Sweet Sins: Essenz der Hingabe
von Ivy Paul

Erschienen: 04/2015
Serie: Sweet Sins
Teil der Serie: 2

Genre: Soft-SM / BDSM

Location: Australien

Seitenanzahl: 300


Erhältlich als:
paperback & ebook

ISBN:
Print: 978-3-86495-147-3
ebook: 978-3-86495-148-0

Preis:
Print: 12,90 €[D]
ebook: 6,99 €[D]

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Sweet Sins: Essenz der Hingabe


Inhaltsangabe

Sweet Sins - die Agentur, die erotische Träume wahr werden lässt ...
Die Parfum-Designerin Monique reist von Frankreich nach Australien, um dort ein exklusives neues Parfum zu kreieren, und landet aufgrund einer Verwechslung im Kofferraum des dominanten Tim und des sadistischen Steve.
Der Irrtum ist schnell aufgeklärt, doch Moniques Neugier auf ein erotisches Abenteuer der ganz anderen Art ist geweckt. Sie begleitet die Männer in das Landhaus der Erotikagentur "Sweet Sins". Hingebungsvoll lässt sie sich auf eine Ménage à Trois ein und verliert beim Spiel aus Lust und Unterwerfung ihr Herz an Tim.
Als Steve aus dem Vertrag aussteigt, kehrt Monique nach Frankreich zurück. Eine Fernbeziehung kommt nicht in Frage. Doch sie kann Tim nicht vergessen. Hat ihre Liebe eine Zukunft?

Teil 2 der Sweet Sins-Trilogie.

Über die Autorin

Ivy Paul wurde 1975 in der schönen Patrizierstadt Augsburg geboren und lebt dort mit ihrer Familie.
Neben ihrer großen Leidenschaft dem Schreiben begeistert sie sich fürs Seife sieden, dem Anrühren duftender Cremes und der veganen Ernährung. Sie schätzt Whiskey, die...

Weitere Teile der Sweet Sins Serie

Leseprobe

Monique folgte Agnes nach draußen und während diese in der Besenkammer verschwand, suchte Monique nach Renee und fand so den Weg in den Party- und Tanzbereich des Clubs. Es roch nach Klebstoffen, frischem Holz und Farbe. Den Gerüchen nach waren die Räumlichkeiten eindeutig von Grund auf renoviert worden. Monique bestaunte die geraden Linien der Möbel, alles wirkte kühl und zweckmäßig ohne überflüssiges Chichi. An den blütenweißen Wänden hingen riesige Kunstfotografien mit moderaten BDSM-Szenen, intensiv genug, um Stinos mit einem gewissen Schockeffekt zu fesseln, sie aber nicht gleich zu vertreiben. Die lange Bartheke bestand aus einer weißen Glasoberfläche. Monique hatte Ähnliches...

...vor einigen Monaten in einem angesagten Pariser Club bewundert. Dort hatte man unter der Platte Glühbirnen angebracht, die die Theke beleuchteten.
Sie blickte an die Decke einer Tribüne, die gegenüber der Theke aufgebaut worden war, machte dort Boxen und ein Mischpult aus. Offenbar war dies der Platz für die Musikanlage und der Ort, an dem Live-Gruppen auftreten würden. Genau dort, neben der Bühne, entdeckte sie auch einen Käfig an der Decke, groß genug für eine Person. Sie drehte sich einmal um ihre eigene Achse, fand aber immer noch keinen Hinweis auf Renee.
Monique entschied, in einen der Gänge zu laufen, die vom Hauptsaal weg führten. Also wagte sie sich in den gewölbeartigen, rot gestrichenen Gang hinein, um ihre Freundin zu suchen.
„Renee?“, rief sie in den Flur hinein. Keine Antwort. Also betrat sie den Flur und sah sich neugierig um. Links und rechts bemerkte sie Türen. Forsch drückte sie eine Klinke nach der anderen herunter, aber erst die dritte ließ sich öffnen. Sie fand sich in einem runden Raum wieder, in dem ein kreisrundes Bett mit rotem Lederpolster stand. Die Wände waren verspiegelt, bis auf einen Platz, an dem ein Regal stand. In dessen oberstem Fach befand sich eine Sammlung unterschiedlichster Glasdildos. Die anderen Fächer enthielten naturfarbene Körbe, die keine Einblicke in ihren Inhalt gewährten.
„Kann ich Ihnen behilflich sein?“ Eine sonore Stimme schreckte Monique auf. Hinter ihrem Spiegelbild sah sie einen hochgewachsenen Mann, der leicht als Adrien Brodys Bruder durchgehen könnte. Moniques Herz raste und die Überraschung löste leichte Übelkeit in ihr aus. Sie schluckte und räusperte sich.
TIM! Wie hatte er sie nur finden können? Noch dazu so schnell und ohne ihren Namen zu kennen? Streng rief sie sich zur Vernunft. Sie hatten alle Masken getragen und auch wenn sie Tim sofort wiedererkannte, so war es doch sicher nicht so einfach, sie wiederzuerkennen. Sie war bekleidet, dezent geschminkt und mit ein bisschen Glück würde ihm nicht dämmern, wen er da vor sich hatte.
Ganz langsam drehte Monique sich um und versank in seinen blauen Augen. Und das Beste daran: Sie fand kein Fünkchen eines Wiedererkennens darin. Sie verlor sich so sehr in seinem Blick, dass sie erst beim zweiten Mal merkte, dass er mit ihr sprach.
„Haben Sie sich verlaufen?“, fragte er einen Tick ungeduldig.
„Ich suche Mrs. Maurice“, erklärte sie.
Tim direkt anzusehen, war fast noch berauschender, als ihn über das Spiegelbild zu betrachten.
Tims Miene erhellte sich. „Mrs. Maurice? Oh, ich ahne, wer Sie sind. Mrs. Maurice hat mir von Ihnen erzählt“, gestand er.
Ihr Herz pochte ein wenig schneller. Hatte er sie nun doch durchschaut? „Ach ja?“, äußerte Monique verhalten.
Wovon redete er? Ihr schien es nicht so, als erkenne er in ihr Mystique, andererseits glaubte sie nicht, dass Renee ihm von ihr berichtet hatte, konnte sie auch gar nicht, denn wie hätte Renee wissen sollen, dass Monique und Tim sich auf der Party begegnet waren.
Monique überspielte ihre Verwirrung. „Ich bin mir nicht sicher, ob ich weiß, wer Sie sind“, wandte Monique ausweichend ein.
Tim lächelte gewinnend und ihr wurde gegen ihren Willen ganz warm.
„Mrs. Maurice hat mir und meinem Freund Steve von dir erzählt“, verriet er.
„Steve?“, murmelte Monique und ihr wurde einen Moment lang flau im Magen. „Sie hat wirklich nicht zu viel versprochen. Sie hat uns versichert, du seist genau das, was wir suchen.“
„Nun ja, immerhin ist es Teil ihres Jobs, Menschen einzuschätzen“, entgegnete Monique ausweichend. Er musste sie verwechseln.
Tim lachte. „Nun ja, die Tests und Gesundheitszeugnisse, die sie verlangt, sind bestimmt ebenfalls hilfreich.“
Monique nickte und versank noch einmal in seinen blauen Augen. Ein wohliger Schauer strömte wie ein erfrischender Regenguss über sie. Sie seufzte und er beugte sich über sie, um einen leidenschaftlichen Kuss auf ihren Lippen zu platzieren, der Monique atemlos und zitternd zurückließ, als er sich von ihr löste.
Er grinste frech und strich sich eine maronenbraune Haarsträhne zurück. „Normalerweise ist das nicht meine Art, aber in Anbetracht der Tatsache, wie wir uns kennengelernt haben, ist das in Ordnung, hoffe ich“, meinte er und nahm Moniques Hand, um sie an seine Lippen zu führen.
Monique fixierte ihn. Wovon sprach er nur? Hatte er sie doch als Mystique erkannt? „Ich werde jetzt gehen“, verkündete sie.
Aus einem der Räume drang die Stimme Steves, der nach Tim rief. „Ich freue mich schon auf dich.“ Tim drehte sich um, zögerte und wandte sich erneut Monique zu. „Ich sehe nach, was Steve will und sage ihm Bescheid, dass du da bist.“
Monique nickte stumm und ließ zu, dass Tim ihr einen Handkuss gab, ehe er sie im roten Raum allein ließ.
Sie verharrte wie hypnotisiert, rang ihre Aufregung, das Brennen ihres Unterleibs und das Engegefühl ihrer Haut nieder und versuchte, einen klaren Gedanken zu fassen.
Hatte sie Lust, jetzt auch noch Steve zu sehen? Sie schüttelte den Kopf. Nein, das wäre eindeutig zu viel. Sie hatte noch nicht einmal die gestrige Nacht richtig verarbeitet, um jetzt schon zu wissen, ob sie tatsächlich mehr wollte. Sie holte ihr Mobiltelefon aus ihrer Handtasche und wählte Renees Nummer. Natürlich ging die nicht ran. Monique nagte an ihrer Unterlippe, während sie nachdachte, schrieb Renee dann in einer SMS, dass sie sich ein Taxi zurück in Renees Appartement nehmen würde. Anschließend ließ sie das Handy in ihre Tasche fallen und verließ den Nachtclub durch den Haupteingang.
Für einen Augenblick überlegte sie, ob sie die Hunter Street in Richtung Hamilton Street laufen oder durch die Seitengassen eine Abkürzung suchen sollte, entschied dann aber, dass es als Ortsfremde sicherer sein würde, den einzig vernünftigen Weg zu wählen, nämlich die Hauptstraße. Sie marschierte einfach los. An der nächstgrößeren Straße würde sie ein Taxi anhalten.
Ein Van bremste mit quietschenden Reifen vor ihr und Monique zuckte zurück. Die Türen flogen auf und Tim und Steve sprangen heraus. „Da ist sie ja, wie vereinbart!“, rief Steve aus. Die Gesichter der beiden leuchteten wie die von kleinen Jungs, die ein neues, absolut fabelhaftes Spielzeug bekommen hatten. Tims Miene zeigte wilde Entschlossenheit, als er den Kofferraum öffnete. Ganz auf das Auto und den Kofferraumdeckel konzentriert, ließ er zu, dass Steve sich auf sie stürzte, sie packte und in den Kofferraum warf, während Tim selbigen im folgenden Moment zuknallte. Dunkelheit senkte sich über Monique und Panik kochte in ihr hoch. Kurz ergab sie sich der Angst, doch dann verdrängte sie diese lähmende Empfindung. Letzte Nacht hatten die beiden nicht wie kranke Perverse oder Psychopathen gewirkt. Bestimmt war das nur ein dummer Scherz oder eine Verwechslung. Als sie sich das klargemacht hatte, fühlte sie sich gleich stärker. Und wütend. Sie knirschte mit den Zähnen. Die Dummköpfe konnten sich auf etwas gefasst machen! Sie hatte ihr Handy dabei und würde davon Gebrauch machen. Ein Anruf bei der Polizei würde die beiden Mores lehren! Sie suchte den Boden mit fahrigen Bewegungen danach ab. Der Untergrund bestand aus rauem Teppich und sie hatte genug Bewegungsfreiheit, um sich einigermaßen zu rühren. Ihre Hände tasteten erfolglos nach ihrer Handtasche und auch die Füße und Beine stießen auf keinerlei Widerstand, der ihrer Tasche zuzuordnen war. Der Geruch von Farbe und Motoröl kitzelte ihre Nase. Ihr Magen grummelte und Hitze stieg in ihre Wangen. Ärger brodelte in ihrem Körper empor, breitete sich wie ätzende Säure in jeden Winkel ihrer Gedanken aus und ließ ihre Wut regelrecht explodieren.
Monique war vor Zorn nicht in der Lage sich zu artikulieren und stieß Laute aus, die einer tobsüchtigen Tigerdame gleichkamen. „Conards, crapules!“, stieß sie schließlich hervor, als ihr Sprachzentrum wieder funktionierte.
Oh, sie würde Tim und Steves Schwänze lang ziehen und miteinander verknoten, sobald die zwei Schwachköpfe sie aus dem Kofferraum befreiten! Irgendwann mussten sie Monique aussteigen lassen. Sie konnten kaum vorhaben, sie für den Rest ihres Lebens in diesem Van gefangen zu halten.
Sie versuchte, die beiden zu belauschen, doch egal wie sehr sie sich anstrengte, sie konnte entweder nichts hören oder die zwei sprachen kein Wort miteinander.
Nun, was sollten sie auch groß besprechen, diese Höhlen-Jerks?
Nachdem einige Zeit vergangen war und nichts geschah, legte sie sich hin, suchte eine gemütliche Stellung und lauschte den Eindrücken, die auf sie einwirkten.
Das Auto fuhr gemächlicher, bremste und hielt an, doch der Motor schaltete sich nicht aus. Sie standen wohl an einer Ampel.
Dann fuhr der Wagen langsam wieder los, beschleunigte und erreichte schließlich seine endgültige Geschwindigkeit. Monique wurde von der Fliehkraft an den Rand des Kofferraums gedrückt, als der Van scheinbar in eine Kurve fuhr.
Nun blieb das Tempo längere Zeit konstant. Keine Schlaglöcher, keine scharfen Abbiegungen. Sie befanden sich vermutlich auf dem Highway.
Panisch begann ihr Herz zu klopfen. Wohin fuhren sie? Wusste Renee Bescheid? Suchte sie Monique bereits? Immerhin war sie nicht, wie in der SMS angekündigt, in Renees Appartement angekommen, und würde auch auf keine Anrufe und Kurznachrichten antworten können.
Hoffentlich reagierte Renee entsprechend. Sie musste doch ahnen, dass Monique in Schwierigkeiten steckte!

Monique musste vom Schaukeln und gleichmäßigen Brummen des Motors eingeschlafen sein und erwachte, als alles erstarb. Sie blinzelte und lauschte. Einen Moment lang dröhnte das Motorengeräusch noch in ihren Ohren nach.
Tim und Steve schienen auszusteigen. Wenigstens vermutete Monique das, nachdem sie nacheinander zwei Autotüren zuschlagen hörte. Schlagartig war sie hellwach. Sie straffte sich, bereit, aus dem Kofferraum zu stürmen, sobald sich der Deckel öffnete.
Langsam kroch das Tageslicht in den Kofferraum, als er einen Spalt breit geöffnet wurde. Die frische Luft war herrlich belebend und erst jetzt merkte Monique, dass Sauerstoffmangel und stickige Wärme einen Teil ihrer Benommenheit verursacht hatten.
Zwei braune Augen linsten durch den Spalt und suchten ihren Blick. Monique schloss rasch die Lider und tat, als schliefe sie oder sei ohnmächtig.
„Geht es ihr gut?“ Die Stimme gehörte Tim.
„Sie ist bewusstlos“, meinte Steve ohne hörbare Gefühlsregung.
Tim stöhnte. „Warum wollte sie auch unbedingt in den Kofferraum gesperrt werden? Lass uns nachsehen, was mit ihr los ist!“
Sie wollte eingesperrt werden? Was für einen Unsinn behauptete Tim da nur? Sie hatte nie, nicht einmal ansatzweise, von etwas Derartigem gesprochen. Für wen hielten die Männer sie eigentlich? Lag hier eine Verwechslung vor? Oder ein dummer Scherz? Hatte sie jemanden verärgert, der sich nun äußerst geschmacklos an ihr rächen wollte?
Der Kofferraumdeckel öffnete sich schwungvoll und Monique sprang auf, um ihrem Gefängnis zu entkommen. Ihre Flucht fand jedoch ein jähes Ende, als ihre Beine schon vor dem ersten Schritt den Dienst versagten und Tim sie auffangen musste, bevor sie wie eine gefällte Birke zu Boden kippte.
„Vorsicht!“, warnte er sie.
Moniques Verstand erfasste ihre Lage im selben Moment, als sich Tims Arme um sie schlossen. Sie standen auf einem Rastplatz mit Restaurant und angeschlossenem Motel.
Sie schenkte Tim ihre ungeteilte Aufmerksamkeit. Er starrte sie fragend an und zornig begann sie, auf seine Brust einzutrommeln.
„Was soll das? Warum entführt ihr mich?“, stieß sie zwischen den Schlägen hervor.
Tim versuchte, sie zu packen. Monique kämpfte gegen ihn, doch er umschlang sie schließlich und zog ihre Arme umso fester um ihren Oberkörper, je mehr sie gegen ihn ankämpfte. Er nahm ihr mit seiner Umarmung die Möglichkeit zur Gegenwehr.
„Beruhige dich, Sandy! Wir erregen Aufsehen!“, zischte Steve.
Monique sah ein, dass er Recht hatte. Innehalten ließ sie aber ihre Verwirrung darüber, dass er sie mit Sandy anredete.
Tims Arme hielten sie unbeirrt fest, auch als sie sich Steve zuwandte. „Sandy? Wer soll das sein?“
Tim erstarrte und schob sie von sich. „Ist das nicht dein Name? Hast du nicht über Sweet Sins eine Woche am See mit uns gebucht?“, versuchte er sich zu vergewissern.
„In allen Punkten ein entschiedenes Nein!“, stieß Monique ungehalten hervor. „Mein Name ist Monique. Ich arbeite für Renee, also Mrs. Maurice, aber garantiert nicht auf dem Gebiet des horizontalen Amüsements!“
Obwohl sie wütend war, flatterte doch Begehren in ihrem Bauch auf, als sie in Tims dunkelblaue Augen sah, und mischte sich mit Sehnsucht, die jäh in ihr aufstieg.
Ärgerlich über ihre Empfindungen und das Verhalten der beiden Männer trat sie zurück, als würde das ihre Emotionen dämpfen. Sie blickte in ihre betretenen Mienen und überlegte, ob es eine schlichte Verwechslung gewesen sein konnte.
Sie verschränkte die Arme vor der Brust. „Wie zum Teufel seid ihr auf den Gedanken gekommen, mich in den Kofferraum zu sperren und zu entführen? Ich könnte euch anzeigen!“ Sie war immer noch stocksauer, aber angesichts der zerknirschten Gesichter der Männer war sie ein wenig zugänglicher als noch vor ein paar Minuten. Dennoch, sie hatten sie entführt. Ob Absicht oder Missverständnis, die australische Polizei würde keinen Spaß verstehen. Sie entschied, die zwei noch eine Weile schmoren zu lassen und nicht preiszugeben, ob sie sie anzeigen wollte.
„Du bist selbst schuld, du hast dich für Sandy ausgegeben, und als du, wie zuvor am Telefon vereinbart, an der Straße aufgetaucht bist, war die Sache für uns klar“, beharrte Steve und stemmte die Hände in die Hüften.
Monique spiegelte seine Geste wider. „Ich habe mit keinem Wort behauptet, ich sei Sandy oder irgendwie mit euch verabredet!“
„Können wir uns einfach darauf einigen, dass es ein dummes Versehen war? Komm, wir fahren dich zurück“, schlug Tim begütigend vor.
„Zurückfahren? Wir sind seit zwei Stunden unterwegs!“, schnaubte Steve.
„Wo ist meine Handtasche? Ihr Helden der Gehirnakrobatik habt doch hoffentlich meine Tasche mitgenommen?“, warf Monique ein.
Steve machte auf dem Absatz kehrt und Monique sah ihm zu, wie er auf den Rücksitz kletterte.
Starke Hände fassten sie an den Oberarmen, stießen sie nach hinten, bis sie an die Seite eines parkenden Lieferwagens gedrängt wurde und sich eingezwängt zwischen dem Auto und Tims Körper befand. Dominant presste er sich an sie, doch sein muskulöser Körper und sein fester Griff bezwangen sie nicht so sehr, wie der herrische Blick aus seinen Augen. Er fixierte sie und sie erkannte die Macht, die er jederzeit über sie ausüben konnte, wenn ihm der Sinn danach stand.
Ein Schauer überrollte sie und das Gefühl von Unterlegenheit und der Wunsch, ihm gehorchen zu wollen stiegen in ihr auf, uralt und mächtig sausten sie durch ihre Adern und ließen ihre Knie zittern. Sie fühlte sich unterworfen und etwas in ihr akzeptierte und bejubelte es. Als wäre es eine Art der Freiheit, die sie sich immer ersehnt, aber nie gefunden hatte. Sie schluckte und sah silbrige Punkte im dunklen Blau seiner Iris tanzen.
„Du wirst dich nie wieder so respektlos mir oder Steve gegenüber benehmen“, bestimmte er. Seine Lippen legten sich im puren Widerspruch zu seinem Befehl sacht auf ihre Stirn, glitten über ihren Nasenrücken zu ihren Lippen und streichelten diese, um sich dann zu lösen.
Moniques empfindsame Haut brannte dort, wo er sie berührt hatte. Das Atmen fiel ihr schwer und Tims Körper lehnte eng an ihrem, raubte ihr den Verstand und vernebelte ihre Sinne. Sie wollte sich äußern, brachte aber nur einen krächzenden Laut hervor. Tim ließ sie los und grinste zufrieden, so, als hätte er die Antwort auf etwas gefunden.
Er trat zurück und Monique stützte sich weiter gegen den Lieferwagen. Atemlos und mit wackligen Knien starrte sie Tim an. Dann trat Steve neben sie und reichte ihr wortlos ihre Handtasche. Dankbar, abgelenkt zu werden, entriss sie ihm die Tasche und begann mit vollster Konzentration, darin zu wühlen. Sie fand ihr Handy, hängte sich die Träger der Henkeltasche über den Arm und wählte Renees Nummer.
Schon beim zweiten Klingeln nahm sie ab. „Monique! Wo zur Hölle steckst du?“
Monique schleuderte den Männern finstere Blicke zu und entfernte sich so weit, dass die beiden sie nicht mehr belauschen konnten.
„Deine zwei Kunden haben mich gekidnappt, Renee. Sie hielten mich für eine gewisse Sandy, die sie offenbar gebucht hatten. Ich bin stocksauer. Wie kommen die zwei auf diese Idee?“
„Es tut mir leid, Monique!“, entschuldigte sich Renee. „Ich wusste nicht, dass Steve und Tim dich verwechseln würden. Ich habe versucht, Steve Hartley auf dem Mobiltelefon zu erreichen, aber er hat es im Le Fouet liegen lassen und die Handynummer von Tim Deveraux hatte ich nicht.“
Monique runzelte die Stirn. „Schön und gut, aber was habe ich mit der Sache zu tun? Warum halten sie mich für diese Sandy?“
„Das weiß ich nicht, aber die Entführung gehörte zu der Vereinbarung zwischen den dreien. Also sei nachsichtig, ja?“
„Hm“, machte Monique. Sie drehte sich um und beobachtete Steve und Tim, die vor ihrem dunkelblauen Van warteten, die Köpfe zusammengesteckt hatten und heftig zu diskutieren schienen. Tim, dunkelhaarig, groß und mit einer Dominanz, die sich hinter Charme und Kultiviertheit verbarg, und Steve, der mit einer arroganten Selbstverständlichkeit da stand, als gehörte ihm alles, was seine Augen erblickten, einschließlich Monique.
Ihre Gedanken kullerten wie Murmeln auf einer Kugelbahn durch ihren Kopf. Sie schluckte. Schon in der letzten Nacht hatte sie erkannt, wie gut die beiden aufeinander eingespielt waren und wie fabelhaft der Sex mit ihnen war. Etwas sagte ihr, dass diese beiden dominanten Prachtexemplare hier keinen Kuschelsex geplant hatten.