Shadow Riders: Die Tochter des Paten

Erscheint: 11/2018
Serie: Shadow Riders
Teil der Serie: 1

Genre: Mafia Romance, Motorcycle Club Romance, Romantic Thrill
Zusätzlich: Dominanz & Unterwerfung, Krimi, Thriller

Location: USA, Kalifornien


Erhältlich als:
paperback & ebook

ISBN:
Print: 978-3-86495-334-7
ebook: 978-3-86495-335-4

Preis:
Print: 13,90 €[D]
ebook: 6,99 €[D]

Shadow Riders: Die Tochter des Paten


Inhaltsangabe

Carlotta Fabri war immer ein braves Mädchen und eine gehorsame Tochter. Doch als der Mafiaboss sie aus geschäftlichen Gründen mit dem Sohn seines größten Rivalen verheiraten will, flüchtet sie. Ein Jahr später ist aus Carlotta eine Anwältin geworden, die anderen Frauen hilft, wo immer sie kann. Ihr Leben in der kalifornischen Kleinstadt verläuft in geregelten Bahnen. Bis sie sich zunehmend beobachtet fühlt und in ihr Haus eingebrochen wird. Dann geschieht ein erster Mord in Carlottas Umfeld. 

Vincent Moretti sollte auf Carlotta aufpassen.
Stattdessen hat sie ihn, Söldner der Mafia und Mitglied der Biker-Gang "Shadow Riders", nach einer leidenschaftlichen Nacht ausgetrickst und verschwand aus der Stadt. Die Nacht mit der Tochter des Paten war nicht der einzige Fehler in Vincents Leben, aber der größte.

Jetzt befiehlt ihm ihr Vater, Carlotta aufzuspüren und in den Schoß der Familie zurückholen. Doch Vincent ist nicht der Einzige, der noch eine Rechnung mit Carlotta offen hat. Während er versucht, die Nacht mit ihr aus seinem Gedächtnis zu tilgen, hat ein anderer Carlotta längst im Visier.

Und dieser andere mordet, um ihr nahe zu sein ...

 

Über die Autorin

Es begann mit einem Pixibuch und führte über ein abgebrochenes Germanistikstudium in den Buchhandel. Dort verweilte Natalie Winter ein paar Jahre, bis sie sich als Texterin selbstständig machte. Der Auftrag, eine erotische Kurzgeschichte zu schreiben, entpuppte sich als Schritt in...

Leseprobe

Ins sexy Outfit gequetscht - check.
Gepäck am Bahnhof deponiert - check.
Fahrkarte gekauft - check.
Hotelzimmer angemietet - check.
Falsche Papiere in der Handtasche - check.
Champagner und zwei Gläser in einer Kühlbox im Wagen verstaut - check.
Betäubungsmittel besorgt und eingepackt - check.
Carlotta Fabri war bereit für ihre Flucht in ein neues Leben. Sie warf einen Blick auf die Uhr. Neun Uhr. Mario wartete sicher schon unten auf sie, um sie zum Club zu fahren, in dem sie und Joana ihren Junggesellinnenabschied feiern würden. Es hatte Carlotta jedes Quäntchen Überzeugungskraft gekostet, die sie besaß, um ihren Vater...

...dazu zu bringen, ihr einen letzten Abend in Freiheit zu gestatten, bevor sie Gabriel Bellini heiratete. Aber am Ende hatte er zugestimmt, wenn auch nur widerwillig und unter der Bedingung, dass Mario an diesem Abend ihr Bodyguard sein sollte. Insgeheim hatte Carlotta die Wahl ihres Vaters begrüßt. Mario hatte eine Schwäche für sie und ihr Vater mochte ihn. Seine Strafe für ihr Verschwinden sollte demnach nicht allzu hart ausfallen.
Nach einem letzten Blick in die Handtasche atmete sie tief durch und trat aus ihrem Zimmer auf den Flur. Es war still bis auf zwei Männer, die sich unten im Eingang unterhielten. Das waren sicher Mario und ihr Vater, der es sich nicht nehmen ließ, noch ein paar letzte Anweisungen zu geben. Er sagte gerne, dass er nicht zum Kopf der Mafia geworden war, indem er die Dinge schleifen ließ. Als sie die protzige Marmortreppe hinunterging, war von Mario keine Spur zu sehen. Ihr Vater erwartete sie mit einem Gesichtsausdruck, der sowohl seinen Stolz auf seine schöne Tochter ausdrückte als auch seine Verärgerung über ihr hautenges Outfit verriet. Doch die widerstreitenden Gefühle ihres Vaters gingen in einem Sturm reiner Panik unter, als Carlotta sah, wer neben ihrem Vater stand. Nicht Mario würde heute Abend auf sie aufpassen, sondern der einzige unter den Männern Adamo Fabris, den sie wirklich und wahrhaftig fürchtete.
Vincent Moretti.
Die rechte Hand des Mannes, der die Shadow Riders befehligte. Seit gut einem Jahr arbeitete ihr Vater mit diesem Bikerclub zusammen. Die Männer blieben meistens unter sich, mit Ausnahme von Vincent Moretti, der als Verbindungsglied zwischen ihrem Vater und den Shadow Riders fungierte. Es war kein Geheimnis, dass er vor seinem Leben bei den Shadow Riders ein korrupter Cop gewesen war, der seinen Partner getötet hatte. Vermutlich trug es sogar auf verdrehte Weise zu seinem Ansehen bei, dachte Carlotta. Sie hatte keine Ahnung, ob er auch unter seinen Kollegen vom Bikerclub immer ein wenig abseits zu stehen schien, aber hier unter Fabris Männern war er ein absoluter Einzelgänger. Was ihn nicht daran gehindert hatte, sich den Respekt der Männer zu verschaffen, die auf traditionelle Weise der Familie dienten. Sie vermutete, diese Anerkennung hing mit den Dingen zusammen, die Vincent für ihren Vater tat. Oder vielmehr, wie er sie erledigte, nämlich effizient und skrupellos, zwei Eigenschaften, die ihr Vater über alles schätzte. Es war auf jeden Fall eigenartig, dass er seine Aufträge direkt von ihrem Vater bekam, selbst wenn man Fabris Drang, selbst die kleinsten Details zu überwachen, bedachte. Ein einziges Mal hatte Carlotta versucht, mit ihrem Vater übers Vincents besonderen Status zu sprechen. Ihr Vater hatte sich von ihrem beiläufigen Tonfall nicht täuschen lassen und gesagt, dass sie Vincent Moretti in Ruhe lassen sollte. So ein Blödsinn, hatte Carlotta sich gedacht und den Raum verlassen. Als ob sie irgendein Interesse an Moretti hätte!
Und ausgerechnet er war heute Abend ihr Bodyguard. Buchstäblich jeder andere wäre ihr lieber gewesen als Vincent mit der Narbe im Gesicht und den eiskalten Augen, der sie nie wahrzunehmen schien und deren Blick sie doch immer wie einen Dolch zwischen ihren Schulterblättern fühlte, wenn sie nicht hinsah.

 

Vincent

Mario war ein Idiot. Das hatte Vince schon gewusst, bevor der Typ so blöd gewesen war, sich von einer Frau ein blaues Auge verpassen zu lassen. Weil Mario nicht mehr präsentabel war, musste Vince den Job übernehmen, die Tochter des Paten zu ihrem Junggesellinnenabschied zu begleiten. Als er Carlotta Fabri wie Sex auf zwei Beinen die Treppe heruntergleiten sah, war er schwer in Versuchung, seinem Kollegen nicht nur ein zweites blaues Auge, sondern auch ein paar gebrochene Rippen zu verpassen. Den Babysitter zu mimen war eine Sache. Damit hatte er kein Problem. Der alte Fabri wollte es so, also bekam er es. Eine andere Sache war es, eine Frau nicht aus den Augen lassen zu dürfen, deren Anblick ihn halb verrückt machte.
Jetzt war es seine Aufgabe, sie am Ende des Abends wohlbehalten in ihr Bettchen zurückzubringen. „Für Carlotta nur das Beste“ war Adamo Fabris Motto. Undenkbar, ihr einen Bodyguard mit Veilchen zur Seite zu stellen. Wenn Mario schon nicht mit einer Nutte fertig wurde, wie sollte er dann die Tochter seines Oberhauptes vor Entführern, zudringlichen Verehrern und anderem Gesocks schützen? Also war es Vince zugefallen, Carlotta in den Club zu begleiten. Er presste die Zähne so hart aufeinander, dass sie knirschten, als unwillkürlich schwarze, zerwühlte Laken und Carlottas blasser Körper mit willig gespreizten Beinen und Brüsten, die diesen Namen auch verdienten, vor seinem inneren Auge erschien. Aber nicht er war der Mann, der sich in ihr verlieren würde, sondern Gabriel Bellini, der Lackaffe, auf den die Frauen wegen seines hübschen Gesichts und seines Geldes flogen.
»Wo ist Mario?«, hörte er sie mit dieser rauchigen Altstimme fragen, die bereits genügte, um einen Mann in den Wahnsinn zu treiben. Sie sah ihn nicht an, sondern richtete den Blick ihrer klaren grünen Augen scheinbar furchtlos auf den alten Mann, der ihr Vater war. »Was will er hier?« Sie machte sich nicht die Mühe, seine Existenz durch mehr als dieses eine „er“ zur Kenntnis zu nehmen. Mit offener Verachtung hätte er leben können, ebenso mit Hass oder Angst. Vincent war es gewohnt, diese Reaktionen auf den Gesichtern der Menschen zu sehen. Aber Carlotta schien ihn überhaupt nicht wahrzunehmen. Normalerweise glitt ihr Blick über ihn hinweg und sie hatten in dem ganzen Jahr vielleicht fünfzig Worte miteinander gewechselt, wenn überhaupt. Vince hatte keine Ahnung, woran das lag, denn mit den anderen Männern im Hause Fabri pflegte sie einen lockeren, wenn auch leicht distanzierten Umgang. Eigentlich sollte es ihm recht sein, dass die Tochter des Bosses ihn nicht nur Kenntnis nahm. Je weniger er auffiel, desto besser konnte er seinen Job erledigen, aber ihr beharrliches Ignorieren seiner Existenz zerrte an seinen Nerven, die ohnehin über Gebühr strapaziert waren.
»Zieh dich um«, befahl der alte Fabri, ohne auf die Frage seiner Tochter einzugehen. Sicher war Fabri der Ansicht, Marios Veilchen und vor allem die Umstände, unter denen es sich der Bär von einem Kerl eingefangen hatte, seien nicht geeignet für die zarten Ohren von Carlotta. Wenn der Alte wüsste! Vincent hatte gesehen, wie sie die Männer mit einem Wort, einem Blick dazu brachte, ihr aus dem Weg zu gehen, und das lag nicht allein an ihrem Status als Tochter des Paten. Nein, sie konnte eine verdammt spitze Zunge haben, wenn sie es darauf anlegte. Andererseits machte seiner Tochter gegenüber nie einen Hehl daraus, womit er sein Geld verdiente, ja, er war auf eine verdrehte Weise sogar stolz darauf, es an die Spitze einer kriminellen Organisation geschafft zu haben.
Jetzt warf sie den Kopf in den Nacken. »Bitte, Papa »mein Kleid bedeckt sogar meine Knie.«, begann sie und blinzelte einmal kurz. »Ich habe 25 Jahre getan, was du von mir verlangt hast, aber heute ist ein besonderer Tag, Papa.« Das Wort kam spröde und widerstrebend aus ihrem Mund. »Und ich schwöre dir“, ihr Tonfall wechselte von trotzig zu schmeichlerisch, „ich werde mich nicht dem Erstbesten an den Hals werfen.«
Vincent hätte gerne geschnaubt, aber er war zu neugierig, auf welche Weise sie ihren Willen bei ihrem Vater durchsetzen würde. Die ich-bin-dein-kleines-Mädchen-Masche zog nicht. Für diese Tour hatte sie das falsche Kleid an. Vielleicht war sie auch dickköpfig genug, um ihrem Vater die Stirn zu bieten. So oder so, der alte Fabri stand auf verlorenem Posten, er wusste es nur noch nicht. Oder doch? Vincent wandte den Blick von der antiken Vase, die er gelegentlich betrachtet hatte, und schaute zu seinem Boss. Ja, Adamo Fabri hatte diesen resignierten Gesichtsausdruck aufgesetzt, den Väter annehmen, wenn ihr kleines Mädchen sie um etwas bittet. Nur dass Carlotta kein kleines Mädchen war, sondern eine erwachsene Frau, die ihn vom ersten Augenblick an fasziniert hatte. »Außerdem wird niemand wagen, mich anzufassen, solange er dabei ist«, sagte sie verächtlich. War es sein Ruf als Copkiller, der sie abstieß, oder seine Narbe?
Letztendlich spielte es keine Rolle. Sie war tabu. In weniger als einer Woche war sie die Frau von Gabriel Bellini und damit noch verbotener für einen wie ihn. Schließlich tat Fabri das, worauf Vincent die ganze Zeit gewartet hatte: Fabri gab nach. Seine müden Augen schärften sich, als er Vince kurz anschaute. Der verstand die wortlose Drohung und gab dem Boss mit einem Nicken zu verstehen, dass er seine kostbare Tochter nicht eine Sekunde aus den Augen lassen würde. »Pass gut auf dich auf, bella mia«, murmelte Fabri und zog seine Tochter in eine seiner seltenen Umarmungen. Es wurde wirklich Zeit, dass er zurück in die zweite Reihe trat und seinem zukünftigen Schwiegersohn das Zepter übergab, bevor nicht nur Vincent klar war, dass Fabri schwach wurde. Wie alle alten Männer tat sich Fabri schwer, das Schwinden seiner Macht zu akzeptieren. Wenn er nicht achtgab, verpasste er den Moment, in dem er seinen Rücktritt planen konnte. Nicht viele Mafiabosse erlebten die Freuden des Ruhestands. Es kam ohnehin schon einem Wunder gleich, dass Fabri immer noch an der Spitze der Famiglia stand. Die Bellinis waren nicht die einzigen Rivalen, die Fabri wie Hyänen umkreisten, die einen altersschwachen Löwen ins Visier genommen hatten. Zu feige, um offen anzugreifen, warteten sie alle ungeduldig auf das erste Zeichen der Schwäche, um über Fabri herzufallen. Vielleicht war es sogar sein Glück, dass die Hochzeit zwischen Gabriel Bellini und Carlotta beschlossene Sache war. Solange der Alte nach außen hin stark wirkte, hatte seine Tochter einen gewissen Wert in den Augen der rivalisierenden Clans. Wen kümmerte schon die Tochter eines toten Mafioso?
Zu dumm für den Alten, dass er keinen Sohn hatte, der seine Nachfolge antreten konnte. Zwar hatte Fabri alles getan, um seiner Tochter einen Platz in der Famiglia zu sichern, aber noch lag sie nicht im Bett des jungen Bellini, auch wenn der bestimmt kaum noch an sich halten konnte. Vincent hatte die beiden vor nicht allzu langer Zeit in einer eindeutigen Situation erwischt, um es einmal vorsichtig auszudrücken. Fabri mochte glauben, dass seine Tochter noch Jungfrau war, aber Vincent hatte mit eigenen Augen gesehen, wie sie Gabriels Kuss erwidert und seine Hände zu ihrem Hosenbund dirigiert hatte. Als Mann in Diensten ihres Vaters war es seine Aufgabe, die Tochter auch vor ihren eigenen Fehlern zu beschützen, selbst wenn der Mann, mit dem sie sich herumtrieb, ihr zukünftiger Ehemann war. Das hatte sich Vincent zumindest so lange eingeredet, bis die Unterbrechung ihres Herumgefummels selbst nicht mehr wie die Attacke eines wutschnaubenden Stiers erschienen war, sondern wie ein Ausdruck seiner Loyalität gegenüber Fabri.
Vincent sah, dass Carlottas schöne Augen sich mit Tränen füllten, als sie die Umarmung ihres Vaters erwiderte. Für einen Moment war sie wirklich die Kleine, die Fabri in ihr sehen wollte. Sie sah so hilflos und schutzbedürftig aus, aber das änderte sich in dem Augenblick, indem sie den Kopf hob und sich ihre Blicke über die mageren Schultern des Alten hinweg trafen.
Seine Alarmglocken begannen zu schrillen.

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