Laura: Venezianisches Maskenspiel
von Mona Vara

Erschienen: 10/2006

Genre: Historical Romance, Romantic Comedy
Zusätzlich: Historical, Vanilla

Location: Italien, Venedig

Seitenanzahl: 196 (Übergröße)

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Erhältlich als:
paperback & ebook

ISBN:
Print: 978-3-93828-115-4
ebook: 978-3-86495-099-5

Preis:
Print: 15,90 €[D]
ebook: 6,99 €[D]

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Laura: Venezianisches Maskenspiel


Inhaltsangabe

Die schüchterne Laura wird mit dem venezianischen Adeligen Domenico verheiratet, der nach der Hochzeit ungeniert sein ausschweifendes Junggesellenleben weiterführt.
Plötzlich erhält die verschmähte Laura glühende Liebesbriefe eines unbekannten Verehrers, der sie zu einem erotischen Stelldichein einlädt. Laura verfällt dem Charme ihres geheimnisvollen maskierten „Cavaliere d'Amore“, der ihr bei jedem Treffen die Augen verbindet.
Der Unbekannte verführt Laura nach allen Regeln der Kunst, und im Rausch des venezianischen Karnevals beginnt eine leidenschaftliche Beziehung ...

Über die Autorin

Mona Vara schrieb jahrelang erfolgreich erotische Liebesromane. Das  Wichtigste beim Schreiben war für sie, Figuren zum Leben zu erwecken, ihnen ganz spezifische Eigenschaften und Charaktere zu geben und ihre Gefühle und Erlebnisse auf eine Art auszudrücken, die sie nicht nur...

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Leseprobe

Der Brief war zwei Tage nach dem Theaterbesuch abgeliefert worden und hatte Laura in eindringlichen Worten zu überzeugen versucht, sich gleich am darauffolgenden Tag an der unten angegebenen Adresse einzufinden. Der Bote hatte sogar auf Antwort gewartet und Laura hatte nicht gezögert, sie entsprechend eindeutig zu formulieren. Ihr Schreiben hatte nur ein einziges Wort enthalten: „Ja.“ Und dann hatte sie sich im Schutz ihrer maschera nobili, die früher nur den männlichen Patriziern vorbehalten und Damen erst seit kurzer Zeit erlaubt war, auf den Weg gemacht. Laura hatte sich bei ihrer Ankunft erst an diese völlige Verhüllung gewöhnen müssen. Seit sie...

...ihren Cavaliere kennengelernt hatte, fand sie diese Art von Verhüllung allerdings sehr hilfreich, die aus dem schwarzen Umhang – unter dem nur die Röcke hervorsahen – und der weißen Wachsmaske sowie aus dem Dreispitz und einem verhüllenden Schal bestand, und von außen auch nicht den kleinsten Hinweis darauf gab, wer sich darunter verbarg.
Als sie beim Palazzo ankam, öffnete ihr unverzüglich ein Diener, als hätte er bereits auf sie gewartet, führte sie höflich die Treppe hinauf in ein Zimmer und verschwand dann wieder. Ihr geheimnisvoller Geliebter hatte offenbar nicht nur eine Wohnung in einem der Palazzi gemietet, die von den Patriziern als casinos verwendet wurden, verschwiegene Orte, wo sie ungestört ihren Vergnügungen nachgehen konnten. Ihrem Geliebten gehörte gleich ein ganzes Haus, und sie fragte sich ein wenig bange, wie oft dieses offensichtliche Liebesnest von ihm genutzt wurde.
Es waren nur wenige Kerzen angezündet und der Raum lag in einem intimen Halbdunkel. Ein Kamin verbreitete wohlige Wärme und Laura trat darauf zu, legte den Muff beiseite und hielt die Hände ans Feuer. Gleich daneben befand sich ein einladender, wuchtiger Lehnsessel. Laura sah sich weiter um. Die Wände waren, soweit sie erkennen konnte, mit Seidentapeten verkleidet und in der Mitte stand ein für zwei Personen gedeckter Tisch mit Weinkaraffen, glitzernden Gläsern aus kostbarem Glas von der Insel Murano und Platten voller Köstlichkeiten. Ihr Cavaliere hatte offensichtlich einen Sinn für Luxus.
Jemand trat ein. Sie lächelte, als sie seine Nähe hinter sich fühlte, noch bevor er sie ansprach. Seine Hände griffen nach ihrem Mantel, ihrem Hut und zogen beides gemeinsam mit dem weißen Seidenschal fort. Sie trug ein cremefarbenes Kleid mit einem spitzenumrahmten Dekolleté, dessen Besatz sich vorne fortsetzte und den offenen Rock umfasste. Darunter trug sie einen bestickten Seidenunterrock, passende Seidenpantoffel mit hohen, edelsteinbesetzten Absätzen und zarte Seidenstrümpfe. Sie hatte lange überlegt, was sie anziehen sollte – da ihr nichts gut genug für dieses Treffen erschien – und hatte sich dann für eines der neuen Kleider entschieden, das Domenico ihr nach dem Verlust der anderen zugestanden hatte.
„Wie schön, mon amour, dass Ihr meinem Wunsch gefolgt seid und keine Perücke mehr tragt. Ich möchte Euer wunderbares Haar sehen, es fühlen und streicheln“, flüsterte er an ihrem Ohr. Er löste die Bänder ihrer Maske, nahm sie ihr ab, und sie wandte sich nach ihm um. Er war im Gegensatz zu ihr immer noch maskiert.
„Offenbar seid Ihr entschlossen, Euer Inkognito noch weiter zu wahren. Oder werde ich Euch heute ohne Maske sehen dürfen?“
„Ihr wisst, weshalb es unmöglich ist, madame“, flüsterte er.
Laura machte den Mund zum Widerspruch auf, wandte sich nach kurzer Überlegung jedoch ab und ging neugierig zur Tür, die in den nächsten Raum führte. Sie erblickte dahinter verborgen ein riesiges Bett. Die schweren roten Samtvorhänge waren zurückgezogen und gaben den Blick auf weiche Kissen und eine bestickte Seidendecke frei. Sekundenlang starrte sie mit errötenden Wangen darauf und fühlte, wie ihre Knie weich wurden.
„Gefällt Euch dieser Raum?“ Seine Stimme klang leise, aber belustigt, und Laura spürte, wie sie noch tiefer errötete.
Er trat näher an sie heran, löste die Haarnadeln, mit denen sie ihr Haar hochgesteckt hatte, und machte sich daran, die dicken Strähnen mit den Fingern auszufrisieren, bis ihre Haare wie ein dichter Schleier um ihre Schultern lagen. „So sehe ich Euch am liebsten“, flüsterte er. „Ihr seht wundervoll aus.“
„Meint Ihr das wirklich?“
„Hat Euch das noch niemals jemand gesagt?“
„Ich habe es nie geglaubt“, erwiderte Laura verlegen. „Es gibt so viele schöne Frauen in Venedig …“ Sie unterbrach sich. Mit dem Argwohn schien sich ein schwarzer Schatten über dieses Zimmer zu legen. „Steht dieser Palazzo immer zu Eurer Verfügung?“
„Ach, ja, gewiss.“ Er sagte das lässig, wegwerfend.
Laura schluckte. Dann war sie also nicht die Einzige, mit der er hier Liebesstunden verbrachte. Der Gedanke tat weh. Es war dumm gewesen, überhaupt zu fragen.
„Was tut Ihr?“, fragte sie erstaunt, als er ein Tuch aus der Tasche zog.
„Euch die Augen verbinden, meine Schönste, damit ich die Maske abnehmen kann. Sie stört Euch offenbar ebenso wie mich.“
„Aber …“
„Wir werden jetzt speisen.“ Er band ihr das Tuch um den Kopf, verknotete es fest, aber nicht zu streng am Hinterkopf.
„Aber ich sehe doch nichts!“
„Das müsst Ihr auch nicht, ich werde Euch füttern.“
Er legte den Arm um sie, führte sie zum Tisch zurück und schob ihr einen der vergoldeten und mit rotem Samt bezogenen Sessel zurecht. Sie hörte, wie er sich ebenfalls einen Sessel neben sie zog, und dann fühlte sie, wie er mit einem Tuch über ihre Wangen strich.
„Was tut Ihr?!“
„Ich ziehe es vor, Euer süßes Erröten zu sehen, anstatt weißen Puder und Rouge.“ Sein Mund fuhr schmeichelnd darüber. „So ist das viel besser.“
„Aber ...“ Laura unterbrach sich, weil er ihr etwas in den Mund steckte.
„Was ist das?“
„Eine Olive, mon amour.“
Laura kaute, dann setzte er ein Glas an ihre Lippen.
„Was …“
„… Wein“, aber ich bitte Euch, fragt ab nun nichts mehr, vertraut mir einfach. Ich schwöre, ich werde Euch weder Gift geben noch etwas, das Euch nicht mundet.“
Laura gehorchte lächelnd und bereute es auch nicht. Die köstlichsten Speisen wurden ihr gereicht, teilweise mit seinen Lippen, dazwischen immer Wein und kleine zarte Küsse auf ihre Wangen, ihren Hals, ihren Nacken und ihre Hände.
Als das Mahl beendet war, zog er sie zu sich hoch. Laura tastete nach seiner Jacke, hielt sich daran fest. Sein Arm lag um ihre Taille und an seinem Atem spürte sie, dass sein Gesicht dicht über ihrem sein musste. Das zärtliche Essen und der Wein hatten sie erregt, hatte ihre Sinne bereit gemacht für weitere Freuden. Seine Finger strichen über ihre Schultern, glitten unter den Stoff ihres Kleides und spielten mit den zarten Spitzen ihrer Brüste. Seine Lippen folgten und hinterließen eine zarte feuchte Spur auf ihrer Haut. Sie gab sich seinen Händen und Lippen hin und fühlte Vertrautheit, ein angenehmes „Sich-Auflösen“ alles Fremden zwischen ihnen beiden.
Sie zierte sich nicht, als er sich an dem Mieder ihres Kleides zu schaffen machte, es öffnete, ließ es zu, dass er den kostbaren Stoff von ihren Schultern schob, jedes freie Fleckchen mit Küssen bedeckte, immer weiter und weiter hinab. Es war so natürlich, von ihm so gehalten zu werden. Und hatte sie es sich nicht in ihren einsamen Träumen immer wieder vorgestellt, genauso verführt zu werden?
Hitze stieg in ihr auf und ein ganz verschwommener Gedanke, hier etwas Unrechtes zu tun. Nun, vielleicht nicht gerade Unrechtes, aber auch nichts, was einer anständigen, wohlerzogenen Frau einfallen sollte. Jedenfalls nicht nach dem, was ihr die Nonnen erklärt hatten. Dennoch wehrte sie sich nicht. Auch nicht, als der Stoff endlich herabglitt. Er hatte mit wenigen gekonnten Handgriffen den Verschluss des Rockes geöffnet und zog ihn nun gleichzeitig mit dem Mieder fort, sodass sie nur im Unterrock und Korsett vor ihm stand.
Es tat ihr leid, dass sie sein Gesicht und seine Augen nicht sehen konnte und den Blick, mit dem er sie ansah, hoffte jedoch, dass er voller Verlangen war. Als er endlich seine Hand um ihre Brust legte, mit seinem Daumen über die dunkelrote, über dem Korsett herauslugende Warze strich, sie neckte, streichelte, entrang sich Lauras Kehle ein ihr unbewusstes kleines Stöhnen. „Was tut Ihr nur mit mir?“
„Alles, was mir notwendig erscheint, um Euch zu verführen“, erwiderte er mit einem leisen Lachen. Seine Hand glitt unter den reichen Unterrock, schob den Reifrock beiseite und wanderte an der Außenseite ihres Schenkels weiter hinauf, während seine Lippen an ihren Brüsten spielten, sie mit feuchten Küssen bedeckten. „Aber nur, wenn Ihr mir versprecht, mir eine gehorsame Geliebte zu sein.“
Sie genoss seine Berührungen, seine Küsse und vor allem seine Hand, denn er begnügte sich schon längst nicht mehr damit, die weiche Haut ihrer Hüften zu streicheln, sondern war bereits zwischen ihre Schenkel geglitten. Dort, wo es am erregendsten kribbelte. „Ich will Euch eine gehorsame Geliebte sein“, flüsterte sie zurück. Ihre Stimme wollte ihr kaum gehorchen, als sie seine Finger zwischen ihren Beinen fühlte, die den einen Punkt suchten, dessen Berührung ihr so viel Vergnügen bereitete, und sie schrie leise auf, als er begann, ihn zu massieren.
„Gefällt Euch das?“
„Ja ...“
„Dann werden wir jetzt beginnen.“
Sie tastete nach ihm, als er sich zurückzog. „Womit …?“
„Mit dem Spiel des Gehorsams.“
Ein erregtes Zittern durchlief sie. „Was habt Ihr mit mir vor?“
Seine Stimme klang plötzlich ernst. „Ich werde Euch jetzt zeigen, dass Ihr mir gehört, dass ich mit Euch machen kann, was ich will. Ganz wie ich es Euch gesagt habe. Aber zuerst sollt Ihr Eure Schönheit nicht vor mir verdecken. „Ich möchte Euch nackt sehen.“
Laura atmete schnell ein. Sie spürte, wie diese Worte und alleine diese Vorstellung sie schon erbeben ließ. Es war genau das, was sie auch wollte. Sie wollte seine Hände spüren, seine Haut auf ihrer. Es war ihr selbst völlig unfassbar, wie sehr sie ihn begehrte.
Domenico schob die Röcke über ihre Hüften und ließ seine Hände über die weichen Schenkel gleiten. Ihre Brüste bebten bei jedem Atemzug und ihre weichen Lippen lächelten feucht und verführerisch. Es war eine hervorragende Idee von ihm gewesen, ihr dieses Tuch um die Augen zu binden. Zum einen erregte es ihn, sie so hilflos blind vor sich zu haben, und zum anderen konnte er sich diese lästige Maske ersparen, die ihm bei seinen Liebkosungen sehr schnell hinderlich geworden wäre. Er suchte mit den Lippen abermals nach den dunklen harten Brustspitzen und bemerkte mit Genugtuung das Zittern, das durch Lauras Körper ging. Welch ein reizvolles Spiel, seine eigene Gattin zu verführen.
„Seit ich Euch auf dem Ball das erste Mal im Arm hielt, konnte ich an nichts anderes denken als daran, diese wunderbaren Brüste zu streicheln, sie zu liebkosen und sie in mich hineinzusaugen, bis Ihr vor Lust schreit“, murmelte er, völlig vertieft in diesen Anblick und die Berührung ihres Körpers.
„Dann tut das bitte“, hauchte Laura.
„Nur wenn Ihr mir völlig und in allen Dingen gehorcht.“ Er sah, dass sie schneller atmete. Unter seinen geschickten Händen fielen die Unterröcke und er hielt sekundenlang die Luft an, als er sie endlich – bis auf das Korsett – nackt vor sich hatte. Auch dieses Korsett würde bald fallen. Schließlich wollte er sie ja völlig hüllenlos in seinen Armen liegen haben, aber vorerst wollte er sich am Anblick dieser schmalen Taille, den vom Korsett hochgepressten, hervorquellenden Brüsten, dem durch die Schnürung so unnatürlich breiten Becken und diesem wunderbar weichen, üppigen Hinterteil ergötzen. Sie stöhnte leise unter seinen Händen, während er die Nachgiebigkeit seiner Gattin gegenüber ihrem geheimnisvollen Cavaliere weidlich ausnutzte. Seine Hände glitten genussvoll über ihre Hüften, er schob sie näher zur Wand, wo sie sich mit den Händen abstützen konnte, während er diese festen Backen massierte, sie knetete, bis sie gerötet waren, und dabei mit den Lippen über ihre Schultern und ihren Nacken fuhr und ihren Duft in sich einsaugte.
Schließlich öffnete er die enge Schnürung des Korsetts. Jetzt war sie nicht mehr so schlank, sondern hübsch mollig und ungemein anziehend in ihrer Weichheit. Er ließ seine Hände über ihren Bauch und ihren Rücken gleiten, massierte die Druckstellen des engen Korsetts und wurde gewahr, wie erleichtert und tief sie einatmete. Er hatte es bisher immer als Nachteil empfunden, eine Frau ganz auszupacken, weil diese engen Dinger Striemen und hässliche Druckstellen auf der weichen, weißen Haut hinterließen, die die Schönheit der Frauen trübten. Dieses Mal empfand er zu seiner Überraschung anders: Er war verärgert darüber, dass sich seine Gattin dieser Marter unterzog. „Das nächste Mal will ich Euch ohne dieses teuflische Mieder sehen“, murmelte er an ihrem Nacken.
„Aber ich brauche das Korsett. Keine Dame würde ohne Korsett auf die Straße gehen. Ganz abgesehen davon, dass mir meine Kleider nicht mehr passen würden!“
„Dann schnürt Euch eben nicht so eng und lasst Euch neue Kleider machen“, erwiderte er ungeduldig. Seine Frau hatte doch wahrhaftig genügend Nadelgeld zur Verfügung, um sich jeden Tag ein neues Kleid anmessen zu lassen!
„Wie Ihr wünscht ...“, kam es nach einem leichten Zögern.
Zufrieden zog er sie in die Mitte des Raumes, um sie ausgiebig zu betrachten. „Ihr habt einen wunderbaren Körper, mon amour“, murmelte er, sich wieder auf seine Rolle als Franzose besinnend. „Einen Körper, der einen Mann verrückt nach Euch machen kann.“ Er ging um sie herum ohne sie zu berühren und genoss jedes Stückchen ihres Körpers, schon völlig begierig darauf, sie in Kürze nicht nur mit den Augen, sondern auch mit seinen Händen und Lippen genießen zu können. Er ließ sich Zeit. Viel Zeit. Er war zwar ungeduldig, brannte darauf, sie endlich so zu besitzen, wie ihm das schon seit längerem vorschwebte, aber gleichzeitig wollte er es genießen, sie zu verführen. Und ihr dabei auch die Gelegenheit nehmen, später behaupten zu können, er wäre gegen ihren Willen über sie hergefallen. Er wusste nur zu gut, zu welch haarsträubenden Ausreden Frauen, die man beim Treuebruch erwischte, fähig waren.
„Ihr seid nackt und könnt nichts sehen. Aber ich sehe Euch, meine schöne Geliebte. Und ich möchte, dass Ihr genau das tut, was ich von Euch verlange.“ „Zuerst eine gehorsame Geliebte und dann eine gehorsame Gattin“, dachte er entschlossen. Hatte er sie erst einmal als seine Geliebte fest in seiner Hand, war es gewiss auch leichter, eine folgsame Ehefrau aus ihr zu machen, die sich – wie es sich gehörte –ihrem Gatten in allen Dingen unterordnete.
„Und was ist es, was Ihr von mir verlangt?“ Laura drehte sich nach ihm um und streckte die Hände nach ihm aus. Es war erregend, ihn nicht sehen zu können, sie fühlte sich ganz in seiner Gewalt und genoss es. Sie ertastete den weichen Stoff seiner Jacke, glitt an seiner Brust höher bis zu seinem Hals, der noch von der Schleife verdeckt war, weiter hinauf bis zu seinem energischen Kinn. Sie zeichnete mit dem Finger die Konturen seines Gesichts nach, seine Lippen, lachte zärtlich, als er begann, zart an einem ihrer Finger zu saugen, und trat dann einen Schritt näher. Seine Lippen senkten sich auf die ihren, bevor er sie unter den Knien und unter den Armen fasste und hochhob und einige Schritte trug, bis er sie sanft hinlegte. Das Holz knisterte heimelig im Kamin. Draußen, vor dem Fenster, hörte sie die Rufe eines Gondolieres, der sich den Weg frei schrie, und die Glocke von San Marco klang herüber.
Sie zog erschrocken die Luft ein, als ihre Beine plötzlich höher waren als ihr Kopf. Ihre Hände ertasteten weichen Samt. Er hatte sie tatsächlich mit dem Kopf nach unten auf den Lehnsessel neben dem Kamin gelegt und zwar so, dass ihre Waden oben auf der Lehne ruhten und ihre Gesäßbacken die Rückenlehne berührten. Der Sessel war zwar breit und bequem, sehr weich, aber doch so kurz, dass ihr Kopf nach unten hing, ihr Körper durchgebogen wurde und ihre Brüste schamlos hinaufragten. Sie rückte ein wenig herum. Sie kam sich lächerlich vor in dieser Haltung, ein wenig hilflos. Welch ein seltsamer Einfall ihres Cavalieres!
„Legt Euch behaglich hin, meine Geliebte, Ihr werdet längere Zeit so bleiben.“
Laura legte den Kopf zurück, ihr Haar floss über dem weichen Samt zu Boden und breitete sich dort aus wie ein dunkler, im Schein der Kerzen und des Feuers glänzender Wasserfall. Sie wusste, wie offen und verletzlich sie in dieser Pose war und legte wie schützend die Arme über ihre Brüste. Sie lauschte seinen Schritten. Er ging um sie herum. „Bedeckt nicht Eure Brüste, meine Schönheit. Ich will Euch sehen. Und ich will, dass Ihr wisst, dass ich zusehe, wenn Ihr sie streichelt.“
Laura legte ihre Arme noch fester um den Körper. Was er da verlangte, war völlig unmöglich! Sich vor ihm zu streicheln, als wäre sie alleine mit ihren Fantasien! Sie horchte, aber es war nur Stille um sie herum. Sie hörte nichts weiter als ihren eigenen Atem. „Seid Ihr noch da ...?“
„Gewiss, meine reizvolle Geliebte. Und ich warte ...“
Laura biss sich auf die Lippen. Dann, unendlich langsam öffnete sie die Arme, ließ sie neben ihren Körper sinken. Sie lauschte, aber er sagte nichts mehr. Und schließlich hob sie zögernd die Hände, strich über die Seiten ihrer Brüste. Dann weiter hinauf, ihre Finger ertasteten die harten, hochstehenden Spitzen, umkreisten die zusammengezogenen Höfe. Es war trotz des Kamins kühl in diesem Raum, aber diese fremde Lust, der Reiz etwas zu tun, das ihr bisher niemals eingefallen wäre, erhitzte ihren Körper. Ihre Finger tanzten auf ihren Brüsten, hauchzart, sinnlich erregend. Berührungen, die ihre Leidenschaft erwachen ließen.
Sie hörte plötzlich seinen Atem – er musste jetzt ganz in der Nähe stehen und ihr zusehen.
Ob das, was sie jetzt machte, wohl sonst Mätressen für ihre Geliebten taten? Ob die schöne Nicoletta dies für Domenico getan hatte? Der Gedanke stieß sie ab und erregte sie zugleich. Hatten die großen Kurtisanen der vergangenen Jahrhunderte ihre Freier auf diese Art erfreut? Vielleicht. Vielleicht war eine von ihnen sogar auf einem Sessel wie diesem gelegen und hatte sich sinnlichen Spielen hingegeben. Aber hatten sie es auch so gerne getan wie sie? Hatten sie die Männer, die sie für ihre Dienste bezahlten, geliebt? Nein, wohl nicht. Aber sie tat es. Sie liebte ihren Cavaliere nur um den Lohn seiner Leidenschaft und seiner Liebe, die sie sich noch erringen wollte. Ihr Kopf sank tiefer, als sie ihren Körper nach oben bog, ihren eigenen Händen entgegen.
Sie seufzte leise, als sie begann, ihre Brüste fester zu streicheln, ihren Körper, ihren Bauch, ihre Hüften. Ihre Hände glitten wie von selbst bis zu ihren Schenkeln, als eine Sehnsucht nach mehr sie erfasste. Sie wollte, dass er sie ebenfalls streichelte, sie küsste, sie wollte seine Hände auf ihrem Körper und zwischen ihren Beinen fühlen. Seine Lippen spüren. „Bitte ...“
„Ich warte, meine Geliebte ...“ Seine Stimme klang zärtlich, aber es lag zugleich ein befehlender Ton darin, dem sie sich nicht entziehen konnte.

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