Federzirkel: Verführung & Bestrafung

Erschienen: 05/2011
Serie: Federzirkel
Teil der Serie: 3

Genre: Soft-SM / BDSM

Location: England

Seitenanzahl: 224 (Übergröße)

Hörprobe: Reinhören

Erhältlich als:
paperback & ebook

ISBN:
Print: 978-3-93828-182-6
ebook: 978-3-93828-192-5

Preis:
Print: 14,90 €[D]
ebook: 6,99 €[D]

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Federzirkel: Verführung & Bestrafung


Inhaltsangabe

Auf der Suche nach Motiven findet die Malerin Viola einen märchenhaft scheinenden Garten. Doch statt Landschaftsmotiven entdeckt sie dort einen geheimnisvollen dominanten Mann, der eine schöne Frau erst auspeitscht und anschließend zärtlich verführt. Fasziniert von dem Lustspiel fotografiert Viola sie heimlich. Violas Anwesenheit ist jedoch von den Besitzern nicht unbemerkt geblieben, denn auf dem Grundstück befindet sich der „Federzirkel“, ein exklusiver SM-Zirkel.
John, einer der Inhaber des Zirkels und der Dominus, den Viola fotografiert hat, lässt sie entführen. Er macht Viola ein verlockendes Angebot: Viola darf die Villa des Zirkels mit Gemälden ausstatten – aber im Gegenzug für diesen lukrativen Auftrag muss sie sich John in jeder Hinsicht unterwerfen. Viola lässt sich auf den Vorschlag ein und ein sinnliches Spiel aus Verführung und Bestrafung beginnt, in das Viola sich immer tiefer fallen lässt …

Ein romantischer SM-Roman.

Link zur Hörprobe bei "Erotic Morning Lounge": [Verführung und Bestrafung - gelesen von Rena Larf]

Über die Autorin

Linda Mignani wurde in Kirkcaldy (Schottland) geboren und lebt glücklich verheiratet im Ruhrgebiet. Schreiben und Malen zählen zu ihren Leidenschaften und beides hat erstaunlich viel gemeinsam. Frauenuntypisch besitzt sie nur eine Handtasche aber unzählige Turnschuhe und noch mehr Wanderschuhe, die...

Weitere Teile der Federzirkel Serie

Leseprobe

Viola verharrte auf dem Waldpfad oberhalb der Böschung. Da war es wieder, das Rascheln. Gebannt starrte sie auf die Lichtung. Ein Reh stahl sich zwischen den Bäumen hervor und blieb witternd stehen. Nur sein Fell bewegte sich im leichten Wind. Anmutig lief es ins Gras. Nach ein paar Schritten senkte es den Kopf, um seinen Durst an dem Bach zu stillen. Eine gelungene Krönung für die Jagd, die den Morgen andauerte.
Sie musste leise wie eine Schneeflocke sein. Langsam hob sie die Arme, trat an den Rand des Hanges und visierte das Tier an. Der weiche Boden gab nach.
So...

...ein verdammter Mist!
Erde und Steine rollten hinab, das Gepolter vermischte sich in der Lautstärke mit ihrem Schrei und ihre Füße rutschten ins Leere. Sie drohte, kopfüber abwärtszustürzen. Viola warf den Oberkörper zurück und landete keuchend auf dem Gefälle. Von ihrem Motiv sah sie das Hinterteil aufblitzen, während sie weiterschlitterte. Das Reh rannte um sein Leben, vermutlich in der Annahme, ein Bär wollte es fressen. Mit einer Hand hielt sie die neue Spiegelreflexkamera, mit der anderen fand sie nach Luft ringend Halt an einem Strauch. Ihre vorrangige Sorge galt der Kamera. Sie hängte sie aufatmend um den Hals und berührte zaghaft ihren Po, erleichtert, dass er gepolstert war. Ein blauer Fleck, mehr war nicht zu befürchten.
Sie zog sich an einem Gebüsch hinauf, um auf die Beine zu kommen, hangelte von einer Pflanze zur nächsten. Schwer atmend erreichte sie den Pfad. Für einen Moment verharrte sie, bevor sie prustete und in befreiendes Lachen ausbrach. Das erste Mal seit Wochen. An der Caprijeans und der smaragdgrünen Fleecejacke klebten Blätter, sie sah aus wie ein wandelnder Busch.
Sie liebte den Wald, seine Stille und den harzigen Duft, der ihn durchzog. Warme Luft streichelte ihre Haut, während sie das Gesicht der Sonne entgegenhielt. Als Malerin blieb ihr keine Nuance der erblühenden Natur verborgen. Das samtige tiefe Grün des Mooses regte ihre Fantasie an und ihr schwebte eine nackte Schönheit vor Augen, die rekelnd auf einem anschmiegsamen Bett lag. Tizianrote Haare gaben dem Spiel des Windes nach und dunkelroter Satin bedeckte Brüste und Scham. Die gespreizten Schenkel erwarteten ihren Liebhaber, der sich schattenhaft über sie senkte.
Die Zweifel der vergangenen Wochen verschwanden. Nur die Zukunft zählte. Der Frühling bot die perfekten Voraussetzungen für einen Neuanfang.
Sie schwelgte in dem Luxus von freier Zeit. Die hohe Abfindung und ihr Erspartes versüßten die Pause vom Arbeitsleben. Nur einen kurzen Gedanken verschwendete sie an ihren Exboss, den verdammten Dreckskerl. Mit Leib und Seele hatte sie sich in die Arbeit als Assistentin in der Werbeagentur gekniet. Unbezahlte Mehrarbeit, private Aufgaben, alles hatte sie gewissenhaft erledigt, bis zu dem verhängnisvollen Tag. Die klassische Situation, Überstunden, beide allein im Büro. Das Schwein betatschte sie, drängte sie gegen den Schreibtisch. Die Ohrfeige saß.
Gott, was war sie blöd gewesen. Sie hätte seine Absichten erkennen müssen, die zufälligen Berührungen, die anzüglichen Bemerkungen.
Dann traf sie fast der Schlag. Seine sympathische Frau Jocelyn stand in der Tür. Fassungslosigkeit und Schmerz, durch Wut verdrängt, lagen auf dem schmalen Gesicht. Klatschend landete ihre Hand auf seiner Wange. Viola wünschte, im Boden zu versinken.
Jocelyn packte ihren Arm und zerrte sie in den nächsten Pub.
„Ich brauche einen Drink.“
Sie konnte selbst einen gebrauchen.
Die Mandelaugen blitzten, die schwarzen schulterlangen Haare flogen bei den energischen Bewegungen und sie schäumte vor Wut, vor allem auf sich. Dann richtete sie den Zorn auf ihren Mann.
„Ich will Rache, und Geld schmerzt ihn am meisten.“ Eine Reihe Apple Martinis ließ sie beide kichern. „Ich vermute seit Längerem, dass er mich betrügt, und wollte es nicht wahrhaben. Ich entspreche einem Klischee auf zwei Beinen. Daher die vielen Assistentinnen.“ Ihre Augen nahmen einen harten Ausdruck an. „Er wird es bitter bereuen. Dich trifft keine Schuld.“
Der Abend läutete eine Freundschaft ein.
Jocelyn verwandelte sich in eine Rachedämonin direkt aus der Hölle, zwang ihn, Viola eine hohe Abfindung zu zahlen, drohte doch eine Anzeige wegen sexueller Belästigung. In der Nacht klebte sie Wachsstreifen auf seine reichhaltige Brustbehaarung. Sie schnitt jeden Knopf seiner Armani Hemden ab und warf ihn aus dem Haus.
Viola dachte lieber nicht darüber nach, was die wütende Ehefrau seinem Auto antat. Unsinnigerweise erwachte die Liebe zu seiner Frau und er umwarb sie wie niemals zuvor.
In Violas erster freien Woche hielten Einsamkeit und Unzufriedenheit an. Mit Anfang dreißig war sie ausgebrannt. Dann gab sie sich einen Tritt. Im Nachhinein begrüßte sie die Wendung, die ihr Leben nahm. Endlich konnte sie ihre Kreativität ausleben.
Die nächsten Monate wollte sie der Malerei widmen, denn zum Jahresende plante sie ihre Ausstellung Fantasien der Lust.
Ein Blick auf die Armbanduhr zeigte, dass es weit nach Mittag war und ihr fehlten ein paar besondere Motive. Nackte Nymphen oder kräftige Dämonen, die Gemälde brachten ihre leidenschaftliche Seite zum Ausdruck. Wo gab es knackige Holzfäller, wenn man sie brauchte?
Viola beschloss, dem geschlungenen Pfad zu folgen. Eine Mauer, die zwischen den Birken hindurchschimmerte, weckte ihre Neugierde.
Vielleicht verbarg sie ein verwunschenes Schloss. Der Gedanke erheiterte sie. In ihrem Inneren versteckte sich eine Romantikerin, nach außen wirkte sie kühl. Manchmal fragte sie sich, ob sie ihre Gefühle verschwendete, so tief eingegraben. Am meisten ärgerte sie ihre Unentschlossenheit. Es erforderte Kraft, Entscheidungen zu treffen und stand ganz oben auf der Liste der Dinge, die sie ändern wollte.
Die hohe Wand aus roten Ziegelsteinen gab kein Geheimnis preis. Viola hoffte auf ein Tor, das ihr die Sicht hinein ermöglichte und sie folgte der Mauer, bis sie eine umgestürzte Lerche erreichte. Sie lag inmitten der Trümmer. Wie eine Einladung lockte der Zugang. Der verwilderte Garten zog sie in seinen Bann. Sollte sie es wagen? Vor ihrem geistigen Auge sah sie wütende Rottweiler, begleitet von einem erbosten Besitzer, der sie mit einer Schrotflinte vom Grundstück jagte. Sie zog den Vergleich zu einem Weichspüler. Ein neues Leben erforderte mehr Mut zum Risiko und verbotene Früchte schmeckten am süßesten.
Beim Anblick des Gargoyles lächelte sie, ihre Kamera in der Hand, das Gemälde in Planung. Er wachte über einen verträumten Teich und war der ideale Rahmen für die kristalline Schönheit, die aus dem Wasser auftauchte. In der Ferne ruhte die Statue eines zerbrochenen Engels, der vor einer Trauerweide stand.
Schlagartig riss sie ein Stöhnen, unterbrochen von einer männlichen Stimme, aus der Verzückung. Jetzt war es Zeit, das Weite zu suchen. Ein weiblicher Schrei ließ sie innehalten, jeder Gedanke an Flucht erstarb. Einer Lawine gleich folgte sie dem Trampelpfad mehr rennend als joggend. Abrupt stoppte sie hinter einem Gartenbambus. Alles um sie herum verlangsamte den Herzschlag, während ihr Herz raste. Unwirklichkeit befiel sie so heftig, dass sie ihre Fingernägel in die Handflächen bohrte.
Erblühte Kirschbäume spiegelten sich in dem See und die zarten Flocken rieselten zu Boden. Ein kräftiger Kerl zerrte eine nackte Frau in einen Pavillon, der am Uferrand stand.
Eine Vergewaltigung!
Sie wollte aus der Deckung stürzen, doch das vermeintliche Opfer lachte auf. Nicht ängstlich, sondern sinnlich, lustvoll. Viola blieb wie angewurzelt stehen.
„Du scheinst es kaum erwarten zu können, Iris.“ Das tiefe Timbre passte zu ihm, erotisierend wie dunkle Schokolade. Er besaß etwas Dominantes, Gefährliches. Schwarze kurze Haare, die auf irisches Blut hindeuteten, rundeten das Bild ab.
Viola blinzelte, ihre aufgerissenen Augen tränten.
Iris, ein zutreffender Name. Nicht nur die äußerliche Schönheit der makellosen Linien zog Viola in den Bann. Ihr inneres Leuchten erreichte die Oberfläche.
Iris kicherte, er packte ihren Nacken, sah sie drohend an.
Viola wusste, sie sollte gehen. Perfekte Motive – raunte die Stimme in ihrem Kopf.
Der Kerl überragte sie um eine Haupteslänge und seine Hände lagen auf den Brüsten und reizten die harten Spitzen. Die Frau stöhnte auf, drängte der Berührung entgegen. Ein Tattoo befand sich unterhalb des Schlüsselbeines.
Viola betätigte den Zoom und erkannte eine schwarze Feder im Spiel des Windes. Sie war inmitten eines ihrer Fantasiegemälde gelandet.
„Du sollst ruhig sein“, flüsterte er bedrohlich. Wenn sie an Iris‘ Stelle wäre, hätte ihr der Mut gefehlt, nur einen Laut zu äußern.
„Dreh dich um.“
Iris drehte ihr den wohlgeformten Po mit kleinen Grübchen am Lendenansatz zu. Er nahm ein Seil und warf es geschickt über einen Deckenbalken des Pavillons. Ein Ende wickelte er um ihre Handgelenke. Das andere zog er an, sodass sie auf den Fußflächen stehen konnte. Seine Hand landete auf dem Po und die Schönheit stöhnte wohlig auf. Der Schlag hinterließ einen Abdruck auf der hellen Haut. Die hochgesteckten Haare betonten das anmutige Aussehen.
Er trug nur eine Jeanshose und Viola bewunderte das Spiel seiner Muskeln. Verdammt, der Typ verlieh der Eigenschaft höllisch sexy eine neue Bedeutung.
Sie schoss das erste Foto. Süße Früchte, in der Tat. Er umkreiste sein Opfer, strich mit den Fingerspitzen an den Konturen entlang. Die attraktive Brünette drehte den Kopf, folgte seinen Bewegungen, soweit es ihre Haltung zuließ. Viola verstand sie, auch sie würde ihn nicht aus den Augen lassen. Nicht zu wissen, was er vorhatte – Viola konnte kaum stillhalten.
„Du kleines aufmüpfiges Luder.“ Er fasste zwischen ihre Schenkel und stahl ihr ein lustvolles Stöhnen.
„Muss ich dich knebeln? Ich will keinen Ton von dir hören.“ Das klatschende Geräusch eines weiteren Schlages durchbrach die Stille. „Tom hat mir freie Hand eingeräumt, denn dein Ungehorsam gipfelt in aufsässiger Sturheit.“
Er umfasste ihren Nacken und befahl ihr, die Beine zu spreizen, lachte sinnlich, da er leichten Zugriff fand. Sie spannte die Muskulatur an, vergeblich. Ein lang gezogener Laut beendete die Bemühungen. Der Typ warf Iris einen Blick zu, der Viola innerlich aufseufzen ließ.
Wie musste es sein, einem Mann ausgeliefert zu sein, der gleichzeitig Beherrschung von einem verlangte? Wer war Tom?
Er griff in ihre Haare, zog den Kopf zurück, legte ihr die Handfläche auf die Kehle.
„Du möchtest unbedingt die Peitsche spüren, nicht wahr, Schiava?“
Chihuahua? Beinahe hätte Viola gelacht. Sie besaß mehr Ähnlichkeit mit einem edlen Jagdhund.
„Ich werde dich bestrafen und Toms Wünschen entsprechen.“ Er sprach leise, jedes Wort ein Versprechen und überstreckte ihren Hals, knetete die Brüste. „Niemand eilt dir zu Hilfe.“
Ihre eigenen Nippel reagierten, indem sie lustvoll pochten. Sie konnte nicht widerstehen, glitt mit der Hand unter das T-Shirt in den BH, berührte die Spitzen, prall und empfindlich lagen sie zwischen ihren Fingerspitzen. Ihr Busen fand ihre ungeteilte Zustimmung, erregte er doch Aufmerksamkeit, wozu sie keinen tiefen Ausschnitt benötigte.
Er löste seine Hände von Iris, die heftig atmend in den Fesseln hing und Mr. Sexy nahm eine kurze Longierpeitsche. Ein bedrohliches, faszinierendes Schlaginstrument.
Er wollte seine Partnerin schlagen! Schwere Verletzungen wären die Folge. Sollte sie die Polizei rufen? Sie fluchte leise, das Mobiltelefon lag zu Hause in der Ladestation. Außerdem bezweifelte sie, dass Hilfe willkommen war.
Iris übergab ihr Schicksal offensichtlich freiwillig in seine Hände und zitterte vor Erwartung, nicht nur vor Angst. Sie riskierte einen Blick in sein Gesicht. Ein Typ, vor dem Mütter ihre Töchter warnten und gleichzeitig mit der Fantasie spielten, von so einem Mann gefickt zu werden, nachdem er sie mit aller Härte bestraft hatte. Ein besonderes verbotenes Früchtchen. Viola schmeckte den delikaten Saft in der Kehle.
Nicht nur ihre Wangen erhitzten unter den kühnen Gedanken. Für einen Moment befürchtete sie, dass er sie sah. Er schaute in ihre Richtung. Sie spürte seine Augen fast auf ihrem Körper, prickelnd und lockend. Aber er widmete seine Aufmerksamkeit der Dunkelhaarigen. Sie atmete erleichtert und enttäuscht auf. Die Vorstellung, an Iris‘ Stelle zu sein, jagte Schmetterlinge in ihren Leib. Der BH engte sie ein, ihre Haut glühte und ihre Klitoris pochte verlangend.
Er stand seitlich hinter seinem willigen Opfer und ließ das einriemige Folterinstrument knallen. Widersprüchliche Gefühle schossen durch sie hindurch. Gier löste das Entsetzen ab. Zuerst hauchzart, dann brandete es über sie.
„Du darfst nicht schreien. Wenn du es tust, lasse ich mir eine andere, schlimmere Bestrafung einfallen. Verstehst du mich, Sklavin?“
Was gab es Grausameres als eine Peitsche? Der Schmerz musste unerträglich sein. Dennoch konnte sie der Faszination, die das Schlaginstrument ausübte, nicht widerstehen. Die schwarze Lederpeitsche traf den wohlgeformten Po. Sie zuckte zusammen, spiegelte Iris‘ Reaktion. Er führte die ersten Schläge leicht aus, mehr ein Streicheln, das kaum Spuren hinterließ. Viola atmete erleichtert aus. Er wollte seine Gespielin nicht verletzen, sie vollführten ein Liebesspiel. Etwas ernster, als scherzhaft übers Knie gelegt zu werden.
Sie sah die Änderung in der Körperhaltung, er schlug härter zu und ein roter Streifen folgte dem surrenden Geräusch. Das Mal zierte die rechte Pobacke. Die Brünette wimmerte. Kein Spiel.
Viola rang nach Luft, denn sie spürte die Peitsche auf ihrem Leib. Der Riemen wickelte sich beim folgenden Hieb um Iris‘ Hüfte. Er liebte seine Partnerin mit süßer Qual und die Züchtigung streichelte die Haut, geschmeidig küsste sie das Fleisch, züngelte den Körper entlang. Die Intensität und Art der eigenen Reaktion war überraschend. Sollte sie die Pein nicht abstoßen?
Die Folterung brachte pure Lust, wie Viola sie nie erlebt hatte.
Immer wieder unterbrach er die Strafe, berührte sein stöhnendes Opfer tröstlich. Sie fiel weiter in vollkommene Hingabe.
Feuchte Spuren rannen an den Innenseiten der Oberschenkel hinab, reflektierten Violas Wollust.
Sie unterdrückte ihr schlechtes Gewissen, zog den Vergleich zu einem Voyeur und drückte dennoch auf den Auslöser. Was er seiner Partnerin antat und vor allem die Art der Handlungen, packte sie. Die Zärtlichkeit und gleichzeitige Härte, die er ihr schenkte.
Mit Präzision landete das Leder auf der Haut. Die meisten Schläge trafen den Po, einige wenige den Rücken. Er schätzte die Schärfe genau ab. Das wimmernde Schluchzen nahm zu und Iris hielt es nicht mehr aus, ein Schrei, durchzogen von qualvoller Begierde, kam aus ihrer Kehle.
Der Laut berührte etwas in ihr, das sie nicht deuten konnte. Iris unterwarf ihre psychische Unversehrtheit bedingungslos ihrem Geliebten. Viola beneidete sie, sie zeigte sich nie so ehrlich, denn Gefahr lauerte in ungefilterten Gefühlen.
Wenn er Viola in die Finger bekäme, würde er sie zwingen. Der Gedanke zwang sie fast in die Knie und sie löste den Reißverschluss der Jeans, tastete in den Schritt. Keuchend schob sie das nasse Höschen zur Seite und rieb über ihre Klitoris.
„Mir scheint, du verstehst es.“ Er zog die Male mit den Fingerkuppen nach, seine Partnerin jammerte. Mr. Sexy deponierte die Peitsche auf dem Tisch und er ließ sie warten, bis er an sie herantrat. Sie zitterte und fiel stärker in die Fesselung. Er fixierte sie mit seinem Blick, der Augenausdruck ein Versprechen, dass es nicht vorbei war. Sein Schlüsselbein zierte ein Federtattoo.
Er lockerte das Seil, drehte sie herum und stützte sie, murmelte etwas in einer schrecklich sanften Stimme.
Als sie sicher stand, umkreiste er sie, steigerte ihre Nervosität und blieb hinter ihr stehen. Er legte eine Hand auf den bebenden Bauch und seine Geliebte lehnte gegen seine Vorderseite.
Ihre gespreizten Schenkel gewährten ihm leichten Zugriff und er rieb seinen Daumen auf der Klitoris, stimulierte sie, bis sie keuchte. Nur die Fesseln hinderten sie, auf den Boden zu sinken. Er spreizte die Schamlippen. Viola wurde heiß, denn sie starrte auf die erregte, geöffnete Scham einer Frau – furchtbar verbotene Früchte.
„Oh Gott, John“, stammelte Iris.
John, stumm wiederholte sie den Namen.
Violas tiefes Verlangen toste in ihrem Inneren, während ihr Äußeres mit feuchter Hitze reagierte. Er steigerte die Erregung seiner wollüstigen Partnerin, bis sie heiser vor Lust schrie, weinend bettelte.
„Möchtest du kommen, meine Schöne?“
Ja, hätte Viola am liebsten gerufen.
Der heftige Orgasmus bäumte Iris auf und zuckend lehnte sie sich in seine Umarmung. Er lächelte, umfing sie besitzergreifend und beschützend. Die Jeanshose landete auf dem Boden, der Po und die Beine hielten das, was der Oberkörper versprach. Schnell schoss sie ein paar Fotos. Ihre Wangen brannten heißer bei den anrüchigen Motiven und sie zoomte seine Erektion heran, ignorierte ihr Gewissen, biss schamlos in die Frucht und schluckte sie hinunter.
Er befreite seine Partnerin und sie sank vor ihm auf die Knie. Ihre Lippen umschlossen sein Glied, entlockten ihm ein heiseres Stöhnen. Er richtete den Blick auf seine Gespielin und zärtliche Begierde lag in seinen Augen.
Frivol saugte sie an den rasierten Hoden. Ein Keuchen belohnte ihre Mühen, als sie erneut seinen Schwanz in den Mund nahm. John überließ ihr die Führung, stöhnte heftiger. Er warf den Kopf in den Nacken, legte die Fingerspitzen auf Iris‘ Gesicht und folgte den Konturen, hielt sie einen Moment umfangen.
„Ich will dich lecken, Sklavin.“
Er hob sie auf den Tisch, der im Pavillon stand. Wollüstig spreizte sie die Beine. Er leckte über die Klitoris, teilte ihre Scham mit den Fingerkuppen, raubte ihr die Beherrschung. Stöhnend schob sie ihm das Becken entgegen, krallte die Finger wimmernd um seine Handgelenke.
„Schenk mir einen Orgasmus. Sofort!“
Sich aufbäumend schrie sie auf und Tränen liefen ihr aus den Augenwinkeln. John drehte sie herum und er drückte ihre Vorderseite auf die Tischplatte. Eine Hand griff in den Nacken, behielt die Kontrolle. Er drang von hinten in sie ein. Langsame tiefe Stöße. Iris keuchte unter der qualvollen Bedächtigkeit. Noch nie hatte Viola etwas Mitreißenderes gesehen. Er bewegte die Hüften schneller und die Pobacken zogen sich kurz vor dem Höhepunkt zusammen. Seine Lustschreie hallten durch den Garten.
Viola nutzte den Augenblick. Sie joggte zurück, stolperte über einen Stein und fing den Fall im letzten Moment ab. Die verbliebenen Meter rannte sie. Erst auf dem Waldweg verlangsamte sie den Schritt. Was hatte sie getan?
Sie wollte nur Rehe fotografieren.
Zu Hause angekommen holte sie den Vibrator aus dem Schrank, das nasse Höschen riss sie fast von ihrem Körper. Nach wenigen Atemzügen lag sie zuckend auf dem Bett. Aber der Orgasmus verblasste, verglichen mit ihrem Erlebnis. In dieser Sekunde überkam sie Einsamkeit, wie lange nicht mehr, denn ihre Seele blieb unberührt.

John blickte aus dem bodentiefen Fenster, als Miles die Bibliothek betrat. Sein Freund klopfte ihm auf die Schulter und einen Moment betrachteten sie den Himmel. Die ersten Vorboten der Nacht eroberten das schimmernde Orange.
„Setzen wir uns. Möchtest du einen Drink?“ John tat Eiswürfel in zwei Gläser und füllte sie mit Scotch auf.
Mit einem Seufzer fiel Miles in einen der drei grünen Sessel, die vor dem Kamin standen, und kippte grinsend einen großen Schluck hinunter.
Johns Verärgerung wich Neugierde bei seinem Anblick. Beinahe hätte er dem Impuls nachgegeben, die kleine Unbekannte aus der Deckung zu zerren. Ihr an Ort und Stelle den Arsch zu versohlen, ihr eine Lehre zu erteilen, die sie nie vergaß.
Sein Freund, Geschäftspartner und Hausmitbesitzer, hatte sie entdeckt, sobald sie den ersten Schritt auf ihren Grund und Boden setzte.
Er selbst hörte sie, bevor er sie sah. Ihr Lärmpegel glich dem eines Wildschweinrudels, das in den Garten eindrang. Laut keuchend kauerte sie hinter dem Bambus, nur Meter entfernt, und Miles gab ihm ein Zeichen, nicht einzugreifen.
„Du bist ihr gefolgt?“
Was das Miststück mit den Fotos vorhatte? Fragend zog er eine Augenbraue hoch. Im schlimmsten Fall war sie eine Reporterin, die etwas über den Federzirkel herausfinden wollte.
Sein Geschäftspartner strich durch seine dunkelblonden Haare, die grünen Augen blitzten vergnügt.
„Sie hat es mit Mühe geschafft, den Schlüssel ins Schloss zu stecken. Ganz schön nervös, die Kleine.“
So wie er ihn kannte, war Miles nicht vor der Tür geblieben.
„Sie sollte ihr Türschloss austauschen“, sagte er lachend. „Es zu knacken ging genau so schnell, wie sie benötigte, um ihren Höhepunkt zu erreichen. Der Vibrator lag kaum zwischen ihren gierigen Schenkeln.“ Er grinste ihn lüstern an. „Ein devotes Mäuschen und besitzt null Erfahrung mit ihrer Neigung.“
„Eine unberührte Schiava.“ Das reizte John. Ungeduldig trommelte er mit seinen Fingern gegen den Oberschenkel. Sein Freund spannte ihn auf die Folter.
„Nun sag schon, was will sie mit den Fotos? Hast du die Kamera mitgebracht?“
Miles schüttelte den Kopf.
„Sie ist Malerin.“
Die Information überraschte ihn.
„Und?“
„Ich habe mich in ihrem Haus umgesehen, nachdem sie eingeschlafen war. Verdammt gut, die Kleine. Lass uns abwarten, was sie damit anfängt. Ich glaube, sie suchte Motive für ihre Gemälde. Und sie bekam welche, mit denen sie nicht gerechnet hat.“
John schnaubte.
„Du solltest ihre erotischen Fantasiebilder sehen und die Pferdegemälde, ein Traum.“
Wenn ihre Bilder ihn so begeisterten, mussten sie erstklassig sein. Er wusste, worauf sein Freund hinauswollte.
„Du denkst, wir könnten ein paar Originalgemälde brauchen?“, fragte John. Ihm gefiel die Idee. Er betrachtete die bernsteinfarbene Flüssigkeit, die ihn an ihre Haarfarbe erinnerte, und nahm einen Schluck, genoss das wohlige Brennen.
Er fällte eine Entscheidung.
„Wir gewähren ihr eine Audienz. Konfrontieren sie mit ihren Verfehlungen, gefolgt von einer ausgiebigen Bestrafung.“
Was er von ihr gesehen hatte, eignete sich überaus gut für eine Züchtigung. Pralle Popos besaßen ihren eigenen Reiz, besonders kombiniert mit vollen Brüsten.
„Beobachte sie. Finde alles heraus, was du kannst. Wir sollten ein paar Vorbereitungen treffen, bevor wir zuschlagen.“
John plante, sich ihr persönlich anzunehmen. Ihm stand der Sinn nach einer Herausforderung und er gedachte, ihr einen intimen Einblick in den Federzirkel zu geben, und Sorge zu tragen, dass es ihr gefiel.
Vor Jahren hatte sein Bruder Dean zusammen mit Miles und ihm den exklusiven Zirkel gegründet. Sie praktizierten SM ohne die Regeln der Szene. Auf dem Boden herumkriechende Putzsklavinnen gab es bei ihnen nicht. Auch keine schweren Verletzungen. Sie folgten ihren eigenen Grundsätzen und der Verhaltenskodex lag hoch.
Wenn die kleine Unbekannte reagierte, wie er es voraussah, bot sich ausreichend Gelegenheit, seine Pläne in die Tat umzusetzen. Er plante, ihren Mut zu testen. Bei dem Gedanken, was er ihr antun wollte, bekam er eine Erektion.
Bei Miles ernstem Ausdruck richtete er sich in dem Sessel auf.
„Mir ist ein Typ aufgefallen, der im Wald herumschlich.“
Er verfügte über seine ungeteilte Aufmerksamkeit.
„Was für ein Typ?“ Die Frage klang scharf.
„Ich müsste mich sehr täuschen. Ich tippe auf einen Frauenschläger. Vielleicht ein Vergewaltiger.“
John hinterfragte die Äußerung nicht. Sein Freund kannte diesen Abschaum, denn Erfahrungen prägten ihn. Erinnerungen, die er lange verdrängt hatte, überfielen John. Wenn Dean und er ihn damals nicht gefunden hätten, wer wusste schon, was aus Miles geworden wäre. Nur daran zu denken, jagte ihm eine Gänsehaut den Rücken entlang. Er bemerkte das leichte Zittern der Fingerspitzen seines Freundes.
„War er zufällig dort?“
„Ich weiß es nicht, aber ich finde es heraus.“
Miles kippte den restlichen Scotch in einem Zug hinunter. Er tat es ihm gleich und sie tauschten einen Blick, der mehr sagte als jedes Wort.

Verdammt, nicht nur ihre Wangen glühten vor Scham. Viola betrachtete die Fotos auf dem Monitor und ihr Finger schwebte über der Löschen-Taste, dann zog sie ihn zurück. Mit Deutlichkeit realisierte sie, wie viele Gesetze sie verletzt hatte.
Aber wenn es niemand erfuhr, konnte sie nicht bestraft werden. Sie traf eine Entscheidung und plante, zwei Versionen der Bilder zu malen. Eine für sich, eine für die Ausstellung. Die Gemälde für Fantasien der Lust zierten züchtige Feigenblätter und abgeänderte Gesichtszüge.
Die private Variante zeigte alles und mit ihr wollte sie anfangen.
Erleichterung durchflutete sie, dass sie nicht feige den Rückzug antrat. Mit der Ausbeute war sie zufrieden. Sie kicherte bei der Erinnerung an ihre zitternden Glieder, an das einmalige Erlebnis. Falls das jemals jemand herausfand, war sie geliefert.
„Mit dir beginne ich“, sagte sie zu dem Foto, das sie gerade auswählte.
John kehrte mit der Peitsche in der Hand zurück und seine Finger lagen um den Griff, sein Gang drückte Entschlossenheit aus. Ein Kerl, mit dem man nicht herumspielte.
Scheiß was auf Landschaften, die konnte sie malen, wenn sie älter war. In zwanzig Jahren. Die Vorstellung, die unverfälschten Bilder auszustellen, ließ sie schmunzeln. Die dunkle Versuchung suchte sie bei der Vernissage auf, stellte sie zur Rede und zwang sie, ihm zu Willen zu sein. Nachdem er ihr den Arsch versohlt hatte. Eine verdammt verruchte Fantasie.
Während der Drucker die Fotos ausspuckte, beschlich sie ein ungutes Gefühl. Magisch zog das Fenster des Ateliers sie an und sie stand so, dass man sie von draußen nicht sah, betrachtete den Garten und versuchte, etwas hinter den Bäumen zu erkennen. Sie schüttelte den Kopf. So ein Quatsch, wer sollte sie beobachten?
Sie wollte nachher Jocelyn anrufen. Sie musste unter Menschen, brauchte einen Flirt und Sex. Sie sah Gespenster.
Viola wählte drei große Keilrahmen und nach wenigen Sekunden tauchte sie tief in ihre Kunst ein. Sie liebte Acrylfarben, die es ihr ermöglichten, schnell zu arbeiten, ohne lange Trocknungszeiten in Kauf zu nehmen.
Das Telefonat vergaß sie.