hatte. Es war unfair. Sie hatte es nicht gewollt, die Umstände zwangen sie dazu.
Er half ihr nicht, verblieb stumm, bis sie ihn erreichte. Sie seufzte erleichtert auf, als er ihre Hand sicher mit seiner umschloss und sie zu sich heranzog. Zur Hölle, war der Kerl kräftig.
Jetzt verstand sie Lacy, weil sie das unwiderstehliche Bedürfnis verspürte, ihm die Arme um den Hals zu werfen, um seine Zuneigung zu empfangen.
Sie war nicht nur durcheinander, ihr Körper und ihr Bewusstsein taten einfach, was sie begehrten, ohne sie zu fragen.
„Bevor wir anfangen, möchte ich mich vergewissern, dass du keine starken Phobien besitzt. Dein Fragebogen ist nicht aussagekräftig.“
Seine Augenfarbe erinnerte sie an Eistropfen, die in der Sonne diamantengleich funkelten und den strahlend blauen Winterhimmel einfingen.
Als ob sie ihm noch mehr Munition überreichen würde, denn er würde ihre Gefühle benutzen, ihr damit schaden. Warum sonst fragte er danach?
Er zog sie zu sich heran, sodass sie zwischen seinen gespreizten Beinen stand. „Diese Warnung spreche ich nur einmal aus. Falls wir bei einer Session eine unbekannte Angst von dir aufdecken, reden wir darüber und beseitigen sie. Sollten wir jedoch auf eine Furcht von dir stoßen, die du kennst, bestrafe ich dich hart, bevor wir es ausdiskutieren.“
Er umfasste ihren Po, die Handflächen verführerisch wie duftende Rosen, aber sie ahnte, er würde ihr – ohne mit der Wimper zu zucken – die verflucht langen Dornen, die unter der Oberfläche lauerten, in die Haut bohren.
„Wir beide möchten nicht in einem Minenfeld landen. Sei ehrlich zu mir, kleine Sub. Ich verspreche dir, dass ich dir niemals schaden werde, was deine Phobien angeht.“
Und wenn er Nadeln nutzte, sie mit Rasierklingen schnitt, sie mit Kneifzangen folterte? Sie vergewaltigte?
„Hazel, bleib bei mir. Woran denkst du?“
Zum Teufel damit. Sie musste es ihm sagen, egal, was er mit dem Wissen anfangen würde. Irgendwie wusste sie, dass ihr Vertrauen nicht vergeudet war.
„Ich verspüre eine tiefgehende Panik vor Verletzungen, vor Blut, Nadeln, Schnittwunden.“
Alles, was sie Grace gegen ihren Willen angetan hatten.
Sie schrie die Worte in den Raum. Das mit Grace wäre ihr beinahe hinterhergesprudelt, doch sie schluckte es im letzten Moment hinunter.
Es schmerzte.
Sean zog sie auf seinen Schoß, was sie aberwitzigerweise beruhigte.
„Solche Praktiken sind nur was für extreme Masochisten und Sadisten. Gefühlvolle Pein, die du durch meine Hände erleidest, wirst du genießen, sie bis in dein Inneres spüren. Was anderes lasse ich nicht zu.“ Unvermittelt fasste er zwischen ihre Beine, liebkoste ihren Venushügel, wartete, bis sie ausatmete. „Dein Körper lügt nicht.“
Du schon, hing ungesagt in der Luft.
Ihre Schenkel hegten eigene Absichten, weil sie sich öffneten, um ihm besseren Zugriff zu gewähren. Und er nahm schamlos, was sie ihm anbot, berührte sie an der Klitoris und rieb hart die erregte Knospe.
„Du bist bereits geil. Wir finden jetzt heraus, was Schmerz in dir auslöst. Leg dich über meine Knie, Sub.“
Sein Tonfall glich reinem Stahl, der sich unbeugsam den Weg in ihren Leib suchte, bis er ihren Willen zerschmolz und sie nachgab. Sie hatte solche Angst, vor allem ihm zu vertrauen, denn er könnte es missbrauchen.
Es war weitaus schlimmer als in ihrer Vorstellung. Sobald sie auf seinen Knien lag, wusste sie, warum der Sessel seltsam wirkte. Die Sitzfläche lag höher, sodass sie frei auf seinen Beinen hing, ganz so, wie der Master es haben wollte.
Am besten verwandelte sie sich in einen emotionslosen Mehlsack, der die Schläge mit stoischer Ruhe empfing.
Die Haltung erschien demütigend, gleichzeitig so erregend, wie sie es noch nie empfunden hatte.
Sie war devot, es musste einfach so sein. Der Mehlsack platzte auf, der Inhalt wirbelte auf, fortgetragen von dem Strudel der gegensätzlichen Gefühle. Ihr Notfallplan, sich in die entspannte Schildkröte zu verwandeln, verhöhnte sie lautstark. Sie glich keiner entspannten Schildkröte, vielmehr einer lüsternen Dirne.
Hazel verspürte den Wunsch, dass er endlich anfing, sie es hinter sich brachte.
Master Sean verfolgte offensichtlich andere Absichten, denn es war nicht seine Hand, die sie vor Qual erstarren ließ, sondern die Frage, die auf sie einprasselte und mit voller Wucht auf sie krachte.
„Beschreib mir deine Orgasmen, die du bis jetzt hattest.“
„Was?“, stammelte sie. Hazel versuchte, von seinen Knien zu springen, doch den eisernen Griff um ihren Nacken konnte sie nicht sprengen. Zudem positionierte er sie so, dass sie den Halt vollständig verlor.
Er packte fest zu, und ein scharfer Schlag landete auf ihrem Arsch.
Beinahe entschlüpfte ihr ein Schrei.
„Antworte!“
„Sie waren zufriedenstellend.“
„Deine Worte stellen mich nicht zufrieden. Wenn du kommst, vergisst du alles um dich herum, hast ausschließlich deinen Lover im Sinn, der sich mit dir vergnügt, dir größtmögliche Lust bereitet?“
Wo gab es solche Kerle? Die, die sie bis jetzt gehabt hatte, kannten größtenteils nicht den Unterschied zwischen einem klitoralen und vaginalen Orgasmus, hegten die Vorstellung, dass ein Schwanz genug sei, um einen Höhepunkt auszulösen, dabei war er eine Zutat, die ohne die richtigen Gewürze fad schmeckte. Manche weigerten sich sogar, einen Vibrator beim Liebesspiel zuzulassen, nahmen sich drei Minuten Zeit, bis es vorbei war. Sie hatte auch gute Liebhaber genossen, doch selbst die vermochten sie nicht annähernd in einen Zustand vollkommener Hingabe zu versetzen.
„Nein, sie waren nicht, wie du sie beschreibst, und ich bezweifle, dass jemand diese Reaktion in mir zu erwecken vermag.“
Das maskuline Geräusch, das aus seiner Kehle kam, ließ sie die Worte doppelt bereuen.
„Versuche nicht, gegen die Bestrafung anzukämpfen, dann ist es leichter für dich und schneller zu Ende. Und Hazel, du wirst alles um dich herum vergessen, bis deine Sinne mir gehören.“
Nicht dagegen ankämpfen? Sie würde mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln seine Bemühungen torpedieren, sich untersagen, etwas zu empfinden, am allerwenigsten Lust. Sie musste sich daran erinnern, was sie im Feng-Shui- und Yoga-Kurs gelernt hatte, ihre Mitte finden, dort verbleiben, bis es vorbei war. Ihre Sinne gehörten immer noch ihr, keinesfalls diesem arroganten Ultrakerl.
Zur Hölle mit Sean Carrigan!