Federzirkel: Zähmung und Hingabe

Erschienen: 12/2011
Serie: Federzirkel
Teil der Serie: 4

Genre: Soft-SM / BDSM

Location: England

Seitenanzahl: 204 (Übergröße)


Erhältlich als:
paperback & ebook

ISBN:
Print: 978-3-86495-288-3
ebook: 978-3-86495-289-0

Preis:
Print: 12,90 €[D]
ebook: 6,99 €[D]

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Federzirkel: Zähmung und Hingabe


Inhaltsangabe

Kim hasst SM und alles was damit zu tun hat. Mit ihrer Meinung hält sie sich in ihrem Radiosender nicht zurück. Auch vom Federzirkel hat sie schon gehört und widmet ihm eine ganze Sendung. Zu dumm, dass sie zufällig ihre verschollene Freundin Viola trifft. Ehe sie sich versieht, landet sie auf Violas Ausstellung mitten im Federzirkel.
Dean, der jüngere der Sullivan-Brüder und Mitbegründer des exclusiven SM-Clubs, nimmt die Fährte auf. Bald befindet sich Kim im Strudel der SM-Lust.
Doch ihre Abneigung hat einen Grund: Kims Cousine Sally hat sich mit einem Dom der übelsten Sorte eingelassen. Kim vertraut sich Dean nicht an und weigert sich, ihre Neigung anzunehmen, bis es fast zu spät ist - denn sie hat nicht nur die Aufmerksamkeit des Federzirkels auf sich gezogen, und bringt sich und andere somit in große Gefahr.

Teil 4 der Romane um den "Federzirkel".

Link zur Hörprobe bei "Erotic Morning Lounge": [Zähmung und Hingabe]

Über die Autorin

Linda Mignani wurde in Kirkcaldy (Schottland) geboren und lebt glücklich verheiratet im Ruhrgebiet. Schreiben und Malen zählen zu ihren Leidenschaften und beides hat erstaunlich viel gemeinsam. Frauenuntypisch besitzt sie nur eine Handtasche aber unzählige Turnschuhe und noch mehr Wanderschuhe, die...

Weitere Teile der Federzirkel Serie

Leseprobe

Kim konnte es kaum erwarten, John kennenzulernen. Er musste ein toller Kerl sein, liebevoll, sanft und gütig, der mit Sicherheit seine Frau mit behutsamem Sex überhäufte, sie liebkoste und durch Streicheln und zärtliche Küsse zum Erbeben brachte. Viola hatte keine Ähnlichkeit mit dem verschüchterten Mädchen, das sie einst gewesen war. Was immer er mit ihr angestellt hatte, es tat ihrer Freundin mehr als gut.
Sie grinsten sich an, die Vertrautheit zwischen ihnen war spürbar, als ob sie nie getrennt gewesen wären, und doch war alles anders.
Kim betrachtete nicht ausschließlich die Bilder, sie begutachtete auch die Einrichtungsgegenstände. Eine leise Unruhe...

...breitete sich in ihr aus. Ein Andreaskreuz? Dazu in perfekter Handarbeit aus poliertem Holz und mit Softmanschetten, die mit dunkelrotem Samt unterlegt waren. So ekelig sie die Idee fand, daran zu stehen, das Utensil übte eine eigenartige Faszination auf sie aus – entsprach es doch gar nicht ihrer Vorstellung von einem mit Kunstleder bezogenen Kreuz, welches in einem schmuddeligen Raum thronte. Auch Ketten und Ringe zierten Wände und Decken, und aufgerollte Peitschen, die neben Violas Kunst hingen, ließen sie schlucken. Erneut wanderte ihr Blick zu den Schmerzbringern. Kim kam nicht gegen den Reiz an. Sie sahen ganz anders aus als die Peitschen in Sallys Schlafzimmer, waren sie doch erlesene Handarbeit. War das dort etwa ein Schenkelspreizer?
Wie würde es sein …
Wütend untersagte sie sich, mit dieser Fantasie zu spielen. Das war abartig!
Sie unterdrückte ein Schaudern, als sie eine Reihe Analplugs entdeckte, die auf einer Anrichte wie aufgereihte Familienfotos standen. Polierter Edelstahl, geschmückt mit glitzernden Steinen, und sie wirkten stilvoll. Kim konnte kaum glauben, dass sie diesen Gedankengang hatte. Es musste an den schönen Gemälden liegen und an der geschmackvoll-erotischen Atmosphäre des Anwesens.
Auf einem weiteren Sideboard stand eine Ansammlung Glasdildos, die im sanften Schein des gedämpften Lichts funkelten. Sie ähnelten Schmuckstücken, mit den farbigen Schlieren, die im Glas eingebettet schimmerten.
Waren die Accessoires angeschafft worden, um die Kunst ins rechte Licht zu rücken? Sie beäugte die Freundin misstrauisch. Was war das für ein Haus? Jeder Raum lockte mit edlem Parkettboden, bodentiefen Fenstern und hohen Decken. Perfekt aufeinander abgestimmte helle Farben zauberten ein gemütliches Flair. Die Zimmer wirkten nicht kalt und unbewohnt, sondern verströmten eine lebendige Atmosphäre, so wie Viola, trotz der grauenvollen Utensilien.
Aber Viola konnte nichts für SM übrig haben, dazu war sie viel zu fröhlich und gefestigt. Sie lachte die ganze Zeit, die Gesten souverän und sinnlich. Auch die Gäste der Vernissage sahen nicht auffällig aus. Niemand kroch mit einem Halsband verziert auf dem Boden herum. Keiner der Männer schrie seine Begleitung in der Öffentlichkeit an und schlug ihr ins Gesicht, weil sie es wagte, ihn anzusehen oder gar ohne Erlaubnis zu sprechen. Dennoch, wenn sie die Kerle betrachtete, bewegten sie sich nicht wie die üblichen Anzugträger, die sie kannte, sondern sie wirkten dominant und einschüchternd selbstsicher. Sie sahen Kim auf eine Weise an, die unverblümt wirkte. Kein verschämtes Blinzeln, sondern direkter Augenkontakt. Auch bei einigen Frauen bemerkte sie dieses Verhalten: Sie musterten Kim mit unverhohlenem Interesse, als ob sie ihre Fantasie anregte und sie sich vorstellten, sie nackt in die Bondagevorrichtung zu hängen, die Kim soeben erspähte. Allein die Vorstellung jagte eine Hitzewelle durch ihren Körper. Ihre Nervosität stieg, und um das zu verbergen, straffte sie die Schultern und erwiderte die Blicke. Niemand sollte wissen, dass sie sich unwohl fühlte. Über die Jahre hatte sie die äußere Schale perfektioniert. Sie griff nach einem weiteren Glas und schüttete den eiskalten Inhalt in zwei Schlucken hinunter. Bis jetzt hatte sie noch keinen Solokerl entdeckt, der sich für einen Flirt eignete. Sie wollte jemanden mit einer sanften Ausstrahlung. Irgendwo musste doch so ein Typ zu finden sein!
Kim fühlte sich wie der einzige Mensch, der im dunklen Heim von Dracula gelandet war, und kicherte hysterisch. Zum Glück schob Viola ihr Verhalten auf den Sekt zu und hob ihr Glas.
„Wie gefällt dir das Bild? Es heißt Schmetterlingserwachen.“
Der großformatige Keilrahmen zeigte die gleiche Brünette wie auf dem Gemälde im Eingangsbereich. Sie hielt einen roten Voileschal in der Hand, der den vollkommenen Körper zur Schau stellte. Schwarze Schmetterlinge umschwirrten sie. Auf den rasierten Venushügel hatte Viola ein schwarzes Schmetterlingstattoo gemalt.
Kim drehte sich Viola zu und ließ beinahe das Glas fallen, als sie sah, wer auf sie zueilte.
John Sullivan.
Shit, das durfte nicht wahr sein! Was war das für ein seltsamer Zufall, dass er in der gleichen Grafschaft wie sie wohnte.
„Ist alles in Ordnung?“ Die Stimme der Freundin riss sie aus der Starre. „Du bist leichenblass.“
„Ich hatte kein Mittagessen. Wahrscheinlich vertrage ich den Sekt nicht.“
John erreichte Viola in diesem Moment, und natürlich musste er der Ehemann sein. Besitzergreifend fasste er sie an den Schultern, zog ihren Kopf in den Nacken und platzierte einen zärtlichen Kuss auf ihrer Stirn. Wo John war, konnte Dean nicht weit sein. Das hatte ihr gerade noch gefehlt.
John sah unverfroren sexy aus, Black Irish. Er lächelte Kim sinnlich und selbstsicher an. In seinen grauen Augen lag kein Erkennen.
„Ist das deine lang verschollene Freundin?“ Er ließ seine Frau los, und Kim spürte, dass er sie auf die Wangen küssen wollte. Nur über ihre Leiche. Sie hielt ihm, wie sie hoffte, überlegen lächelnd die Hand hin.
„Kim Reynolds.“
Der Name weckte keine Erinnerung, sie sah es ihm an. Wie auch – nach der Scheidung von Gary hatte sie seinen Nachnamen behalten. John trat einen Schritt zurück, akzeptierte die Barriere, die sie ihm deutlich demonstriert hatte. Wusste sie es doch, er war ein Sockenaufroller: auf den ersten Blick forsch, doch dahinter war nur heiße Luft. John verließ sich auf sein gutes Aussehen, das ihm jede Tür öffnete. Ihre schlug sie ihm vor der Nase zu, und schon wusste er nicht, wie er sie umgarnen sollte. Der Kühlschrankpanzer zeigte Wirkung, auch wenn sie sich darin einsam wie ein ausgesetzter Welpe fühlte. Er durfte ihr nicht anmerken, dass sein Anblick sie bis ins Mark erschütterte. Sie lächelte ihn gefasst an, obwohl sie ihm am liebsten den Inhalt des Glases ins Gesicht geschüttet hätte.
„Sorry, ich wollte nicht abweisend sein. Mir war übel.“
Ihr war nicht nur übel, sie konnte schwerlich an sich halten. Zu tief saß die Demütigung. Sie erinnerte sich daran, als ob es gestern passiert wäre, spürte die kalte Luft auf der Haut, die Angst und die Scham davor, entdeckt zu werden. In dieser Nacht hatte sie ihren Tränen freien Lauf gelassen – das letzte Mal, dass sie hemmungslos geweint hatte. Tränen brachten nichts außer Kopfschmerzen und geschwollenen Augen.
Er sah sie besorgt an, sodass es zusätzlich an ihren Nerven zerrte. Sie wappnete sich gegen die Empfindung. Er war ein Arschloch, das durfte sie niemals vergessen. Für einen kurzen Augenblick änderte sich der Ausdruck seiner Augen. Erkannte er sie? Ihr Herz raste bei der Vorstellung.
„Wo ist Dean? Er sollte Kim kennenlernen.“ John legte Kim einen Arm um die Schultern, und sie bemerkte die Kraft, die in ihm steckte. Ohne eine Szene zu verursachen, konnte sie sich nicht befreien. Frech zog er sie enger zu sich. Es wirkte wie eine Provokation. Sie spürte die Hitze seines Körpers, mit welcher Leichtigkeit er sie in Schach hielt. Für die Anwesenden sah es wie eine freundliche Geste aus. Mehr noch, da er Viola mit dem zweiten Arm umschlang. Irgendetwas haftete ihm an, eine Dominanz, die sie abschreckte und gleichzeitig herausforderte. Es ängstigte sie. Tief in ihrem Inneren ahnte sie, dass es keine Reaktion auf ihn war, sondern auf sich selbst. Vielleicht rollte er keine Socken auf, stattdessen benutzte er sie, um Viola damit an den Bettrahmen zu fesseln.
Woher kam dieser abstruse Gedanke?
Und als ob es nicht reichte, führte sie ihn weiter aus, stellte sich Viola nackt an dem Kreuz vor, die Haut gezeichnet von den Schlägen einer der handgearbeiteten Peitschen. Die Wangen nass vor Tränen und Schweiß, die Schenkel benetzt mit ihrer Lust. Kim versuchte, Abscheu bei dem Gedanken zu empfinden, doch es gelang ihr nicht. Sie schob es auf John und den Schock, ihn zu sehen.
Er lockerte den festen Griff nicht für eine Sekunde und verfrachtete sie in den nächsten Raum. Es war fast, als ob er sie abführte und sie ihm ausgeliefert war. Die Situation gefiel ihr nicht, zumal er es wusste, denn er sah schmunzelnd auf sie herab, der Blick eine einzige Herausforderung. Außerdem schien Kim ihn zu amüsieren. Er wollte ihr eine Reaktion entlocken und würde entsprechend reagieren, das drückte seine gesamte Körperhaltung aus.
Sie erspähte Dean, bevor er sie entdeckte. Das gab ihr kostbare Zeit, um die Erschütterung aus ihrem Gesicht zu verbannen. Er stand mit der wunderschönen Frau von Violas Gemälden vor einem Friesenhengst, der dem Betrachter von einem dunkelroten Hintergrund entgegengaloppierte. Drei Dinge beherrschten ihr Gehirn: Sie wollte das Bild kaufen, der vermeintliche One-Pack-Mistkerl war liiert, und er verfügte noch heute über die gleiche sexy Ausstrahlung wie damals als Teenager.
In diesem Augenblick kam ein blonder Hüne in den Raum und legte die Arme um die Schönheit. „Da bist du ja, Iris.“
Dean bemerkte Kim, nahm sie in Augenschein, und die Wucht seines Blickes traf sie. Zu ihrer Erleichterung lag kein Erkennen in seiner Mimik. Wie auch? Sie ähnelte der dürren Giraffe mit der Kassengestellbrille und der leblosen Frisur von einst in keiner Weise. Kim Turpin gehörte der Vergangenheit an. Doch sein Spott klang noch in ihren Ohren: Kim Turnip hatte er sie genannt, sie mit einer weißen Rübe verglichen, was Turnip bedeutete.
Das dämliche Arschloch lief lächelnd auf sie zu. Wahrscheinlich fielen alle Frauen darauf rein. Sie konnte es ihnen nicht verdenken, denn er sah umwerfend aus, groß und dunkel, wie er war, mit dem kinnlangen wilden Haar. Ein Traum für jede Frau, die auf einen richtigen Kerl stand, ein Albtraum für Kim. Der selbstsichere Gang betonte seine Ausstrahlung, riss an ihrer Fassade, zeigte sie doch deutlich, dass er kein Typ war, mit dem man sich unbedarft einließ. An ihr würde er sich die Zähne ausbeißen. Wenigstens nahm John endlich den Arm von ihren Schultern, und erst jetzt bemerkte sie, wie flach sie geatmet hatte. Sie war außer Atem, und es bereitete ihr Mühe, gelassen zu erscheinen.
Kim begann, einen Plan in ihrem Gehirn zu formen, und zwang ein Lächeln auf ihr Gesicht. Sie wusste, dass es ihre Augen nicht erreichte. Sie musste sich stärker bemühen, dachte an ihre Stuten, für die sie tiefe Zuneigung empfand.
„Darf ich dir Kim Reynolds vorstellen, Violas Freundin.“ Die Worte tropften spöttisch aus Johns Mund. Viola sah ihren Ehemann fragend an, runzelte die Stirn, griff dann nach einem Glas Sekt und trank es zur Hälfte aus.
„Ich bin Dean Sullivan.“ Helle graue Pupillen sahen sie intensiv an, bevor er einen amüsierten Blick mit seinem Bruder wechselte. Die beiden erinnerten sie an Rugbyspieler, die einen Gegner in die Ecke drängten.
„Angenehm. Ich war gespannt, Violas neue Familie kennenzulernen.“ Sie lachte, wie sie hoffte, verführerisch. Anscheinend zeigte es Wirkung, denn seine Augen weiteten sich für einen Moment. Er und sein Bruder schienen kaum ein breites Grinsen unterdrücken zu können. Sie hatten die Beute gestellt.
Er trat an sie heran, und sie widerstand der Versuchung zurückzuweichen, hielt die Stellung, obwohl ihr Herz wie verrückt schlug und ihr rasender Puls sie zittern ließ. Mit Mühe riss sie sich zusammen, zerrte den Zorn und die verletzten Gefühle an die Oberfläche, um sie unter einem Wall zu begraben. Sie war ein frostiger abweisender Kühlschrank. Sie wollte mit ihm spielen und sich rächen. Wenn ihr bloß nicht dermaßen heiß wäre.
„Ich hoffe, wir haben noch ausreichend Gelegenheit, uns kennenzulernen. Mein Haus benötigt dringend eine Renovierung.“ Wenigstens gehorchte ihre Stimme, die so ruhig klang, dass Kim selbst überrascht war.
Dean griff nach ihrer Hand. Sie rechnete damit, dass er sie schütteln wollte, stattdessen zog er Kim näher und hauchte ihr einen Kuss auf die Wange. Er war so kräftig wie er aussah. Er roch nach Wind und erblühenden Kirschbäumen. Dieser absurde Vergleich musste durch das Gemälde Sinful Cherries inspiriert worden sein, das hinter ihm an der Wand hing. Auf ihm aß ein Kerl Kirschen vom Körper einer Frau. Zwei lagen direkt auf ihrem Venushügel und glitzerten, weil Wassertropfen sie benetzten.
„Wir haben zurzeit ein wenig Spielraum. Es wird uns eine Freude sein, Violas Freundin zu helfen. Sie erwähnte, dass du ein kleines Romantikhotel aus deinem Landhaus zaubern möchtest.“ Dabei sah er sie an, als ob er plante, sie zu fressen. Sie spürte den Stahl in seinen Armen, bemerkte, dass sie darauf reagierte, und hasste sich für die Reaktion.

Indigo Blue!
Er hatte die Stimme sofort erkannt, John ebenfalls. Viola zeigte sich unbeeindruckt, trank kichernd einen Schluck Sekt, steckte sich eine Weintraube in den Mund und kaute entzückt. John betrachtete sie verliebt. Dean gönnte es ihr von ganzem Herzen, auch dass die Ausstellung ein Erfolg war. Wenn Viola sich nicht für seinen Bruder entschieden hätte …
Er unterbrach den Gedanken, konzentrierte sich auf Kim und unterdrückte ein Lächeln, da John sie ansah, als ob er sie direkt ins Strafzimmer verschleppen wollte. Doch diese Ehre gebührte Dean.
Kim entsprach nicht seiner Vorstellung einer sexuell frustrierten Jungfer. Sie überragte Viola um gute zehn Zentimeter und verfügte über eine natürliche Sinnlichkeit, die sie unverständlicherweise zu verstecken versuchte. Das rote Kleid schmeichelte ihrer Figur. Etwas dünn für seinen Geschmack; nur einige Kurven retteten sie davor, knochig zu sein. Sie besaß fantastische Beine. Die Farbe des Materials bildete einen gewagten Kontrast zu dem natürlichen Rot ihrer leuchtenden Haare. Große blaue Augen und volle Lippen prägten das Gesicht. Bevor die Woche um war, würde sie unter seinen Händen stöhnen, vor Schmerz und Lust.
Sie warf den Kopf zurück. Ihr schulterlanges Haar verströmte einen leichten Geruch nach frischem Heu. Dean mochte es, wenn Frauen kein Parfum benutzten. Sie roch herrlich. Kim trug flache Schuhe und lief wie jemand, der sich seines Körpers bewusst war. Mit Sicherheit trieb sie Sport, vielleicht war sie eine Läuferin wie Viola.
Zuerst hatte er Schock in ihrem Gesicht gesehen, jetzt flirtete sie offen mit ihm. Er reichte ihr ein Glas Sekt, berührte zufällig ihre Fingerspitzen und sah ihr an, dass sie mit Mühe ein Zusammenzucken unterdrückte. Wieso war sie dermaßen nervös? Wusste sie, dass sie im Federzirkel gelandet war? Am Ort der perversen Fantasien und impotenten Greise. Wohl kaum, denn dann wären ihre Reaktionen von einer anderen Art.
Etwas an ihr kam ihm vertraut vor. Kim Reynolds, der Name war ihm unbekannt. Ihre schlanken Finger zierte kein Ring, das musste allerdings nichts zu bedeuten haben, er kannte Ehepaare, die auf solch ein Symbol keinen Wert legten.
„Du hast vergessen zu erwähnen, dass sie eine Schönheit ist.“
Viola grinste ihn an. „Tatsächlich?“ Sie kicherte erneut. John hätte nachher eine Menge zu tun, wenn er sie zähmen wollte.
Glückspilz.
Vielleicht sollte er sich anschließen. Er wusste, wie sehr Viola es mochte, von ihnen beiden Zuwendungen zu erhalten, in jeder Form. Das Vertrauen beruhte auf Gegenseitigkeit.
„Schönheit ist relativ“, sagte Kim ruhig. „Viele Männer verabscheuen rothaarige Frauen mit heller Haut.“
Sie äußerte es nicht auf eine Weise, als ob sie nach Komplimenten fischte, sondern sie war überzeugt von den Worten.
Beiläufig legte er den Arm um ihre Schultern. Diesmal gelang es ihr nicht, ihre Reaktion zu unterdrücken, für einen Augenblick verkrampfte sie sich. Dean legte ein wenig Nachdruck in die Umarmung und zog sie enger an sich. Sie hatte eine herrliche weiche Haut. Er konnte förmlich sehen, wie sie unter der Zeichnung einer Gerte erblühte. Auch der Abdruck seiner Handfläche würde ihrem Arsch gut zu Gesicht stehen. Er schmunzelte über den treffenden Vergleich. Die kleine Hexe würde dem Federzirkel manchen Schrei schenken.
Ob sie leicht zum Orgasmus kam?
„Darf ich dir die Ausstellung zeigen?“ Er lächelte sie warm an. Sein Jagdinstinkt war erwacht, und er war neugierig, wie Indigo Blue auf das Strafzimmer reagieren würde. Ob sie wirklich nur Abscheu empfand? Er vermutete, dass alles eine Fassade darstellte. Das verriet ihm die Art, wie sie die Peitschen und die Gerten musterte. Nie im Leben hatte sie den Genuss empfunden, die diese Lustbringer in den Händen eines erfahrenen Maestros erzielen konnten. Er plante, es in naher Zukunft nachzuholen, sicherzustellen, dass sie jede Empfindung liebte, nachdem sie ihm einen heißen Kampf geliefert hatte.
Dean verspürte Erregung, er hatte keinen Zweifel, dass sie eine perfekte Herausforderung bot und so manche Überraschung. Die Widerspenstigen zu zähmen war äußerst reizvoll und versprach eine besondere Erfüllung.
Er berührte ihren Hals, spürte den rasenden Puls unter den Fingerspitzen. So wie erwartet, das kühle Äußere war nur Fassade.
„Wie sieht es aus, Kim Reynolds? Existiert ein Mr. Reynolds?“ Ehe er fortfuhr, musste er zweifelsfrei wissen, dass sie Solo war. Verheiratete Frauen stellten ein Tabu dar, es sei denn, sie waren Mitglied im Federzirkel und die Liaison war auf eine einvernehmliche Session beschränkt, mit Einwilligung oder Beteiligung des Ehepartners.
Sie lachte rau, flirtete offen mit ihm. „Wieso möchtest du das wissen?“
„Vielleicht möchte ich mich mit dir verabreden.“
In ihren Augen sah er Emotionen, die sie zu verbergen versuchte: Schmerz und Zorn. Jetzt war er sicher, sie wusste nicht, wo sie sich befand, es war etwas anderes.
Kannte er sie? Er musterte sie und verbarg es nicht. Sie reagierte mit Nervosität, die er noch steigern wollte. Er führte sie zu dem sündigsten Bild der Ausstellung, seinem persönlichen Favoriten. Miles‘ Gesicht lag im Schatten, die Handfläche umfasste die Kehle seiner Partnerin Jocelyn, der Frau von Violas ehemaligem Boss. Eine Augenbinde raubte ihr die Sicht. Eine Hand knetete die linke Brust, und der rosige Nippel lugte zwischen den Fingerspitzen hervor. Der Daumen der Hand, der die Kehle umspannte, lag auf ihrer Unterlippe.
„Wie gefällt dir das Gemälde? Es heißt Zähmung und Hingabe.“
Kim betrachtete es mit zunehmend roten Wangen, ihr blasser Teint intensivierte die Reaktion. Wem versuchte sie, diese Scharade vorzuspielen? Die Szene regte sie an. Ob jede Stelle ihres Körpers so rot wurde? Ihre Pussy? Ihr Arsch?
„Ein anregendes Motiv. Allerdings stehe ich nicht auf Fesselspiele.“
Er trat näher an sie heran, und sie konnte nur nach hinten ausweichen. Sie tat es, bis ihr Rücken die Wand berührte.
„Wieso nicht? Schlechte Erfahrungen?“
Sie schüttelte zu vehement den Kopf. In ihre Augen trat ein gehetzter Ausdruck, als ob eine düstere Erinnerung sie plagte, zudem wirkte sie unheimlich verletzlich.
Shit!
Jetzt wusste er, weshalb sie ihm bekannt vorkam. Im Gegensatz zu John und ihm hatte Kim sie beide sofort erkannt. Daher rührte der Zorn.
„Kann es sein, dass ich dich kenne?“ Er machte einen Schritt zurück, um ihr Platz zu geben.
Sie lachte, und es wirkte genauso halbherzig wie der klägliche Versuch, ihre Fassung aufrechtzuerhalten. „Auf keinen Fall, dich hätte ich nicht vergessen.“
Sie wollte ein Spielchen. Was heckte sie aus?
Er schlenderte mit ihr durch das Haus, versorgte sie mit Sekt, nicht zu viel, nur genug, dass sie nicht ganz Herrin ihrer Sinne war.
Er gab Tom ein Zeichen. Der Maestro nickte, umfasste Iris zärtlich und flüsterte in ihr Ohr. Iris liebte Zuschauer, ihr Gesicht leuchtete auf, und sie sah Dean frech an.
Die arme Kim war in der Höhle des Löwen gelandet. Sie dachte, er sei die Beute, dabei hing sie selbst – in völliger Unkenntnis ihrer Lage – in seinen Fängen. Er würde aus Frigido Blue eine Libido Blue zaubern und sie zu ungeahnten Höhen führen.
Vielleicht sollte er sie nackt Fenster putzen lassen, um ihr wenigstens eine ihrer seltsamen Fantasien zu erfüllen, während er ihre Pussy leckte und ihr den Daumen in den Anus bohrte.
Die Vorstellung reichte, er bekam eine Erektion.

Sie hasste ihn, sie verachtete ihn, sie verabscheute ihn. Immer wieder zitierte Kim die Worte, versuchte verzweifelt, die Versuchung, die er auf sie ausübte, zu ignorieren. Rief sich die Schmach in Erinnerung, wie sehr er sie verletzt hatte. Zudem beunruhigte das Haus sie und bereitete ihr Schwierigkeiten, sich auf eine Emotion zu konzentrieren.
Er führte sie durch einen Raum, der mit einer Strafbank, einem großen Bett mit ledernen Handschellen und Fesselvorrichtungen an der Decke ausgestattet war. Wozu Dean überhaupt Fesseln benötigen könnte, war ihr ein Rätsel. Die Kraft, die von ihm ausging, gepaart mit der gefährlichen Ausstrahlung, reichte, um bei jeder Frau zitternde Knie zu verursachen. Wie würde es sein, von ihm gefesselt zu werden? Seiner Gnade ausgeliefert zu sein? Sie presste das Sektglas gegen ihre Wange, sehnte einen Kübel Eiswürfel herbei.
In dem Raum hingen außerdem mehrere großformatige Fantasybilder - eine rothaarige Schönheit auf einem Moosbett, ein Dämon, der zwischen den gespreizten Schenkeln einer Frau kniete und sie oral befriedigte.
Lieber Himmel! Woher nahm Viola die Ideen? Und dass sie den Mut besaß, sie umzusetzen!
Vergeblich versuchte Kim, die Bilder abstoßend zu finden, versagte aber auf der ganzen Linie, denn dazu zeigten sie nicht genug; nur genug, um über eine verflucht erotische Wirkung zu verfügen. Den Rest gab ihr Dean, der sie ständig wie zufällig berührte und sie ansah mit diesen grauen Augen, die unter ihre Oberfläche drangen, sie anzogen mit der Gefahr, die in ihnen lauerte.
Sie wusste es.
Er auch?
Verdammt, sie war eine erwachsene, erfahrene Frau und kein dummer Teenager mehr, den man zu einem See lockte und dann nackt zurückließ, mit einem zerstörten Herzen und Minderwertigkeitskomplexen. Es hatte derart wehgetan, dass es noch heute schmerzte. Sie musste es in eine der Schubladen ihres Gefrierschrankes packen und dort für die Ewigkeit liegen lassen, bis die Gefühle Gefrierbrand bekamen.
Auf einmal wurde ihr alles zu viel, und sie spürte einen leichten Schwindel. Seltsamerweise merkte Dean es sofort, obwohl sie es zu unterdrücken versuchte.
„Du brauchst frische Luft. Du bist ganz blass.“ Er lächelte sie verführerisch an. Andere Frauen zerschmolzen sicher bei diesem Anblick, sie nicht. Eiskristalle bildeten sich in ihrem Herzen und in ihrem Blick.
Dean führte sie auf den angrenzenden weitläufigen Balkon. „Ich hole dir eine Kleinigkeit zu essen und ein Glas Wasser.“ Er drückte sie auf eine gepolsterte Bank und legte seinen Pullover um ihre Schultern. „Ich komme gleich zurück.“
Sie starrte einen Moment auf den breiten Oberkörper, der sich unter dem roten T-Shirt abzeichnete, malte sich aus, über die warme Haut zu streicheln und trat sich virtuell gegen das Schienbein. Ehe sie wusste, was sie tat, atmete sie seinen Duft ein, der in den Fasern des Pullovers hing. Ein Raucher war er nicht, noch immer dominierte der Geruch nach Sommer und Kirschen. Sie bemerkte, dass ihre Hände zitterten, und krampfte sie verunsichert zusammen.
Sie musste gehen! Selbst fahren war unmöglich nach dem ganzen Sekt, aber ein Taxi könnte sie sich rufen. Sie rollte mit den Augen, weil es ewig dauern würde, bis es das Haus erreichte. Und wie sollte sie Viola die Flucht erklären?
Erneut allein mit Dean zu sein, würden ihre Nerven aber nicht ertragen. Kim erhob sich, erstarrte dann aber mitten in der Bewegung, weil ein sinnliches Lachen ertönte. Die Schönheit und der blonde Hüne betraten den Raum. Die Spots, die auf die Bilder gerichtet waren, hüllten das Zimmer in ein romantisches Licht. Ein zusätzlicher Strahl leuchtete die Strafbank aus, sodass sie wie eine Bühne wirkte.
Kim sank förmlich auf ihrem Sitz zusammen und drückte sich tiefer in die Schatten. Die Balkontür stand offen und die beiden schenkten dem Drumherum keine Beachtung. Der Typ presste die Frau mit dem Rücken nach unten auf die Unterlage, schob die Träger des Tops hinunter und entblößte den wohlgeformten Busen. Die Brünette trug keinen BH, das war auch unnötig bei der vollkommenen Figur.
Mist, jetzt war es zu spät, um zu flüchten! Und wollte sie es überhaupt? Sie könnte die Szene in ihrer nächsten Show beschreiben, sozusagen ein Liveauftritt. Und wenn sie schon dabei war, sollte sie sich auch gleich die ganzen Utensilien genau anschauen, sobald die perversen Hausbewohner schliefen: die Peitschen, die Gerten, die Rohrstöcke, die Fesselvorrichtungen. Dann wäre sie in der Lage, viel authentischer darüber zu berichten. Vielleicht hatte sie Glück, und der Hüne benutzte eine Gerte.
Die beiden waren so mit sich beschäftigt, dass sie alles um sich herum vergaßen und keinen Blick an sie verschwendeten, unwissend, dass sie auf dem Balkon war.
„Fester, Tom, bitte.“ Er saugte so hart an dem Nippel, dass sie sich zügellos aufbäumte.
„Du sollst stillhalten, Schiava!“
Italienisch für Sklavin. Typisch.
Er packte sie und drehte sie um, drückte ihren Oberkörper auf die Bank, öffnete den Reißverschluss des engen leuchtend blauen Rockes und zog ihn nach unten, sodass der sexy Po entblößt vor ihm lag. Kim schluckte, fühlte sich erregt bei dem Gedanken, ohne Slip in der Gegend herumzulaufen. Ein klatschender Hieb landete auf der rechten Backe der Gespielin, doch anstatt sich darüber zu empören, gurrte sie und reckte ihm das Hinterteil schamlos entgegen.
Kim konnte ihr Glück nicht fassen – jetzt sah sie zum ersten Mal eine krankhafte Szene, und sie musste sich jede Einzelheit einprägen.
Eine leise Stimme ganz hinten aus ihrem Bewusstsein meldete ihr, dass an der Szene gar nichts Abartiges war. Sie packte die Stimme entschlossen in die Gefriertruhe.
Der Mann lief seufzend um das arme irregeleitete Opfer herum und blieb vor dem Kopf der Frau stehen. Er legte seine Handfläche auf ihre Schulter und streichelte über die leicht gebräunte Haut.
„Wieso nur reizt du mich ständig, Iris?“ Der Tonfall stellte eine raue Versuchung dar, Schokolade durchzogen von Chilistücken. Er versuchte alles, um sie zu bezirzen wie eine männliche Sirene.
„Weil du es von mir erwartest, Maestro.“ Die Worte kamen selbstsicher und verlockend aus dem schönen Mund, begleitet von einem erwartungsvollen Lachen. So hatte sich ihre Cousine Sally noch nie benommen. Wenn sie mit dem Arschloch Séamus sprach, war ihre Stimme stets leise und angstvoll, und sie sah ihn nie direkt an. Iris hob den Kopf in den Nacken und warf ihrem Gebieter offensichtlich einen frechen Blick zu, denn er zog die Augenbrauen hoch und unterdrückte ein Lächeln. Und wie liebevoll er sie ansah, den Blick voller Beteuerungen.
„Dann werde ich entsprechend reagieren.“
Sie lachte sinnlich und erwartete seine Reaktion mit Freude.
Wie konnte sie nur?
Er zog ihr das schimmernde Top über den Kopf, küsste sie zärtlich auf den Scheitel und betrachtete sie abschätzend so lange, bis Iris anfing zu zittern.
Kim sah, dass es nicht ausschließlich vor Furcht war; Iris bebte vor Lust. Kim reagierte darauf mit gänzlich unverständlicher Feuchtigkeit zwischen ihren Schenkeln, welche ihr Baumwollhöschen benetzte. Ihre Nippel pochten, und sie waren hart.
„Auf eine Fesselung verzichte ich zunächst, ich verlange, dass du liegen bleibst, egal was ich dir antue.“ Er sagte die Worte sanft und nachdrücklich, verführerisch, sodass sein Opfer erwartungsvoll lachte. Er ging zu einem Sideboard, zog eine Schublade auf und kam mit einem Rohrstock zurück.
Iris lag bewegungslos auf dem Bock – vermutlich gelähmt vor Angst. Es musste einfach so sein! Kim schluckte. Irgendwie wollte sie ihren Gedanken nicht glauben.
Der Hüne blieb hinter Iris stehen, und Kim rechnete damit, dass er rücksichtslos auf den Po eindreschen würde, bis er blutete, und sie dann ficken würde. Er hatte sicher nur das eigene Vergnügen im Sinn. Iris war ein Mittel zum Zweck, eine lebendige aufblasbare Puppe, die man wegwarf, wenn die Luft raus war.
Und wieso hat Iris keine Narben auf ihrem Körper, fragte Kims innere Stimme, diesmal mit Vehemenz. Ihre Haut ist makellos.
„Spreiz deine Schenkel, Schiava! Ich erwarte, dass du feucht bist, dass ich meine Finger ohne Widerstand in dich hineinstecken kann. Mein Daumen auf deinem nassen schlüpfrigen Kitzler sollte dich schnellstmöglich zum Orgasmus bringen. Anschließend bist du bereit für die Züchtigung.“
Mit den Handflächen drückte er ihre Beine auseinander, fasste mit einer Hand dazwischen. Der Typ besaß gewaltige Hände, und eine freche Präsenz in Kims Kopf wollte wissen, ob sein Schwanz wohl ebenso groß war.
„Dachte ich es mir, du bist gierig, meine kleine geile Sklavin, mehr als bereit, mich zufriedenzustellen.“ Er rieb über das Geschlecht von Iris, und sie jammerte unter der kundigen Stimulation.
So hatte Kim sich das nicht vorgestellt. Wo war der egoistische Kerl, der den Phallus in die Frau steckte, sie rammelte, bis er zum Höhepunkt kam und dann das Weite suchte?
Er legte eine Handfläche auf den Lendenwirbel von Iris, um sie ruhiger zu halten, denn sie rekelte sich unter den verführerischen Reizen. Iris besaß keine Hemmungen und gab sich der Versuchung laut stöhnend hin.
„Für dein freches Benehmen erhältst du ein paar zusätzliche Hiebe.“ Iris wimmerte heftiger, und sie zuckte, als der Orgasmus sie überrannte.
Erst als Kim die Feuchtigkeit an ihren Fingerspitzen bemerkte, wurde ihr bewusst, dass sie über ihre Klitoris rieb, dass sie das Kleid hochgeschoben hatte und mit Zeige- und Mittelfinger ihre eigene Lust anfachte.
Vor ihren Augen holte der Hüne mit dem Rohrstock aus. Kim betrachtete mit Grauen, mit welcher Wucht er es tat. Doch er schlug nicht zu, sondern quälte Iris mit Schlägen, die durch die Luft pfiffen, sie jedoch nicht berührten. Kim biss in ihre Handfläche, fast hätte sie vor Schreck aufgeschrien. Dennoch rieben ihre Finger weiter ihre nasse Spalte. Sie war betrunken, das lieferte ihr die Erklärung für ihr Verhalten, und nur deswegen war sie nicht sofort aufgestanden, als die beiden Perversen ihre Spielwiese betreten hatten. Außerdem hatte Kim mehrere starke Schmerztabletten genommen, weil sie mit entsetzlichen Kopfschmerzen aufgewacht war. Sie konnte nur mit Mühe klar denken.
Der Stock traf den Po, nicht fest; Kim sah dem Mann an, dass er sich zügelte. Iris stöhnte lüstern und genoss die Schläge. Es war offensichtlich.
Wem wollte Kim den Abscheu vormachen? Sie war fasziniert von dem Spiel des Paares, welches nicht falsch wirkte, sondern richtig, denn es waren Liebende und keine Gegner. Seine Handlungen muteten nicht respektlos an. Sogar als er härter zuschlug, sah es nicht aus, als ob er einem Wahnsinnigen gleich auf sie einprügelte. Ständig unterbrach er die Züchtigung, um Iris zu liebkosen, die Pobacken zu streicheln. Iris wimmerte, schrie und reckte sich der Pein entgegen, ergriffen von ihrer Begierde. Zum ersten Mal fragte Kim sich, wie es sich anfühlten würde, es zu erleben, am eigenen Leib und nicht in ihrer Fantasie, denn es war ganz anders als bei Sally.
Kim ließ sich auf die Bank zurückgleiten, berührte mit einer Hand ihre Nippel, mit der zweiten intensivierte sie das Solospiel. Sie schloss die Augen, gefangen in ihrer Lust, als sie ein Räuspern hörte. Bevor sie reagieren konnte, zog Dean sie mit seinen fantastischen Händen an den Beinen an die Kante der Sitzfläche, sodass sie auf dem Rücken lag, riss ihr das Höschen herunter und leckte sie. Er gab ihr keine Zeit für Bedenken oder irgendeine abwehrende Reaktion. Mit seinen kräftigen Händen hielt er ihre Knie, während er an ihrer Klitoris saugte. Sie spreizte die Schenkel, soweit es ihr möglich war, drängte sich der Zunge entgegen, die sie derart gekonnt leckte und kam nach wenigen Sekunden.
Gott, sie war sehr betrunken und unglaublich müde, sie schlief auf der Stelle ein.

„Kim.“ Dean rüttelte sie an der Schulter, ihr leises Schnarchen deutete auf einen tiefen Schlaf. Er fasste es nicht. Ein paar Mal waren Schiavas bewusstlos geworden, überwältigt von den körperlichen Reizen, jedoch eingeschlafen war noch nie eine. Er starrte sie an, doch sie blieb unbeeindruckt, gefangen in ihren Träumen. Falls John und Miles von diesem Zwischenfall erfuhren, würden sie ihn bis an das Ende seiner Tage damit aufziehen. Und Tom würde die beiden garantiert einweihen. Außerdem sah er Iris vor sich, wie sie Viola alles brühwarm erzählte, und wie sie sich vor Lachen auf dem Bett herumrollten. Eine Androhung der Höchststrafe würde es nur schlimmer machen. Das hatte man davon, wenn man die Zügel durchhängen ließ.