Colors of Beauty: Colors of Beauty - Teil 2
von Ivy Paul

Erschienen: 08/2016
Serie: Colors of Beauty
Teil der Serie: 2

Genre: Contemporary Romance, New Adult

Location: USA, New England

Seitenanzahl: 320


Erhältlich als:
paperback & ebook

ISBN:
Print: 978-3-86495-237-1
ebook: 978-3-86495-266-1

Preis:
Print: 12,90 €[D]
ebook: 2,99 €[D]

Erhältlich bei u.a.:

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Colors of Beauty: Colors of Beauty - Teil 2


Inhaltsangabe

Welchen Kampf kämpfst du, wenn der Sieg des einen die Niederlage des anderen bedeutet?

Ein Unglück sorgt dafür, dass sich Lance und Pauline endlich ihre Gefühle gestehen. Doch als sie wagen, eine gemeinsame Zukunft zu planen, finden die Presse und Lance´ ehrgeizige Mutter seinen Aufenthaltsort heraus. Den schillernden Star und den sanften Mann kann Pauline nicht miteinander vereinen und so trennt sie sich von ihm.Doch Lance findet nicht in sein altes Leben zurück und kann weder seine Liebe zu Pauline noch seinen Freund Frederic vergessen...

Gibt es noch eine zweite Chance für die Liebe und Liam, sein alter Ego?

Teil 2 des "Colors of Beauty"-Zweiteilers.

Über die Autorin

Ivy Paul wurde 1975 in der schönen Patrizierstadt Augsburg geboren und lebt dort mit ihrer Familie.
Neben ihrer großen Leidenschaft dem Schreiben begeistert sie sich fürs Seife sieden, dem Anrühren duftender Cremes und der veganen Ernährung. Sie schätzt Whiskey, die...

Weitere Teile der Colors of Beauty Serie

Leseprobe

Frederic stellte den letzten Stapel getrockneter Teller in das Wandbord und trat neugierig an den Tisch. Weil er von der Stelle nichts sehen konnte, ging er rundherum und stand dann hinter Liam.
„Frederic!“, tadelte Liam ihn, weil der heiße Atem des Freundes geräuschvoll über sein Ohr strich.
„Entschuldigung“, nuschelte der und beugte sich weiter vor.
Pauline, Courtney, Liam und ein weiterer Freund von Courtney saßen am Tisch und zählten die Einnahmen, die der Tag der offenen Tür und die Spendentombola für die Rettung und den Erhalt des Tierasyls eingebracht hatten.
Courtney erstellte eine Bilanz addierte, subtrahierte,...

...starrte fassungslos auf die Summe und rechnete erneut nach.
„Ich kann es kaum glauben!“ Ihre Stimme zitterte hörbar. Sie sah nacheinander Pauline, Liam, Frederic und ihren Freund Robert an und wedelte mit dem Zettel vor sich in der Luft. „Wir haben nach Abzug der ausstehenden und fälligen Miete einen Gewinn von achthundert Dollar erzielt!“ Sie lachte und warf den Zettel in die Luft, sodass dieser durch die Küche segelte und langsam zu Boden flatterte.
Begeistert umarmte Courtney Pauline und anschließend Liam, Frederic eilte zu ihr und umarmte sie von hinten. Courtney ließ es sich gefallen und tätschelte seinen Unterarm.
„Frederic, hast du deine Sachen schon aus Paulines Auto geholt? Wenn du heute hier übernachten willst, brauchst du dein Waschzeug!“
„Schon im Gästezimmer“, erklärte er und drückte Courtney einen Schmatzer auf die Wange.
Courtney lachte und löste sich aus seiner Umarmung, ehe sie sich an Pauline und Liam wandte. „Vier der großen Hunde haben wohl neue Besitzer gefunden und die Pferdehalter übernehmen die Unterhaltskosten für die anderen Huftiere hier im Asyl.“ Courtney stiegen nun doch Tränen in die Augen. „Ich danke euch allen! Ohne euch müsste ich meinen Lebenstraum aufgeben!“
Sie rieb sich über die Augen und versetzte Liam einen freundschaftlichen Knuff an die Schulter. „Wenn du nicht die Radioleute überredet hättest, eine Mitteilung über die heutige Veranstaltung über den Äther zu schicken, wären viel weniger Besucher hierher gekommen und ich hätte keinen derart hohen Umsatz gehabt. Also vielen Dank, Liam!“
Seine Wangen fühlten sich heiß an. „Nichts zu danken“, wehrte er ab, und obwohl ihm auch Robert anerkennend zunickte, war es Paulines dankbares Lächeln, das ihn glücklich machte.

Pauline und Liam fuhren in Liams altem Chevy nach Hause. Es herrschte eine angenehme Stimmung im Wageninnern, obwohl die beiden schwiegen.
Der Tag war lang und anstrengend gewesen. Sie waren schon früh draußen beim Leuchtturm gewesen und hatten beim Aufbauen geholfen. Als die ersten Gäste eintrudelten, hatten sie, Frederic und Robert Courtney tatkräftig unterstützt.
Obwohl Liam nach den Mühen des Tages eine gewisse Trägheit verspürte, hatte er keine Lust, den ganzen Abend allein zu verbringen, und hoffte, Pauline auf ein Glas Wein einladen zu können.
Sie stiegen aus dem Auto und Pauline hängte sich ihre Handtasche über die Schulter.
„Danke fürs Mitnehmen.“ Sie wandte sich ab.
„Halt, warte doch“, bat er. „Hast du noch etwas vor? Ich meine, darf ich dich noch auf ein Glas Wein reinbitten?“
Sie zögerte sichtlich, zuckte dann aber mit den Schultern und nickte. „Warum nicht? Ich wollte ohnehin nur noch ein heißes Bad nehmen und früh schlafen gehen.“
Pauline saß auf der Hollywoodschaukel auf der rückseitigen Terrasse, als Liam mit zwei Gläsern Rotwein herauskam. Er reichte ihr eines und setzte sich neben sie.
Der Wein war von dunklem Burgunderrot und sein Duft war schwer und üppig. Beim ersten Schnuppern schien er würzig, doch sobald erste Tropfen über die Zunge rollten, entfaltete sich ein blumiges Aroma.
„Mmmh“, machte Pauline. „Süß.“
Forschend sah Liam sie an. „Nicht gut?“, wollte er wissen.
Pauline schüttelte den Kopf, schmunzelte und trank einen weiteren Schluck. Auf ihrer Oberlippe zeigte sich ein violettrotes Weinbärtchen, worauf Liam spontan der Wunsch überfiel, es ablecken zu dürfen. Er unterdrückte das Verlangen und spülte es mit einem großen Schluck Rotwein hinunter.
„Was für eine schöne Nacht!“, erklärte Pauline, sah in den nächtlichen Himmel hinauf und seufzte behaglich, während sie das Glas an ihre Lippen hob.
Liam starrte sie noch immer an und konnte sich nicht an ihrer schlanken Kinnpartie, dem eleganten Schwanenhals und wie sich ihre Kehle bewegte, sobald sie schluckte, sattsehen. Er glaubte sogar zu erkennen, wie der Puls in ihrer Halsschlagader pochte.
„Oh ja“, antwortete er auf ihre Schwärmerei.
Pauline senkte ihren Blick und starrte ihn an. „Du schaust ja gar nicht hin!“, beschwerte sie sich.
Bei Nacht wirkten ihre schräg stehenden Augen wie die einer Katze: mysteriös und tiefgründig mit einem kleinen gemeinen Funkeln, das man nur bemerkte, wenn man genau hinsah.
„Ich sehe die Schönheit des Himmels in deinen Augen“, rutschte es ihm heraus, und sofort biss er sich auf die Lippen, weil er zwar so empfand, zugleich aber glaubte, es klänge zu kitschig. Pauline schmunzelte, um dann doch spöttisch die Augenbrauen hochzuziehen, kommentierte seinen Gefühlsausbruch jedoch nicht. Stattdessen sah sie wieder in den Himmel hinauf. Diesmal folgte Liam ihrem Blick. Samtblaue Dunkelheit lag über dem Firmament, nur unterbrochen von den Sternen, deren Leuchten umso intensiver schien, je dunkler es wurde.
„Manchmal steh ich nachts am Fenster und blicke in den Himmel. Dann stell ich mir vor, wie es wohl sein muss, als Astronaut da draußen im Weltall zu schweben“, sinnierte Pauline.
„Die Astronauten sind meistens in ihren Raumstationen“, warf Liam verwirrt ein.
Pauline reagierte gar nicht auf seinen Einwurf und redete weiter. „Wie fühlt es sich wohl an, umgeben von der Unendlichkeit zu sein? Wenn du weißt, dass du nur ein Staubkorn auf dem Teppich des Lebens und ebenso unwichtig für das Universum bist.“
„Jeder Mensch ist auf seine Art wichtig. Ich glaube nicht, dass irgendein Mensch jemals unwichtig war“, widersprach Liam.
Liam wusste nicht, ob Pauline ihm zugehört hatte. Aber während sie reglos in die Nacht hinaus starrte, beobachtete er sie und begriff mit einem Mal, dass sie für ihn das Wichtigste überhaupt geworden war.
Sie anzusehen tat weh, stach bis ins Innerste seiner Seele und brannte in seinem Herzen, ein Schmerz, brutaler und nachhaltiger als alles, was er je zuvor wahrgenommen hatte, und doch das schönste Gefühl der Welt. Am liebsten hätte er diesen Moment, genau diese Erfahrung, konserviert und für immer in seinem Innern aufbewahrt. Es ließ ihn sich energiegeladen und lebendig fühlen.
Er konnte nicht anders. Langsam beugte er sich über Pauline, und als sie ihn näher kommen fühlte, wandte sie den Kopf in seine Richtung. Sacht umschlossen seine Lippen die ihren, fuhr er mit der Zungenspitze ihre Unterlippe nach, bevor seine Zunge in ihre feuchte Mundhöhle glitt.
Sie schmeckte nach Süße, nach Zimt und Frucht zusammen, und mit dem lieblichen Duft, den sie verströmte, brachte das seine Nervenbahnen zum Schwingen. Ihm wurde bewusst, dass er sie spüren wollte. Nicht nur durch einen Kuss, sondern durch ihren Körper.
Sie löste sich von seinen Lippen, doch ihre Gesichter blieben sich so nah, dass sich ihre Nasenspitzen hätten berühren können. Warm wehte ihr Atem über seine Haut.
„Ich kann unser Liebesspiel nicht vergessen“, raunte Liam. „Ich muss ständig daran denken, wie du dich angefühlt, wie du geschmeckt und gerochen hast. Du bist immer in meinen Gedanken.“
Paulines Körper bebte sacht und ihre Lippen zitterten. „Mir geht es genauso“, gestand sie. Diesmal küsste sie ihn.