Insel-Reihe: Touch of Pleasure

Erschienen: 12/2013
Serie: Insel-Reihe
Teil der Serie: 2

Genre: Soft-SM / BDSM

Location: USA, Kalofornien

Seitenanzahl: 200

Buchtrailer: Ansehen

Erhältlich als:
paperback & ebook

ISBN:
Print: 978-3-86495-063-6
ebook: 978-3-86495-064-3

Preis:
Print: 14,90 €[D]
ebook: 6,99 €[D]

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Insel-Reihe: Touch of Pleasure


Inhaltsangabe

Nach einem Schicksalsschlag hat Alec Marshal der Liebe abgeschworen. Seine sadistischen Neigungen lebt er nur in Spielbeziehungen aus und er lässt niemanden näher an sich heran. aber Sienna Baltimore wirbelt alles durcheinander. Sie hat kaum das exklusive BDSM-Resort - die Insel – betreten, als sie bereits eine Vielzahl von Regeln verletzt.
Alec will sie nur in ihre Schranken verweisen, sie danach an einen anderen Master der Insel übergeben, doch Sienna stellt seine Welt auf den Kopf. Obwohl er alles versucht, um ihr nicht zu verfallen, verliebt er sich in sie.
Doch kann er ihr seine Neigungen auf Dauer zumuten? Oder ist ihre Liebe von Anfang an zum Scheitern verurteilt?

Über die Autorin

Linda Mignani wurde in Kirkcaldy (Schottland) geboren und lebt glücklich verheiratet im Ruhrgebiet. Schreiben und Malen zählen zu ihren Leidenschaften und beides hat erstaunlich viel gemeinsam. Frauenuntypisch besitzt sie nur eine Handtasche aber unzählige Turnschuhe und noch mehr Wanderschuhe, die...

Weitere Teile der Insel-Reihe Serie

Leseprobe

Sienna kniete neben ihrer Freundin Emily auf dem Boden, während sie die blonde Versuchung in die tiefste Hölle verwünschte. Selbst Satan würde den nervenden, ewig quatschenden, lebenslustigen, liebenswerten und zuckersüßen Quälgeist im hohen Bogen hinauswerfen, um endlich seine Ruhe zu haben, und auch um wieder eigene Entscheidungen treffen zu können. Gott, war das unbequem. Die Fugen des Mosaikbodens drückten sich in ihre Kniescheiben, obwohl sie versuchte, unauffällig eine bequemere Position zu finden. Emily dagegen kniete unbeweglich neben ihr, glich dabei einer anmutigen Statue, als hätte sie die Haltung unzählige Male geübt und ihre Gelenke gestählt. Zu allem Überfluss fühlte Sienna...

...sich wie eine Schülerin, die im Zimmer des Rektors stand, da sie zu spät zum Unterricht erschienen war. Genau wie damals biss Sienna sich auf die Unterlippe, um das nervöse Kichern zu unterdrücken. Sie hatte den blödsinnigen Entschluss gefasst, ihren heiß ersehnten und bitter benötigten Urlaub in einem exklusiven BDSM-Resort, in dem strenge Regeln herrschten, zu verbringen. Und das war Emilys Schuld, weil sie so lange auf Sienna eingeredet hatte, bis sie zustimmte, mit ihr auf die Insel zu fahren, obendrein sich neu zu entdecken, wie das Zuckerteufelchen es nannte.
Die Kontrollen an dem Tor des Resorts hatten ihr das erste Herzklopfen entlockt, sodass ihr das Herz buchstäblich ins Höschen gerutscht war, sobald das Wachpersonal sie angestarrt hatte, als wüsste es, dass sie etwas verbarg. Aber wie aufregend sich dieses Abenteuer anfühlte! Summend und surrend jagte Vorfreude durch ihre Adern, nur um sich an unsittlichen Körperstellen zu sammeln.
Sienna gab zerknirscht zu, seitdem Brandon sich vor gut einem Jahr von ihr getrennt hatte, trocknete ihr Sexleben so beharrlich aus wie ein Wasserloch in der Sahara, und auch vorher hatte es mehr einer Pfütze entsprochen als einer sprudelnden Quelle der Lust. Und ja, sie besaß ein ganzes Bücherregal mit SM-Romanen, die sie unglaublich erregten. Doch sie hatte sich nicht getraut, ihre Sehnsüchte in die Tat umzusetzen. Es war ratsamer, eine Schokoladentorte anzustarren, anstatt sie bis auf den letzten Krümel zu vertilgen, und sich erst hinterher den Konsequenzen zu stellen. Mit Wehmut dachte sie an ihr Smartphone, an WhatsApp und Internet. Das schlanke Mobiltelefon mit der Prepaid-Karte, das sie aus der hintersten Schublade hervorgekramt hatte, drückte, verborgen durch ihren Stiefel, gegen ihr Schienbein, und mit ihm konnte sie lediglich telefonieren und SMS verschicken. Vielleicht war es keine gute Idee gewesen, es hineinzuschmuggeln? Elektronische Geräte wie Handys, Notebooks, Tablets waren den Gästen der Insel streng verboten. Nichts sollte sie ablenken auf ihrer sinnlichen Reise zu Demut und Dominanz. Innerlich zuckte sie mit den Schultern. Die Inhaber würden sie kaum auspeitschen für dieses Vergehen und ihre Tat sowieso niemals bemerken.
Denn so einfach konnte sie sich gedanklich nicht von ihrem Lebensmittelpunkt lösen. Ihr Herz hing an ihrer Cateringfirma Tasty. Molly, ihre Assistentin, besaß ihr ganzes Vertrauen, doch die letzte Entscheidungsgewalt lag bei Sienna. Ausgerechnet ein Großauftrag war mitten in ihre Urlaubszeit geplatzt. Nur die hohen Kosten hatten sie abgehalten, die Reise kurzfristig zu stornieren, weil sie das Geld verloren hätte. Quietschende Sohlen katapultierten sie zurück ins Hier und Jetzt.
Dieser Furcht einflößende Kerl Alec umrundete die Gruppe, die aus sechs nervösen Frauen bestand, wie ein Tiger, der sich noch nicht entscheiden konnte, welche er als saftigsten Happen erachtete. Sie brauchte sich allerdings nicht zu sorgen, da sie auf den ersten Blick unscheinbar wirkte, immer in der Menge unterging. Jeder stürzte sich auf Emily, deren Verpackung auf den Inhalt hindeutete und deren leckeres Inneres hielt, was das Geschenkpapier von außen versprach.
Ob die bestellten Ananas und die Mangos rechtzeitig eintrafen? Und die Cupcakes, die sie neu ins Programm genommen hatte, ob Molly und Lilian, die kleine Aushilfe, sie meisterlich herrichteten?
Schwarze glänzende Schuhe verharrten in ihrem Sichtfeld. Starke Finger trommelten gegen einen schwarz bekleideten Oberschenkel. Wieso blieb der Master des Grauens ausgerechnet vor ihr stehen? Zwei weitere der Frauen waren von unglaublich perfekter Schönheit, mit umwerfenden Größe-XS-Figuren und XL-Busen. Die beneidenswerten blöden Kühe. Das Trommeln der Fingerspitzen wurde intensiver, und sie legte den Kopf weit in den Nacken, um zu ihm hochzusehen.
„Wiederhol meine beiden letzten Sätze, Sienna.“
Oh, er kannte ihren Namen.
Ooops!
Sie schenkte ihm ihr charmantestes Lächeln. Wenigstens das verfehlte niemals seine Wirkung - bei keinem Mann. Er erwiderte ihres mit einem, das genauso viel Wärme wie die Füße eines Pinguins besaß, der auf einer Eisscholle verweilte.
„Langweile ich dich, Sub?“
„N-nein.“ Sie presste die Lippen zusammen, und ihr Nacken schmerzte vom Aufsehen. Verdammt, war der Typ groß und kräftig. Auf eine raue Weise gut aussehend, falls man auf Prince Charming stand, der mehrere Schleudergänge in der Waschmaschine durchlaufen hatte. Grünbraune Augen sondierten sie, sezierten sie, bis ein Beben ihre Glieder erfasste, das nicht unbemerkt von ihm blieb. Das zeigte ihr sein finsterer Blick deutlich. Sein dunkles Haar trug er so kurz, dass sie die Farbe nicht genau einordnen konnte, aber der Schnitt unterstrich das harte Gesicht. Er hatte zwar Lachfältchen, allerdings wirkte die Belustigung in den Tiefen seiner Pupillen in diesem Moment eher gefährlich als freundlich. Sienna versuchte, den Kloß, der sich aus dem Nichts in ihrer Kehle gebildet hatte, hinunterzuschlucken, was sich als unmöglich erwies.
Seine Nasenflügel bebten, als wäre er ein Hirsch, der gerade Bambi witterte und ihr in den Nacken beißen wollte, nicht nur um ihr das Fell auszurupfen, sondern auch, um anschließend damit sein Kopfkissen zu stopfen. Ihr Herzschlag setzte aus, ebenso das Trommeln der Fingerspitzen, stattdessen beugte er sich zu ihr herab und umfasste ihr Kinn, nicht schmerzhaft, aber nachdrücklich. Zu ihrem Entsetzen stieß sie ein Geräusch aus, das sich wie ein gestresstes Meerschweinchen anhörte. Sein Blick rammte in sie, bohrend und verunsichernd. Wie ruhig und warm seine Hand war, im Gegensatz zu ihrem zitternden Leib und der Gänsehaut, die sie heimsuchte, bis ihre gesamte Haut prickelte! Was immer er bemerkte, schien ihn anzustacheln, denn seine Augen funkelten einschüchternd und sadistisch.
Oh Gott, sie hatte sein Interesse geweckt, das sah sie ihm deutlich an. Emily atmete so schnell neben ihr, dass sie einem altersschwachen Dampfkessel ähnelte, der gerade sein letztes Pfeifen von sich gab. Alecs Finger streichelten über Siennas rasenden Puls.
Alles um sie herum verlangsamte sich, bis sie nur noch ihn sah und überdeutlich fühlte. Seine Pupillen weiteten sich. Langsam löste er den Griff, und sie wäre nach vorn gekippt, hätten seine starken Hände sie nicht an den Schultern gestützt. Er trat einen Schritt zurück. Die rothaarige Elfe, die auf der anderen Seite neben ihr kniete, atmete inzwischen genauso wie Emily, rasselnd und viel zu schnell. Sie dagegen hatte den Atem angehalten.
„Die Master bringen euch zu euren Zimmern, und morgen beim Kennenlernbrunch finden wir heraus, welche Sub zu welchem Dom passt.“ Selbst seine Stimme war eindringlich – dunkel, samtig, verführerisch, aber auch feuergefährlich. Das war das passende Wort, um ihn zu beschreiben, weil sie eine ausgedörrte Steppe war, über die gerade ein Waldbrand hinwegfegte, der mit dem Namen Alec in die Geschichte eingehen würde.
Emily, die Angeberin, erhob sich anmutig. Sienna fühlte sich hingegen wie ein ungeschorenes Schaf, das gegen eine Antilope antrat, und versuchte, ihre steifen Muskeln in die Gehorsamkeit zu zwingen. Wenn sie noch länger knien müsste, wären die Fugen auf ewig in ihre Haut eingegraben. Außerdem sehnte sie sich danach, Alec, dem Überwältigenden, zu entkommen, und nahm sich vor, ihm für den restlichen Aufenthalt aus dem Weg zu gehen. Sein Effekt auf sie war besorgniserregend.
„Du nicht.“ Seine Stimme wirkte jetzt weitaus kälter als die Füße des Pinguins, und er legte seine Hand auf ihren Kopf, bis sie in der Bewegung erstarrte. Er streichelte über ihre Schläfe, ehe er sie fortnahm. Doch die kurze Berührung hatte ihre Nervosität weiter gesteigert, weil sie sich seltsamerweise am liebsten gegen ihn geschmiegt hätte, obwohl er sie bis ins Mark verunsicherte.
Ihr wurde in diesem Moment bewusst, wie sehr sie Umarmungen, körperliche Nähe und Zärtlichkeiten vermisste und dass sie nur noch an ihre Arbeit dachte, die keinen Raum für Intimität ließ.
Emily warf ihr einen mitleidigen Blick zu und hastete mit wackelnden Hüften einem der Master hinterher, als trachtete Spartakus persönlich ihr nach dem Leben. Dabei sollte sich lieber der Gladiator vor Emily in Acht nehmen, denn ehe er bis drei zählen könnte, hätte sie ihn um ihre süßen Finger gewickelt.
Verräterin!
Alec wandte sich der grün gekleideten Sklavin in Top und Shorts zu, die neben ihm stand und eifrig auf ein Blatt kritzelte.
„Wie viele, Rachel?“
„Fünf Kreuze, Master Alec“, hauchte sie mit ehrfürchtiger Stimme.
Kreuze? Ihr Herzschlag beschleunigte sich, als wäre sie ein Aufziehspielzeug und ein hyperaktives Kind hätte die Schraube bis zum Anschlag aufgezogen.
„Was für eine Strafe zieht das Einschmuggeln eines Mobiltelefons nach sich?“
Woher wusste er es? Ihr brach der Schweiß in Strömen aus, und sie wäre am liebsten aufgesprungen und aus dem Raum gerannt, obwohl sie bezweifelte, dass ihre Geleebeine sie tragen würden. Außerdem hätte er sie zu Fall gebracht und würde ihr all die Dinge antun, von denen sie zwar heimlich träumte, doch in der Realität wirkten ihre ungebührlichen Sehnsüchte zu groß für sie. Hier herrschten andere Regeln, hatte ihr Emily enthusiastisch erzählt. Sienna hatte jedes Wort aufgesogen und sich fasziniert vorgestellt, wie es wäre, von einem richtigen Kerl dominiert zu werden. Anscheinend war der Zeitpunkt gekommen, und es jagte ihr eine Heidenangst ein.
„Zwanzig Schläge mit einem Instrument, das der Master frei auswählen darf, Master Alec“, wisperte Rachel mit roten Wangen und weit aufgerissenen Augen.
Was?
Siennas Hintern landete auf ihren Fersen, während sie ein „Umpf“ ausstieß.
„Du kannst gehen, Kleines.“ Er nahm Rachel das Klemmbrett aus den Händen, und die kurvige Versuchung hastete aus dem Raum, wobei sie noch einen entsetzten Blick über ihre Schulter warf. Sienna verblieb allein mit Alec!
Totenstille donnerte um sie herum. Alec starrte sie an, sie spürte es deutlich. Sie dagegen betrachtete ihren gemusterten Rock, der ihr mittlerweile an den verschwitzten Beinen klebte.
„Steh auf, Sienna.“
Wollte er sie jetzt schlagen? Sie presste den Po fester auf die Fersen.
„Warte mal, Alec.“
Er packte in ihr Haar, mit gespreizten Fingern, und zog ihren Kopf in den Nacken. „Wie heiße ich?“
Das war so albern. Er erhöhte den Zug, und es schmerzte dermaßen, dass Tränen in ihre Augen sprangen.
„Master Alec“, würgte sie hervor und warf einen giftigen Blick hinterher. Er griff fester zu, während er ein unheilvolles Geräusch ausstieß.
„Master Alec“, sagte sie, diesmal respektvoll und meinte es ernst. Damit hatte sie nicht gerechnet.
Sofort löste er den Halt, aber noch immer hielt er ihre Haare. „Anscheinend hast du doch ein wenig zugehört. Obwohl ich mich ungern wiederhole, tue ich es in deinem Fall. Aufstehen!“
Sie dachte an die Papiere, die sie unterschrieben hatte, dass sie tun würde, was die Master von ihr verlangten, es sei denn, sie rief das Safeword Rot. Sienna beschloss, ein Geständnis abzulegen, um ihn milde zu stimmen.
„Gut, ich gebe es zu, ich wollte ein Mobiltelefon einschmuggeln.“ Sie lächelte wie noch nie in ihrem Leben, das beste Cupcake-Lächeln, das sie beherrschte.
Master Alec schnaubte wie ein zorniger Stier und gewährte ihr auch ein Lächeln, das sie mit seiner Kälte an eine Tüte Tiefkühlrosenkohl erinnerte, der aus der aufgerissenen Verpackung auf sie prallte.
„Sub, du weckst meinen Zorn, und das ist nicht intelligent.“ Er ließ sie so hastig los, dass sie instinktiv nach ihm fasste, um nicht zur Seite zu fallen. Seine Beine waren hart und unnachgiebig. Auf einmal hatte sie das Bild vor Augen, wie sie über seinen Knien hing, damit er ihr mit einer eisenharten Hand die angedrohten unzähligen Schläge für ihre Vergehen verabreichen konnte. Fünf Kreuze! Wie vielen Feuerstreichen entsprachen sie? Ihre Nase war genau in Höhe seines Schritts, und zu allem Überfluss wurde ihr erneut siedend heiß.
Er hatte eine Erektion! Wieso? Was stellte er sich gerade vor? Dass sie nackt war? Er sie packte, sie bestrafte, sie unterwarf? Ihr den Arsch versohlte?
Dunkelrot! Rot zu rufen ist nicht ausreichend. Worauf hast du dich da bloß eingelassen?
Sie musste ihn von sich abbringen, er war viel zu gefährlich für sie. Vielleicht würde Master Alec das Interesse an ihr verlieren, sobald er sie nackt sah. Sie konnte nicht mit den XS-Schönheiten mithalten und hatte ihre Bemühungen vor Jahren aufgegeben. Größe M war ihr einziger treuer Begleiter, der egal, was sie tat, hartnäckig an ihr klebte, gleich einem Kaugummi.
Er legte das Klemmbrett zur Seite.
„Es tut mir leid, Master Alec.“ Wo zum Teufel war der Satz jetzt hergekommen? Er umfasste ihre Wangen. Warm sah er sie an, packte anschließend ihre Oberarme und stellte sie auf die Füße, hielt sie fest, da sie drohte, wie ein knochenloses Etwas auf den Boden zu sinken.

Alec trat von Sienna zurück, um ihr Platz zu lassen. Die kleine Mrs. Baltimore faszinierte ihn. Kurvig genug, wenn sie auch nicht mit Rachel mithalten konnte - dunkle kinnlange Haare, die sie in einem wilden Bob trug. Grünblaue Augen und ein Gesicht, das ihre Emotionen deutlich zeigte. Dass sie was zu verbergen hatte, hatte er ihr nach einer Sekunde angesehen. Das mit dem Mobiltelefon war ein Schuss ins Blaue gewesen. Sie war mit den Gedanken woanders gewesen, während die restliche Gruppe jedes seiner Worte verinnerlicht hatte, so wie er es gewohnt war. Ihr unwiderstehliches Lächeln erinnerte ihn an einen Sonnentag. Eine gänzlich unerfahrene Sub und eigentlich unpassend für ihn - den Sadisten.
Er nahm den Fragebogen, den sie ausgefüllt hatte, zur Hand. Das erste vorsichtige Herantasten an ihre devoten Neigungen.
Verflucht!
Wie sollte er einschüchternd und teuflisch dreinschauen, wenn sie kleine Muffinsmileys neben die Fragen gemalt hatte? Die wenigen Lächelnden waren wohl ein Ja. Leichte Schläge mit der Hand, Augen verbinden, Handgelenke fesseln. Alle anderen Punkte hatte sie mit traurig dreinblickenden Muffins versehen.
Konzentrier dich, Alec Marshal.
Sie nestelte an den Knöpfen ihrer engen grünen Bluse herum, die den Blick auf den Ansatz ihrer herrlichen Brüste freiließ. Sie fror und schwitzte gleichzeitig vor Aufregung, daher hatte er freie Sicht auf ihre verführerischen Nippel, die sich vorwitzig gegen den dünnen Stoff drängten und sich mit ihrer Größe hervorragend für Klemmen eigneten, zudem war ihr Arsch gemacht für die Hand eines Masters. Er liebte Polsterungen - auf Knochen schlug es sich schlecht.
Zuerst wagte sie es nicht, ihn anzusehen. Dann sah sie hoch und blickte ihn mit einem rebellischen Gesichtsausdruck direkt an.
Äußerst entzückend, wenn auch leichtsinnig.
Erfahrene Devote würden sich das niemals wagen, sie wussten nach der ersten Sekunde, mit wem sie es zu tun hatten. Wie sie wohl aussah, wenn sie unter seinen Schlägen erblühte, die zarte Haut sich rötete und er sie zu mehreren Orgasmen zwang, während sie weinte?
Würde sie ihn aufsässig anfunkeln, falls er ihr verbot, einen Höhepunkt zu bekommen, solange er sie leckte? Gleichzeitig ihr süßes Arschloch mit dem Daumen fickte?
„Möchtest du dich aus deiner Verantwortung winden und das Safeword sagen? Du kennst es doch?“
„Nein, Master Alec, und ja zu der zweiten Frage. Rot.“ Sie hörte sich an, als könnte sie den eigenen Worten nicht glauben. Alec sah ihr deutlich an, dass sie die Situation unglaublich erregte, aber auch erschreckte. Er gab der Versuchung nach und streichelte über ihre weiche Wange. Sie schmiegte sich instinktiv in die Berührung. Mit Mühe hielt er das Lächeln zurück.
„Zieh die Bluse aus!“ Er legte die geballte Ladung eines sadistischen Masters in den Satz, um herauszufinden, wie weit ihre Aufsässigkeit reichte. Sienna - der Name passte perfekt zu ihr. Sie hatte eine Menge Feuer in sich eingeschlossen, das sich erst auf den zweiten Blick offenbarte. Die unschuldig Aussehenden waren immer die Interessantesten. Sienna starrte ihn an, schluckte, derweil die Rädchen in dem süßen Köpfchen auf Hochtouren liefen. Alec legte das Klemmbrett auf den Schreibtisch, kreuzte die Arme vor seinem Brustkorb und zog eine Augenbraue hoch. Er amüsierte sich so prächtig wie schon lange nicht mehr. Eigentlich, seitdem die niedliche Carolina ihn als Master erwählt hatte, um sie in die Geheimnisse von Schmerz und Demut einzuweihen. Aber leider war sie vergeben, und ihre Ehe mit Richard hatte auf der Insel die nötigen Vitaminspritzen erhalten. Die beiden waren unglaublich glücklich, und Alec war unglaublich neidisch. Doch es war kein böser Neid, vielmehr ein anspornender, dass für ihn vielleicht nicht alles verloren war. Er hatte sich über die Jahre ausgetobt und war dabei zur Ruhe gekommen, hatte sein emotionales Gleichgewicht gefunden. Das zumindest hatte er sich eingeredet, bis er auf Carolina getroffen war. Als Master konnte er seine mentalen und körperlichen Bedürfnisse in den Sessions befriedigen. Er vergnügte sich mit Frauen in Spielbeziehungen, ließ keine davon näher an sich heran. Liebe war gefährlich, er hatte sie gekostet, und der bittere Geschmack lag plötzlich unerwartet auf seiner Zunge. Er schluckte die unangenehmen Erinnerungen hinunter, weil er nicht in Gefahr war, sich jemals wieder zu verlieben. Daran hatte er Jahre gearbeitet. Nicht wahr, Alec? Du wolltest es doch auf diese Weise! Und wieso fühlte er sich so leer, unzufrieden, sogar rastlos?
Leider war in der heutigen Gruppe niemand, der zu seinen Vorlieben passte. Aber das bedeutete nicht, dass er sich nicht ein wenig vergnügen konnte. Sienna presste die hübschen Lippen aufeinander, die zu einem Mund gehörten, der prächtig aussehen würde, wenn er seinen Schwanz lutschte und ihre Wangen vor Tränen glänzten. Alec liebte das kostbare Nass, entstanden durch die submissive Neigung seiner Spielgefährtin, gepaart mit einer absoluten Hingabe.
Die nervöse Kleine fasste einen Entschluss und öffnete die Knöpfe ihrer Bluse. Es juckte Alec in den Fingern, sie aufzureißen, ihr in den Hals zu beißen, an dem Ansatz ihrer Brüste zu knabbern und die zarten Spitzen so hart zu saugen, dass sie vor Lustschmerz keuchte.
Sie faltete das Kleidungsstück ordentlich zusammen und legte es auf den Boden. Sienna trug einen grünblauen Spitzen-BH, der genau zu ihren Augen passte, dabei die sahnige Farbe ihrer Haut unterstrich. Mrs. Muffin sah ihm direkt in die Augen. Mutig war sie ja. Im Gegensatz zu manch anderem Master liebte er Blickkontakt, erwartete ihn sogar, außer er untersagte es der Devoten, was er nur im Ausnahmefall tat.
„Jetzt die Stiefel.“
Sie öffnete die Reißverschlüsse der Stiefel. Ah, da hatte das kleine Biest das Telefon versteckt, er hätte auf ihr Höschen gewettet. Sienna hatte es mit Klebestreifen an ihrem Schienbein befestigt.
Sie griff nach dem Klebeband.
„Nein, Sub. Das entferne ich.“
Hektische rote Flecken bildeten sich auf ihren Wangen, und sie starrte beschämt auf die Fliesen. Ob sie ein passendes Spitzenhöschen trug? Zu gern würde er den zarten Stoff bis zu ihren Knöcheln zerren, sie über seine Knie beugen und ihr den verführerischen Arsch versohlen, bis sie alles um sich herum vergaß. Eins nach dem anderen, jetzt war es Zeit herauszufinden, was sie unter dem Rock verbarg.
Wie ihre Hände zitterten! Und doch sah er Neugierde in ihrem Gesicht. Er wollte ihr noch ein wenig Angst einjagen, blickte ihr daher geradewegs in die Augen, legte die beiden Silberringe ab und löste die Schnalle der Armbanduhr, während er damit kämpfte, wegen ihrer unbeschreiblichen Mimik nicht zu lachen. Anschließend öffnete er die Knöpfe seiner Hemdärmel. Ihr Blick war wie festgesaugt an seinen Bewegungen. Betont langsam rollte Alec sich die Ärmel hoch, ballte seine Hände mehrere Male hintereinander zu Fäusten und lächelte sadistisch. Sie wurde abwechselnd rot und weiß, schwitzte und fror. Sienna versuchte ihn einzuschätzen, doch sie hatte keine Ahnung, worauf sie sich eingelassen hatte, als sie seine Aufmerksamkeit durch ihren unbedachten Ungehorsam auf sich gezogen hatte.
Er gab zu, hätte sie es nicht getan, würde sie jetzt kichernd in ihrem Bungalow stehen und hätte morgen einen von den Doms abbekommen, die es mochten, milden Schmerz zu verursachen. Nun musste sie mit ihm zurechtkommen, wenn auch nur für diesen Abend. Er deutete hinter sie.
„Dreh dich mit dem Gesicht zur Wand, Hände in Kopfhöhe flach dagegen drücken. Und egal, was ich tue, sie bleiben dort. Hast du mich verstanden, Sub Sienna?“
Erneut dieses erfrischende Funkeln, während sie versuchte zu reden. Sie benötigte drei Anläufe, ehe sie ein Ja hervorwürgte. Die Kleine testete seine Geduld, daher packte er ihren Nacken.
„Was war das?“, knurrte er.
Ihre Pupillen weiteten sich, und er sah, dass sie devot war, durch und durch. Aber war sie auch masochistisch veranlagt?
Mhmm.
Sein Schwanz zuckte, und erneut stellte er sich vor, sie über seine Knie zu legen, um ihr ordentlich den Arsch zu versohlen, bis sie nicht mehr wusste, wie ihr geschah. Sollte sie nicht kooperieren …
„Ja, Master Alec“, wisperte sie mit einem zuckersüßen Augenaufschlag, gepaart mit diesem Lächeln, das Steine verflüssigen konnte, so niedlich war es.
Er streichelte mit dem Handrücken an der Seite ihres Halses entlang, und sie lehnte sich förmlich in die Berührung. Interessant! Sie hatte zwar Angst vor ihm, doch es war keine Todesangst, sondern eine erregende Furcht. Ihm gefiel, wie sehr sie auf den leichtesten Reiz reagierte - mehr als gut für ihn sein konnte. Die kleine Mrs. Muffin war tabu für den wilden Teil seiner Dominanz. Sein Herz beschleunigte, und er wusste nicht wieso. Vielleicht war es auf die unglaubliche Anziehungskraft zurückzuführen, die sie auf ihn ausstrahlte.
Wie er verlangt hatte, nahm sie die befohlene Position ein, und ihre zarten Hände mit den zerbrechlichen Fingern zitterten deutlich. Der Anblick erregte ihn stärker, als er es sollte.
Er wollte mehr von ihrem Arsch sehen. „Drück dein Becken ein wenig nach hinten“, sagte er sanft. Er setzte gerne diesen Tonfall ein, denn dieser wirkte bei süßen Devoten gleich eines Brandbeschleunigers.
Der grün-weiß gemusterte Rock klebte an ihren drallen Pobacken, und es juckte ihn, seinen Gürtel aus den Schlaufen zu ziehen.
Reiß dich zusammen. Sie ist nicht für dich!
Er stellte sich dicht hinter sie und holte tief Luft. Sie duftete so gut! Nach frisch gebackenen Keksen. Das musste er sich einbilden.

Oh mein Gott. Er hat sich die Ärmel hochgerollt, seine Ringe abgelegt, sogar die Armbanduhr. Und dieses sadistische Lächeln!
Obendrein hatte der fiese Master sich dabei Zeit gelassen, um sie zu quälen. Es war ihm hervorragend gelungen, denn niemals zuvor war sie so aufgewühlt gewesen und so … geil! Ein züchtigeres Wort war nicht ausreichend, um ihren Zustand zu beschreiben. Sie war bereit, ihn anzuspringen, ihn in sich zu fühlen, zu erfahren, ob es ihm gelingen würde …
Sienna unterbrach den Gedanken, konzentrierte sich lieber auf ihre unangemessenen Reaktionen, die ihren wollüstigen Leib heimsuchten. Sie spürte eine verräterische Nässe, die sich in ihrem Höschen sammelte. Wie konnte es sein, dass dieser Dominante sie dermaßen anmachte? Dabei hatte er noch gar nichts getan, außer ihr ein paar Befehle zu geben. Wahrscheinlich war es darauf zurückzuführen, dass sie seit Ewigkeiten die Berührungen eines Mannes vermisste, und er war mehr Mann, als sie es gewohnt war. Jedoch stellte sie eine Herausforderung für die Manneskraft dar, weil sie nur sehr schwer einen Orgasmus erreichte – wenn überhaupt. Mist! Jetzt hatte sie doch daran gedacht. Das war der Grund, warum Brandon sich von ihr getrennt hatte. Am Ende ihrer Beziehung hatte sie sich während des Sexes nur noch verkrampft und keine Erfüllung gefunden, egal, wie lange er sie gefickt hatte. Emily meinte, es wäre nicht ihre Schuld, sondern seine. Sienna seufzte innerlich, denn sie wusste, es war ganz allein ihr Versagen. Auch aus diesem Grund hatte sie diesem Urlaub zugestimmt. Sie brauchte einen Höhepunkt, Selbstvertrauen, die Erkenntnis, dass man Spaß mit ihr beim Sex haben konnte. Ihre Arbeit ließ ihr nicht die Zeit und sie hatte nicht die Geduld, um sich mit Dates zu befassen. Zudem erschien es ihr zu gefährlich, eventuelle Neigungen mit irgendeinem Kerl zu erforschen. Bei Master Alec verspürte sie keine Bedenken. Zwar drohte ihr das Herz aus der Brust zu springen, doch es war ein herrliches Gefühl – belebend und stimulierend. Was er wohl getan hätte, wenn sie sich widersetzt hätte? Die Vorstellung berauschte sie mehr, als gut für sie sein konnte.
Er stand dicht hinter ihr, so nah, dass sie seine Körperwärme spürte, sie sich danach sehnte, dass er sich gegen sie lehnte. Seine starken Finger streiften ihren Rücken, strichen über ihren Rippenbogen und umfassten den Gummibund ihres Rockes. Langsam, irgendwie sinnlich, zog er ihn hinunter. Sobald er ihre Hüften verließ, schwebte der Stoff zu Boden.
Wie heiß es sie machte, vor einem wildfremden Mann zu stehen, in dieser hilflosen aufreizenden Pose! Es war so unzivilisiert, passte nicht in die moderne Welt und war daher unglaublich erregend. Ein verbotenes Gefühl! Emily hatte ihr geschworen, dass sie auf der Insel immer in Sicherheit sein würde, selbst wenn sie sich nicht so fühlte. Die Master waren einem Kodex unterworfen, den sie niemals verletzten. Gerade das würde den Reiz des Spiels ausmachen, auch, dass sie sich durchsetzten.
Sienna kämpfte mit dem Instinkt, ihre Hände von der Wand zu lösen, sich umzudrehen und zu flüchten. Doch wo sollte sie hin? Das Resort lag mitten im Nirgendwo in den Bergen um Pasadena. Außerdem war es das erotischste Abenteuer, das sie jemals erlebt hatte - ein wahr gewordener Traum. Was würde Master Alec ihr antun?
Sie peitschen? Der Gedanke erschreckte sie nicht halb so sehr, wie er es sollte. Stattdessen sehnte sie herbei, dass er ihr Schmerzen zufügte, sie endlich erfahren würde, ob erlittener Lustschmerz sie ebenso erregte wie die Lektüre darüber, ob die Realität mit ihren Fantasien mithalten konnte.
Oder würde sie auch hierbei versagen? Keinen Höhepunkt erreichen? Wenn sie doch nur nicht so unglaublich aufgewühlt und durcheinander wäre.
Er schnupperte an ihrem Nacken, stand ansonsten still hinter ihr. Hatte sie schon immer so schnaufend geatmet? Master Alec streichelte mit seinen Lippen über ihre Schultern, und ihre Haut erwachte zum Leben, reagierte auf den leichten Reiz mit Sehnsucht. Wie konnte es sein, dass sie sich so ungezügelt zeigte? Sie, die frigide Sienna, die laut Brandon lieber Blanche heißen sollte – kühl, weiß, frostig.
Doch im Moment strömte ihr Schoß eine Hitze aus, die ihrem Namen gerecht wurde. Siennarot war eine wilde Farbe; leuchtend und strahlend.
Er umfasste ihre Schultern mit festem Griff, ohne ihr wehzutun.
„Fürchtest du dich vor mir, kleine Mrs. Muffin?“, fragte er mit einer Stimme, die liebkosend über ihre Sinne floss.
Sie wusste es nicht, weil zu viele Emotionen in ihr wüteten, eine Mixtur bildeten, die sie berauschte.
„Nicht so sehr, wie ich es vielleicht sollte, Master Alec“, wisperte sie mit einer Stimme, die zitternd und unterwürfig aus ihrem Mund kam.
„Ist das so?“ Irgendwie hörte er sich zufrieden an, als reagierte sie nicht so, wie er es erwartet hatte, und ihn die Antwort erfreute.
Er löste die Hände von ihren Oberarmen, fasste um sie herum und legte die herrlichen Handflächen um ihre Brüste. Die zarte Spitze stellte keine Barriere gegen den Reiz dar. Mit den Daumen streichelte er ihre Nippel, die geschwollen und pochend auf stärkere Stimulation warteten. Sie biss sich auf die Zunge, um sich davon abzuhalten, ihn anzuflehen sie zu zupfen, denn sie ahnte, es wäre nicht ratsam, ihn weiter herauszufordern. Master Alec nahm die Hände langsam fort, und sie spürte seine Finger auf ihrem Rücken, bevor er den BH öffnete. Noch niemals zuvor hatte ein Kerl sie so sexy ausgezogen, sie so sehr dabei erregt.
Ihre Hoffnung, dass er jetzt ihre Nippel stimulieren würde, erfüllte sich nicht. Stattdessen ging er hinter ihr in die Hocke, um das Telefon von ihrem Bein zu entfernen. Sie presste die Lippen aufeinander, drückte sich hart gegen die Wand, weil sie vermutete, dass er das Klebeband schmerzvoll abreißen würde, so wie sie es für den Frevel verdiente.
„Keine Angst. Du solltest dich lieber um deinen Arsch sorgen.“
Ihr Magen zog sich flatternd zusammen, während die Aussicht auf Schmerz ihren Po unverständlicherweise mit Freude erfüllte. Vorsichtig löste er das Tape und steckte ihr Mobiltelefon ein. Das würde sie wohl nicht mehr wiedersehen.
Er streifte ihr das Höschen von den Hüften und befahl ihr, die Beine anzuheben, sodass er die Kleidungsstücke zur Seite werfen konnte. Und dann richtete er sich auf.
„Spreiz deine Schenkel, Sub!“
Aus ihrem staubtrockenen Mund entwich kein Protest, zu sehr heizte sie dieses Spiel an.
„Du bist unsagbar erregt, Sienna. Wie kann das sein?“
Die Worte formten sich in ihrem Gehirn, bereit, über ihre Lippen zu wandern, doch genau in diesem Moment legte er seine raue Hand mit gespreizten Fingern auf ihren Bauch. Die simple Berührung jagte durch ihren Leib, entlockte ihr einen zischenden Atemzug. Seine Hand auf dieser unschuldigen Körperstelle war unglaublich intim, persönlich und tief gehend. Sie war ihm ausgeliefert, schlimmer, als hätte er sie gefesselt, denn sie brauchte ihre gesamte Willensstärke, um ihre Handflächen auf der verfluchten Wand zu lassen. Sie zitterte am ganzen Körper, nicht vor Furcht, sondern weil dieser Mann ihr sprichwörtlich unter die Haut ging.
Die Hitze seiner Berührung sickerte unter die Oberfläche, brennend, verlangend, sinnlich. Sein kleiner Finger lag genau oberhalb ihrer Spalte, Millimeter von ihrer süßesten Stelle entfernt. Er wusste bereits, dass sie beschämend erregt war, das war ihm nicht entgangen, in dem Moment, als er ihr das furchtbar nasse Höschen ausgezogen hatte. Master Alec umfasste mit der anderen Hand ihre Kehle, und erneut entwich ihr dieser Laut, der ein Echo ihres Zustandes darstellte, als sei sie Catwoman, die schnurrend darum bettelte, gefickt zu werden, aber erst nachdem sie unterworfen worden war.
Er bog ihren Kopf leicht nach hinten und presste seinen harten Körper an ihre Rückseite. Ihre überempfindliche Haut kribbelte und prickelte, während ihr Herz so schnell schlug, dass er es spüren musste.
„Antworte mir endlich, kleine Sub, oder möchtest du, dass ich dich zwinge?“ Sanft streichelte sein Finger über die Seite ihres Halses, und er lachte, da er die pochende Halsschlagader fand.
Sie hatte seine Frage vergessen, konnte sich kaum an den eigenen Namen erinnern und wusste nicht mehr, wo rechts und links war. Er steigerte den Druck auf ihren Hals, bis sie ihren Kopf so weit zurückbog, dass er in ihre Augen sehen konnte. Wie ein Hammerschlag durchfuhr es sie, sobald sich diese grünbraune Intensität mit ihrer Seele vereinte.
Oh, du ehemals frigide Sienna! Was ist los mit dir? Niemals zuvor hatte sie auf diese Weise auf einen Kerl reagiert. Vielleicht war es seine Dominanz und jeder Master würde sie dermaßen beeindrucken. Sie betete, dass dem so war. Was musste er nur von ihr denken? Er fand sie bestimmt rückgratlos, weinerlich, leicht beeinflussbar und langweilig.
Doch sein Blick drückte etwas anderes aus, von seinem harten Schwanz ganz zu schweigen, der sich verführerisch an ihrem Po rieb. Er sah sie an wie ein Master - gierig, überlegen, kontrolliert. Sie war so was von aufgeschmissen!
„Hast du meine Frage vergessen?“ Ein Hauch von Belustigung zeigte sich in den goldgefleckten Augen.
„Ja, Master Alec“, wisperte sie.
„Hmmm.“
Hmmm?
Er führte mehr Druck mit seiner Handfläche aus und berührte mit seiner Fingerspitze endlich diese pochende Stelle. „Du bist unglaublich empfindlich, empfänglich und ungezogen.“ Es hörte sich wie ein Lob an, und seine autoritäre Stimme vibrierte über ihren Leib. Sie hielt seinem Blick nicht stand, und ihre Lider flatterten zu. Sie wusste nicht, ob es gestattet war, aber sie war zu schwach, um ihn weiterhin anzusehen. Er kommentierte ihr Verhalten nicht, stattdessen presste er die Fingerkuppe auf ihren Kitzler, der ebenso nass war wie der Rest ihres Geschlechts. Sie konnte nirgendwo hin, konnte dem drängenden Reiz, der ihren Körper entlangjagte, nicht entkommen. Die Spannung schwand aus ihren Armen, und sie wäre gefallen, hätte er sie nicht gehalten. Wie lange war es her, dass sie durch die Hände eines Mannes einen Orgasmus erreicht hatte? Er war ein Fremder, und diese Situation war eine sinnliche Eskapade, bei der sie die Hauptrolle spielte.
„Hast du die Papiere gelesen, die Regeln begriffen, Sienna?“ Er zupfte an ihrem kurzen Schamhaar.
Shit! Sie erinnerte sich deutlich an Punkt sieben, an die Order, dass sie frisch rasiert im Resort auftauchen sollte. Doch sie hatte bis zur letzten Sekunde an der Zusammenstellung der Speisen gearbeitet, und ihr hatte schlichtweg die Zeit gefehlt. Sienna hatte es morgen früh unter der Dusche erledigen wollen.
„Du, kleine Sub, weckst meine Kreativität, und ich bezweifle, dass sie dir gefallen wird.“ Er unterstrich seine Worte mit festem Fingerdruck, umschmeichelte ihre Lustperle erneut und rieb sie dann so hart, dass sie seiner Stimme nicht mehr folgen konnte. Sie presste die Lippen aufeinander, um das Stöhnen zurückzuhalten, das ihr so gern entschlüpft wäre. Er rutschte tiefer mit dieser herrlichen starken Hand, bis sein Daumen auf ihrer pochenden Stelle lag, und drang mit dem Mittelfinger vorsichtig in ihr Geschlecht ein. Er war so zärtlich und gleichzeitig unerbittlich.
Sie stöhnte laut und ungezügelt, unfähig, es eine Sekunde länger zu unterdrücken. Langsam bewegte er den Finger, während sein Daumen sie in den Wahnsinn trieb, weil er sie gleichmäßig stimulierte, sich der Höhepunkt unter seinen kundigen Berührungen in ihr aufbaute wie eine Welle, die auf einer Klippe aufschlug, sich zurückzog, nur um beim nächsten Mal noch höher zu donnern.
Das Pulsieren steigerte sich, bis sie wusste, sie würde einen Orgasmus bekommen, allein durch seine Hände. Endlich!
Erneut umfasste Master Alec mit der anderen Hand ihre Kehle. Es war unglaublich erregend, sich ihm so darzubieten, sich ihm auf diese Weise auszuliefern, zu wissen, dass obwohl er alles mit ihr tun könnte, sie bei ihm sicher war. Daran zweifelte sie nicht eine Sekunde.
„Wehe, wenn du kommst, Sienna“, wisperte er gegen ihren Nacken.
Zuerst glaubte sie, sie hätte ihn missverstanden. Doch er erhöhte den Druck auf ihre Kehle. Sienna presste die Lider zu, versuchte einen sinnlosen Moment, ihm zu gehorchen, und versagte fröhlich. Einen Teufel würde sie tun, sie wollte ihren Höhepunkt, den hatte sie sich verdient. Er würde ihr den Seelenfrieden zurückgeben, ihr beweisen, dass sie eine Frau war – eine leidenschaftliche Frau, die Spaß beim Sex hatte.
Master Alec wollte sie sowieso bestrafen, da kam es auf eine weitere Verfehlung nicht mehr an. Für diesen Orgasmus nahm sie gern Qual in Kauf.
Er löste die Handfläche von ihrem Hals, umfasste stattdessen ihre rechte Brust und zupfte fest an dem Nippel, so hart, wie es noch niemand getan hatte. Der köstlich brennende Schmerz strömte geradewegs in ihren Schoß, verband sich mit dem Pulsieren, und wie Lava erfasste der Reiz jede ihrer Nervenbahnen. Selbst wenn sie nicht so entschlossen wäre ungehorsam zu sein, konnte er nicht ernsthaft erwarten, dass irgendeine Frau sich beherrschen könnte. Das war schlichtweg unmöglich.
Getrieben von dieser Lust drückte sie ihr Becken nach hinten. Und dass er es ihr verboten hatte, steigerte die Begierde ins Unermessliche.
„Tu das nicht, Sugar“, knurrte er, als pure Ekstase, ausgehend von seinen Händen, durch ihre sensiblen Körperstellen raste, sie unumkehrbar packte, bis ihre Lustperle zuckte. Er ließ nicht etwa von ihr ab, sondern biss ihr stattdessen schmerzhaft in den Schultermuskel. Die Pein trug zu ihrer Erfüllung bei, denn auch sie vermischte sich mit den Wellen, die über sie spülten. Inzwischen zwirbelte er die linke Brustwarze noch fester, als er es bei der rechten getan hatte. Er hielt sie in einem unerbittlichen Griff, und ebenso unerbittlich war ihr Orgasmus. Sie schrie, obwohl sie es nicht wollte, zuckte, und er stimulierte sie erbarmungslos, bis der unglaublich köstliche Höhepunkt abebbte. Längst hatte sie ihre Hände von der Wand gelöst, umklammerte stattdessen seinen Unterarm und traute sich nicht mehr, sich zu rühren.
„Das hättest du nicht tun sollen, kleine Mrs. Muffin“, flüsterte er gegen ihren schweißnassen Nacken, mit einer Stimme, die an ihren Nerven zerrte, so streng hörte sich sein Wispern an. Master Alec packte sie an den Schultern, um sie umzudrehen. Sie wollte ihn nicht ansehen. Er sollte nicht erkennen, wie sehr er sie berührt hatte, wie viel er für sie getan hatte, wie großartig und gleichzeitig verstört sie sich fühlte, jetzt, wo der Nachklang verhallte.
Obwohl sie sich versteifte, drehte er sie um. Sobald sie ihn ansah, waren sie auf einmal da, die Tränen, die sie dermaßen lange in sich eingeschlossen hatte, weil sie ein Bekenntnis ihres Versagens darstellten. Brandon hatte es gehasst, wenn sie geweint hatte.

Alec fasste es nicht, dass sie so heftig und offensichtlich gekommen war, trotz seines Verbotes, ohne auch nur zu versuchen, den Orgasmus zurückzuhalten. Er hatte gewollt, dass sie einen Höhepunkt erlangte, und hätte sein Ziel in jedem Fall erreicht, doch er hatte gedacht, er müsste sich mehr Mühe geben. Eine erfahrene Masochistin wäre jetzt zu seiner Belohnung an einem Andreaskreuz gelandet, und er hätte sie bestraft für dieses Vergehen, sodass die Striemen ein paar Tage sichtbar gewesen wären, sie bei jedem Schritt daran erinnern würden, was sie getan hatte.
Sienna war gänzlich unerfahren. Aber er fragte sich, wie masochistisch sie war. Er hatte sie hart gebissen und unter den Händen gespürt, wie sehr es ihre Gier gesteigert hatte.
Er wollte in ihren Augen sehen, was sie in diesem Moment fühlte. Fasst gewaltsam drehte er sie um, da sie sich widersetzte, jedoch sah er nicht das, womit er gerechnet hatte. Kein Trotz, kein Triumph, sondern sie wirkte verletzt, verstört, weil etwas, das sie lange belastet hatte, von ihr genommen worden war.
„Bitte, Master Alec“, stammelte sie. Sie schluckte hart, versuchte, den Tränenstrom zurückzudrängen, der sich dennoch seinen Weg suchte. „Bitte, sei nicht böse … du verstehst nicht … konnte nicht … kalt wie … Eiszapfen.“
Sie presste sich zitternd an die Wand, und er verstand kaum, was sie sagte, weder die Worte noch die Bedeutung. Alec hob sie auf die Arme, ignorierte ihren Protest und trug das bebende Bündel zu der Couch. Eigentlich sollte er sie über die Lehne beugen und ihr mindestens hundert Schläge verabreichen, die sie in nicht einmal einer Stunde angesammelt hatte für all ihre Vergehen.
Selbst er hatte bis jetzt niemals eine dermaßen hohe Anzahl von Schlägen in einem Rutsch bei einer Session verabreicht, und er gedachte nicht, ausgerechnet bei Sienna damit anzufangen, sogar da er den Schmerz so einteilen könnte, dass sie es aushalten würde.
Er setzte sich mit ihr auf das schwarze Ledersofa, zog mit einer Hand eine Decke von der Lehne und legte sie ihr um die Schultern. Die Kleine sackte nach kurzer Gegenwehr in sich zusammen und vergrub das hübsche Gesicht in seiner Halsbeuge. Sie weinte, als hätte er ihr tatsächlich den Arsch, die Oberschenkel und sämtliche anderen Körperteile versohlt, die Schläge aushielten, ohne die Sub zu verletzen.
Hier stimmte etwas nicht! Sie war vollkommen aufgelöst und das, nachdem sie einen wunderschönen Orgasmus genossen hatte, sie so viel Mut besessen hatte, sich seiner Order zu widersetzen. Und es war verdammt gut gewesen, sie in seinen Armen zu halten, als sie ihn dermaßen – trotz oder gerade wegen seines Verbotes – bekommen hatte.
Sie schien keine richtige Angst vor ihm zu haben. Alec liebte es, mit den Ängsten einer kleinen Sub zu spielen, aber diese Ängste waren von dem Lustspiel geprägt und von ihm gewollt, entstanden niemals aus Furcht vor ihm als Mann. Ihr Weinen war wirklich herzerweichend, obendrein ein Indiz, dass eine Menge dahintersteckte. Er seufzte innerlich. Da konnte nur ein Arschloch der Grund sein, und sie hatte es lange in sich vergraben.
Er gab zu, dass er sie mit Vergnügen in seinen Armen hielt, während sie ihm ihre Tränen anvertraute. Er würde den Dominanten, den sie morgen erwählte, über diesen Zusammenbruch informieren, sodass er es in ihren Aufenthalt mit einbeziehen konnte, und wenn sie die Insel verließ, würde sie diese Last nicht mehr spüren. Aber wie gern würde er sie für sich behalten …
Scheiße! Das ging nicht, er würde sie auf Dauer mit seinem Sadismus überfordern. Der eigene Schmerz packte ihn plötzlich, als er sich an Valerie erinnerte, was er ihr ungewollt angetan hatte und wie sehr sie ihn zum Schluss gehasst hatte für das, was er war. Das letzte Mal, dass er geliebt hatte.
Er hatte Valerie und sich selbst vor all den Jahren überfordert, und das bittere Gefühl verfolgte ihn noch heute. Was er getan hatte, war nicht mit seiner damaligen Unerfahrenheit zu entschuldigen. Eigentlich hatte er gedacht, er hätte sich mittlerweile mit der düsteren Seite in sich arrangiert, doch diese Wahrnehmung war nur eine Illusion gewesen. Als die kleine Carolina ihn als Master erwählt hatte, war seine Lüge über ihm zusammengebrochen, auch wenn er es erst jetzt zugab. Die süße Sub wusste bis heute nicht, was sie ihm angetan hatte. Als Bonus hatte er sich noch mit Rachel befassen können, die ihn fürchtete. Obendrein machte es ihm einen Heidenspaß mit ihrer Angst zu spielen, weil es die Angst der positiven Sorte war. Doch Rachel war nur bedingt masochistisch veranlagt, und sie liebte Liam, der zu blöd war, um es zu erkennen.
Nichts war so, wie es vor wenigen Wochen gewesen war. Es genügte ihm nicht mehr, sich auf reine Spielbeziehungen einzulassen. Er brauchte mehr, wie viel mehr, wurde ihm genau jetzt bewusst, als er eine unerfahrene Devote in den Armen hielt, die seine Haut mit ihren Tränen benetzte, ohne dass er ihren Arsch mit Hitze überzogen hatte.
Mist!
Er fühlte sich eigenartig Sienna gegenüber. Die Distanz, die er immer zu seiner jeweiligen Spielgefährtin aufrechterhielt, war bei ihr unmöglich einzuhalten, obwohl er versuchte, sein in Ketten gelegtes Herz dort zu lassen, wo es hingehörte.
Alec wohnte auf der Insel und arbeitete von hier aus. Ihm und David gehörte ein Architekturbüro, und sie hatten auch das BDSM-Resort gemeinsam gegründet. Es verlangte ihn, Sienna in sein privates Domizil zu verschleppen, um sie für ihren zweiwöchigen Aufenthalt bei sich zu behalten – nackt, bebend und gezeichnet von seiner wilden Seite. Etwas, das für ihn ein Tabu war. Subs bekamen niemals seinen Bungalow von innen zu sehen, weil es eine Intimität darstellte, die er nicht bereit war zu teilen. Ließe er sie in diesen Bereich seines Lebens, würden sie mehr von ihm wollen, als er geben wollte oder konnte.
Diese Hirngespinste waren unmöglich, also verstaute er diese Wünsche am besten sofort in den hintersten Winkel seines Gehirns, zusammen mit den anderen Sehnsüchten, bis er sich unter Kontrolle hatte, er wieder der Mann war, der er sein wollte.
Er lenkte seine Gedanken auf Sienna und ihren Zusammenbruch. Auf dem Fragebogen hatte sie keine Phobien angekreuzt, medizinisch war alles in Ordnung mit ihr, und doch hatte er in ein Wespennest gestochen, und das, ohne sie mit seiner Hand zu züchtigen. Alec wartete geduldig, bis sie aufhörte zu zittern, die Tränen allmählich versiegten und sie obendrein versuchte, von seinen Knien zu springen. Er umfasste sie an der Taille und hielt sie mühelos in Schach, indem er noch zusätzlich ihre schmalen Handgelenke mit einer Hand umklammerte.
„Du stehst erst auf, wenn ich es dir erlaube, kleine Sub.“
Sie erstarrte einen Augenblick und hörte auf, gegen ihn anzukämpfen. Ihr Körper wurde weich, anschmiegsam, und Sienna kuschelte sich an ihn. Daran könnte er sich gewöhnen.
„Was bedrückt dich?“
Er konnte förmlich sehen, dass die Gedanken in ihrem Kopf herumwirbelten, ihr Verstand darum kämpfte, die Oberhand zu gewinnen, jetzt, wo der Rausch nachgelassen hatte und der Tränenstrom versiegt war. Er zog ein paar Papiertücher aus einer der Boxen, die überall herumstanden, und reichte sie ihr. Sie putzte sich die Nase, und beschämt sah sie zu ihm auf.
„Ich möchte nicht darüber reden“, sagte sie mit einer Stimme, die deutlich demonstrierte, dass sie es doch wollte, sich aber nicht traute. „Ich möchte endlich in meinen Bungalow.“
„Möchtest du das?“, sagte er mit einer Stimme, die ihr aufzeigte, dass ihn das nicht im Geringsten interessierte, sie erst von ihm loskam, wenn er es für richtig erachtete. Es wäre verantwortungslos, sie in diesem Zustand allein zu lassen, das könnte er weder mit dem Master noch mit dem Mann in sich vereinbaren.
Mit großen Augen starrte sie ihn an, realisierte, dass er nicht wie die anderen Männer war, mit denen sie es sonst zu tun hatte. Er würde nicht zögern, die Wahrheit, notfalls mit Gewalt, aus ihr herauszukitzeln. Und dieses Herauskitzeln würde ihm höllisch viel Vergnügen bereiten. Ihr auch? Er wünschte, dem wäre so.
„Du hast mir deinen Körper anvertraut, Sienna. Doch ich verlange mehr. Auf der Insel herrscht zwischen dem dominanten und dem submissiven Part ein Vertrauensverhältnis. Wenn ich deiner Reaktion nicht auf den Grund gehe, verletze ich dein Vertrauen.“ Er lächelte sie an, beruhigend, aber dennoch streng. Würde er jetzt versagen, könnte er sie gleich nach Hause schicken, denn sie würde den Mastern auf der Insel nur mit Misstrauen begegnen, sich aus ihrer Verantwortung, die sie als Sub hatte, herauswinden.
„Und wenn ich nicht darüber reden will?“
„Dann kannst du sofort die Heimreise antreten, weil du mein Vertrauen missbrauchst. Du hast wichtige Sachen auf deinem Fragebogen ausgelassen, mich der Gefahr ausgesetzt, dass ich dir Leid zufügen könnte, von dem wir uns beide nicht erholen würden.“ Es schadete nicht, ein wenig in seinem Fall zu übertreiben, doch ein unerfahrener Dominanter wäre überfordert gewesen. Ein Zusammenbruch in einer Session, der aus Unwahrheiten entstanden war, zerstörte so manchen Kerl, der gerade dabei war, die eigene wilde Seite zu erforschen, richtete manchmal sogar mehr Schaden bei ihm an als bei der Sub.
Er nahm eine Flasche mit Wasser von dem Tisch, der neben der Couch stand, öffnete sie und füllte einen Plastikbecher, den er ihr an die Lippen hielt. Er gewährte ihr ein paar Sekunden, um über seine Worte nachzudenken.