Hard & Heart: Ein Gorilla für die Nachtigall

Erschienen: 04/2017
Serie: Hard & Heart
Teil der Serie: 5

Genre: Soft-SM / BDSM

Location: Norddeutschland

Seitenanzahl: 256


Erhältlich als:
paperback & ebook

ISBN:
Print: 978-3-86495-260-9
ebook: 978-3-86495-261-6

Preis:
Print: 12,90 €[D]
ebook: 6,99 €[D]

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Hard & Heart: Ein Gorilla für die Nachtigall


Inhaltsangabe

Die Hamburgerin Pia muss bei Stress immer aufräumen und leidet gerne mal an der einen oder anderen Panikattacke. Nachdem sie während einer politischen Demo einen Mord beobachtet hat und als Zeugin vor Gericht aussagen soll, muss sie beschützt werden.

Finn ist Trainer für zukünftige Personenschützer. Er ahnt nichts Schlimmes, als sein Chef Pascal Engel ihm mitteilt, dass er die Tochter seines alten Freundes beschützen soll, bis sie eine Aussage vor Gericht gemacht hat.

Als er Pia abholt und sie bei seinem Anblick mit einer Blumenvase nach ihm wirft, ist es "Liebe auf den ersten Blick", und Finn fragt sich, ob es legitime Selbstverteidigung ist, eine Sub bereits vor der offiziellen Einverständniserklärung übers Knie zu legen ...

Teil 5 der romantischen BDSM-Reihe "Hard & Heart". 

Über die Autorin

Sara-Maria Lukas, Jahrgang 1962, sagt "Moin" statt "Guten Tag". Unter dem Pseudonym verbirgt sich eine gebürtige Bremerin, die seit vielen Jahren in einem klitzekleinen Dorf zwischen Elbe und Weser wohnt. Sie liebt das raue Klima der Nordseeküste nicht nur, wenn...

Weitere Teile der Hard & Heart Serie

Leseprobe

XXL-Leseprobe bei Book2Look

 

Finn parkt seine Maggie, den dunkelblauen Lieferwagen, den er sich zu einem gemütlichen Campingbus umgebaut hat, in der Nähe des Hauses und sieht sich in Ruhe um. Wenigstens lungern nicht bereits zwielichtige Typen auffällig unauffällig vor ihrer Tür herum, die darauf warten, das Mädel zu erwischen. Es scheint also momentan keine akute Bedrohung zu geben. Pia Krüger wohnt in einer der ungepflegteren Ecken von Altona. Nicht gerade der typische Stadtteil für Millionärstöchter und ganz bestimmt nicht der sicherste von Hamburg. Missmutig steckt er sich ein scharfes Pfefferminzbonbon zwischen die Zähne und steigt aus dem Auto.

Die angegebene Adresse...

...gehört zu einem dieser typischen hässlich grauen Nachkriegs-Mietshäuser in der Nähe der Sternschanze. Trotz des herrlichen Frühsommertages mit strahlendem Sonnenschein wirkt die Straße schmuddelig. Unten reihen sich kleine Läden und Kneipen der eher alternativen und linken Szenen aneinander. Die Mieter der oberen Wohnungen waren früher typische Arbeiterfamilien, heute sind es vor allem Studenten-WGs und politisch engagierte junge Leute. Graffiti und Parolen schmücken die Hauswände, und zwei einsame Bäume kämpfen, zwischen parkenden Autos und zerquetschten Getränkedosen, ums Überleben. Irgendjemand hat einen zertrümmerten Stuhl an der Straßenecke entsorgt, Mülleimer quellen über und Fußgänger eilen den Bürgersteig entlang.
Die alte verschrammte Haustür steht offen und Finn betritt unbehelligt das Treppenhaus.
Pia Krüger wohnt ganz oben im vierten Stock. Auf dem Klingelschild liest er unter ihrem Namen drei weitere: Tobias Wagner, Doreen Schmidt und Nadja Sonntag.
Ein Pärchen kommt ihm auf den ersten Stufen entgegen. Die beiden schlängeln sich an ihm vorbei, ohne ihn zu beachten.
Als Finn den letzten Treppenabsatz erreicht, betrachtet er alarmiert die geöffnete, angelehnte Wohnungstür. Augenblicklich ist er hoch konzentriert. Der Klingelknopf ist aus der Wand gerissen. Er hängt nur noch an einem Draht und funktioniert sicher nicht mehr. Drinnen dudelt ein Radio. Sachte klopft er gegen die Tür, wodurch sie ein Stück aufschwingt und er in einen langen Flur blicken kann.
Kein Mensch ist zu sehen, niemand hat sein Klopfen gehört. Entweder hatte die Dame schon unliebsamen Besuch oder sie ist extrem leichtsinnig. Er betrachtet das Schloss und den Schließzylinder. Einbruchspuren sind nicht zu erkennen, also scheint ihm die zweite Version wahrscheinlicher. Finn stöhnt innerlich auf. Na klasse, solche Menschen zu beschützen, gestaltet sich meist ziemlich anstrengend.
Er tritt ein und sieht sich um. Die Wände leuchten in hellem sauberen Weiß. Zwei Zimmertüren stehen offen, drei weitere sind geschlossen. Links kann er direkt in eine kleine Küche gucken. Auf den beigen, schlichten Schränken neben der Spüle und dem Herd türmt sich benutztes Geschirr. Der Flur ist bis auf eine mit Jacken und Mänteln überladene Garderobe leer. Männer- und Frauenschuhe reihen sich unordentlich an der Wand entlang.
„Hallo? Jemand da?”
Keine Antwort.
Er wirft einen Blick in den rechten Raum, ein Schlafzimmer, in dem es leicht chaotisch aussieht. Das Bett ist nicht gemacht, Klamotten, Bücher, Taschen und Schuhe liegen wild über einem Sessel und einem Stuhl verteilt. Auf einem Schreibtisch türmen sich Papierberge. Der Anblick erinnert ihn kurz an sein Jugendzimmer in seinem Elternhaus. Kopfschüttelnd wendet er sich ab.
Aus dem gegenüberliegenden Raum tönt die Musik. Finn klopft gegen den Türrahmen. „Hallo?”
Keine Antwort.
Er schiebt die Tür weiter auf und tritt ein. Das Zimmer ist größer und das absolute Gegenteil vom ersten Raum. Es ist so aufgeräumt, dass es steril wie eine Ausstellungsecke im Möbelhaus wirkt. Rechts an der Wand fällt sein Blick auf eine schlichte, altmodische, mit grauem Stoff bezogene Couch. Es ist eines dieser unförmigen Teile, die man zu einem Bett ausziehen kann. Davor stehen zwei Sessel und ein niedriger Tisch. Die andere Raumhälfte wird von einem großen Schreibtisch aus dunklem Eichenholz dominiert, dessen Arbeitsplatte bis auf einen Laptop leer ist. Daneben steht ein Kleiderschrank. Vor einer geöffneten Balkontür agiert hektisch eine kleine, schmale Person mit kurzen braunen Haaren. Sie ist anscheinend konzentriert damit beschäftigt, sauber zu machen. Sie hält einen Lappen in der einen und eine Vase, die sie mit energischen Bewegungen abwischt, in der anderen Hand.
Finn räuspert sich. „Pia Krüger?”
Sie wirbelt herum. Aus einem blassen, zum Kinn hin ovalen Gesicht mit weich geschwungenen Lippen starren ihn, unter einigen in die Stirn gefallenen Haarsträhnen, zwei große braune Augen an.

Pias Herzschlag setzt eine Sekunde lang aus, bevor sich eisige Kälte unter ihren Rippen ausbreitet und die Luft in ihrer Lunge zu Eiskristallen gefrieren lässt. In ihrem Magen bildet sich ein zentnerschwerer, Übelkeit verursachender Felsbrocken. Sie schluckt schwer. Vor ihr steht ein Schrank von einem Mann. Er ist mindestens zwanzig Zentimeter größer als sie und so breit wie die Tür. Seine vollen Lippen biegen sich höhnisch verzogen aufwärts, braun-grüne Augen mustern sie mit einem derart arroganten Gesichtsausdruck, dass ihr übel wird.
So schnell haben die Arschlöcher sie also gefunden. Die Erkenntnis trifft sie wie ein fieser Nadelstich direkt in den Brustkorb. Sie hat nicht damit gerechnet, dass die Typen es so eilig haben. Am helllichten Tag! Es ist nicht zu fassen. Die fühlen sich so sicher, dass sie nicht mal Angst vor Zeugen haben. Ihr ganzer Körper wird steif und ihr Puls rast. Der Kerl ist ein Auftragskiller. Garantiert. Er wirkt wie ein in harmlose Jeans verkleideter Rocker. Er wird sie zusammenschlagen, damit sie schweigt, oder eine Pistole ziehen, um sie gleich zu töten. Ach Quatsch, der braucht keine Waffe, er kann sie locker mit einer Hand erwürgen. Sie ist allein mit ihm. Niemand wird ihr helfen. Der Gedanke verwandelt ihre Gehirntätigkeit in pure, planlose Panik.
„Hau ab!”, keift sie und wirft die Vase in seine Richtung. Der Typ bückt sich und das Porzellan zerspringt hinter ihm am Türrahmen in tausend Teile. Er hebt die Augenbrauen, dreht sich kurz um und betrachtet lässig den Schaden, dann tritt er unbeeindruckt einen Schritt auf sie zu.
Scheiße! So eine Scheiße!
„Die Tür stand offen. Das ist keine besonders gute Idee, wenn man bedroht wird”, stellt er spöttisch fest und schlendert weiter in ihre Richtung. Er hat lange blonde Haare, die am Hinterkopf zu einem Zopf zusammengebunden sind. Unter der hohen Stirn ist das Gesicht, mit ausgeprägten Jochbeinen und einem vorspringenden, glatt rasierten Kinn, kantig. Der Blick aus seinen Augen mit einer seltsamen Farbe wirkt durchdringend, taxierend und gefährlich. Der Hals des Ungeheuers ist so massig wie einer ihrer Oberschenkel. Seinen Armen sieht man durch den dünnen Stoff des schwarzen Hemdes die ausgeprägten Muskeln an. Genauso sehen die Bösen in Fernsehkrimis aus. Er ist ein Kämpfer, einer dieser Türsteher, einer fürs Grobe, einer, der engagiert wurde, um sie zum Schweigen zu bringen. Ganz sicher.
Pia denkt nicht mehr, sie sieht rot, nur noch rot. Sie stürzt sich mit erhobenen Fäusten auf ihn und beginnt, seinen Brustkorb mit kräftigen Schlägen zu malträtieren. Er wankt nicht mal, er stöhnt nicht, er reagiert einfach gar nicht!
Pias Paniklevel steigt weiter, kreischend prügelt sie auf ihn ein, bis sich seine Finger eisenhart um ihre Handgelenke legen und sie festhalten.
„Ruhe!”, motzt er mit tiefer, rauer Stimme.
Sie verstummt umgehend.
„Was du da machst, ist Energieverschwendung”, stellt er, schon wieder vollkommen relaxt, fest, lässt ihr linkes Handgelenk los und öffnet mühelos ihre rechte Faust, die sie immer noch mit verkrampften Fingern bildet. „Wenn du von einem Mann angegriffen wirst und dich wehren willst, trete ihm erst in die Eier. Dann stich mit den Fingerspitzen zu. Und nicht gegen den harten Brustkorb deines Gegners, da lacht ein Kerl wie ich nur drüber, sondern ziel in eine empfindliche Region, zum Beispiel hier.” Er führt ihre Hand schräg an seine Kehle. „Klar?”
Sie starrt in dieses herbe Gesicht mit den geschwungenen Lippen und versteht kein Wort. Die ungewöhnliche braun-grüne Farbstreuung seiner Iriden lässt das schwarze Schimmern der Pupillen noch dunkler wirken, als sähe man in tiefe Abgründe. Und diese Mimik hat nichts Wohlwollendes. Sie ist gleichgültig, gelassen, nahezu ausdruckslos kalt. Ja, definitiv ein Profikiller, ganz sicher. Sie hat keine Chance gegen ihn. Es ist vorbei. Ihre Atmung setzt aus. Verzweifelt japst sie nach Luft, doch da ist nur noch Vakuum.
„Fuck”, knurrt der Typ, lässt ihre Hand los und dirigiert sie an den Oberarmen rückwärts zu einem der Sessel. „Atme, Mädel, ich tu dir nichts.”
Sie plumpst auf das Polster. Ihre Lunge schmerzt höllisch, Tränen lassen ihren Blick verschwimmen. Er geht vor ihr in die Hocke. Sein Gesicht ist jetzt ganz nah. Wieder liegen seine Hände fest an ihren Unterarmen, diesmal aber nicht schmerzhaft, sondern warm und beruhigend. Die Daumen streichen sachte über ihre Haut. Sie starrt zu ihm auf und unvermittelt halten seine Augen sie auf eigenartige, sehr dominante und gleichzeitig besänftigende Weise gefangen. „Du wirst jetzt ausatmen. Alles ist gut, ich bin da, um dich zu beschützen. Okay? Mach es mir nach”, befiehlt er ruhig, aber autoritär, und beginnt zu summen. Er ist es definitiv gewohnt, dass man ihm gehorcht. Sein Gesichtsausdruck drückt so viel gelassene Selbstsicherheit aus, dass sie sein Verhalten nicht infrage stellt, sondern einfach der Anweisung folgt. Der Schmerz löst sich, sie holt zitternd Luft. Ein Hauch seines Geruches zieht in ihre Nase. Er duftet unaufdringlich, nicht ganz klar definierbar, nach Mann und eventuell etwas Schweiß, gemixt mit einem Deo oder Rasierwasser und Pfefferminzbonbon. Ohne dass sie sich dagegen wehren kann, ist sie auf ihn fixiert, als hätte er sie hypnotisiert, als wäre sie bei ihm in Sicherheit, fast will sie näher zu ihm rutschen. Sie starrt in sein Gesicht, atmet mit ihm ein und summt mit ihm aus, ganz automatisch.
Er nickt und zeigt ein angedeutetes Lächeln. „So ist es richtig. Langsam einatmen und tief summen, bis die Lunge leer ist. Du machst das sehr gut. Gleich geht es dir besser.”
Minuten später ist der Panikanfall überwunden. Pia kann wieder denken. Irritiert von dem gerade durchlebten Gefühlsaufruhr, befreit sie ruckartig ihre Arme aus seinem Griff. „Wer bist du?”
„Finn Lorenz. Bodyguard.”
„Wie?”, stößt sie heiser hervor.
„Lorenz. Mich schickt der Schutzengel.”
„Was?”
Er zwinkert. „Ich bin der bei Pascal Engel angeforderte Personenschutz.”
Er richtet sich auf und tritt einen Schritt zurück, sodass sie auch aufstehen kann, was sie unverzüglich tut.
Schnell bewegt sie sich zur Seite, weg von ihm, und schüttelt den Kopf. „Dein Name sagt mir nichts und ich habe niemanden herbestellt.”
„Ich bin ein Mitarbeiter von Pascal. Dein Vater hat mich engagiert. Er hat dir doch Bescheid gesagt, oder etwa nicht?”
Sie räuspert sich, um ihrer Stimme mehr Festigkeit zu geben. „Tut mir leid. Du bist umsonst gekommen. Ich habe meinem Erzeuger ausdrücklich mitgeteilt, dass ich keinen Personenschutz will.”

Finn streicht sich nachdenklich über das glatt rasierte Kinn und mustert die zierliche Kleine mit dem ernsten Gesicht. Sie entspricht nicht dem, was er erwartet hat. Verwöhnte Töchter aus reichen Familien sehen gewöhnlich anders aus, benehmen sich anders und reden anders. Pia duzt ihn ganz selbstverständlich. Sie trägt schlichte Jeans, eine ebenso schlichte blaue Bluse und darunter einen BH, der ihre Brüste nicht betont, sondern flach drückt, wahrscheinlich einen dieser Sport-BHs, wie Kira sie beim Joggen anzieht, damit nichts wackelt. Sie ist barfuß und ungeschminkt. Die pflegeleichte Kurzhaarfrisur wirkt nicht, als ob sie viel Zeit beim Friseur verbringt, und die Einrichtung der Wohnung passt eher zu einem Studentenhaushalt als zu einer Millionärin.
Inzwischen hat sie ihre Fassung wiedergefunden. Sie hebt ihr Kinn und sieht ihm in die Augen. „Lass dir die Anfahrt von meinem Vater bezahlen. Tut mir leid, es ist ein Missverständnis zwischen meinem Vater und mir.”
Er sollte gehen. Er hat wirklich Besseres zu tun, als sich irgendwo aufzudrängen, wo er nicht erwünscht ist. Er wird jetzt die Wohnung verlassen, sich ins Auto setzen und es Pascal überlassen, die Angelegenheit mit ihrem Vater zu klären, aber … fuck, er tut es nicht.
Er dreht sich zum Radio und schaltet es aus. Das Gedudel geht ihm auf die Nerven. Vielleicht braucht er auch nur einen Moment, um sich zu sammeln.
Als er sich ihr wieder zuwendet, verschränkt er die Arme vor der Brust. „Ich bin unbehelligt in dein Wohnzimmer marschiert, und du warst davon überzeugt, dass ich dir etwas antue. Warum willst du dich nicht beschützen lassen? Ruf deinen Vater an, falls du mir noch nicht traust. Er wird bestätigen, dass er mich engagiert hat.”
„Nein. Bitte geh.”
Ihre Coolness ist gespielt. Sie versucht ganz offensichtlich, ihre wahren Gefühle zu verbergen, doch das gelingt ihr nicht. Sie zieht die Schultern hoch und er erkennt das leichte Beben ihrer Unterlippe. Sie will ihm ausweichen, geht an ihm vorbei zur Tür, ohne ihn aus den Augen zu lassen, und zuckt in der gleichen Sekunde zusammen. „Au!”
Während sie reflexartig den rechten Fuß hochzieht, presst sie die Lippen fest aufeinander und schwankt kurz, bis sie am Türrahmen Halt findet. Blut tropft auf den Laminatboden.
„Du hast dich an einer Scherbe geschnitten.” Finn greift nach ihrem Arm, um sie zu stützen.
„Lass mich”, zischt sie, „das ist nichts.”
Er verdreht genervt die Augen. „Das ist ein langer Schnitt, und dir fällt kein Zacken aus der Krone, wenn du dir helfen lässt.”
„Ich …”
Ehe sie weiterredet, hat er sie auf den Arm gehoben.
„Hey!”
„Wo ist das Bad?”
„Lass mich runter!”
„Sag mir, wo das Bad ist, oder willst du deine ganze Wohnung versauen?”, grollt er und spürt im gleichen Moment, wie sie sich fester an ihn drückt. Augenblicklich zuckt sein Schwanz.
„Hinten links, letzte Tür”, stößt sie heiser hervor.
Sie reagiert wie ein Magnet auf seine Dominanz. Finn praktiziert lange genug BDSM, um ihre Mimik und ihr Verhalten richtig zu deuten. Pia Krüger ist devot. Sein Penis drückt unangenehm gegen den festen Stoff der Jeans und er will sie nie mehr aus seinem Arm entlassen. Verflucht! Was ist das? Spinnt er? Noch nie hat er so spontan und so intensiv auf eine Frau reagiert.
Er drückt mit dem Ellenbogen die Klinke herab, schubst die Tür auf und sieht sich beim Eintreten schnell um. Es ist ein recht geräumiges, altmodisches Bad mit einer Waschmaschine neben einer Wanne und einem hässlichen, halb zugezogenen Duschvorhang. Er setzt sie vorsichtig auf der Waschmaschine ab und wirft ein Handtuch auf den Boden, damit das Blut aufgefangen wird.
Pia winkelt das Knie an und legt die Wade auf den anderen Oberschenkel, um die Fußsohle sehen zu können. Sie zieht zischend Luft durch die zusammengebissenen Zähne.
„Kopf weg, lass mich das machen”, befiehlt er ungeduldig.
Sie murmelt irgendetwas Unverständliches, wehrt sich jedoch nicht, als er ihren Oberkörper an der Schulter zurückschiebt, sanft den süßen schmalen Knöchel umfasst und die Verletzung betrachtet. Es ist ein ungefähr drei Zentimeter langer, aber zum Glück nicht tiefer Schnitt am Rand des Ballens.
„Hast du Pflaster und Verbandmull?”
„Im Schrank neben dem Waschbecken, linke Tür.”
Ihre Stimme ist ganz leise und rau. Prüfend mustert Finn ihr Gesicht. Ihre Wangen glühen. Sie ist verlegen, atmet aber normal. Sie hat keine Angst mehr vor ihm und vermutlich ist ihr Höschen schon feucht.
Er verkneift sich ein Schmunzeln, steht auf, öffnet den Schrank, findet, was er braucht, und wendet sich wieder ihr zu. Mit routinierten Bewegungen legt er einen Druckverband an, der die Blutung sofort stoppt. Es gefällt ihm, ihren zierlichen Knöchel in der Hand zu halten. Sie schweigen.
„Noch nicht auftreten”, warnt er, als er fertig ist, und drückt sachte auf ihre Schulter, damit sie sitzen bleibt. Unwillig murrend versucht sie, ihn abzuschütteln, was ihn allerdings wenig beeindruckt. „Leg den Arm um meinen Nacken, ich trage dich zurück.”
„Nein.”
„Jetzt!”
Reflexartig schlingt sich ihr Arm um seinen Hals, und er muss erneut ein Lächeln unterdrücken, während er sie hochhebt.