Hunting Down Clara
von Ivy Paul

Erschienen: 09/2016

Genre: Soft-SM / BDSM

Location: Augsburg

Seitenanzahl: 308


Erhältlich als:
paperback & ebook

ISBN:
Print: 978-3-86495-227-2
ebook: 978-3-86495-228-9

Preis:
Print: 12,90 €[D]
ebook: 6,99 €[D]

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Hunting Down Clara


Inhaltsangabe

Eine Zufallsbegegnung in einer Bar verändert für die stets selbstbeherrschte Anwältin Clara alles: Sie löst den Jagdinstinkt in einem jüngeren und dominanten Mann aus. Gegen ihre Prinzipien lässt Clara sich in einem Hotelzimmer verführen und lernt zum ersten Mal wahre Hingabe und grenzenlose Lust durch dominante Spiele kennen. Erschrocken über ihre bis dahin unerweckte devote Seite verschwindet sie in derselben Nacht aus dem Hotelzimmer in der Hoffnung, dem Fremdem nie mehr ins Gesicht blicken und sich ihre eigene unterdrückte Begierde bewusst machen zu müssen. Doch wenige Wochen später durchfährt es sie wie ein eiskalter Blitz: Marc, ihr dominanter Liebhaber, steht mitten in ihrem Bürogebäude und seine Blicke geben ihr zu verstehen, dass die Jagd auf sie nun erst richtig beginnt! 

Marc entpuppt sich als der Schreiner, der von der Hausverwaltung mit Schreinerarbeiten beauftragt wurde. Dass ihr Jäger "nur" ein Handwerker ist, beschämt die leicht snobistische Clara noch mehr. Im Gegensatz zu Clara genießt Marc die Situation in vollen Zügen, und er schafft es immer wieder, sie in demütigend-erregende Spiele zu verwickeln. Je energischer Clara versucht, sich ihm zu entziehen, umso mehr Spaß bereitet Marc die Jagd …

Über die Autorin

Ivy Paul wurde 1975 in der schönen Patrizierstadt Augsburg geboren und lebt dort mit ihrer Familie.
Neben ihrer großen Leidenschaft dem Schreiben begeistert sie sich fürs Seife sieden, dem Anrühren duftender Cremes und der veganen Ernährung. Sie schätzt Whiskey, die...

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Leseprobe

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Clara biss genüsslich in die Marzipanschnecke, kaute sorgfältig und schluckte. Sie liebte Marzipangebäck und so genoss sie das süße Teil mit besonderer Hingabe.
Sie saß allein im Büro, Hasret war heute ausnahmsweise früher gegangen und Leonhard hatte einen Auswärtstermin. Die seltenen Gelegenheiten, am späten Nachmittag völlig für sich zu sein, nutzte Clara nur zu gern aus. Der Anrufbeantworter war eingeschaltet und Termine standen für diesen Tag keine mehr an. Sie lehnte sich zurück und aß die letzten Bissen.
Die Unterlagen, über denen sie gerade brütete, lagen auf dem Tisch ausgebreitet. Obwohl es kein komplizierter Fall...

...war, wusste sie, dass sie mit der Fertigstellung des Dossiers bis weit nach der Abendessenszeit beschäftigt sein würde. Sie überlegte kurz, ob es sich rentieren würde, gegen zwanzig Uhr Feierabend zu machen. Sie kam zu dem Schluss, dass sie ohnehin niemanden hatte, der zu Hause auf sie wartete, und dass sie mehr Vergnügen daran finden würde, dass Dossier zu bearbeiten, als daheim zu hocken und gegen die Langeweile und Einsamkeit fernzusehen.
Sie hörte Schritte im Vorzimmer. Ob Hasret etwas vergessen hatte?
„Hasret?“
Niemand antwortete, dafür näherten sich die Schritte ihrer Bürotür und jemand klopfte. Rasch stellte Clara den Teller, auf dem die Marzipanschnecke gelegen hatte, in die oberste Schublade und schloss diese. „Herein?“
Die Tür wurde geöffnet und Marc trat ein.
Er schloss sorgsam die Tür hinter sich und kam mit einer Selbstsicherheit zu Clara an den Schreibtisch, die sie irritierte. Und obwohl ihr Herz einen freudigen Hüpfer machte, ergriff sie Furcht. Zugleich rief sie sich zu Ordnung. Sie hatte sich nichts vorzuwerfen. Selbst wenn er in Anwesenheit anderer etwas von ihrem One-Night- Stand ausplauderte, es war irrelevant und in Zeiten von Casual Dating und Gleichberechtigung nichts Verwerfliches. Hastig stand sie auf. Wem machte sie was vor? Es würde sie stören, wüsste jemand von ihrem One-Night- Stand mit Marc!
„Störe ich?“, begann Marc und musterte sie anzüglich.
Sie verengte ihre Augen zu Schlitzen und starrte ihn strafend an. „Wenn es sich um ein juristisches Problem handelt, dann nicht.“
Marc lachte. „Du bist schlagfertig, das gefällt mir“, meinte er.
Clara schob den Gedanken beiseite, dass es ihr gefiel, dass er ein fröhlicher Mensch zu sein schien. „Was kann ich für dich tun?“, erkundigte sie sich unterkühlt.
Eigentlich wollte sie ihn nicht in ihrem Büro stehen haben. Andererseits war er dann nicht bei Hasret, und überdies konnte er auch nicht ausplaudern, was sie beide vor ein paar Monaten in einem Moment der Schwäche miteinander getrieben hatten.
Sie starrte auf seine sinnlichen Lippen, den Vier-Tage-Bart, die hohen Wangenknochen, die glatte, straffe Haut und die grünen Augen mit den dichten schwarzen Wimpern. Er quittierte ihre Musterung mit einem verruchten Lächeln, das ihn gleichzeitig selbstbewusst und überlegen wirken ließ. Clara fürchtete, dass er haargenau wusste, was sie gerade dachte, nämlich dass sie ihn heiß fand und dass sie sich jedes Mal, wenn sie sich an ihn erinnerte, gleichzeitig daran dachte, wie gut es sich angefühlt hatte, von ihm genommen zu werden.
Streng rief sie sich zur Ordnung und brachte sich ins Gedächtnis, dass er nicht mehr als ein Fickdate gewesen war. Er war weder ihre Altersklasse noch ihre Gesellschaftsschicht. Eine Wiederholung jener Nacht war absolut indiskutabel! Sie würde den Teufel tun und Marc zu irgendetwas ermutigen. Egal wie sehr es sie reizte und lockte, sie war kein wildes Tier, das seine Triebe nicht im Griff hatte. Sie war durchaus in der Lage zu widerstehen.
Sie trat einen Schritt zurück und verschränkte die Arme vor der Brust.
„Hast du etwa Angst vor mir?“, erkundigte er sich schmunzelnd.
„Ich? Vor dir?“ Sie rang ihren Stimmbändern die Worte nur mit Mühe ab. Ihr Herz rebellierte regelrecht in ihrer Brust. Sie schluckte und kämpfte gegen den Impuls an, noch weiter vor ihm zurückzuweichen.
„Und ob du Angst hast“, meinte Marc und wirkte überheblich. Er näherte sich ihr, und nun wich Clara doch noch ein Stück zurück und zog den Schreibtischstuhl zu sich heran, sodass er wie ein Abstandhalter zwischen ihr und Marc fungierte.
Etwas blitzte in seinen Augen auf. Jagdfieber. „Du willst vor mir fliehen und doch zitterst du vor Lust. Du würdest dich mir mit Freuden unterwerfen und hingeben.“
Clara konnte nicht anders, als ihn anzustarren wie ein geblendetes Reh, das in die Scheinwerfer eines herannahenden LKWs blickte, und genauso fühlte sie sich auch. Wie gelähmt, vielleicht sogar fremdgesteuert. Ihr ganzer Körper schien wie elektrisiert und nicht länger Teil ihrer selbst zu sein.
Sie keuchte. „Bestimmt nicht!“, widersprach sie, während ihr Geist plötzlich Szenen heraufbeschwor, in denen sie auf Knien vor Marc saß oder über seinen Schenkeln lag. Die Brust wurde ihr eng und ihr Unterleib fühlte sich von pulsierender Wärme überschwemmt an. Hitze breitete sich auf ihren Schamlippen aus und fast hätte sie gestöhnt und die Hand auf ihre Scham gepresst. Sie hörte ein leises Raunen und erkannte verstört, dass sie es gewesen war, die diesen Laut von sich gegeben hatte.
Marcs Hände schossen vor und packten ihre Handgelenke. Sein bezwingender Blick nagelte sie regelrecht fest, und sie glaubte zu spüren, wie ihr das Blut in die Wangen stieg. Das und das Brennen auf ihrer Haut ließen sie vermuten, dass sie im Gesicht feuerrot sein musste.
„Ich will dich, Clara, und ich werde nicht aufgeben, ehe du dich mir unterworfen hast“, verkündete er, dann beugte er sich über ihr Ohr. „Ich bekomme immer, was ich will, Clara!“
Obwohl sich Clara gern losgerissen hätte, konnte sie sich nicht dazu durchringen, es tatsächlich zu tun. Seine Berührung verbrannte ihre Haut, durchdrang ihr Fleisch und ließ sie zittern. Er roch anziehender, als sie es in Erinnerung hatte. Andererseits hatte er damals auch keine Arbeitsklamotten getragen, die nach Holz und Bienenwachs dufteten; selbst sein persönlicher Geruch hatte damals nicht mit dieser herben Süße ihre Sinne erobert und verwirrt.
Unvermutet fühlte sie seine Lippen auf den ihren. Sie waren weich und doch fest, und als er seinen Mund öffnete und mit seiner Zunge in sie eindrang, schmeckte sie Honig, Mandeln und Kaffee. In Kombination mit seinem persönlichen Geruch und Geschmack war er in diesem Augenblick die erotische Verführung in reinster Form. Er hielt ihre Handgelenke weiter umklammert, führte sie nun aber energisch auf ihren Rücken. Der Stuhl zwischen ihnen störte Marc überhaupt nicht, im Gegenteil, er kniete sich auf die Sitzfläche, überwand so weitgehend die Distanz zwischen ihnen und presste seinen Körper so weit wie möglich an den ihren. Es fühlte sich ein wenig seltsam an, nur den Oberkörper zu fühlen.
„Ich werde dich nicht in Ruhe lassen. Ich habe gesehen, wie du mich anblickst. Ich weiß, was in dir vorgeht, Clara Kerner. Du träumst davon, dass ich mir nehme, was ich will. Du sehnst dich danach, dominiert und unterworfen zu werden.“
Es wäre ihr ein Leichtes gewesen, sich von ihm zu entfernen und sich zu befreien, doch etwas hielt sie an Ort und Stelle gefangen. In ihrem Geist sang Annie Lennox ihr „I put a spell on you“. Clara keuchte an Marcs Lippen und mit ein paar Fetzen klaren Verstands versuchte sie, für sich zu bestätigen, dass sie nicht sie selbst war. Sie war verhext, verflucht, manipuliert. Warum sonst ließ sie sich in ihrem eigenen Büro von einem jungen Kerl begrapschen und abknutschen? Sie wimmerte und bemerkte erst Sekunden später, dass Marc seine Lippen von ihr gelöst hatte, aber sein Gesicht noch immer ganz nah an ihrem schweben ließ.
„Du willst es auch, Clara. Sag Ja, sei meine Sub, unterwirf dich, lass dich fallen. Ich kann dir zeigen, was es bedeutet, wirklich frei zu sein. Lass mich dich führen, gib die Kontrolle ab!“
„Lass mich los“, befahl sie krächzend. „Du bist verrückt, du redest davon, mir Gewalt anzutun!“
Hätte ihr jemand so etwas vorgeworfen, wäre sie wütend geworden, doch Marc lachte nur. Sein Atem wehte stoßweise über ihr Gesicht und erotische Schauer stiegen in ihr hoch. Sie zitterte.
„Du willst dich mir unterwerfen. Jeder Blick und jede Geste von dir schreit danach, dass ich dich nehmen soll.“
Clara stolperte rückwärts, ihr Zittern ließ nicht nach und durch ihren Kopf schwirrten die unterschiedlichsten Gedanken und Emotionen. Kontrollverlust, Angst, Wut, Verlangen, jede einzelne Empfindung war so gewaltig, dass sie gar nicht wusste, welcher sie nachgeben sollte.
Sie starrte Marc an. Wie konnte er so selbstsicher wirken? Sie wusste nicht, was sie wollte, nein, sie wusste nicht einmal, was sie nicht wollte. Warum kam er nur auf die Idee, sie würde sich ihm wieder beugen, nur weil sie ein Mal Sex nach seinen Wünschen gehabt hatten?
Er musterte sie verstehend. „Du wirst zu mir kommen“, meinte er schmunzelnd.
„Ganz bestimmt nicht!“, fauchte sie.
Lachend wandte er sich ab, drehte sich dann aber doch noch einmal zu ihr um. „Seid ihr Anwälte nicht der Wahrheit verpflichtet, Clara? Sei dir gegenüber ehrlich, du sehnst dich danach, genommen zu werden.“ Sein Blick ging ihr durch und durch.