Ghost Lover
von Ivy Paul

Erschienen: 08/2011

Genre: Fantasy Romance

Location: Großbritannien

Seitenanzahl: 200 (Übergröße)

Hörprobe: Reinhören
Buchtrailer: Ansehen

Erhältlich als:
paperback & ebook

ISBN:
Print: 978-3-93828-183-3
ebook: 978-3-93828-195-6

Preis:
Print: 14,90 €[D]
ebook: 6,99 €[D]

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Ghost Lover


Inhaltsangabe

Ein geisterhafter Liebhaber ...
"Wer will schon ein altersschwaches Cottage aus dem 17. Jahrhundert besitzen, in dem es obendrein noch spukt?"
Mit diesen Worten versucht Steven Stapleton, Viscount Wyndham, der Autorin Ella den ehemaligen Witwensitz der Stapletons abzuluchsen. Ella verliebt sich auf den ersten Blick in das romantische Cottage in Kent, das sie überraschend geerbt hat. Die Spukgeschichten, die sich um das Haus ranken, und die penetrante Aufdringlichkeit Steven Stapletons schrecken sie nicht ab.
Als sie tatsächlich dem Geist des Cottages begegnet, ist sie hingerissen, denn die Spukgestalt ist der Offizier Marcus Stapleton, ein Vorfahr Stevens, und noch dazu höllisch attraktiv! Doch was hält Marcus im Diesseits fest? Liegt die Lösung in seinen verlorenen Erinnerungen? Ellas Freundin Sofie beginnt mit der Entschlüsselung von Marcus' alten Tagebuchaufzeichnungen. Wollen Ella und Marcus überhaupt das Rätsel um Marcus' Vergangenheit lüften und dabei riskieren, für immer getrennt zu werden?
Aber nicht nur ihr geisterhafter Liebhaber hält Ella auf Trab, sondern auch der Fund eines Skeletts in ihrem Keller, die Spukstimmen, die Ellas und Marcus' sinnliche Lustnächte stören, und die Motorradgang, die es auf Ella abgesehen hat. Als ob das alles nicht genug wäre, taucht auch noch ein Geisterjäger auf, der es sich in den Kopf gesetzt hat, Ellas Hausgeist zu erlösen ...

Über die Autorin

Ivy Paul wurde 1975 in der schönen Patrizierstadt Augsburg geboren und lebt dort mit ihrer Familie.
Neben ihrer großen Leidenschaft dem Schreiben begeistert sie sich fürs Seife sieden, dem Anrühren duftender Cremes und der veganen Ernährung. Sie schätzt Whiskey, die...

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Leseprobe

„Mr. Stapleton.“ Ella nickte dem Mann zu und umarmte Sofie zur Begrüßung. „Was für eine Überraschung.“
„Ich war auf Wyndham Manor und habe meine Bilder geschossen. Mr. Stapleton war so freundlich und hat mich hergebracht, als ich ihm erzählte, dass ich anschließend einen Abstecher zu dir machen wolle.“
Ella warf dem Viscount einen Blick zu. Sie suchte nach Ähnlichkeiten mit Marcus, doch bis auf dieselbe Haarfarbe und das gleiche Kinn war da nichts, das auf eine Verwandtschaft mit Marcus hindeutete.
Vielleicht war Steven auch gar nicht in direkter Linie mit Marcus verwandt, sondern mit seinem Bruder oder einem Cousin.
„Ich...

...habe ein Automobil gehört, Ella.“ Marcus kam aus der Küche und erstarrte. Er beäugte die beiden Neuankömmlinge und vor allem Steven misstrauisch.
„Wer ist dieser Mann, Ella?“
Sie warf ihm einen kurzen Blick zu.
„Steven Stapleton, Sie sind doch nicht ohne Grund hier?“
„Das ist einer meiner Nachfahren?“ Marcus trat näher und umrundete Steven ungeniert.
„Ja“, entgegnete Ella.
Steven zog die Augenbraue hoch. „Immer so misstrauisch, meine liebe Miss Francke.“
Ella verschränkte die Arme vor der Brust.
„Er hat Ähnlichkeit mit meinem Bruder“, meinte Marcus langsam. „Bis auf die Augen und die Haare. Mein Bruder war rot wie ein – wie sagt man heutzutage? Rot wie ein Veilchen?“
Ella verkniff sich ein Lächeln, das Steven fehldeutete.
„Ich wollte Ihnen nie zu nahe treten“, meinte er versöhnlich. „Sehen Sie, Sie leben in Deutschland, haben dort ihre Arbeit. Was wollen Sie mit einem alten, zugigen Cottage?
Ich dagegen lebe hier, mein Besitz grenzt direkt an das Anwesen und überdies kehrt mein Cousin zurück, der in diesem Haus aufwuchs.“
„Glaub ihm nicht, er führt etwas im Schilde. Siehst du, wie er mit dem Fuß scharrt? Diesselbe Geste machte mein Bruder jedes Mal, wenn er etwas ausgefressen hatte.“
Ella sah auf die Füße des Mannes und tatsächlich rieb seine Schuhspitze über den Steinboden.
„Außerdem hat er böse Augen.“
„Wie kommst du nur da drauf?“
„Nun ja“, begann Steven langsam und Ella schrak zusammen. Sie musste aufhören mit Marcus zu reden, wenn Dritte anwesend waren. Sonst steckte man sie irgendwann ins Irrenhaus.
„Sie wollen das Anwesen also für Ihren Cousin?“
Stevens Augen leuchteten auf. „Ganz recht, er liebte das Haus, doch dann starben seine Eltern, kaum dass er volljährig war und Adam fiel nichts Besseres ein, als das Haus an Fremde zu verkaufen und zum Militär zu gehen.“
„Der Verlust muss ihn schwer getroffen haben“, meinte Ella mitfühlend.
„Ein Stapleton erträgt den Verlust mit Würde.“
„Jetzt hört er sich an wie mein Vater“, kommentierte Marcus Stevens Aussage.
Ella warf Marcus einen finsteren Blick zu.
„Darf ich Ihnen etwas zu trinken anbieten?“, erkundigte sich Ella bei Steven.
Er nickte. Ella wandte sich an Sofie. „Du auch?“
Die Freundin stimmte ebenfalls zu und Ella führte beide ins Wohnzimmer.
„Ist Tee in Ordnung? Ich wollte mir gerade eine Tasse machen.“
Steven nahm dankend an und Sofie schloss sich ihm an.
Marcus folgte Ella in die Küche. „Dieser Steven gefällt mir nicht. Er hat etwas von einer Schlange an sich.“
Ella sah ihn überrascht an. „Dann geht es dir wie mir. Ich fühle mich in seiner Gesellschaft immer unwohl.“
Ella setzt Wasser auf, während Marcus ihr die Teebeutel reichte.
„Wegen heute Morgen, es tut mir leid.“
Ella legte Marcus die Hand auf den Unterarm. „Es ist okay, ich habe dich bedrängt. Es ist deine Angelegenheit. Reden wir nicht mehr darüber.“
„Ich will, dass du verstehst, warum die Dinge so schwierig sind.“
„Ich verstehe dich, Marcus. Es ist wirklich in Ordnung.“
„Ist es nicht“, widersprach er. „Ich hatte einen Sohn, den ich in mehr als einer Weise im Stich gelassen habe.“
Er warf die Teebeutel schwungvoll in die Teekanne, als Ella nicht danach griff.
„Er war unehelich, verstehst du?“
Ella zuckte fragend mit den Achseln.
„Ein uneheliches Kind kann nichts erben. Weder Titel noch Besitz. Nach dem Tod meines Vaters war ich der Viscount.“
Ella nickte. „Und Nicholas nach deinem Tod.“
Über Marcus’ Züge legte sich ein verbitterter Ausdruck. „Wenn ich ein besserer Mann gewesen wäre, hätte ich seine Mutter geheiratet. Stattdessen habe ich sie geschwängert und mich davongemacht.“
Ella schlang die Arme um ihn. „Du bist ein guter Mann, was auch immer damals geschah, du hast bestimmt nur das Beste gewollt.“
Marcus drückte sie enger an sich. „Sieh der Wahrheit ins Auge, ich bin der Lebemann und Schürzenjäger, für den du mich hältst.“
Ella kuschelte sich an ihn. „Ich hatte unrecht, manchmal passiert das, weißt du?“
Sie fühlte sein Lachen mehr als sie es sah.
„Hört, hört.“
Sie machte sich frei. „Ich muss zu unseren Gästen, umso schneller sind wir sie wieder los.“
Marcus nickte und wandte sich zur Hintertür. „Lass Steven nicht aus den Augen, er führt nichts Gutes im Schilde.“
„Keine Sorge, ich bin ein großes, emanzipiertes Mädchen.“
Sie stellte die Tassen und die Teekanne auf ein Tablett und trug alles ins Wohnzimmer.
Sofie stand mitten im Raum und sah sich um, zweifellos überlegte sie bereits, was und wie sie fotografieren wollte.
Steven saß entspannt auf der Chaiselongue, einen Arm auf der Lehne ausgestreckt, den anderen lässig auf seinen Schoß gelegt.
„Der Tee.“ Ella stellte das Tablett auf den Tisch und reichte Steven eine Tasse.
„Das Wohnzimmer ist fantastisch.“
„Ein Wintergarten würde sich noch gut machen“, meinte Ella und gab Sofie den Tee, ehe sie selbst sich in einen Sessel setzte.
„Hast du vor, umzubauen?“, wollte Sofie wissen.
„Die eine oder andere Neuerung könnte ich mir gut vorstellen“, entgegnete Ella und nahm einen Schluck Schwarztee. In Wahrheit hatte sie noch gar nicht über etwas Derartiges nachgedacht.
Über ihre Tasse Tee hinweg sah sie aus halb geschlossenen Augenlidern zum Viscount, der mit gerunzelter Stirn und verkrampft auf der Chaiselongue saß.
„Das Haus ist so alt, bestimmt gibt es einiges zu renovieren. Die Rohrleitungen zum Beispiel. Nachts geben sie manchmal seltsame Geräusche von sich.“
Steven trank einen Schluck Tee und wirkte dabei, als nähme er Gülle zu sich.
„Ein paar Wände aufgerissen, neue Farbe, andere Fußböden. Das Haus kann ein Schmuckstück sein, wenn die richtigen Personen Hand anlegen“, trieb Ella das Ganze auf die Spitze und beobachtete fasziniert, wie Steven tatsächlich blass um die Nase wurde. „Was denken Sie, Mr. Stapleton?“
„Ich finde Umbauarbeiten völlig unnötig. Sie würden den Charme des Ganzen zerstören, außerdem, bedenken Sie die Kosten. Sie wären sehr schnell ruiniert.“
Ella neigte ihren Kopf. „Wie reizend, dass Sie sich sorgen.“ Sie lächelte liebenswürdig und nippte an ihrem Tee. Aus dem Augenwinkel sah sie, dass Sofie die Szenerie mit einer Mischung aus Faszination und Belustigung beobachtete.

Steven hatte sich verabschiedet. Sofie saß auf dem Louis-seize-Stuhl im Wohnzimmer und sah neugierig auf, als Ella eintrat.
„Was sollte das eigentlich gerade eben?“, wollte Sofie wissen.
Ella zuckte mit den Achseln. „Hast du gesehen, wie entsetzt er war?“ Sie ließ sich auf der Chaiselongue nieder und griff nach ihrer Teetasse.
Sofie spielte an ihrer Kamera herum. „Na ja, es ist das Haus seiner Ahnen gewesen und du redest davon, mit preußischem Tatendrang alles umzukrempeln. Da muss ein kultivierter Brite doch hyperventilieren.“
Sofie hob die Kamera und knipste Ella.
„Toll“, rief sie aus. „Heb’ doch bitte die Tasse an deine Lippe … und jetzt lümmle dich auf der Chaiselongue.“
Begeistert betätigte sie den Auslöser, bis Marcus hinter Ella auftauchte.
„Verflucht!“ Sofie sah durch die Linse. „Irgendetwas stimmt nicht.“ Prüfend sah sie auf den Punkt hinter Ella. Dorthin, wo Marcus stand. „Auf dem Bild ist ein heller Fleck.“
Neugierig musterte Marcus die Digitalkamera. „Was für ein seltsamer Apparat ist das?“
„Ein Fotoapparat.“
„Wie bitte?“ Verwirrt hob Sofie den Kopf und Ella trat eilig zu ihr.
„Deine Kamera, ein beeindruckendes Modell.“
Stolz reichte sie Ella den Apparat.
„Eine digitale Spiegelreflexkamera von Hasselblad“, verkündete Sofie. „Die H2D mit 22 Megapixeln.“
Ella hielt den Fotoapparat hoch, damit Marcus ihn genauer betrachten konnte, und tat so, als hätte sie selbst Interesse daran.
„Die technischen Möglichkeiten dieser Zeit sind wahrhaft verblüffend“, sagte Marcus beeindruckt.
Ella rollte die Augen, sodass nur Marcus es sehen konnte. Er lachte.
„Meinst du, sie ist kaputt?“, fragte sie an Sofie gewandt.
„Werden wir gleich wissen.“ Sie zog eine weitere Kamera hervor, eine kleinere, aber immer noch größer als die gängigen Touristenknipser. Blitzschnell drückte sie ab und besah sich das Ergebnis. „Schon wieder. Verflucht noch mal!“
„Also gut, jetzt reicht’s. Deine Freundin hat das Vokabular eines Droschkenkutschers. Ich gehe, mit einer solchen Person möchte ich nichts zu tun haben.“ Marcus küsste Ella auf die Stirn und zwinkerte ihr zu. „Ich fürchte, dieses Haselblatt und die kleinere Blitzbox können mich wahrnehmen. Besser ich verstecke mich davor.“
„Ja, denke ich auch“, gab Ella zu.
Sofie starrte Ella an. „Sag mal, hattest du das schon immer?“
Ella zwinkerte und sah Sofie verwirrt an.
„Na, diese Neigung, Selbstgespräche zu führen?“
Ella lachte verlegen. „Ja, hm, eine Angewohnheit von früher. Manchmal bricht es durch.“
„Willst du die Kameras an einer anderen Stelle im Haus ausprobieren?
Sofie machte Auf- und Abwärtsbewegungen mit den Kameras in den Händen. „Ja“, sagte sie schließlich.
„Dann komm mit, das Schlafzimmer wird dir gefallen.“
„Habe ich doch schon gesehen“, erinnerte Sofie sie. „Aber du hast recht. Es hat mir gefallen.“ Sie grinste breit.
Auf dem Weg nach oben stoppte Sofie immer wieder und schoss Fotos.
„Gibt deine Speicherkarte überhaupt soviel her?“, neckte Ella ihre Freundin.
Sofie starrte gerade angestrengt durch die Linse und brummte nur.
Endlich senkte sie die Kamera. „Ich habe immer ein paar auf Vorrat dabei“, erklärte sie. „Weißt du was? Du machst dich prima als Fotomodel.“
„Ich? Blödsinn!“, wehrte Ella ab.
„Doch, im Ernst. Ich habe dich ein paar Mal auf der Treppe und jetzt hier im Schlafzimmer geknipst. Ich glaube, das werden die besten Bilder, die ich geschossen habe.“ Sofie runzelte die Stirn. „Sag mal, wenn ich dir ein Kostüm aus dem siebzehnten oder achtzehnten Jahrhundert mitbringe, dürfte ich dich dann für meinen Bildband fotografieren?“
„Mich?“
„Bitte! Bildbände wie meinen gibt es schon zu Dutzenden, aber wenn ich das Ganze ein bisschen aufpeppe, macht das Buch mehr her.“
Ella gab sich geschlagen. Sie konnte Sofies Wunsch zu gut verstehen. Immerhin lebte sie von ihren Bildbänden.
„In Ordnung, aber nur ein paar Fotos.“
Sofie strahlte Ella an. „Einverstanden! Ich besorge dir das Kostüm und dann machen wir eine Fotosession.“
Ella nickte schicksalsergeben. „Alles, was du willst“, murmelte sie unverbindlich. „Was machen deine Recherchen über den englischen Offizier?“
Sofies Augen leuchteten auf. „Über ihn selbst habe ich noch nichts Neues herausgefunden.“
Ella trat an das hohe Fenster und verkniff sich ein Schmunzeln, während sie Marcus beim Holz sägen beobachtete.
Sie hatte einiges über ihn herausgefunden. Er liebte es, ihr Blumen zu schenken. Er hatte die herrliche Eigenschaft, einer Frau das Gefühl zu vermitteln, einzigartig und wundervoll zu sein. Er war warmherzig, großzügig, sinnlich und rücksichtsvoll. Und seine Küsse waren phänomenal.
Sie riss sich los und konzentrierte sich wieder auf Sofie.
„… war eine fabelhafte Idee von mir, dem Pastor meine Hilfe bei der Archivierung der Kirchenakten anzubieten“, plauderte sie gerade und trat neben Ella ans Fenster. „Sag mal, hörst du das Hämmern auch?“
Ella stockte der Atem. Marcus schwang gerade Hammer und Nagel. Was passierte, wenn Sofie einen schwebenden Hammer sah? Fieberhaft überlegte sie, wie sie entweder Marcus warnen oder Sofie ablenken konnte.
Sofie lehnte sich vor, stützte sich am Gitter ab und Ella riss sie zurück. Sofie stieß einen erschrockenen Schrei aus und Ella keuchte. Aus den Augenwinkeln sah sie, dass Marcus sie beide entdeckt hatte.
Böse funkelte Sofie Ella an. „Was sollte das denn? Du hast mich zu Tode erschreckt.“
Entschuldigend hob Ella die Hände. „Das Gitter wackelt“, log sie lahm.
Die Fotografin schielte beunruhigt auf das Geländer. „Oh, du solltest dich darum kümmern. So was kann tödlich enden.“
„Ich weiß.“ Zerknirscht erwiderte Ella Sofies Blick. „Ich lasse es reparieren.“
Erneut trat Sofie an das Fenster. „Was für ein schöner Ausblick.“ Dann fiel ihr Blick auf den Rohbau im Garten. „Ella, du baust dir einen Gartenpavillon?“, staunte sie.
„Nein … doch“, entgegnete Ella.
„Ich wusste gar nicht, dass du handwerklich begabt bist.“
„Bin ich auch nicht, ich habe Hilfe.“
„Jemand aus dem Dorf?“
„Nein, ich lasse mir von einem Freund helfen.“
Sofie reckte den Hals. „Ist er da?“
Ella krümmte sich in Gedanken. Sie war eine schlechte, unwillige Lügnerin und eine Freundin zu belügen war ihr äußerst unangenehm.
„Nein, ich … wir kommunizieren miteinander.“
Sofie berührte Ella am Arm. „Ich sollte wieder gehen. Es ist spät geworden. Wenn es dunkel ist, möchte ich nicht mehr über die Landstraßen stiefeln.“
„Soll ich dich zum Pub fahren?“
Die Freundin zögerte. „Nur, wenn es dir nichts ausmacht. Ich war so lange auf den Beinen heute, dass ich nichts dagegen habe, hingefahren zu werden.“
Als sie in das Auto stiegen, saß Marcus auf dem Rücksitz.
„Du hattest mir eine Ausfahrt versprochen“, erklärte er.
„Doch nicht ausgerechnet jetzt.“
„Redest du mit mir oder wieder mit deinem unsichtbaren Freund?“, grinste Sofie.
Ella verzog ihr Gesicht. „Harvey, wir sind enttarnt“, sagte sie und sah in den Rückspiegel. Marcus strahlendblaue Augen fixierten sie fragend. „Harvey? Keiner meiner Namen ist Harvey? Ist das der Name eines deiner ehemaligen Geliebten?“ Eifersucht schwang in seiner Stimme und Ella unterdrückte ein Lächeln.
„Harvey ist ein menschengroßes Kaninchen, dass nur bestimmte Menschen sehen können.“
„Ich kenne den Streifen mit James Stewart“, erklärte Sofie. „Herrlicher Film, nicht wahr? Ich mag diese Uralt-Streifen.“
„Was versteht deine fluchende Freundin unter ‚uralt‘?“ Marcus beugte sich interessiert vor.
„Aus den 1950ern, glaube ich.“
„Mein großer Freund Harvey? Ich glaube schon.“ Sofie zuckte die Schultern.
Auf der Rücksitzbank lachte Marcus leise. Ein tiefes, aus dem Bauch kommendes Lachen, das Ella durch und durchging.
Sie räusperte sich und startete den Motor. Das Lachen verklang. Ella warf einen kurzen Blick zurück. Marcus’ Hände stützten sich auf die Polster und seine Miene wirkte mit einem Mal angespannt.
Sofie hingegen lehnte sich zufrieden seufzend zurück. Sie schlüpfte aus ihren Schuhen und wackelte mit den Zehen.
„Ah, das tut gut“, seufzte sie.
Die Scheinwerferlichter tanzten bei jedem Schlagloch auf und ab.
„Das waren also diese tanzenden Lichter, die ich manches Mal gesehen habe“, staunte Marcus.
„Du hast noch nie …“, meinte Ella und warf Marcus einen Blick über den Rückspiegel zu.
„Ich habe die Lichter der Automobile gesehen, aber die schienen immer starr zu stehen, wenn sich eines dem Haus näherte. Ich konnte nur vermuten, dass es Automobil-Lichter waren, die durch die Nacht hüpften.“
Ella nickte verständnisvoll.
„Ach Himmel, natürlich trage ich öfter Schuhe mit Absatz. Nur nicht, wenn ich einen ganzen Tag unterwegs bin“, erklärte Sofie. „Ich habe mich für Steven Stapleton aufgebrezelt. Der Typ scheint mir reichlich blasiert. Ich wollte nicht riskieren, wegen unpassenden Schuhwerks fortgeschickt zu werden.“
„Die Gute hat vielleicht das Vokabular eines Bierkutschers, aber den wachen Verstand eines Gelehrten und die Menschenkenntnis eines Pastors“, meldete sich Marcus von hinten zu Wort.
Es kostete Ella Mühe, das Lächeln zu unterdrücken. Davon abgelenkt übersah sie ein besonders tiefes Schlagloch und hörte im selben Moment von hinten einen dumpfen Laut und einen herzhaften Fluch.
Ein erneuter Blick nach hinten zeigte ihr, dass Marcus die Miene verzogen hatte und sich den Kopf rieb, an der Stelle, die gegen die Scheibe gedonnert war.
„Ich dachte, diese metallenen Kutschen wären sicherer und komfortabler.“
Irgendwann, nach einigen weiteren Flüchen Marcus’, erreichten sie den Pub, wo Ella Sofie aussteigen ließ. Als sie sich umdrehte, saß Marcus mit einem Mal neben ihr. Er grinste frech angesichts ihrer überraschten Miene.
„Es hat doch ein paar Vorteile, tot zu sein“, ulkte er.
Sein Lächeln ging Ella durch und durch. Seine Augen, blau wie der Tropenhimmel, strahlten, als er sie ansah. Die Grübchen, die in seinen Wangen erschienen, zogen Ella magisch an. Doch statt Küsse darauf zu hauchen, berührte sie diese mit den Fingern. Strich zärtlich darüber und genoss das Gefühl der kratzigen Stoppeln unter ihren Fingerspitzen. Sie seufzte und riss sich los.
Marcus lehnte sich zufrieden lächelnd zurück. „Ist das Fahren auf dem Nebensitz bequemer?“, fragte er.
„Manche behaupten ja, aber ich fahre viel lieber auf dem Rücksitz mit.“
„Wir werden sehen, was ich dazu zu sagen habe“, entgegnete er so aristokratisch, dass Ella nicht anders konnte, als zu antworten: „Sehr wohl, Euer Durchlaucht.“
„Es heißt Mylord“, berichtigte er.
„Gewiss doch, Euer Gnaden“, zog sie ihn auf.
Er grinste. „Ich glaube, das ist ein Fall von Insubordination.“
Ella legte ihre Hand auf seinen Schritt. „Oh ja, Mylord, ich fürchte, Ihr müsst mich in Euren Privatgemächern maßregeln.“
Er sog die Luft zischend ein.
Durch den dicken Stoff der Jeans konnte Ella nur erahnen, dass Marcus’ auf ihre Berührung reagierte.
„Solltest du dich nicht besser auf den Weg konzentrieren?“, fragte er mit rauer Stimme.
Ella grinste lüstern. „Oh, nur gelegentlich.“
Sie warf ihm einen Seitenblick zu. Er schien der Fahrt durchaus mit Vorfreude entgegenzusehen.
Vor Rose Cottage angekommen, hatte Ella gerade noch genügend Zeit, den Schlüssel abzuziehen, ehe Marcus neben ihrer Autotür stand und ihr aus dem Wagen half. Die Tür schloss sich knallend, dann wurde Ella gepackt.
Hungrig drückte Marcus sie gegen die Autotür. Seinen ganzen Körper an sich gelehnt, gab es für Ella kein Entkommen.
Sie stöhnte wollüstig. Marcus vergrub sein Gesicht an ihrem Hals.
„Du riechst so gut“, erklärte er und begann, ihren Hals mit Küssen zu übersäen. Seine Hände strichen durch die Spalte ihrer Brüste, schoben sich unter ihr Shirt und streichelten die samtige Haut ihres Bauches.
Ella wand sich stöhnend. Sie suchte den Saum seines Hemdes, doch Marcus hielt sie auf. Er packte ihre Hände, hob sie über den Kopf und begann an ihrer Kehle zu knabbern. Durch die Haltung, in die Marcus sie zwang, presste sich ihr Unterleib gegen seinen. Sie fühlte, wie sein Schwanz anschwoll. Er spürte ihren Enthusiasmus und rieb sich an ihr, was Ella wollüstige Seufzer entlockte.
„Ist das Teil der Bestrafung?“, gurrte sie.
„Willst du denn davonlaufen?“
„Bestimmt nicht.“ Rasch beugte sie sich vor, drückte ihre Lippen auf Marcus und ließ ihre Zunge in seinen Mund gleiten. Nur kurz, dann löste sie sich von ihm. Sie lächelte verrucht. „Da musst du dir schon andere Sachen einfallen lassen.“
„Ich bin durchaus fantasiebegabt“, versprach er.
Er küsste sie intensiv, ließ seine Zunge die ihre umtänzeln, entzog sich ihr, um gleich darauf wieder vorzustoßen.
Marcus beendete den Kuss, packte Ella so plötzlich, dass sie erschrocken quiekte, und drehte sie herum. Sie stützte sich auf der Motorhaube ab.
Marcus beugte sich über sie, küsste ihren Hals, ihren Nacken, zeichnete den Schwung ihres Nackens mit der Zunge nach, während sein Körper auf ihrem lehnte.
Die Lust, die sich schon während der Autofahrt aufgebaut hatte, brannte lichterloh in ihrem Inneren. Marcus’ Hände lagen auf ihren Beinen, schoben sich unter ihren Rock und erreichten den Saum des Slips.
„Darf ich?“, raunte er an ihrem Ohr.
„Ja, um Himmelswillen, ja“, keuchte Ella.
Im nächsten Moment streifte ein kühler Luftzug ihre Pobacken. Eine sanfte Berührung an der Innenseite ihrer Oberschenkel ließ sie zittern. Marcus drängte ihre Beine auseinander und seine nackte Haut berührte die ihre.
Im selben Moment tauchte sein harter Penis in seiner ganzen prachtvollen Länge in sie ein. Ella stöhnte zufrieden. Marcus beugte sich über sie und küsste sie hinter dem Ohr. Seine Hände umfassten die ihren.
Ihr Po reckte sich ihm entgegen und er stieß erneut in sie. Angetrieben von ihrer Begeisterung verdoppelten sich Tempo und die Intensität seiner Stöße.
Ella fühlte schon nach wenigen Stößen die Welle der Lust aufbranden und als sie kam, zitterte die Motorhaube des Vauxhall unter dem rhythmischen Nachbeben ihres Liebesspiels.
Zärtlich küsste Marcus Ellas Schulter, streichelte ihre Hüften, ihren Po und entzog sich ihr. Fürsorglich half er ihr hoch und umarmte sie. Sie küssten sich leidenschaftlich.
„Alles in Ordnung?“, fragte er und sah ihr aufmerksam ins Gesicht.
Sie grinste. „Die Bestrafung für Insubordination hat mir gefallen. Was passiert, wenn ich zwei Bestrafungen zu erwarten habe?“
„Willst du so etwas wirklich riskieren?“ Marcus strich ihr eine Strähne aus dem Gesicht. Ella strahlte ihn an. „Wer weiß?“
Sie machte sich los und ging beschwingt ins Haus. Er folgte ihr.

Marcus lag im Bett und beobachtete Ella, wie sie sich das Haar bürstete. Die Strähnen waren eine Farbmischung aus Silber und Gold und hellem Kupfer. Zusammen mit ihren grünen Augen wirkte sie, wie man sich eine Silberfee vorstellte. Das luftig-weiße Nachtgewand, in dem sie neuerdings schlief, trug sein Übriges dazu bei.
Er fand sie so zauberhaft, dass sein Herz schmerzte, wenn er sie zu lange nicht sah.
Sie hielt inne und warf ihm im Spiegel einen fragenden Blick zu.
„Was gefällt dir an mir?“
Alarmiert richtete er sich auf. Er wusste nur zu gut, wie heikel derartige Gespräche werden konnten.
„Komm hierher ins Bett, dann zeige ich es dir“, schlug er ihr mit heiserer Stimme vor.
„Oh nein, mein Lieber.“ Ella lachte. „Ich kenne die Tricks der Männer. Du verführst mich, damit du mir nicht antworten musst.“
Marcus setzte eine überraschte Miene auf. „Auf derartige Ränke soll ich verfallen? Wie käme ich nur dazu?“
Er streckte die Arme nach ihr aus und Ella ließ die Bürste fallen, um sich an seine Brust zu begeben. Sie kuschelte sich an ihn und dachte, dass es ihr egal wäre, wenn er ihr nicht antworten würde. Es fühlte sich einfach richtig an, in seinen Armen zu liegen.
Er hob ihr Kinn, damit sie ihm ins Gesicht sah.
„Du bist eine schöne, großzügige Frau. Du bist mutig, zärtlich und selbstständig, Ella. Und obendrein eine unglaublich attraktive Frau.“
„Wenn du mich ansiehst, fühle ich mich schön“, hauchte Ella. „Wenn du bei mir bist, bin ich ein besserer Mensch.“
Marcus senkte seine Lippen auf die ihren. Ella erwiderte seine Liebkosung hungrig. Er reagierte prompt auf die Hitzigkeit ihres Kusses. Begehren flammte in Ella einer Stichflamme gleich auf. Sie seufzte an Marcus’ Lippen, ein süßer, sehnsüchtiger Laut, woraufhin sie fühlte, wie sein Schwanz zu Leben erwachte.
Ella ließ sich in die Kissen sinken und zog Marcus mit sich. Ihre Finger fuhren durch sein langes Haar. Sie hatte schon immer eine Vorliebe für langhaarige Männer gehabt. Marcus’ Haare fühlten sich seidig an. Als sich eine seiner Strähnen selbstständig machte und ihre Schulter streifte, erschauderte sie.
Marcus rückte ein wenig von Ella ab und holte ein Band aus der Tasche seiner Shorts. Sie hielt ihn auf, als er sein Haar zurückbinden wollte.
„Nicht, ich mag es, wenn dein Haar offen ist.“
Er ließ das Band fallen und küsste ihr Kinn, ihren Hals und setzte die Liebkosungen am Halsausschnitt ihr Negligés fort. Er zog den Stoff ein wenig herunter und küsste die zarte Haut ihres Dekolletés. Seine Hand glitt unter den Saum ihres Oberteils und streichelte ihren Bauch.
„Du bist so weich, süß und köstlich.“ Jedes Adjektiv begleitete er mit einem sachten Knabbern an ihrem Schlüsselbein.
Ellas Hände fuhren über seine Schultern, seine muskulösen Arme entlang und umfassten seine Handgelenke.
„Zeit für eine Revanche“, murmelte sie und rollte sich auf ihn.
Rittlings setzte sie sich auf seine Hüften, umfasste seine Gelenke, hielt sie über seinem Kopf fest und blickte auf ihn hinunter.
Einen Moment lang verschmolzen ihre Blicke. Ihr Herz schmerzte unter den überschäumenden Gefühlen. Sie konnte in Marcus’ Augen erkennen, dass es ihm ähnlich ging.
„Ich bin dein williger Gefangener, Mistress Ella“, schnurrte Marcus mit einer Stimme wie Whisky und Honig.
„Bist du das, ja?“
Sie liebkoste seinen Hals mit den Lippen, dort wo der Pulsschlag vibrierte, weiter über den Adamsapfel bis hin zu der Kuhle am Beginn des Oberkörpers.
„Wirst du brav sein, wenn ich deine Hände loslasse?“
Leidenschaft hatte Marcus’ Augen verdunkelt. „Ich werde so brav oder böse sein, wie du mich haben willst“, versprach er.
Ihre Hände strichen zärtlich über seine Seiten, und als er mit einem leisen Zischen Luft einsog, wusste sie, dass sie auf dem richtigen Weg war. Sie hielt mit den Streicheleinheiten inne und zog mit der Zungenspitze eine feuchte Spur über seine Haut, knapp oberhalb des Hosenbunds. In der Hose zuckte sein Penis und sie konnte es sich nicht verkneifen, mit der Hand darüber zu streicheln.
„Ella“, keuchte Marcus. Er berührte ihre Schulter und sie griff nach seiner Hand.
„Möchtest du mich berühren?“ Ihre eigene Stimme hörte sich fremd an. Heiser vor Lust und Sehnsucht. Sie zog sich das Nachthemd über den Kopf.
Marcus nickte und sein Adamsapfel hüpfte aufgeregt, als sie nur noch mit ihrem Spitzenslip bekleidet vor ihm saß. Ella nahm seine Hand und legte sie auf ihre Brust. Er knetete zärtlich und flehte mit den Augen um ihr Einverständnis, auch die zweite Hand benutzen zu dürfen. Ein kurzes Nicken Ellas und der zweiten Brust wurde die gleiche Behandlung zuteil. Sie seufzte, als sein Mund den Händen folgte und ihre Brustwarzen umschlossen. Sein Knabbern, Saugen und Kneten jagte Wellen der Wollust durch ihren Körper.
Sie streichelte seinen Oberkörper, seine Seiten, und als ihre Fingernägel sacht kratzend über seine Haut fuhren, war es an Marcus, leise stöhnend seine Lust zu bekunden.
Ella löste sich von ihm und streifte ihm die Shorts hinunter. Befreit vom Stoff schnellte sein Penis steif und hart empor.
Ihre Finger umschlossen ihn und sie genoss das gegensätzliche Empfinden aus Stahl unter Seide.
Marcus stöhnte.
Ella lächelte. „Gefällt dir das?“ Ihre Hand glitt die ganze Länge auf und ab. Marcus zuckte. „Oh, du magst das?“, stellte sie fest. Sie senkte ihre Lippen auf seine Hoden und küsste sie.
„Guter Gott, Ella“, keuchte er.
„Findest du das besser?“ Sie strich mit ihrer Zunge seinen Schaft nach oben, umschloss die Spitze mit dem Mund und knabberte und saugte und leckte an ihm. Der Geschmack von Moschus und Marcus erfüllte ihren Mund.

Marcus hatte nicht erwartet, dass seine Erektion noch härter werden konnte, doch als ihn Ellas feuchter, heißer Mund umfing, überfiel ihn eine weitere Welle hitziger Erregung.
Lächelnd ließ sie von ihm ab, und bevor sie ihn weiter quälen konnte, zog er sie hoch und zwang sie auf den Rücken.
„So geht das nicht, meine Liebe“, raunte er, beugte sich über ihr Ohr und teilte ihr flüsternd mit, welch verruchte Dinge er mit ihr anstellen würde, jetzt, da er wieder die Oberhand hatte.
Ihre Augen weiteten sich und ihr Atem ging stoßweise.
„Dir gefällt also, was ich vorhabe?“ Marcus verfiel in denselben, gespielt beiläufigen Ton, mit dem Ella ihn gereizt hatte.
Seine Hand glitt zwischen ihre Beine, liebkoste die zarte Haut ihrer Oberschenkel und fand ihren Weg unter den Slip. Sie war feucht und heiß und mehr als bereit für ihn.
Er blickte sie an und lächelte. „Zu viel Stoff zwischen uns“, erklärte er und machte sich daran, ihren den Slip auszuziehen. Mit den Zähnen.

Ella glaubte, vergehen zu müssen vor Lust. Noch nie hatte sie so etwas Erotisches erlebt wie das Entkleiden ohne Hände. Das sanfte Schaben seine Zähne über ihre Haut, gefolgt von seinen streichelnden Händen trieben sie an den Rand des Höhepunkts.
Marcus musterte sie wissend. Seine Zunge schlängelte abwechselnd das linke und das rechte Bein empor und seine Hände schoben ab Kniehöhe ihre Beine auseinander. Dann widmete er sich ausführlich den Innenseiten ihrer Schenkel.
Ella krallte die Finger in die Matratze und kam Marcus entgegen, als er seine Lippen auf ihre Scham legte. Ein paar sachte Küsse, dann teilte seine Zunge ihre Schamlippen.
Der Höhepunkt überkam sie in einer Heftigkeit, wie sie es nie zuvor erlebt hatte. Welle um Welle überrollte er sie, warf sie in eine Dimension, in der nur sie und ihre Lust existierten, bis sie schließlich zitternd und schwer atmend in Marcus’ Armen geworfen wurde.
„Das war ja ganz ordentlich“, begann sie, als sie wieder in der Lage war, zu sprechen. „Aber irgendwie war ich da allein.“
Marcus schmunzelte. „Ach ja?“
Ella zog ihn über sich. „Ich will dich. In mir. Ich will, dass wir zusammen zum Höhepunkt kommen.“ Sie wand sich unter ihm und jauchzte entzückt, als er in sie glitt.
Marcus küsste sie. Seine Zunge glitt in ihren Mund und streichelte die ihre. Ella erwiderte den Kuss mit Inbrunst, und er verlor sich in einem wilden, hemmungslosen Rhythmus, angefeuert von ihrer leidenschaftlichen Begierde.
Sie fanden gleichzeitig Erlösung in einem explodierenden Orgasmus.
Atemlos zog Marcus Ella an sich und verbarg seine Erschütterung an ihrer Schulter. Der Sex war noch nie so leidenschaftlich für ihn gewesen wie mit Ella.
Sie stellte Dinge mit seinem Körper an, die er nie für möglich gehalten hätte. Und er durfte sie auf Arten nehmen, die keine anständige Frau seiner Zeit zugelassen hätte.
Erschöpft döste er ein und erwachte, als Ellas zarte Finger ihn streichelten.
Ihr Hände kamen in seinem Gesicht an. Sie berührte seine Wange. Ihre Miene wurde weich, als sie sah, dass er sie anblickte.
„Marcus, ich … ich liebe dich.“
Er schluckte. Und noch einmal, dieses Mal schluckte er die Furcht mit hinunter. Er war nie ein Feigling gewesen. „Ich liebe dich auch“, erwiderte er schlicht.

Ein grausam gequält klingender Schrei schreckte Ella und Marcus aus dem Schlaf auf. Durch das offene Fenster fiel das Mondlicht und das leichte Rauschen verriet, dass es draußen regnete.
„Was ist das?“, wollte er wissen.
Ella sah ihn säuerlich an. „Einer deiner spukenden Kumpels?“, schlug sie vor.
An der Art, wie sie das sagte, wusste er, dass sie nicht hören konnte, dass der Schrei seltsam künstlich klang.
Sie klaubte ihr Nachthemd auf und zog es über. Marcus starrte auf ihre Nippel, die sich als dunkle Wölbungen unter dem weißen Negligé abzeichneten, und gerade, als er trocken schluckte, fing das irre Gelächter an.
„Herrgott noch mal“, fluchte Ella.
Marcus starrte sie schockiert an. In manchen Dingen ging ihm die Emanzipation doch zu weit. Ella zuckte entschuldigend mit den Schultern.
Das Gelächter verlor sich in unverständlichem Gebrabbel und Schluchzen. Marcus war sich absolut sicher, dass diese Geräusche von keinem übernatürlichen Wesen stammten, auch wenn er nicht benennen konnte, woher er das wusste.
„Kannst du dem Ganzen kein Ende bereiten?“, wollte Ella wissen.
„Wie denn?“
„Na gibt es nicht so eine Art Geisterabkommen oder Ähnliches, das einem Geist verbietet, das Anwesen eines anderen heimzusuchen?“
Marcus blinzelte sie fragend an. Zweifellos trug ihr durchsichtiges Negligé dazu bei, dass er nicht wusste, was Ella von ihm wollte, doch das würde er nicht zugeben.
„Meine Rose, wovon sprichst du?“
Er bewunderte ihre Kehrseite, als sie sich in den Kleiderschrank beugte. Ella holte einen Bademantel hervor und zog ihn über, wie er enttäuscht beobachtete.
Ella drehte sich um und machte eine aufgebrachte, wedelnde Handbewegung. „Na, diese Spukerscheinung. Ich hatte gedacht, dass gehörte zu deinem Auftritt, aber offenbar fühlen sich hier noch mehr Gespenster heimisch.“
Marcus schüttelte den Kopf. „Das ist kein anderer Geist.“
Ella erstarrte und fixierte ihn misstrauisch. „Wirklich nicht?“
„Ganz bestimmt nicht, Ella.“
„Woher weißt du das?“
Marcus zuckte mit den Schultern. „Kann ich dir nicht genau erklären, aber ich bin mir sicher, dass dafür kein Geist verantwortlich ist.“
„Na prima“, schnaubte Ella. „Dann kann ich mir schon denken, was der ganze Spuk zu bedeuten hat.“ Damit stürzte sie aus dem Schlafzimmer.
„Ella, ich sagte dir doch eben, es ist kein Geist.“
„Habe ich verstanden. Das hier ist wohl eher das Werk eines skrupellosen Nachfahren von dir“, rief ihm Ella über die Schulter zu. Sie hatte bereits das Ende der Treppe erreicht.
Das irre Gebrabbel schwoll erneut an. Dann verstummte der Lärm im Haus.
Ella verharrte und lauschte.
Balken knackten leise, von draußen drangen das Rauschen des Windes und das Plätschern des Regens.
Marcus trat hinter sie und legte seine Hand auf ihre Schulter.
„Da ist nichts.“
Sie knurrte unwillig. „Aber ich bin nicht verrückt, du hast den Lärm auch gehört.“
Marcus nickte.
Sie seufzte. „Ich bin sicher, dass Steven für diesen Spuk zuständig ist. Er will mich aus dem Haus vertreiben.“ Sie fixierte Marcus. „Ich lasse mich nicht verjagen. Das ist mein Zuhause. Ich habe vom ersten Moment an gespürt, dass ich hierher gehöre.“
Marcus nahm ihre Hand und hauchte einen Kuss darauf. „Mein kleiner Kaktus“, lächelte er. „Komm, lass uns wieder schlafen gehen. Wir werden morgen über den Spuk nachdenken.“