Der Fürst und das Bauernmädchen

Erschienen: 10/2016
Buchtyp: Novelle

Genre: Dark Erotica, Historical Romance
Zusätzlich: Dominanz & Unterwerfung

Location: Karpaten, Rumänien


Erhältlich als:
paperback & ebook

ISBN:
Print: 978-3-86495-252-4
ebook: 978-3-86495-253-1

Preis:
Print: 9,90 €[D]
ebook: 3,99 €[D]

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Der Fürst und das Bauernmädchen


Inhaltsangabe

Ein kleines Dorf am Rande der Karpaten. Fürst Nicolea Grigore, von allen nur Der dunkle Fürst genannt, tritt das Erbe seines Onkels an und feiert mit Freunden in seinem Schloss wüste Orgien und rauschende Feste. Schon mehrere Mädchen aus dem Dorf erlagen den sinnlichen Verlockungen der Lust.

Nur die unschuldige Katja meidet das Schloss sowie dessen Umgebung und freut sich stattdessen auf ihre Vermählung mit einem Bauernsohn. Als sie jedoch beim Kräutersammeln im Wald von einem schweren Gewitter überrascht wird, sucht sie Schutz in der Jagdhütte des Fürsten. Ihr Schicksal scheint besiegelt, als der plötzlich vor ihr steht und kein Erbarmen zeigt.

Katja soll mit ihrem Körper für seine „Gastfreundschaft“ bezahlen ...

Über die Autorin

Wenn Mia Wagner nicht gerade selbst an erotischen Liebesgeschichten sitzt, inhaliert sie förmlich die Bücher anderer Autorinnen. Sie genießt die Flucht aus der Realität und lässt sich den ganz normalen Wahnsinn des Lebens mit sinnlichen-erotischen Romanen versüßen.

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Leseprobe

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Katja schwindelte vor Erleichterung, als sie die kleine Holzhütte erreichte, die mitten im Wald stand wie ein verwunschenes Hexenhäuschen. Auch wenn sie sich nicht wohlfühlte bei dem Gedanken, das Eigentum des Fürsten ohne Erlaubnis zu betreten, verlor sie keine Zeit. Unter Aufbietung all ihrer Kräfte schob sie den sperrigen Riegel zur Seite und drückte die schwere Tür auf. Die Scharniere quietschten, sämtliche Härchen auf ihrer Haut stellten sich bei diesem grauenhaft schrillen Geräusch auf, dann stand sie endlich im Inneren.
Erleichtert schloss Katja die Tür und ließ ihre Tasche zu Boden gleiten. Klappernd schlugen ihre Zähne aufeinander....

...Obwohl sie möglichst keine Spuren hinterlassen wollte, würde sie wohl nicht darum herumkommen, ein Feuer zu entzünden. Sie musste sich dringend aufwärmen und die durchgeweichten Sachen trocknen.
Katja bewegte sich auf die Feuerstelle zu und legte dabei ihren Mantel ab. Es handelte sich um einen gusseisernen Kanonenofen, daneben stand sich ein Weidenkorb mit getrockneten Maisspindeln und Torf, um ihn zu befeuern. Der Holzboden knarrte bei jedem Schritt, das Geräusch hatte etwas Ernüchterndes.
Sie sah sich um. Sauber und ordentlich, das war der erste Eindruck, den sie gewann. Es war unschwer zu erkennen, dass hier öfter jemand nach dem Rechten sah. Auf den Oberflächen lag kaum Staub, auch Spinnweben konnte sie nirgends entdecken. Eine schmale steil verlaufende Treppe führte zum Dachboden. Dort befand sich sicher auch der Schlafraum, denn hier unten gab es außer einer großen verschlossenen Kiste, einem Tisch und drei Stühlen keine weiteren Sitzmöglichkeiten. Die Einrichtung wirkte daher recht spartanisch. Katja wunderte sich darüber, da der Fürst nicht für seine Bescheidenheit bekannt war, aber vielleicht schätzte er hin und wieder eine schlichte Umgebung, nur um sich dann umso wilder in sein zügelloses Leben zu stürzen.
Über ihr knarzte es ohrenbetäubend. Das Geräusch kam vom Holz, das sich durch die Kälte zusammenzog und dabei die schauerlichsten Geräusche verursachte. Es machte ihr nichts aus. Vor ein paar alten Balken fürchtete sie sich nicht, die Menschen waren es, denen sie nicht traute.
Katja entzündete ein kleines Feuer. Danach schloss sie mühevoll die Läden an den Fenstern und bekam einen weiteren Regenschauer ab. Endlich konnte sie sich vor dem Ofen niederlassen. Ab und an schob sie ein paar Maisspindeln nach, damit das Feuer nicht erlosch.
Zufrieden blickte sie in die züngelnden Flammen, und warf einen abschätzenden Blick auf die wuchtige Kiste. Ob darin vielleicht ein paar Decken lagen?
Glücklicherweise war sie nicht verschlossen und obwohl es sie einiges an Mühe kostete, den schweren Deckel anzuheben, lohnte sich die Anstrengung. Im Inneren entdeckte sie eine eingerollte Weidenmatte und etliche Pferdedecken. Sie legte die Matte vor dem Ofen aus und baute sich ein kleines Lager. Oben in der Dachgaube wollte sie nicht schlafen. Es reichte, wenn sie sich hier unten breitmachte. Morgen früh durfte sie nicht vergessen, den Ofen zu reinigen und die Asche zu entsorgen.
Rasch entledigte sie sich ihrer gesamten Kleidung und hängte sie zum Trocknen über den Stühlen auf. Um ihren nackten Körper vor der Kälte zu schützen, wickelte sie sich in die letzte verbliebene Decke, holte ihre Tasche und setzte sich so dicht wie möglich vor die Feuerstelle. Katja seufzte wohlig und suhlte sich in der wunderbaren Wärme, die der Ofen ausstrahlte. Dabei prüfte sie ihre Vorräte. Da sie sich während des Kräutersammelns nur eine kurze Pause gegönnt hatte, befand sich reichlich zu essen in ihrem Vorratsbeutel. Ein halbes Brot, Käse und zwei Äpfel. Verdursten musste sie auch nicht. Der Wasserschlauch war ebenfalls gut gefüllt.
Sie beschloss, noch ein bisschen mit dem Essen zu warten, zog die Beine an und umschlang ihre Knie mit den Armen. Versonnen lauschte sie dem beruhigenden Knacken der Holzscheite und ließ ihren Gedanken freien Lauf. Nach einer Weile knurrte ihr Magen jedoch so vernehmlich, dass sie doch die Hälfte des Brotes verputzte und einen Großteil des Käses. Die Äpfel sparte sie sich allerdings für später auf.
Nachdem sie den letzten Bissen mit einem Schluck Wasser runtergespült hatte, seufzte sie zufrieden und löste den dicken Zopf, der über ihrem Rücken baumelte, um die nassen Strähnen zu lockern. Die Hitze aus dem Ofen würde die Feuchtigkeit rasch aus den Haaren ziehen. Vorsichtig kämmte sie die rotblonden Locken mit den Fingern durch, bis sie über ihre Schultern und Brüste fielen. Dabei genoss sie die Stille. Daheim erlebte sie das nie. Ständig plapperten oder stritten ihre beiden jüngeren Schwestern und auch nachts fand sie keine Ruhe. Ihr Vater schnarchte so laut, dass man sich mit Kerzenwachs die Gehörgänge versiegeln musste, um überhaupt in den Schlaf zu finden. Irgendjemand machte immer Krach. Deswegen empfand sie die Einsamkeit der Jagdhütte als paradiesisch.
Die behagliche Stimmung hatte jedoch ein jähes Ende, als plötzlich die Tür aufgestoßen wurde und ein riesiger Mann fluchend in die Hütte stürzte. Der Wind zog pfeifend und unangenehm kalt durch den Eingang. Mit der Schulter drückte der Fremde die Tür zu und schob den Riegel vor. Oh lieber Himmel, sie hatte vergessen, ihn zu schließen. Ein unverzeihlicher Fehler! Nun war sie einem Fremden auf Gedeih und Verderb ausgeliefert.
Ängstlich und mit aufgerissenen Augen starrte sie ihn an. Trotz der leicht eingeknickten Körperhaltung und dem weiten schwarzen Reisemantel konnte man unschwer erkennen, wie groß und kräftig er sein musste. Größer noch als Marius, der seinerseits schon alle Burschen im Dorf überragte. Wie gelähmt kauerte sie auf der Decke und machte keinen Mucks. Sie wünschte sich, unsichtbar zu sein, und hoffte auf ein Wunder, das sie davor bewahrte, geschändet zu werden. So oft hatte ihre Mutter sie gewarnt, nicht ohne Begleitung in den Wald zu gehen. Das hatte sie nun von ihrem Ungehorsam!
Als sich der hünenhafte Mann langsam umwandte und entdeckte, dass er sich keineswegs allein in der Hütte befand, schwanden Katja fast die Sinne vor lauter Furcht. Wortlos, die Augen erfüllt von stummer Feindseligkeit, sah er sie an und kniff die Mundwinkel zusammen. Sein Antlitz konnte sie kaum erkennen, da ihm sein schulterlanges pechschwarzes Haar strähnig und feucht ins Gesicht fiel. Nur Teile seiner gebräunten Haut waren sichtbar und eine edel geformte Nase, die sicher noch niemals Bekanntschaft mit einer Faust gemacht hatte. Dazu verlief der Rücken viel zu gerade. Seine fast kniehohen Stiefel, die unter dem Mantel hervorragten, quietschten, als er einen Schritt nach vorn machte. Zu seinen Füßen bildete sich eine kleine Lache, die im Holzboden versickerte.
Langsam hob er die Hand und Katja unterdrückte ein ängstliches Wimmern, doch er strich sich nur das Haar nach hinten. Nun stockte ihr erneut der Atem, dieses Mal jedoch vor Überraschung. Der Fremde besaß ausgesprochen ebenmäßige Gesichtszüge. Sein Anblick ließ sicher viele Frauenherzen höherschlagen, auch sie konnte sich seiner männlichen Schönheit nur schwer entziehen. Vor allem seine hellen Augen waren eindrucksvoll. Unter den grimmig zusammengezogenen Brauen erinnerte die Farbe seiner Iris an fahle Mondstrahlen. Sein beunruhigender Blick unter halb geschlossenen Lidern löste eine Welle nackter Angst in ihr aus.
„Wen haben wir denn da?“, meinte er gedehnt und verzog den Mund zu einem spöttischen Lächeln. Seine samtene Stimme stand im krassen Gegensatz zu seiner Furcht einflößenden Miene.
Während sie noch mit ihren Gedanken und Ängsten kämpfte, rieb er sich mit Daumen und Zeigefinger übers Kinn. „Ich bin überrascht, jemanden hier vorzufinden. Ich habe Igor gesagt, ich brauche keine Gesellschaft, aber, wenn du schon so verführerisch vor mir sitzt, wäre es wohl mehr als unhöflich, ein so reizendes Präsent auszuschlagen.“
Er leckte sich über die Lippen und musterte sie, als würde er sie am liebsten mit Haut und Haaren verschlingen. Der Fremde hielt sie offensichtlich für eine Hure, die man zu ihm geschickt hatte, um ihm die einsamen Stunden zu versüßen. Ob er zum Gefolge des Fürsten gehörte? Falls ja, dann war es nur eine Frage der Zeit, bis der von ihrem unerlaubten Eindringen erfahren würde. Dann konnte sie von Glück sagen, wenn sie nicht unter Arrest gestellt wurde. Es sei denn, der Fremde schwieg und verriet sie nicht. Nur welchen Preis würde er dafür verlangen?
Katja hatte das Gefühl, als würde ihr jemand eine unsichtbare Schlinge um den Hals legen und sie langsam zuziehen. Sie schluckte ihre Panik herunter und versuchte, den Irrtum bezüglich des „Geschenks“ aus der Welt zu schaffen.
„Das ist ein großes Missverständnis, Herr. Ich wurde nicht hierhergeschickt. Wenn Ihr wollt, gehe ich auf der Stelle.“
Schick mich fort, bitte, bitte, dachte sie angespannt. Lieber wollte sie halb nackt durch die Dunkelheit stolpern und sich eine Lungenentzündung einfangen, als hier bei ihm zu bleiben. Ihr Gesichtsausdruck musste wohl Bände sprechen, denn er schenkte ihr ein recht boshaftes Lächeln.
„Du scheinst nicht begeistert über meine Anwesenheit“, lästerte er. Ein tückisches Funkeln blitzte in seinen hellen Augen auf.
Welche Antwort sollte sie ihm jetzt geben? Ehrlichkeit kam nicht infrage, ohne sich um Kopf und Kragen zu reden, und nur, weil er sich nicht mehr über ihre Anwesenheit zu ärgern schien, bedeutete das noch lange nicht, dass seine Laune nicht in Sekundenschnelle umschlagen konnte.
„Willst du mir nicht antworten?“, fragte er lauernd und klang nun doch ein klein wenig ungeduldig.
Sie hob ihren Kopf. Bei der Aufwärtsbewegung streifte ihr Blick eher zufällig seine rechte Hand, die locker neben seiner Hüfte ruhte. Sofort fiel ihr der protzige Siegelring auf, den er an einem Finger trug, und sie zermarterte sich das Hirn darüber, wo sie das Zeichen schon einmal gesehen hatte. Plötzlich fiel es ihr wie Schuppen von den Augen. Es handelte sich um das Wappen des Fürstentums, und wenn dieser Fremde einen solchen Ring trug – er sah nicht so aus, als wäre er ein gemeiner Tagedieb, der ihn gestohlen hatte – dann kauerte sie gerade vor keinem Geringeren als dem Fürsten selbst.
„Oh lieber Heiland, Ihr seid Fürst Grigore“, hauchte sie entsetzt und senkte demütig den Blick, um ihm den nötigen Respekt zu erweisen. „Bitte verzeiht mir, Euer Gnaden, ich habe Euch nicht erkannt.“
Das dumpfe Geräusch seiner Stiefel, als er auf sie zukam, jagte kleine Erdbeben durch ihren angespannten Körper. Mit jedem Schritt nährte er ihre Angst, bis er vor ihr in die Knie ging und ihr direkt ins Gesicht blickte. Nun konnte er sie zum ersten Mal richtig sehen. Der spöttische Ausdruck in seiner Miene löste sich auf, er holte scharf Luft.
„Verfluchte Hölle, was für eine Schönheit du doch bist“, stieß er hervor und streckte die Hand nach ihr aus. Er umfasste ihr Kinn und zwang sie, ihn anzusehen.
„Es war eine kluge Entscheidung, dich bei mir zu entschuldigen, kleine Waldnymphe“, flüsterte er und verstärkte gleichzeitig den Druck seiner Finger, bis es schmerzte.
Katja wimmerte und stieß ein leises „Aua“ aus, doch er ließ nicht von ihr ab, sondern begutachtete sie kritisch. „Es ist mir gleich, aus welchem Grund du hier bist. Du gefällst mir, und ich werde dich nicht für dein unerlaubtes Eindringen bestrafen, wenn du das Lager mit mir teilst.“
Ihr blieb fast das Herz stehen und sie schnappte keuchend nach Luft. Das konnte doch nicht sein Ernst sein?
Sein Mund verformte sich zu einem bösartigen Lächeln. Oh ja, er ahnte, welchen Schrecken er ihr mit dieser Ankündigung einjagte, und labte sich an ihrer Frucht. So viele Mühen hatte sie darauf verwendet, diesem lüsternen Teufel niemals zu begegnen, und nun fiel sie ihm direkt in die Arme.
Plötzlich ließ er ihr Kinn los und strich ihr überraschend sanft übers Schlüsselbein. „Eine Haut wie Milch“, murmelte er begehrlich, seine Stimme klang rauer als vorhin.
Katja versuchte, seinen neugierigen Händen zu entkommen, indem sie nach hinten zurückwich. Damit provozierte sie lediglich ein belustigtes Kopfschütteln des Fürsten.
„Du bist ganz schön schreckhaft. Ich hoffe, du wirst später etwas zugänglicher sein, wenn ich die anschmiegsame Wärme zwischen deinen Schenkeln genieße.“
Nur über meine Leiche, dachte sie erschüttert und fing an, ihn anzuflehen. „Bitte, mein Herr, verschont mich. Ich habe nur Unterschlupf vor dem Regen gesucht und …“
Scharf wie die Klinge eines Schwertes unterbrach er ihren Redeschwall und musterte sie mit kalter Gleichgültigkeit. „Ich“, das betonte er ganz besonders, „bin dein Fürst. Als dein Herr dulde ich weder ein Nein noch Widerworte. Diese Jagdhütte ist mein Eigentum. Du schleichst dich wie eine Diebin hier rein, wärmst dich an meinem Ofen und ergaunerst dir meine Gastfreundschaft. Du wirst für diese Unverschämtheit bezahlen oder ich verschaffe mir auf andere Weise Genugtuung.“ Er senkte seine Stimme zu einem kalten Flüstern. „Sag mir, bist du bereit, mich ernsthaft zu verärgern, nur um deine Tugend zu bewahren?“
Zitternd wie Espenlaub zog sie die Decke höher über ihre nackten Brüste. Wie düster und Furcht erregend er aussah, und wie bösartig er sich gebärdete! In seinen Augen war sie nicht wertvoller als ein Stück Vieh auf seinen Weideländern.
„Hat es dir die Sprache verschlagen, Weib?“
Er erwartete eine Antwort, doch sie sah sich außerstande, auch nur einen Ton von sich zu geben. Sie wollte nur weg von diesem düsteren Teufel, und doch ging von ihm eine tödliche Faszination aus. Sie musste ihn einfach anstarren. Sein Gesicht strahlte rohe Kraft und Sinnlichkeit aus. Die quecksilbrige Iris glitzerte unruhig, während er den Blick über ihren Hals und die unbedeckten Schultern wandern ließ. Sie verfluchte ihren Einfall, sich all ihrer Kleider zu entledigen. Wenigstens ihr Hemdchen hätte sie anbehalten können, das wäre durch die ausstrahlende Wärme des Ofens sicher schon längst getrocknet. Nun war sie praktisch nackt seinen Blicken ausgeliefert.
„Komm zu mir“, forderte er mit rauer Stimme. Sie klang dunkel vor Begierde und ließ keinen Zweifel daran, dass er sich jetzt nehmen wollte, was ihm, seiner Meinung nach, zustand. Als Leibeigene besaß sie keinerlei Rechte, konnte sich nicht wehren und musste erdulden, was er ihr antun wollte. Nur würde Marius sie danach nicht mehr haben wollen. So wie er sich in letzter Zeit verhielt, stand ihm nicht der Sinn nach den Resten, die der Fürst ihm übrig ließ. Sie beschloss, noch ein letztes Mal an die Gnade ihres Herrn zu appellieren.
„Ich bitte Euch untertänigst, verschont mich“, hauchte sie und stand kurz davor, die Besinnung zu verlieren vor lauter Angst. „Ich hatte keine bösen Absichten und wollte nur dem Regen entkommen. Ich schwöre Euch, ich hätte die Hütte morgen früh so verlassen, wie ich sie vorgefunden habe.“
Die Andeutung eines Lächelns huschte über sein Gesicht. „Wie anregend deine Bettelei doch ist“, lästerte er und beugte sich ein wenig nach vorn. „Ich kann deine Furcht förmlich riechen, und es gefällt mir, dass ich dich in der Hand habe."
Er kam ihrem Gesicht ganz nah. Sie ertrug seine bedrängende Nähe und ließ zu, dass er seine Nase in ihren rotgoldenen Haarmassen vergrub. Tief inhalierte er ihren Duft.
„Du riechst köstlich, kleine Waldnymphe. Nach Moos und nach Unschuld. Es wird mir eine Freude sein, dich zu besitzen.“
Die Aussichtslosigkeit ihrer Lage überwältigte sie. Wenn Männer seines Standes eine Frau unbedingt in ihrem Bett haben wollten, war jede Gegenwehr nutzlos. Ein einfaches Bauernmädchen durfte sich ihrem Fürsten nicht widersetzen, sondern hatte zu gehorchen.
„Aber Herr, ich werde in Kürze heiraten. Mein Verlobter … er wird mich danach nicht mehr haben wollen.“
Das Entsetzen in ihrer Stimme entlockte ihm ein breites Grinsen. Es ließ sein erbarmungsloses Gesicht keineswegs gefälliger aussehen.
„Dann bist du die Braut des blonden Jünglings, der vor einigen Wochen bei mir vorgesprochen hat?“
Katja nickte hoffnungsvoll. Möglicherweise würde er doch davon absehen, sich ihres Körpers zu bedienen. Ein Trugschluss. Marius war keineswegs ein Hinderungsgrund für ihn.
„Ein kräftiger Bursche mit Ambitionen. Ich schätze, ein prall gefüllter Beutel mit Goldstücken wird ihn über seinen Kummer hinwegtrösten. Ich habe jedes Recht, dich für mich zu beanspruchen. Dieses Land, der Wald, euer Dorf, all das gehört mir. Auch du bist mein Eigentum.“ Seine schönen Augen verengten sich zu schmalen Schlitzen. „Hast du das verstanden?“