Touched: Süchtig nach dir

Erscheint: 12/2020

Genre: Contemporary Romance
Zusätzlich: Vanilla

Location: Mainz, Montana, Los Angeles


Erhältlich als:
paperback & ebook

ISBN:
Print: 978-3-86495-419-1
ebook: 978-3-86495-420-7

Preis:
Print: 16,90 €[D]
ebook: 6,99 €[D]

Erhältlich bei u.a.:

und allen gängigen Onlinehändlern und im Buchhandel

Touched: Süchtig nach dir


Inhaltsangabe

Gretas Leben wird nach der Zufallsbekanntschaft mit Connor O’Bannion auf den Kopf gestellt. Zuerst hat sie keine Ahnung, dass es sich um einen Schauspieler handelt. Nach einer aufregenden VIP-Party und darauffolgenden heißen Nächten mit Connor glaubt Greta, dass sie nur ein kurzes Abenteuer für ihn darstellt. Doch zu ihrer Überraschung lädt Connor sie auf seine Ranch nach Montana ein.

Die Zeit auf Connors Ranch ist die beste, die Greta seit langem hatte. Sie genießt die Natur, die Arbeit mit den Pferden, die Zweisamkeit und leidenschaftlichen Nächte mit Connor. Doch als sie Connor nach Los Angeles zu einem Filmprojekt begleitet, fällt es Greta schwer, sich dort einzugewöhnen. Nicht nur der Snobismus in dieser glitzernden Scheinwelt und Connors verändertes Verhalten verletzen sie, sondern auch, dass Connor mit Joanna Richardson, seiner Ex-Geliebten, zusammenarbeitet. Mit allen Mitteln versucht Joanna, einen Keil zwischen die beiden zu treiben, um Connor wieder für sich zu gewinnen.

Die Belastungsprobe droht die junge Liebe zwischen Connor und Greta zu zerstören ...

Über die Autorin

Schreiben hat bei Lea Mayance schon immer einen großen Raum eingenommen. Sie volontierte bei einem Zeitungsverlag und arbeitete viele Jahre als Redakteurin und freiberufliche Journalistin. Heute ist sie in Sachen Public Relations unterwegs und hat noch immer eine enge Bindung...

Leseprobe

Gegen vier Uhr waren sie wieder auf dem Zimmer. Sie bestellten noch eine Kleinigkeit zu essen und wollten sich dann für den großen Abend fertig machen. Greta hatte noch einen Termin beim hotelansässigen Friseur, der ihre Lockenpracht mit unzähligen Haarnadeln kunstvoll hochsteckte.
Als sie zurückkam, saß Connors Manager auf dem Sofa der Suite. Connor stellte sie einander vor, aber Carl schien mit seinen Gedanken woanders zu sein und sagte nur flüchtig Hallo. Zeit für ein Gespräch blieb keine, denn Carls Handy klingelte einen Augenblick später. Connor raunte ihr zu, sie solle das nicht persönlich nehmen, aber Greta hatte das unbestimmte...

...Gefühl, dass Carl sie nicht mochte.
Sie ließ die beiden allein, ging in ihr Zimmer, zog das neue schwarze Kleid und ihre zarte goldene Halskette an, legte die rote Stola über die Schultern und blickte in den Spiegel. Dort stand eine Frau, die ihr fremd war. Sie war erstaunt, wie hübsch sie aussah. Greta fühlte sich, als wäre sie in eine andere Rolle geschlüpft – und es gefiel ihr sogar. So, wie sie jetzt aussah, hatte sie keine Bedenken mehr, Connor zu dem Event zu begleiten. Er brauchte sich ihrer sicher nicht zu schämen.
Connor sagte diesmal nichts, als sie in sein Zimmer kam, aber die bewundernden Blicke, die Greta nicht entgingen, sprachen für sich. Er trug dieses Mal einen anderen Anzug, schwarz mit Weste, dazu ein schneeweißes Hemd und eine dezent gestreifte silberne Krawatte. Er sieht wie immer umwerfend aus.
Eine Limousine brachte sie zu der Preisverleihung. Carl und Connor redeten leise miteinander, während Greta nervös aus dem Fenster sah und ihnen kaum zuhörte. Als der Wagen hielt, spürte sie leichte Panik in sich aufsteigen. Rund um den roten Teppich tummelten sich jede Menge Menschen – Fans der anwesenden Stars, Reporter und Fotografen. Einige Leute liefen sogar mit Filmkameras herum. Greta wäre am liebsten immer tiefer in den Ledersitzen der Limousine versunken.
Connor drückte ihre Hand. »Keine Sorge. Ich steige als Erstes aus und zeige mich den Fotografen. Du und Carl wartet noch einen Moment, bis ihr aussteigt, dann stellt ihr euch einfach an die Seite. Wenn ich an den Fotografen vorbei bin und zu den Fans gehe, kommt zu mir. Carl weiß Bescheid, bleib einfach bei ihm.«
Greta nickte. Bestimmt sehe ich aus wie ein verängstigtes Kaninchen.
Es ging los. Connor nickte Carl zu und öffnete die Tür. Unter Blitzlichtgewitter stieg er aus. Mehrere Fotografen hinter einer Absperrung riefen Connors Namen, um ihn dazu zu bringen, sich ihnen zuzuwenden. Ein Mann mit Kamera auf der Schulter sprang auf Connor zu. Einige Leute in der Menge jubelten und riefen: »Connor! Connor!«
Ein Reporter, der mit einem Kamerateam unterwegs war, stellte Connor einige Fragen. Jetzt blieb Greta und Carl genügend Zeit, um unbeachtet aus dem Wagen zu kommen, denn alle hatten nur noch Augen für Connor. Greta stieg nach Carl aus, bekam vor lauter Aufregung so gut wie nichts um sich herum mit und lächelte verkrampft. Sie war froh, dass Connor alle Aufmerksamkeit auf sich zog, sodass sie nicht weiter auffiel.
Nachdem Connor geduldig posiert und die Fotografen ihre Fotos geschossen hatten – es mussten Hunderte, wenn nicht gar Tausende sein –, ging er zu den Fans, die ebenfalls hinter der Absperrung standen. Greta und Carl folgten ihm über den roten Teppich und stellten sich in seine Nähe. Geduldig schrieb Connor ein Autogramm nach dem anderen, immer lächelnd und freundlich. Die Leute drängelten, schrien und wedelten mit Zetteln und Stiften. Eine Frau rief sogar: »Connor, ich will ein Kind von dir!« Greta schaute die Frau an und fand die Aktion peinlich, aber Connor blieb cool und rief zurück: »Klar, sag mir, wann du Zeit hast.« Die Umstehenden johlten und klatschten.
Eine gute Viertelstunde stand Connor bei seinen Fans, die ihm alles Mögliche zum Unterschreiben über die Absperrgitter hinhielten: liebevoll gestaltete Alben mit Fotos von ihm, DVDs von seinen Filmen, Zeitschriften mit Connors Konterfei auf dem Titelblatt. Selbst auf Dekolletés oder Armen sollte er unterschreiben, und so dauerte es eine Weile, bis alle ihre Autogramme bekommen hatten. Connor winkte noch einmal und schob Greta in Richtung Eingang des Festsaals. Carl hatte Connor die ganze Zeit nicht aus den Augen gelassen und dicht neben ihm gestanden. Er erweckte den Eindruck, dass er niemanden zu nahe an Connor heranlassen würde.
Drinnen wurde Connor von vielen Leuten begrüßt, darunter jede Menge deutsche Prominente, die die Gelegenheit nutzen wollten, einem Star aus Hollywood die Hand zu schütteln. Greta war dabei Nebensache, niemand beachtete sie weiter. Nur Connor griff hin und wieder versteckt nach ihrer Hand und drückte sie leicht, als wollte er sagen: Alles gut!
Greta war froh, als sie sich endlich zu ihren Plätzen im Saal durchgekämpft hatten und sie wieder durchatmen konnte.
»Und, alles klar?«, fragte Connor, als sie neben ihm Platz nahm.
»Na ja, geht so«, entgegnete sie und zog einen Mundwinkel nach oben.
»Du hast dich prima gehalten«, sagte Connor und ließ einen Moment seinen Blick auf ihr ruhen. »Genieße es einfach.«
Die Show lief ähnlich ab wie die vielen Preisverleihungen, die Greta schon im Fernsehen verfolgt hatte. Der Laudator hielt die Lobrede, dann lief ein kurzer Filmeinspieler mit dem Geehrten, der daraufhin die Bühne betrat und den Preis in Empfang nahm. Trotzdem war es etwas anderes, mittendrin zu sein. Und sie genoss es. Im Grunde genommen war die gesamte deutsche Prominenz vertreten, Schauspieler, Sänger, Sportler und natürlich B- und C-Sternchen. Greta spähte immer mal wieder zu dem einen oder anderen und konnte kaum glauben, dass sie gemeinsam mit ihnen in einem Raum saß.
Als die Show bereits zwei Stunden lief, wurde Connor von einem Mitarbeiter des Organisationsteams informiert, dass er gleich auf die Bühne müsse. Mirco Schüttke, der beliebte Schauspieler, betrat die Bühne und hielt eine kurze Ansprache, in der er Connors Engagement für das schwierige Thema, das in dem Film Flashback aufgegriffen wurde, lobte. In dem Film, so erklärte Schüttke dem Publikum, gehe es um einen Psychiater, der einen Jungen behandelt, der von seinem Vater missbraucht worden ist. Die Therapie nimmt den Psychiater sehr mit, und er realisiert schließlich, dass er als Kind selbst missbraucht worden ist, aber die schrecklichen Erlebnisse tief in seinem Inneren vergraben hat. Dies wirft ihn völlig aus der Bahn und er steht schließlich am Rande des Selbstmordes, bis er Hilfe bei einer Kollegin findet.
Greta hatte das Drama zwar nicht gesehen, erinnerte sich aber gut daran, dass es kurz vor dem Kinostart zu einem Skandal in Deutschland gekommen war. Als die erwachsene Tochter eines Bundestagsabgeordneten öffentlich gemacht hatte, dass ihr Vater sich jahrelang an ihr vergangen hatte hatte, wurde wochenlang darüber in den Medien berichtet. Viele Menschen gingen auf die Straße und demonstrierten für ein härteres Vorgehen gegen Kindesmissbrauch und ein höheres Strafmaß. Flashback hatte durch die aktuellen Ereignisse mehr Aufmerksamkeit bekommen, als unter anderen Umständen zu erwarten gewesen wäre.
Connor hörte die Übersetzung der Rede in seinem Kopfhörer mit. Immer wieder schwenkte die Kamera auf ihn. Ein Ausschnitt von Flashback, in dem Connor nicht nur die Hauptrolle gespielt, sondern zudem Regie geführt hatte, wurde gezeigt.
»Dieser Film hat dazu beigetragen, dass ein wichtiges Thema, nämlich der Missbrauch von Schutzbefohlenen, diskutiert und enttabuisiert wurde. Ich freue mich deshalb sehr, Connor O’Bannion diese Auszeichnung zu überreichen«, endete Mirco Schüttke.
Als Connor aufstand, brandete Applaus auf. Die Kameras wurden wieder auf ihn gerichtet, und Greta hoffte inständig, dass sie nicht ins Bild kam. Connor stieg die Treppen zur Bühne hinauf und bekam den Preis von dem Laudator überreicht. Er trat an das Pult, holte aber seinen Zettel, den er vorbereitet hatte, nicht aus dem Jackett. Er schaute ins Publikum und wartete, bis der Applaus abgenommen hatte.
»Meine Damen und Herren, heute habe ich einen Preis verliehen bekommen, der mir persönlich sehr viel bedeutet. Ich möchte mich beim deutschen Publikum und der Jury hierfür bedanken. Ebenso danke ich meinen Mitarbeitern und Mitstreitern. Ich möchte aber auch die Gelegenheit wahrnehmen, hier, heute Abend, zu einem Kampf aufzurufen. Zu einem Kampf gegen sexuellen Missbrauch, Kinderprostitution und Gewalt gegen Kinder. Und ich bitte Sie gleichzeitig, den Opfern Ihre Unterstützung zu gewähren. Damit betroffene Kinder ein lebenswertes Leben führen können, müssen sie psychiatrisch behandelt und intensiv betreut werden. Aber oft fehlen die Mittel. Ich werde deshalb mit der Hälfte meiner Gage aus diesem Film einen Fonds gründen, der diesen Kindern zugutekommen soll. Bitte unterstützen Sie mich gerne mit einer Spende dabei. Vielen Dank.«
Er senkte den Kopf und ging von der Bühne. Tosender Applaus begleitete ihn. Die Gäste erhoben sich von ihren Plätzen und klatschten, bis er wieder auf seinem Platz saß.
Connor schaute Greta an, blinzelte ihr zu und nahm ihre Hand. Sie war beeindruckt. Und überrascht. Nach allem, was sie in der vergangenen Woche im Internet über ihn in Erfahrung gebracht hatte, hatte sie ihn eher für jemanden gehalten, der Spaß im Leben haben wollte und gern mal über die Stränge schlug. Connor war Medienberichten zufolge öfter wegen Alkohol am Steuer aufgefallen und feierte bei allen Gelegenheiten kräftig mit. Angeblich hatte er sogar mal auf einer Party in volltrunkenem Zustand seinen Hintern entblößt. Jedenfalls schrieben das die Klatschblätter. Irgendwie passte das alles nicht so recht zusammen. Das hier zeigte eine völlig andere Seite von ihm.
Vielleicht sind viele Sachen einfach von den Medien erfunden. Ich habe jedenfalls einen anderen Connor O’Bannion kennengelernt.
Nach der Preisverleihung leerte sich der Saal zusehends. Viele wollten offenbar schnell zur After-Show-Party.
»Wie sieht’s aus, möchtest du noch auf die Party gehen?«, fragte Connor Greta.
»Das waren bis jetzt schon so viele neue Eindrücke und ich bin ziemlich erschöpft. Aber das kann ich mir natürlich nicht entgehen lassen.«
»Das stimmt, das solltest du dir wirklich anschauen«, lächelte Connor.
»Aber wenn du zurück ins Hotel möchtest, können wir das natürlich machen«, beeilte sie sich, zu sagen.
»Nein, schon gut, wir schauen da vorbei, es ist ja in der Nähe.«
Greta hatte sich darauf gefreut, die VIPs einmal hautnah zu erleben, und die Preisverleihung hatte ihr schon einige Einblicke gewährt. Auf der Damentoilette hatte Greta ein interessantes Gespräch zwischen zwei Schauspielerinnen mitbekommen. Die beiden Damen lästerten über eine Kollegin, weil diese sich offensichtlich hatte liften lassen. Dabei sahen die beiden Frauen ebenfalls so aus, als wären einige Körperteile jünger als der Rest.
Greta empfand vieles innerhalb dieser Promiwelt als aufgesetzt und scheinheilig. So viele Menschen, die miteinander wetteiferten, um im Vordergrund zu stehen. Jeder warf sich in Pose und wollte sich von seiner besten Seite zeigen, insbesondere, wenn Kameras in der Nähe waren. Möglicherweise traf das nicht auf alle Anwesenden zu, aber ein Großteil liebte es offensichtlich, sich in Szene zu setzen. Connor ließ sich ebenfalls bereitwillig mit seinem Preis fotografieren. Er hatte kein Problem damit, allein vor der Werbewand zu stehen, dem Blitzlichtgewitter ausgesetzt zu sein und charmant in die Kameras zu lächeln.
Greta stand drei Meter entfernt und schaute sich das Spektakel an. Ist das tatsächlich derjenige, mit dem ich heute Mittag noch im Schwimmbad herumgealbert habe?
Die Musik wummerte, als sie den großen Raum betraten, in dem die Party stieg. Es wurde ausgelassen getanzt, geredet, gelacht, geflirtet und Champagner floss in Strömen. Connor, Carl und Greta schlängelten sich durch die Massen. Connor wurde dabei ständig angesprochen und musste viele Hände schütteln oder für Selfies in Handykameras lächeln. Er blieb stets freundlich und antwortete jedem.
Greta registrierte die neugierigen, manchmal abschätzigen Seitenblicke auf sich. Sicherlich fragten sich viele, wen er da mitgebracht hatte. Connor ließ ihre Hand nicht los, als wollte er sie in dem Getümmel nicht verlieren. Greta kam sich wie ein Anhängsel vor und fühlte sich nicht sonderlich wohl in ihrer Haut. Trotzdem versuchte sie, die ganze Zeit zu lächeln, und hatte nach einer Weile das Gefühl, dass ihr Gesicht zu einer Maske erstarrt war. Außerdem schmerzten ihre Füße unerträglich in den hohen Pumps, und sie hoffte, dass sie das Spektakel bald überstanden hätte.
Nach Mitternacht brachte die Limousine sie zurück zum Hotel. Connor hielt während der Fahrt noch immer ihre Hand. Es war ihm offenbar egal, dass Carl dies mitbekam.
Greta hatte das Gefühl, als ob die Wärme, die von seiner Hand ausging, in ihre floss, was ein schönes Gefühl war. Sie wurde viel ruhiger und schüttelte die Anspannung des Abends von sich ab. Erschöpft ließ sie ihren Kopf auf seine Schulter sinken.
Connor streichelte mit dem Daumen über ihren Handrücken, während er mit Carl die Bilanz des Abends zog. Carl war zufrieden. Er hatte schon die einschlägigen sozialen Medien gecheckt und erzählte Connor von den positiven Resonanzen auf seine Rede. Greta hörte nur mit halbem Ohr zu. Sie fühlte sich wohlig und geborgen an Connors Schulter.
Im Hotel machte Carl sich noch zur Bar auf, aber Greta und Connor lehnten dankend ab, ihn zu begleiten. Carl flüsterte Connor etwas zu, aber Connor klopfte ihm nur auf die Schulter und lachte.
Ich will bestimmt nicht wissen, was er gesagt hat, dachte Greta. Gemeinsam fuhren sie mit dem Aufzug nach oben. Greta war auf einmal wieder angespannt und knetete ihre Hände.
»Wie hat dir der Abend gefallen?«, fragte Connor sie, während sie den Hotelflur entlanggingen.
»Ich bin mir nicht sicher. Ich weiß, ich sollte jetzt sagen, dass es total toll und spannend war. Aber es ist einfach nicht meine Welt«, entgegnete Greta zögernd.
»Genau das denke ich bei solchen Gelegenheiten auch manchmal. Und im Übrigen musst du nichts sagen, was du nicht so empfindest. Im Gegenteil … ich möchte, dass du ehrlich zu mir bist.«
Sie waren vor der Suite angekommen und Connor öffnete mit der Schlüsselkarte die Tür. Dann traten sie in das Wohnzimmer ein.
»Lass bitte das große Licht aus«, meinte Greta zu Connor. Sie wollte den Blick von den raumhohen Fenstern auf das erleuchtete Brandenburger Tor genießen. Er tat es, ohne nach dem Grund zu fragen. Sie legte ihren Schal über den Sessel, trat an das Fenster und genoss das Panorama, während er sein Jackett auszog und die kleine Tischlampe auf dem Beistelltisch neben der Couch anknipste.
»Ist das nicht ein wirklich toller Blick?«, fragte sie, ohne sich umzudrehen. Sie spürte, wie er hinter sie trat, erfasste seine Wärme, roch sein angenehm duftendes Rasierwasser und nahm seinen Atem auf ihren unbedeckten Schultern wahr.
»Umwerfend«, murmelte er. »Dein Anblick ist umwerfend.«
Greta stockte der Atem. Sie wusste nicht, was sie sagen oder tun sollte.
Connor kam noch ein Stück näher, legte ihr von hinten seine Arme um die Taille und berührte mit seinem Oberkörper ihren Rücken. Sie lehnte sich leicht gegen ihn. Eine Weile blieben sie schweigend so stehen, und Greta fand nichts Unangenehmes an der Stille, obwohl ihr Herz laut pochte. So mit ihm hier zusammen zu sein, hatte etwas Vertrautes und war gleichzeitig ganz und gar fremd.
Nach einer Weile küsste er sie zärtlich auf die Schulter. Es war mehr ein Hauch als ein Kuss. Sie erschauerte. In ihrem Hinterkopf ging eine gelbe Warnlampe an, die ihr Gefahr signalisierte. Ja, sie hatte es in Erwägung gezogen, Sex mit Connor zu haben. Aber da hatte sie noch keine Ahnung gehabt, dass Gefühle mit im Spiel sein könnten. Sie mochte ihn … sehr sogar, und sie hatte Angst davor, was diese anstehende gemeinsame Nacht noch bei ihr auslösen könnte. Und das alles ohne Aussicht auf eine Fortsetzung. Ihr würde nur eine bittersüße Erinnerung bleiben.
Aber Greta verdrängte die Gedanken. Sie wollte jetzt nicht an das Nachher denken. Nur an das Jetzt. Alles, was sie jetzt noch wollte, war mit Connor zu schlafen.
Connor küsste sie wieder auf die Schulter, schob ihre Haare ein wenig zur Seite und ließ seine Lippen ihren Hals hinauf wandern. Greta legte den Kopf in den Nacken und schloss die Augen. Sie hatte am ganzen Körper Gänsehaut und genoss seine zarten Berührungen. Doch dann merkte sie, wie Connor einen Schritt zurücktrat und sie losließ.
Greta nahm all ihren Mut zusammen und drehte sich langsam zu ihm um. Ihre Augen hatten sich an das Halbdunkel im Zimmer gewöhnt und ihre Blicke trafen sich. Er schien in ihren Augen lesen zu wollen, was sie dachte.
Sie schenkte ihm ein aufmunterndes Lächeln, das seine Wirkung offenbar nicht verfehlte, denn er trat wieder einen Schritt auf sie zu, nahm ihren Kopf in seine Hände und flüsterte: »Darauf freue ich mich schon den ganzen Abend.«
Mit einer Sanftheit, die sie bei ihm nicht für möglich gehalten hätte, küsste er sie. Es fühlte sich neu an, ungewohnt, wie der allererste Kuss in ihrem Leben. Gretas Lippen prickelten und ihr wurde heiß und kalt. Sie erwiderte den Kuss, öffnete ihre Lippen und gewährte seiner Zunge Einlass.
Ihr Atem wurde schneller und Connor schien ebenfalls erregt zu sein. Er löste sich von ihr, blickte sie wieder an und fragte leise: »Möchtest du das wirklich?«
Sie nickte. Ja, sie wollte. Sie wollte ihn küssen, seine warme Haut fühlen, ihn berühren. Sie wollte erleben, wie es war, mit einem anderen Mann zu schlafen. Nein, nicht mit einem anderen Mann, mit genau diesem Mann.
Connor öffnete den Nackenverschluss ihres Kleides und den Reißverschluss an der Seite. Er tat es mit einer Langsamkeit, die sie ganz kribbelig machte. Das Kleid glitt mit einem leisen Rascheln zu Boden.
Greta öffnete mit zitternden Fingern die Knöpfe seiner Weste und seines Hemdes. Als sie beim Abstreifen des Stoffes die nackte Haut an seiner Brust berührte, zuckte sie kurz zurück, als hätte sie eine heiße Herdplatte angefasst.
»Komm!«, flüsterte er und streckte seine Hand aus. Greta zögerte nur einen Moment, bevor sie diese ergriff. Er führte sie in sein Schlafzimmer, machte die kleine Nachttischlampe an und schlug die Tagesdecke zurück, die auf dem Bett lag.
»Leg dich hin«, sagte er leise.
Langsam ging Greta zum Bett und tat, wie ihr geheißen. Sie spürte ihren Puls, der so schnell raste, als hätte sie gerade einen Hundertmeterlauf hinter sich. Der Stoff unter ihr fühlte sich kühl an und ließ sie erschauern. Oder war es vielleicht eher das Gefühl, halb nackt vor einem ihr eigentlich fremden Mann zu liegen?
Er stand vor ihr und betrachtete sie. Seine blaugrünen Augen blickten sie erwartungsvoll an und ein Lächeln umspielte seinen Mund. »Du bist schön«, sagte er und streichelte über ihr aufgestelltes Bein.
Greta fielen augenblicklich all die Makel ein, die ihr Körper aufwies. Seit der Geburt von Tom war ihr Bauch nicht mehr so straff wie vor der Schwangerschaft, ihre Oberschenkel waren für ihren Geschmack zu prall und ihre Brüste waren die einer achtunddreißigjährigen Mutter.
Ihn schienen ihre kleinen Makel aber nicht zu stören. Ohne den Blick von ihren Augen abzuwenden, zog er ihr ohne Eile ihre Pumps aus, stellte sie ordentlich neben das Bett und ließ seine Hände über ihre seidigen, halterlosen Strümpfe gleiten. Als er an ihrem Oberschenkel ankam, fuhr er mit einem Finger vorsichtig unter das dünne Material und schob es langsam nach unten. Ihre Haut prickelte herrlich dort, wo er sie berührte. Dann nahm er sich im gleichen Tempo das andere Bein vor, während Greta die Luft anhielt.
Connor zog ein Kondom aus seiner Hosentasche und legte es auf den Nachttisch, streifte sich seine Hose ab, zog seine Socken aus und setzte sich neben sie aufs Bett. Er trug nur noch eng anliegende Pants, die absolut nichts verbargen, wie sie feststellte, als sie einen Blick riskierte.
Connor beugte sich über sie und küsste sie erneut. Greta spürte seine Zunge und öffnete bereitwillig die Lippen. Als er ihren Mund erkundete, erinnerte sie das an den Flügelschlag eines zarten Schmetterlings. Gleichzeitig streifte er mit seinen Fingerkuppen über ihre linke Flanke. Jede seiner Berührungen fühlte sich wie ein elektrischer Schlag auf ihrer Haut an, und ihr Körper begann, vor Aufregung zu zittern.
Connor bemerkte ihre Nervosität und hielt inne. »Hey, ganz ruhig … entspann dich«, sagte er.
»Ich versuche es ja. Aber das ist das erste Mal, dass ich mit jemandem Sex habe, den ich so gut wie gar nicht kenne. Ich hatte noch nie einen One-Night-Stand.« Es war ihr peinlich, das zuzugeben. Wer hat denn heutzutage noch nie Gelegenheitssex gehabt? Er muss mich für total prüde halten. Und vielleicht hat er ja recht.
»Es gibt immer ein erstes Mal. Kein Grund, nervös zu werden«, sagte er und lächelte. »Schließ die Augen und lass dich einfach fallen.«
Sie atmete tief durch und nahm sich vor, sich nicht wie ein unerfahrener Teenager zu verhalten. Er bedeckte ihren Hals mit zarten Küssen, die sie erschauern ließen, wanderte weiter nach oben bis zu ihrem Mundwinkel und ließ seine Zunge erneut zwischen ihre Lippen schlüpfen, voller Begierde und erregender Lust. Gretas Finger fuhren in seine Haare und kraulten ihn zärtlich im Nacken. In der Stille des Raums war nur ihr heftiges Atmen und die leidenschaftlichen Geräusche ihrer Küsse zu hören.
Atemlos löste er sich von ihr und ließ seine Hände über ihren angespannten Körper wandern. Wie die Hände eines Künstlers, der eine Statue modelliert, glitten sie über die warme Haut, formten jede Erhebung und Kuhle nach. Als er über den zarten Stoff streichelte, der ihre Brüste bedeckte, stöhnte Greta leise auf. Es fühlte sich einfach herrlich an, nach so langer Zeit wieder die fordernden Hände eines Mannes auf ihrem Körper zu spüren.
Connor schob seine Hand unter den trägerlosen BH und fuhr mit dem Finger sanft über ihre Brustwarze. Greta musste sich auf die Lippe beißen, um nicht laut aufzustöhnen. Er lächelte zufrieden, als er ihre Reaktionen wahrnahm. Mit dem Daumen liebkoste er ihre Spitze aufs Neue, die sich erregt aufrichtete. Er ließ seine Hand über ihren Bauch nach unten wandern, streifte kurz den dünnen Stoff ihres Slips über dem Schamhügel und fuhr dann zwischen ihre Oberschenkel. Sie öffnete die Beine ein wenig und gab ihm so die Möglichkeit, die zarte Haut auf den Innenseiten zu streicheln. Immer höher wanderten seine Finger, bis sie die Mitte zwischen ihren Beinen erreichten und sie dort sanft berührten.
Greta schnappte nach Luft, als sie die Wärme seiner Hand an ihrer Vulva spürte. Er ließ sie nur kurz dort liegen, als wollte er sie nicht zu Beginn überfordern, und streichelte dann wieder die Innenseite ihres Schenkels. Sie nahm allen Mut zusammen, setzte sich auf und begann nun ebenfalls zaghaft, seine muskulösen Arme, Schultern und seine Brust zu streicheln und zu küssen. Es fühlte sich fremd an. Bei Felix kannte sie jeden Zentimeter seines Körpers in- und auswendig. Hier erkundete sie absolutes Neuland.
Connor setzte sich in die Mitte des Bettes und zog sie auf seinen Schoß, sodass sie rittlings auf ihm saß. Gekonnt öffnete er ihren schwarzen Spitzen-BH und legte ihn zur Seite, küsste sinnlich ihren Brustansatz, ihre Brüste und deren Spitzen, legte dann die Hand um eine Brust und knetete sie sanft. Seine feuchten Lippen saugten fest an ihren aufgerichteten Nippeln, um sie im nächsten Moment wieder lustvoll mit der Zunge zu liebkosen. Sie erschauerte und ihr Unterleib zog sich vor Erregung zusammen. Greta hatte eher erwartet, dass ein One-Night-Stand eine schnelle Sache wäre, bei der es nur um das Ziel, aber nicht um den Weg dorthin ging, doch Connor ließ sich alle Zeit der Welt, um ihre Sinnlichkeit zu wecken. Und Greta genoss es und erforschte ihrerseits neugierig seinen Körper. Schließlich packte er ihren Po und zog sie näher an sich. Durch den feuchten Stoff ihres Slips konnte sie deutlich seine Erektion spüren, die er gegen ihren Schamhügel presste. Zwischen seinem Oberkörper und ihren vollen Brüsten war kein Raum mehr für ein einziges Molekül, als er mit einem hungrigen Kuss ihren Mund eroberte.
»Du hast zu viel an«, murmelte Connor, als er sie freigab, und schien es mehr zu sich selbst zu sagen.

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