Power Play: Opalherz
von Ivy Paul

Erschienen: 06/2016

Genre: Soft-SM / BDSM

Location: Australien, Sydney

Seitenanzahl: 325


Erhältlich als:
paperback & ebook

ISBN:
Print: 978-3-86495-229-6
ebook: 978-3-86495-230-2

Preis:
Print: 12,90 €[D]
ebook: 6,99 €[D]

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Power Play: Opalherz


Inhaltsangabe

Rache und der Wunsch nach Vergeltung für den Tod seiner Schwester lassen Isak die Schwester seines Erzfeindes Wayne Durham aufsuchen. Diese ist in Sydney untergetaucht und wird von Isak nur durch Zufall über ihre Leidenschaft für Salsa ausfindig gemacht.

Julie Durham ahnt nichts Böses, als Isak Söderholm in ihrem Seifenladen steht. Schnell gibt sie sich dem düsteren Schweden und seinen lustvollen BDSM-Spielen hin und verliert wider besseren Wissens ihr Herz an den Sadisten. Sie ahnt nicht, dass Isak sie nur in sich verliebt machen, benutzen und anschließend rüde fallen lassen will.
Bei seinen Intrigen hat Isak jedoch eines nicht berücksichtigt: Die Liebe. Denn nicht nur Julie verliebt sich in Isak, sondern auch er verfällt den Reizen der warmherzigen Seifensiederin.
Als Julie von einem Stalker belästigt wird und in Gefahr gerät, ist Isak zur Stelle, um sie zu beschützen. Doch er kann keine wahrhafte Beziehung mit ihr eingehen, solange Julie nicht die Wahrheit kennt ...
 

Über die Autorin

Ivy Paul wurde 1975 in der schönen Patrizierstadt Augsburg geboren und lebt dort mit ihrer Familie.
Neben ihrer großen Leidenschaft dem Schreiben begeistert sie sich fürs Seife sieden, dem Anrühren duftender Cremes und der veganen Ernährung. Sie schätzt Whiskey, die...

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Leseprobe

Der Gemeindesaal füllte sich langsam mit den Kursteilnehmern, doch so oft Julie auch zur Tür sah und die Hereinkommenden betrachtete, es tauchte kein blonder Hüne auf.
Schließlich konnte sie den Start des Unterrichts nicht länger hinauszögern, weil die Stammschüler bereits irritiert wirkten. Es sah Julie nicht ähnlich, später anzufangen, also schaltete sie die Musik ein, und die Conga-Rhythmen erfüllten den Raum. Das Murmeln und Lachen der Tänzer verstummte und sie richteten ihre Aufmerksamkeit auf Julie.
„Schön, dass ihr gekommen seid“, begann sie und machte eine ausholende Bewegung. „Sucht euch einen Partner und fangt an.“
Im Fortgeschrittenen-Kurs startete die Stunde stets...

...mit ein oder zwei Tänzen, bei denen die Lernwilligen Bekanntes ausprobieren und vertiefen konnten. Julie lief im Raum auf und ab, hielt wiederholt inne, um den Tanzenden Tipps zu geben oder sie zu korrigieren.
Bei ihren beiden ältesten Schülern, Mr. Casey und seiner Frau Zelda, blieb sie stehen. Die zwei waren weit über siebzig, aber erstaunlich rüstig und offensichtlich immer noch schwer verliebt. Gelegentlich trieb es Julie Tränen der Rührung in die Augen, wenn sie die Zärtlichkeit beobachtete, die sich das Paar entgegenbrachte. Mr. Casey nannte Zelda „mein Mädchen“ und strahlte sie an, als wäre sie das zwanzigjährige Mädchen, in das er sich eben erst verliebt hatte.
„Sehr gut, Mr. Casey. Mrs. Casey, man merkt Ihnen an, dass Sie viele Jahre Standardtanz betrieben haben.“
„Nichts hält den Motor so gut in Schwung und lässt die Gelenke wie geölt funktionieren, wie eine flotte Sohle auf das Parkett zu legen, liebste Julie!“, erklärte Mr. Casey salbungsvoll und zwinkerte Julie zu.
„Beim Tanzen fühle ich mich kaum älter als vierzig!“, fügte Zelda Casey hinzu. Meist war ihr Mann der Wortführer, doch Mrs. Casey hatte stets das letzte Wort.
Julie lachte. „Das werde ich mir merken!“
Ihre Aufmerksamkeit wurde auf die Tür gelenkt, die just in diesem Moment geöffnet wurde. Ein Mann trat ein.
Er.
Er stand in der Tür und überblickte den Raum und die Tanzenden, bis er Julie entdeckte.
Julie räusperte sich und ging zu ihm hinüber. Ihr Mund wurde trocken während er sie anstrahlte und damit ein Pochen in ihrem Brustkorb auslöste, das kaum von ihrem Herzen kommen konnte. Was auch immer dort aufgeregt hüpfte, besaß die Wucht, ihre Rippen zum Knacken zu bringen. Sie rief sich streng zur Ordnung, was allerdings nur bedingt half. Wenigstens klang ihre Stimme fest und ruhig, als sie ihn begrüßte und ihm ihre Hand reichte.
„Schön, dass Sie es einrichten konnten.“
Seine Hand umschloss ihre mit einem selbstsicheren Griff.
„Ich bin zu spät“, erklärte er, doch es klang nicht wie eine Entschuldigung. „Ich habe mich noch nicht vorgestellt: Mein Name ist Isak. Isak Söderholm aus Schweden.“ Seine Lippen umspielte ein charmantes Lächeln, doch als Julie in seine Augen sah, entdeckte sie darin sehr viel mehr als einen Gentleman. Es lag Düsternis und Trauer in seinem Blick, etwas Tiefgreifendes, über das der humorvolle Ausdruck in seinem Gesicht nicht hinwegtäuschen konnte. Instinktiv erkannte Julie in ihm einen Mann mit intensiven Emotionen und einem noch mächtigeren Willen.
Ein Schauer rieselte über ihren Rücken, als ihr klar wurde, dass der Zauber jener ersten Begegnung vor ein paar Tagen in ihrem Laden nicht nachgelassen hatte. Die Wärme seiner Hand und die Stärke seines Händedrucks schienen mit ihrer Hand zu verschmelzen, und sie hatte Probleme, sich aus dem Griff zu lösen.
Sie räusperte sich. „Ich bin die Tanzlehrerin“, sagte sie und stellte erleichtert fest, dass es ihr tatsächlich gelang, selbstsicher und abgeklärt zu klingen. Sie straffte sich und entschied, sofort mit einigen Anweisungen zum Salsatanz zu beginnen, um ihre gewohnte Nonchalance zurückzugewinnen.
Sie deutete ihm, am Rand der Tanzfläche stehen zu bleiben, und stellte die Musik ab, um ihre Schüler auf sich aufmerksam zu machen. Julie überlegte, welche der Damen sie Isak zuteilen könnte. Die Caseys tanzten ausschließlich zusammen, und sie wollte Zelda auch nicht einem so virilen Mann wie Isak zuschieben, da sie idiotischerweise fürchtete, er könnte der zarten alten Dame versehentlich etwas brechen.
Muriel und Peter waren ebenfalls blutige Anfänger, doch Peter war so eifersüchtig, dass Muriel ganz sicher nicht mit einem anderen Herrn tanzen wollte. Die übrigen Paare erwiesen sich aus verschiedenen Gründen indiskutabel. Julie seufzte. Dann musste wohl tatsächlich sie als Übungspartnerin herhalten.
„Wir haben einen Neuzugang, deshalb zeige ich euch noch einmal den Grundschritt“, erklärte sie und nickte George, einem fortgeschrittenen Schüler, zu. Er strahlte und kam sofort zu ihr, ohne einen weiteren Blick auf seine Freundin Sandy zu werfen.
George tanzte nicht schlecht, doch er würde definitiv nie ein zweiter Patrick Swayze werden, er war zu steif in der Hüfte, aber er beherrschte die Schritte und den Rhythmus. Außerdem liebte er Salsa, was man ihm auch anmerkte.
Julie kommandierte die Schrittfolgen und Bewegungen, wiederholte sie mehrmals und sah Isak ein paarmal an, um festzustellen, ob er die Kombinationen und Reihenfolgen verstand.
Sie entließ George in die Arme seiner Freundin und schaltete die Musik ein.
Julie ging zu Isak. „Für heute musst du mit mir vorliebnehmen.“
„Mit der Tanzlehrerin tanzen zu dürfen ist ein Privileg“, erwiderte er und Julie starrte forschend in sein Gesicht. Es war nicht auszumachen, ob er das ernst oder spöttisch meinte, aber die Art, wie er sie ansah, ließ sie wünschen, mit ihm allein zu sein und in ihm jenen Tänzer zu entdecken, der er in ihrem Traum gewesen war.
Sie korrigierte seine Armhaltung und lenkte ihn in den Grundschritt.
Er besaß Talent, sich zu bewegen, dennoch war es extrem anstrengend, mit ihm zu tanzen. Ihr kam es vor, als müsste sie mit einem Maulesel kämpfen. Sie wollte nach rechts, er nach links. Sie nach vorn, er zur Seite. Als sie in sein Gesicht sah, erkannte sie verbissene Entschlossenheit. Also schien sein Problem weniger Unlust zu sein, aber das bedeutete nicht automatisch, dass ein Mann dann auch tatsächlich zugänglich und talentiert war.
Als der Song endete, war Julie heiß, aber leider weder vom Salsa noch von Isaks Nähe, sondern von der Anstrengung, ihn so zu dirigieren, wie es die Schrittfolge verlangt hatte. Obwohl seinem Gesicht nichts anzusehen war, schien auch er nicht sonderlich zufrieden mit dem ersten Salsa seines Lebens zu sein. Julie fühlte sich verpflichtet ihn aufzumuntern und tätschelte seinen Unterarm. „Das kriegen wir schon hin. Mach einfach, was ich von dir will.“
Seine andere Hand schoss vor und packte sie. Er beugte sich vor und flüsterte ihr ins Ohr: „Auf der Tanzfläche darfst du der Boss sein, ansonsten bin ich es!“
Eine wollüstige Gänsehaut überlief sie, und so, wie er sie ansah, wusste sie, dass er die erotische Spannung genauso wahrnahm wie sie selbst. Ihr Körper kribbelte, als sie zur Stereoanlage ging und sie ausschaltete. Sie zeigte den fortgeschrittenen Kursteilnehmern eine neue Figur und kontrollierte und korrigierte diese, wo es nötig wurde, ehe sie die Musik wieder einschaltete und die Schüler tanzen ließ, während sie ihr Glück erneut mit Isak versuchte.
Mitten im Lied war sie entnervt und stoppte. „Das hat so keinen Sinn! Isak, ich merke, dass du ein Problem damit hast, mich führen zu lassen. Ich will dir nur die Grundschritte beibringen, also musst du dich entspannen und mich machen lassen!“

Isak starrte Julie an. Sie wirkte in diesem Moment so energisch auf ihn wie ein Feldwebel, sah aber in ihrem roten Tanzkleid mit dem weiten Rock, das viel Haut zeigte, erotisch weiblich aus. Als sie mit diesem fortgeschrittenen Tanzschüler Schritte vorgeführt hatte, hatte sie sich verführerisch und schlangengleich bewegt. Wie sie ihre Hüften geschwungen und mit dem Po gewackelt hatte, hatte Isak erregt und jähes Verlangen in ihm hervorgerufen. Zu gern hätte er sie über sein Knie gelegt, ihr den Rock hochgeschlagen und seine flache Hand auf ihren Po sausen lassen, dass es nur so klatschte.
Isaks Alltags-Ich kollidierte mit seinem Master-Ich. Julie löste etwas in ihm aus, dass diese Grenzen verschwammen. Als der Kursteilnehmer seine Hände auf ihren Körper gelegt hatte, wäre Isak am liebsten dazwischen gegangen. Er wollte nicht, dass irgendjemand außer ihm Julie berührte.
Das war ihm zuvor noch nie passiert, denn er neigte normalerweise nicht zu besitzergreifendem Verhalten. Julie war doch nur Mittel zum Zweck, umso weniger verstand Isak, dass er ihr gegenüber auf diese Art reagierte. Und nun maßregelte sie ihn auch noch, dass er ihr die Kontrolle nicht übergab! Er konnte es nicht ausstehen, wenn man ihn vor anderen zurechtwies. Dafür hatte sie wirklich verdient, dass er ihr den Hintern versohlte.
Er nickte schroff; später würde er überlegen, ob er sich weitere Tanzstunden antun wollte. Ihm schienen das Talent und die Leidenschaft für Salsa zu fehlen.
Das Lied endete und damit wohl auch die CD. Julie hob die Hand. „Lauf mir nicht davon. Ich möchte noch mit dir reden.“
Sie drehte sich um. Ihr Hintern wackelte aufreizend, und durch die High Heels wirkten ihre Beine noch länger, als sie ohnehin schon waren. Bei jedem Schritt schien der schwingende Rocksaum ihre Oberschenkel zu liebkosen. Isaks Kehle wurde eng, und er hätte besser weggesehen, doch er konnte seinen Blick nicht von Julie abwenden.
Sie redete mit ihren Schülern. Isak hörte nicht zu, denn er war viel zu versunken in den Anblick ihrer vollen Lippen und wie sie sich bewegten, während sie den Anwesenden irgendwas erzählte.
Schließlich verabschiedete sie sich mit einem graziösen Winken, und schnatternd und schwatzend verließen die Leute den Saal. Eine junge Frau suchte Julies Nähe, und Julie lauschte ihr lächelnd, um gleichzeitig ihren Blick einmal über die Schulter der Tanzschülerin hin zu Isak wandern zu lassen. Julie deutete Isak zu warten und er geduldete sich nur zu gern. Sie spielte ihm geradezu in die Hände, einfach perfekt!
Kaum war die andere Frau gegangen, kam Julie zu Isak. Ein gutes Gefühl.
„Ich habe heute Abend Zeit, wenn du möchtest, können wir noch ein wenig üben. Dann klappt es in der kommenden Woche auch mit dem Führen einer Tanzpartnerin.“
Sie lächelte ihn so süß an, dass Isak ihr in diesem Augenblick bis ans Ende der Welt gefolgt wäre. Ärgerlich nahm er diese Regung wahr und war schon versucht abzulehnen, erinnerte sich dann aber an den Grund für seine Annäherung an Julie und an Wayne Durham. Er konnte keine Rücksicht auf seine persönlichen Empfindungen nehmen, bestätigte er sich. Es gab Dinge, die wichtiger waren.
In diesem Moment raunte Gretas Stimme in seinem Geist: Freunde für immer, Isak …
Isak zwang seine Aufmerksamkeit auf Julie und ihr Gespräch zurück und lächelte mechanisch. Tanzen, er würde sie dabei berühren müssen, ihre weiche Haut fühlen, ihren Duft in der Nase haben und seine Hand auf ihren Po legen. Das war beinahe wie das Vorspiel für Sex. Letztendlich würde es darauf hinauslaufen. Er wollte sie verführen, sie in die dunkle Welt der Erotik einführen und dann fallen lassen. Er würde ihr wehtun. Julies Bruder hatte sein Leben zerstört. Da war es nur recht und billig, wenn er Julie dazu benutzte, sich an Wayne für Gretas Tod zu rächen. Am Ende würde er Julies Herz brechen und Wayne wissen lassen, warum. Das war nicht einmal ansatzweise mit dem zu vergleichen, was Wayne ihm angetan hatte, aber schließlich war Isak nicht so verdorben und grausam wie Wayne. Es musste genügen, wenn Wayne zeitlebens wusste, dass es seine Schuld war, dass Julies Herz gebrochen worden war.